FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Slasher

Filmkritik: „Tell Me How I Die“ (2016)

tell-me-how-i-die-2016-poster1
 
 
 

TELL ME HOW I DIE

Story

 
 
 
Ein Medikamententest wird für die attraktive Anna (VIRGINIA GARDNER) zum Albtraum. Kaum ist der Wirkstoff im Blut sieht sie die übrigen Probanten sterben. Das ist kein gutes Omen.

 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man könne den nahenden Tod vorausahnen und dementsprechend eingreifen. Interessanter Filmstoff, der ziemlich oft von der beliebten FINAL DESTINATION-Reihe aufgegriffen und spannend ins Kino gebracht wurde. Fünf Filme entstanden aus der frischen Idee, in denen Protagonisten hellseherische Fähigkeiten entwickelten und dem Tod versuchten von der Schippe zu springen. Dass das gut ankam, haben in erster Linie die guten Einspielergebnisse bewiesen. Bis heute gehört die FINAL DESTINATION-Serie zu den finanziell erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen, die man im Multiplex zu sehen bekommen hat. Da wundert es vermutlich niemanden, dass man nach dem eigentlich abschließenden Teil FINAL DESTINATION 5 schon wieder an einem weiteren Ableger tüftelt. Visionen über zu frühes Ableben sind auch in TELL ME HOW I DIE Programm. Hier lässt bereits der Titel erahnen, dass jemand einen guten Draht ins Reich der Toten besitzt. So sind Parallelen zum angesprochenen FINAL DESTINATION-Franchise nicht von der Hand zu weisen – auch wenn das Sterben hier nicht von Gevatter Tod inszeniert wird, sondern durch Menschenhand geschieht.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-3
 
 
Im Film von D.J. VIOLA nehmen einige Studenten an einem Medikamenten-Test teil. In einer Forschungsstation soll ein Mittel getestet werden, das angeblich die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Auch die attraktive Anna wagt sich mit mulmigen Magen in die Höhle des Löwen, weil sie mit permanentem Geldmangel zu kämpfen hat. Doch ihr Bauchgefühl ist berechtigt, denn das gespritzte Medikament verfügt über mysteriöse Nebenwirkungen. So werden die Probanten von seltsamen Visionen gequält in denen die Testpatienten sehen, wie sie auf unbequeme Art das Zeitliche segnen. Leider ist die Freude über die neu erworbene Fähigkeit nicht sonderlich groß. Die Todesvisionen verunsichern und sorgen für Angst. Die sollten die Teilnehmer auch haben, denn bald schon beginnt das Sterben. Einer nach dem anderen lässt auf genau jene Weise sein Leben, wie man es vorausgesehen hat. Doch die Bedrohung ist greifbar. Ein Killer hat sich Zugang zur Forschungseinrichtung verschafft und richtet ein Blutbad an. Da stellt sich die Frage, wer von den verängstigten Studenten diesen kompromisslosen Amoklauf überstehen wird?
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-2
 
 
FINAL DESTINATION trifft auf HALLOWEEN. So in etwa lässt sich TELL ME HOW I DIE in wenigen Worten beschreiben, der sich in erster Linie an die Generation Smartphone richtet, die sich gern mal im Kino erschrecken lassen möchte. Makellose Jungdarsteller aus der Modelkartei müssen mal wieder ums Überleben bangen und stellen sich dabei – wie hätte es auch anders sein sollen – nicht sonderlich clever an. Das ist dahingehend bedauerlich, weil der Plot zum Film nicht unbedingt schlecht ist. Regisseur D.J. VIOLA spielt hier mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und führt das Publikum auf falsche Fährten. So sind es anfangs verstörende Zukunftsvisionen, die Fragen aufwerfen. Warum können Probanten plötzlich in die Zukunft schauen? Was bewirkt die gespritzte Flüssigkeit im Hirn? Handelt es sich hier wirklich um ein Mittel gegen Alzheimer? Der Macher hält sich dezent mit Antworten zurück und macht den Psychotrip so zur packenden Angelegenheit. Leider kann die aufgebaut Spannung nicht lang gehalten werden, denn die erfrischen Richtung und das Prinzip der vorhersehenden Tode muss zugunsten eines Richtungswechsels weichen. So wird aus dem gut gemeinten FINAL DESTINATION-Plagiat ein beliebiger Slasher in dem es nur um eines geht: dem Töten.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-1
 
 
Sobald der Killer die Bühne betritt, geht es mit TELL ME HOW I DIE bergab. Die verschreckten Studenten müssen ums Überleben bangen und handeln dabei fast ausschließlich nach den für Slasher-Filme vordiktierten Regeln. Demzufolge wird gerannt, versteckt und gewimmert bevor die jungen Stereotypen endlich dahinter kommen, mit wem sie es hier eigentlich zu tun haben. Sonderlich überraschend ist die Auflösung nicht – zumal Regisseur D.J. VIOLA die Identität der unberechenbaren Killermaschine ziemlich früh verrät. Die bringt die Teilnehmer auf gleiche Weise um, wie in ihren Visionen. Gott sei Dank steht er bald der tapferen Heldin gegenübersteht. Die versucht den Bösewicht zu überlisten und ist dabei selbstverständlich erfolgreich. Was anderes hätte man wohl auch nicht erwartet. Bleibt zu erwähnen, dass aus TELL ME HOW I DIE vermutlich ein ganz ordentlicher Horrorthriller geworden wäre, wenn man das mit dem Killer weggelassen hätte. Dessen Erscheinen wirkt konstruiert und die Erklärungsansätze haarsträubend. Zudem fehlt es im letzten Drittel an Tempo. Das ist angesichts der packenden ersten Filmhälfte äußerst bedauerlich.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-4
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnlicher Mix aus FINAL DESTINATION und HALLOWEEN, der leider nur ein Problem hat: das mit dem HALLOWEEN. TELL ME HOW I DIE beginnt stark und spannend, baut aber nach der Halbzeit rapide ab. So verwandelt sich ein Psychothriller über die Nebenwirkungen eines mysteriösen Medikaments in 08/15-Slasher-Kino, das lustlos abklappert, wie sich Protagonisten in Todesvisionen haben zuvor sterben sehen. Dennoch will man mit diesem glattgebügelten Indie-Horror nicht zu stark ins Gericht gehen. Der Film wurde in erster Linie für ein junges Publikum gemacht, das nicht unbedingt ausgeklügeltes Horrorfutter erwartet. Schraubt man Erwartungen herab und klammert Logik aus, wird immerhin so viel Kurzweil geboten, dass man an einem verregneten Herbstsonntag unterhalten wird. Demzufolge Chipstüte zur Hand und Dosenbier geöffnet. Lasst das Schreien beginnen.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Zensur

 
 
 
Brutal ist TELL ME HOW I DIE – trotz Slasher – keineswegs. Zu einem der deftigsten Morde gehört der Fall mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Wer aber jetzt glaubt, dass das reißerisch zelebriert wird, der irrt. Die Kamera blendet in den meisten Fällen schnell weg oder es wird nur angedeutet. Demzufolge ist eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Supercravity Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 
Déjà-vu (2006)
 
The Jacket (2005)
 
Wayward Pines (2015)


Filmkritik: „Panzer Chocolate“ (2013)

panzer-chocolate-poster
 
 
 

PANZER CHOCOLATE

Story

 
 
 

Eine Gruppe neugieriger Archäologen wittert in den Pyrenäen einen verschollen geglaubten Nazi-Schatz. Was man aber dort entdeckt, wird den Freunden das Leben kosten.

 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Kritik

 
 
 
Deutschland und die Nazis – ein finsteres Kapitel, das wohl nie abgeschlossen werden wird, vor allem nicht im Horrorfilm. Dort tauchen die meist untoten Zeitgenossen immer mal wieder gern auf, um aus ihren Gräbern zu steigen und nach der Weltherrschaft zu streben – wenn oft auch ohne die Hilfe des Führers. Der macht sich auch im spanischen PANZER CHOCOLATE rar, wo abermals gerissene Nazis im Verborgenen Pläne schmieden, damit ein neues Weltreich unter der Führung von Nationalsozialisten entstehen kann. Interessanterweise handelt es sich bei diesem Indie-Horror um ein ambitioniertes Filmprojekt, wie man es wohl bisher noch nicht zu sehen bekommen hat. Statt den Zuschauer in dreidimensionale Welten zu entführen und ihn dort zu Tode zu erschrecken, gehen die Macher mit der Zeit. Interaktivität lautet die Masche mit der Regisseur ROBERT FIGUERAS das Interesse der Kinogänger für sich beanspruchen will. Der Newcomer versucht hier Kino und Smartphone zu vereinen und hat passend zum Horrorstreifen eine App entwickeln lassen, die das Publikum mit interaktiven Inhalten versorgt. Das bedeutet, dass sich der interessierte Zuschauer vor dem Kinobesuch eine kostenlose Smartphone-App herunterladen kann, die während der gesamten Laufzeit weitere Hintergrundinformationen und alternative Szenen abspielt. Eine nette Dreingabe, die zwar etwas unausgereift wirkt, aber immerhin von der teils behäbigen Inszenierung des eigentlichen Films ablenkt. PANZER CHOCOLATE hat nämlich ein Problem und das nennt sich: langes Warten.
 
 
panzer-chocolate-bild-1
 
 
In dieser spanischen Horror-Produktion bringt sich eine Gruppe junger Archäologen selbst in Gefahr. Die begeben sich auf die Suche nach seltenen Kunstwerken, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis gestohlen und versteckt wurden. Was sich anfangs als Nadel im Heuhaufen entpuppt, trägt bald Früchte. Aus scheinbar unlösbaren Puzzlestücken entsteht eine erste Spur. Die führt in die Pyrenäen, wo man in einem Waldstück einen geheimen Bunker entdeckt, in dem der große Schatz vermutet wird. Doch statt Nazi-Reliquien und verschollen geglaubte Kunst, findet man Kisten mit sogenannter Panzerschokolade vor, die zu Kriegszeiten an Soldaten verteilt wurde, um deren Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen. Leider sorgen die mit Metamphetamin gefüllten Drogenfunde für Probleme. Kaum entdeckt und im Kofferraum verstaut, heftet sich eine bösartige Kreatur an die Fersen der unwissende Wissenschaftler. Die will die Schätze zurück und einen blutigen Denkzettel verpassen. Natürlich wird der Kampf gegen das Böse aufgenommen. Was die Freunde aber nicht wissen: Der Hüter des Bunkers ist noch das kleinere Übel.
 
 
panzer-chocolate-bild-2
 
 
Willst man Geld verdienen, macht man am Besten alles in Englisch. PANZER CHOCOLATE ist Horror aus Spanien, der in erster Linie für den Weltmarkt gedreht wurde. Weil vor allem Horrorfans aus Übersee keine Untertitel lesen wollen, hat sich Regisseur und Produzent ROBERT FIGUERAS dazu entschlossen, den gesamten Film in englischer Sprache zu drehen. So lässt sich der Nazi-Grusler auch schneller ins Ausland verkaufen. Produktionstechnisch kann man nicht meckern. Die Schauspieler tun ihre Sache gut, unheilvolle Atmosphäre ist allgegenwärtig und auch einige äußerst blutige Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung nur selten. Was Sorgen bereitet ist der langatmige Inszenierungsstil. Macher ROBERT FIGUERAS lässt sich viel Zeit mit dem Horror. Demzufolge dauert es lang bis PANZER CHOCOLATE in die Puschen kommt, denn die meiste Zeit wird in Detektivarbeit investiert. Bis der geheimnisvolle Nazischatz gefunden wird, vergeht knapp eine Stunde. Dann wächst PANZER CHOCOLATE immerhin zu eigentlicher Größe heran. Aus behäbiger Detektivarbeit wird ein deftiger Slasher, der wegen grober Darstellung von Gewalt und dem ansprechend geschminkten Filmmonster einige WRONG TURN-Momente in Erinnerung ruft. Leider ist der Ausflug ins Backwood-Slasher-Genre nur von kurzer Dauer, denn so unerwartet wie das Schlachtfest begonnen hat, ist es auch schon wieder vorüber. Macht auch nichts, denn wegen der weitaus spannenderen Handy-App zum Film, werden die meisten Zuschauer ohnehin kaum mitbekommen, wenn der Abspann das Ende zum Nazi-Slasher einläutet.
 
 
panzer-chocolate-bild-3
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein deftig-blutiger Nazi-Slasher aus dem eher für subtile Gruselfilme bekannten Spanien. Der Indie-Horror PANZER CHOCOLATE besitzt ein interessantes Konzept. Hierbei handelt es sich um einen interaktiven Horrorfilm in dem das Kino mit dem Smartphone verschmilzt. Im Vorspann zum Film wird nämlich erklärt, dass Zuschauer die Möglichkeit erhalten, während des Films mit dem Handy interaktiv zu agieren. Leider ist das aber auch weitaus spannender als der Film selbst, denn PANZER CHOCOLATE besitzt enorm viel Leerlauf, was die Angelegenheit relativ langweilig macht. Immerhin trösten einige heftige Schauwerte über die Tatsache hinweg, dass hier enorm viel Potenzial verschwendet wurde. Hätte sich Regisseur ROBERT FIGUERAS weitaus früher ins Slasher-Genre verirrt, wäre aus PANZER CHOCOLATE vermutlich das geworden, was ALEXANDRE AJA in den 2000ern gelungen ist: Harte Terror-Unterhaltung made in Europe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Zensur

 
 
 
Nach einer Stunde Laufzeit gibt es einige Gemeinheiten zu sehen. Neben einer Ausweitung wird einer Protagonistin der Schädel eingetreten. Außerdem bohrt sich eine Wurfkette durch Köpfe und Messer werden in Körper gerammt. Hierzulande dürfte das aber problemlos die FSK passieren. Eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene ist denkbar. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei filmutea.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frankenstein´s Army (2013)
 
Dead Snow (2009)
 
Dead Snow 2: Red vs. Dead (2014)
 
Bunker of the Dead (2015)
 
Outpost – Zum Kämpfen geboren (2007)
 
Outpost – Black Sun (2012)


Filmkritik: „Another Deadly Weekend“ (2015)

muck-2015-poster-another-deadly-weekend(1)
 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND

(MUCK)

Story

 
 
 
Die (im Grunde nicht vorhandene) Story: Eine Gruppe debil-nerviger, leicht bekleideter Spätjugendlicher verschlägt es ohne Erklärung vom Moor in ein einsam gelegenes Haus, in dem – warum auch immer – eine Horde Albinokiller auf sie wartet, die Lust zum Raufen hat.

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Horrorslasher dürfen sich einer eingeschworenen Fangemeinde erfreuen, die stetig nostalgisch danach giert, Zutaten zu entdecken, die das geliebte Genre ausmachen. ANOTHER DEADLY WEEKEND (Originaltitel: MUCK) enthält sie wohl alle. Angefangen bei blanken Brüsten über dumme Sprüche bis hin zur dumpfen Gewalt. Und trotzdem vermag hier – sollte man den Streifen tatsächlich ohne eine Form von Stimulanzien konsumieren – kein Detail wirklich zu zünden. Das ist irritierend, da der Look anfänglich stimmig scheint. Doch mit zunehmender Laufzeit wird an nahezu allen Fronten genervt.
 
 
another-deadly-weekend-bild-1
 
 
Ja, die Playmates haben eine Bekleidungsallergie und schöne Körper ( auch der sexy Hintern auf dem Cover ist keine Mogelpackung, da man ihn tatsächlich zu sehen bekommt), aber wenn der ohnehin zähe Handlungsfluss durch gefühlt 5-minütige Umziehszenen zusätzlich gedehnt wird, dürften wohl nur die Fans von Sexy Clips ihre Freude haben, die dann jedoch gleich den Sportkanal wählen könnten.
 
 
another-deadly-weekend-bild-2
 
 
Dialoge wie: Sie: „Fass mir nicht auf den Po, nur weil deine Freundin tot ist …“ Er: „Baby, ich darf das. Ich hab dir den Tag gerettet.“ Sie: Okay, jetzt hast Du gepunktet!“ durchbrechen spielend die Schmerzgrenze bis hin zur Penetranz. Dabei dürfen über Pensigrößen selbstverständlich ebenso „Späßchen“ gemacht werden, wie über bereits verstorbene Protagonisten, was zu 90 Prozent unlustig und unsympathisch wirkt. Den präsentierten Witz mit pubertär zu umschreiben, wäre eine Beleidigung aller tapfer Pubertierenden. Da einen sämtliche Beteiligten allerdings eh völlig kalt lassen, ist dies nicht weiter tragisch. Selten hat man den Opfern, die hier den Mund aufmachen, einen schnelleren Tod gewünscht. Aber auch das Metzeln der Dumpfbacken zieht sich, da hier die Palette von völliger Wehrlosigkeit bis hin zur unbegründeten Superkraftentwicklung reicht.
 
 
another-deadly-weekend-bild-3
 
 
Auch die Gewalt regiert wenig überzeugend, da das zigste stereotype Schlagen und Stechen mit Schaufel oder Spitzhacke eher ermüdet, als dass sie den Puls in die Höhe schnellen lässt. Manche Tode sieht man dagegen – wohl aus Budgetgründen – überhaupt nicht. Stattdessen fliegt den tapferen Damen und Herren der eine oder andere Liter Kunstblut ins Gesicht. Andere sind einfach nur bescheuert, wie ein sich im Off aufs Dach drehende Auto, welches laut Drehbuchtext ein Mädel unter sich begräbt.
 
 
another-deadly-weekend-bild-4
 
 
Mit ANOTHER DEADLY WEEKEND ist eine Chimäre entstanden, die das Kunststück fertig bringt, trotz einiger gelungener Bilder und typischer Genreanspielungen unsympathisch dröge zu wirken, obwohl man man sich tief im Inneren eigentlich wünscht, den Film trotzdem zu mögen. Wohl oft vergeblich, denn dafür ist die ganze Chose unterm Strich viel zu langweilig und frei von Charme. Ein offenes Ende ohne kleinste Cliffhangerqualitäten „krönt“ den Film, bei dem wohl nur die Mitwirkenden ihren Spaß gehabt haben dürften, als engagierte Zeitverschwendung. Ach ja, einer der weiß angemalten Albinos ist der horrorfortsetzungserprobte KANE HODDER (aus Filmen wie HATCHET, FREITAG DER 13. oder WISHMASTER), der in den Credits als „The world´s most prolific cinematic killer“ gewürdigt wird. Er ist dann auch tatsächlich der Einzige der oberkörperfreien Truppe, der auch überschminkt irgendwie bedrohlich wirkt. Mut zur Selbstironie beweist Regisseur Steve Walsh, der sich im Abspann mit den Worten: „Der Mann für den Hollywood nicht bereit ist“ beschreiben lässt. Eine Gemeinsamkeit, die der eine oder andere mit dem legendären Zentrum der Filmindustrie teilen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach dem fragwürdigen Genuss der quälend langen 98 Minuten von MUCK, so der verdammt ehrliche Originaltitel der anstrengenden Horrorgroteske, fragt man sich dann doch, an welche Zielgruppe sich der obendrein gnadenlos auf zwei weitere Fortsetzungen ausgelegte Film gerichtet hat. Wer sich nach sinnfreier Berieselung und getunten Brüsten, hohlen Sprüchen und spannungsfrei abgefilmten Gewalteinlagen innerhalb eines nicht vorhandenen Spannungsbogens sehnt, dürfte dem durchaus bemühten Angebot etwas abgewinnen können. Alle Anderen sollten aber eher zu irgendeinem der im Vorfeld der Blu-ray beworbenen Horrorfilme aus der BLOODY MOVIE COLLECTION greifen.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Wirklich tolle Effekte gibt es in ANOTHER DEADLY WEEKEND (der im Übrigen nichts mit dem Horrorfilm DEADLY WEEKEND am Hut hat) nicht zu bewundern. Das wüste Hauen und Stechen wird jedoch relativ roh und heftig ohne CGI-Schnickschnack optisch aufbereitet. Einsamer Höhepunkt dürfte wohl das die Treppe Hinaufziehen eines der Opfer sein, indem man praktischerweise die noch im Bauch befindliche Axt nutzt.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
another-deadly-weekend-bluray

(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Muck; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 14.07.2016 (BD KeepCase)

 

Another Deadly Weekend [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Andy78

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Bikini Island (1991)
 


Filmkritik: „Scare Campaign“ (2016)

scare-campaign-2016-poster
 
 
 

SCARE CAMPAIGN

Story

 
 
 

Dieses Opfer versteht absolut keinen Spaß! Eine TV-Sendung hat sich das Erschrecken von Menschen auf die Fahnen geschrieben. Doch das neueste auserkorene Opfer ist überhaupt nicht zu Scherzen aufgelegt und rastet vollkommen aus.

 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Kritik

 
 
 
Die Gebrüder CAIRNES sind wieder da und versorgen das Horror-Genre mit neuen Ideen. Ehrlich gesagt hat es das auch dringend nötig. Zuletzt waren die Geschwister anno 2012 positiv aufgefallen. Mit ihrem Spielfilmdebüt 100 BLOODY ACRES (kleines Trivia-Bit: einer der am häufigsten illegal heruntergeladenen Filme 2013) lieferten sie den etwas anderen Backwood-Horrorfilm ab und landeten damit auf den üblichen Festivals einen Volltreffer. Seither ist es etwas stiller um die Brüder CAMERON und COLIN CAIRNES geworden. Vermutlich haben sie nur eine kleine Auszeit benötigt, um kreative Gedanken ansammeln zu können. Vier Jahre später kommt nun der neue Geniestreich der beiden Australier, die abermals für Drehbuch sowie Regie verantwortlich zeichnen und mit SCARE CAMPAIGN gleich mal einen Film gemacht haben, den man so mit Sicherheit noch nicht gesehen hat. Statt Horrorfilme und Subgenres wahnwitzig zu persiflieren, wird es diesmal makaber und rabenschwarz. Horror Macabro wird geboten, der zudem ernste Töne anschlägt und nicht davor scheut den Zuschauer an der Nase herumzuführen. SCARE CAMPAIGN ist ein Streifen der definitiv aus der Reihe tanzt. Das wird ein Fest.
 
 
scare-campaign-2016-bild-2a
 
 
Im zweiten Film der CAIRNES-Brüder treibt ein TV-Team bitterböse Späße mit nichtsahnenden Menschen. In der Fernsehsendung SCARE CAMPAIGN werden fiktive Gruselszenarien erschaffen, um ahnungslose Menschen zu Tode erschrecken zu können. Leider geht der fünften Staffel der beliebten Reihe so langsam die Luft aus. Die Quoten sinken und die Programmchefin fordert einen neuen Kurs. Eine mysteriöse Webseite soll als Vorbild dienen. Dort werden Menschen nicht nur erschreckt, sondern von maskierten Killern auch gleich vor der Kamera ermordet. Für das Team keine Überlegung wert, weshalb man die bekannte Richtung vorerst beibehält. So soll in einem morschen Sanatorium die nächste Sendung aufgezeichnet werden. Leider verläuft die alles andere als geplant. Das potenzielle Opfer scheint über die inszenierte Geisterbahn alles andere als erfreut zu sein. Es zückt eine Axt und läuft Amok. Ob das Fernsehteam diesen unvorbereiteten Twist im Drehbuch heil überstehen wird?
 
 
scare-campaign-2016-bild-1a
 
 
Verstehen Sie Spaß? SCARE CAMPAIGN ist mehr oder weniger die cineastische Horrorversion der versteckten Kamera, die Jahrzehnte auf verschiedenen Kanälen zu sehen war. Aber auch auf dem amerikanischen Sci-Fi-Channel lief vor einigen Jahren mit SCARE TACTICS ein unserem Film hier erstaunlich ähnliches Stück Reality-TV, das wohl auch als Vorlage für den Streifen gedient hat – zumindest lässt der Filmtitel darauf schließen. In Interviews ließen die Macher verlauten, dass sie sich auf der Suche nach neuen Ideen durchs Internet bewegt haben und so auf Youtube-Clips gestoßen sind, wo Unwissenden in Fernsehshows böse Streiche gespielt wurden. Beim Betrachten dieser oftmals morbiden Plagen stellten sich die Brüder die Frage, was wohl passieren würde, wenn sich hereingelegte Opfer an den Beteiligten dieser Sendungen rächen. So war der Plot von SCARE CAMPAIGN geboren, der entgegen der Erwartungen doch ziemlich spaßfrei aufgebaut ist und manche Überraschung bereithält. Horrorfans kommen definitiv auf ihre Kosten.
 
 
scare-campaign-2016-bild-3a
 
 
SCARE CAMPAIGN ist nicht irgendein Horrorfilm. Er kann gut und gerne auch als einer der cleversten Horrorthriller der letzten Jahre gewertet werden. Virtuos wird mit unerwarteten Wendungen und Überraschungsmomenten gespielt. Twist folgt auf Twist und gerade dann, wenn man glaubt die Auflösung zu kennen, flimmert eine weitere überraschende Filmwendung über die Kinoleinwand. CAMERON und COLIN CAIRNES funktionieren den Zuschauer selbst zum Streich-Opfer um. Er wird hier nicht nur einmal hinters Licht geführt, sondern auch zum stillen Zeugen gemacht, der dank Überwachungskameras zu sehen bekommt, was eigentlich nicht fürs TV bestimmt ist. So läuft SCARE CAMPAIGN schon bald aus dem Ruder. Aus Unterhaltung wird blutroter Ernst und die Grenzen verschwimmen. Ist das Gezeigte nur Show oder will hier doch jemand über Leichen gehen? Die Antwort haben sich die CAIRNES gut überlegt. SCARE CAMPAIGN glänzt durch intelligenten, gut durchdachten Handlungsaufbau, der gerade wegen seiner Undurchsichtigkeit fesselt. Demzufolge ist jeder selbst schuld, wer das verpasst. Auf Festivals zumindest kam der Film gut an und gewann zu Recht Preise. Demnach dürfte SCARE CAMPAIGN so den gleichen Erfolgsweg einschlagen, wie bereits der Erstling 100 BLOODY ACRES von 2012. Man darf gespannt sein, was die kreativen Geschwister noch an Schrecken fürs Kino fabrizieren werden. SCARE CAMPAIGN zumindest ist ein überraschend fieser Horrorfilm.
 
 
scare-campaign-2016-bild-4a
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Nach 100 BLOODY ACRES schlagen die CAIRNES-Brüder ein weiteres Mal zu und dürften dafür sorgen, dass dem Zuschauer die Kinnlage herunterklappt. Selten hat man in den letzten Jahren einen Horrorfilm gesehen, der den Zuschauer so geschickt hinter das Licht führt wie SCARE CAMPAIGN. Das Wort Twist bekommt hier eine ganz neue Bedeutung und davon gibt es im Film gleich mehrere. Schluss mit dummen Geschichten, die ewig gleiche Handlungsverläufe abspulen. Die Gebrüder CAIRNES waren um Neuerungen bemüht und haben eine simple Idee in makabres Horrorkino umfunktioniert, das gut und gerne noch ein Stündchen hätte länger gehen können. Spannung wird groß geschrieben und ist vor allem deswegen im Dauereinsatz, weil die Geschichte mit falschen Fährten und unerwarteten Wendungen nur so gespickt ist. SCARE CAMPAIGN ist die Slasher-Version der VERSTECKTEN KAMERA oder VERSTEHEN SIE SPASS. Demzufolge sollte man einfach genießen und sich überraschen lassen. Letzteres kann SCARE CAMPAIGN besonders gut.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Zensur

 
 
 
Auch wenn die Handlung und die Filmbilder zu SCARE CAMPAIGN ein blutiges Schlachtfest vermuten lassen, ist dem nicht so. Kurze Gewaltmomente gibt es trotzdem zu sehen. Eine Frau wird enthauptet und eine Axt kommt auch zum Einsatz. Zudem werden Körper zerstückelt. Klingt hart, aber die Kamera hält nicht zu detailliert drauf. In Deutschland dürfte es ohne Probleme einen roten FSK-Flatschen geben. Keine Jugendfreigabe. Übrigens wird der Film seine Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 feiern. Wer ihn schon vor der deutschen Heim-Auswertung sehen möchte, sollte sich ein Ticket sichern.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Films Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Prank – Der Streich (2013)

April, April – Tote scherzen nicht (2008)


Filmkritik: „SneekWeek“ (2016)

sneekweek-2016-poster
 
 
 

SNEEKWEEK

(SCREAM WEEK)

Story

 
 
 

Ein paar Studenten haben den Tod eines Kommilitonen mitzuverantworten und werden dafür zwei Jahre später von einem maskierten Killer gejagt.

 
 
 


 
 
 

SNEEKWEEK – Kritik

 
 
 
Komischer Titel? Schnell erklärt. Hinter dem Wort SNEEKWEEK verbirgt sich ein Event in Friesland, das alljährlich gefeiert wird und jedes Mal mehr Besucher anlockt. Seit 1934 organisieren hier der königliche Wassersportverein Sneek sowie die Gemeinde Zuidwest-Friesland ein Fest, bei dem Segelwettkämpfe unterschiedlicher Kategorien stattfinden. Begleitet wird das Ereignis von Begleit-Veranstaltungen und lauten Partys, die vor allem vom jüngeren Publikum besucht werden. Genau jene Feierlichkeiten werden den Protagonisten des folgenden Horrorfilms zum Verhängnis. Die verschlägt es genau zu jener Zeit in den Norden zum Feiern, als ein kaltblütiger Killer beim Sneekweek-Fest die Runde macht. Ganz unschuldig sind die neunmalklugen Freunde am Erscheinen des Schlitzers aber nicht, denn wie bereits im Horror-Slasher ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST haben auch die Figuren dieses holländischen Genre-Beitrags reichlich Dreck am Stecken.
 
 
sneekweek-2016-bild-2
 
 
Horror aus dem Land der Tulpen. Klingt kitschig – ist aber mutig und lobenswert. Während man in Deutschland auf bekannten Pfaden wandelt und entweder schwermütige Geschichtsdramen, anspruchsvolles Arthouse oder leichte Komödien ins Kino bringt, schauen die Nachbarn über den Tellerrand. Auch in Holland gibt es Horrorfans, die erschreckt werden wollen. So dreht man dort gerne Gruselzeug, das sogar brauchbar ist. So entstanden inländische Produktionen wie THE POOL, SINT, SCHLACHTNACHT oder FRANKENSTEIN’S ARMY, die auch international gehandelt wurden. Anders sieht es da schon in Deutschland aus. Das behandelt das Horror-Genre nach wie vor stiefmütterlich, ließ es aber in den 2000ern kurzzeitig krachen. Während einer kurzen Renaissance der Teen-Slasher, die durch SCREAM entfacht um die ganze Welt ging, entstanden auch deutsche Meuchelkrimis wie ANATOMIE oder FLASHBACK – MÖRDERISCHE FERIEN, die zumindest in Sachen Blutgehalt den amerikanischen Vorbildern in nichts nachstanden. Jene US-Ideale zieht auch der niederländische SNEEKWEEK zum Vergleich heran, der sich auch nicht zu fein ist, dem wohl wichtigsten postmodernen Slasher aus der Hand WES CRAVENS zu huldigen: SCREAM. Der flimmert im Film kurz über einen Fernsehapparat und stellt klar, welcher Horrorklassiker dem Holländer MARTIJN HEIJNE nach wie vor am Herzen liegt.
 
 
sneekweek-2016-bild-5
 
 
SNEEKWEEK (der übrigens außerhalb Hollands SCREAM WEEK heißt) wandelt auf bekannten Teen-Slasher-Pfaden. Also lässt er junge Darsteller über die Klinge springen. Ein maskierter Bösewicht hat Freude daran, elektronische Handwerkzeuge zu missbrauchen, um damit naiven Studienabgängern die Leben zu verkürzen. Doch seine Taten sind nicht unbegründet. Die Opfer haben Dreck am Stecken. So hat sich vor genau zwei Jahren Tragisches ereignet. Ein Kommilitone ist beim Feiern während der Sneekweek auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Weil man Konsequenzen fürchtete, hat man der Polizei nicht die ganze Wahrheit erzählt. Leider bleibt keine Tat im Horrorfilm ungesühnt. Pünktlich zum erfolgreichen Uni-Abschluss gerät das Ereignis wieder in Erinnerung. Jemand Unbekanntes hat die Freunde von damals in ein schickes Anwesen eingeladen und weiß offensichtlich, was die Bande vor zwei Jahren getan hat. Doch die hat nur Feiern im Kopf. Es ist wieder Sneekweek, der Alkohol kalt und die Nächte laut. Demzufolge bleiben die Schreie ungehört. Leider pflastern schon bald erste Leichen die Wege und Fragen kommen auf, wer hier mit geschärftem Mordwerkzeug einen Denkzettel verpasst bekommen soll. Wie es bei solchen Filmen meist der Fall ist, wird das am Ende nur das „Final Girl“ erfahren. Die schlägt sich wacker, wird den Bösewicht demaskieren, und ihm selbstverständlich das Handwerk legen. Das ist heute so.
 
 
sneekweek-2016-bild-3
 
 
ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST auf Niederländisch. SNEEKWEEK weicht erst gar nicht von den Mustern oder Pfaden ab, die das Slasher-Genre so ausgetrampelt hat. Hier wird wie seit jeher gemordet und gestorben – funktioniert bereits über 40 Jahre prima. Dabei sind die holländischen Schreihälse den amerikanischen intellektuell ebenbürtig. Auch denen ist vor allem dreierlei wichtig: Party, Sex und Alkohol. Dass das rigoros bestraft werden muss, weiß jeder Fan des Subgenres. Leider hat SNEEKWEEK ein Problem. Während sich seit Carpenter und HALLOWEEN hinsichtlich der gezeigten Gewalt einiges getan hat, geht diese niederländische Produktion einen Schritt zurück. Zwar zückt der Killer im Film Winkelschleifer, Handkreissäge, Nagelpistole und Bohrmaschine – die Kamera blendet aber in den meisten Fällen weg, sobald es für Horrorfans interessant wird. Angesichts der steigenden Gier nach harter Brutalität in Horrorfilmen, ist das was Regisseur MARTIJN HEIJNE hier an Kills zeigt schon als Enttäuschung zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz ist SNEEKWEEK aber weitaus besser, als das Meiste, was man für den US-Videomarkt produziert. Trotz zurückhaltender Zeigefreudigkeit und knapp zwei Stunden Laufzeit wurde die Stundenten-Auslöschung sauber inszeniert. Klischees sind da – ohne Stereotypen geht mal wieder gar nichts; dennoch wurde SNEEKWEEK trotz vorhersehbarer Handlungsverläufe spannend verpackt. Nach so vielen Filmen dieser Art muss man MARTIJN HEIJNE ein Lob aussprechen. Altbewährtes so zu drehen, dass es nicht langweilt, ist eine Kunst für sich.
 
 
sneekweek-2016-bild-4
 
 


 
 
 

SNEEKWEEK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die niederländische Version von ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST macht gar keine so üble Figur! Da kann sich Deutschland gern mal eine Scheibe abschneiden. Denn während man in Holland Horrorfilme für den Weltmarkt produziert, tritt man hierzulande beim Drehen von Kinofilmen auf der Stelle. Hauptsache staatstragend und intellektuell. Der bis auf wenige Ausnahmen humorfreie SNEEKWEEK (internationaler Titel: SCREAM WEEK) ist typischer Horrorthrill fürs jugendliche Publikum. Zu sehen gibt es schöne Menschen mit wenig Kleidung (vorrangig Soap-Stars aus holländischen Vorabendserien), denen jedoch schreckliches Schicksal vorbestimmt ist. Technisch und auch atmosphärisch kann der Teen-Slasher einiges. Regisseur MARTIJN HEIJNE legt die für Slasher-Filme typischen falschen Fährten, um die Identität des Filmkillers möglichst lange zu bewahren. Gelingt ganz gut – hinsichtlich Spannung bietet der Film einige Höhepunkte. Demzufolge überrascht die Auflösung am Ende doch ziemlich. In Anbetracht der vordiktierten Slasher-Regeln macht SNEEKWEEK fast alles richtig. Nur bei der Gewalt hält sich die NL-Horror-Produktion zurück. Das dürfte den meisten Fans dieser Gattung Film gar nicht schmecken. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn der Film richtet sich ohnehin an all jene, die noch nicht so mit Slasher-Filmen bewandert sind. Die werden gut unterhalten.
 
 
 


 
 
 

SNEEKWEEK – Zensur

 
 
 
SNEEKWEEK (Alternativtitel für den Weltmarkt: SCREAM WEEK) ist ein eher harmloser Vertreter der Gattung Slasher. Zwar geht der Killer mit Bohrmaschine, Nagelpistole und ähnlich kräftigem Werkzeug zu Werke, die Kamera schwenkt aber weg, sobald es blutig wird. FSK16 dürfte gewiss drin sein.
 
 
 


 
 
 

SNEEKWEEK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dutch FilmWorks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
 Bloody April Fools – Los inocentes (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
The Girl in the Photographs (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 


Filmkritik: „ClownTown“ (2016)

Clowntown-2016-poster(1)
 
 
 

CLOWNTOWN

Story

 
 
 

Einige wortlos agierende Psychopathen haben sich als Clowns verkleidet und terrorisieren Ortsfremde, die sich in einer anscheinend menschenleeren Geisterstadt verirrt haben.

 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Kritik

 
 
 
Nicht erst seit der Fernsehfilm-Adaption des Stephen-King-Romans ES scheinen Clowns in Horrorfilmen unweigerlich Albträume beim Publikum hervorzurufen. Die geschminkten Spaßmacher sind zwar bereits seit Jahrhunderten zum Wohle der Lachmuskeln im Einsatz, verursachen aber nicht bei Jedermann Freude. So hat eine Studie der englischen University of Sheffield offen gelegt, dass Kinder zwischen 4 und 16 Jahren über die Grimassen jener lustigen Gesellen überhaupt nicht lachen können. Denen bereiten die Kreaturen mit ihrer unwirklichen Gestik und übertriebenen Mimik in erster Linie Angst – etwas, was sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann und in Fachkreisen auch als Coulrophobie betitelt wird. Die Furcht vor dem Unbekannten hinter der Maskerade findet auch im folgenden Horrorfilm Verwendung. CLOWNTOWN nennt sich der günstig gedrehte Horrorfilm aus der Mache von TOM NAGEL, der bisher eher als Schauspieler in B-Movies zu sehen war und nun auch mal einen eigenen Low-Budget-Film machen wollte. Sein Debüt erinnert in seiner billigen Machart an die vielen günstig verbrochenen Streifen aus längst vergessenen Videothekenzeiten, wo nahezu regelmäßig mies synchronisierter und bis zum Erbrechen zensierter Horror-Trash ins Regal gestellt wurde, um möglichst viel Leihgebühren vom Filmfan einkassieren zu können. Eigentlich kaum der Rede wert, würde da im Vorspann nicht kurz der Name ROBERT KURTZMAN auftauchen und das Interesse alteingesessener Horrorfans wecken.
 
 
Clowntown-2016-bild-1(1)
 
 
Kurtzman fungierte in CLOWNTOWN als Co-Producer und dürfte Horror-Kennern noch als talentierter Make-up und Effekt-Künstler in Erinnerung geblieben sein. Auf die Kappe des Mitbegründers der KNB EFX GROUP gehen Splatter-Orgien in Filmen wie FROM DUSK TILL DAWN oder WISHMASTER, für die er Masken- und Ekeleffekte beigesteuert hat. Aber auch in Produktionen neueren Datums hatte Kurtzman oft die Hände im Spiel. So ließ es sich der Effekte-Macher nicht nehmen, seine Matschereien auch in aktuellen Genrestreifen wie TUSK, THE FUNHOUSE MASSACRE oder ALL CHEERLEADERS DIE für die Ewigkeit sichtbar zu machen. Gute Voraussetzungen für CLOWNTOWN also, der mit Kurtzman als beteiligtem Produzenten eigentlich nur gewinnen kann. Doch wie es meist immer ist, kommt die Ernüchterung früh, denn von ausgeklügelten Kills und kreativen Matschmomenten ist weit und breit kaum etwas zu verzeichnen. Dafür flimmert immerhin etwas Terror über die Mattscheibe – Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE lässt grüßen.
 
 
Clowntown-2016-bild-3(1)
 
 
CLOWNTOWN erzählt mal wieder die ewig gleiche Leier von jungen naiven Menschen, die sich mit menschlichen Abgründen konfrontiert sehen. Diesmal sind es psychisch gestörte Persönlichkeiten, die sich wie Clowns geschminkt haben und eine amerikanische Kleinstadt terrorisieren. Die Menschen haben Angst und trauen sich nicht mehr aus dem Haus. Demzufolge bekommen die Bewohner kaum noch davon mit, was vor der eigenen Haustüre passiert. Dumm gelaufen für einige Durchreisende, die auf ihrer Fahrt durchs amerikanische Hinterland eine Autopanne erleiden und auf Hilfe angewiesen sind. Weil die Telefone keinen Empfang haben, macht man sich zu Fuß auf in die nächste Stadt, wo man ein verlorenes Telefon abholen möchte. Doch der vermeintliche Finder lockt die Gruppe in eine Falle. Am verabredeten Ort ist keine Menschenseele anzutreffen. Stattdessen bekommen es die Freunde mit einer Horde Psychopathen zu tun, die ihnen ans Leder wollen. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt, der natürlich einige Leichen zu verzeichnen hat.
 
 
Clowntown-2016-bild-2(1)
 
 
Viel Substanz besitzt das Drehbuch von CLOWNTOWN leider nicht. Das ist auch kein Wunder, denn Drehbuchautor JEFF MILLER war bereits vor CLOWNTOWN nicht sonderlich darum bemüht, den Zuschauer mit frischen Geschichten zu verwöhnen. So verraten die ebenfalls von ihm zu Papier gebrachten Filme AXE GIANT oder HELLBLOCK 13 ganz passend, was dem Horrorfan mit CLOWNTOWN blüht. Billiger Fast-Food-Horror wird geboten, der sich am gängigen Horrorstandard orientiert. Auf dass der Zuschauer nicht zu sehr überfordert wird! Das Morden und Überleben steht im Fokus. Opfer werden gejagt und nacheinander ausradiert. Den Innovationspreis gewinnt man damit freilich nicht – vor allem auch deshalb, weil sich die Figuren zu keiner Minute nachvollziehbar oder logisch verhalten. Weil nahezu jeder Terror- und Slasher-Film der letzten 20 Jahre nach gleichem Schema abgelaufen ist und sich Regisseur TOM NAGEL schwer mit dem Spannungsaufbau tut, wird CLOWNTOWN selbst für Liebhaber solcher Streifen zu Bewährungsprobe. Hinzu kommt, dass sich die Schauspieler teils äußerst hölzern und unerfahren vor der Kamera bewegen, was CLOWNTOWN mit Sicherheit einen baldigen Platz auf den Wühltischen hiesiger Fachhändler bescheren dürfte. Letztendlich verspricht das Plakat mal wieder mehr, als der Film bieten kann. CLOWNTOWN ist kein großer Wurf und dürfte bald wieder vergessen sein. Blutige Momente bilden die Ausnahme und die immerhin gelungenen Clownsmasken verlieren aufgrund der beliebigen Machart und der austauschbaren Handlung ziemlich rasch an Reiz. Horrorstimmung will da nur selten aufkommen. Schade ums Zelluloid – oder den digitalen Träger.
 
 
Clowntown-2016-bild-4(1)
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Pennywise‘ kleinen Geschwister. Diese Clowns sind gar nicht lustig, diese Clowns wollen töten – und langweilen. Nicht überall wo bekannte Namen draufstehen, wartet sehenswerte Horrorunterhaltung aufs hungrige Publikum. CLOWNTOWN ist schnell heruntergekurbeltes Videomaterial, dass zwar ab und an so etwas wie Light-Terror versprüht, aber die meiste Zeit langweilt, weil die Handlungsverläufe nicht neu sind. Demzufolge gibt es die ewig gleiche Leier von dummen Opfern und vermeintlich überschlauen Mördern zu sehen, die vom rechten Weg abgekommen sind und schlachten müssen. Auch wenn Effektmaestro ROBERT KURTZMAN als Produzent beteiligt gewesen ist, gehört CLOWNTOWN nicht in die Genre-Königsklasse. Überraschenderweise sind die Morde nämlich recht unblutig und unspektakulär ausgefallen – und das, obwohl mit Kurtzman ein Meister seines Fachs als Geldgeber fungierte. Unterm Strich ist CLOWNTOWN kein Horror-Hit. Der Film ist ein Mix aus Slasher und Terrorfilm, bei dem es an allem mangelt. Das Schauspiel ist mager, die Inszenierung klischeeüberladen und atmosphärische Momente bilden die Ausnahme. Da kann man nur hoffen, dass man nicht über eine Fortsetzung nachdenkt. Die braucht niemand. Besser andere Clown-Schocker in den Player legen, denn da gab es in der Vergangenheit besseres. Neben PLAY – TÖDLICHES SPIEL, STITCHES und CLOWN wäre da natürlich noch die Mutter aller Clown-Horrorstreifen: STEPHEN KINGS ES.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Zensur

 
 
 
Trotz Mitwirken von Effektmeister ROBERT KURTZMAN ist CLOWNTOWN hinsichtlich der gezeigten Grausamkeiten eine Enttäuschung. Die Morde sind sehr kurz und werden oftmals nur angedeutet. Zudem wurden die Kills auch nicht sonderlich raffiniert umgesetzt und schauen teils sehr billig aus. Im Vergleich zu anderen Slasher- und Terrorfilmen ist der Härtegrad sehr niedrig angesetzt, was CLOWNTOWN hierzulande „nur“ eine rote FSK-Plakette einbringen dürfte: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Steel House Productions | ITN Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Clownhouse (1989)
 
Killjoy (2000)
 
Camp Blood (1999)
 


Filmkritik: „Worry Dolls“ (2016)

worry-dolls-2016-poster
 
 
 

WORRY DOLLS

Story

 
 
 

Schwarze Magie und gruselige Talismane führen selten zu etwas Gutem. Auch hier nicht. Ihre Besitzer scheinen von Sinnen und töten alles und jeden. Ob es einen Weg geben wird, diese tickenden Zeitbomben zu vernichten?

 
 
 


 
 
 

WORRY DOLLS – Kritik

 
 
 
2012 war ein großes Jahr für Regisseur PADRAIG REYNOLDS. Er erntete mit seinem Horror-Debüt RITES OF SPRING viel Aufmerksamkeit und konnte genug Interessenten für die internationale Vermarktung finden. Mittlerweile ist es etwas ruhiger um den auf Festivals gefeierten Filmemacher geworden. Offensichtlich hat er sich ausreichend Zeit genommen, den nächsten Streich vorzubereiten. Der ist nun fertig, heißt WORRY DOLLS und kombiniert ebenso wie der Vorgängerstreifen diverse Subgenres miteinander – auch wenn diesmal das Resultat weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Da kann man nur hoffen, dass der Backwoods-Slasher RITES OF SPRING keine Eintagsfliege gewesen ist. WORRY DOOLS hat weitaus mehr gekostet – inhaltlich herrscht jedoch das reinste Durcheinander. Hier mangelt es an allem – vor allem aber an Spannung. Demzufolge ist der neue Film nur was für Ausgeschlafene, denn der Regisseur macht es dem Horrorfan nicht leicht, seinem zähen Flickwerk zu folgen.
 
 
worry-dolls-2016-bild-5
 
 
Böse Puppen, gute Puppen. In WORRY DOLLS sind es die Erstgenannten, die zu Handlanger des Teufels umfunktioniert werden. Voodoo-Puppen sorgen in diesem Horrorfilm für Tod und Verderben, weil auf den geflochtenen Anhängern ein böser Fluch lastet. Eine Spur der Verwüstung ist die Folge. Im Mittelpunkt steht Polizist Matt (CHRISTOPHER WIEHL). Der bringt den kaltblütigen Serienkiller Henry Leonard Bale (MATTY FERRARO aus RED CLOVER) zur Strecke, der zuvor mit Voodoo-Puppen gespielt hat. Die hat er akkurat in eine Kiste verstaut und läuft anschließend dem Gesetzeshüter versehentlich vors Schießeisen. Leider scheint man es in WORRY DOLLS nicht sonderlich ernst mit Beweismitteln zu nehmen. Die geheimnisvolle Kiste mit all den darin enthaltenen Puppen findet einen neuen Besitzer. Der, beziehungsweise die ist acht Jahre alt und die Tochter jenes Polizisten, der das Böse wenige Tage zuvor in die Schranken gewiesen hat. Leider geht es der neuen Eigentümerin bald gar nicht mehr gut. Sie verschönert die erhaltenen Anhänger mit Perlen und Strass, um sie anschließend an höchstbietende Interessenten zu verkaufen. Doch der Fluch der Puppen nimmt bald Besitz von jedem, der eine davon sein Eigen nennt. Die Besessenen verwandeln sich in unaufhaltsame Killermaschinen und ermorden kaltblütig Menschen, die ihnen nahe standen. Wird Cop Matt den Fluch stoppen und die kleine Tochter retten können?
 
 
worry-dolls-2016-bild-3
 
 
Manchmal kann es zum Nachteil sein, wenn man zu eifrig mit Genres experimentiert. Im Falle des Horrorthrillers WORRY DOLLS sorgt die Flut an unterschiedlichen Filmrichtungen für Chaos. Der kunterbunte Schubladen-Mix möchte irgendwie nicht funktionieren. Regisseur PADRAIG REYNOLDS war wohl um Einzigartigkeit bemüht und warf Voodoo-Horror, Besessenheits-Grusel, Slasher-Film und Cop-Thriller in einen Topf. Entstanden ist trotz einer stattlichen Anzahl an Ideen eine regelrechte Schlaftablette, die ihre Potenziale nicht ausschöpft, weil der Macher nichts mit den Stilrichtungen anzufangen wusste. Dabei werden bereits im Prolog große Töne gespuckt. Hier erlebt der Streifen bereits seinen Höhepunkt, wenn der Serienkiller blutig zur Tat schreitet. Mit einem Abbruchhammer durchbohrt er den Schädel seines Opfers. Die Kamera hält drauf und ersäuft die Szene in Blut – Gorehounds wird’s freuen. Leider kann WORRY DOLLS diese Schockwirkung nicht wiederholen. Nach dem zugegebenermaßen derben Beginn verliert der Film seinen roten Faden. Zu wenig Kills, dabei unwichtige Szenen und belanglose Dialoge, die den Zuseher quälen bis zum Abspann. Dazwischen konfuse Handlungsstränge, allerhand Unlogisches und einen der wohl lahmarschigsten Polizisten der Filmgeschichte. Der verpasst um Haaresbreite jeden Mord und hätte mit weitaus mehr Elan manches Verbrechen im Film verhindern können.
 
 
worry-dolls-2016-bild-4
 
 
Immerhin gibt sich Regisseur PADRAIG REYNOLDS als waschechter Slasher-Fan zu erkennen. In einer Filmszene wird eine Frau mit einer Heckenschere bearbeitet. Während dieser Szene gibt es eine Einstellung zu sehen, die dem Poster des 80er Kult-Slashers THE BURNING nachempfunden wurde. Die gut gemeinte Hommage freut zwar das Horrorfanherz, ändert aber nichts an der Tatsache, dass WORRY DOLLS trotz Liebe zum Horrorfilm eine einzige Enttäuschung ist. Tempo wird schmerzlich vermisst und die Geschehnisse dümpeln zwischen den wenigen Morden vor sich hin. Demzufolge sollte man trotz des reißerisch zusammengeschnippelten Trailers nicht zu viel erwarten. Der ist bei weitem besser, als der eigentliche Film. Aus einer Mücke ’nen Elefanten machen – zumindest marketingtechnisch ist WORRY DOLLS Königsklasse.
 
 
worry-dolls-2016-bild-2
 
 


 
 
 

WORRY DOLLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Viel Theater um eigentlich nichts. WORRY DOLLS ist ein blutiger Genre-Mix, der sein ganzes Pulver in den ersten zehn Minuten verschießt und danach eine katastrophale Talfahrt hinlegt. Hier herrscht größtenteils Langeweile, weil der Slasher-Fan PADRAIG REYNOLDS viel Neues erzählen wollte, aber mit dem Mix der Horror-Subgenres überfordert ist. Selbstverständlich klingt die Idee Voodoo-, Slasher- und Besessenheits-Thematik miteinander zu vereinen, interessant; die Umsetzung gestaltet sich unterm Strich jedoch alles andere als prächtig. Der Grund: spannende Momente bleiben aus und die blutige Richtung, die zu Beginn eingeschlagen wird, kann leider nicht die gesamte Filmlänge über gehalten werden. Das frustriert, weil der Filmtrailer mehr versprochen hat. Wer sich demzufolge viel Zeit sparen möchte und dennoch mitreden will, sollte es demnach bei diesem Trailer belassen. Der fasst die besten Szenen zusammen und ist gerade einmal zwei Minuten lang. Eine richtige Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

WORRY DOLLS – Zensur

 
 
 
Hart beginnt WORRY DOLLS tatsächlich, denn hier wird ein Bohrer in den Kopf einer Frau gerammt und die Kamera hält reißerisch drauf. Das dürfte wohl auch der einzige Grund sein, weshalb der Film in Deutschland Probleme bekommen könnte. Mit viel Glück ist aber auch eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren denkbar, denn die (wenigen) übrigen Morde sind zwar nicht von schlechten Eltern, aber nur halb so hart anzuschauen, wie der Kill in den ersten 10 Minuten. Mal abwarten, was die FSK sagt.
 
 
 


 
 
 

WORRY DOLLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für das Filmplakat liegen bei Tom Hodge – für Grafiken bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Venom – Biss der Teufelsschlangen (2005)

Possession – Das Dunkle in dir (2012)

Needle – Deinem Schicksal entkommst du nicht (2010)


Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

the-funhouse-massacre-2015(1)
 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-2
 
 
Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-1
 
 
Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-3
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 


Filmkritik: „Most Likely to Die“ (2015)

most-likely-to-die-poster
 
 
 

MOST LIKELY TO DIE

Story

 
 
 
Ein Killer im Schulabschluss-Outfit macht Jagd auf befreundete Endzwanziger, die ein Klassentreffen besuchen wollen.

 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Kritik

 
 
 
Autsch! Was für ein herber Rückschlag für Regisseur ANTHONY DIBLASI. Dabei hatte er zuletzt ein gutes Händchen für markerschütternden Horror bewiesen und mit dem schaurigen Okkult-Thriller LAST SHIFT effektiv an den Schock- und Spannungsschrauben gedreht. Demzufolge sind die Erwartungen beim Zuschauer hoch. Der hofft natürlich, dass jetzt ebenso schaurig-unheimlicher Horror nachgeschoben wird. Doch die Enttäuschung ist bereits auf dem Weg. MOST LIKELY TO DIE heißt der nächste Streich des Herrn DIBLASIS, der sich diesmal nicht mit Geistern oder Sektengurus beschäftigt, sondern müde Slasher-Fans glücklich machen möchte. Doch die dürften sich wenig beeindruckt von dieser Schlitzer-Gurke zeigen. Nein, MOST LIKELY TO DIE ist nicht gerade das, was man unter originell oder clever führen würde. Vielmehr wird die ewig gleiche Leier vom maskierten Psychopathen abgespielt, der aus Rachsucht und Horror-Tradition möglichst kreativ und abwechslungsreich zu morden hat. Vergleicht man MOST LIKELY TO DIE mit den unzähligen Meuchelstreifen, die seit dem Slasher-Boom Ende der 1970er in die Lichtspielhäuser und Wohnzimmer gebracht wurden, lassen sich kaum Alleinstellungsmerkmale finden. Alles wie gehabt. Neu ist hier nur die Verkleidung des Killers, der seine Identität nicht hinter Hockeymaske, Kartoffelsack oder William Shatner-Maske verstecken möchte. Der Bösewicht in MOST LIKELY TO DIE hetzt im Schulabschluss-Outfit durchs Szenario und tötet mit einem handelsüblichen Teppichmesser ahnungslose Opfer. Für Beil oder Machete war er sich wohl zu fein. Oder zu pleite.
 
 
most-likely-to-die-bilder-3
 
 
In diesem Horror-Slasher treffen sich ehemalige Schulfreunde zum Klassentreffen. Zehn Jahre ist es nun her, dass sie die Schule verlassen haben. Weil man sich viel zu erzählen hat, versammelt man sich bereits am Abend vor dem Treffen im Haus eines der Ex-Mitschüler. Der scheint mit seiner Freundin wie vom Erdboden verschwunden zu sein, was aber vorerst niemanden stutzig macht. Stattdessen kommt man auf alte Zeiten zu sprechen und kippt sich ein paar hinter die Binde. Beim Durchstöbern des Jahrbuchs kommt das Gespräch auf einen ehemaligen Klassenkameraden. Mit dem meinten es die Freunde nicht gut und machten ihm den Schulalltag zur Hölle. Doch die Retourkutsche folgt sogleich – nö, mit zehnjähriger Verspätung. Eine vermummte Gestalt treibt im Haus ihr Unwesen. Die Benzinleitungen der Autos sind gekappt und ein Killer hat dafür gesorgt, dass kein Handyempfang möglich ist. Die Freunde sitzen in der Falle und müssen nacheinander blutig ihre Leben lassen. Nur, wer ist der stumme Teppichmesser-Schlitzer, der da so unverfroren die Wiedersehensparty stört? Kleiner Tipp: es ist nicht der Gepeinigte, mit dem man vor zehn Jahren Schindluder getrieben hat.
 
 
most-likely-to-die-bilder-2-min
 
 
Ich weiß, was du vor zehn Jahren getan hast. Horror-Slasher haben die Eigenschaft, nach immer gleichem Schema abzulaufen. Das hat sich über die Jahre so festgefahren – vermutlich, um Horrorfans intellektuell nicht zu sehr zu fordern. Längst haben die immer gleichen Abläufe begonnen zu langweilen, weil man einfach zu viele dieser stets ähnlich gestrickten Filme gesehen hat. So hinterlassen selbst Mord und Totschlag in den wenigsten Fällen Eindruck, was einige Filmemacher dazu veranlasst hat, sich abseits der bekannten Slasher-Pfade zu bewegen. Vorn dabei: WES CRAVEN. Der reanimierte mit SCREAM – SCHREI ein ganzes Subgenre mit – manche sagen zuviel – Ironie und flößte dem doch schon scheintoten Slasher neues Leben ein. Der Erfolg gab ihm recht. Leider ist MOST LIKELY TO DIE weit von den Qualitäten eines SCREAM entfernt. Der Film scheut das Unkonventionelle und verläuft lieber in sattsam bekanntem Bahnen. Das bedeutet, dass hier eben all das passiert, was schon während der ersten Slasher-Welle vor über 30 Jahren im Kino zu sehen war. Ein maskierter Killer macht sich auf, nacheinander Menschen zu töten. Die handeln in den entscheidenden Momenten nicht sonderlich klug und werden effekttechnisch abwechslungsreich in den Filmhimmel befördert. Wer überleben wird, ist keine Überraschung. So bekommen die Protagonisten, die später ohnehin einen grausamen Tod sterben werden, kaum Screentime, während die eigentlichen Helden im Film eine sichtbare Entwicklung durchleben. Im Falle von MOST LIKELY TO DIE sorgt Armors Pfeil sogar dafür, dass zwei Streithähne das Kriegsbeil begraben und im Schlachtfeld erneut zueinander finden. Ist das nicht romantisch?
 
 
most-likely-to-die-bilder-1-min
 
 
Für MOST LIKELY TO DIE konnte Regisseur ANTHONY DIBLASI einige bekannter Gesichter gewinnen. So gibt es ein Wiedersehen mit GLEE-Serien-Sternchen HEATHER MORRIS, die hier gleich mal die Hauptrolle ergattert hat und als Scream Queen – wenig überraschend – am Ende überleben wird. Ebenso bekannt: Blogger und Reality-TV-Star PEREZ HILTON. Der spielt im Film eine Nebenrolle und wurde vor allem wegen seiner kontroversen Blogbeiträge auf der eigenen Klatsch-Webseite perezhilton.com zum Internetstar. Der verdient mit heißer Luft übrigens geschätzte 800.000 US-Dollar im Monat. Apropos Luft: Trotz prominenter Besetzung bleibt MOST LIKELY TO DIE nicht mehr als ein laues Meuchel-Lüftchen. Zwar können die Schauspieler zur Abwechslung etwas; viel abverlangt wird ihnen trotzdem nicht. Gleiches gilt für die technische Ebene. Der Film schaut bei Weitem besser aus, als der übliche Slasher-Müll für den Videomarkt, der dem Zuschauer tagtäglich zugemutet wird. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Leider wird die Laune vom kopflosen Drehbuch vermasselt. Das macht dem Horrorfan einen Strich durch die Rechnung. Autorin LAURA BRENNAN sollte in Zukunft besser wieder Skripte für triviale TV-Serien schreiben und von Spielfilmen die Finger lassen. Mit ihren langweiligen Geschichten tut sie niemandem einen Gefallen.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bluttriefende Hommage an die Slasher-Filme der 1980er. Hier verbeugt sich jemand ehrfürchtig vor Horrorklassikern wie DIE HORROR-PARTY und MONSTER IM NACHTEXPRESS. Trotz lieb gemeinter Absichten handelt es sich bei MOST LIKELY TO DIE leider doch bloß um einen 08/15-Slasher von jemandem, der sich eigentlich mit Horrorfilmen gut auskennt. Regisseur ANTHONY DIBLASI hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein Händchen fürs Angstmachen besitzt. Leider passiert es selbst dem erfahrensten Filmemacher, dass sich unter die vielen Hits auch ein Rohrkrepierer einschleicht. Nach der sehenswerten Clive Barker-Verfilmung DREAD und dem grandiosen Okkult-Grusler LAST SHIFT folgt nun der wenig ambitionierte MOST LIKELY TO DIE – ein eher durchschnittlicher Slasher, der keineswegs das Rad neu erfindet oder gar frischen Wind in das totgefilmte Slasher-Genre pustet. Alles schon mal da gewesen – und sogar besser. Abermals müssen Mittzwanziger ums Überleben bangen, weil sich ein Killer für die Demütigungen rächen will, die ihm die Beschuldigten vor vielen Jahren angedeihen ließen. Klingt nach einer Geschichte, mit der sich gefühlt tausend andere Slasher beschäftigen. Demzufolge ist der Handlungsverlauf vorhersehbar und Spannung kommt kaum auf. Immerhin sind einige Morde recht blutig und das Schauspiel passabel. Zudem ist MOST LIKELY TO DIE auf technischer Ebene vielen anderen günstig produzierten Videoproduktionen um Längen voraus. Ob das allein angesichts so wegweisender Meuchel-Klassiker wie HALLOWEEN oder SCREAM ausreicht, sollte jeder Slasher-Fan für sich selbst entscheiden. Dem FILMCHECKER-Team war dieser Horror-Slasher zu unauffällig, unoriginell und ermüdend.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Zensur

 
 
 
Zu sehen gibt es einige Bluteffekte – aber nichts, was man unbedient hervorheben müsste. So bekommt der Zuschauer aufgeschlitzte Kehlen und einen abgerissenen Kopf zu sehen. Weiterhin wird mit einem Teppichmesser in Kopf und Brust gestochen. Außerdem wird ein Eishockeyschläger zweckentfremdet. Erst werden mit dem Schläger Beine zertrümmert. Anschließend wird er in den Mund des Opfers eingeführt und tief in den Hals gerammt. Mit viel Glück könnte es hierzulande für MOST LIKELY TO DIE eine FSK16 geben. Eine Erwachsenenfreigabe ist aber wahrscheinlicher.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MarVista Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Girl in the Photographs (2015)
 
Bastard (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 
Hayride 2 (2015)
 
GirlHouse (2014)
 


Filmkritik. „The Horde“ (2016)

the-horde-2016-poster
 
 
 

THE HORDE

Story

 
 
 
Deformierte Hinterwäldler kämpfen gegen ahnungslose Studenten und einen Ex-Marinesoldat. Mögen die Schlachkämpfe beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürften sich noch viele Horrorfilmliebhaber an den Backwood-Slasher WRONG TURN und das Remake zu THE HILLS HAVE EYES erinnern. Die haben vor knapp zehn Jahren derbes Zeug auf der Leinwand gezeigt und konnten sich dank kruder Spezialeffekte einen Ehrenplatz in den Herzen vieler Genrefans sichern. Mittlerweile gehören beiden Filme zum Bestandteil jeder gut sortierten Horror-DVD-Sammlung und werden stolz hervorgekramt, wenn im Freundeskreis nach harten Horrorfilmen gefragt wird. Eine gute Alternative wird nun mit THE HORDE geboten. Der hat nichts mit dem französischen Zombie-Actioner LA HORDE von 2009 gemein, sondern ist bei genauerer Betrachtung eigentlich ein günstig gedrehter Mix aus anfangs erwähnten Mutanten-Schockern WRONG TURN und THE HILLS HAVE EYES. Deren Erfolgszutaten wurden hier ganz unverfroren für den Videomarkt kopiert, um mit der langsam abebbenden Backwood-Horror-Welle noch schnell etwas Geld verdienen zu können. Entstanden ist dabei kein nachhaltiger Horrorfilm an den man sich auch in zehn Jahren noch erinnern wird. Vielmehr bekommen Freunde fürs Grobe ausschließlich das, was ihnen in Deutschland oft wegen den strengen Zensurauflagen vorenthalten wird. Im Falle von THE HORDE ist das Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt. Zur Freude für jene, die den täglichen Brutalo-Kick im Genre suchen. Die werden wegen der vielen zermatschten Köpfe, abgesägten Gliedmaßen und unzähligen Knochenbrüchen feuchte Höschen bekommen – auch wenn nicht unverborgen bleibt, dass mit kleinem Budget gehaushaltet werden musste. Für genug Schauwerte hat das schmale Kapital dennoch ausgereicht.
 
 
the-horde-2016-bild-2
 
 
Hinter dem heftigen Filmchen steckt JARED COHN. Der hat sich bisher an reichlich B-Movie-Futter (u.a. BUDDY HUTCHINS) ausprobiert und auch genug Quatsch für das Filmstudio THE ASYLUM verbrochen, das seit dem Erfolg des Hai-Trash-Horrors SHARKNADO besorgniserregend viel Aufmerksamkeit erhält. Von selbstironischem Trash ist THE HORDE weit entfernt, auch wenn ausgelutschte Horror-Klischees, quälend dumme Stereotypen und penetrantes Overacting anfangs eine Parodie auf Backwood-Slasher vermuten lassen. Der Streifen bekommt jedoch schnell die Kurve. So wird der Action- und Gewaltanteil drastisch erhöht, damit dem Horrorfan nicht sofort auffällt, dass THE HORDE trivial und einfältig zusammengekritzelt wurde. Das Drehbuch zum Film glänzt nämlich nicht gerade durch Einfallsreichtum. Stattdessen wird die obligatorische Schlachtplatte serviert, weil sich nun mal Gewalt und Gore gut verkaufen lassen.
 
 
the-horde-2016-bild-1
 
 
In THE HORDE geht es einigen Studenten an den Kragen. Die wollten eigentlich mit Lehrerin Selina Duboix (TIFFANY BROUWER) und ihrem Freund John Crenshaw (PAUL LOGAN – der übrigens auch gleich das Drehbuch zum Film abgeliefert hat) einen Ausflug in die Wälder unternehmen, um dort Nachhilfe in Sachen Fotografie zu erhalten. Doch es kommt alles anders. Einige deformierte Kreaturen und ihre grausamen Anführer treiben in genau jenem Waldstück ihr Unwesen, in dem die Fotosafari stattfinden soll. Wer schon einige Backwood-Slasher gesehen hat, kann sich ausmalen, was passieren wird. Die Schüler werden von der Horde Hinterwäldler überwältigt und in den Unterschlupf verschleppt. Dort wird Menschenfleisch filetiert und verspeist. Gott sei Dank ist Begleiter John Crenshaw ein ehemaliger Soldat und wurde für Kriegseinsätze ausgebildete. Der weiß sich zu verteidigen und wird zum Retter in der Not. Mit puren Fäusten kämpft er sich den Weg zu Freundin Selina frei, die vom Oberbösewicht als neues Begattungsopfer auserkoren wurde. Wetten, dass das blutig wird?
 
 
the-horde-2016-bild-3
 
 
Trotz simpel zusammengeschusterter Geschichte ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht vonn der Hand zu weisen. Das liegt in erster Linie an der temporeichen Inszenierung, die kaum Platz für Längen bietet und den Zuschauer durch ein ungemütliches Szenario hetzt, in dem die vielen Gewaltakte wegen der schmuddelig-dreckigen Atmosphäre gleich doppelt so deftig ausschauen. Viel Zeit für Nebensächlichkeiten wird nicht vergeudet. So geht es nach einer oberflächlichen Charakterisierung auch gleich in den Bau kannibalistisch veranlagter Waldbewohner, die ihre Opfer vergewaltigen, schlachten und fressen. Nacheinander müssen sich die hilflosen Studenten ihrem Schicksal beugen und einen qualvollen Filmtod sterben. Sind die meisten der törichten Opfer tot, rächen sich die wenigen Überlebenden. Dabei erweist sich B-Movie-Darsteller PAUL LOGAN als Glücksgriff, der der sich hier als unkaputtbarer Filmheld durch unzählige Körper schlitzt, schießt und schlägt. Schauspielerisch ist das was in THE HORDE geboten wird ziemlicher Käse. Hier sticht niemand mit herausragenden Qualitäten hervor. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn bis auf schreien, schluchzen und prügeln wird nicht viel abverlangt. THE HORDE ist brutales Fast-Food-Gemetzel ohne Anspruch. Splatterfans und Gorehounds wird das kaum stören. Die werden glücklich darüber sein, dass endlich mal wieder lupenreines Metzelfutter aufgetischt wird, das kompromisslos über den Bildschirm flimmert. Demzufolge sollte man das Hirn ausschalten und ein Bier trinken. Nur so lässt sich das hirnfreie Gewaltspektakel ertragen.
 
 
the-horde-2016-bild-4(2)
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WRONG TURN meets THE HILLS HAVE EYES. THE HORDE ist ein brutales und kompromissloses Gewaltspektakel, das das Herz eines jeden Horrorfan schneller schlagen lassen wird – insofern man Horrorfilme nur dann genießen kann, wenn es darin auch deftig zur Sache geht. Schauspiel oder Geschichte sind hier nebensächlich. Der Fokus liegt auf Spezialeffekte und Filmgewalt. Letztere kommt recht zeigefreudig zum Einsatz und hält die austauschbare und triviale Handlung zusammen. Trotz hanebüchener Geschichte kann THE HORDE was. Der günstige Videolook deutet darauf hin, dass schnell und günstig produziert werden musste. Dennoch stört die DTV-Optik keineswegs, sondern lässt viele der kruden Morde teilweise noch deftiger ausschauen. Glanzstück ist dabei eine Szene, in der einem der Opfer die Zunge herausgeschnitten und danach die Beine abgesägt werden. Empfindsame Gemüter werden angewidert abschalten – Gorehounds wiederum geraten bei solch rücksichtloser Zeigefreudigkeit ins Schwärmen. Weil Regisseur JARED COHN auf Logik pfeift, das Filmgeschehen mit Leichen pflastert und den Actionanteil erhöht, wird THE HORDE nie langweilig. Das ist doch letztendlich das, worauf es im Filmgeschäft ankommt, schließlich will niemand langweilige Horrorstreifen sehen. Demzufolge sollte man das Hirn abschalten und mit Alkohol betäuben. Nur so macht THE HORDE Laune.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Zensur

 
 
 
Zermalmte Köpfe, aufgeschnittene Hälse, durchtrennte Achillessehnen, offene Brüche und Nägel, die durch Hände geschlagen werden. THE HORDE geizt nicht mit Gewaltakten und zelebriert diese genussvoll. Weil im Film das möglichst brutale Töten als einziger Ausweg definiert wird, dürfte es THE HORDE schwer haben in Deutschland überhaupt ungeschnitten veröffentlicht zu werden. Hierfür dürfte allein schon jene Szene Probleme bereiten, in der einem Protagonisten die Zunge herausgerissen wird. Wenig später schneidet sich eine Handkreissäge durch dessen Beine. THE HORDE ist definitiv nur für ein erwachsenes Publikum geeignet. Eine mögliche ungeschnittene Fassung dürfte wohl nur über das deutschsprachige Ausland erhältlich sein.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)