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Filmkritik: „All I Need“ (2016)

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ALL I NEED

Story

 
 
 

Ein solider aber trotzdem spannender Psychothriller mit interessantem Erzählmechanismus: Die attraktive Chloe wacht gefesselt und geknebelt in einem Zimmer voller Frauenleichen auf. Doch die toten Körper sind noch das kleinere Übel. Weitaus rätselhafter ist, wer die Frauen umgebracht hat und was die verängstigte Chloe in dieses Zimmer gekommen ist.

 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Kritik

 
 
 
Was tun, wenn man im Bett eines dunklen Zimmers aufwacht neben dem sich ein Berg von Leichen stapelt? Genau diese Frage versucht der folgende Horrorthriller zu beantworten, der mal wieder von einem Regieneuling inszeniert wurde. DYLAN K. NARANG nennt sich der ambitionierte Newcomer, welcher zuvor mit dem Drehen von Kurzfilmen beschäftigt gewesen war und sich im Falle des Kreaturen-Gruslers DARK WAS THE NIGHT sogar auch schon als Produzent ausprobieren konnte. Mit Horror scheint sich der gute Mann demzufolge schon auszukennen, wie der erste Langfilm unter seiner Regie beweist. ALL I NEED nennt sich das Horrorstück, ist im Serienkiller-Genre beheimatet und macht von einem Zutatencocktail Gebrauch, der schon so machen Horrorfilm zum Erfolg verholfen hat. Spannung durch Klaustrophobie, Panik und Ausweglosigkeit lautet die Erfolgsformel, die auch ALL I NEED geschickt über Wasser hält. Geboten wird zwar nicht viel. Was aber zu sehen ist reicht trotzdem, um kurzweilig zu unterhalten. Demzufolge darf man an dieser Stelle auch mal applaudieren, denn dieser Film ist für ein Erstlingswerk durchaus brauchbar.
 
 
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Zwei Geschichten in einem Film: Chloe (CAITLIN STASY aus FEAR, INC. und EVIDENCE) erlebt den Albtraum ihres Lebens. Sie wacht ganz unerwartet in einem heruntergekommenen Zimmer auf und sucht nach Antworten. Hatte sie etwa einen Filmriss oder wurde sie vielleicht entführt? Letzter Verdacht verhärtet sich so ziemlich schnell, denn im gesamten Zimmer liegen Frauenkörper verteilt – einigen von ihnen leben, andere wiederum sind tot. Leider scheint eine Flucht unmöglich zu sein, denn vor der Tür dreht das Böse seine Runden. Ein vermummter Killer hat Lust zu töten. Der betritt regelmäßig das Zimmer und sucht sich Opfer aus, die er dann hinterlistig tötet. Währenddessen versucht Andrew (MARKUS TAYLOR) seiner Tochter ein besseres Leben zu bereiten. Er erhält einen mysteriösen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der einen lukrativen Job anzubieten hat. Andrew soll Lieferungen an ausgewählten Adressen überbringen und nimmt das Angebot an. Eine verhängnisvolle Entscheidung, die das Leben des treu sorgenden Familienvaters verändern wird. Doch wohin führen beiden Geschichten? Die Auflösung folgt erst am Ende dieses Horrorthrillers.
 
 
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Wenn eine Geschichte knappe 80 Minuten füllen muss, die eigentlich auf einen Bierdeckel passt. In der Regel entstehen so cineastische Katastrophen. Überraschenderweise funktioniert genanntes Prinzip in ALL I NEED trotzdem ganz gut, weil Regisseur DYLAN K. NARANG das Glanzstück schafft, sein wortkarges Langfilmdebüt irgendwie spannend zu gestalten. Der Grund ist in der Erzählweise zu suchen. In diesem Thriller erhält man nur häppchenweise Informationen. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, wird lieber ein Mysterium um Ereignisse gewebt. Was liegt hier im Argen, warum stapelt ein Killer Frauenleichen und welche Lieferungen muss ein unschuldig dreinblickendes Familienoberhaupt an ominöse Kunden verteilen? Die Zusammenhänge ergeben erst am Ende plausiblen Sinn, denn erst dann münden zwei Parallelhandlungen in den obligatorischen Überraschungstwist, der aber nicht sonderlich schwer zu durchschauen ist. Auch wenn die Handlung von ALL I NEED rudimentär gehalten wurde, kann der Film überzeugen. Dafür sorgt die Serienkillerhandlung, die den Hauptteil von ALL I NEED einnimmt und eine ahnungslose Frau durch ein schlecht ausgeleuchtetes Szenario jagt, in dem es gilt zu überleben. Ein pumpender Beat sorgt zusätzlich für Adrenalin. Immer dann, wenn der Killer vor der Linse auftaucht und sich die Heldin in unterschiedliche Verstecke verkriecht wird es hektisch und das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert. Doch die Eingesperrte ist zäh und gibt nicht auf. Die zeigt dem Peiniger mit Cleverness die Stirn. Dank guter Ideen wird der Überlebenskampf so fairer. Wer’s aber von beiden lebend bis zum Abspann schafft, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Mit makabren Einfällen geizt man keineswegs.
 
 
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ALL I NEED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wortkarger Überlebenskampf auf engstem Raum. ALL I NEED ist so simpel gestrickt, dass man hier eigentlich einen Rohrkrepierer erwartet. Viel Handlung oder gar Dialog hat der Film nicht zu bieten. Trotzdem gelingt es Regie-Newcomer DYLAN K. NARANG eine permanente Stimmung des Unbehagens heraufzubeschwören. Wie er das schafft, ist nicht sonderlich clever, aber durchaus effektiv. Er hebt sich Antworten und Erklärungsversuche bis zum Schluss auf. Weil der Zuschauer wissen möchte, warum hier eine ahnungslose Frau von einem Killer terrorisiert wird, verhaart man bis zum Abspann vor der Glotze. Dank klaustrophobischer Stimmung, Dialogarmut und undurchsichtigem Katz- und Mausspiel bleibt Gezeigtes spannend und quält mit kaum Längen. Auch wenn ALL I NEED nichts sonderlich Neues zeigt, können Fans gemeiner Serienkiller-Streifen durchaus einen Blick riskieren. Dennoch warnen wir vor: Wer auf ultraharte Schauwerte wartet, ist hier an der falschen Adresse. Was geboten wird, ist eher gemeine Psychoware, statt knüppelharter Horrorstoff.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Zensur

 
 
 
ALL I NEED ist nicht sonderlich blutig. Unschuldige Frauen werden im Off ermordet. Der einzige brutale Moment reduziert sich auf eine Heugabelszene. Mit der sticht der Killer mehrmals in einen Lüftungsschacht, wo sich eine Protagonistin versteckt. Weiterhin wird eine Filmfigur erdrosselt. Hierzulande dürfte ALL I NEED FSK16-tauglich sein.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Girls and Corpses | Foggy Bottom Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Kritik: „Wolf Creek: Staffel 1“ (2016)

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WOLF CREEK: STAFFEL 1

Story

 
 
 
Die Teenagerin Eve (LUCY FREY aus THE DARKNESS) will den Mord an ihrer Familie rächen. Dahinter steckt kein Geringerer als Mick Taylor, der in den bisherigen WOLF CREEK-Kinoausflügen so manch ahnungslosen Touristen blutig um die Ecke gebracht hat.

 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 1 – Kritik

 
 
 
Kino allein reicht heute nicht mehr aus. Seit Kinobetreiber über Besucherrückgang klagen und Blockbuster für kleines Geld mittels Stream direkt ins Wohnzimmer kommen, hat auch in der Filmindustrie ein Umdenken stattgefunden. Kino im TV-Format heißt der neue Trend, mit dem sich große Filmstudios und VOD-Anbieter seit Jahren ein goldenes Näschen verdienen. Dafür werden oft beliebte Filmfranchises, bekannte Kinoerfolge oder namhafte Kultklassiker als Fernsehserie adaptiert, um auch das Geld derer abgreifen zu können, die die heimische Couch dem Kinosessel vorziehen. Offenbar fährt man mit dieser Masche gut, was hohe Produktionsstandards beweisen. So sehen viele TV-Serien mittlerweile besser aus als mancher Kinostreifen, der starbesetzt vergebens um die Gunst des Publikums buhlt. Für ambitionierte Filmemacher ein gefundenes Fressen. Denen offenbaren sich bei der Umsetzung von TV-Serien nicht nur bessere Möglichkeiten durch mehr finanzielle Mittel. Auch die Freiheit des Erzählens hat zur Folge, dass immer mehr Schauspieler und Regisseure zum Fernsehen abwandern, um dort Zuschauer glücklich machen zu können. Letztere haben die Fäden in der Hand und entscheiden über Erfolg oder Aus. Das hatte bisher nicht selten zur Folge, dass schon so manche Serienadaption bereits nach wenigen Folgen wieder eingestellt wurde. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
 
 
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Nach dem TV-Recycling von Horrorware wie SCREAM, EVIL DEAD oder FROM DUSK TILL DAWN hat es nun auch der Backwood-Slasher WOLF CREEK getroffen, welcher nach zwei Kinoausflügen ebenso im TV-Format fortgeführt wird. Der australische Streaming-Anbieter STAN macht es AMAZON und NETFLIX gleich. Dort bekommen Abonnenten immer öfter exklusiv produzierte Fernsehserien zu sehen, die man sich nur anschauen kann, wenn man als Kunde einen monatlichen Obolus zahlt. Offensichtlich fand das Konzept auch bei der australischen VOD-Plattform STAN Anklang, weshalb man sechs Folgen für eine erste Staffel produzieren lies, damit man die Geschehnisse um Serienkiller Mick Taylor weiterspinnen konnte. Was jedoch Liebhaber härterer Filmunterhaltung hellhörig macht, dürfte die meisten Fans der Filme enttäuschen. WOLF CREEK – DIE SERIE ist nämlich aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Die Serienumsetzung lässt sich mehr Zeit für Geschichte, Charaktere und Spannung. Was aber fehlt sind die harten Gewalteskapaten, die WOLF CREEK und seine Fortsetzung in Horrorkreisen so beliebt gemacht haben. Ob es sich da überhaupt lohnt die sechs 45-Minüter der Mini-Serie anzuschauen?
 
 
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Staffel 1 der WOLF CREEK-Serie beginnt mit altbewährter Formel, für die sich die bisherigen Leinwandabenteuer bei Horrorfans einen Namen machen konnten. Im Mittelpunkt steht dir Teenagerin Eve, die mit den Eltern und dem kleinen Bruder im Wohnwagen durchs australische Outback reist. Eigentlich ist der bisherige Urlaub für die amerikanische Familie ein aufregendes Erlebnis. Doch die Reise erlebt bald eine entscheidende Wendung, die den Zuschauer mit auf eine Reise voller Gefahren nimmt. Unterwegs trifft man auf den zynischen Mick Taylor, der sich bald als boshafter Todesengel entpuppt. Er besitzt eine Leidenschaft für das Töten von Touristen und ermordet die Familie auf grausame Weise. Leider ging er bei seiner gewissenlosen Tat nicht sonderlich genau vor. Eve wird von der Polizei gefunden, wird ins Krankenhaus gebracht und überlebt. Statt jedoch mit den Gesetzeshütern zusammenzuarbeiten, nimmt die traumatisiere Jugendliche das Gesetz bald selbst in die Hand. Sie kauft sich einen gebrauchten Bus und macht sich auf den Weg, um den Mord an der Familie zu rächen. Keine leichte Aufgabe, wenn man kaum Anhaltspunkte besitzt. Was folgt ist eine Irrfahrt durch das australische Hinterland, die das Mädchen vor manch furchteinflößende Herausforderung stellt. Hier draußen herrschen eben andere Gesetze.
 
 
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Keine reine Horror-Serie, sondern eher ein ruppiges Roadmovie auf sechs Episoden verteilt. Der Serienausflug wird die meisten Horrorfans vor den Kopf stoßen. Anders als erwartet, steht hier nicht ausschließlich Serienkiller Mick Taylor im Fokus. Serienschöpfer GREG MCLEAN konzentriert sich im TV-Rachefeldzug in erster Linie auf Widersacherin Eve, die durch staubige Wüstenlandschaften pilgert, um eine Spur zum Mörder ihrer Familie zu finden. Die besitzt nichts anderes, als ein Foto auf dem der fahrbare Untersatz ihres Peinigers zu sehen ist. Damit macht sie sich auf und wittert schon bald die Fährte zum berüchtigten Touristenkiller. Weil ein Herumirren durchs Outback auf Dauer recht langweilig werden kann, hat man an Nebenhandlungen gedacht. So trifft die Serienheldin im Verlauf der Suche auf verschiedenste Charaktere, die ihr mal mehr, mal weniger hilfreich zur Seite stehen. Aber nicht nur helfende Hände bringen Eve dem Ziel ein Stück näher. Die attraktive Frau muss sich im Verlauf der wenigen Episoden auch gegen allerhand menschlichen Abschaum zur Wehr setzen, der draußen in der Wildnis nach eigenen gesetzlosen Regeln lebt und gern mal junge Teenagerinnen zum Frühstück verspeist. Das sorgt für manch raue Szene, in der sich die Heldin unachtsam in Gefahr bringt. Doch Eve wächst über sich hinaus. Die verwandelt sich in sechs Folgen vom grauen Mäuschen zur Kampfamazone und liest Filmbösewicht Mick Taylor am Ende selbstverständlich die Leviten. Dass ein offene Ende einer weiteren Staffel die Türen offen hält, dürfte wohl die wenigsten Zuschauer verwundern – schließlich muss die Erfolgskuh so lange gemolken werden, bis sie keine Milch mehr gibt.
 
 
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Unterm Strich ist Staffel 1 von WOLF CREEK weder Fisch noch Fleisch. Die Serie beginnt stark, schwächelt aber nach drei spannenden Episoden. Offenbar sind den Machern bereits in der Halbzeit die Ideen ausgegangen, weshalb sich der Weg bis zur Zielgeraden zieht wie Kaugummi. Erst im Finale findet die erste Season zu eigentlicher Größe zurück und lässt im blutigen Schlagabtausch zumindest kurz die gewalttätigen Kinofilme Revue passieren. Bis dahin ist von schaufreudigen Perversionen kaum etwas zu sehen. Gleiches gilt übrigens auch für den bekannten Filmbösewicht. Der macht sich in der Serie so ziemlich rar und mordet zur Abwechslung still und leise. Die Kamera blendet meist schnell weg, wenn es für Gorehounds interessant wird. Das dürfte enttäuschte Gesichter zurücklassen. Immerhin wurde aber eine weitere Staffel bestätigt. Mal schauen, ob man dem Gehör der Fanbase diesmal Beachtung schenkt und das Treiben blutrot färben wird. Den eingefleischten WOLF CREEK-Anhängern wäre es zumindest zu wünschen.
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 1 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX in blutrot. Die erste Staffel der WOLF CREEK-Serie bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Der raue Ton der Kinofilme ist auch in der Serienadaption zu verzeichnen. Was aber fehlt, sind die ausufernden Gewaltmomente und die zynische Metzelorgien von Serienkiller Mick Taylor durch die die WOLF CREEK-Filme bekannt geworden sind. Letzterer ist hier nur Beiwerk und eher selten zu sehen. Zwar ist auch in der Serienumsetzung dessen Leidenschaft fürs Morden Programm – die Kamera fängt diese aber nur selten ein. Erst im Finale bekommt der Zuschauer ein paar deftige Schauwerte präsentiert. Bis dahin erlebt die WOLF CREEK-Serie so manches auf und ab. Qualitativ ist die erste Season durchwachsen. Die Serie beginnt stark und baut ab der Halbzeit erschreckend ab. Hier wird deutlich, dass manche Filmstoffe einfach nicht für Fortsetzungen oder Serien prädestiniert sind. Nach gerade einmal drei Episoden gehen der Serie die Luft und den Drehbuchschreibern die Ideen aus. Immerhin erhält der Zuschauer Antworten. Serienschöpfer GREG MCLEAN macht einen kurzen Abstecher in die Vergangenheit seines Bösewichts und erklärt in unschönen Bildern, wie es zur Leidenschaft fürs Abschlachten gekommen ist. Sonderlich einfallsreich sind die Gründe nicht. Aber das hat wohl auch niemand von einer Serie zu einer Backwood-Slasher-Reihe erwartet, die in erster Linie durch Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt bekannt geworden ist. Weil der Filmstoff kaum für eine erste Staffel ausgereicht hat, darf man gespannt sein, wie Staffel 2 fortgesetzt werden soll. Insofern die Spezialeffektkünstler häufiger ihres Amtes walten werden, dürfte das wohl den meisten Zuschauern auch relativ egal sein. Die erste Season zumindest schwächelt wegen allerhand Startschwierigkeiten. Es kann nur besser werden.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 1 – Zensur

 
 
 
Auch wenn sich die erste Staffel von WOLF CREEK im direkten Vergleich zu den Spielfilmen hinsichtlich der Gewalt stark zurückhält, gibt es dennoch Schauwerte zu sehen. Gleich in den ersten Minuten der ersten Season wird eine Familie recht kaltblütig vor der Kamera erschossen. Danach machen sich Gewaltmomente rar. Meist werden die Übergriffe durch Serienkiller Mick Taylor nur angedeutet oder die Kamera blendet weg. Erst im Finale geht es wieder etwas ruppiger zur Sache. Dann werden Messer und angespitzte Stöcke in Körper gerammt. Ebenfalls hart anzusehen: Wie einer der Protagonisten sich die Hand mit einer Säge abtrennt. SAW lässt grüßen. WOLF CREEK – DIE SERIE ist trotz Mad-Max-Kulisse nicht sonderlich brutal. Da hat man im WALKING DEAD-Universum weitaus heftigeres zu sehen bekommen. Man darf mit einer ungeschnittenen Freigabe ab 18 Jahren rechnen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 1 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Stan Australia)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)

Wolf Creek 2 (2013)

Outback – Tödliche jagd (2011)

Crawl (2011)

Drifter (2016)


Filmkritik: „The Barn“ (2016)

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THE BARN

Story

 
 
 
Einige Jugendliche entfachen in einer mysteriösen Scheune – natürlich pünktlich an Halloween – das Böse

 
 
 


 
 
 

THE BARN – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren haben wir sie hier schon ziemlich oft besprochen: Horrorfilme, die sich vor ihren Vorfahren längst vergangener Dekaden verbeugen. Was vor einigen Jahren noch als charmante Hommage an die Hochzeiten des Horrorfilms gefeiert wurde, hat leider längst an Glanz verloren. Der Grund ist denkbar einfach: Es gibt mittlerweile einfach zu viele Genre-Produktionen, die sich entweder von den Horrorfilmen aus den 1970ern oder den 1980ern inspirieren lassen. Der Splatter-Slasher THE BARN bildet da keine Ausnahme. Für diesen Low-Budget-Indiefilm musste mal wieder das goldene Jahrzehnt der Slasher-Streifen herhalten, das vor allem durch mal mehr, mal weniger brauchbare Plagiate und Fortsetzungen bekannter Meuchelklassiker wie A NIGHTMARE ON ELM STREET, HALLOWEEN oder FREITAG DER 13. berüchtigt wurde. Von genannter Kult-Ware ist THE BARN aber weit entfernt, auch wenn zweifelsohne dahinter eine Herzensangelegenheit steckt, die mit Hilfe von Crowdfunding fertiggestellt werden konnte. Dem Film mangelt es an Spannung, sympathischen Protagonisten und vor allem Neuerungen, die ihn hervorstechen lassen würden. Demzufolge ist es (zumindest für uns) unverständlich, weshalb der via Kickstarter finanzierte Old-School-Slasher auf Festivals mit Lob und Preisen nur so überhäuft wurde. Der technische Standard ist unterdurchschnittlich und nach Originalität sucht man vergebens. Da hat man in jüngster Vergangenheit weitaus Besseres gesehen, das derlei Lobpreisungen verdient hätte.
 
 
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An Halloween geht’s in amerikanischen Horrorfilmen meist rund. Ähnlich wie in NIGHT OF THE DEMONS von 1988 werden auch in THE BARN schaurige Legenden zu dämonischer Realität. Das müssen auch die besten Freunde Sam und Josh am eigenen Leib erfahren, die einen Heidenspaß daran haben, an Halloween Leute zu erschrecken und damit nicht immer auf Gegenliebe stoßen. Doch dieses Jahr soll alles anders werden. Treu der Devise „je oller, je doller“ wollen es die Kumpels im letzten Jahr an der High School noch mal so richtig krachen lassen. So soll das letzte Gruselfest vor dem Abschluss zum unvergesslichen Erlebnis werden. Dafür haben sich die Freunde ein Rockkonzert ausgesucht, das man gemeinsam mit der Clique besuchen möchte. Doch die Fahrt dahin endet anders als erwartet. Man macht einen kurzen Abstecher zu einer Scheune, über die man schaurige Geschichten erzählt. Die interessieren die Teenager nicht. Stattdessen macht man Scherze und dringt in das Gemäuer ein. Der Denkzettel folgt auf dem Fuße. Durch naive Unachtsamkeit entfachen Sie einen Fluch und erwecken drei dämonische Kreaturen zum Leben, mit denen nicht zu spaßen ist.
 
 
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THE BARN ist typisches Low-Budget-Futter, das man in den 1980ern vermutlich bis zum Erbrechen geschnitten und eingestaubt in den unteren Regalen der Videotheken vorgefunden hätte. Hier wird zitiert, was in genanntem Jahrzehnt horrorfilmtechnisch Rang und Namen hatte. Der Soundtrack bringt Klänge aus Coscarellis DAS BÖSE-Reihe zurück ins Gedächtnis, schaurige Lagerfeuer-Erzählungen erinnern an Camp-Schlitzereien der FREITAG DER 13.-Filme und blutige Dämonen-Schlachtereien wollen Raimis Amateur-Splatter TANZ DER TEUFEL Konkurrenz machen. Zumindest hinsichtlich der Blutmanschereien tobt man sich genüsslich aus und zelebriert handgemachte Spezialeffekte, die in ihrer absurden Zeigefreudigkeit tatsächlich das Horror-Feeling der 1980er einfangen. Leider lassen diese Splatter- und Meuchelmomente immer wieder auf sich warten. Bis die in ihrer vollen Pracht gezeigt werden, benötigt der Zuschauer Geduld. Erst nach knapp einer Stunde kommt das Massaker so richtig in Fahrt. Dann machen sich drei befreite Dämonen über die Bewohner eines verschlafenen Örtchens her, reißen Därme aus Bauchdecken oder schlagen Körperteile ab. Leider wird bis dahin viel gequasselt, ohne das sich überhaupt ein Spannungsbogen entwickeln kann. Das macht es nicht gerade einfach dem wenig originellen Treiben zu folgen. Demzufolge sollte man sich nicht zu viel vom ansprechend gestalteten Poster erhoffen. THE BARN ist trotz seines Retro-Charmes kaum der Rede wert, weil sich der Film zu verkrampft am Zitieren festhält und dabei vergisst, dass das Publikum von Heute dann doch ganz andere Sehgewohnheiten besitzt, wie noch vor 20 Jahren. Hier wird viel Retro aber mindestens genauso viel Leerlauf geboten, der die meisten Zuschauer zum frühen Abschalten bewegen wird. Weil THE BARN hinter dem Vorwand des gut gemeinten Zitierens trotzdem nur ein gemächlich und beliebig erzählter Slasher mit kurzen Morden und bekannter Geschichte ist, dürfte er gerade deswegen wohl auch niemanden mehr vom Hocker reißen – Hommage hin oder her. Auch wenn’s in den 1980ern schön war – neue Ideen sind heute im Horrorfilm so dringend nötig wie noch nie. Das scheinen die Macher dieses Horrorstreifens offenbar außer Acht gelassen zu haben.
 
 
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THE BARN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine Liebeserklärung an die Horrorfilme der 1980er. THE BARN ist ein Splatter-Slasher der alten Schule, der sich in der Machart an den vielen Horrorklassiker aus genanntem Jahrzehnt orientiert. Das bedeutet: Carpentereske Synthesizer-Klänge, schrille Rockmusik, handgemachte Spezialeffekte und dumme Teenager, die blutig über die Klinge springen müssen. In Interviews erläuterte Regisseur JUSTIN M. SEAMAN stolz, dass die Idee zum Film schon einige Jahre auf dem Buckel hat. THE BARN beruht nämlich auf einem Skript, das der Filmemacher bereits im Alter von blutjungen acht Jahren verfasst hat. Offenbar hatte der Horrorfan nach vielen Jahren der Leidenschaft zum Genre dann doch selbst mal das Verlangen, einen eigenen Horrorfilm nach seinem Geschmack zu drehen. Dank Crowdfunding war das einfacher als gedacht. Um das Gefühl jener Zeit auf Film bannen zu können, vor der man sich ehrfürchtig verbeugt, wurden gleiche Kameras und Belichtungsgerätschaften verwendet, die auch in den Horrorfilmen der 1980er zum Einsatz gekommen waren. Doch hat so viel Einsatz und Liebe zum Horrorkino gelohnt? Wir meinen nur bedingt, denn leider reduzieren sich die eigentlichen Höhepunkte in THE BARN auf die letzte halbe Stunde. Dann erst machen sich drei bekannte Horrorkreaturen (der Boogeyman, Hollow Jack, und die Vogelscheuche) auf, um einer Ortschaft die blutigen Leviten zu lesen. Weil zuvor jedoch kaum etwas passiert, dürften die meisten Zuschauer wegen aufkommender Müdigkeitserscheinungen erst gar nicht die kreativen Kills zu sehen bekommen, die sich im Finale ereignen. Wer wach bleibt wird aber entlohnt. Hinsichtlich der nett getricksten Kunstblut- und Latex-Manscherei gibt es Pluspunkte, denn einige der bösen Szenen schaffen es tatsächlich Erinnerung an jene Dekade wach werden zu lassen. Mehr originelle Ideen, ein durchdachtes Drehbuch und mehr Budget hätten aus THE BARN einen Hit gemacht. Weil aber an allen Ecken improvisiert und gespart werden musste und Regisseur JUSTIN M. SEAMAN was das Filmemachen angeht noch reichlich grün hinter den Ohren ist, ist der ambitionierte Retro-Horror dann doch mehr Grabbeltischware statt Geheimtipp. Übrigens hat man sich fürs Bewerben der Veröffentlichung etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zeitgleich zum Erscheinen des Streifens, wurde in Amerika ein Videospiel fürs Handy veröffentlicht, das – wie hätte es auch anders sein sollen – mit 8-Bit-Animation an die Videospiele jener Dekade erinnert.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Zensur

 
 
 
Die meisten Schauwerte reduzieren sich in THE BArN auf die letzte halbe Stunde. Dann gibt es allerhand Hausgemachtes zu sehen, das aber trotzdem nicht sonderlich grausam anzuschauen ist. Mit viel Glück gibt es eine FSK16. Wahrscheinlicher ist aber eher eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Nevermore Production Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lost After Dark (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 
Billy Club (2013)
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Night of the Demons – Remkae (2009)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 


Filmkritik: „Scathing“ (2016)

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SCATHING

Story

 
 
 
Zwei Frischverliebte geraten in die Fänge eines skrupellosen Kannibalen.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Kritik

 
 
 
Wie sich Zeiten ändern. Vor zwanzig Jahren noch haben leidenschaftliche Filmliebhaber mit Videokamera und Freunden in der Garage ihre eigenen Horrorfilme gedreht. In den meisten Fällen war der hervorgebrachte Blödsinn wegen mangelnder Professionalität, fehlendem Budget und unzureichendem Equipment kaum zu ertragen. Dank Wegbereiter modernen Amateur-Horrors wie JÖRG BUTTGEREIT oder OLAF ITTENBACH konnte sich dennoch ein kleiner Nischenmarkt etablieren, der auch heute noch im Untergrund lauert und durchaus seine Fans hat. Mittlerweile hat sich das Blatt aber gewendet. Amateur-Horror lässt sich in einer hochmodernen Zeit wie der heutigen nicht mehr so einfach als solcher identifizieren. Dazu hat vor allem die allgegenwärtige Digitalisierung beigetragen, die ästhetische Videoschnipsel auf heimische TV-Geräte manövriert, die man zuvor mit dem Handy oder Urlaubskamera aufgenommen hat. Jeder kann Horrorfilme drehen. Ein Smartphone und zugehörige Handyprogramme reichen aus, um HD-Schocker zu inszenieren. Schnittsoftware und Farbfilter gibt’s im Internet als Downloads zuhauf. So kann man den Horrorfilm Marke Eigenbau mit individueller Handschrift versehen. Ein Grund mehr, warum Amateur-Schocker von heute so aussehen, wie Hollywood-Filme von vor 30 Jahren. Eine beunruhigende Entwicklung, die schon so einigen Horrorfilmfans Lebenszeit geraubt hat, weil sich hinter hochauflösender Grusel-Ästhetik nicht selten grauenhafte Amateur-Drehbücher und untalentierte Laiendarsteller versteckt haben.
 
 
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Auch für den Horrorfilm SCATHING trifft das zu. Der Film wurde mit 4K-Kameras gedreht und schaut dementsprechend auch fabelhaft aus. Leider dürfte schnell die Freude am visuellen Gaumenschmaus vergehen, wenn man genauer unter die Lupe nimmt, was überhaupt geboten wird. Viel ist das leider nicht, denn die Handlung ist erschreckend rudimentär und orientiert sich beim Aufbau am Slasher-Einerlei der letzten gefühlt 100 Jahre. Im Langfilmdebüt von Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO will Teenager Amanda (ALLIE SPARKS) nicht auf die Eltern hören. Die darf nicht außer Haus, springt aber trotzdem ins Auto von Boyfriend Adam (MICHAEL FRASCINO), der Lust auf Fummeln und Anfassen hat. Der Flitzer wird auf menschenleerem Gelände geparkt, damit man ungestört knutschen kann. Doch Ungehorsam muss bestraft werden. So springt am nächsten Morgen der Motor nicht an. Freunde eilen zur Hilfe und geraten ins Visier eines gewissenlosen Kannibalen, der in seiner Hütte Menschen zerlegt und verspeist. Keine guten Voraussetzungen für Amanda und Adam. Die können sich noch rechtzeitig im Auto verschanzen, während die Freunde auf grausame Weise ihr Leben lassen müssen. Was folgt, hat man schon so oft gesehen. Der Killer spielt mit seinen Opfern perfide Spiele und sorgt damit für unerträgliches Opfergeschrei. Immerhin spritzt dabei reichlich Blut, sodass zumindest Gorehounds zufriedengestellt werden können. Alle übrigen Zuschauer dürften wegen stümperhafter Schnitte, schlechter Ausleuchtung und fiesem Schauspiel schon nach wenigen Minuten das Weite suchen.
 
 
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Willkommen zur Slasher-Version des King’schen Roman-Albtraums CUJO. So zumindest lässt sich am besten beschreiben, was dem Zuschauer in SCATHING zugemutet wird. Hier flüchten zwei nicht sonderlich kluge Teenager in ein Auto, das wenig später von einem langhaarigen Psychopathen belagert wird. Letzterer trägt aus nicht näher erläuterten Gründen einen Schweißerhelm und erinnert wegen seiner hünenhaften Erscheinung an Killer in Filmen wie BIKINI GIRLS ON ICE und HAZARD JACK. Weil der Filmbösewicht nicht gerade zimperlich zur Sache geht und gern mal an Menschenherzen oder Babys knabbert, wird ein gesunder Magen vorausgesetzt. Der ist vor allem deshalb wichtig, weil einige der billigen Effekte wegen ihrer schmuddeligen Inszenierung dann doch recht hart anzusehen sind. Da werden Opfer ausgeweidet und zerstückelt. Ganz zur Freude der Splatter-Fraktion, die an den kruden Ekelmomenten ihre Freude haben wird. Leider ist der technisch solide in Szene gesetzte Amateur-Backwood-Slasher trotzdem kein Hit. Die Gewaltmomente sind nämlich das einzige, was in Erinnerung bleibt. Der Rest ist unzumutbar, wobei vor allem das unerträgliche Schauspiel zu nennen wäre. Hier hat man wohl Leute von der Straße aufgelesen, die sich für eine Packung Chips vor der Kamera zum Apfel machen wollten. Gott sei Dank mussten die untalentierten Jungdarsteller nur wenig Text lernen, denn außer Schreien, Winseln und schließlich Sterben wird den Leutchen nicht viel abverlangt. Umso verwunderlicher, was Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO in der Kickstarter-Kampagne zu SCATHING schrieb. Leicht selbstüberschätzt erklärte er spendablen Fans dort, was er sich vom ersten Langfilm erhofft: I aim to make the critics say this is the best horror film of it’s kind since Friday the 13th.
 
 
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SCATHING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BIKINI GIRLS ON ICE meets HAZARD JACK. SCATHING ist ein Amateur-Slasher der neuen Generation, der dank 4K-Kameras ziemlich gut ausschaut und zumindest visuell gesehen vielen Meuchelfilmen aus den 1980ern um Längen voraus ist. Inhaltlich wird hier aber auf Sparflamme geköchelt. Zwei Teenager werden von einem Psychopathen tyrannisiert, der Lust auf Katz- und Mausspiele hat. Die Atmosphäre mit ihrer dreckigen Optik und der Ablauf der Handlung erinnert an das TEXAS CHAINSAW MASSACRE aus der Mache des MICHAEL BAY. Trotzdem sollte man erst gar nicht versuchen, irgendwelche Vergleiche zu ziehen. SCATHING ist eine ganz andere Hausnummer und wurde vermutlich mit einem Minimum an Dollars umgesetzt. Das wird vor allem beim rudimentären Drehbuch und an den mehr als schlechten Schauspielern deutlich. Zumindest gewalttechnisch tischt SCATHING groß auf. Wer sich damit zufrieden gibt und sich dessen bewusst ist, dass es sich hier immer noch um Amateurware handelt, kann gern mal einen Blick wagen – sollte aber nicht zuviel erwarten.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Zensur

 
 
 
In SCATHING geht es nicht gerade zimperlich zu. Von Ausweidungen über Zerstückelung von Menschen gibt es einiges zu sehen. Zudem knabbert der Filmkiller gern mal an menschlichen Herzen oder brät sich ein Baby. Wegen des schlecht ausgeleuchteten Amateurlooks sehen die simpel getricksten Spezialeffekte doch recht heftig aus. Weil es in der Vergangenheit schon ähnliche Filme gegeben hat (u.a. SLASHER IN THE WOODS) dürfte SCATHING wohl nur geschnitten in Deutschland erscheinen – insofern der Film hier überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Midnight Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Girlhouse – Töte, was du nicht kriegen kannst (2014)
 
Hazard Jack (2014)


Filmkritik: „Bodom“ (2016)

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BODOM

(LAKE BODOM)

Story

 
 
 
Vier Jugendliche wollen einen mysteriösen Mordfall untersuchen, der sich 50 Jahre zuvor abgespielt hat und werden mit einer Bedrohung konfrontiert, die ihr Leben in Gefahr bringt.

 
 
 


 
 
 

BODOM – Kritik

 
 
 
Finnland ist nicht gerade das Land, was man in Horrorfilmfan-Kreisen als Genre-Schmiede bezeichnen würde. Was hier bisher an Grusel- und Schockermaterial gedreht wurde, lässt sich an einer Hand abzählen. So dürften zuletzt nur RARE EXPORTS und DARK FLOORS bei Kennern im Gedächtnis geblieben sein, die immerhin auf einschlägigen Festivals positive Resonanz erhielten und sich deshalb auch außerhalb Finnlands einen Namen machen konnten. Gleiches könnte nun auch mit dem Horrorthriller BODOM (der für den Weltmarkt in LAKE BODOM umgetauft wurde) wiederholt werden, der sich einem erfolgreichen – wenn auch makabren – Marketingtrick bedient. Regisseur TANELI MUSTONEN nutzt fürs Angstmachen historischen Background. Das bedeutet, dass die Ereignisse des Films von einem Verbrechen inspiriert wurden, das sich 1960 tatsächlich am finnischen Bodom-See nahe der Stadt Espoo, nicht weit von der Hauptstadt Helsinki zugetragen hat. Dort wurden vier Camper am frühen Morgen des 06. Juni 1960 von einem unbekannten Täter überrascht. Drei von ihnen überlebten das Massaker nicht. Trotz jahrelangen Ermittlungen konnte nicht ermittelt werden, wer die Tat begangen hat. Dennoch wurde der Vorfall im Jahr 2004 erneut aufgerollt. So geriet der damals 18-jährige Nils Wilhelm Gustafsson unter Verdacht. Der konnte sich in der Mordnacht schwer verletzt in Sicherheit bringen und wurde 2004 erneut am Mord seiner Freunde beschuldigt. Weil man aber keine aussagekräftigen Beweise finden konnte, sprach man ihn von allen Vorwürfen frei und zahlte 45.000 Euro Schadensersatz für unbegründete Untersuchungshaft.
 
 
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Horrorfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Das ist nach wie vor eine gut funktionierende Prämisse in der Filmlandschaft, um sensationslüsterne Zuschauer ins Kino locken zu können. Was bereits bei Filmen wie PSYCHO oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE kassenwirksam angewandt wurde, funktioniert natürlich auch im Film BODOM hervorragend, der vier Jugendliche bei der Rekonstruktion besagter Morde aus dem Jahr 1960 begleitet. Die machen sich mit Sack und Pack zum Bodom-See auf, um die dort vorgefallenen Ereignisse 50 Jahre später in Eigenregie noch einmal zu untersuchen. Was aber mit Neugierde beginnt, entwickelt sich für die vier Schüler bald zum Albtraum. Kaum stehen die Zelte und die Nacht bricht herein, bekommen es die Jugendlichen mit der Angst zu tun. Offenbar schleicht hier jemand durch die Wälder, um ahnungslosen Campern das Fürchten zu lehren. So ist bald schon der erste Tote zu beklagen. Der Rest flüchtet panisch durchs Gebüsch und versucht im Dunkel der Nacht die Landstraße zu erreichen. Weil BODOM nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, dürften erfahrene Horrorfilmkenner bereits erahnen, wohin die Reise gehen wird. Trotzdem hat BODOM einige Überraschungen zu bieten, die ihn zu nicht uninteressanter Horrorware machen. Mehr zu verraten wäre gemein.
 
 
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Was sich hier liest, wie ein beliebiger Slasher von der Stange ist weit mehr als gedacht. Der finnische Horrorthriller ist nämlich eine dieser fiesen Schauerproduktionen, die den Zuschauer versucht mit twistreicher Handlung an der Nase herumzuführen. Weil’s solche Horrorfilme aber mittlerweile wie Sand am Meer gibt, will sich BODOM dann doch gleich mit mehreren dieser Überraschungswendungen ein Denkmal setzen. Hier ist nichts wie es anfangs scheint. So besteht der Streifen aus zwei Filmhälften. Die erste entpuppt sich als atmosphärischer Slasher der alten Schule und mündet in eine zweite Hälfte, in der die Erfolgszutat gängiger Überlebens- und Terrorfilme Verwendung findet. Das bedeutet: gnadenlose Jagd durch dunkles Waldgebiet, die ein ungutes Bauchgefühl zurücklässt, weil Opfer bis zur psychischen Erschöpfung terrorisiert werden. Dabei kommt dem Film vor allem die unheimliche Kulisse zugute, die den Überlebenskampf zusätzlich erschwert. BODOM spielt mit menschlichen Urängsten, wobei die Angst vor Dunkelheit einen großen Stellenwert einnimmt. Die Jugendlichen irren hier durch ein minimalistisch ausgeleuchtetes Szenario und sehen die Hand vor Augen nicht. Dank hervorragender Kameraarbeit wird das Gefühl der Ausweglosigkeit zusätzlich verstärkt, denn Regisseur TANELI MUSTONEN lässt den Wald zu aussehen, als gebe es hier ohnehin kein Herauskommen mehr. Letzterer scheint übrigens viele Horrorfilme älteren und neueren Datum studiert zu haben. Der vermischt hier Oldschool-Lagerfeuer-Meuchelei mit unmenschlicher Kaltschnäuzigkeit, die man sonst eher in Filmen wie WOLF CREEK zu sehen bekommt. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen und braucht den Vergleich zum amerikanischen Horrormarkt nicht zu scheuen. Technisch und atmosphärisch fährt BODOM nämlich groß auf, was einmal mehr beweist, dass die wirklich mutigen, guten und innovativen Horrorfilme immer noch aus Europa kommen.
 
 
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BODOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos, wendungsreich und definitiv nichts für Weicheier. Wenn ein rätselhafter Mordfall Stoff für einen Horrorfilm liefert. Bisher mussten oft die schockierenden Tatsachenberichte des berüchtigten Kriminellen CHARLES MANSON als Grundlage dafür herhalten, um Kinogänger mit fiktiven Gruselgeschichten schaurige Horrorunterhaltung bieten zu können. Doch es geht auch anders. Ein grausamer Mordfall aus Finnland bietet nun in BODOM (internationaler Titel: LAKE BODOM) die Ausgangsituation für knapp 90 Minuten Angst, Terror und Geschrei. Nach eher familienfreundlichen Produktionen geht es Regisseur TANELI MUSTONEN blutiger an. Der hatte mit THE REUNION im Jahr 2015 einen der erfolgreichsten finnischen Kinofilme gedreht und probiert sich jetzt im Horrorgenre aus. Das Endresultat kann sich sehen lassen und dürfte Slasher-Fans spannende Minuten versprechen, denn BODOM versucht mit geschickten Wendungen den Konventionen gängiger Slasher-Streifen zu entkommen. Zwar hat der Film mit den zugrundeliegenden Morden, die sich in den 1960ern in Finnland ereignet haben, nichts mehr zu tun. Trotzdem spinnt der Filmemacher die Ereignisse konsequent weiter und bietet Horrorfans spannenden Horrorstoff, der sich positiv vom üblichen Videobrei aus Amerika abhebt. Statt immer nur anspruchsvolles Arthaus- und Dramenkino zu inszenieren, täte es Finnland gut, wenn man mehr für den internationalen Filmmarkt tätig wäre. Ein Film wie BODOM dürfte sich wohl auch international zügig verkaufen lassen, denn offensichtlich beherrscht man auch in Finnland kompromissloses Horrorhandwerk tadellos. Ein uneingeschränkt empfehlenswerter Horrorschocker.
 
 
 


 
 
 

BODOM – Zensur

 
 
 
Trotz Slasher ist BODOM nicht sonderlich brutal. Einige Teenager werden mit spitzen Gegenständen durch Hals und Rücken erstochen. Der Fokus liegt in diesem Horrorthriller aber in erster Linie auf Terror. Demzufolge ist eine FSK16 durchaus realistisch.
 
 
 


 
 
 

BODOM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Don Films | Münchhausen Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In Fear (2013)
 
Freitag der 13. (1980)
 
Manhunt Backwoods Massacre (2008)
 
Reykjavik Whale Watching Massacre (2009)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 


Filmkritik: „Good Tidings“ (2016)

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GOOD TIDINGS

Story

 
 
 
Drei Killer im Weihnachtsmannkostüm sind unterwegs. Die möchten bestrafen und tauschen Ruten gegen Mordwerkzeuge aus. Leider müssen ahnungslose Obdachlose dran glauben. Die wollten in einem Gerichtsgebäude eigentlich das Weihnachtsfest feiern, merken aber schon bald, dass sie dort in der Falle sitzen.

 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Kritik

 
 
 
Alle Jahre wieder kommen nicht nur weihnachtliche Animations- und Familienfilme in die Kinos. Auch an schockhungrige Horrorfans wird gedacht, die um die Weihnachtszeit mit bitterbösen Filmalbträumen versorgt werden wollen, damit die schönste Zeit des Jahres auch für Liebhaber des düsteren Genres zum Fest wird. So haben Horrorfilme wie SILENT NIGHT, BÖSE WEIHNACHT oder SAINT gezeigt, dass der Weihnachtsmann nicht zwangsläufig immer nur Gaben bringt. Manchmal hat er auch den Tod im Gepäck oder sorgt mit spitzem Werkzeug für Zucht und Ordnung. Für Freunde morbider Weihnachtsüberraschungen durchaus Grund zur Freude, die sich aber im Falle des folgenden Horrorstreifens schnell legen dürfte. GOOD TIDINGS nennt sich ein weiterer Horrorfilm, der weihnachtliche Bräuche und Sitten für Mord und Todschlag missbraucht. Darin sind rot vermummten Gabenschenker unterwegs, die offensichtlich keine Lust auf Besinnlichkeit haben und auf Zwang töten müssen. Klingt beim Lesen annehmbar, ist bei genauerer Betrachtung aber alles andere als erwähnenswert. GOOD TIDINGS besitzt nämlich kaum Spannung und ist mit 100 Minuten auch eindeutig zu lang. Da hat man definitiv schon besseren Horror unterm Weihnachtsbaum gehabt.
 
 
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Im Terror-Slasher GOOD TIDINGS wollen es sich Obdachlose so richtig gut gehen lassen. Die lassen sich am Weihnachtstag in einem Gerichtsgebäude nieder, um dort friedlich und sicher die Festtage verbringen zu können. Warme Suppe und heiße Getränke sollen Sorgen vergessen lassen. Doch die sind schneller wieder da, als es den Heimatlosen lieb ist. Drei Psychopathen haben besondere Pläne. Die wollen die besinnliche Zeit nutzen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie verschaffen sich als Weihnachtsmänner verkleidet Zugang zum Obdachlosenfest und richten dort ein Blutbad an. Leider kann niemand raus, denn die Ausgänge sind versperrt. Doch der Kriegsveteran Sam Baker (ALAN MULHALL) lässt sich nicht einschüchtern. Der krempelt die Ärmel hoch und versucht sich zu wehren. Was folgt, wird für die Opfer eine lange Nacht des Grauens. Trotz Gegenwehr sterben die Menschen hier wie die Fliegen. Doch man wächst über sich hinaus und nimmt den Kampf gegen Gegner auf, die offenbar keine Gnade kennen.
 
 
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Als Liebesbrief an die blutigen Slasher der 1970er und 1980er beschreibt Regisseur STUART W. BEDFORD den von ihm fabrizierten Blödsinn, für den er sich von bekannten Genre-Filmen hat inspirieren lassen. So haben nicht nur alte Klassiker wie BLACK CHRISTMAS, SILENT NIGHT DEADLY NIGHT oder ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT beim Macher Eindruck hinterlassen. Auch Schocker neueren Datums wie YOU’RE NEXT und THE PURGE fanden in Interviews namentlich Erwähnung und sollen für den Regie-Neuling als Inspirationsgrundlage gedient haben. Leider erreicht dieses Filmdebüt nicht einmal ansatzweise die Qualitäten genannter Horrorware, denn in Erinnerung bleibt hier nichts. Drei stumme Killer schlitzen sich in diesem Streifen teils hölzern durch das Fleisch ahnungsloser Menschen. Die Beweggründe werden nicht genannt und Schockwirkungen bleiben auch aus, weil es dem Film an Kompromisslosigkeit mangelt. GOOD TIDINGS lebt ausschließlich von seinen Morden, die aber aus Budgetgründen nur selten gezeigt werden. Das bedeutet, dass der Zuschauer in der Regel die Resultate der hinterlistigen Taten zu sehen bekommt, was in Zeiten kaltschnäuziger Hochglanz-Slasher irgendwie altbacken anmutet.
 
 
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Doch nicht nur die mangelnde Zeigefreudigkeit alle Morde dürfte Slasher-Fans enttäuschen. Auch mit dem traurigen Rest lässt sich wohl kaum ein Blumentopf gewinnen. Zwar wirkt das Szenario wegen des ungeschliffenen Low-Budget-Looks stimmungsvoll und an der musikalischen Untermauerung in Form von grummelnden Männerstimmen lässt sich nichts aussetzen. Trotzdem fehlt es GOOD TIDINGS an Tempo und Spannung, was gerade in jenen Filme unverzichtbar ist, die die Nerven der Zuschauer strapazieren wollen. Letztere dürften schnell die Lust am zwanghaft auf Terror getrimmten Slasher-Reigen verlieren und das Laufzeit-Display des Filmabspielgerätes im Auge behalten. GOOD TIDINGS ist ein Schnarcher vor dem Herrn und spult das langweilig ab, was man in den vielen Meuchelfilmen zu Genüge gesehen hat, vor denen sich der Filmemacher ehrfürchtig verbeugt. Dann doch lieber noch einmal SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT anschauen. Der Klassiker von 1981 wirkt zwar für heutige Verhältnisse reichlich antiquiert, erfreut aber mit naiven Charme und einigen wirklich schmerzhaften Spezialeffekten. Weihnachtshorrorfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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GOOD TIDINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein atmosphärischer Slasher der alten Schule, welcher sich irgendwo zwischen ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT und SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT bewegt. Leider handelt es sich bei GOOD TIDINGS um keinen Beitrag der Sparte „Weihnachts-Horror“ den man unbedingt erwähnen müsste. Der Terror-Slasher ist furchtbar spannungsarm, weil hier mal nur das Morden im Vordergrund steht. Eine Geschichte gibt es nicht. Stattdessen vergeudet der Streifen knapp 100 Minuten damit, ohnehin schon bemitleidenswerte Menschen zu terrorisieren und abzuschlachten. Wer jetzt aber glaubt, dass das blutig, brutal und grausam anzuschauen ist, wird eines Besseren belehrt. GOOD TIDINGS ist kein neuer MARTYRS oder HIGH TENSION. Der Streifen zitiert zwar viele Slasher der 1980er, blendet aber meist weg, wenn es für Splatterfans interessant wird. Auf die Frage, warum man GOOD TIDINGS gedreht habe, antworteten die Macher, dass es einfach immer noch zu wenige Horrorfilme gibt, die in der Weihnachtszeit spielen. Da hat man eindeutig recht. Trotzdem bereichert GOOD TIDINGS das Weihnachts-Horror-Genre keineswegs. Hier gibt es nämlich kaum Neuerungen zu sehen. Alles wird nach bekannter Slasher-Formel abgespult. Da fühlt man sich als Zuschauer schon etwas verschaukelt, wenn man in Interviews liest, dass Regisseur STUART W. BEDFORD versucht hat gegen den Strom zu schwimmen und mit GOOD TIDINGS etwas Neues zu inszenieren. Angeblich hat er hier versucht die Konventionen des Slasher-Genres zu verdrehen und äußert sogar Gesellschaftskritik. Zudem wird der Film sogar als metaphernreiche Horror-Satire beworben. Sicher, dass er den gleichen Film meint?
 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Zensur

 
 
 
Zwar ist GOOD TIDINGS keine Gewaltgranate. Trotzdem gibt es einiges zu sehen. Eine Machete wird durch einen Körper gerammt, Köpfe abgeschlagen und Zuckerstangen in Augen gebohrt. Zwar wird oft weggeblendet und Resultate gezeigt. Dennoch hat der Streifen zahlreiche Gemeinheiten zu bieten – von einem Slasher hätte man wohl auch nichts anderes erwartet. Im Vergleich zu neueren Streifen dieser Art, ist die gezeigte Gewalt aber nicht sonderlich grausam anzuschauen. Sollte GOOD TIDINGS hierzulande einen Rechteinhaber finden, dürfte es ohne Probleme für eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form reichen.
 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
All trough the House (2015)
 
Silent Night (2012)
 
Rare Exports (2010)
 
Black Christmas – Stille Nacht, tödliche Nacht (2006)
 
Deadly Games – Alleine gegen den Weihnachtsmann (1989)
 
Santa’s Slay – Blutige Weihnachten (2005)
 


Filmkritik: „Drifter“ (2016)

drifter-2016-posterPoster-Copyright: ©Jonathan B Perez
 
 
 

DRIFTER

Story

 
 
 
Zwei Brüder verirren sich in die Höhle des Löwen. In einer verlassenen Wüstenstadt geraten sie in die Fänge gewissenloser Psychopathen, die ihre ganz eigenen Willkommensrituale mit Durchreisenden zu feiern pflegen.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das moderne Horror-Genre wohl entwickelt, wenn es nicht Regisseure wie WES CRAVEN, JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER gegeben hätte, die Generationen schockiert und so dem Horrorfilm zur Popularität verholfen haben? Letztgenannter brachte mit dem College-Film THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 1974 einen einflussreichen Wegbereiter des modernen Angstkinos in die Lichtspielhäuser, der nicht nur maßgeblich am Erfolg schmuddeliger Exploitation-Filme beteiligt war. Hoopers Paradebeispiel für kompromissloses Terrorkino polarisierte die Zuschauer und inspirierte ungezählte Filmemacher, mal mehr, mal weniger gelungene Plagiate des fix berüchtigt gewordenen Kettensägenmassakers zu drehen. Weit über 40 Jahre später hat sich da nichts geändert, wie der Indie-Horror DRIFTER beweist. Der lockt zwar nicht mit einem verheißungsvollen Massaker im Titel, ist aber bei genauerer Betrachtung nichts weiter als eine Neuinterpretation des Klassikers aus der Mache TOBE HOOPERS.
 
 
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Die zwei Brüder Miles (ARIA EMORY) und Dominic Pierce (DREW HARWOOD) kämpfen ums Überleben. In einer Zeit, in der die Welt kurz vor dem Untergang steht. Sie sind auf der Suche nach den Übeltätern, die für den Tod des geliebten Vaters verantwortlich sind und schlagen sich durch trostlose Wüstenlandschaften in denen es keine Freunde, sondern nur Feinde gibt. Nachdem ihnen mal wieder einige Fieslinge ans Leder wollen und Miles an der Hand verletzt wird, muss ein Arzt her. Doch den zu finden scheint in einem standesgemäßen Weltuntergangsszenario wie diesem schier unmöglich zu sein. So reisen die Brüder durchs Land und geraten in eine Geisterstadt, die ihnen zum Verhängnis wird. Eine Gruppe Kannibalen treibt dort ihr Unwesen und nimmt keine Gefangenen. Im übertragenen Sinn. Tatsächlich überwältigen sie die Brüder und verschleppen sie in ihren Bau. Was ihnen dort widerfährt, dürften Filmkenner bereits aus erwähntem TEXAS CHAINSAW MASSAKER sowie dessen Fortsetzungen und Prequels kennen.
 
 
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Wüsten-Massaker – nur ohne Kettensäge diesmal. Nein, DRIFTER ist trotz des Bades in der Reminiszenz keine Katastrophe. Ganz im Gegenteil. Regisseur CHRIS VON HOFFMANN hat mit seinem Spielfilmdebüt einen passablen Terrorfilm geschaffen, der vor allem durch seine durchdachte Optik zu bestechen weiß. Zu sehen gibt es durchgestylte Bilder, ungewöhnliche Kamerablickwinkel und ein schwüles Wüsten-Setting, das hin und wieder an den nachgerückten und bisher kommerziell erfolgreichsten Teil der Mad-Max-Reihe erinnert: MAD MAX – FURY ROAD. Unterstrichen wird das für Indie-Verhältnisse visuelle beeindruckende Treiben von grummelnden Bässen, Synthesizer-Klängen und verstörenden Soundeffekten, die unverkennbar durchscheinen lassen, wer Einfluss auf den Regisseur gehabt haben muss. So dürften Filmkenner akustische Anleihen zu Klassikern wie SUSPIRIA (während des Abspanns) oder dem Frühwerk des JOHN CARPENTER erkennen.
 
 
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Auf der Crowdfunding-Seite zu DRIFTER gab Filmemacher CHRIS VON HOFFMANN weiterhin zu verstehen, dass ihn aber auch Regisseure wie MARTIN SCORSESE, WILLIAM FRIEDKIN, JEAN-PIERRE MELVILLE und ABEL FERRARA beeinflusst haben sollen. DRIFTER zumindest haben die vielen Inspirationsquellen gut getan, denn die für Terror- und Backwood-Horror untypische Kulisse in Kombination mit der gelungenen akustischen Untermauerung, stellt eine gelungene Abwechslung zum teils bedeutungslosen Horror-Brei dar, der heute beinahe täglich ins Händlerregal gestellt wird. Da sieht man doch verständnisvoll darüber hinweg, dass DRIFTER im Mittelteil ein wenig schwächelt. Aufgrund der visuellen Raffinessen verliert der Regieneuling ab und an das Drehbuch aus den Augen. Das macht sich durch Leerlauf und Tempoeinbußen bemerkbar. Doch der nächste Gewaltmoment lässt nicht auf sich warten. Die sind im Film reichlich vorhanden und dürften wegen ihrer professionellen Machart Fans fürs grobe Gewaltkino zufriedenstellen. Wer sich an die härtere Gangart eines TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING gewöhnt hat, dürfte sich auch bei DRIFTER gut aufgehoben fühlen. In Sachen filmischer Kompromisslosigkeit hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN sich manchen Handgriff und Einfall von den Altmeistern abgeschaut.
 
 


 
 
 

DRIFTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Das sind zumindest neben WOLF CREEK und THE PROPOSITION zwei weitere Titel, die der Regie-Newcomer im Informationstext seiner Crowdfunding-Kampagne aufzählt und die ihn zum Dreh seines Debütstreifens DRIFTER inspiriert haben sollen. Offensichtlich scheint er damit reichlich Interesse beim Horrorfilmliebhaber geweckt zu haben, weshalb Filmfans auf einer bekannten Crowdfunding-Plattform Geld spendeten, damit DRIFTER fertiggestellt werden konnte. Trotz bekannter Verweise ist DRIFTER aber dann doch mehr TEXAS CHAINSAW MASSACRE mit Protagonisten aus dem Modelkatalog, die nacheinander mit diversen Schieß- und Schneideutensilien ausradiert werden. Das allein ist natürlich nicht der Rede wert, wäre da nicht die versierte Symbiose aus Technik, Optik und Akustik. Diese Kombination lässt den Film nach deutlich mehr ausschauen, als er vermutlich gekostet hat und hebt ihn aus der grauen Masse an beliebigen Backwood- und Terrorstreifen hervor. Talent und Erfahrung zahlen sich eben aus. Letzteres hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN ausreichend während der Arbeit zu diversen Kurzfilmen gesammelt, die er mit viel Liebe zum Genre inszeniert hat. Mit einigen davon gewann er sogar Preise auf einschlägigen Festivals. Chapeau!
 
 


 
 
 

DRIFTER – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Klon gehört, geht es auch in DRIFTER nicht gerade zimperlich zur Sache. Von einem abgeschlagenen Schädel, über Einschusswunden bis zu übel zugerichteten Leichen und Gesichtern gibt es einige äußerst schmerzhafte Spezialeffekte zu sehen. Hierzulande dürfte das aber für eine Erwachsenenfreigabe reichen, ohne das geschnitten werden muss.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Green Star Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Kill, Granny, Kill! (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw 3D
 


Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

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BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
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Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
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BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)


Filmkritik: „Trapped – Die tödliche Falle“ (1982)

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TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE

Story

 
 
 

In den Hügeln von Tennessee, das wissen wir Jünger der organisierten Lebenszeit-Vernichtung durch Filmkonsum natürlich schon lange, sollte man sich nicht so unbedarft blicken lassen. Vor allem nicht, wenn man Teil eines Rudels blöder City-Teenager ist, die einfach mal ohne Sinn und Verstand campen gehen. Jetzt ist genau das aber passiert. Mancher Film jener Jahre würde jetzt einen irren Schlitzer oder gar verwilderten Inzucht-Sasquatch auf die Buben und Madeln loslassen, der stalkt und hackt und vielleicht sogar Einmachgläser mit Knaben-Nierchen befüllt. Nicht so TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Da ist die Sache schlimmer. Gewaltmensch Chatwill (Henry Silva) ist aus nicht näher erklärten Gründen der unbestrittene Regierende über ein abgelegenes Kaff, ganz in der Nähe der Wanderroute unserer, naja, Helden. Im Dauerhass bumst es sich nicht gut und so hat seine vernachlässigte Redneck-Flittchen-Frau dem Unhold gerade mit einem anderen Hinterwäldler die Hörner aufgesetzt. Das entgeht Chatwill nicht und er tritt dem Ehebrecher entschlossen gegenüber. Als Richter und Henker. Die Städter sehen das durch einen Drehbuchzufall und haben jetzt den groben Klotz und seine schießwütigen Unterlinge im Kreuz.


 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Kritik

 
 
 
Hat man in dieser Konstellation auch nicht oft. Der kanadische Filmemacher William Fruet wird in seriöseren Kreisen als denen, die wir nie verlassen werden, als Drehbuchautor und Bühnenstück-Dramatiker geschätzt. Freunde des ruppigeren Kinos verbinden seinen schwierigen Namen mit schmieriger Grindhouse-Ware wie AVANAIDA – TODESBISS DER SATASVIPER, dem superduper-knochigen DER MANN, DER AUS DEM DSCHUNGEL KAM oder eben TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Dieser jenige welche, jetzt auf fürwahr netter und limitierter BluRay eingetrudelte Exploiter von Herrn Fruet wildert in den zumeist lebensgefährlichen Mischwäldern des Backwoods-Films. Oh, und er unterhält den Fan, dort unten am Bahnhof, am schmuddeligen Ende des Kino-Spektrums, geradlinig und direkt. Eine, wie – Friede sei mit ihm – Frank Zappa mal (nicht über TRAPPED!) gesagt hat, „titties-and-beer“-Version von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Bang Bang!
 
 
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Heiliger Hodenteufel, entfährt es dem oft missverstandenen Rezensenten, dem das Vergnügen, TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE zu schauen, anno dazumal schon auf VHS vergönnt war, auch nach tagesaktueller Eigentherapie mit der fließbandfrisch glänzenden BluRay erneut. Und Heiliger Hodenteufel, ist das verstörend, Henry Silva – Hank, motherfucking Silva! – in einem ländlichen Film spielen zu sehen. Geht das überhaupt? Damals gab es doch noch gar kein CGI! Ich war der festen Überzeugung, der Mann zerfiele zu betongrauem Staub, sobald er die Häuserschluchten von New York oder meinetwegen noch die engen und vermüllten Pflasterstein-Gassen von Palermo verlässt. Der Mafiaboss, nein, Boss der Bosse, kaltherzig gespielte Trumpfkarte des Syndikats und granitgesichtiger Drahtleib sizilianischer New Yorkigkeit ! Da thront er, verpackt in das schlecht sitzende Karohemd der verarmten Landbevölkerung und Schwarzbrenner-Jeans und bedroht die blöden Teenies, die sich in die Tennessee-Hills gewagt haben. Dort hat er genau so das Regiment wie in der Bronx. Sein Chatwill ist ein jähzorniger Hassbock selbstherrlicher Un-Rechtsprechung. Jahrzehnte des Method Acting ergießen sich brüllend und brutal über die verdutzte und zu Statisten degradierte Restbesetzung. Henry, trag´ uns diesen Film!
 
 
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TRAPPED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Damals in den Fluten von Video-Veröffentlichungen untergegangener Hinterwäldler-Thriller mit Hang zum Schmierigen, der auf dem neuen Medium darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine Grinsen machende Henry-Silva-One-Man-Show und ein Brutalinski-Grindhouse-Rupfer für Kenner und solche die es werden wollen.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Zensur

 
 
 
TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE wurde 1983 indiziert. Nach 25 Jahren erfolgte eine Listenstreichung. Nun ist der Streifen frei ab 18 Jahren und darf sogar im Handel ausgelegt werden. Die nun in Deutschland erhältliche Blu-ray ist trotz Aufhebung des Index-Status ungekürzt und kann von allen Käufern gekauft werden, die volljährig sind.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media Handels GmbH (Blu-ray KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trapped; Kanada | USA 1982

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover im Schuber. Darauf aufgedruckte Limitierungsnummer (auf 2000 Stück limitiert).

Extras: Originaltrailer (1:36 Min.) in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln

Veröffentlichung: KeepCase: 08.09.2016

 
 

Trapped – Die tödliche Falle [Blu-ray im limitierten Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 

 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Schröder Media Handels GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Open Season (1974)
 
Eden Lake (2008)
 
Straw Dogs (1971)


Filmkritik: „Killbillies“ (2015)

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KILLBILLIES

(IDILA)

Story

 
 
 
Von Leben und Inzest deformierte Landmenschen gegen makellose Städter. Letztere verirren sich aufs Privatgrundstück verrückter Rednecks, die ganz eigenen Methoden beherrschen, Schnaps zu brennen. Das hat Tradition.

 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Kritik

 
 
 
Wenn man an degenerierte Hinterwäldler, Land-Mutanten oder Hillbillies denkt, kommen einem unweigerlich Horrorfilme wie THE HILLS HAVE EYES oder WRONG TURN in den Sinn. Die findet man definitiv sogar in jedem Sammlerregal. Backwoods-Horror nennt sich jenes Horror-Subgenre, das seit einigen Jahren den Videomarkt zurückerobern will und vor allem dafür berüchtigt ist, dass es nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht. Dabei war das zu den Anfängen noch ganz anders, denn was nur wenige Horrorfans wissen: Die ersten Hinterwäldler-Filme wurden bereits in den 1960ern gedreht. Hier entstanden frühe Vorläufer heutiger Backwoods-Exploitationer wie SPIDER BABY oder TWO THOUSAND MANIACS!, die hinsichtlich kaltschnäuziger Gewalt mit den heutigen Brutalo-Werken nur wenig gemein hatten und damals kaum ein Publikum fanden. Das änderte sich erst mit den kommerziellen Erfolgen schmuddeliger Exploitationfilme, die in den 1970ern wie Pilze aus dem Boden schossen und vorwiegend in den Bahnhofskinos und Drive-Ins zu sehen waren. Zu einem dieser Gewaltwerke gehörte Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, der nicht nur Sittenwächter und Zensurbehörden beunruhigte. Der in Deutschland als BLUTGERICHT IN TEXAS oder KETTENSÄGENMASSAKER betitelte Horrorklassiker verstörte zwar Millionen Kinogänger, läutete aber gleichzeitig den eigentlichen Beginn heute so beliebter Backwood-Horror-Schocker ein, die mittlerweile versuchen, sich in Sachen Brutalität gegenseitig zu übertrumpfen. Der Mainstream-Erfolg von John Boormans nicht minder verstörendem BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE tat da sein Übriges zur Etablierung einer eigenen Bildsprache und eigener Spielregeln des Backwoods-Kinos.
 
 
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Auch im filmisch exotischen Ländchen Slowenien ist Backwoods-Horror ein Begriff. Unter dem schrägen Titel KILLBILLIES (im Original IDILA) wurde dort ein Horrorfilm produziert, der für den internationalen Filmmarkt plakativ als „erster slowenischer Horrorfilm“ beworben wurde. Das ist natürlich nur reißerisches Werbegequassel, denn mit dem „Todesschiff“ MRTVA LADJA (1971), MORENA (1994) und PREHOD (2008) wurden dort lang vor KILLBILLIES bereits Genrefilme gedreht, die mehr oder weniger für Gänsehaut gesorgt haben. Leider ist der von TOMAZ GORKIC inszenierte Redneck-Horror weit weg von schaurigen Qualitäten genannter Horror-Streifen. Der erzählt hier wenig überzeugend die altbekannte Geschichte von den Landmenschen, die weder Recht noch Gesetz kennen und eine Vorliebe fürs Jagen von Stadtmenschen besitzen. Diese Erfahrung müssen auch einige Möchtegern-Models machen, die sich zusammen mit einem Fotografen ins slowenische Hinterland verirren, um dort ein paar Bewerbungsfotos für potenzielle Arbeitgeber anzufertigen. Leider endet die Fotosafari im Desaster, denn man gerät an zwei entstellte Country-Burschen, die mit den Städtern ihre eigenen Pläne haben. So wird man überwältigt und in den Keller einer heruntergekommenen Baracke verschleppt. Dort beginnt für die Ortsunkundigen der Terror, denn die Leute in dieser Gegend haben eine Methode gefunden, wie man aus menschlichen Körpern Alkohol zum Schwarzbrennen gewinnen kann. Leider geht man für diese Alkoholgewinnung mit seinen potenziellen Opfern nicht gerade zimperlich um. Die sterben an den Folgen des qualvollen Eingriffs. Kein gutes Omen für unsere Model-Clique. Die Mädels winseln schon bald um Überleben und müssen den Kampf gegen die völlig skrupellosen Hinterwäldler aufnehmen.
 
 
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Willkommen bei einer Sternstunde slowenischer Kinounterhaltung. KILLBILLIES ist ganz großer Unsinn, was aber keineswegs ein Hinweis dafür ist, dass der Streifen selbstironisch Klischees gängiger Backwood-Horror aufs Korn nehmen würde. KILLBILLIES lockt zwar mit einer absurden Idee, nimmt sich aber unbegründeterweise bierernst. Das ist bitter und verpasst der immerhin technisch versiert gefilmten Gurke den Todesstoss. Hier wird gar lustlos abgespult, was man in zu vielen Backwoods-Slashern schon bis zum Erbrechen gesehen hat. So verhalten sich gewohnt unsympathische Protagonisten gewohnt dämlich, die Handlungsverläufe sind vorhersehbar und so etwas wie Schockwirkung soll durch kurze Splatter-Szenen erzielt werden. Regisseur TOMAZ GORKIC schielt gen Westen und kopiert platt das, was Tooper, Aja und Konsorten weitaus besser fürs Horror-Publikum aufbereitet haben. Das bedeutet reißerische Exploitation im Wortsinne: Mittel zum Selbstzweck. Mehr kann KILLBILLIES leider nicht, schließlich sind neue Ideen Mangelware. Wer jetzt aber hofft, dass Gore vor Hirn kommt, irrt gewaltig. Die kompromisslosen Morde halten sich Grenzen. Was hinsichtlich Gewalt gezeigt wird, ist Standard und reißt 2016 keinen Horror-Fan mehr vom Hocker. Ein paar eingeschlagene Schädel hier, eine Messerattacke da – viel gibt es nicht zu sehen, was Fan-Herzen schneller schlagen lassen könnte. Das ist für einen Film dieser Art dann doch etwas sehr mager. Außer langen Verfolgungsjagden durch Wald und Flur hat er kaum etwas zu bieten, was länger als 80 Minuten im Kopf bleibt. Demzufolge ist dieser Horrorfilm nur Hardcore-Nerds und Exotik-Fans zu empfehlen, denn so schnell wie man KILLBILLIES gesehen hat, ist er auch schon wieder vergessen. Das zeichnet keinen sehenswerten Schocker aus.
 
 
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KILLBILLIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die slowenische Antwort auf WRONG TURN? Nee, KILLBILLIES ist nichts, was man erwähnen müsste, denn der slowenische Horrorfilm macht es dem Zuschauer schwer. Was hier passiert, liest sich auf dem Papier weitaus unterhaltsamer, als es auf der Kinoleinwand ist. Die Handlung ist rudimentär und absolut vorhersehbar. Demzufolge sollte man erst gar nicht nach einem Spannungsbogen Ausschau halten, denn von fesselndem Überlebens-Horror ist hier weit und breit keine Spur. Regisseur TOMAZ GORKIC kopiert Handlungsverläufe aus weitaus besseren (amerikanischen) Filmen dieser Art und lässt kein Backwoods-Horror-Klischee aus. Als ob das nicht schon alles deprimierend genug wäre, hält man sich auch hinsichtlich Filmgewalt zurück. Die wenigen Splatter-Momente sind rar gesät und reißen nicht gerade vom Hocker. Angesichts der Tatsache, dass Horrorfilme aus Slowenien nicht am Fließband produziert werden, ist das, was da mit KILLBILLIES auf den internationalen Filmmarkt geworfen wurde, doch schon eine große Enttäuschung. Hier hätte man sich dann doch etwas mehr Herzblut gewünscht. Und wenn es nur mehr Gewalt gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Zensur

 
 
 
Für einen Backwood-Slasher sind die gezeigten Gewaltakte sehr rar gesät. Vorwiegend werden hier Köpfe eingeschlagen. Die krudesten Morde reduzieren sich auf das Ende. Auch hier werden Köpfe eingeschlagen. Einmal mit einem Gegenstand – das andere Mal mit dem Fuß. Bei letzterem Gewaltakt haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet. Aufgrund der wenigen Gewaltmomente, könnte KILLBILLIES sogar eine FSK16 erhalten. Ob das jedoch für den Film spricht, dürften die meisten Fans dieser Art von Film bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

KILLBILLIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Bilder wurden entnommen von der Artsploitation Films-Webseite

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
The Horde (2016)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)
 
Hotel zur Hölle (1980)