Filmkritik: „Bad Hair – Waschen, schneiden, töten“ (2020)

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BAD HAIR – WASCHEN, SCHNEIDEN, TÖTEN

(BAD HAIR)

Story

 
 
 
Nachdem sich Anna für ihre Karriere eine Flechtfrisur zugelegt hat, geht es beruflich steil nach oben, aber das echte Haar, welches verwendet wurde, führt ein unnatürliches Eigenleben.
 
 
 


 
 
 

BAD HAIR – Kritik

 
 
Man kennt die Prämisse am ehesten aus Short-Stories: Nachdem jemand eine Haartransplantation bekommen hat, führt das Haar ein mörderisches Eigenleben, weil es meistens von einem Mörder stammt. Das klingt nicht nur nach feinstem Trash, sondern bietet diesen meist auch. Umso überraschender kommt „Bad Hair – Waschen, schneiden, töten“ daher, denn er versucht sich als gesellschaftskritischer Horrorfilm, den man durchaus ernst nehmen kann. Das Resultat ist ambitioniert und weiß zu gefallen, besitzt im Endeffekt nur leider etwas zu viele Längen und etwas zu wenig Horror.
 
 
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Wir schreiben das Jahr 1989 und das Musikfernsehen boomt genau so sehr, wie die Black Music. Anna arbeitet seit geraumer Zeit bei einem solcher Fernsehsender und gibt sich alle Mühe aufzusteigen. Nachdem die Leiterin ausgetauscht wurde, bekommt Anna plötzlich die Gelegenheit ihr Können zu beweisen und begeistert die neue Chefin sofort mit einer guten Idee. Nur die Haare missfallen. Seit Anna in ihrer Kindheit einen Unfall mit ätzendem Haarfärbemittel hatte, trägt sie einen kurzen, natürlichen Afro, aber das ist optisch nicht angesagt. Um ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen, entscheidet sich Anna also für eine teure Flechtfrisur und danach läuft auch wirklich alles sehr gut, bis die junge Frau bemerken muss, dass mit ihrem neuen Haar etwas nicht stimmt.
 
 
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Wenn man die Grundprämisse hört, kann man nur erstaunt sein, wie ernst „Bad Hair“ doch daherkommt, denn der Geschichte um das lebendige Haar verleiht man einen stimmigen Hintergrund und zusätzlich wird das Ganze noch mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik angereichert. Dass es als Afroamerikaner im Jahre 1989 nicht leicht war Karriere zu machen, glaubt man gerne. Dass es als Frau noch schwieriger war, ebenfalls. Dies wird hier gekonnt verarbeitet, aber zusätzlich noch erweitert, indem es allgemein um Oberflächlichkeit im Showbusiness geht. Daran hat sich innerhalb der gut 30 Jahre sicherlich nichts geändert, denn Optik zählt auch heute noch mehr, als die inneren Werte oder Talent. Das Drehbuch bedient sich an dieser Kritik, verpackt das leicht satirisch und kombiniert es mit einem skurrilen Horrorszenario, welches glaubwürdiger erscheint, als man anfangs vermuten darf.
 
 
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Für den afroamerikanischen Regisseur Justin Simien scheint dies eine Herzensangelegenheit gewesen zu sein. Er liefert mit „Bad Hair – Waschen, schneiden, töten“ erst seinen zweiten Spielfilm ab, schrieb das Drehbuch selbst und war auch noch an der Produktion beteiligt. Eine ambitionierte Sache also und die Inszenierung kann durchaus überzeugen. Der Film hatte sicherlich kein besonders hohes Budget, was man bei den Effekten manchmal leider etwas erkennen kann, aber handwerklich ist das trotzdem gelungen gestaltet. Dabei wirkt die Inszenierung über lange Zeit sogar erstaunlich bodenständig, was man von der Atmosphäre ebenfalls behaupten kann. Der Horror lässt sich nämlich Zeit. Die gesamte erste Hälfte über kreiert Simien eher ein Szenenbild der Fernsehmusiklandschaft und zusammen mit dem authentischen Soundtrack fühlt man sich wirklich zurückversetzt in eine Zeit, in der noch MTV geschaut wurde. Erst nach und nach gesellen sich die übernatürlichen Elemente mit hinzu und diese wirken anfangs immer noch verblüffend ernsthaft. Erst im letzten Drittel atmet „Bad Hair“ dann doch etwas die Luft vom Trash, verkommt dabei jedoch nie zur Lächerlichkeit.
 
 
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Es hätte insgesamt aber doch etwas mehr Horror geben dürfen, denn die richtigen Horrorszenen wurden zu dezent eingesetzt. Selbst wenn es in der letzten halben Stunde noch einiges davon zu sehen gibt, mag das niemals so richtig spannend werden und es mangelt einfach an packenden Szenen. Etwas mehr Gewalt hätte „Bad Hair“ sicherlich ebenfalls nicht geschadet. Die vorhandenen Morde sind kaum grafisch und Blut wird nur selten welches vergossen. Das verdient zwar seine Freigabe ab 16 Jahren, ist insgesamt aber zu harmlos. Dafür ging man mit dem Haar recht kreativ um und selbst wenn man die CGI-Effekte erkennen kann, sie hätten deutlich mieser sein können. Das kann man wohl auch vom Unterhaltungswert behaupten, der im Endeffekt doch zufriedenstellend ist, aber manch eine Länge in der ersten Stunde nicht verschweigen kann. Die Laufzeit ist mit 103 Minuten (mit Abspann) etwas zu hoch ausgefallen, denn nicht jede Szene hätte es gebraucht. Das Erzähltempo hätte man ruhig etwas flotter gestalten dürfen.
 
 
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Bleiben letztendlich noch die Darsteller, die für eine solche Produktion doch erfreulich gut ausgefallen sind. „Bad Hair“ kann sogar überraschend viele bekannte Namen bieten. Da es sich hier viel um Musik dreht, ist es nur authentisch, dass Musiker wie MC Lyte, Usher oder Kelly Rowland in kleinen Nebenrollen vorbeischauen. Mit Vanessa Lynn Williams ist ebenfalls eine bekannte Schauspielerin wie Musikerin vorhanden. Jeder macht seine Sache ordentlich und James Van Der Beek schaut als eine der wenigen weißen Schauspieler in diesem Werk auch mal kurz vorbei. Die Attraktion ist allerdings erst die Newcomerin Elle Lorraine, welche die Hauptrolle wirklich gut spielt. Sie macht ihre Sache sehr glaubhaft, bekommt selbst die Wandlung sehr authentisch hin und funktioniert somit prächtig. Von Lorraine dürfte man in Zukunft mit Sicherheit noch mehr sehen. Die Figurenzeichnung hingegen wirkt manchmal ein wenig plump, obwohl sie insgesamt gut getroffen wurde. Da werden viele Klischees verarbeitet, was der Satire nützt und viele Merkmale der Charaktere entsprechen mit Sicherheit der Realität, aber so richtig markant will das nicht wirken und es hätte „Bad Hair“ gar nicht mal so schlecht gestanden, wenn man hier noch mehr in die Tiefe gegangen wäre.
 
 


 
 
 

BAD HAIR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Bad Hair – Waschen, schneiden, töten“ ist kein gewöhnlicher Horrorfilm und er erinnert mit seiner Herangehensweise etwas an die Werke von Jordan Peele. Das liegt vor allen Dingen an der gesellschaftskritischen Art und Weise und an dem Punkt der Rassendiskriminierung. Dass dies mit einem trashigen Szenario à la „mordendes Haar“ kombiniert wurde, klingt viel skurriler, als das Endresultat ausschaut. Dem Werk gelingt es nämlich durchaus ernst zu wirken und es bringt seine wichtige Botschaft auch gut herüber. Die Inszenierung stimmt, das Handwerk macht etwas her, die Darsteller überzeugen und Score, wie Soundtrack hören sich gut an. Was fehlt dem Werk im Endeffekt also? Besonders der Unterhaltungswert ist mit manch einer Länge gefüllt und intensiver Horror lässt sich ebenfalls deutlich zu selten blicken. Außerdem wechselt „Bad Hair“ am Ende von der Ernsthaftigkeit etwas zu sehr ins Trash-Gefilde. Das verhindert eine höhere Wertung, doch jeder, der an einer etwas anderen Version vom Body-Horror Interesse hat, bekommt mit diesem Produkt einen durchaus unkonventionellen Vertreter geboten, der es verdient gesichtet zu werden!
 
 


 
 
 

BAD HAIR – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Bad Hair – Waschen, schneiden, töten“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

BAD HAIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LEONINE (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bad Hair; USA 2020

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 

Bad Hair – Waschen, schneiden, töten [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BAD HAIR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Leonine)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Killerhand (1998)
 
Teeth – Wer zuletzt beißt, beißt am besten (2007)
 
Bloody Knuckles (2014)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Elmer (1988)
 
Bad Milo (2013)
 

Filmkritik: „Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ (2017)

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GAME OF DEATH – IT’LL BLOW YOUR MIND

(GAME OF DEATH)

Story

 
 
 

Als eine Gruppe hedonistischer, reicher, junger Erwachsener unbedacht ein altes Brettspiel startet, löst sie damit eine Orgie explodierender Köpfe und brutaler Tötungen aus.

 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Kritik

 
 
 
Der 2017 in Kanada entstandene, mit 73 Minuten extrem kurze Film „Game of Death“ polarisiert verständlicherweise, macht er es dem Zuschauer doch wirklich nicht leicht: Nicht leicht, ihn komplett zu hassen, da er dafür einfach viel zu frech, eigen, charakterstark, gut getrickst und professionell gefilmt ist. Aber auch nicht leicht, ihn einfach zu empfehlen oder gut zu finden, da sich selbst in einer solchen Laufzeit massig Probleme, Stilverirrungen und Fragezeichen tummeln können, die die Wertung runterziehen.
 
 
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Es beginnt mit bunten Buchstaben in den Opening Credits, danach eingedeutschten Spielanweisungen vor Retro-Pixelart, mit Synthiescore und coolen 32-Bit-Animationen. Apokalyptisch retrofuturistische Szenarien im Blauton treffen auf den Totenkopf-Virus des titelgebenden Brettspieles in Pixelfont. 3 Sekunden vertikales Handyvideo einer jungen Blondine als nächstes Opening Signal, dann weist uns eine ambitionierte Kamerafahrt durch den Raum von Tom, einem großgewachsenen, reichen, blonden Asthmatiker mit Katana an der Wand und Sehkuhdokumentation auf dem Bildschirm. Ein langsamer Beat, der uns noch öfter begegnen soll, baut sich auf und erinnert an die ersten Szenen von „Why don’t you just die“. Die folgende Montage an Handyclips, POV-Aufnahmen und hübsch kadrierten Sommerimpressionen stellt die sechsköpfige Gruppe an Teenies/Twentysomethings vor, wie sie kiffen, labern, chillen, rummachen. Könnte man mitreißend, sommerlich und einladend sympathisch inszenieren, hier aber drehen sich die Gespräche auschließlich um Sex und die Protagonisten sind innerhalb kürzester Zeit höchst unsympathisch, nervig und hohl gezeichnet. Der Nachbar guckt kurz creepy sexuell über den Gartenzaun, es wird Flaschendrehen gespielt weil natürlich wird es das, technisch gelungen inszeniert sind u.a. Facesitting und Lapdancing in Zeitlupe und zur Klaviermusik, doch eben genau so inhaltslos und nichtssagend. Junge reiche, weiße, priviligierte Menschen, die nichts tun bis auf Lästern, hedonistischen Trieben nachgehen, und das dabei filmen. Doch „Game of Death“ ist sich seiner Kürze bewusst und so ist diese fadenscheinige „Exposition“ nach stolzen 10 Minuten auch bereits abgehakt, wuchtige Akkorde mit Videospiel-Einschlag setzen stattdessen ein und das Spiel wird ausgepackt.
 
 
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Der Drogendealer stößt dazu, sieben Protagonisten also, 63 Minuten Zeit noch für ein Massaker. Die Finger werden auf das Spiel gelegt und eine Nadel sticht alle für etwas Blut, nach etwas Diskussion bleibt nur eine ominöse „24“, ein Ticken und Ratlosigkeit. Im der meiner Meinung nach besten Einstellung des Films fährt die Kamera nun, ganz im Stile von „It follows“ z.B., stylisch kadriert und mit aller Zeit der Welt, langsam und bedrohlich auf die Bierbong saufende Gruppe junger Erwachsener zu, die im idyllischen Sommerwetter halbnackt ihr Leben genießen. Die Score schwillt langsam an und auch die Kopfschmerzen des ersten Opfers tun es, bevor sein Kopf, allem Anschein nach handgetrickst, höchst effektiv bis zum Maximum aufgeblasen wird und platzt.
 
 
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Das CGI ist sichtbar und nicht makellos, wird aber angemessen von eimerweise Blut unterstützt, die Panik der Gruppe ist nun spürbar und hektisch, aber dank moderaten Shakycam-Einsatzes nicht zu nervig oder anstrengend. Diese spezielle Art der Exekution hat man als Horrorfan zwar schon endlos oft gesehen, in einem Indie-Film aber so früh einen so drastischen Kill zu finden, schürt Hoffnung. Die Stadien „Verschwörungstheorien“, „Es muss draußen ein Schütze sein!“ und „Lasst uns das Teil einfach zerstören!“, die in ähnlich geplotteten Produktionen regelmäßig viel zu viel Zeit im ersten Akt füllen sollen, werden nun innerhalb weniger Minuten abgehandelt, dann folgt auch schon der zweite Kill und endgültig sind unsere teils halbnackten Protagonisten nun verstört, traumatisiert und von oben bis unten voll Blut gespritzt. Die „24“ auf dem Timer, die bisher noch ein kleines Mysterium war, wird alsbald als Anzahl der zu tötenden Leute offenbart – was die deutsche Vermarktung bezüglich „Battle Royale“ also als schlichtweg falsch erweist, da hier unschuldige Menschen von reichen Unsympathen umgebracht werden müssen, nicht etwa diese untereinander. Sobald diese, irgendwie etwas enttäuschende, Prämisse aus dem Sack ist, folgt also das erste große Fragezeichen, da der bisher bereits ruhige und leicht merkwürdige, vielleicht narzisstische, nie aber full-on wahnsinnige Tom einfach entscheidet, das Schicksal des Spiels hinzunehmen und mit seiner Pistole also 22 weitere Leute umzubringen, um sich und die Gruppe zu retten. Das nimmt natürlich jegliche Restsympathie und ist wenig nachvollziehbar, aber auch, dass keiner der anderen Charaktere direkt versucht, etwas dagegen zu unternehmen, oder genauer erläutert wird, ob man selbst jemanden umbringen muss oder es reicht, wenn eine Person es für die ganze Gruppe macht, wo die Tagline doch „Kill or be killed“ ist, reichert bereits Frust beim Zuschauer an.
 
 
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Die Gruppe fährt zusammen vom blutgetränkten Haus weg, der Soundtrack macht Spaß und es ist beachtlich, wie schnell es derart brutal wurde. Die Cops kommen der reichen Killerbande entgegen, das omnipräsente Ticken des Spiels unterstützt die Anspannung und der Effekt des brutal überfahrenen Joggers wird die Gorehounds auch aufheulen lassen – aber wieso sollte man diese Prämisse, die vom „Jumanji“ bzw. „Gruppe wird von übernatürlicher Kraft zum Töten gezwungen“- Moment lebt, nun umschreiben in eine beliebige Geiselsituation, in der ein bewaffneter Psycho die Waffe an den Kopf hält? Wo ist da der Spaß, wo die Innovation? Eine weitere Joggerin muss dran glauben, die Kamera guckt durch den Durchschuss in ihrem Kopf und langsam spüre ich, wie diese bildhübsch eingefangene Satire (?) sich zu einer zynischen, peinlichen und bemüht coolen Amateurproduktion wandelt, in der sich jemand einfach nicht zusammenreißen konnte. Wie anders sollte man die zwei Sekunden „Carmageddon“-Gameplay erklären, die aus dem Nichts in den Film editiert werden, nur um daran zu erinnern, dass es ja eigentlich eine spaßige Videospiel- Angelegenheit sein könnte?
 
 
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Der Stil-Overkill, der sich durch das Intro und die langsamen Arthouse-Fahrten zu Beginn bereits angekündigt hat, wird nun konsequent verfolgt: Eine zu lange singende, aufgedreht gut-gelaunte, mittelalte Försterin, die direkt aus einem Coen-Film zu kommen scheint, dehnt eine überlange Szene aus und stellt einen Hund vor, der nie wieder vorkommt, danach fängt diese digital gedrehte Produktion willkürlich mit letterboxing an und ändert sein Format für ein paar Minuten Autofahrt – sieht cool aus, sagt aber – erneut – nichts aus. Sobald die 10 Minuten Instagram-Impressionen, die folgenden 10 Minuten erste Kills daheim und nun auch die 20 Minuten auf dem Weg, im Auto, beim Ranger und auf der Straße durch sind, bewegt man sich mit der letzten halben Stunde auch schon in großen Schritten auf das Finale zu und, wer hätte es gedacht, demnach gibt es auch nur noch ein Setting. Ob die Wahl eben jenes besonders barmherzig oder zynisch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, einen Unterschied für die Wucht der folgenden zwei Minuten Animationssequenz macht es ohnehin nicht.
 
 
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Zu einer französischen Klavierballade werden wir zuerst mit einer wunderbar lang gehaltenen Kamerafahrt verwöhnt, dann, wenn die Gitarre einsetzt, mit einer erfrischend vielfältigen und abwechslungsreichen, brutalen, kurzen Hotline Miami-Hommage, die aber auch Voxelgrafiken und andere bekannte Stile benutzt. Pointierter als der Carmageddon-Einspieler und aufwendig animiert, gleichzeitig aber auch ein Blender für die unlogische, zynische, im Endeffekt einfach geskippte Sequenz in der gefühlt ohne jede Gegenwehr, Alarme, Polizei oder Munitionsbedenken massig Menschen getötet werden. Ein drastischer Duschstangenskill bleibt fiese in Erinnerung. Und somit sind wir auch schon beim eigentlichen Finale des Films angekommen und auch wenn hier erneut ein fieser und handgetrickster, blutiger Kill auf dem Programm steht und betörend schöne Einstellungen gewählt wurden, so ergeben weder der pseudomoralische Monolog am Ende, noch die Handlungen der Charaktere zu diesem Zeitpunkt auch nur irgendeinen Sinn – das ist nach so einem Tag vielleicht verständlich, aber dann halt schwach geschrieben. Das Outro schenkt noch etwas Weihnachtsflair, bleibt aber leider auch genau so vorhersehbar wie der Rest des Films ab Zeitpunkt x.
 
 
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Und so sind sie also verflogen, die außergewöhnlich kurzen 73 Minuten von „Game of Death“, und ich kann jeden Ärger über dieses Projekt verstehen: Wie kann man eine prinzipiell spannende Prämisse, die sich um ein Brettspiel dreht, nur innerhalb kürzester Zeit zu einem reinen „Killer aufhalten“-Plot umschreiben? Wieso möglichst unsympathische Protagonisten inszenieren, wenn diese dann nicht aufeinander losgehen müssen oder Charakterbögen zum Ausgleichen haben, sondern selber noch aktiv Leute umbringen? Wieso diese großartige Technik mit wunderschönen Shots, beeindruckendem Colourgrading, gekonnten One-Takes und extrem drastischen, handgemachten Effekten so sehr verheizen mit Schauspielern, die größtenteils ihre ersten Erfahrungen sammeln? „Game of Death“ ist ein ordentlich splatternder, zynischer, prinzipiell unsympathischer, aber eben auch sehr durchgestylter und kurzer, moderner Hirnaus-Blödsinn, der wahlweise nur nerven, oder aber für ne knappe Stunde schockieren und unterhalten kann. Keine leichte Kost, keine gute Kost, aber zu gut zum völligen Ignorieren, egal wie moralisch bankrott, dumm, oder schlecht gespielt.
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ordentlich goriger Blödsinn mit privilegierten, jungen Erwachsenen ohne Charakter oder Schauspieltalent. Hübsch gefilmt, pubertär geschrieben und inszeniert, professionell getrickst. Ganz ganz knappe 6/10.
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Zensur

 
 
 
„Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt, denn im Film geht es – wie man an den Filmfotos erkennen kann – nicht gerade zimperlich zu. Der Splatter-Spaß ist übrigens ungeschnitten. Fans härterer Filmware können daher bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Game of Death; Frankreich | Kanada | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 73 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 
 

Game of Death – It’ll Blow Your Mind [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
As the Gods Will (2014)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Das Belko Experiment (2016)
 

Filmkritik: „Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie“ (1999)

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WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE

(WISHMASTER 2: EVIL NEVER DIES)

Story

 
 
 
Gangsterbräutchen Morgana und ihre Kollegen klauen im Museum schöne Sachen und zerballern dabei den Edelstein, der dem Wüstendämon Wishmaster zum Gefängnis geworden ist. In sein irdisches Ich Demarest verwandelt, unternimmt der Flaschengeist aus der Hölle eine weitere Zerstörungstour auf der Jagd nach Seelen, die von Morgana vorneweg, und versorgt, ebenso hinterhältig wie tödlich, Bösewichter von Knastis bis Mafia-Russen mit der Erfüllung ihrer Wünsche. Die Seelen der Wünschenden braucht der Unhold zum Herbeiführen der Weltherrschaft durch seine feinstofflichen Djinn-Kameraden. Klar. Rhino Michaels (heißt wie ein Wrestler, ist aber ein ins Kantige gelifteter Stuntman und Schlägertypendarsteller) und die anderen Zuchthäusler sind keine Gegner für den vorgeschichtlichen Buhmann. Die Russen spielt er ebenso problemlos gegeneinander aus und Morgana, die als Identifikationsfigur fürs Publikum nicht wirklich erste Wahl ist, beißt sich das eine ums andere Mal die Zähne am antiken Fiesemöpp aus, bevor die Welt wieder in langweiliger Ordnung ist.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Kritik

 
 
Die WISHMASTER-Filme sind in den späten Neunzigern und den frühen Zweitausendern eine Art Rückblick auf die Größe des Horrorkinos, speziell der Klassiker aus den glanzvollen Achtzigern. Damals ist die Industrie noch auf der Jagd nach „frischem Wind“ fürs Genre – die heutige Retro-Besessenheit hingegen undenkbar. Das Rezept ist Eighties pur: Ein klugscheißender Baddie mit Merchandise-Potential zerlegt mehr oder minder fantasievoll und gory eine Galerie von Opfern. Heute ohne Kommentar an eine eingebildete Internet-Horror-Community nicht möglich.
 
 
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Ein definitiv erwähnenswertes Tidbit ist der Regisseur. Jack Sholder, 1945 in Philadelphia geboren, steckt hinter einer Handvoll der interessanteren Horrorfilme der Slasher-Ära. Schon sein Debüt, ZWEI STUNDEN VOR MITTERNACHT, lässt den großen Martin Landau und den zumindest massiven Erland van Lidh (fucking Dynamo aus RUNNING MAN) als Feuerteufel und Kinderficker Amok laufen. Das ist 1982. Sholders beliebtester Film ist 1987 THE HIDDEN – DAS UNSAGBAR BÖSE, einer der knackigsten Horror/Sci-Fi-Hybriden und Killeralien-Klopper überhaupt, den Ihr hoffentlich kennt. Der zweite Freddy-Krueger-Teil ist auch von Sholder und man kann sich nur fragen, was ein fitter Filmemacher wie er aus einem NIGHTMARE-Sequel gemacht hätte, das nicht als homosexueller Autorenfilm aus dem eitlen Anus-Geist Wes Cravens konzipiert war. Vielleicht so etwas wie WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE. Der übrigens kein Anus-Geist ist, also der Flaschengeist. Jack Sholder auch nicht dafür aber gelegentlicher Filmprofessor an der Uni und ansonsten Rentner.
 
 
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Andrew Divoff gibt wieder mit Volldampf den Drecksack aus 1001 Nacht. Bei Horrorfans gilt seine Arbeit in der Reihe als Paraderolle. Ihm, einem vielseitigen Schauspieler, ist der Genrestar-Status nur recht und er spielt den Finsterling in a bottle mit einer überzogenen Verve, die gelegentlich an Vincent Price, aber auch an Robert Englund denken lässt, dessen Horror-Franchise-Erbe der in Südamerika geborene Divoff deutlich antreten soll. Sieht man Hat nicht sollen sein. Schuld hat das von uns schon mehrmals traurig beschriebene Klima der Horrorfilmfeindlichkeit, unter dem die späten Neunziger zu leiden hatten und die auch ein Erfolgsfilm-Sequel wie das heute vorgestellte ins enge und nicht gerade von Production Values strotzende Korsett eines Fernsehfilms zwängen. Ja, das Budget einer Kino-Gesellschaft hätte dem Film wirklich gut getan. Wie man so sagt: Wrong place, wrong time.
 
 
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WISHMASTER 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Leider auffällig niedrig budgetiertes Sequel zum Überraschungs-Slasher-Hit WISHMASTER. Diese fürs Fernsehen gemachte Fortsetzung lebt, steht und fällt von und mit der Performance ihres Hauptdarstellers Andrew Divoff. Wenn man den Film als das Show-Reel eines immer prächtig aufgelegten Stars sieht, der seine Arbeit und seine Fans liebt, macht WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE mehr Spaß, als er unter den bestehenden Umständen eigentlich sollte.
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Zensur

 
 
 
WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE erschien bei seiner Erstveröffentlichung angeschnitten für Erwachsene. Es folgten eine um knapp 4,5 Minuten gekürzte 16er-Fassung und eine um 67 Sekunden zensierte KJ-Version. 2001 wurde die Horror-Fortsetzung auf den Index gesetzt. Im Juni 2018 erfolgte eine vorzeitige Listenstreichung. Die nahm Anbieter NSM RECORDS zum Anlass, um auch das Sequel neu von der FSK prüfen zu lassen. Diese vergab für die umgeschnittene Fassung von WISHMASTER 2 eine FSK16. Demzufolge ist die Fortsetzung zum Kultfilm in der kompletten Filmversion nun auch für jugendliche Zuschauer geeignet.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 750 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 750 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Wishmaster 2: Evil Never Dies; USA 1999

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Jack Sholder, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Filmografien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | BD-KeepCase: 26.03.2021

 

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Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Leprechaun – Der Killerkobold (1993)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 

Filmkritik: „Knuckledust“ (2020)

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KNUCKLEDUST

Story

 
 
 
Als ein geheimer Underground-Fight-Club von der Polizei hochgenommen wird, findet diese dort haufenweise Leichen vor. Nur ein Mann hat das Gemetzel überlebt, aber ist er der Täter oder ein Opfer?
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Kritik

 
 
Genauso wie Quentin Tarantino, hat auch Guy Ritchie einen eigenen Stil entwickelt, der gerne kopiert wird. Das bemerkt man z.B. sehr an einem Werk wie „Knuckledust“. Hier schreit einfach alles nach den ersten Filmen von Ritchie. Originalitätspreise lassen sich damit sicher nicht gewinnen, aber wenn man seine Erwartungen etwas herunterschraubt, bekommt man doch einen ganz unterhaltsamen Film zu sehen.
 
 
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Nachdem die Polizei einen Notruf erhalten hat, stürmt sie den geheimen Fight-Club namens Knuckledust. Selbst wenn es normal ist, dass es dort blutig zur Sache geht, ist es doch seltsam, dass nur Leichen vorgefunden werden. Lediglich ein namenloser Mann hat das Gemetzel überlebt und wird nun verhört. Dabei erzählt er nach und nach von einer unglaublichen Geschichte. Die Erzählweise ist nicht neu: Am Anfang bekommt der Zuschauer zu sehen, wie das schrille Szenario endet – Doch wie es soweit kommen konnte, wird erst durch Rückblenden klar. „Knuckledust“ benutzt dieses Konzept, setzt es aber relativ eigenständig um, weil man am Anfang doch schon sehr viel gezeigt bekommt und fast schon komplett im Bilde ist. Um die Story dann weiterhin interessant zu halten, hat man sich einige Wendungen einfallen lassen, die okay sind, aber nicht gerade durch Glaubwürdigkeit oder Realismus punkten. Besonders am Ende übertreibt man es doch etwas zu sehr. Insgesamt kann man mit der Geschichte aber leben, weil es ein paar gute Ideen gibt und das Ganze doch einigermaßen ambitioniert erzählt wird.
 
 
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Regisseur James Kermack, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, ist eher als Schauspieler tätig (in einer kleinen Rolle ist er hier ebenfalls zu sehen). „Knuckledust“ ist erst sein dritter Langfilm und dass das Budget eher geringer gewesen sein dürfte, kann man gut erkennen. So sind die Schauplätze eher weniger interessant und auch der Underground-Club macht optisch nicht so viel her. Leider wirkt das teilweise alles etwas billig, aber mit der gut gemeinten Inszenierung kann Kermack das teilweise wett machen. Charaktere mit Namen einzublenden, ist zwar kein neues Stilmittel, Zeichentrick-Elemente einzubauen ebenfalls nicht und allgemein kopiert Kermack eher seine Vorbilder, aber er macht das mit einem gewissen Stil und teilweise kann er damit schon punkten.
 
 
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Ähnlich ergeht es der Atmosphäre. Hier spürt man am ehesten das große Vorbild Guy Ritchie, denn immer wieder bringen die Figuren lustige Sprüche. Das ist manchmal arg doof und wirkt viel zu gewollt, bringt aber eine lockere Note mit ins Geschehen und teilweise macht das dann tatsächlich etwas Spaß. Der Coolness-Faktor ist kaum gelungen, weil er es sehr stark darauf anlegt besonders toll zu sein, aber immerhin kommt es so zu ein paar bizarren Szenen, die am ehesten den Trash-Fan befriedigen werden. An der Actionfront gibt es leider nicht so viel zu berichten. „Knuckledust“ besitzt seine Fights, die jetzt nicht wunderschön choreographiert wurden, jedoch ihren Zweck erfüllen. Es sind allerdings nicht sonderlich viele und wenn man sich teilweise die Handlung durchliest, könnte man hier deutlich mehr erwarten. Es geht dem Werk fast mehr um die Comedy-Anteile und zum Ende hin widmet man sich immer mehr der unglaubwürdigen Geschichte. Über eine gewisse Laufzeit hinweg, kann das doch recht gut unterhalten, selbst wenn keinerlei Spannung aufkommt. Mit seinen rund 100 Minuten Laufzeit offenbart „Knuckledust“ jedoch ein paar Längen und etwas kürzer hätte man das ruhig gestalten können. Dafür ist der Soundtrack ganz cool.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller, die ihre Sache doch einigermaßen gut machen, was erfreulich ist. Moe Dunford kann die Hauptrolle ganz gut stemmen und kommt mit einem gewissen Charisma daher. Kate Dickie ist ebenfalls nicht schlecht. Dann gibt es eine Reihe von etwas bekannteren Gast-Auftritten. Darsteller wie Phil Davis und Guillaume Delaunay sind leider viel zu kurz zu sehen, können aber immerhin für kurze Zeit einen Eindruck hinterlassen. Camille Rowe agiert ganz passend und vom eindrucksvollen Olivier Richters hätte man gerne auch noch mehr gesehen. Die Figurenzeichnung versucht markant zu sein und mit den karikativen Charakteren gelingt das teilweise auch, aber wirklich lange wird hier niemand in Erinnerung bleiben. Dafür ist das dann doch zu sehr gewollt und nicht ikonisch genug.
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Knuckledust“ besitzt eine recht verspielte Inszenierung, die zwar am ehesten von ihren Vorbildern zehrt, sich aber doch stilsicher gibt. Aus handwerklicher Sicht ist das alles etwas billiger, aber nicht unbedingt schlecht gemacht. Die Story wirkt anfangs simpel, bekommt hinterher unnötig viele Wendungen spendiert, die nicht gerade glaubwürdig erscheinen, das Treiben aber immerhin nie zu eintönig werden lassen. Über die Darsteller kann man sich nicht beklagen und die Figurenzeichnung ist teilweise ebenfalls nicht so schlecht. Was den Coolness-Faktor betrifft, so darf man sich jedoch streiten, denn das wirkt schon alles sehr hart gewollt und funktioniert deshalb nicht wirklich. Obwohl die Atmosphäre relativ amüsant ist, erfüllt sie ihren Zweck nur bedingt. Mehr Action wäre auch nicht verkehrt gewesen, obwohl die vorhandene okay aussieht. Mit großer Brutalität sollte man allerdings nicht rechnen und ein paar Längen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Alles in einem knapp über dem Durchschnitt und sicher kein schlechter Versuch, aber deutlich ausbaufähig!
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Knuckledust“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Knuckledust; Frankreich | Großbritannien 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 30.04.2021

 

Knuckledust [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Tournament (2009)
 
Snatch – Schweine und Diamanten (2000)
 
Rock N Rolla (2008)
 

Filmkritik: „The Seventh Day – Gott steh uns bei“ (2021)

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THE SEVENTH DAY – GOTT STEH UNS BEI

(THE SEVENTH DAY)

Story

 
 
 
Die Dämonen kämpfen nach wie vor fleißig gegen Gott und ihre Diener, was ein junger Priester in der Ausbildung zum Exorzisten schmerzlich selbst erfahren muss.
 
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Kritik

 
 
Wenn im Jahre 2021 die x-te Variante eines Exorzismus auf den heimischen Bildschirmen erscheint, darf man sich schon fragen, ob das denn sein muss, ob in diesem Bereich nicht so langsam mal alles erzählt wurde. „The Seventh Day“ beweist, dass man aus dem Szenario doch noch etwas herausholen kann und dass noch nicht jede Erzählweise ausgeschöpft wurde. Leider verpasst es das Werk nebenbei jedoch nachhaltige Wirkung zu erzeugen.
 
 
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Der junge Priester Daniel befindet sich in der letzten Phase seiner Ausbildung zum Exorzisten. Pater Peter, der einst selbst auf grauenvolle Art und Weise lernen musste, was es heißt, es mit Dämonen zu tun zu haben, soll Daniel in den letzten Schritten unterstützen. Eine große, unheilvolle Macht hat sich angebahnt und es dauert nicht lange, bis Daniel mit dieser in Berührung kommt. Doch ist der junge Mann dieser Aufgabe gewachsen?
Vom Grundinhalt hat „The Seventh Day“ anderen Exorzismus-Filmen nichts hinzuzufügen, aber die Prämisse ist ja sowieso immer simpel. Da kämpft halt das Gute gegen das Böse. Das Drehbuch besitzt dann trotzdem ein paar Ideen, die nicht zu ausgelutscht wirken. So erinnert die Aufmachung der Handlung nämlich etwas an „Training Day“, was schon mal interessant wirkt. Außerdem hat man sich eine größere Wendung ausgedacht, die insgesamt stimmig wirkt. So unvorhersehbar ist das nun sicher nicht, aber man hat sich hier schon Gedanken gemacht und rattert nicht einfach nur jedes Klischee ab, welches dieses Genre hergibt. Wobei man schon sagen muss, dass die Grundidee noch für deutlich mehr getaugt hätte und leider etwas zu oberflächlich behandelt wird.
 
 
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Daraus ergibt sich ein Dilemma, denn einerseits ist es schön, wenn man behaupten kann, ein Film wäre völlig kurzweilig und besitzt keinerlei Längen, doch auf der anderen Seite ist es auch schade, wenn man bemerkt, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. „The Seventh Day“ ist mit seinen 87 Minuten Laufzeit einfach zu kurz. Da gibt es eine Vorgeschichte, eine längere Einleitung und sobald es richtig los geht, erscheint auch fast schon der Abspann. Das Geschehen möchte episch wirken, kann dies aufgrund der zu geringen Laufzeit jedoch nicht erreichen. Man hätte sich hier gern mehr Zeit nehmen dürfen, um den Charakteren mehr Profil zu verleihen, um die böse Kraft noch unheilvoller wirken zu lassen, um insgesamt einfach noch mehr Düsternis zu kreieren. Rein atmosphärisch kann man sich nämlich kaum beklagen. Es geht schön finster zur Sache und Humor sucht man vergebens. Zwar gibt es keinen Horror der unheimlichen Sorte, doch die Stimmung ist herrlich trocken und absolut düster.
 
 
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Der noch ziemlich unbekannte Regisseur Justin P. Lange, der mit „The Seventh Day“ erst seinen zweiten Langfilm realisiert hat und auch das Drehbuch selbst schrieb, nutzt diese Atmosphäre für ordentliche Bilder und kreiert ein paar Szenen, die sich sehen lassen können. Es wäre sicher nicht verkehrt gewesen, wenn er noch mehr Budget zur Verfügung gehabt hätte, denn manchmal merkt man, dass der Film gerne mehr möchte, als er im Endeffekt kann. Trotzdem ist die handwerkliche Arbeit absolut nicht verkehrt und teilweise sogar relativ eindrucksvoll. Zu viele Effekte gibt es übrigens nicht, was begrüßenswert ist, aber die vorhandenen können sich sehen lassen. Der Score klingt sehr typisch, macht damit nichts verkehrt, besitzt aber eben kaum eine Eigenständigkeit.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller. Die größte Rolle spielt Vadhir Derbez und er macht seine Sache sicher nicht schlecht, ist jedoch alles andere als perfekt. Zusätzlich lockt „The Seventh Day“ mit so manch bekanntem Namen, was sich teilweise aber als Finte herausstellt. Keith David und Stephen Lang sind echt kaum zu sehen und können in ihren Rollen so gut wie gar nichts machen. Da darf man schon etwas enttäuscht sein. Guy Pearce spielt hingegen eine überraschend große Rolle, bleibt dabei zwar unterfordert, kann aber durchaus überzeugen. Auch die restlichen Darsteller enttäuschen nicht. Nur die Figurenzeichnung hätte im Endeffekt noch etwas mehr Tiefe vertragen können.
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Selbst wenn das Thema um Exorzismus ausgelutscht erscheint, beweist „The Seventh Day“, dass man aus dem Szenario noch immer etwas herausholen kann, wenn man nur die richtigen Ideen besitzt. Die Story ist nämlich echt nicht verkehrt und überzeugt mit ein paar eigenständigen Ideen. An der handwerklichen Arbeit gibt es wenig auszusetzen, die Atmosphäre ist wirklich schön düster und ein paar Szenen haben es in sich. Außerdem sind die Darsteller gut und der Unterhaltungswert ist sogar richtig gut. Hier liegt jedoch gleichzeitig eine Schwäche, denn „The Seventh Day“ läuft zu kurz, kann seine epische Wirkung nicht entfalten und hätte viel mehr Potenzial gehabt. Hätte man das feiner ausgearbeitet, hätte daraus Großes werden können. So bleibt im Endeffekt ein sehr kleiner Horrorfilm, den man sich wunderbar anschauen kann, der jedoch nicht sonderlich lange in Erinnerung bleiben wird, weil er seine Ideen eben nicht komplett ausschöpfen konnte. Schade, aber enttäuschend sieht nun ebenfalls anders aus!
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Seventh Day – Gott steh uns bei“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Seventh Day; USA 2021

Genre: Thriller, Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

TThe Seventh Day – Gott steh uns bei [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Ascot Elite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
End of Days – Nacht ohne Morgen (1999)
 
Stigmata (1999)
 

Filmkritik: „Honest Thief“ (2020)

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HONEST THIEF

Story

 
 
 
Dass es gar nicht so leicht ist, sich als gesuchter Bankräuber einfach mal so zu stellen, beweist „Honest Thief“, in welchem Liam Neeson einen herzensguten Kriminellen mimen darf.
 
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Kritik

 
 
Seit „96 Hours“ so ein großer Erfolg war, spielt Liam Neeson gefühlt jedes Jahr eine ähnliche Rolle in einem Mainstream-Actionthriller. Sich erst so spät zum Actionhelden zu entwickeln, ist ungewöhnlich, aber Neeson hat damit Erfolg und die Zuschauer werden es scheinbar auch nicht müde, ihn in solchen Rollen zu sehen. Nun darf man da wohl kaum noch Innovationen erwarten und „Honest Thief“ macht es dem Zuschauer extrem leicht, bietet sich nebenbei aber dennoch als solide Unterhaltung an.
 
 
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Tom Dolan ist ein Bankräuber und zwar ein sehr erfolgreicher. Über viele Jahre hinweg hat er Banken ausgeraubt und dabei eine beträchtliche Summe von neun Millionen Dollar ergaunert. Doch als er eines Tages die richtige Frau kennenlernt, will sich Dolan stellen. Von dem Geld hat er sowieso nie etwas ausgegeben, weil seine Beweggründe für die Raubzüge andere waren. Doch es ist gar nicht so leicht, dass einem die Behörden Glauben schenken. Zusätzlich gerät Dolan ausgerechnet an zwei korrupte Agents, die das Geld lieber für sich behalten wollen. Und schon geht ein Katz- und Mausspiel los. Die Handlung ist weder gut, noch wirklich schlecht. Viele Zutaten kommen einem bekannt vor und trotzdem gelingt es der Story das einigermaßen eigenständig zu verkaufen. Der Zuschauer sollte sicherlich kein großer Fan von Logik sein, denn manche Dinge wirken einfach wenig plausibel und konstruiert wirkt das Gesamtpaket ebenfalls. Dennoch funktioniert das unter dem Aspekt der Mainstream-Unterhaltung doch ganz gut und gerade weil die Herangehensweise nicht immer völlig vorhersehbar ist, folgt man der Geschichte auch ganz gerne.
 
 
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Natürlich liegt dies mit an Liam Neeson, der sich überhaupt nicht anstrengen muss und das tut, was er in zig anderen Filmen zuvor schon getan hat, der dabei aber so routiniert und souverän wirkt wie halt immer. Man schaut Neeson gerne zu und er liefert das ab, was man erwartet. Zusätzlich ist der Rest der Besetzung nicht verkehrt. Kate Walsh bleibt zwar doch sehr belanglos, besitzt jedoch die richtige Ausstrahlung und Jeffrey Donovan ist einfach charismatisch. Jai Courtney spielt nicht unbedingt einen besonders markanten Bösewicht, geht aber in Ordnung und in einer (leider viel zu kleinen) Rolle gibt es noch Robert Patrick zu sehen. Über das schauspielerische Niveau kann man sich im Endeffekt kaum beklagen. Dass die Figurenzeichnung simpel und eher plakativer Natur sein wird, ist bei Filmen dieser Art fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Sache mit dem herzensguten Kriminellen macht es dem Zuschauer nun auch arg leicht. So richtig störend ist das allerdings kaum, weil es „Honest Thief“ dennoch gelingt gewisse Sympathien entstehen zu lassen.
 
 
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Außerdem ist die Inszenierung dann doch ganz gut gelungen. Der überwiegend als Produzent tätige Mark Williams hat dem Werk ein hübsches Tempo verliehen. Während anfangs noch etwas die Ruhe herrscht und sich das Szenario erst ein wenig einleiten muss, ist nach dem ersten Drittel stetig Tempo mit dabei. Von einem richtigen Actionthriller kann man dabei zwar eher weniger sprechen, weil es dafür einfach an Menge von Action fehlt, aber trotzdem ist überwiegend etwas los. Ein paar Verfolgungen per Auto, ein paar Schießereien und auch kurze Kämpfe sind zu sehen. Dabei bleibt es zwar recht zahm, aber ein paar blutige Momente sind enthalten. Sowieso ist die Atmosphäre eher auf Feel-Good-Unterhaltung ausgelegt, weshalb nicht mal das kitschige Ende stört. Jedenfalls ist das handwerklich alles ganz schick gemacht, der Unterhaltungswert besitzt mit seinen 90 Minuten Laufzeit (ohne Abspann) keinerlei Längen und der Score lässt sich ebenfalls gut anhören.
 
 

 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Mit „Honest Thief“ gibt es auch in diesem Jahr wieder einen typischen Neeson-Mainstream-Thriller zu sehen, der einfach typisch ist für diesen Darsteller. Die Herangehensweise ähnelt vielen anderen Werken von vorher schon enorm und trotzdem besitzt die Story eigenständige Ideen und ist gar nicht so schlecht, wenn man es mit der Logik nicht so eng sieht. Die Darsteller überzeugen und die Inszenierung enttäuscht ebenfalls nicht. Das ist zwar selten so richtig spannend, bleibt insgesamt eher zahm und besitzt jetzt auch nicht gerade die originellste Figurenzeichnung, aber dafür bekommt man sympathische, lockere Thriller-Unterhaltung geboten, die ein paar nette Actionszenen besitzt und das Herz am rechten Fleck trägt. Zwar darf man das gerne belanglos nennen und man muss es sicher nicht mögen, aber der Unterhaltungswert spricht für sich!
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Honest Thief“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment | LEONINE (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honest Thief; USA 2020

Genre: Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englsich DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette (5:44 Min.), Interviews mit Cast & Crew, Liam Neeson (Tom) und Kate Walsh (Annie) (4:42 Min.), Mark Williams (Regie) (9:43 Min.), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 01.04.2021

 

Honest Thief [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment | LEONINE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
96 Hours – Taken 2 (2012)
 
Run All Night (2015)
 
The Commuter (2018)
 
Hard Powder (2019)
 

Filmkritik: „Alone – Du kannst nicht entkommen“ (2020)

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ALONE – DU KANNST NICHT ENTKOMMEN

(ALONE)

Story

 
 
 
Für Jessica endet die Flucht vor ihrem früheren Leben in der Flucht vor einem Psychopathen, der nach ihrem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Kritik

 
 
Ein Survial-Thriller hat meist eine simple Prämisse, in welcher sich Protagonisten durch die Wildnis schlagen müssen. Kombiniert man dies mit einem normalen Thriller, ergeben sich reizvolle Faktoren, die man in ihrer Schlichtheit wunderbar darstellen kann. „Alone – Du kannst nicht entkommen“, der schon vom Titel simpel ist, spielt genau mit diesem Szenario. Obwohl er sehr hochwertig gemacht wurde, hätte man aus der einfachen Geschichte jedoch mehr herausholen können.
 
 
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Die Story beginnt ohne etwas zu erklären. Der Zuschauer sieht Jessica, die ihr Hab und Gut in einen Anhänger verfrachtet und losfährt. Ihr Ziel kennt man nicht, ihre Beweggründe ebenfalls nicht. Erst hinterher erfährt man, dass ihr Mann vor einiger Zeit gestorben ist und Jessica mit ihrer Vergangenheit abschließen will. Doch schon bald rennt sie nicht nur vor dieser fort, denn ein psychopathischer Killer hat die Witterung von Jessica aufgenommen und alles endet in einem Überlebenskampf in der Wildnis. So reizvoll das auch klingen mag: Das Drehbuch ist die größte Schwäche von „Alone“. Dass der Film völlig schlicht und schnörkellos daherkommt, ist nicht verkehrt und aus der simplen Prämisse hätte man viel Nervenkitzel hervorzaubern können. Was allerdings störend ist, sind ein paar Logikfehler bzw. Ungereimtheiten. So soll Jessica zu einem Beamten durchgestellt werden, als sie mit der Polizei telefoniert, doch ob das stattgefunden hat, verschweigt der Film. Außerdem ist es ein mächtiges Klischee, dass eine simple, verschlossene Holztür ein großes Hindernis zur Freiheit darstellt. Und wenn der Killer, der das scheinbar schon öfter getan hat, eine Leiche nur ein paar Zentimeter tief vergräbt, zeugt das nicht gerade von seinem Talent. Wieso ist die Erde völlig trocken, obwohl es doch in der vorherigen Nacht noch eimerweise geschüttet hat? Dies mögen Kleinigkeiten sein, die in einem Film, in welchem viel los ist, zur minimalen Randnotiz verkommen, aber gerade weil das Drehbuch hier dermaßen schlicht gehalten wurde, fallen solche Dinge schon deutlich mehr auf.
 
 
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Leider kann „Alone“ schon alleine deshalb nicht mehr in der oberen Liga mitspielen, was sehr schade ist, denn vom Handwerk her wurde er wirklich fein gemacht. So sehen bereits am Anfang die Panorama-Aufnahmen der Natur wunderschön aus und die Kamera fängt jede Szenen herrlich ruhig und stilsicher ein. Regisseur John Hyams, der nun im B-Movie-Sektor kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, inszeniert das Szenario ansprechend und die Optik ist echt gelungen. Über die Atmosphäre kann man sich ebenfalls nicht beklagen, denn es geht schön düster zur Sache. Der wahnsinnig ruhige Anfang langweilt nicht und nach einer knappen halben Stunde beginnt der Überlebenskampf. Hier hätte man die Wildnis jedoch gerne mehr mit einbauen dürfen. Dass die Natur für Jessica ebenfalls zum Feind wird, ist nämlich nicht wahr. Klar, es muss hart sein, sich dadurch zu kämpfen, doch diesen Aspekt betrachtet „Alone“ eher weniger. Stattdessen spult man ein paar Klischees ab, wie etwa den Jäger, der angetroffen wird und vielleicht zur rettenden Hilfe werden könnte. Richtige Spannung will dabei kaum entstehen, bis es dann zum packenden Finale kommt, in dem es noch eskalieren darf. Hier kommt endlich mal Nervenkitzel auf und dann darf auch noch etwas Blut vergossen werden, wobei der Fokus niemals auf Gewalt liegt.
 
 
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Den Darstellern kann man keinen Vorwurf machen. Jules Willcox spielt die ängstliche, traumatisierte Frau, die dann doch um ihr Überleben kämpft, relativ authentisch und wirkt souverän in ihrer Darbietung. Marc Menchaca ist als Psychpath ebenfalls nicht verkehrt. Er besitzt ein typisches Hinterwäldler-Auftreten, bekommt aber genügend Facetten, um nicht als Karikatur durchzugehen. Die Figurenzeichnung gibt sich dabei so schlicht, wie „Alone“ allgemein ist. So erfährt man über Jessica anfangs gar nichts und hinterher nur das Nötigste. Auch der Killer bekommt keine weitere Tiefe spendiert, wird aber immerhin als sadistisch veranlangt hingestellt. Sicherlich wäre in diesem Punkt noch etwas mehr möglich gewesen, aber störend ist diese einfache Figurenzeichnung nicht, da sie ihren Zweck erfüllt.
 
 


 
 
 

ALONE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Was anfängt wie „Joyride – Spritztour“ endet in einer Art „A Lonely Place to Die„. „Alone – Du kannst nicht entkommen“ will niemals mehr sein, als er darstellt und kommt erfrischend schörkellos daher, aber genau dies wird ihm manchmal auch zum Verhängnis. Weil der Film sehr ruhig ist, nicht viele Dialoge besitzt und auch mal minutenlang im Stillstand verharrt, fallen ein paar Ungereimtheiten im Drehbuch dann doch sehr stark auf. An einer gewissen Qualität verändert das zwar nichts, denn die Inszenierung ist gelungen und die Bilder, welche die Kamera einfängt, sind hervorragend, aber ein Highlight kann der Film somit auch nicht darstellen. Die Mischung aus Survival-Aspekten und Thriller ist unausgewogen und es macht den Eindruck, als hätte man hier einfach noch mehr herausholen können. Gute Darsteller, eine passable Figurenzeichnung und ein spannendes Finale machen „Alone“ auf jeden Fall sehenswert, aber mehr Nervenkitzel wäre nicht verkehrt gewesen. Ein guter Film, der jedoch mehr Möglichkeiten gehabt hätte! Übrigens handelt es bei sich bei „Alone – Du kannst nicht entkommen“ um die amerikanische Neuverfilmung des schwedischen Thrillers „Night Hunt – Die Zeit des Jägers“ von 2011. Ob die Neuinterpretation gelungen ist, sollte an dieser Stelle jeder für sich selbst bewerten. Wir meinen: Leider nur bedingt! Manche Filme benötigen nicht zwangsläufig eine Neuverfilmung.
 
 


 
 
 

ALONE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Alone – Du kannst nicht entkommen“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

ALONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (2 Blu-rays im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Alone; USA 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Featurette, Behind the Scenes, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Blu-ray mit Bonusfilm „Night Hunt – Die Zeit des Jägers“, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 25.03.2021 | Mediabook: 25.03.2021

 

Alone – Du kannst nicht entkommen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Alone – Du kannst nicht entkommen [2 Blu-rays im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ALONE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
 

Filmkritik: „Die Schlange – Killer vs Killer“ (2017)

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DIE SCHLANGE – KILLER VS KILLER

(LE SERPENT AUX MILLE COUPURES)

Story

 
 
 
Ein Profikiller ermordet drei Gangster eines südamerikanischen Kartells und bekommt prompt selbst einen Profikiller auf den Hals gehetzt.

 
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Kritik

 
 
Da es schon haufenweise Thriller gibt, die ihren simplen Plot „Gut gegen Böse“ verkaufen, schadet es manchmal nicht, etwas andere Wege zu gehen. Dies versucht „Die Schlange“, der den reichlich plumpen deutschen Zusatztitel „Killer vs. Killer“ erhalten hat. Wenn man etwas Geduld mit sich bringt, bekommt man einen brauchbaren Vertreter seiner Art zu sehen, der sich allerdings in zu vielen Nebensträngen verliert.
 
 
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Nachdem ein Profikiller drei Gangster eines südamerikanischen Kartells umgebracht hat, versteckt er sich auf einem Hof in der Nähe. Hier lebt Omar mit seiner Frau und seiner Tochter. Weil Omar ein Schwarzer ist, hat die Familie oftmals mit Rassismus zu tun. Doch das soll längst nicht ihr schlimmestes Problem sein, denn der Killer hält die Familie als Geisel, um sich bei ihr zu verstecken. Ein Versteck hat er auch dringend nötig, denn das Kartell hat bereits einen weiteren Profikiller auf die Sache angesetzt und will Rache. Die Story ist nicht schlecht, aber sie ist zu verschachtelt. Hier gibt es wirklich viele Nebenstränge, die erst nach für nach ein großes Ganzes ergeben, aber nicht alle zwingend notwendig gewesen wären. So ist z.B. die Sache mit dem Rassismus nur eine Randnotiz, denn eine größere Rolle spielt das Thema niemals. Außerdem fällt es nicht leicht den Überblick zu bewahren, wer denn hier eigentlich welche Rolle einnimmt. Reduziert man das Drehbuch auf das Wesentliche, ist es relativ dünn und hat nicht mehr zu erzählen, als andere Filme dieser Art auch. Durch die vielen Nebenstränge soll das wohl aufgewertet werden, aber hätte man es etwas simpler und übersichtlicher gehalten, wäre das wahrscheinlich sogar etwas effektiver geraten.
 
 
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„Die Schlange – Killer vs Killer“ besitzt definitiv zu viele Figuren, die man lange nicht richtig einordnen kann. Außerdem ist die Figurenzeichnung sehr dünn, weil man quasi nichts über die Charaktere erfährt. Das ist mit Sicherheit bewusst so geschehen (von den Killern erfährt man nicht mal einen Namen), aber etwas mehr Hintergründe wären nicht verkehrt gewesen. So wird immer mal eine gewisse Tiefe angedeutet, doch eine richtige Zeichnung bleibt aus. Bei der Vielzahl an Figuren, kann auch längst nicht jeder Darsteller einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Insgesamt spielt hier jeder ordentlich, doch viele Schauspieler verkommen zur reinen Randnotiz. Am ehesten überzeugen die beiden Killer. Tomer Sisley bleibt lange Zeit ambivalent und es fällt zunächst schwer, ihn als Identifikationsfigur anzuerkennen, weil er nicht der Gute ist. Zwar ist es begrüßenswert, dass man hier keine reine Schwarz-Weiß-Zeichnung serviert bekommt, aber größere Sympathien bleiben aus. Terence Yin überzeugt als eiskalter, sadistischer Killer am meisten. Er strahlt eine gewisse Bedrohung aus und macht das echt gut.
 
 
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Die Inszenierung der belgisch-französischen Co-Produktion kann sich sehen lassen und aus handwerklicher Sicht ist hier alles im grünen Bereich. Die Schauplätze sind unspektakulär, passen jedoch sehr gut und die Kamera fängt alles schön ruhig ein. Manche Szenen, gerade die, in denen der starke Score präsenter ist, besitzen eine tolle Atmosphäre. Diese ist sowieso gelungen und gibt sich eiskalt. Humor sucht man hier vergebens, denn man hat einen kleinen, dreckigen Thriller vor sich. Große Gewalteskapaden gibt es zwar nicht zu sehen, aber ein paar Szenen sind nicht gerade harmlos und rechtfertigen eine Freigabe ab 18 Jahren. Sowieso sollte man nicht zu viel Action erwarten, denn abgesehen vom gelungenen Showdown geht es meist sehr ruhig zur Sache. Diese Tatsache macht „Die Schlange – Killer vs Killer“ dann leider auch etwas langatmig. Die 105 Minuten Laufzeit vergehen alles andere als schnell und das Tempo hätte gelegentlich gerne etwas flotter sein dürfen. Wenn man Geduld mit sich bringt, wird man aber eben mit ein paar starken Szenen belohnt.
 
 
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DIE SCHLANGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Die Schlange – Killer vs Killer“ erfindet das Rad nicht neu, versucht sich aber geheimnisvoll zu geben, indem man einfach gar nichts über die Charaktere erfährt. Aus rein handwerklicher Sicht ist das Resultat gelungen und die Inszenierung weiß zu gefallen. Auch die Darsteller können überzeugen, wenngleich einige von ihnen auch zu belanglos bleiben. Etwas schade ist, dass die an sich recht simple Geschichte unnötig verschachtelt vorgetragen wird und es den Zuschauer schwer macht, einen Überblick zu behalten. Das gemächliche Tempo sorgt zudem für ein paar Längen und Kurzweil sieht definitiv anders aus. Ein schickes Finale, ein paar coole Dialoge, eine insgesamt gelungene Atmosphäre und vereinzelte Gewalt-Ausbrüche sorgen aber dennoch für einen sehenswerten Thriller.
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Die Schlange – Killer vs Killer“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Diese Freigabe ist auch berechtigt.
 
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Le serpent aux milles coupures; Belgien | Frankreich 2017

Genre: Thriller, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 28.01.2021

 

Die Schlange – Killer vs Killer [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Assassins – Die Killer (1995)
 
Sicario (2015)
 

Filmkritik: „The Beach House“ (2019)

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THE BEACH HOUSE

Story

 
 
 
Für Emily und Randall wird ein geplanter Urlaub im Strandhaus zum Albtraum, als eine unbekannte Seuche die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Kritik

 
 
Dass sich die Natur am Menschen rächt, bekommt man jeden Tag mit und dass es effizientere Lebensformen als den Menschen gibt, sollte nun auch kein Geheimnis sein. Natürlich bedient sich auch der Horrorfilm manchmal an solchen Themen, wobei Öko-Horror nicht unbedingt etwas ist, was man alle Tage zu sehen bekommt. Es ist auch nicht leicht, dieses Thema in einen packenden Film zu transportieren. So ganz gelingt dies „The Beach House“ leider ebenfalls nicht, doch das Werk ist ambitioniert und wenn man nichts gegen eine sehr ruhige Herangehensweise hat, dann kann man sich hier doch solide unterhalten lassen.
 
 
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Der Vater von Randall besitzt ein Strandhaus. Momentan ist keine Saison und so plant Randall mit seiner Freundin Emily einen schönen Trip zum Strand. Die Beiden müssen sowieso an ihrer Beziehung arbeiten. Allerdings sind sie gar nicht alleine im Haus, denn alte Freunde von Randalls Vater haben sich hier ebenfalls einquartiert. Zum Glück verstehen sich Randall und Emily gut mit dem älteren Ehepaar. Zu Problemen kommt es erst, als die Natur verrückt spielt. Draußen geht etwas Merkwürdiges vor sich und es macht die Menschen krank. Das Drehbuch ist ziemlich simpel gehalten und versucht erst gar nicht die Geschehnisse zu erklären. Andeutungen werden zwar getätigt, aber was es wirklich damit auf sich hat, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Ganz klar ist aber, dass die Natur thematisiert wird. Eine Öko-Kritik steckt jedoch nicht dahinter; zumindest ist sie nicht erkennbar. Die Story ist insgesamt etwas zu dünn, funktioniert aber gerade deshalb ganz gut, weil die Aufmachung gelungen ist. So lässt man den Zuschauer eine ganze Weile im Dunkeln tappen und verrät nicht zu früh, dass hier etwas nicht stimmt.
 
 
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Das bringt anfangs weniger Längen mit sich, als man vermuten könnte. Zwar ist die Figurenzeichnung nicht das Gelbe vom Ei, aber die Charaktere sind gerade interessant genug, damit sie dem Zuschauer nicht völlig egal sind. So gelingt die erste halbe Stunde solide. Selbst wenn hier noch keine Gefahr vorhanden ist, schaut man den Personen ganz gerne zu. In der zweiten Hälfte steigert sich der Horror gekonnt und hier kombiniert man verschiedene Elemente. Ein wenig Mystery-Flair schwebt ständig mit, ein bisschen wie in Science-Fiction kommt man sich ebenfalls vor und dann wäre da auch noch eine Prise Body-Horror. Diese Kombination sorgt für Abwechslung, doch leider geht „The Beach House“ gerade zum Finale hin deutlich die Luft aus. Regisseur Jeffrey A. Brown, der auch das Drehbuch schrieb und mit diesem Werk sein Debüt ablieferte, fällt dann nur noch wenig ein, wie er das Szenario aufregend halten kann. So kommt es schon zu einigen Längen, gerade dann, wenn man eigentlich ansteigende Spannung erwartet. Sowieso muss man es ruhiger mögen, denn die Ereignisse überschlagen sich nie, das Tempo ist allgemein ziemlich gering und man sieht die Personen auch schon mal minutenlang einfach durch die Gegend schleichen.
 
 
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Dass dies nie zu langweilig wird, liegt an einer souveränen Inszenierung, der man es kaum anmerkt, dass man es hier mit einem Debüt zu tun hat. Die Bilder werden schick eingefangen und obwohl das Budget sicherlich ziemlich gering war, wirkt „The Beach House“ relativ hochwertig. Der Schauplatz ist simpel, macht optisch aber etwas her und ein paar Schauwerte sind definitiv gegeben. Besonders viele Effekte sollte man zwar nicht erwarten und es wird eigentlich nie brutal, aber dafür schielt man ab und zu auf den Ekel und in den wenigen Momenten, in denen man dies tut, funktioniert das auch ganz ordentlich. Dass man es mit handgemachten Effekten zu tun hat, verstärkt die Wirkung nur noch. Außerdem sind die Darsteller durchaus brauchbar. Liana Liberato spielt die wichtigste Rolle und macht das authentisch. Noah Le Gros kann da nicht ganz mithalten, stört jedoch nicht. Ansonsten gibt es nur noch zwei Nebenrollen und eine davon bekleidet der deutlich bekanntere Jake Weber, von dem man gerne noch etwas mehr gesehen hätte. „The Beach House“ kommt wirklich nahezu mit nur diesen vier Darstellern aus. Abgerundet wird das Ganze von einem gut eingesetzten Score, der seine Sache zweckdienlich erfüllt.
 
 
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THE BEACH HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Beach House“ ist sicher nicht der große Wurf, aber wer Interesse an Öko-Horror hat, bekommt doch ein brauchbares Exemplar geboten. Die Story ist allgemein etwas zu dünn und hätte gerne etwas mehr erklären dürfen, aber wie man das Szenario umgesetzt hat, ist doch ansprechend. Besonders die Inszenierung macht hier nicht viel verkehrt und bietet genügend Abwechslung. Dies ist auch notwendig, weil das Tempo nämlich sehr gering ist. Stört dies anfangs noch überhaupt nicht, wird es besonders im letzten Drittel etwas anstrengend, weil hier recht viel Geduld erforderlich ist. Solide Darsteller und eine angenehm düstere Atmosphäre entschädigen dafür. Auch die Figurenzeichnung ist soweit okay. Zudem gibt es ein paar hübsche Ekel-Effekte zu sehen, von denen es allerdings gerne deutlich mehr hätte geben dürfen. Somit bleibt ein nicht sonderlich spannender, aber sehenswerter Beitrag zum Thema „Natur vs. Mensch“. Nicht unbedingt ein Must-see, jedoch absolut kein Rohrkrepierer.
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Beach House“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Diese Freigabe ist auch berechtigt.
 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Beach House; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original-Trailer (2:08 Min.), Deutscher Kinotrailer (1:45 Min.), Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021

 

The Beach House [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Nebel (2007)
 
Cabin Fever (2002)
 
Long Weekend (2008)
 

Filmkritik: „Roboman“ (1988)

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ROBOMAN

(ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA)

Story

 
 
 
Dschungelkrieg, Vietnam oder so. Strahlende, als Yankees verkleidete Italiener werden der Aufständischen Asiaten nicht mehr Herr. Da setzt das US-Militär den Kriegsroboter Omega-1/Robowar ein. Als dem metallischen Zornespfarrer die Sicherungen durchfliegen und er durch den Busch pflügt, ohne noch zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, landet Dr. Mascher, der Designer des Roboters, unter dem Geleitschutz von Captain Murphy Black (Reb Brown) und seinen Meistern der Martialität, im Grün des Todes.

 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Kritik

 
 
Italo-Urwald (Cast und Crew hospitieren auf den Philippinen) – Check. Ohne Rücksicht auf die guten Sitten zusammengeklaute Eighties-Actionhandlung – Check. Dem Zuschauer-Unterbewusstsein wohlbekannte Zuchthäusler-Visagen aus zahllosen Spaghetti-Krachfilmen der zweiten Garnitur – Check. Was kann der Fan stühlernen Bahnhofskinos aus europäischen Landen denn noch mehr verlangen? Vielleicht die Direktion des gesegneten Dilettanten Bruno Mattei? Selbst die ist gegeben. Reb Brown und seine Einheit knochenharter Buschwiesel in Basilikum geben dem blechernen Mordbrenner Saures. Hierbei grinst der ehemalige Footballer Brown gerne so dämlich, wie er es in Antonio Margheritis Ultra-Schlocker EINER GEGEN DAS IMPERIUM 1983 vor deliriösen Fantasy-Kulissen vielleicht am unappetitlichsten tun darf. Der cineastische „claim to fame“, den der blonde Athletikus vor sich her tragen kann und der 25 Jahre lang eigentlich niemanden interessiert hat, ist, dass er den Titelhelden in einer Früh-Version von CAPTAIN AMERICA spielen darf. Jener pinienkernige Superhero-Film von 1979 entsteht fürs amerikanische Fernsehen, wirft im gleichen Jahr noch ein Sequel mit Christopher Lee ab und kostet etwa insgesamt so viel wie das Abendcatering eines Marvel-Films an einem müden Donnerstag. In Italien schießen Browns geilste Videotheken-Exploitationer wie die Funghi aus dem Boden und er glänzt als tomatensoßige Kopie diverser Schwarzeneggers, Stallones und anderer zeitgenössischer Hollywood-Muskelböcke ohne Mienenspiel-Belastung. DIE VERWEGENEN SIEBEN, 1983 gedreht, ist einer von Browns ernsthafteren Leistungen und der Film selbst ein Meilenstein des US-Kriegsfilms, dessen Wiederentdeckung in der Moderne immer noch auf sich warten lässt.
 
 
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Den Roboter gibt Bruno Matteis Lehrling Claudio Fragasso, der neben der Schauspielerei auch als Regisseur tätig ist und ein paar der perversesten italienischen Sau-Filme auf dem Kerbholz hat. Allein sein Kinoverbrechen TROLL 2 (1990), in den Listen halbwissender Film-Nerds gerne mal als „schlechtester Film aller Zeiten“ geführt, hat zu gegen den Regisseur gefällten Todesurteilen auf drei Kontinenten geführt. Nein, das war jetzt erfunden. Zwei Kontinente.
 
 
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ROBOMAN, ein Name vom Film und Ungetüm, den man schnell wieder vergisst, treffen hier doch ein schon bei DOCTOR WHO zur Verwendung gekommener Titel, ROBOCOP und jeder Superheld US-amerikanischer Prägung aufeinander. Im Film selbst sind’s auch der berühmte Detroiter Blechbulle (inklusive der Wiederkunft seines Menschennamens „Murphy“ in Reb Browns Hauptfigur hier) plus die Dschungelabenteuer um den PREDATOR und sogar ein wenig UNIVERSAL SOLDIER. Bei letztgenanntem ist mal wieder Assessor Zufall am Werk, da Roland Emmerichs Zombie-Soldaten van Damme und Dolph ja erst vier Jahre später über die Leinwände toben. Wir wollen uns einmal nicht an jenem einst beliebten Nischenfilm-Paranoia-Game beteiligen, laut dem jeder zweite Mainstream-Hit dem Trashkino gestohlen wurde. Nächstes Mal wieder. Versprochen.
 
 
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Fast wie in alten Tagen, als Brutalo-VHS-Labels wie Mike Hunter noch den kompletten Film, einschließlich sämtlicher Tode und Handlungs-Twists, minutiös auf den Backcovers ihrer Videokassetten verbrieten, findet sich auf Amazon eine ähnliche Nacherzählung von ROBOMAN. Aber wie dem auch sei, schließlich braucht man nach dem Konsum eines durchschnittlichen, quälend langen Kinotrailers heutzutage auch keine zweieinhalb Stunden Lebenszeit mehr für den neuesten AVENGERS-Teil aufwenden. Wenn schon der Erwerb einer Pappschachtel für fünfzig Taler nötig scheint: Augen zu beim Einkaufs-Schmuh!
 
 
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ROBOMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Über die Debüt-LP der kalifornischen Hardcore-Punk-Urgesteine Suicidal Tendencies schrub mal ein Kritikaster: „Wenn morgen die Aliens landen und wissen wollen, was ist Hardcore?“, muss man ihnen bloß erwähnte Schallplatte vorspielen. ROBOMAN lässt den launigen Rezensenten diese Anekdote auf das Subgenre des italienischen Raubkopien-Actionfilms übertragen. Das Erscheinen von Bruno Matteis Vietnam-Androiden-Rasselbock von Film wird von uns ausdrücklich begrüßt.
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Zensur

 
 
 
ROBOMAN erschien hierzulande nur auf VHS und das sogar geschnitten – trotz einer FSK18. Diese geschnittene Fassung wurde zwischen 1991 bis 2016 indiziert. Auf DVD erschien der Film leider ebenso nur geschnitten. Das ändert sich jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 250 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 150 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Robowar – Robot da guerra; Italien 1988

Genre: Horror, Abenteuer, Action, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Alternative Intros, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 13.11.2020 | KeepCase: 23.12.2020

 

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Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ROBOMAN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Predator 2 (1990)
 
Predators (2010)