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Filmkritik: “L.A. Slasher” (2015)

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L.A. SLASHER

Story

 
 
 
Ein maskierter Killer treibt in Los Angeles sein Unwesen und will die Stadt von Medien-Abschaum säubern. Die Opfer seiner Todesliste sind Menschen aus dem amerikanischen Fernsehen, die alles dafür tun, um irgendwie berühmt zu werden – und sei es durch Auftritte im Reality-TV.

 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Kritik

 
 
 
Das Fernsehen von heute ist von Dummen, mit Dummen für Dumme. Glaubt man Produzent, Schauspieler und Regisseur MARK OWEN ist diese These nicht unbegründet. Der bringt nämlich Zündstoff in Umlauf und will drüber aufklären, was dem Fernsehpublikum tagtäglich im TV zugemutet wird. L.A. SLASHER ist eine bissige Satire, die hart mit substanzlosen TV-Formaten ins Gericht geht, welche sich seit Jahren immer größerer Popularität erfreuen. Reality-TV schimpft sich die Plage, die sich wie ein Virus durch die Fernsehlandschaft frisst und talentfreie Menschen über Nacht in Celebrities verwandelt, ohne dass die Herausragendes geleistet haben. MARK OWEN – Initiator der hitzigen Debatte – klärt in seinem Filmdebüt über die Unsinnigkeit solcher Formate auf und ergreift für jene Partei, die oft jahrelang an Karrieren arbeiten müssen bis sie von den Medien überhaupt wahrgenommen werden. Seine Kritik ist nicht ungerechtfertigt. Sieht man sich in der Medienwelt um, fällt erschreckende Entwicklung auf. Die Anzahl sogenannter Z-Promis wächst rapide. Ob Casting-Shows, Doku-Soaps oder Reality-Spielesendungen – nach ernstzunehmende Künstlern muss man mittlerweile gründlicher suchen, denn Reality-TV rückt immer häufiger jene zweifelhaften Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die ohne etwas zu können auf Biegen und Brechen berühmt werden wollen.
 
 
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Mit all jenen ruhmgierigen Personen wird in L.A. SLASHER abgerechnet und zwar in Form eines Horrorfilms, der sich nicht immer bierernst nimmt. Darin macht sich ein von den Nachrichtensendern als L.A.-Schlächter betitelter Mörder an die Arbeit, um das Fernsehen von menschlichem Abschaum zu reinigen. Die Opfer des Killers sind bekannte Größen beliebter Reality-Fernsehformate, die nun für ihre TV-Schandtaten büßen sollen. Er entführt die Teilnehmer dieser Sendungen und beginnt die Pseudoprominenz vor den Augen der Internet-Community zu quälen. Dafür hat er extra eine Webseite eingerichtet und überträgt die Misshandlungen live. Mit seiner etwas anderen Reality-Show möchte er den Menschen die Augen öffnen. Die verstehen schnell und sind dem maskierten Rächer für die Aufklärung dankbar. So setzt der Killer sein Treiben fort und wird von der Gesellschaft als Erlöser gefeiert.
 
 
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Interessantes Konzept mit Potenzial, aber unausgegorener Inszenierung. L.A. SLASHER ist trotz technisch tadelloser Umsetzung und gutem Ansatz kein sonderlich gelungener Horrorstreifen. Die Satire besitzt nämlich keinen Spannungsaufbau, den man eigentlich von einem Horrorfilm erwarten würde. Vielmehr werden Szenen aus dem mehr oder weniger aufregendem Leben unsympathischer und stereotyper Z-Prominenz aneinandergereiht, die dann im Verlauf des Streifens für ihre einfältige Ruhmsucht blutig betraft wird. Weil dem Publikum eine zugängliche Identifikationsfigur vorenthalten wird, berührt Gezeigtes nur selten. Vielmehr bewegt sich der Streifen unbeholfen zwischen Comedy und Horror ohne den Mut aufzubringen, sich mit Ursachen von TV-Selbstinszenierung auseinanderzusetzen oder ergründen zu wollen, warum es amerikanischen TV-Zuschauern nach immer mehr solcher trivialen Formaten dürstet. So kritisiert Owen zwar viel, aber denkt nicht zu Ende. Daher ist und bleibt L.A. SLASHER am Ende doch nur ein weiterer austauschbarer Horror-Slasher mit eindimensionalen Figuren und fadem Drehbuch in dem sich gewollte Gesellschafts- und Medienkritik so ziemlich schnell in Luft auflöst.
 
 
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L.A. SLASHER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein kontroverser, selbstironischer und dennoch bitterböser Slasher-Trip durch die schillernde Welt Hollywoods. L.A. SLASHER entspuppt sich als bissige Horror-Satire über die Faszination Reality-TV und die vielen Möchtegern-Berühmtheiten, die durch diese Sendungen meist ungerechtfertigt Ruhm schnuppern dürfen. Leider trifft die Bezeichnung Film auf L.A. SLASHER nur bedingt zu, denn eine richtige Handlung oder eine Spannungskurve sucht man vergebens. Vielmehr kommt in diesem zwar selbstironischen aber dennoch halbherzigen Horrorwerk mal wieder nur das Bestrafungsprinzip zum Einsatz, damit Slasher-Fans was zu sehen bekommen. Da im Film dann doch ziemlich unblutig bestraft wird, dürften sich auch Gewaltfans mit L.A. SLASHER schwertun. So bleibt unterm Strich ein kontroverser Streifen über, der bis auf seine brisante Thematik kaum etwas besitzt, was unbedingt Erwähnung finden sollte. Immerhin gibt es ein Wiedersehen mit B-Movie-Ikone DANNY TREJO (aus MACHETE und VANISH). Der verkörpert im Film einen Drogendealer und beweist mal wieder komödiantisches Talent.
 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Zensur

 
 
 
Auch wenn es im Film – wie der Titel es schon andeutet – geschlitzt und gemordet wird, dürften Slasher-Fans reichlich enttäuscht werden. Die meisten Morde und Misshandlungen an rumgeilen Pseudoprominenten passieren im Off oder werden nur angedeutet. Demzufolge ist eine FSK16 gewiss.
 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Discopath (2013)


Filmkritik: “#Horror” (2015)

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#HORROR

Story

 
 
 
Die sozialen Netzwerke werden arroganten Zwölfjährigen zum Verhängnis. Die Selbstinszenierung von falschen Freundinnen im Internet ruft das Interesse eines Killers auf den Plan, der den Gören einen Denkzettel verpassen möchte.
 
 
 


 
 
 

#HORROR – Kritik

 
 
 
Was wäre die Welt heute nur ohne digitale Medien? Sie bestimmen mittlerweile unseren Alltag und erleichtern uns Kommunikation und Information. Leider scheint das Internet auch Jahre nach seiner Einführung auf breiter Front für viele immer noch Neuland zu sein. Die verstehen oft die absurden Trends einer jungen Generation nicht, die ihre Freizeit lieber in sozialen Netzwerken verbringt, statt sich im realen Leben zum Smalltalk zu verabreden. Kommunikationsportale, wie Facebook, Twitter oder Instagram haben sich längst zu festen Instanzen unter Jugendlichen entwickelt und beteiligen sich maßgeblich am Entwicklungsprozess der Heranwachsenden. So haben Foren und Netzwerke entscheidenden Einfluss auf die Pubertät und lassen besorgte Eltern mit Fragen zurück, die von der Kommunikation ihres Nachwuchses dort nur wenig mitbekommen.
 
 
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Schauspielerin, Modedesignerin und 90er-Jahre It-Girl TARA SUBKOFF (aus THE CELL) hat sich in ihrem Regiedebüt #HORROR der Unberechenbarkeit sozialer Medien angenommen und hebt mahnend den Zeigefinger. In einem Interview erklärte sie, dass ihr die Inspiration zum Schreiben des Drehbuchs nach einem Gespräch mit der Tochter eines Freundes kam. Die wurde Opfer von Cybermobbing und erinnerte die Regisseurin an deren eigene Kindheit. Während sich Subkoff als Pubertierende zu Hause von den Schikanen der Schulkameraden erholen konnte, haben Hänseleien heute einer neue Dimension erreicht. Oft können sich Betroffene nicht einmal mehr zuhause vor Schikanen sicher fühlen. Sobald sich Außenseiter in den eigenen vier Wänden mit dem Internet verbinden, wird der tägliche Kampf vom Schulhof im Kinderzimmer fortgesetzt. So sehen sich Mobbingopfer allgegenwärtig mit psychischer Quälerei konfrontiert, die die Jugend heute für Heranwachsende zum Albtraum werden lässt.
 
 
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Auch die jungen Heldinnen in #HORROR machen ihre ganz eigenen Erfahrungen mit den neuen Kommunikationsmedien. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Sam (SADIE SEELERT) aus armen Verhältnissen, die von ihrer Mutter zu einem modern eingerichteten Glashaus im Wald gefahren wird, wo die verzogene Schulfreundin Sofia Cox (BRIDGET MCGARRY) zu einer Party geladen hat. Dort trifft sie auf fünf verwöhnte Gören, deren Lebensinhalt es ist, sich in sozialen Netzwerken selbst zu inszenieren. Der Begriff Freundschaft ist den Mädchen fremd, denn den sogenannten Freundinnen ist es wichtiger, wie sie im Internet ankommen. Trotz Oberflächlichkeiten bemüht sich die bescheidene Sam dennoch, Teil der hippen Hühnerbande zu werden. Doch die falschen Freunde offenbaren bald ihr wahres Gesicht. Sie intrigieren wie die Großen und spielen einander aus, bis es der vorlauten Cat (HALEY MURPHY) reicht. Sie redet Tacheles und muss dafür die Party verlassen. Keine gute Entscheidung, denn ein Denkzettel soll den Mädchen verpasst werden. Ein Fremder hat die hinterhältigen Machenschaften beobachtet und in den sozialen Netzwerken verfolgt. Der hat kein Erbarmen, schwingt Mordwerkzeuge und bestraft die kreischenden Gören für ihr ignorantes und selbstdarstellerisches Verhalten.
 
 
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Jugendliche können grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich gerade auf der Suche nach sich selbst befinden und Grenzen austesten müssen. Regisseurin TARA SUBKOFF zeigt im ersten Langfilm ein etwas engstirniges Bild vom bösen Internet und verantwortungslosen Eltern. Letztere scheinen die eigenen Kinder nicht mehr im Griff zu haben und nicht sonderlich interessiert daran zu sein, was die Kleinen da in der Freizeit treiben. Nöte der Kinder werden ignoriert, schließlich haben eigene Probleme Vorrang, so dass sich Sprösslinge Gehör und Anerkennung in Foren und Netzwerken suchen müssen. Das Resultat dieser Ignoranz endet im Blutbad, was im Falle von #HORROR dann doch äußerst makaber wirkt, weil hier heranwachsende Mädchen für die Unachtsamkeit der Eltern bestraft werden müssen. Den Liebhaber kontroverser Metzelei dürfte das dennoch freuen, werden im Finale stereotype und unsympathische Figuren ausradiert, denen man schon nach nur wenigen Filmminuten bereits die Pest an die Hälse wünscht. Dennoch besitzt Gezeigtes bitteren Beigeschmack, weil Subkoff mit der Sensationsgeilheit des Publikums spielt und Teenager blutig auslöschen lässt, damit Gewaltfans etwas zu sehen bekommen. Das kommt nicht bei jedem Zuschauer gut an, gerade deswegen, weil das reale Leben gezeigt hat, wie Filme, Computerspiele und das Internet die psychische Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen können.
 
 
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Der Coming-of-Age-Thriller #HORROR geht auf wahre Begebenheiten zurück. Schenkt man dem Internet Glauben, soll die Idee zum Film auf Ereignissen basieren, die 2014 durch die Medien gegangen sind. So sollen zwei Zwölfjährige in Waukesha, Wisconsin auf eine Mitschülerin eingestochen haben und wurden für das Verbrechen nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Die Mädchen hatten Ermittlern erklärt, dass sie mit dem Mord den berüchtigten Slenderman beeindrucken wollten. Von der hageren, gesichtslosen Kreatur hatten sie in einem Internetforum gelesen und hofften durch ihre Tat mit der fiktiven Horrorgestalt davonlaufen und das Leben verbringen zu können.
 
 
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#HORROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell überzeugender Coming-of-Age-Horror mit brisanter Thematik, der vor allem Eltern beunruhigen dürfte. Die werden sich nach dem Abspann erst mal beim Nachwuchs erkundigen, was der in sozialen Netzwerken so von sich preisgibt. Regisseurin TARA SUBKOFF beschäftigt sich in #HORROR mit desinteressierten Eltern und selbstdarstellerischen Sprösslingen. Letztere finden Gehör und Anerkennung im Internet. Technisch ist der kontroverse Horror-Thriller über jeden Zweifel erhaben. So überzeugen vor allem durchgestylte Kamerafahrten- und Einstellungen, die dem Streifen Dank spartanischer Farbwahl über die gesamte Laufzeit hinweg zu unbequemer Atmosphäre verhelfen. Trotz minimalistischer Handlung fesselt #HORROR gerade wegen den darstellerischen Leistungen der jungen, unverbrauchten Darstellerinnen. Die agieren zwar unausstehlich – dafür aber durchweg natürlich. Oftmals ist Improvisation nicht von der Hand zu weisen, was den Film authentisch wirken lässt. Leider muss mal wieder die Blutsuppe angerührt werden, denn ein Killer will den Mädchen nichts Gutes. Subkoff legt zwar falsche Fährten, um die Identität des Mörders zu verschleiern; aufmerksame Zuschauer werden jedoch früh die Fährte wittern. Letztendlich trübt die reißerische Zurschaustellung des überflüssigen Mordens von geistig noch nicht voll entwickelten Teenagern den positiven Gesamteindruck. Vermutlich wäre es besser gewesen, hätte Drehbuchautorin und Regisseurin TARA SUBKOFF allen Beteiligten auf weniger drastische Weise eine Lektion erteilt. So bleibt unterm Strich ein diskussionswürdiger Film, der trotz belehrender Botschaft dann doch eher ins Horrorfach abdriftet. Trotzdem sollte man Subkoffs Reise als Filmemacherin definitiv im Auge behalten. Das Debüt hat nämlich interessante Ansätze und macht neugierig auf das, was noch kommen wird.
 
 


 
 
 

#HORROR – Zensur

 
 
 
Es ist schwierig für #HORROR ein Zensururteil zu fällen. Viel abartiges Zeug wird nicht gezeigt. Zu Beginn wird ein ahnungsloses Paar im Auto ermordet. Gegen Ende werden die Kinder um die Ecke gebracht. Die Kamera blendet dabei weg, sobald die Kinder in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Aufgrund der kontroversen und brisanten Thematik und wegen dem heimtückischen Ermorden von Minderjährigen, darf man von einer Freigabe mit rotem FSK-Stempel rechnen.
 
 


 
 
 

#HORROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Some Kind of Hate (2015)
 
The Den (2013)
 
Dark Summer (2015)
 
Found (2012)
 


Filmkritik: “Old 37” (2015)

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OLD 37

Story

 
 
 
Fehlgeleitete Kinder werden vom Vater zu Killermaschinen herangezogen, die später als Sanitäter getarnt sinnlos Menschen abschlachten
 
 
 


 
 
 

OLD 37 – Kritik

 
 
 
Dass es im Horrorfilm nicht immer mit Logik zugeht, dürfte jedem Liebhaber dieser Filme verständlich sein. Dennoch stechen innerhalb des Genres immer mal wieder Streifen hervor, die es dann doch etwas zu gut mit dem Erzählen abstruser Geschichten meinen und damit nicht immer auf Zuspruch stoßen. OLD 37 ist einer dieser Filme in denen die Nerven des Zuschauers überstrapaziert werden, weil sich hier nicht nur alle Figuren seltsam verhalten. Auch dem Drehbuch mangelt es an Glaubwürdigkeit und erzählt wirren Horrorquatsch, der dann doch eher Kopfschütteln verursacht, statt Gänsehaut und Schauer. Eigentlich hat OLD 37 alles, was Horrorfilme neueren Datums mitbringen sollten. So überzeugte der Horror-Thriller mit atmosphärischen Bildern, blutigen Spezialeffekten und versierter Kameraführung. Was den Film aber kaum erträglich macht, ist nicht nur das haarsträubende Skript. Es sind vor allem die jungen und untalentierten Schauspieler, die offensichtlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben und teils unpassend agieren, so dass dem Streifen die Ernsthaftigkeit geraubt wird.
 
 
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Gestern noch als VICTOR CROWLEY und JASON VOORHEES unterwegs, ist Horror-Ikone KANE HODDER (aus ALMOST MERCY, UNTER FREUNDEN und HATCHET 3) mal wieder im Genre unterwegs und verkörpert – wie hätte es auch anders sein sollen – das ultimative Böse. Zusammen mit dem in Horrorkreisen ebenfalls geschätzten BILL MOSELEY düst er mit einem Krankenwagen über verlassene Landstraßen, um als Rettungssanitäter getarnt Notrufe abzufangen und Verletzte einzusammeln. Die werden aber nicht fachmännisch verarztet, sondern bei lebendigem Leibe verbrannt, durchbohrt oder zerstückelt. Früh wurde das Brüderpaar vom Vater zum Töten von Menschen ausgebildet – warum auch immer. Das wird für einige Teenager zum Verhängnis, die in das Visier der blutgeilen Geschwister geraten und bald ums Überleben winseln müssen.
 
 
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Ja, klar – die 80er sind zurück. Mittlerweile hält der Retro-Trend auch im Horrorfilm Einzug. So verbeugen sich immer häufiger ambitionierte Filmemacher ehrfürchtig vor jener Dekade, die sie oftmals selbst nie erlebt haben, sondern nur aus Filmen kennen. Das ist auch in OLD 37 nicht anders, der sich als blutiger Slasher getarnt vor jenem Jahrzehnt verbeugt, in dem maskierte Serienkiller Lichtspielhäuser und Videotheken heimgesucht haben. Umso mehr erfreut es zu sehen, dass es sich auch KANE HODDER nicht nehmen lassen hat, einmal mehr als Schurke das Bluthandwerk zu lehren. Der hangelt sich seit seinem Dauer-Abo als JASON VOORHEES in FREITAG DER 13. von Horrorfilm zu Horrorfilm und gehört mittlerweile zur Grundausstattung jedes günstig gedrehten Schauerstreifens. Leider garantiert der Auftritt des bekannten Horrorsternchens nicht immer Qualität, denn oftmals steht dessen Name nur deshalb werbewirksam auf dem Cover, damit vom katastrophalen Filmmüll abgelenkt werden kann. Auch OLD 37 gehört zu einer dieser Low-Budget-Gurken, die man eher aus dem Hause THE ASYLUM erwarten würde, weil der Film äußerst sinnbefreit erzählt wird. Hier schlitzen fehlgeleitete Psychopathen Menschen im tiefsten Hinterland ab und keiner will’s geahnt haben. Das macht dahingegen kaum Sinn, weil sich im Film offenbar niemand darüber wundert, wenn nach getätigten Notrufen am Unfallort keine Verletzten gefunden werden. Zudem scheint es in OLD 37 keine Menschenseele zu beunruhigen, dass die Bewohner einer Kleinstadt nahezu scharenweise vom Erdboden verschwinden. Logikfanatiker werden da vermutlich die Krise bekommen.
 
 
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Die miese Inszenierung des Streifens kommt nicht von ungefähr. Nicht nur beim Schreiben des Drehbuchs waren Neulinge am Werk. Auch Regisseur CHRISTIAN WINTERS schien die Kontrolle über diesen Horrorfilm verloren zu haben, weshalb er kurzerhand seinen Namen aus dem Abspann streichen und durch das Pseudonym ALAN SMITHEE ersetzten lies. Eine Prämisse, die zu verstehen gibt, dass der Macher selbst nicht mit der Arbeit zufrieden gewesen ist, findet doch das Pseudonym ALAN SMITHEE stets dann Verwendung, wenn Regisseure mit fertigen Filmen nicht mehr in Verbindung gebracht werden möchten. Umso bedauerlicher für das Schurken-Duo KANE HODDER und BILL MOSELEY (aus TEXAS CHAINSAW 3D, HAUS DER 1000 LEICHEN und DEAD SOULS), die allein versuchen müssen OLD 37 vor der Bruchlandung zu retten. Denen gelingt es im Wirrwarr nur mühsam für Höhepunkte zu sorgen. So sind es ihre Figuren und deren Hintergrundgeschichten selbst, die zumindest etwas Unbehagen bescheren können. Kurze Rückblenden berichten von einer grausamen Kindheit. Unter dem harten Regime des Vaters wird nicht sonderlich tiefgründig erörtert, wie Kinder ins Reich des Bösen überwechseln und nacheifern, was ihnen das Familienoberhaupt vorgelebt hat. Das Gezeigte wirkt haarsträubend und lächerlich, weil sich die psychologische Entwicklung der Kinder den Genreregeln unterwerfen muss, damit viel blutiger Nonsens gezeigt werden kann. Horrorfans ohne Anspruch wird das aber wohl kaum stören, schließlich gibt es in den letzten Filmminuten ein paar gemeine Spezialeffekte zu sehen, die das löchrig und unüberlegt geschriebene Drehbuch kurzzeitig vergessen lassen.
 
 
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Letztendlich wurmt es in dieser Crowdfunding-Produktion gewaltig, obwohl das Konzept hinter dem Film – trotz Logikbarrieren – noch relativ unverbraucht ist. OLD 37 basiert auf einen Albtraum von Co-Autor PAUL TRAVERS, der mit dem Vertrauen schwer verletzter Unfallopfer ein makabres Spiel treibt und statt sie ins Krankenhaus zu schicken lieber durch die Hölle jagt. Das mag durchaus makaber sein und für Fans des Genres interessante Ansätze besitzen. Furchterregend oder gar verstörend wurde diese perfide Idee jedoch nicht umgesetzt, dazu mangelt es OLD 37 an Hirn und allen Beteiligten an Talent. OLD 37 ist ein trügerischer Horror-Reinfall, wie er im Buche steht. Auch wenn der Slasher auf visueller Ebene mit jedem Hochglanz-Schocker problemlos mithalten kann, sollte man um diesen Blödsinn einen großen Bogen machen.
 
 
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OLD 37- Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eine blutige und makabere Verbeugung vor den fiesen Slasher-Streifen der 80er Jahre. Wie auch zu Hochzeiten der Meuchelfilme darf ein maskierter KANE HODDER nicht fehlen, der sich nach Herzenslust durch die Körper ahnungsloser Teenager schneiden, bohren und hämmern kann. Visuell punktet OLD 37 mit atmosphärischer Optik, die es durchaus mit aktuellen Leinwandschockern aufnehmen kann. Inhaltlich herrscht jedoch das kalte Grausen, denn sowohl das Drehbuch als auch die Darsteller sind nicht von dieser Welt. OLD 37 ist einer der dümmsten Horrorfilme, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Hinzukommt, dass der Streifen mit den wohl dümmsten und unbegabtesten Schauspielern besetzt wurde, die man in Amerika finden konnte. Von peinlich berührt bis unfreiwillig komisch – Zuschauer, die auch von Horrorfilmen zumindest etwas Anspruch erwarten, werden hier vom zu häufigen Kopfschütteln plötzlich Migräne bekommen. Von der minderen Qualität seines Streifens war auch Regisseur CHRISTIAN WINTERS überzeugt. Der wollte nach den Dreharbeiten aus Scham nichts mehr mit dem Film zu tun haben. Wer OLD 37 gesehen hat, dürfte dessen Entscheidung verstehen und den Filmemacher einfach nur tröstend in den Arm nehmen wollen.
 
 


 
 
 

OLD 37 – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher der alten Schule gehört, gibt es in erster Linie handgemachte Sauereien zu sehen. Sägenblätter schneiden sich ins Fleisch, Menschen werden ans Kreuz genagelt und ausgeweidet. Außerdem wird eine besonders unsympathische Protagonistin mit Benzin übergossen und angezündet. Das hört sich alles sehr hart an, dürfte aber für eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe reichen. Keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

OLD 37 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dämonisch (2001)
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 
The Boy (2015)


Filmkritik: “The Final Girls” (2015)

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THE FINAL GIRLS

Story

 
 
 
Als in jenem Kino ein Feuer ausbricht, in dem anlässlich des Todes der Horrorfilm-Schauspielerin Amanda Cartwright ein Gedenk-Event stattfindet, finden sich Amandas Tochter Max und ihre Freunde plötzlich im berühmtestem Film der verstorbenen Schauspielerin wieder: “Camp Bloodbath”. Nun müssen sie selbst ums Überleben kämpfen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Kritik

 
 
 
Regisseur Todd Strauss-Schulson kann bei IMDb zwar schon auf 25 Regie-Einträge verweisen, allerdings ist “The Final Girls” erst sein dritter Kinofilm (nach “Private High Musical” von 2008 und “Harold & Kumar” von 2011). Und Strauss-Schulson hat aus dem Drehbuch der Neulinge M.A. Fortin und Joshua John Miller wirklich das Bestmögliche herausgeholt. Leider bietet das Script nicht die bestmögliche Story, so dass “The Final Girls” bedauerlicherweise nicht so gut ist, wie er definitiv hätte werden können. Denn wo findet der geneigte Horrorfan heute noch einen Film, der ordentlich budgetiert und mit fähigen Darstellern ausgestattet ist und darüber hinaus noch mit einer originellen Story-Idee punkten kann? Eben. Da ist es dann umso ärgerlicher, wenn der Film erkennen lässt, dass er hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. “The Final Girls” hat fast alles richtig gemacht, allerdings hapert es an zwei grundlegenden Dingen, die diesen Film perfekt gemacht hätten: wesentlich mehr Gore und viel mehr Humor. So vergehen die 88 Minuten Laufzeit zwar auch recht kurzweilig, aber der Film ist leider viel zu unlustig. Zudem blendet Scott-Schulson bei fast jeder Slasher-Szene ab, so dass kaum Blut zu sehen ist. Das ist wirklich ärgerlich, weil “The Final Girls” ansonsten über ein paar wirklich gute Ideen verfügt.
 
 
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Max (Taissa Farmiga aus “Mindscape“) hat ihre Mutter, die Horrorfilm-Ikone Amanda Cartwright (Malin Akerman), vor drei Jahren bei einem Autounfall verloren. Über diesen Verlust ist Max immer noch nicht hinweg. Als ein Bekannter sie bittet, an einem Gedenk-Event für Amanda teilzunehmen, an dem ein Double-Feature ihrer berühmtesten Filme “Camp Bloodbath 1+2” gezeigt wird, lehnt Max deshalb zunächst ab. Schlussendlich taucht sie aber doch im Kino auf, in dem der Film gezeigt wird. Als dort plötzlich ein Feuer ausbricht, suchen Max und ihre Freunde einen Ausweg. Kurzerhand stürzen sie durch die Leinwand und landen dabei mitten im gezeigten Film aus den 1980er Jahren. Das Wiedersehen mit ihrer dort noch blutjungen Mutter macht Max schwer zu schaffen. Allerdings bleibt keine Zeit für langes Nachdenken, denn immer noch schleicht ein Killer durchs Camp und macht auch vor Max und ihren Freunden nicht halt. Wird es der sypmpathischen Hauptdarstellerin und ihren Freunden gelingen, dem Killer zu entwischen und vielleicht sogar die Mutter der Filmheldin zu retten. Oder werden sie auf ewig in dem billigen Schocker “Camp Bloodbath” gefangen bleiben?
 
 
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Zunächst zum Positiven: “The Final Girls” hat ein paar wirklich grandiose Ideen. Die Freunde bekommen wiederholt die Möglichkeit, ins Camp Bloodbath zu gelangen, als sie sich nach ihrer Flucht aus dem brennenden Kinosaal unverhofft im waldähnlichen Setting des Films wiederfinden. Denn nach genau 92 Minuten beginnt der Film immer wieder von vorn, so dass die anfänglich ausgeschlagene Mitfahrgelegenheit im dritten Anlauf endlich wahrgenommen wird. Auch zum Thema Rückblenden hat Scott-Schulson sich etwas einfallen lassen. Zum Beispiel kann man über die eingeblendete Schrift herübersteigen, die anzeigt, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Als die Freunde auf einmal ganz langsam sprechen und sich auch so bewegen, stellen sie erstaunt fest, dass sie sich in einer Slow-Motion-Sequenz befinden. Und als sich Hedlin Max nach ihrem letzten Kampf umdreht und zum Himmel blickt, wird dort der nun eingeblendete Abspann sichtbar. Diese kleinen Ideen sind wirklich lustig und machen Spaß. Der Film ist eine Hommage an “Freitag, der 13.” und zeigt dies gern und deutlich durch schonungslosem Gebrauch von Slasher-Klischees. So taucht der Killer immer dann auf, wenn die Protagonisten gerade am Fummeln sind. Zudem wurde er als Kind in einem Ferienlager gehänselt, trägt eine alberne Maske und pflügt sich mit einer Machete durch seine Opfer. Darüber hinaus hat Scott-Schulson ein paar wunderbare Szenen in seinen Film gestreut, in denen 80er und Neuzeit aufeinanderstoßen. So treffen Walkmans auf Handys, was bei den Filmfiguren für Verwirrung sorgt.
 
 
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Scott-Schulson hat außerdem viel Wert auf ordentliche CGI und coole Bilder gelegt. Oft taucht er die Settings in satte, leuchtende Farben, die den Look des Films nennenswert unterstreichen. Auch die Darsteller geben ihr Bestes und spielen solide. Der 37jährigen Malin Akerman nimmt man das Teenager-Blondchen im Film-im-Film zwar nicht ganz ab, dennoch spielt sie ihre Rolle gut. Taissa Farmiga ist die 21jährige Schwester der doppelt so alten Vera Farmiga (“Up in the Air”) und liefert als emotional völlig überforderte Filmheldin Max ebenfalls glaubwürdige Leistungen ab. Erwähnenswert wäre dann vielleicht noch Angela Trimbur als tumbe, aber sexy Tina, die wunderbar überzogen von ihr dargeboten wird. Guter Cast, guter Look, coole Ideen und stimmiger Soundtrack – bis hierhin hat Scott-Schulson alles richtig gemacht.
 
 
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Was seinem Film dann leider zumindest teilweise das Genick bricht, sind die zu spärlich vertretenen Komponenten Humor und Splatter. Da ist sogar das Vorbild von 1980 blutiger und zeigefreudiger als dieser Film. Scott-Schulson blendet fast jedes Mal ab, sobald die Machete geschwungen wird oder vermeintlich blutige Auseinandersetzungen stattfinden. Von grausig-absurden Morden oder bösen Verletzungen bekommt man hier also so gut wie nichts zu sehen, was wenig Sinn macht, wenn man einen Horror-Slasher dreht. Darüber hinaus fehlt es dem Film, abgesehen von ein paar humoristischen Wortspielchen, eindeutig an Witz. Der sich förmlich anbietende Running Gag um das Ableben einer der Protagonisten wird verschenkt. Coole One-Liner von Amanda und Vicki wie “Dann heb ich mich eben für George Michael auf” und “Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen” bleiben die Ausnahme. Somit werden die 88 Minuten Laufzeit zum teils zähen Trauerspiel, eben weil man so gut erkennen kann, welches Potenzial der Film gehabt hätte.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kaum Witz und wenig Gewalt. Diese Mankos machen “The Final Girls” leider zu einem durchschnittlichen Horrorfilme – etwas, was man diesem Film wirklich nicht gegönnt hätte. Dennoch kann man mit diesen Final Girls durchaus Spaß haben, denn trotz der erwähnten fehlenden Zutaten liegt der Film qualitativ weit über dem, was man normalerweise im Horrorgenre geboten bekommt. Vielleicht kommt es ja so, wie auch im Film “Camp Bloodbath”: ein zweiter Teil kündigt sich an. Bis dahin solide sechs von zehn blutigen Camps, um die man besser einen weiten Bogen macht.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Zensur

 
 
 
“The Final Girls” hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Sonderlich blutig sind die Morde nicht, was die FSK16 durchaus gerechtfertigt. Slasher-Fans können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Final Girls; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Hindi, Italienisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar von Cast & Crew, Kommentar des Drehbuchautors, Entfallene, erweiterte und alternative Szenen mit optionalem Kommentar vom Regisseur, Entwicklung der visuellen Effekte Vorschau-Animation

Release-Termin: 12.11.2015

 

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THE FINAL GIRLS – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Can’t Kill Stephen King (2012)
 
Chuckys Baby (2004)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Scream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Scream 4 (2011)
 


Halloween – Die Geburt des modernen Horrorfilms

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EIN RÜCKBLICK AUF DIE HALLOWEEN-FILME

 
 
 
Da sich auch kalendarisch Halloween nähert, ist es an der Zeit, einen Blick auf die “Halloween”-Reihe zu werfen, deren erster Teil aus dem Jahr 1978 inzwischen als Klassiker (und Begründer) des Slasher-Genres gilt. Bereits der Score aus den “Halloween”-Filmen jagte Generationen von Horrorfilm-Fans eine Gänsehaut über den Rücken und verschaffte der Figur Michael Myers zu unheimlicher Aufmerksamkeit.
 
 
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(Halloween – Die Nacht des Grauens | © CONCORDE)

 
 

DIE NACHT DES GRAUENS – GEBURT EINES KLASSIKERS

 
 
Im ersten “Halloween” bricht Michael Myers nach 15 Jahren aus einer psychiatrischen Anstalt aus und kehrt in seine Heimatstadt Haddonfield zurück. Für den Mord an seiner Schwester, den er als Sechsjähriger beging, sollte Myers eigentlich lebenslang verwahrt bleiben. Einzig der Psychiater Dr. Loomis (Donald Pleasance) glaubt daran, dass Myers in seine alte Heimat zurückkehrt, doch der geht in Haddonfield bereits auf die Jagd. Und während er einen Teenager nach dem Anderen mit dem Küchenmesser zerteilt, scheint einzig Laurie (Jamie Lee Curtis) ihm immer wieder von der Klinge zu springen. Mit diesem simplen Rezept wurde “Halloween – Die Nacht des Grauens” zum Horrorklassiker und etablierte das amerikanische Slasher-Genre – eine Gruppe von Teenagern, ein übermenschlich wirkender Mörder und eine unschuldige Teenagerdame, die vor dem Messer des Mörders flieht. Nebenbei machte John Carpenter (der damals vor allem für seine auf der Uni entstandene Sci-Fi-Parodie “Dark Star” bekannt war) mit dem Film eine blutjunge Jamie Lee Curtis zum Star und zum Archetypen der Scream-Queen für das anbrechende VHS-Zeitalter. Dass “Halloween” trotz seines mageren Budgets von 300.000 Dollar zum Mega-Erfolg wurde, lag wohl auch an der Arbeit, die man in das Skript investierte. In der ursprünglichen Fassung sollte es um die Babysitter-Morde gehen… was deutlich weniger genredefinierend als “Halloween” klingt. Stattdessen orientierte die Grundidee von “Halloween” sich nun eher an keltischen Traditionen. Ganz im Geiste von Samhain nutzt der Film diesen einen Tag im Jahr, damit böse Geister (oder hier Michael Myers) für Chaos sorgen können. Auch die Idee, man könne das Böse nicht töten, hat im Samhain seinen Ursprung. Und dass man weder das Böse, noch die “Halloween”-Reihe töten kann, beweisen die insgesamt sieben Fortsetzungen, ein Reboot von Rob Zombie und aktuell ein Kurzfilm mit dem Titel “The Rebirth of Michael Myers“. Die Sequels erweitern zwar das Thema von Samhain und den Charakter von Michael Myers, erhielten aber eher gemischte Kritiken. Besonders der dritte Teil “The Season of the Witch” fiel bei Kritikern und Fans durch, wohl auch, weil Michael Myers im Film keine Rolle spielt. Fortan blieb man beim Bewährten und brachte den Unverwüstbaren mit der Maske stets wieder zurück. Auch im Zuge der modernen Slasher-Welle versuchte man mit “Halloween H20” noch mal an die alten Erfolge anzuknüpfen, was aber nicht gänzlich gelang. Der siebte Teil der Halloween-Serie spielt genau 20 Jahre nach dem ersten Film und konnte im Vorfeld immerhin mit dem Comeback von Jamie Lee Curtis auftrumpfen. Regisseur Steve Miner schaffte es trotzdem nicht Halloween H20 auf das Niveau der Teile 1 und 2 zu hieven, was auch daran lag, dass die Teile drei bis sechs der Filmreihe weitestgehend ignoriert wurden und das Handwerk eines John Carpenter im Hinblick auf den Spannungsbogen unerreicht blieb.
 
 
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(Halloween 5 – Die Rache des Michael Myers | © NSM und TIBERIUS FILM )

 
 
 
 

SCHWERES ATMEN, LANGE SCHRITTE

 
 
Das Intro zu “Halloween” gehört zu den absoluten und oft kopierten klassischen Elementen, die diesen Film so großartig machen. Ein Long Take, ein langer Spaziergang durch die Halloween-Nacht, schweres Atmen, das uns als Zuschauer wissen lässt: Wir blicken aus den Augen des Mörders. Und doch sehen wir ihn nicht, wir befinden uns mit Michael Myers auf einer langen Reise zum Mord. Jeder Passant könnte das Opfer sein, doch stattdessen schleichen wir uns in ein Haus – dann erst erfolgt die eigentliche Enthüllung: Wir stecken im Körper eines Kindes. Dass Michael Myers bereits im Kindesalter ein Mörder und Psychopath ist, erkennen wir Noch unnahbarer und unheimlicher sollte Michael Myers durch seine Maske wirken, die im Drehbuch als weiß mit menschlichen Zügen beschrieben wurde. Aus Budget-Gründen übermalte das Team eine Captain Kirk-Maske mit weißer Farbe. Generationen von Teenagern schrieen also in Furcht vor William Shatner auf. Was “Halloween” 1978 ebenfalls begründete, war die konservative Grundhaltung des Horrorfilms, die sich bis heute hartnäckig gehalten hat. In Wes Cravens “Scream” werden die Regeln des Slashers auch gerne parodiert und auch der launige “Cabin in the Woods” spielt mit eben jenen Ideen, die “Halloween” etablierte: Der Tod durch den Killer ist nicht einfach nur ein wahlloser Kick, sondern eine Strafe für die Grenzüberschreitung. Alkoholkonsum und promiskes Verhalten werden mit Michael Myers’ Messer bestraft, wohingegen die unschuldige Laurie den Film überleben darf. Zwar gab es schon vor “Halloween” US-Slasher wie das “Texas Chainsaw Massacre” und auch der Einfluss des gewaltfixierten Giallo-Genres aus dem Italien der frühen Siebziger ist nicht zu leugnen, doch “Halloween” zementierte den Slasher im kulturellen Gedächtnis und etablierte dank Carpenters Handschrift (lange PoV-Fahrten) das Genre auch stilistisch. Zwar arbeitete Carpenter immer wieder einmal an den Fortsetzungen zu “Halloween” (in Teil 2 schrieb er am Drehbuch) mit, Regie führte er jedoch nur beim ersten Teil. Mit Filmen wie “Die Klapperschlange” oder “Big Trouble in Little China” ist Carpenter aber nach wie vor eine wichtige Kulturikone – vor allem der 80er. Auch dem Horrorgenre blieb er mit Filmen wie “Vampires” oder “Ghosts of Mars” immer treu.
 
 
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(Halloween – H20 | © STUDIO CANAL )

 
 

EIN GENREDEFINIERENDER KLASSIKER

 
 
“Halloween” von 1978 ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Horrorfilme des ganzen Genres. Zwar wirkt die Gewalt im Vergleich mit aktuellen Horrorfilmen zahm, dafür bietet “Halloween” Spannung und Suspense. Wie Carpenter mit den Nerven der Zuschauer spielt, ist beeindruckend. Wer sich selbst von den Ereignissen um Halloween und Michael Meyers überzeugen möchte, kann sich passend zur Jahreszeit bei den verschiedenen VoD-Seiten mit ausreichend Horrorfilmen versorgen. So sind bei maxdome ein Großteil der Filme aus der Halloween-Reihe sowie auch einige andere Werke aus den Bereichen Horror und Slasher zu finden.
 
 
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(Rob Zombie’s Halloween | © SENATOR und UNIVERSUM FILM)

 
 

(Sören)

 
 
Alle bisherigen Halloween-Filme auf einem Blick:
 
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
Halloween 2 – Das Grauen kehrt zurück (1981)
Halloween 3 – Die Nacht der Entscheidung (1982)
Halloween 4 – The Return of Michael Myers (1988)
Halloween 5 – Die Rache des Michael Myers (1989)
Halloween – Der Fluch des Michael Myers (1995)
Halloween H20 (1998)
Halloween: Resurrection (2002)
Halloween (2007)
Halloween II (2009)


Filmkritik: “Bastard” (2015)

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BASTARD

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Ein frisch vermähltes und blutgeiles Killer-Duo (DAN CREED und ELLIS GREER) gabelt auf der Fahrt zu einem Liveauftritt ein verliebtes Tramper-Paar (darunter REBEKAH KENNEDY aus HOUSE HUNTING und THE UNDERNEATH) auf der Landstraße auf und nimmt es mit dem Auto mit. Die Anhalter outen sich später als Bruder und Schwester und landen zusammen mit den neuen mordgierigen Freunden in einer Herberge auf der Speisekarte von Kannibalen. Tja, das Leben geht manchmal seltsame Wege.
 
 
 


 
 
 

BASTARD – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streich von AFTER DARK FILMS. Nachdem man sich mit dem AFTER DARK HORRORFEST in Fankreisen einen Namen machen konnte, produziert man seit einigen Jahren selbst Horrorfilme, um Fans der schaurigen Unterhaltung mit immer neuen Horrorprodukten bei Laune halten zu können. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Abwechslung, damit dem Publikum nicht langweilig wird. Ob mordende Zwillinge, ausgefuchste Serienmörder, turboschnelle Zombies oder hysterische Sektengurus – unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS wird im Akkord Gruselzeug fürs Heimkino fabriziert, um die gierige Horrormeute mit stets unterhaltsamen Indie-Schockern fernab des Mainstreams zu versorgen. Mittlerweile gehören die hauseigenen Produktionen aus den AFTER DARK-Studios zum Must-See für Horrorfans, denn anders als Horror-Verbrechen aus den Schrottpressen ASYLUM oder SYFY ist man bei AFTER DARK FILMS immer noch um ein gewisses Maß an Qualität und Schrecken bemüht. Trotz sehenswerte Angstmacher haben es leider immer noch nicht alle AFTER DARK ORIGINALS-Filme nach Deutschland geschafft. So warten vor allem ältere Produktionen, wie CHILDREN OF SORROW, RITUAL oder DARK CIRCLES auch weiterhin auf eine deutsche Auswertung und das, obwohl Letztgenannter zu einem der besten Machwerke gehört, die die Schauerschmiede bis heute produziert hat.
 
 
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Mit dem Horror-Thriller BASTARD probieren die Experten für kurzweiligen Schauer etwas Neues aus. Der Streifen gehört nämlich so jener Art von Filmen, die sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken lassen. So vermischen die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG (die mit BASTARD übrigens ihr Regiedebüt feiern) zig Subgenres zu einem skurrilen Horror-Mix, der gut startet, aber im haarsträubenden Gewaltrausch vom rechten Weg abkommt. Erzwungen blutig geht es hier zu, denn was als anarchische Bonnie-und-Clyde-Kopie beginnt, wandelt ganz schnell auf Tortur, Slasher- und Kannibalenpfaden – bösem Zynismus inklusive. Was sich jedoch für den Liebhaber deftigeren Filmhandwerks als Offenbarung entpuppt, gerät beim Blick über den Tellerrand zum wirren Horrordebakel, in dem man nicht nach Logik suchen sollte. Glaubwürdigkeit scheint nämlich abhandengekommen zu sein, was BASTARD dann doch immer mal wieder unfreiwillig komisch erscheinen lässt – gewollt war das definitiv nicht. Doch damit nicht genug. Das eifrige Kombinieren unterschiedlicher Subgenres will nicht so recht funktionieren. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe man versucht Drehbücher zu unfertigen Filmen in irgendeiner Weise zusammenzuführen, um daraus gewaltigen Horrorquatsch zu machen. Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Interviews der Macher im Netz glauben, so sollte die Idee von einem Killer-Pärchen anfänglich in Form eines Kurzfilmes Verwendung finden, das Drehbuch hierzu war bereits in Arbeit. Letztendlich entschied man sich jedoch dazu, die mordlüsternen Liebenden zusammen mit anderen Protagonisten (aus ebenso selbst geschriebenen, unfertigen Skripten) in einem Film unterzubringen und von bösen Kannibalen schlachten zu lassen. Ob das wirklich so gut gewesen ist, wie es die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG in euphorischen Lobgängen bekunden, mag bezweifelt werden, denn Fakt ist: in BASTARD passt irgendwie kaum etwas zusammen.
 
 
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Dabei waren die Ambitionen groß. So orientierte man sich visuell an Klassikern wie FREITAG DER 13. oder CARRIE. Inspirationen für die akustische Untermalung lieferten die Kultwerke HALLOWEEN und SUSPIRIA. BASTARD verbeugt sich als selbsternannter Retro-Slasher mit pumpenden Synthesizer-Klängen, abrupten Schnitten und heftigen Kills (die handgemachten Effekte sehen übrigens klasse aus) vor den bösen Meuchelfilmen der späten 70er und frühen 1980er, von denen viele auch heute noch ihr Dasein auf der Liste für jugendgefährdende Medien fristen. Trotz ähnlicher Machart sollte dennoch unterschieden werden. Während man heutzutage gern an viele der aktuell immer noch beschlagnahmten Filme zurückblickt, dürfte sich in dreißig Jahren wohl kaum jemand an diese AFTER DARK-Produktion erinnern können. BASTARD ist ein komisches Machwerk, über dessen Sinn und Unsinn man sich definitiv streiten kann. Umso mehr lässt der Gedanke erschauern, dass dieser Horror-Thriller in Serien gehen könnte. Über drei mögliche Fortsetzungen und einem Prequel witzeln die Regisseure mit der Fachpresse. Da kann man nur hoffen, dass es auch wirklich beim Spaß bleibt.
 
 
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BASTARD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine haarsträubende Geschichte über Inzucht, Kannibalismus und deftigen Morden. BASTARD ist ohne Zweifel ein Fest für Liebhaber der härteren Filmgattung. Leider wurden für diesen AFTER DARK-Film zu viele Subgenres miteinander kombiniert, weshalb sich der Retro-Slasher dann doch in allerhand unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Handlungsverläufen verfängt. Nichts will in BASTARD zusammenpassen, weil hier offensichtlich Ideen gesammelt und unbedacht zusammengeführt wurden. Für den kurzen Adrenalinschub mag das ausreichen. Klammert man jedoch die Gewaltmomente aus, bleibt nur eine löchrige Handlung übrig, die im Grunde genommen kaum Sinn ergibt. Als Horror-Thriller kann man BASTARD nicht ernst nehmen. Trotz dezentem Zynismus und viel unfreiwilliger Komik funktioniert das Machwerk auch als rabenschwarze Horrorkomödie nicht – dazu ist der Film einfach nicht lustig genug.
 
 


 
 
 

BASTARD – Zensur

 
 
 
BASTARD ist kein Film, der sich in Sachen Gewalt zurückhält. Einem Protagonisten wird die Wirbelsäule bei lebendigem Leib herausgerissen, ein Kind wird aus dem Mutterleib einer Heldin herausgeschnitten und in menschlichem Gedärm wird auch herumgewühlt. Das ist teils hart anzuschauen. Demnach könnte es Probleme mit der FSK geben. Man darf gespannt sein.
 
 


 
 
 

BASTARD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Among the Living (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Awaiting (2015)
 
Starve (2014)
 


Filmkritik: “Some Kind of Hate” (2015)

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SOME KIND OF HATE

Story

 
 
 
Mobbingopfer erhält in einem Camp für gewaltbereite Jugendliche Unterstützung von einem rachsüchtigen Geist, der beim Denkzettel verpassen behilflich sein möchte.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Kritik

 
 
 
Seit SISSY SPACEK im unkontrollierte Wutrausch die Schule abfackelte und so unzählige Mitschüler in der Romanverfilmung CARRIE tötete, gilt im Horrorfilm: wer Mitschüler hänselt, muss dafür bestraft werden – schonungslos und blutig. Auch 40 Jahre nach der gelungenen Leinwandadaption des gleichnamigen Stephen King-Buches gehört Mobbing an Schulen zum heißen Eisen. So hat sich das unmenschliche Peinigen von Klassenkameraden an vielen Schulen mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt, das in Zeiten von Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking erschreckende Ausmaße erreicht hat. Dem Mobbing von Außenseitern und dem dadurch verursachten Hass widmet sich auch Regieneuling ADAM EGYPT MORTIMER. Der hat mit SOME KIND OF HATE brisanter Stoff verfilmt, dem es an nötiger Ernsthaftigkeit mangelt, die man von solch sensibler Thematik erwarten würde. Blutiges Rächen ist hier Programm, mit dem sich der Film über Wasser halten möchte. Das ist aber leider auch das einzige was der Film gut kann, denn zwischen den wenigen Todesszenen herrscht gähnende Langeweile.
 
 
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Außenseiter und Metal-Fan Lincoln Taggert (RONEN RUBINSTEIN) hat es nicht leicht an der Schule. Nicht nur, dass er von den beliebtesten Schülern wie Dreck behandelt wird; auch zu Hause treffen regelmäßige Demütigungen vom alkoholisierten Vater tief, so dass der Teenager nach einer Schlägerei an der High School in ein Erziehungscamp gesteckt wird. Dort soll der Schüler lernen mit seinen Aggressionen umzugehen. Leider holt ihn auch hier die Vergangenheit ein. Er wird erneut schikaniert und beschwört versehentlich den Geist eines toten Mädchens, das sich hier im Erziehungslager das Leben genommen hat, weil es die Demütigungen der übrigen Teilnehmer nicht mehr ertragen konnte. Mit vereinten Kräften sollen Denkzettel verteilt werden, doch Geist Moira hat andere Vorstellungen vom Bestrafen, als der verbündete Lincoln.
 
 
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Unsympathische Abziehbilder und unzugängliche Helden sowie kaum Identifikationsmöglichkeiten. SOME KIND OF HATE ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Im Drehbuch wurmt es gewaltig. Das hat so seine Probleme mit dem Erzählen einer vernünftigen Horrorgeschichte und reiht demzufolge Klischee an Klischee damit SOME KIND OF HATE überhaupt etwas zu erzählen hat. Doch damit nicht genug. Untalentierte Jungdarsteller (u.a. NOAH SEGAN aus STARRY EYES) machen es dem Zuschauer nicht leicht. Denen fehlt es an Erfahrung, um auch glaubwürdig agieren zu können. Viel zu tun haben sie jedoch nicht, denn bis auf schreien, rächen und sterben wird nicht viel von ihnen gefordert. Das macht sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar, der nahezu kaum vorhanden ist. Immerhin stimmt der Blutgehalt, denn im Finale wird kräftig ausgeteilt. Wenn sich Geist Moira selbst Schmerzen zufügt und so gleichzeitig den Gegner quält, kommen zumindest jene Zuschauer auf ihrer Kosten, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. So färben Kunstblutfontänen Mattscheiben rot und theatralische Chorgesänge suggerieren dem Publikum, dass eine Lesung in der Kirche vermutlich spannender gewesen wäre, als knapp 90 Minuten für SOME KIND OF HATE zu verschwenden.
 
 
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SOME KIND OF HATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fieses Killer-Konzept mit deftigem Blut- und Härtegrad. Dennoch gilt: Hauptsache blutig – Wenn alle Stricke reißen, rettet der Härtegrad, was zu retten ist. Vielleicht hätte Newcomer ADAM EGYPT MORTIMER weniger auf Optik und mehr auf das Können seiner Hauptdarsteller geachtet, dann wäre dem Zuschauer manch Peinlichkeit erspart geblieben. SOME KIND OF HATE ist kein nennenswerter Horrorfilm. In diesem Rachestreifen will – mal abgesehen vom Blutgehalt – kaum etwas funktionieren. Die darstellerischen Leistungen sind ungenügend, das Drehbuch lahmt und die Figuren entpuppen sich als austauschbare Stereotypen. Der Mix aus Slasher und Geisterfilm erwacht erst am Ende aus seinem Dornröschenschlaf. Leider dürfte das nur beim gewalterprobten Publikum gut ankommen. Wer so seine Probleme mit Rasierklingen besitzt, die durch menschliches Fleisch schneiden, dürfte mit SOME KIND OF HATE trotz zeigefreudigen Gewaltexzessen kaum etwas anfangen können.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Zensur

 
 
 
In SOME KIND OF HATE geht es nicht zimperlich zu. In den letzten 15 Minuten geht die Post ab. Dort gerät der Geist eines Mobbingopfers außer Kontrolle und fügt sich Verwundungen zu, die auch dem Gegner zugefügt werden. Das passiert mit einer Rasierklinge. So werden Hälse durchgeschnitten und Menschen mit Benzin übergossen. Aufgrund der zeigefreudigen Gewaltexzesse, wird SOME KIND OF HATE nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel kommen.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found (2012)

Dark Summer (2015)

Mirror Mirror (1990)

Carrie (2013)

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)


Filmkritik: “Berkshire County” (2014)

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BERKSHIRE COUNTY

Story

 
 
 
Babysittern vs. Einbrecherbande. Letztere führen nichts Gutes im Sinn und scheinen das Entführen von Babysittern zum Hobby gemacht zu haben.

 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über Psychopathen mit Schweinemasken. Die sind im Genre mittlerweile ziemlich häufig anzutreffen, um ahnungslosen Menschen viel Angst einzujagen. Auch der kanadische BERKSHIRE COUNTY macht von bekannter Terrorpraktik Gebrauch, die bevorzugt im Horrorfilm Anwendung findet. So lassen sich seit einigen Jahren regelmäßig Psychopathen im Horrorkino blicken, die unschuldige Familien zu Hause besuchen, um sie dort zu terrorisieren und zu quälen. BERKSHIRE COUNTY macht da keine Ausnahme und dürfte bei vielen Zuschauern – gerade der Maskierung wegen – so manch Déjà-vu-Erlebnis auslösen. Der ruft nämlich Filme wie MADISON COUNTY, TORMENT und YOU’RE NEXT ins Gedächtnis, weil dort ebenfalls Tiermasken-Killer eine perverse Lust am Töten hilfloser Menschen entwickelt haben.
 
 
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Schnörkelloser Home-Invasion-Schocker mit doofem Ende. Für den zeichnet der Kanadier AUDREY CUMMINGS verantwortlich und liefert für ein Regiedebüt ganz passable Arbeit ab. Ein Schulmobbing-Opfer gerät in diesem Thriller an eine Bande kaltblütiger Killer, deren Beweggründe auch nach dem Abspann unbeantwortet bleiben. Die nehmen es mit der attraktiven ALYSA KING auf, die im Film Babysitterin Kylie Winters verkörpert und nur ein Ziel hat: zwei Kinder zu schützen und zu überleben. Natürlich wird das gelingen, schließlich will das offene und reichlich konstruiert wirkende Ende dem Zuschauer klarmachen, dass man diesen Streifen in Serien schicken möchte. Damit stapft man in Spuren bekannter Fortsetzungsware, die so lange fortgeführt wurde, bis sie keiner mehr sehen wollte.
 
 
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Nichts neues, aber kurzweilig. BERKSHIRE COUNTY bietet nichts, was man nicht bereits in vielen Ablegern dieser Art von Filmen zu sehen bekommen hat. Die scheint Macher AUDREY CUMMINGS immerhin penibel studiert zu haben, so dass trotz vorhersehbarem Handlungsverlauf ab und an etwas Spannung aufkommt. So folgt der Zuschauer einem aufgebrachten Babysitter, der unentwegt damit beschäftigt ist sich zusammen mit zwei Schützlingen in einem riesigen Anwesen zu verstecken und auf Hilfe zu hoffen. Unterstützt wird das Versteckspiel von pumpenden Synthesizer-Klängen, die nicht selten Werke von Altmeister JOHN CARPENTER Revue passieren lassen. Leider gerät der kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen durch teils nicht sonderlich gelungene Synchronisation ins Wanken. Für die wurden nicht immer professionelle Sprecher besetzt, so dass der Film des Öfteren Probleme mit der Ernsthaftigkeit erhält. Die sucht man übrigens im Finale vergebens, denn je mehr sich BERKSHIRE COUNTY der Zielgerade nähert, umso haarsträubender und unglaubwürdiger gestaltet sich der Überlebenskampf. Der wird ins Absurdum getrieben und versucht erst gar nicht wesentliche Fragen zu beantworten. Letztendlich kommt BERKSHIRE COUNTY leider einige Jahre zu spät. Nach FUNNY GAMES wurden einfach zu viele dieser Filme in die Wohnzimmer gebracht, um den Zuschauer immer noch damit schockieren zu können. Wer Home-Invasion-Thriller mag, wird’s wohl kaum kümmern. Der dürfte auch mit BERKSHIRE COUNTY ein paar pulstreibende Minuten erleben – auch wenn dieses Subgenre dringend neue Ideen nötig hat.
 
 
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BERKSHIRE COUNTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Klassischer Home-Invasion-Schocker mit unbefriedigendem Finale. Der Kanadier AUDREY CUMMINGS liefert nach diversen Kurzfilmen den ersten Langfilm ab und wagt keine Experimente. Er mixt bekannten Home-Invasion-Stoff mit Zutaten gängiger Slasher und verfeinert das Gebräu mit etwas Terror. Die Rezeptur funktioniert sechzig Minuten lang. Danach gerät der Streifen ins Taumeln und bekommt Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Antworten über die Beweggründe der Filmbösewichte werden nicht geliefert. Die hat man sich offensichtlich für die Fortsetzung aufgehoben. Ob das eine gute Idee gewesen ist, wird sich zeigen, denn leider ist BERKSHIRE COUNTY nur ein weiterer Home-Invasion-Film unter vielen, der kaum nennenswerte Höhepunkte zu bieten hat.
 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Zensur

 
 
 
Anders als das Cover vermuten lässt, ist BERKSHIRE COUNTY bereits ab 16 Jahren freigegeben worden. Das hat auch seine Gründe, denn sonderlich gewalttätig ist der Film nicht. Viele Morde passieren im Off und erst am Ende gibt es Lebenssaft zu sehen. Der rote FSK-Sticker auf der Heimkinofassung ist wegen einiger Trailer auf dem Heimkinocover zu finden.
 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Berkshire-County-bluray

(c) Mad Dimension (KeepCase)

 
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(c) Mad Dimension (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Berkshire County; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 09.10.2015 (KeepCase) | 09.10.2015 (Mediabook)

 

Berkshire County [Blu-ray im Keepcase]

Berkshire County – Limited Mediabook (DVD + Blu-Ray) [Limited Edition]

 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beautiful People (2014)

White Settlers (2014)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmkritik: “Eden Lodge” (2015)

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EDEN LODGE

Story

 
 
 
Eine Autopanne mit Folgen: Eine junge Familie kommt nach einem Unfall im ländlichen England einem bestialischen Killer in die Quere und muss ums Überleben bangen.
 
 
 


 
 
 

EDEN LODGE – Kritik

 
 
 
Auch wenn es das Poster suggeriert – mit EDEN LAKE hat dieser britische Horrorfilm nichts am Hut. Der versucht nur mit einfältiger Masche und ähnlichem Plakatmotiv hinters Licht zu führen, damit der Zuschauer bedenkenlos zugreift und kauft. Dabei trennen die beiden Filme nicht nur inhaltlich Welten voneinander. EDEN LODGE will gar kein Terrorfilm sein und erzählt die Geschichte eines amerikanischen Pärchens, das wegen dem neugeborenen Nachwuchses versucht, eine ohnehin kaputte Beziehung im ländlichen England zu retten. Die Dinge nehmen eine unerwartete Wendung, als man nach einer Autopanne Hilfe in einer nahegelegenen Herberge sucht und darin die Nacht verbringen muss. Nicht nur, dass sich die schrullige Betreiberin des Hotels verdächtig verhält. Auch Bewohner und Gäste hinterlassen keinen vertrauenerweckenden Eindruck, so dass schnell klar sein dürfte, dass dieser Film kein gutes Ende nehmen wird. Doch die skurrilen Zeitgenossen sind das kleinere Übel. Ein grausamer Killer verursacht größere Probleme. Der zieht im angrenzenden Wald seine Runden und macht Jagd auf ahnungslose Touristen.
 
 
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Die Entstehung von EDEN LODGE stand unter keinem guten Stern, was wohl auch der Grund gewesen sein dürfte, weshalb der Film mit reichlicher Verspätung veröffentlicht wurde. BREAKDOWN – so wie der Streifen eigentlich heißen sollte – wurde bereits 2013 abgedreht. Leider fand man für die Postproduktion nur schleppend Geldgeber. Daher startete man eine Crowdfunding-Kampagne auf der Finanzierungsplattform KICKSTARTER. Die brachte aber nicht den gewünschten Erfolg, so dass die Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Nach zweijähriger Verzögerung konnte der Low-Budget-Streifen doch noch fertiggestellt und in die Händlerregale gebracht werden. Aber hat sich der Aufwand letztendlich gelohnt?
 
 
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EDEN LODGE bekleckert sich beim Angstmachen nicht mit Ruhm. Regie-Newcomer ANDREAS PRODROMOU kombiniert unbeholfen Mystery mit bluttriefenden Slasher-Raffinessen, verzettelt sich jedoch bei der Zusammenstellung des Horror-Cocktails. Statt sich auf eine Zutat zu konzentrieren, versucht er das Gebräu durch überflüssige Dreingaben zu veredeln. Leider will der schläfrig inszenierte Film gerade wegen der unüberlegten Mischung nicht so recht schmecken. EDEN LODGE quält mit schleppend inszenierter Geheimniskrämerei, die in bescheidener Regelmäßigkeit durch konfus eingestreute Gewalteinlagen aus dem Tiefschlaf reißen soll. Macher ANDREAS PRODROMOU wechselt unbeholfen zwischen den Subgenres und schien sich offensichtlich unschlüssig darüber gewesen zu sein, in welche Schublade er EDEN LODGE stecken wollte. So verwirrt er mit künstlich angestachelter Beziehungskrise, die sich im finalen Blutrausch von selbst auflöst. Das mag sich interessant anhören, ist aber letztendlich kaum der Rede wert, weil in diesem Film nichts so recht zusammenpassen will.
 
 
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EDEN LODGE ist kein nennenswerter Gruselausflug ins ländliche Idyll Großbritanniens. Hier läuft einiges schief, was auf die Unerfahrenheit von Nachwuchsregisseur ANDREAS PRODROMOU zurückzuführen seine dürfte. Der hat das Drehbuch zum Film geschrieben und will mit unerwarteter Auflösung punkten. Leider erntet er dafür vermutlich nur fassungsloses Kopfschütteln. Des Rätsels Lösung ist derart banal und unglaubwürdig, dass sich der Regisseur mit seinem unausgereiften Erstling wohl keine Freunde machen wird. Doch wir von FILMCHECKER sind wie immer optimistisch: beim nächsten Mal wird sicher alles besser.
 
 


 
 
 

EDEN LODGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös und blutig. Schleppend inszenierter Schauer-Mix, der sich irgendwie nicht so recht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein möchte. EDEN LODGE ist halb Slasher, halb Mysterstreifen. Macher ANDREAS PRODROMOU wechselt in seinem ersten Spielfilm immer wieder unbeholfen zwischen den Subgenres und verwirrt unnötig. Oftmals erweckt er damit den Eindruck, als habe er versucht zwei unterschiedliche Film zu einem zu machen. Das Frustpotenzial ist groß, denn als wäre der holprige Horrorquatsch nicht schon zäh und konfus genug, stößt EDEN LODGE auch noch mit haarsträubender Auflösung vor den Kopf. EDEN LODGE ist kein herausragender Gruselausflug, den man sich unbedingt vormerken sollte – auch wenn die schick animierte Eröffnungssequenz genau das Gegenteil vermuten lässt.
 
 


 
 
 

EDEN LODGE – Zensur

 
 
 
EDEN LODGE ist nicht besonders brutal. Der Film zeigt kurze Morde, wie man sie auch in jedem beliebigen Slasher zu sehen bekommt. So gibt es einen Tritt in eine Bärenfalle zu sehen und eine Heugabel wird durch einen Körper gejagt. Man darf davon ausgehen, dass die FSK eine Freigabe ab 16 Jahren vergeben wird.
 
 


 
 
 

EDEN LODGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
Roadside (2013)


Filmkritik: “Pinup Dolls on Ice” (2013)

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PINUP DOLLS ON ICE

Story

 
 
 
Eine gesunde Mischung aus Sex und Gewalt: Einige Stripperinnen müssen um ihr Überleben bangen. Ein grimmiger Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und will sie besitzen.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Kritik

 
 
 
Was wäre ein Slasher nur ohne weibliche Opfer, die sich im Todeskampf bevorzugt leicht bekleidet um Kopf und Kragen schreien? Vermutlich hätten viele dieser Streifen nicht jenen Kultstatus erreicht, den sie heute in Fankreisen genießen. Seit den Anfängen der Meuchelfilme gehören prallbrüstige Kampfamazonen quasi zur Grundausstattung moderner Slasher-Ware und haben schon so manch cineastisches Desaster vor dem Untergang gerettet. Wie gut, dass es in PINUP DOLLS ON ICE gleich mehrere dieser zeigefreudigen Schönheiten gibt, die sich textilfrei vor der Kamera räkeln und männlichen Zuschauern feuchte Träume bescheren. Mit knapp zweijähriger Verspätung hat es die Fortsetzung des 2009 gedrehten Slasher BIKINI GIRLS ON ICE auch nach Deutschland geschafft. Scheinbar hatte sich kein Verleih so recht getraut das Machwerk in unseren Breitengraden zu veröffentlichen. Kein Wunder, wurde der plumpe Vorgänger nicht nur von Fans gnadenlos zerrissen wurde. Auch die hiesige FSK hatte mit dem semiprofessionellen Schlachtmarathon nur wenig Freude und forderte für eine deutsche Auswertung rigoros Schnitte. Ein Schicksal, das dem zweiten Teil glücklicherweise erspart blieb. Der wurde trotz deftiger Todesszenen ungeschnitten veröffentlicht, so dass deutsche Slasher-Fans bedenkenlos zugreifen können. Doch lohnt der Kauf?
 
 
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Sex sells! Das gilt ach für PINUP DOLLS ON ICE in dem das Quintett der Pinup Dolls von Bar zu Bar zieht, um fürs männliche Publikum zu strippen. Mit “schlagkräftigen” Argumenten wird Geld eingefordert, denn wer für Auftritte nicht zahlen will, bekommt schon mal den Zorn der Mädchen zu spüren. Ebenso zornig ist auch ein grimmiger Fremder, der nicht nur eine Vorliebe für schöne Frauen besitzt – er sammelt ihre toten Körper. Der unberechenbare Eigenbrödler bringt seine Opfer brutal um die Ecke, legt sie auf Eis, damit er sich zu passender Gelegenheit an ihnen zu vergehen kann. Genau jenem Zeitgenossen kommen die Pinup Dolls in die Quere und sehen sich mit einer unkontrollierbaren Tötungsmaschine konfrontiert, die ohne Erbarmen Jagd auf die verschreckten Damen macht.
 
 
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Schablonenhafte Metzelei nach bekanntem Schema: PINUP DOLLS ON ICE folgt gleichem Verlauf, wie unzählige Slasher zuvor. So werden Frauen nach allen Regeln der blutigen Slasher-Kunst grausam um die Ecke gebracht bis keine mehr von ihnen übrig ist. Das mag für Fans jener Gattung Film durchaus akzeptabel sein. Gelegenheitsgucker dürften jedoch gelangweilt den Abspann herbeisehnen, denn die Macher GEOFF KLEIN und MELISSA MIRA wagen erst gar nicht den Versuch Figuren sympathisch erscheinen zu lassen oder ihnen eine Charakterentwicklung einzuräumen. PINUP DOLLS ON ICE hält kaum Überraschungen parat und hakt Slasher-Regeln müde ab. So folgt die dünne Handlung einem blutroten Faden und gipfelt – wie hätte es auch anders sein sollen – in einem hektischen Finale, in welchem sich Heldin und Killer gegenüberstehen. Spätestens hier wächst PINUP DOLLS ON ICE zu eigentlicher Größe heran, denn während in der ersten Stunde viel unnützes Zeug gequasselt wird, geht es in den letzten 15 Minuten reichlich atmosphärisch zugange. So wird Dynamik durch hektisches Heran- und Wegzoomen der Kamera bewirkt und die finstere Kulisse sorgt für wohliges Unbehagen. Trotz gelungenem Endkampf ist PINUP DOLLS ON ICE dennoch nur ein weiterer, unnötiger Slasher über den bald niemand mehr sprechen wird. Der Streifen lebt ausschließlich von seinen blutigen Morden, die für Indie-Verhältnisse überzeugend in Szene gesetzt werden. Leider quält das Sequel wie bereits sein Vorgänger mit schlechten Dialogen, kaum vorhandenen Spannungsbogen und vorhersehbaren Schreckmomenten, so dass dieser Film wohl nur jenen Zuschauern zusagen dürfte, die die Qualität von Horrorfilme anhand ihres Gewaltpegel beurteilen.
 
 
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PINUP DOLLS ON ICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Nichts Neues aus der Slasher-Ecke. PINUP DOLLS ON ICE ist die überflüssige Fortsetzung eines miserablen Horrorfilms von 2009. Der hieß BIKINI GIRLS ON ICE und erhielt kurz Aufmerksamkeit, weil er blutiges Töten zelebrierte. Nicht anders sieht es in der Fortsetzung aus, die den Vorgänger quasi kopiert. So werden abermals leicht bekleidete Frauen von einem Psychopathen möglichst grausam in die ewigen Jagdgründe befördert. Eine Brücke zum Vorgänger wird nicht geschlagen, so dass man den ersten Teil nicht gesehen haben muss, um der Fortsetzungen folgen zu können. Viel wird vom Zuschauer auch nicht abverlangt, denn sonderlich schwer sollte es nicht sein der rudimentären Handlung zu folgen. Die besteht ohnehin nur aus einer Aneinanderreihung von Todesszenen und freizügigen Momenten in denen sich Frauen textilfrei vor der Kamera räkeln.
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher gehört, geht es auch in PINUP DOLLS ON ICE nicht gerade zimperlich zu. Zwar ist die Kamera in Gewaltmomenten äußerst hektisch oder blendet weg, wenn es richtig zu Sache geht. Dennoch sind die kurzen Gewaltspitzen hart anzusehen. Hierzulande hat es der Film erstaunlicherweise ungeschnitten in die Händlerregale gebracht, während der ähnlich gestrickte Vorgänger BIKINI GIRLS ON ICE Federn lassen musste. Die FSK hat den Film erst für Erwachsene freigegeben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pinup Dolls on Ice; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.09.2015 | Mediabook: 05.10.2015

 

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PINUP DOLLS ON ICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Donau Film.

 
 
 
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