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Filmkritik: „Drifter“ (2016)

drifter-2016-posterPoster-Copyright: ©Jonathan B Perez
 
 
 

DRIFTER

Story

 
 
 
Zwei Brüder verirren sich in die Höhle des Löwen. In einer verlassenen Wüstenstadt geraten sie in die Fänge gewissenloser Psychopathen, die ihre ganz eigenen Willkommensrituale mit Durchreisenden zu feiern pflegen.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das moderne Horror-Genre wohl entwickelt, wenn es nicht Regisseure wie WES CRAVEN, JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER gegeben hätte, die Generationen schockiert und so dem Horrorfilm zur Popularität verholfen haben? Letztgenannter brachte mit dem College-Film THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 1974 einen einflussreichen Wegbereiter des modernen Angstkinos in die Lichtspielhäuser, der nicht nur maßgeblich am Erfolg schmuddeliger Exploitation-Filme beteiligt war. Hoopers Paradebeispiel für kompromissloses Terrorkino polarisierte die Zuschauer und inspirierte ungezählte Filmemacher, mal mehr, mal weniger gelungene Plagiate des fix berüchtigt gewordenen Kettensägenmassakers zu drehen. Weit über 40 Jahre später hat sich da nichts geändert, wie der Indie-Horror DRIFTER beweist. Der lockt zwar nicht mit einem verheißungsvollen Massaker im Titel, ist aber bei genauerer Betrachtung nichts weiter als eine Neuinterpretation des Klassikers aus der Mache TOBE HOOPERS.
 
 
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Die zwei Brüder Miles (ARIA EMORY) und Dominic Pierce (DREW HARWOOD) kämpfen ums Überleben. In einer Zeit, in der die Welt kurz vor dem Untergang steht. Sie sind auf der Suche nach den Übeltätern, die für den Tod des geliebten Vaters verantwortlich sind und schlagen sich durch trostlose Wüstenlandschaften in denen es keine Freunde, sondern nur Feinde gibt. Nachdem ihnen mal wieder einige Fieslinge ans Leder wollen und Miles an der Hand verletzt wird, muss ein Arzt her. Doch den zu finden scheint in einem standesgemäßen Weltuntergangsszenario wie diesem schier unmöglich zu sein. So reisen die Brüder durchs Land und geraten in eine Geisterstadt, die ihnen zum Verhängnis wird. Eine Gruppe Kannibalen treibt dort ihr Unwesen und nimmt keine Gefangenen. Im übertragenen Sinn. Tatsächlich überwältigen sie die Brüder und verschleppen sie in ihren Bau. Was ihnen dort widerfährt, dürften Filmkenner bereits aus erwähntem TEXAS CHAINSAW MASSAKER sowie dessen Fortsetzungen und Prequels kennen.
 
 
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Wüsten-Massaker – nur ohne Kettensäge diesmal. Nein, DRIFTER ist trotz des Bades in der Reminiszenz keine Katastrophe. Ganz im Gegenteil. Regisseur CHRIS VON HOFFMANN hat mit seinem Spielfilmdebüt einen passablen Terrorfilm geschaffen, der vor allem durch seine durchdachte Optik zu bestechen weiß. Zu sehen gibt es durchgestylte Bilder, ungewöhnliche Kamerablickwinkel und ein schwüles Wüsten-Setting, das hin und wieder an den nachgerückten und bisher kommerziell erfolgreichsten Teil der Mad-Max-Reihe erinnert: MAD MAX – FURY ROAD. Unterstrichen wird das für Indie-Verhältnisse visuelle beeindruckende Treiben von grummelnden Bässen, Synthesizer-Klängen und verstörenden Soundeffekten, die unverkennbar durchscheinen lassen, wer Einfluss auf den Regisseur gehabt haben muss. So dürften Filmkenner akustische Anleihen zu Klassikern wie SUSPIRIA (während des Abspanns) oder dem Frühwerk des JOHN CARPENTER erkennen.
 
 
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Auf der Crowdfunding-Seite zu DRIFTER gab Filmemacher CHRIS VON HOFFMANN weiterhin zu verstehen, dass ihn aber auch Regisseure wie MARTIN SCORSESE, WILLIAM FRIEDKIN, JEAN-PIERRE MELVILLE und ABEL FERRARA beeinflusst haben sollen. DRIFTER zumindest haben die vielen Inspirationsquellen gut getan, denn die für Terror- und Backwood-Horror untypische Kulisse in Kombination mit der gelungenen akustischen Untermauerung, stellt eine gelungene Abwechslung zum teils bedeutungslosen Horror-Brei dar, der heute beinahe täglich ins Händlerregal gestellt wird. Da sieht man doch verständnisvoll darüber hinweg, dass DRIFTER im Mittelteil ein wenig schwächelt. Aufgrund der visuellen Raffinessen verliert der Regieneuling ab und an das Drehbuch aus den Augen. Das macht sich durch Leerlauf und Tempoeinbußen bemerkbar. Doch der nächste Gewaltmoment lässt nicht auf sich warten. Die sind im Film reichlich vorhanden und dürften wegen ihrer professionellen Machart Fans fürs grobe Gewaltkino zufriedenstellen. Wer sich an die härtere Gangart eines TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING gewöhnt hat, dürfte sich auch bei DRIFTER gut aufgehoben fühlen. In Sachen filmischer Kompromisslosigkeit hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN sich manchen Handgriff und Einfall von den Altmeistern abgeschaut.
 
 


 
 
 

DRIFTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Das sind zumindest neben WOLF CREEK und THE PROPOSITION zwei weitere Titel, die der Regie-Newcomer im Informationstext seiner Crowdfunding-Kampagne aufzählt und die ihn zum Dreh seines Debütstreifens DRIFTER inspiriert haben sollen. Offensichtlich scheint er damit reichlich Interesse beim Horrorfilmliebhaber geweckt zu haben, weshalb Filmfans auf einer bekannten Crowdfunding-Plattform Geld spendeten, damit DRIFTER fertiggestellt werden konnte. Trotz bekannter Verweise ist DRIFTER aber dann doch mehr TEXAS CHAINSAW MASSACRE mit Protagonisten aus dem Modelkatalog, die nacheinander mit diversen Schieß- und Schneideutensilien ausradiert werden. Das allein ist natürlich nicht der Rede wert, wäre da nicht die versierte Symbiose aus Technik, Optik und Akustik. Diese Kombination lässt den Film nach deutlich mehr ausschauen, als er vermutlich gekostet hat und hebt ihn aus der grauen Masse an beliebigen Backwood- und Terrorstreifen hervor. Talent und Erfahrung zahlen sich eben aus. Letzteres hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN ausreichend während der Arbeit zu diversen Kurzfilmen gesammelt, die er mit viel Liebe zum Genre inszeniert hat. Mit einigen davon gewann er sogar Preise auf einschlägigen Festivals. Chapeau!
 
 


 
 
 

DRIFTER – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Klon gehört, geht es auch in DRIFTER nicht gerade zimperlich zur Sache. Von einem abgeschlagenen Schädel, über Einschusswunden bis zu übel zugerichteten Leichen und Gesichtern gibt es einige äußerst schmerzhafte Spezialeffekte zu sehen. Hierzulande dürfte das aber für eine Erwachsenenfreigabe reichen, ohne das geschnitten werden muss.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Green Star Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Kill, Granny, Kill! (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw 3D
 


Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

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BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
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Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
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BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)


Filmkritik: „Trapped – Die tödliche Falle“ (1982)

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TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE

Story

 
 
 

In den Hügeln von Tennessee, das wissen wir Jünger der organisierten Lebenszeit-Vernichtung durch Filmkonsum natürlich schon lange, sollte man sich nicht so unbedarft blicken lassen. Vor allem nicht, wenn man Teil eines Rudels blöder City-Teenager ist, die einfach mal ohne Sinn und Verstand campen gehen. Jetzt ist genau das aber passiert. Mancher Film jener Jahre würde jetzt einen irren Schlitzer oder gar verwilderten Inzucht-Sasquatch auf die Buben und Madeln loslassen, der stalkt und hackt und vielleicht sogar Einmachgläser mit Knaben-Nierchen befüllt. Nicht so TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Da ist die Sache schlimmer. Gewaltmensch Chatwill (Henry Silva) ist aus nicht näher erklärten Gründen der unbestrittene Regierende über ein abgelegenes Kaff, ganz in der Nähe der Wanderroute unserer, naja, Helden. Im Dauerhass bumst es sich nicht gut und so hat seine vernachlässigte Redneck-Flittchen-Frau dem Unhold gerade mit einem anderen Hinterwäldler die Hörner aufgesetzt. Das entgeht Chatwill nicht und er tritt dem Ehebrecher entschlossen gegenüber. Als Richter und Henker. Die Städter sehen das durch einen Drehbuchzufall und haben jetzt den groben Klotz und seine schießwütigen Unterlinge im Kreuz.


 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Kritik

 
 
 
Hat man in dieser Konstellation auch nicht oft. Der kanadische Filmemacher William Fruet wird in seriöseren Kreisen als denen, die wir nie verlassen werden, als Drehbuchautor und Bühnenstück-Dramatiker geschätzt. Freunde des ruppigeren Kinos verbinden seinen schwierigen Namen mit schmieriger Grindhouse-Ware wie AVANAIDA – TODESBISS DER SATASVIPER, dem superduper-knochigen DER MANN, DER AUS DEM DSCHUNGEL KAM oder eben TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Dieser jenige welche, jetzt auf fürwahr netter und limitierter BluRay eingetrudelte Exploiter von Herrn Fruet wildert in den zumeist lebensgefährlichen Mischwäldern des Backwoods-Films. Oh, und er unterhält den Fan, dort unten am Bahnhof, am schmuddeligen Ende des Kino-Spektrums, geradlinig und direkt. Eine, wie – Friede sei mit ihm – Frank Zappa mal (nicht über TRAPPED!) gesagt hat, „titties-and-beer“-Version von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Bang Bang!
 
 
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Heiliger Hodenteufel, entfährt es dem oft missverstandenen Rezensenten, dem das Vergnügen, TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE zu schauen, anno dazumal schon auf VHS vergönnt war, auch nach tagesaktueller Eigentherapie mit der fließbandfrisch glänzenden BluRay erneut. Und Heiliger Hodenteufel, ist das verstörend, Henry Silva – Hank, motherfucking Silva! – in einem ländlichen Film spielen zu sehen. Geht das überhaupt? Damals gab es doch noch gar kein CGI! Ich war der festen Überzeugung, der Mann zerfiele zu betongrauem Staub, sobald er die Häuserschluchten von New York oder meinetwegen noch die engen und vermüllten Pflasterstein-Gassen von Palermo verlässt. Der Mafiaboss, nein, Boss der Bosse, kaltherzig gespielte Trumpfkarte des Syndikats und granitgesichtiger Drahtleib sizilianischer New Yorkigkeit ! Da thront er, verpackt in das schlecht sitzende Karohemd der verarmten Landbevölkerung und Schwarzbrenner-Jeans und bedroht die blöden Teenies, die sich in die Tennessee-Hills gewagt haben. Dort hat er genau so das Regiment wie in der Bronx. Sein Chatwill ist ein jähzorniger Hassbock selbstherrlicher Un-Rechtsprechung. Jahrzehnte des Method Acting ergießen sich brüllend und brutal über die verdutzte und zu Statisten degradierte Restbesetzung. Henry, trag´ uns diesen Film!
 
 
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TRAPPED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Damals in den Fluten von Video-Veröffentlichungen untergegangener Hinterwäldler-Thriller mit Hang zum Schmierigen, der auf dem neuen Medium darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine Grinsen machende Henry-Silva-One-Man-Show und ein Brutalinski-Grindhouse-Rupfer für Kenner und solche die es werden wollen.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Zensur

 
 
 
TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE wurde 1983 indiziert. Nach 25 Jahren erfolgte eine Listenstreichung. Nun ist der Streifen frei ab 18 Jahren und darf sogar im Handel ausgelegt werden. Die nun in Deutschland erhältliche Blu-ray ist trotz Aufhebung des Index-Status ungekürzt und kann von allen Käufern gekauft werden, die volljährig sind.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media Handels GmbH (Blu-ray KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trapped; Kanada | USA 1982

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover im Schuber. Darauf aufgedruckte Limitierungsnummer (auf 2000 Stück limitiert).

Extras: Originaltrailer (1:36 Min.) in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln

Veröffentlichung: KeepCase: 08.09.2016

 
 

Trapped – Die tödliche Falle [Blu-ray im limitierten Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 

 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Schröder Media Handels GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Open Season (1974)
 
Eden Lake (2008)
 
Straw Dogs (1971)


Filmkritik: „Killbillies“ (2015)

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KILLBILLIES

(IDILA)

Story

 
 
 
Von Leben und Inzest deformierte Landmenschen gegen makellose Städter. Letztere verirren sich aufs Privatgrundstück verrückter Rednecks, die ganz eigenen Methoden beherrschen, Schnaps zu brennen. Das hat Tradition.

 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Kritik

 
 
 
Wenn man an degenerierte Hinterwäldler, Land-Mutanten oder Hillbillies denkt, kommen einem unweigerlich Horrorfilme wie THE HILLS HAVE EYES oder WRONG TURN in den Sinn. Die findet man definitiv sogar in jedem Sammlerregal. Backwoods-Horror nennt sich jenes Horror-Subgenre, das seit einigen Jahren den Videomarkt zurückerobern will und vor allem dafür berüchtigt ist, dass es nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht. Dabei war das zu den Anfängen noch ganz anders, denn was nur wenige Horrorfans wissen: Die ersten Hinterwäldler-Filme wurden bereits in den 1960ern gedreht. Hier entstanden frühe Vorläufer heutiger Backwoods-Exploitationer wie SPIDER BABY oder TWO THOUSAND MANIACS!, die hinsichtlich kaltschnäuziger Gewalt mit den heutigen Brutalo-Werken nur wenig gemein hatten und damals kaum ein Publikum fanden. Das änderte sich erst mit den kommerziellen Erfolgen schmuddeliger Exploitationfilme, die in den 1970ern wie Pilze aus dem Boden schossen und vorwiegend in den Bahnhofskinos und Drive-Ins zu sehen waren. Zu einem dieser Gewaltwerke gehörte Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, der nicht nur Sittenwächter und Zensurbehörden beunruhigte. Der in Deutschland als BLUTGERICHT IN TEXAS oder KETTENSÄGENMASSAKER betitelte Horrorklassiker verstörte zwar Millionen Kinogänger, läutete aber gleichzeitig den eigentlichen Beginn heute so beliebter Backwood-Horror-Schocker ein, die mittlerweile versuchen, sich in Sachen Brutalität gegenseitig zu übertrumpfen. Der Mainstream-Erfolg von John Boormans nicht minder verstörendem BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE tat da sein Übriges zur Etablierung einer eigenen Bildsprache und eigener Spielregeln des Backwoods-Kinos.
 
 
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Auch im filmisch exotischen Ländchen Slowenien ist Backwoods-Horror ein Begriff. Unter dem schrägen Titel KILLBILLIES (im Original IDILA) wurde dort ein Horrorfilm produziert, der für den internationalen Filmmarkt plakativ als „erster slowenischer Horrorfilm“ beworben wurde. Das ist natürlich nur reißerisches Werbegequassel, denn mit dem „Todesschiff“ MRTVA LADJA (1971), MORENA (1994) und PREHOD (2008) wurden dort lang vor KILLBILLIES bereits Genrefilme gedreht, die mehr oder weniger für Gänsehaut gesorgt haben. Leider ist der von TOMAZ GORKIC inszenierte Redneck-Horror weit weg von schaurigen Qualitäten genannter Horror-Streifen. Der erzählt hier wenig überzeugend die altbekannte Geschichte von den Landmenschen, die weder Recht noch Gesetz kennen und eine Vorliebe fürs Jagen von Stadtmenschen besitzen. Diese Erfahrung müssen auch einige Möchtegern-Models machen, die sich zusammen mit einem Fotografen ins slowenische Hinterland verirren, um dort ein paar Bewerbungsfotos für potenzielle Arbeitgeber anzufertigen. Leider endet die Fotosafari im Desaster, denn man gerät an zwei entstellte Country-Burschen, die mit den Städtern ihre eigenen Pläne haben. So wird man überwältigt und in den Keller einer heruntergekommenen Baracke verschleppt. Dort beginnt für die Ortsunkundigen der Terror, denn die Leute in dieser Gegend haben eine Methode gefunden, wie man aus menschlichen Körpern Alkohol zum Schwarzbrennen gewinnen kann. Leider geht man für diese Alkoholgewinnung mit seinen potenziellen Opfern nicht gerade zimperlich um. Die sterben an den Folgen des qualvollen Eingriffs. Kein gutes Omen für unsere Model-Clique. Die Mädels winseln schon bald um Überleben und müssen den Kampf gegen die völlig skrupellosen Hinterwäldler aufnehmen.
 
 
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Willkommen bei einer Sternstunde slowenischer Kinounterhaltung. KILLBILLIES ist ganz großer Unsinn, was aber keineswegs ein Hinweis dafür ist, dass der Streifen selbstironisch Klischees gängiger Backwood-Horror aufs Korn nehmen würde. KILLBILLIES lockt zwar mit einer absurden Idee, nimmt sich aber unbegründeterweise bierernst. Das ist bitter und verpasst der immerhin technisch versiert gefilmten Gurke den Todesstoss. Hier wird gar lustlos abgespult, was man in zu vielen Backwoods-Slashern schon bis zum Erbrechen gesehen hat. So verhalten sich gewohnt unsympathische Protagonisten gewohnt dämlich, die Handlungsverläufe sind vorhersehbar und so etwas wie Schockwirkung soll durch kurze Splatter-Szenen erzielt werden. Regisseur TOMAZ GORKIC schielt gen Westen und kopiert platt das, was Tooper, Aja und Konsorten weitaus besser fürs Horror-Publikum aufbereitet haben. Das bedeutet reißerische Exploitation im Wortsinne: Mittel zum Selbstzweck. Mehr kann KILLBILLIES leider nicht, schließlich sind neue Ideen Mangelware. Wer jetzt aber hofft, dass Gore vor Hirn kommt, irrt gewaltig. Die kompromisslosen Morde halten sich Grenzen. Was hinsichtlich Gewalt gezeigt wird, ist Standard und reißt 2016 keinen Horror-Fan mehr vom Hocker. Ein paar eingeschlagene Schädel hier, eine Messerattacke da – viel gibt es nicht zu sehen, was Fan-Herzen schneller schlagen lassen könnte. Das ist für einen Film dieser Art dann doch etwas sehr mager. Außer langen Verfolgungsjagden durch Wald und Flur hat er kaum etwas zu bieten, was länger als 80 Minuten im Kopf bleibt. Demzufolge ist dieser Horrorfilm nur Hardcore-Nerds und Exotik-Fans zu empfehlen, denn so schnell wie man KILLBILLIES gesehen hat, ist er auch schon wieder vergessen. Das zeichnet keinen sehenswerten Schocker aus.
 
 
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KILLBILLIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die slowenische Antwort auf WRONG TURN? Nee, KILLBILLIES ist nichts, was man erwähnen müsste, denn der slowenische Horrorfilm macht es dem Zuschauer schwer. Was hier passiert, liest sich auf dem Papier weitaus unterhaltsamer, als es auf der Kinoleinwand ist. Die Handlung ist rudimentär und absolut vorhersehbar. Demzufolge sollte man erst gar nicht nach einem Spannungsbogen Ausschau halten, denn von fesselndem Überlebens-Horror ist hier weit und breit keine Spur. Regisseur TOMAZ GORKIC kopiert Handlungsverläufe aus weitaus besseren (amerikanischen) Filmen dieser Art und lässt kein Backwoods-Horror-Klischee aus. Als ob das nicht schon alles deprimierend genug wäre, hält man sich auch hinsichtlich Filmgewalt zurück. Die wenigen Splatter-Momente sind rar gesät und reißen nicht gerade vom Hocker. Angesichts der Tatsache, dass Horrorfilme aus Slowenien nicht am Fließband produziert werden, ist das, was da mit KILLBILLIES auf den internationalen Filmmarkt geworfen wurde, doch schon eine große Enttäuschung. Hier hätte man sich dann doch etwas mehr Herzblut gewünscht. Und wenn es nur mehr Gewalt gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Zensur

 
 
 
Für einen Backwood-Slasher sind die gezeigten Gewaltakte sehr rar gesät. Vorwiegend werden hier Köpfe eingeschlagen. Die krudesten Morde reduzieren sich auf das Ende. Auch hier werden Köpfe eingeschlagen. Einmal mit einem Gegenstand – das andere Mal mit dem Fuß. Bei letzterem Gewaltakt haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet. Aufgrund der wenigen Gewaltmomente, könnte KILLBILLIES sogar eine FSK16 erhalten. Ob das jedoch für den Film spricht, dürften die meisten Fans dieser Art von Film bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Bilder wurden entnommen von der Artsploitation Films-Webseite

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
The Horde (2016)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)
 
Hotel zur Hölle (1980)
 


Filmkritik: „Fender Bender“ (2016)

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FENDER BENDER

Story

 
 
 
Ein perverser Stalker in S/M-Lederkluft (der obskure Reißer ZIPPERFACE von 1992 lässt grüßen) macht Jagd auf attraktive Frauen. Das neueste Objekt seiner Begierde ist Teenager Hilary.

 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Kritik

 
 
 
Schon einige Jahren herrscht die Mode, Horrorfilme bewusst auf nostalgisch zu trimmen, um sich in Ehrfurcht vor bestimmten Filmepochen, Stilen oder Regisseuren zu verbeugen. Ganz vorn mit dabei: die 1980er – eine Zeit in der das Horror-Genre Dank des stürmisch tobenden Videotheken-Booms für viele Filmproduzenten zum hochlukrativen Geschäft wurde. Die Folge des Horrorfilm-Hypes waren vor allem Fortsetzungen erfolgreicher Horror-Streifen und schmuddeliger Videomurks, der es – hierzulande besonders – wegen der genüsslich zelebrierten Gewalt nicht immer leicht mit den Zensurbehörden hatte. Auch das gezeichnete Filmplakat von FENDER BENDER lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich hier um einen Film aus erwähnter Ära handeln muss. Damals war es noch üblich, dass Videocover und Kinoplakate mit Pinsel und Farbe erstellt wurden. Doch auch FENDER BENDER ist eigentlich kein Film aus genannter Zeit. Vielmehr verbirgt sich hinter dem Horror-Thriller eine Kooperation zwischen dem Horror-TV-Sender CHILLER und dem Heimkino-Label SHOUT! FACTORY, die hier gemeinsame Sache gemacht haben. Entstanden ist ein Horrorfilm neueren Datums, der längst vergessene Zeiten aufleben lässt und sich vor den Horror-Slashern der goldenen 1980er verbeugt. Da wird der Fan neugierig.
 
 
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Nimm nichts von Fremden und sprich nicht mit Unbekannten. Das, was Müttern ihren Kindern aus Sorge immer predigen, wird in FENDER BENDER zu bitteren Realität für die 17-jährige Hilary (MAKENZIE VEGA). Die ist erst seit Kurzem in Besitz eines Führerscheins und wird in einen Autounfall verwickelt. Doch der Verfall wird schnell abgehandelt. Statt die Polizei zu rufen, tauscht man Adressen und Telefonnummern aus – den Rest soll die Versicherung richten. Leider hat der Zwischenfall weit größere Konsequenzen für die Teenagerin als erwartet. Der Unfallbeteiligte (BILL SAGE) tickt nämlich im Kopf nicht ganz richtig und stellt der Schülerin nach. Was folgt, ist kein Zuckerschlecken. Der Unbekannte entpuppt sich als kompromissloser Stalker, der eine todbringende Leidenschaft für hübsche Frauen besitzt. Dass Hilary auch noch allein zu Hause ist und die Eltern auf Reisen, kommt dem Psychopathen gerade recht. Er schmiedet einen perfiden Plan und macht seinem neuen Opfer die Nacht zum Wach-Albtraum.
 
 
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MARK PAVIA ist wieder da. Der war länger von der Bildfläche verschwunden und dürfte noch vielen Horror-Zuschauern als Regisseur der atmosphärischen King-Verflimung THE NIGHT FLIER von 1997 in Erinnerung geblieben sein. Seither ist es um den Filmemacher verdächtig ruhig geworden. Mit FENDER BENDER feiert er nun seine Rückkehr als Regisseur und liefert zwar solide Arbeit hat, die Anbetracht der namhaften Geldgeber dann doch etwas enttäuscht. FENDER BENDER ist kein Überflieger, aber auch nicht unbedingt schlecht. Was den Gesamteindruck madig macht, sind die Anlaufschwierigkeiten mit denen der Streifen zu kämpfen hat. Lang dauert es nämlich, bis der ohnehin kurze Film Fahrt aufnimmt. So plätschert das Treiben nach dem bitterbösem Auftakt gemächlich daher, zeigt viel nutzloses Zeug und langweilt mit unwichtigen Szenenverläufen. Erst in den letzten 30 Minuten wächst FENDER BENDER (was übrigens so viel heißt wie „leichter Blechschaden“) zur eigentlichen Größe heran und entschädigt mit rasanter Killerhatz und fiesen Morden. Hier geht es ohne Längen zum Ziel. Unter Einsatz aggressiver Retro-Sounds, die vermutlich nicht ohne Grund an die Werke des jungen JOHN CARPENTER erinnern, geht der Killer reichlich schonungslos mit seinen Opfern um und bringt sie kaltblütig um die Ecke. Spätestens hier muss man zugeben, dass Regisseur MARK PAVIA weiß, was Horror-Zuschauer wollen. Die werden mit atmosphärischen Bildern und unbequemen Kameraeinstellungen verwöhnt, die mancherorts dann tatsächlich kurz die rauen und sleazigen 1980er aufleben lassen. Das straffe Tempo und ein makabres Ende lassen den schwierigen Start rasch vergessen. So reicht’s immerhin für einen kurzen Filmabend mit Bier und Chips. Das Slasher-Genre revolutionieren wird FENDER BENDER definitiv nicht.
 
 
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FENDER BENDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein bitterböser Mix aus DEATH PROOF und THE HITCHER, der die rauen Slasher der 1980er aufleben lässt. FENDER BENDER ist solide und schwächelt hauptsächlich wegen seinem unoriginellen Drehbuch, das zu lange braucht, um aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen. Nicht nur einmal hat man hier das Gefühl, als habe man versucht einen Gedankenblitz auf Spielfilmlänge zu blasen. Die Geschichte hinter FENDER BENDER gibt eigentlich nicht genug Substanz her, um daraus einen Langfilm zu machen. Trotzdem hat Regisseur MARK PAVIA daraus Unterhaltung fürs amerikanische Fernsehen gemacht, die zumindest in den letzten 30 Minuten funktioniert. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich Pavia die Geschichte für eine Horror-Serie oder als Segment in einer Horror-Anthologie aufgehoben hätte. Spätestens dort wäre FENDER BENDER ein Highlight geworden.
 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher neueren Datums hält sich FENDER BENDER recht zurück – was jetzt aber nicht heißen soll, dass der Horrorthriller nicht auch Schauwerte zu bieten hat. Die meisten Morde sind nicht sehr zeigefreudig. Meist sticht der Killer nur mehrere Male mit einem Teppichmesser in die Körper seiner Opfer. Weiterhin wird ein Opfer von einem Auto überfahren – die Kamera hält drauf. Zudem wird eine andere Filmfigur angezündet. Man kann mit einer FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hitcher – Der Highway Killer (1986)
 
The Hitcher – Remake (2007)
 
Death Proof (2007)
 
Zipperface (1992)
 
Ratter – Er weiß alles über dich (2015)
 
Captivity (2007)
 
Come Back to Me (2014)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 


Filmkritik: „All Through the House“ (2015)

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ALL THROUGH THE HOUSE

(A NIGHTMARE CHRISTMAS)

Story

 
 
 
Ein Mörder im Weihnachtsmannkostüm hält eine amerikanische Kleinstadt auf Trab. Der rüstet sich mit Heckenschere und Machete aus und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.

 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Kritik

 
 
 
Was zeichnet gute Slasher eigentlich aus? Brutale Effekte und kaltblütige Killer? Wenn es danach ginge, wäre wohl der folgende US-amerikanische-Horrorthriller ganz vorn mit dabei, denn gemeuchelt wird hier nicht selten blutig und kreativ. Dennoch erfindet der Film mit dem eigensinnigen Titel keineswegs das Slasher-Rad neu. Ganz im Gegenteil. ALL THROUGH THE HOUSE (der in England als A NIGHTMARE CHRISTMAS vermarktet wird) hakt all das ab, was seit den ersten Slasherfilmen in den 1970er bereits über Kinoleinwände geflimmert ist und bekleckert sich damit nicht gerade mit Ruhm. Newcomer TODD NUNES macht es Regisseur CHARLES E. SELLIER, JR. gleich und lässt Santa Claus schlitzen. Letztgenannter Filmemacher brachte während der Slasher-Welle in den 1980ern mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT einen der wohl bekanntesten Weihnachtshorrorfilme in die Kinos, dem später vier (schlechtere) Fortsetzungen und ein Remake folgten. Von genau jenem Horrorhit lies sich ALL THROUGH THE HOUSE inspirieren. Auch hier läuft ein Fremder – diesmal mit einer Vorliebe für Kastrationen – im Weihnachtsmannkostüm durchs Drehbuch und schlachtet wahllos sexhungrige Teenager ab, die ihm vor Heckenschere oder Machete kommen. Im Unterschied zum genannten Horrorklassiker von 1984 geht das aber relativ lustlos und spannungsarm über die Bühne, was das Folgen dieser Metzelorgie nicht gerade einfach gestaltet. So wird der Zuschauer von einem Mord zum nächsten getrieben. Dazwischen wird irgendwie auf Biegen und Brechen eine Geschichte erzählt, die ziemlich früh erahnen lässt, wer hier nicht alle Latten am Zaun hat und deshalb Menschen tötet.
 
 
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Im Mittelpunkt des blutigen Treibens steht die attraktive Rachel (ASHLEY MARY NUNES aus HEADHUNT). Die besucht wegen dem Weihnachtsfest die Heimatstadt und wird dort gleich wieder mit schlechten Erinnerungen aus der Vergangenheit konfrontiert. Der Empfang ist nämlich alles andere als einladend. So nervt mal wider die spitzzüngige Großmutter mit ihren dreisten Sprüchen und die durchgeknallte Nachbarin sorgt einmal mehr mit eigensinniger Art für Gänsehaut. Doch die nicht sonderlich warmherzige Begrüßung ist das kleinere Übel. Mit Rachels Ankunft beginnt das Sterben. Ein kaltblütiger Killer (LITO VALASCO, der übrigens die Filmmusik zum Horrorthriller FOUND beigesteuert hat) im Weihnachtsmannkostüm geht auf Beutejagd und ermordet Menschen – bevorzugt die, die Sex haben. Der trifft bald auch auf die Heimkehrende und bittet zum blutigen Duell. Hat man so leider schon ganz oft gesehen und verursacht weitestgehend Langeweile. Warum denken sich die Macher solcher Filme nicht langsam mal etwas Neues aus?
 
 
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Bereits 2011 versuchte sich Nachwuchsregisseur TODD NUNES im Angstmachen vor weihnachtlicher Kulisse aus. Der Kurzfilm HERE COMES SANTA erzählt nämlich eine ähnliche Geschichte wie ALL THROUGH THE HOUSE und präsentierte bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was er dem Zuschauer nun mit ALL THROUGH THE HOUSE zumuten möchte. Der Weihnachts-Slasher entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als typisches Videofutter mit schmalem Budget, das wohl in erster Linie in die Effekte geflossen ist. Der Rest ist unterirdisch. Schlechtes Schauspiel macht den Film unerträglich und abrupte Schnitte und Szenenübergänge mit plötzlich endender Musik erwecken den Anschein, als wenn hier Filmmaterial im Nachhinein beschnitten wurde. Ob die Schnitten aus Zensurgründen vorgenommen werden mussten, darf bezweifelt werden. Vielmehr dürfte sich hier ein Cutter mit wenig Berufserfahrung am Schnittpult ausgetobt haben, der seine Arbeit unprofessionell gemacht hat. Unprofessionalität ist demzufolge die passende Umschreibung für den gesamten Film, der nicht einmal annähernd versucht aus der grauen Masse an mittlerweile nicht mehr zählbaren Slasher-Werken hervorzustechen. Was hier gezeigt wird, hat man alles schon weitaus besser gesehen. Demzufolge kann man bei so liebloser Machart auch nicht mehr vom gut gemeinten Zitieren sprechen, wenn Regisseur TODD NUNES die Morde aus Slasher-Klassikern wie THE BURNING oder FREITAG DER 13. kopiert. Angesichts der unzureichenden Qualitäten von ALL THROUGH THE HOUSE ist das nicht mehr als Hommage zu bezeichnen, sondern als dreister Diebstahl. Dieser Film ist ein hinterlistiger Zeiträuber ohne Charme, Originalität und Spannung bei dem man sich fragt, wie er auf einigen Horrorfestivals Preise abstauben konnte. Vermutlich saßen wohl Bekannte und Freunde des Regisseurs in der Jury. Kann man daher getrost liegenlassen.
 
 
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ALL THROUGH THE HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Heißer Sex und harte Kills vor weihnachtlicher Kulisse. Dieser Film ist nicht für jedermann, sondern nur Hardcore-Slasherfans zu empfehlen. ALL THROUGH THE HOUSE ist kein guter Horrorthriller, weil ihm einfach jegliche Spannung fehlt. Die Schauspieler sind schlecht und das (vom Regisseur selbst geschriebene) Drehbuch überraschungsarm. Zudem schleppt sich der Film träge von Mord zu Mord, was ALL THROUGH THE HOUSE zum Geduldsspiel macht. Immerhin wurden die diversen Kills ordentlich umgesetzt. So darf man sich über handgemachte Manschereien freuen, für die sich Regisseur TODD NUNES offensichtlich von diversen Slasher-Klassikern hat inspirieren lassen. Leider machen blutige Morde allein noch keinen guten Horrorfilm. Im Vergleich zu vielen Klassikern, die Regisseur TODD NUNES zitiert, fehlen ALL THROUGH THE HOUSE nämlich nicht nur Spannung und Substanz – auch Alleinstellungsmerkmale und neue Ideen sucht man in diesem Schnarcher vergebens. Wer demzufolge schon einige Slasher gesehen hat, dürfte schnell das Gähnen bekommen und frustriert abschalten. Besser meiden und sich nicht vom Filmplakat blenden lassen.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Zensur

 
 
 
In ALL THROUGH THE HOUSE gibt es viele Morde zu sehen, die recht grafisch zelebriert werden. Da werden Heckenscheren und Macheten in vielen erdenklichen Varianten in Köpfe und Körper gerammt. Zudem werden relativ häufig Penisse abgetrennt. In den 1980ern wäre das definitiv aus dieser Art von Filmen entfernt worden. Heute ist die FSK da schon etwas offener. Dennoch dürfte bezweifelt werden, dass es ALL THROUGH THE HOUSE hierzulande ungeschnitten in den Handel schaffen wird. Man sollte mit Schnitten rechnen.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken stammen von der Webseite zum Film: allthroughthehousemovie.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Deadly Night (1984)
 
Silent Night – Leise rieselt das Blut (2012)
 
Saint (2010)
 
Böse Weihnacht (1980)
 
Fröhliche Weihnacht (1984)
 


Filmkritik: „The Windmill Massacre“ (2016)

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THE WINDMILL MASSACRE

(THE WINDMILL)

Story

 
 
 
Tod allen Sündern. Einige Touristen bekommen es in THE WINDMILL MASSACRE mit einem übermenschlichen Killer zu tun. Der hat kein Erbarmen mit seinen selbstsüchtigen Opfern und bestraft sie für ihre Vergehen.

 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Kritik

 
 
 
Komm, wie fahren nach Amsterdam: Aus dem Land der Tulpen, Coffeeshops und Windmühlen kommt mal wieder ein Horrorfilm, der wegen seines ansprechend zusammengeschnittenen Trailers zuletzt im Internet für Aufsehen gesorgt hat. Das ist dahingehen lobenswert, weil die Mehrheit aller Horrorproduktionen immer noch in den Vereinigten Staaten entstehen, wo man schon lange nicht mehr darüber nachdenkt, was Horrorfans eigentlich wollen. Dort werden nahezu im Akkord anspruchslose Horrorfilme gedreht, die die stets gleichen Geschichten nur mit ausgetauschter Besetzung erzählen – Hauptsache der Umsatz stimmt. Umso schöner zu sehen, dass sich auch andere Länder am Drehen von Horrorfilmen beteiligen. So hat vor allem Europa in den letzten Jahren mächtig Gas gegeben und einiges an Horrormaterial drehen lassen, das sich durchaus gegen die graue Masse aus Übersee behaupten konnte. Ob das auch für den niederländischen THE WINDMILL MASSCRE gilt, bei dem es sich nach DE POEL und SNEAKWEEK schon um den dritten Horrorfilm aus Holland handelt, den wir im Jahr 2016 auf FILMCHECKER vorstellen?
 
 
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Diese Windmühlen malen kein Korn, sondern die Knochen der Sünder. THE WINDMILL MASSACRE folgt der traumatisierten Jenny. Die ist wegen eines Schicksalsschlags von Amerika nach Amsterdam geflüchtet und schlägt sich nun als Au-pair und Kindermädchen bei einer gutbetuchten Familie durch. Leider ist bald Schluss mit lustig, denn der Vater ihrer Gastfamilie konfrontiert das Mädchen mit zwei Pässen und unterschiedlichen Identitäten. Aus Angst vor Konsequenzen und der Polizei sucht Jenny das Weite. In einem Reisebus mit Touristen wähnt sie sich in Sicherheit. Der klappert das niederländische Hinterland ab und fährt ländliche Sehenswürdigkeiten an, damit sich die Gäste von den Wahrzeichen des Landes ein Bild machen können. Was die Teilnehmer dieser Tourismusattraktion aber noch nicht wissen ist, dass bald ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Weil der Bus eine Panne hat und nicht weiterfahren kann, sucht man Zuflucht in einer nahe gelegenen Windmühle. Leider bietet das morsche Gemäuer keinen Schutz, sondern bringt den Tod, denn hier treibt der geheimnisvolle Miller sein Unwesen – eine Kreatur, um die sich schaurigen Legenden ranken.
 
 
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Das ist nicht die Hölle, das ist Holland. Hinter dem holländischen Genrebeitrag steckt zumindest jemand, der schon Erfahrungen mit Horrorfilmen hat. Regisseur NICK JONGERIUS fungierte bereits als Produzent für den Found-Footage-Horror FRANKENSTEIN’S ARMY und den Gruselausflug HAUS DER TOTEN SEELEN. Nach Regiearbeiten fürs niederländische Fernsehen und einigen Kurzfilmen probiert der sich nun auch im Regieführen von Horrorfilmen aus. Entstanden ist durchaus atmsphärische Horrorware, die wegen der düsteren Kulisse ab und an Gänsehaut entstehen lässt. Trotz netter Optik, blutigen Spezialeffekten und ansprechend geschminktem Bösewicht verbirgt sich hinter THE WINDMILL MASSCRE aber nichts Großes. Der Film spult ab, was man in nahezu jedem Slasher-Film zu sehen bekommt. Ein (diesmal nichtmenschlicher) Killer macht Jagd auf Touristen und tötet sie nacheinander auf unterschiedliche Weise. Warum er das macht, wird vor jedem Mord erläutert. Die Opfer haben Dreck am Stecken und einige Leichen im Keller. Für ihre Sünden müssen sie daher bestraft werden – blutig und abwechslungsreich. Demzufolge steht das Ausradieren von Sündern im Fokus. Sonderlich geistreich ist das nicht – dafür aber immerhin kurzweilig.
 
 
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Nicht überall wo mit einem Massaker geworben wird, gibt’s auch wirklich ein Massaker zu sehen. THE WINDMILL MASSACRE tischt groß auf, wird aber den Versprechungen keinesfalls gerecht. So lassen im Film Protagonisten zwar ihr Leben; hierbei jedoch von einem Massaker zu sprechen, wirkt reichlich übertrieben. Vielmehr weckt der reißerisch gewählte Titel den Anschein, als ob man Verkäufe ankurbeln wollte. Mit THE WINDMILL (so wie der Streifen anfangs heißen sollte) hätte man da wohl kaum Interesse beim Horrorfan geweckt. Ein Massaker im Titel macht da schon neugieriger. Trotz irreführendem Filmtitel und fehlender Schlachtorgie ist THE WINDMILL MASSACRE nicht unbedingt schlecht. Der Film erinnert in seiner Machart und Ausstattung an diverse Eigenproduktionen des amerikanischen TV-Senders SYFY – freilich ohne die schlechte Effekte, welche man zwangsläufig mit den SYFY-Filmen in Verbindung bringt. Hier wäre unter anderem der SYFY-Horrorfilm SCARECROW zu nennen, der dieser holländischen Gruselproduktion nicht unähnlich ist und ebenso kurzweilige Schauer mit einem nett animierten Filmmonster bot. Wer sich dessen bewusst ist und Erwartungen herunterschraubt, könnte auch mit THE WINDMILL MASSACRE seinen Spaß haben. Demzufolge ist dieser Streifen für Slasher-Fans durchaus einen Blick wert. Wer jedoch seinen Kopf gebrauchen möchte, sollte besser nach anderen europäischen Horrorfilmen Ausschau halten. THE WINDMILL MASSACRE kopiert zu engstirnig diverse Slasher-Vorbilder, von denen viele leider dann doch aus den USA kommen. Intelligentes Horrorfutter sieht anders aus.
 
 
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THE WINDMILL MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Für Fans der HATCHET-Reihe durchaus einen Blick wert, auch wenn THE WINDMILL MASSACRE nicht das Massaker zelebriert, das im Titel versprochen wird. Der niederländische Horrorbeitrag gefällt durch düstere Kulisse und geheimnisvollen Filmbösewicht, der kaum Worte verschwendet und schnell zur Tat schreitet. Leider ist THE WINDMILL MASSACRE letztlich aber auch nur ein weiterer Slasher-Streifen von der Stange, in dem es eigentlich nur ums Ausradieren von Filmfiguren geht. Mehr Witz, Hirn und Abwechslung hätten THE WINDMILL MASSACRE sichtlich gut getan. Stattdessen wandelt der Horrorfilm mal wieder auf bekannten Slasher-Pfaden und quält mit Klischees, Vorahnungen und Stereotypen. Trotzdem will man mit THE WINDMILL MASSACRE nicht zu hart ins Gericht gehen. Der blutige Gruseltrip ist ins sich stimmig und hat durchaus seine Momente. Zudem unterhält der Streifen trotz der bekannten Slasher-Rezeptur kurzweilig. Das ist etwas, das vielen Meuchelschockern neueren Datums nicht unbedingt gelingen möchte. Fortsetzung wir hören dich tapsen.
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Zensur

 
 
 
Trotz angedeutetem Massaker im Titel ist THE WINDMILL MASSACRE keine Splatter-Orgie. Ein paar kurze Gewaltmomente gibt es dennoch zu sehen. So werden mit einer Sense Füße abgetrennt, Köpfe eingetreten und abgeschlagen. Außerdem wird ein Gesicht mit einem Messer verunstaltet und sogar in einen Brustkorb gerammt. Klingt hart, ist es aber nur bedingt. Eine FSK16 könnte möglich sein.
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Scarecrow – Das Grauen stirbt nie (2013)
 
The Devil’s Nightmare (1971)
 


Filmkritik: „Tell Me How I Die“ (2016)

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TELL ME HOW I DIE

Story

 
 
 
Ein Medikamententest wird für die attraktive Anna (VIRGINIA GARDNER) zum Albtraum. Kaum ist der Wirkstoff im Blut sieht sie die übrigen Probanten sterben. Das ist kein gutes Omen.

 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man könne den nahenden Tod vorausahnen und dementsprechend eingreifen. Interessanter Filmstoff, der ziemlich oft von der beliebten FINAL DESTINATION-Reihe aufgegriffen und spannend ins Kino gebracht wurde. Fünf Filme entstanden aus der frischen Idee, in denen Protagonisten hellseherische Fähigkeiten entwickelten und dem Tod versuchten von der Schippe zu springen. Dass das gut ankam, haben in erster Linie die guten Einspielergebnisse bewiesen. Bis heute gehört die FINAL DESTINATION-Serie zu den finanziell erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen, die man im Multiplex zu sehen bekommen hat. Da wundert es vermutlich niemanden, dass man nach dem eigentlich abschließenden Teil FINAL DESTINATION 5 schon wieder an einem weiteren Ableger tüftelt. Visionen über zu frühes Ableben sind auch in TELL ME HOW I DIE Programm. Hier lässt bereits der Titel erahnen, dass jemand einen guten Draht ins Reich der Toten besitzt. So sind Parallelen zum angesprochenen FINAL DESTINATION-Franchise nicht von der Hand zu weisen – auch wenn das Sterben hier nicht von Gevatter Tod inszeniert wird, sondern durch Menschenhand geschieht.
 
 
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Im Film von D.J. VIOLA nehmen einige Studenten an einem Medikamenten-Test teil. In einer Forschungsstation soll ein Mittel getestet werden, das angeblich die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Auch die attraktive Anna wagt sich mit mulmigen Magen in die Höhle des Löwen, weil sie mit permanentem Geldmangel zu kämpfen hat. Doch ihr Bauchgefühl ist berechtigt, denn das gespritzte Medikament verfügt über mysteriöse Nebenwirkungen. So werden die Probanten von seltsamen Visionen gequält in denen die Testpatienten sehen, wie sie auf unbequeme Art das Zeitliche segnen. Leider ist die Freude über die neu erworbene Fähigkeit nicht sonderlich groß. Die Todesvisionen verunsichern und sorgen für Angst. Die sollten die Teilnehmer auch haben, denn bald schon beginnt das Sterben. Einer nach dem anderen lässt auf genau jene Weise sein Leben, wie man es vorausgesehen hat. Doch die Bedrohung ist greifbar. Ein Killer hat sich Zugang zur Forschungseinrichtung verschafft und richtet ein Blutbad an. Da stellt sich die Frage, wer von den verängstigten Studenten diesen kompromisslosen Amoklauf überstehen wird?
 
 
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FINAL DESTINATION trifft auf HALLOWEEN. So in etwa lässt sich TELL ME HOW I DIE in wenigen Worten beschreiben, der sich in erster Linie an die Generation Smartphone richtet, die sich gern mal im Kino erschrecken lassen möchte. Makellose Jungdarsteller aus der Modelkartei müssen mal wieder ums Überleben bangen und stellen sich dabei – wie hätte es auch anders sein sollen – nicht sonderlich clever an. Das ist dahingehend bedauerlich, weil der Plot zum Film nicht unbedingt schlecht ist. Regisseur D.J. VIOLA spielt hier mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und führt das Publikum auf falsche Fährten. So sind es anfangs verstörende Zukunftsvisionen, die Fragen aufwerfen. Warum können Probanten plötzlich in die Zukunft schauen? Was bewirkt die gespritzte Flüssigkeit im Hirn? Handelt es sich hier wirklich um ein Mittel gegen Alzheimer? Der Macher hält sich dezent mit Antworten zurück und macht den Psychotrip so zur packenden Angelegenheit. Leider kann die aufgebaut Spannung nicht lang gehalten werden, denn die erfrischen Richtung und das Prinzip der vorhersehenden Tode muss zugunsten eines Richtungswechsels weichen. So wird aus dem gut gemeinten FINAL DESTINATION-Plagiat ein beliebiger Slasher in dem es nur um eines geht: dem Töten.
 
 
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Sobald der Killer die Bühne betritt, geht es mit TELL ME HOW I DIE bergab. Die verschreckten Studenten müssen ums Überleben bangen und handeln dabei fast ausschließlich nach den für Slasher-Filme vordiktierten Regeln. Demzufolge wird gerannt, versteckt und gewimmert bevor die jungen Stereotypen endlich dahinter kommen, mit wem sie es hier eigentlich zu tun haben. Sonderlich überraschend ist die Auflösung nicht – zumal Regisseur D.J. VIOLA die Identität der unberechenbaren Killermaschine ziemlich früh verrät. Die bringt die Teilnehmer auf gleiche Weise um, wie in ihren Visionen. Gott sei Dank steht er bald der tapferen Heldin gegenübersteht. Die versucht den Bösewicht zu überlisten und ist dabei selbstverständlich erfolgreich. Was anderes hätte man wohl auch nicht erwartet. Bleibt zu erwähnen, dass aus TELL ME HOW I DIE vermutlich ein ganz ordentlicher Horrorthriller geworden wäre, wenn man das mit dem Killer weggelassen hätte. Dessen Erscheinen wirkt konstruiert und die Erklärungsansätze haarsträubend. Zudem fehlt es im letzten Drittel an Tempo. Das ist angesichts der packenden ersten Filmhälfte äußerst bedauerlich.
 
 
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TELL ME HOW I DIE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnlicher Mix aus FINAL DESTINATION und HALLOWEEN, der leider nur ein Problem hat: das mit dem HALLOWEEN. TELL ME HOW I DIE beginnt stark und spannend, baut aber nach der Halbzeit rapide ab. So verwandelt sich ein Psychothriller über die Nebenwirkungen eines mysteriösen Medikaments in 08/15-Slasher-Kino, das lustlos abklappert, wie sich Protagonisten in Todesvisionen haben zuvor sterben sehen. Dennoch will man mit diesem glattgebügelten Indie-Horror nicht zu stark ins Gericht gehen. Der Film wurde in erster Linie für ein junges Publikum gemacht, das nicht unbedingt ausgeklügeltes Horrorfutter erwartet. Schraubt man Erwartungen herab und klammert Logik aus, wird immerhin so viel Kurzweil geboten, dass man an einem verregneten Herbstsonntag unterhalten wird. Demzufolge Chipstüte zur Hand und Dosenbier geöffnet. Lasst das Schreien beginnen.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Zensur

 
 
 
Brutal ist TELL ME HOW I DIE – trotz Slasher – keineswegs. Zu einem der deftigsten Morde gehört der Fall mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Wer aber jetzt glaubt, dass das reißerisch zelebriert wird, der irrt. Die Kamera blendet in den meisten Fällen schnell weg oder es wird nur angedeutet. Demzufolge ist eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Supercravity Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 
Déjà-vu (2006)
 
The Jacket (2005)
 
Wayward Pines (2015)


Filmkritik: „Panzer Chocolate“ (2013)

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PANZER CHOCOLATE

Story

 
 
 

Eine Gruppe neugieriger Archäologen wittert in den Pyrenäen einen verschollen geglaubten Nazi-Schatz. Was man aber dort entdeckt, wird den Freunden das Leben kosten.

 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Kritik

 
 
 
Deutschland und die Nazis – ein finsteres Kapitel, das wohl nie abgeschlossen werden wird, vor allem nicht im Horrorfilm. Dort tauchen die meist untoten Zeitgenossen immer mal wieder gern auf, um aus ihren Gräbern zu steigen und nach der Weltherrschaft zu streben – wenn oft auch ohne die Hilfe des Führers. Der macht sich auch im spanischen PANZER CHOCOLATE rar, wo abermals gerissene Nazis im Verborgenen Pläne schmieden, damit ein neues Weltreich unter der Führung von Nationalsozialisten entstehen kann. Interessanterweise handelt es sich bei diesem Indie-Horror um ein ambitioniertes Filmprojekt, wie man es wohl bisher noch nicht zu sehen bekommen hat. Statt den Zuschauer in dreidimensionale Welten zu entführen und ihn dort zu Tode zu erschrecken, gehen die Macher mit der Zeit. Interaktivität lautet die Masche mit der Regisseur ROBERT FIGUERAS das Interesse der Kinogänger für sich beanspruchen will. Der Newcomer versucht hier Kino und Smartphone zu vereinen und hat passend zum Horrorstreifen eine App entwickeln lassen, die das Publikum mit interaktiven Inhalten versorgt. Das bedeutet, dass sich der interessierte Zuschauer vor dem Kinobesuch eine kostenlose Smartphone-App herunterladen kann, die während der gesamten Laufzeit weitere Hintergrundinformationen und alternative Szenen abspielt. Eine nette Dreingabe, die zwar etwas unausgereift wirkt, aber immerhin von der teils behäbigen Inszenierung des eigentlichen Films ablenkt. PANZER CHOCOLATE hat nämlich ein Problem und das nennt sich: langes Warten.
 
 
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In dieser spanischen Horror-Produktion bringt sich eine Gruppe junger Archäologen selbst in Gefahr. Die begeben sich auf die Suche nach seltenen Kunstwerken, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis gestohlen und versteckt wurden. Was sich anfangs als Nadel im Heuhaufen entpuppt, trägt bald Früchte. Aus scheinbar unlösbaren Puzzlestücken entsteht eine erste Spur. Die führt in die Pyrenäen, wo man in einem Waldstück einen geheimen Bunker entdeckt, in dem der große Schatz vermutet wird. Doch statt Nazi-Reliquien und verschollen geglaubte Kunst, findet man Kisten mit sogenannter Panzerschokolade vor, die zu Kriegszeiten an Soldaten verteilt wurde, um deren Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen. Leider sorgen die mit Metamphetamin gefüllten Drogenfunde für Probleme. Kaum entdeckt und im Kofferraum verstaut, heftet sich eine bösartige Kreatur an die Fersen der unwissende Wissenschaftler. Die will die Schätze zurück und einen blutigen Denkzettel verpassen. Natürlich wird der Kampf gegen das Böse aufgenommen. Was die Freunde aber nicht wissen: Der Hüter des Bunkers ist noch das kleinere Übel.
 
 
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Willst man Geld verdienen, macht man am Besten alles in Englisch. PANZER CHOCOLATE ist Horror aus Spanien, der in erster Linie für den Weltmarkt gedreht wurde. Weil vor allem Horrorfans aus Übersee keine Untertitel lesen wollen, hat sich Regisseur und Produzent ROBERT FIGUERAS dazu entschlossen, den gesamten Film in englischer Sprache zu drehen. So lässt sich der Nazi-Grusler auch schneller ins Ausland verkaufen. Produktionstechnisch kann man nicht meckern. Die Schauspieler tun ihre Sache gut, unheilvolle Atmosphäre ist allgegenwärtig und auch einige äußerst blutige Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung nur selten. Was Sorgen bereitet ist der langatmige Inszenierungsstil. Macher ROBERT FIGUERAS lässt sich viel Zeit mit dem Horror. Demzufolge dauert es lang bis PANZER CHOCOLATE in die Puschen kommt, denn die meiste Zeit wird in Detektivarbeit investiert. Bis der geheimnisvolle Nazischatz gefunden wird, vergeht knapp eine Stunde. Dann wächst PANZER CHOCOLATE immerhin zu eigentlicher Größe heran. Aus behäbiger Detektivarbeit wird ein deftiger Slasher, der wegen grober Darstellung von Gewalt und dem ansprechend geschminkten Filmmonster einige WRONG TURN-Momente in Erinnerung ruft. Leider ist der Ausflug ins Backwood-Slasher-Genre nur von kurzer Dauer, denn so unerwartet wie das Schlachtfest begonnen hat, ist es auch schon wieder vorüber. Macht auch nichts, denn wegen der weitaus spannenderen Handy-App zum Film, werden die meisten Zuschauer ohnehin kaum mitbekommen, wenn der Abspann das Ende zum Nazi-Slasher einläutet.
 
 
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PANZER CHOCOLATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein deftig-blutiger Nazi-Slasher aus dem eher für subtile Gruselfilme bekannten Spanien. Der Indie-Horror PANZER CHOCOLATE besitzt ein interessantes Konzept. Hierbei handelt es sich um einen interaktiven Horrorfilm in dem das Kino mit dem Smartphone verschmilzt. Im Vorspann zum Film wird nämlich erklärt, dass Zuschauer die Möglichkeit erhalten, während des Films mit dem Handy interaktiv zu agieren. Leider ist das aber auch weitaus spannender als der Film selbst, denn PANZER CHOCOLATE besitzt enorm viel Leerlauf, was die Angelegenheit relativ langweilig macht. Immerhin trösten einige heftige Schauwerte über die Tatsache hinweg, dass hier enorm viel Potenzial verschwendet wurde. Hätte sich Regisseur ROBERT FIGUERAS weitaus früher ins Slasher-Genre verirrt, wäre aus PANZER CHOCOLATE vermutlich das geworden, was ALEXANDRE AJA in den 2000ern gelungen ist: Harte Terror-Unterhaltung made in Europe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Zensur

 
 
 
Nach einer Stunde Laufzeit gibt es einige Gemeinheiten zu sehen. Neben einer Ausweitung wird einer Protagonistin der Schädel eingetreten. Außerdem bohrt sich eine Wurfkette durch Köpfe und Messer werden in Körper gerammt. Hierzulande dürfte das aber problemlos die FSK passieren. Eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene ist denkbar. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei filmutea.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frankenstein´s Army (2013)
 
Dead Snow (2009)
 
Dead Snow 2: Red vs. Dead (2014)
 
Bunker of the Dead (2015)
 
Outpost – Zum Kämpfen geboren (2007)
 
Outpost – Black Sun (2012)


Filmkritik: „Another Deadly Weekend“ (2015)

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ANOTHER DEADLY WEEKEND

(MUCK)

Story

 
 
 
Die (im Grunde nicht vorhandene) Story: Eine Gruppe debil-nerviger, leicht bekleideter Spätjugendlicher verschlägt es ohne Erklärung vom Moor in ein einsam gelegenes Haus, in dem – warum auch immer – eine Horde Albinokiller auf sie wartet, die Lust zum Raufen hat.

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Horrorslasher dürfen sich einer eingeschworenen Fangemeinde erfreuen, die stetig nostalgisch danach giert, Zutaten zu entdecken, die das geliebte Genre ausmachen. ANOTHER DEADLY WEEKEND (Originaltitel: MUCK) enthält sie wohl alle. Angefangen bei blanken Brüsten über dumme Sprüche bis hin zur dumpfen Gewalt. Und trotzdem vermag hier – sollte man den Streifen tatsächlich ohne eine Form von Stimulanzien konsumieren – kein Detail wirklich zu zünden. Das ist irritierend, da der Look anfänglich stimmig scheint. Doch mit zunehmender Laufzeit wird an nahezu allen Fronten genervt.
 
 
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Ja, die Playmates haben eine Bekleidungsallergie und schöne Körper ( auch der sexy Hintern auf dem Cover ist keine Mogelpackung, da man ihn tatsächlich zu sehen bekommt), aber wenn der ohnehin zähe Handlungsfluss durch gefühlt 5-minütige Umziehszenen zusätzlich gedehnt wird, dürften wohl nur die Fans von Sexy Clips ihre Freude haben, die dann jedoch gleich den Sportkanal wählen könnten.
 
 
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Dialoge wie: Sie: „Fass mir nicht auf den Po, nur weil deine Freundin tot ist …“ Er: „Baby, ich darf das. Ich hab dir den Tag gerettet.“ Sie: Okay, jetzt hast Du gepunktet!“ durchbrechen spielend die Schmerzgrenze bis hin zur Penetranz. Dabei dürfen über Pensigrößen selbstverständlich ebenso „Späßchen“ gemacht werden, wie über bereits verstorbene Protagonisten, was zu 90 Prozent unlustig und unsympathisch wirkt. Den präsentierten Witz mit pubertär zu umschreiben, wäre eine Beleidigung aller tapfer Pubertierenden. Da einen sämtliche Beteiligten allerdings eh völlig kalt lassen, ist dies nicht weiter tragisch. Selten hat man den Opfern, die hier den Mund aufmachen, einen schnelleren Tod gewünscht. Aber auch das Metzeln der Dumpfbacken zieht sich, da hier die Palette von völliger Wehrlosigkeit bis hin zur unbegründeten Superkraftentwicklung reicht.
 
 
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Auch die Gewalt regiert wenig überzeugend, da das zigste stereotype Schlagen und Stechen mit Schaufel oder Spitzhacke eher ermüdet, als dass sie den Puls in die Höhe schnellen lässt. Manche Tode sieht man dagegen – wohl aus Budgetgründen – überhaupt nicht. Stattdessen fliegt den tapferen Damen und Herren der eine oder andere Liter Kunstblut ins Gesicht. Andere sind einfach nur bescheuert, wie ein sich im Off aufs Dach drehende Auto, welches laut Drehbuchtext ein Mädel unter sich begräbt.
 
 
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Mit ANOTHER DEADLY WEEKEND ist eine Chimäre entstanden, die das Kunststück fertig bringt, trotz einiger gelungener Bilder und typischer Genreanspielungen unsympathisch dröge zu wirken, obwohl man man sich tief im Inneren eigentlich wünscht, den Film trotzdem zu mögen. Wohl oft vergeblich, denn dafür ist die ganze Chose unterm Strich viel zu langweilig und frei von Charme. Ein offenes Ende ohne kleinste Cliffhangerqualitäten „krönt“ den Film, bei dem wohl nur die Mitwirkenden ihren Spaß gehabt haben dürften, als engagierte Zeitverschwendung. Ach ja, einer der weiß angemalten Albinos ist der horrorfortsetzungserprobte KANE HODDER (aus Filmen wie HATCHET, FREITAG DER 13. oder WISHMASTER), der in den Credits als „The world´s most prolific cinematic killer“ gewürdigt wird. Er ist dann auch tatsächlich der Einzige der oberkörperfreien Truppe, der auch überschminkt irgendwie bedrohlich wirkt. Mut zur Selbstironie beweist Regisseur Steve Walsh, der sich im Abspann mit den Worten: „Der Mann für den Hollywood nicht bereit ist“ beschreiben lässt. Eine Gemeinsamkeit, die der eine oder andere mit dem legendären Zentrum der Filmindustrie teilen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach dem fragwürdigen Genuss der quälend langen 98 Minuten von MUCK, so der verdammt ehrliche Originaltitel der anstrengenden Horrorgroteske, fragt man sich dann doch, an welche Zielgruppe sich der obendrein gnadenlos auf zwei weitere Fortsetzungen ausgelegte Film gerichtet hat. Wer sich nach sinnfreier Berieselung und getunten Brüsten, hohlen Sprüchen und spannungsfrei abgefilmten Gewalteinlagen innerhalb eines nicht vorhandenen Spannungsbogens sehnt, dürfte dem durchaus bemühten Angebot etwas abgewinnen können. Alle Anderen sollten aber eher zu irgendeinem der im Vorfeld der Blu-ray beworbenen Horrorfilme aus der BLOODY MOVIE COLLECTION greifen.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Wirklich tolle Effekte gibt es in ANOTHER DEADLY WEEKEND (der im Übrigen nichts mit dem Horrorfilm DEADLY WEEKEND am Hut hat) nicht zu bewundern. Das wüste Hauen und Stechen wird jedoch relativ roh und heftig ohne CGI-Schnickschnack optisch aufbereitet. Einsamer Höhepunkt dürfte wohl das die Treppe Hinaufziehen eines der Opfer sein, indem man praktischerweise die noch im Bauch befindliche Axt nutzt.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Muck; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 14.07.2016 (BD KeepCase)

 

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ANOTHER DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Andy78

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Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Bikini Island (1991)