Filmkritik: „13 Fanboy“ (2021)

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13 FANBOY

Story

 
 
 
Ein maskierter Killer hat es auf Schauspieler abgesehen, die einst eine Rolle in Horrorfilmen spielten.

 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Kritik

 
 
Für was könnte man wohl prädestiniert sein, wenn man den Nachnamen Voorhees trägt? Nun, wenn man sich nicht gerade selbst eine Hockey-Maske aufsetzt und sich durch die Gegend meuchelt, liegt es wohl auf der Hand, dass man in einem Teil der „Freitag der 13.“ Reihe mitspielen sollte. Und genau das tat Deborah Voorhees 1985 auch, als sie im fünften Teil „Ein neuer Anfang“ eine Rolle ergatterte. Nun wollte Frau Voorhees aber wohl noch einen ganzen Schritt weitergehen. „13 Fanboy“ ist ein Meta-Slasher über eine der berühmtesten Reihen von diesem Subgenre. Doch taugt das Ganze deshalb auch etwas? Leider so gut wie gar nicht!
 
 
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Als Kind wurde die kleine Kelsie Zeugin, wie ihre Großmutter von einem maskierten Killer brutal ermordet wurde. Das Skurrile an der Sache war, dass die Großmutter einst als Schauspielerin in einem Slasher mitgespielt hatte. Seitdem sind viele Jahre vergangen und Kelsie versucht sich nun selbst als Schauspielerin. Doch plötzlich häufen sich wieder Morde. Der Killer von damals scheint zurück zu sein und er tötet am liebsten Schauspieler, die mal in einem Slasher zu sehen waren. Kelsie muss sofort Dee Wallace (als sie selbst) warnen, denn sie war damals die beste Freundin ihrer Großmutter. Die Idee der Handlung könnte man schon fast als smart bezeichnen. Es ist natürlich schon lange nicht mehr besonders originell Meta-Horrorfilme zu drehen, doch die Nachfrage scheint gegeben zu sein und wenn man es gut macht, kann das Ganze schon ordentlich funktionieren. Leider bleibt es bei „13 Fanboy“ bei der guten Grundidee, denn die Umsetzung ist alles andere als gelungen. Es mangelt dem Geschehen in der ersten Hälfte nahezu komplett an einem roten Faden. Da hangelt sich das Treiben von Szene zu Szene, wirkt gar episodenhaft und hat keine echte Hauptrolle zu bieten. Dies diente wohl vor allen Dingen möglichst viele bekannte Gesichter unterbringen zu können, nur zweckdienlich ist dies kaum ausgefallen.
 
 
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Wobei man sagen muss, dass „13 Fanboy“ hieraus seine einzige Daseinsberechtigung bezieht. Und ja, es macht zumindest für ein paar Minuten Spaß die vielen bekannten Gesichter wiedersehen zu dürfen. Da werden einem z.B. Deborah Voorhees selbst, C.J. Graham, Judie Aronson, Lar Park Lincoln, Tracie Savage, Ron Sloan und Jennifer Banko geboten, die sich alle selbst spielen und alle zumindest in einem Teil der großen „Freitag der 13.“ Reihe zu sehen waren. Nun werden sich sicher nur absolute Hardcore-Fans an alle Gesichter erinnern und deshalb reibt es einem der Film auch ordentlich unter die Nase mit wem man es zu tun hat, indem es Texteinblendungen gibt. Das wirkt dermaßen gewollt, dass der nette Effekt irgendwie schon wieder verpufft. Zum Glück gibt es aber auch noch bekanntere Namen. So darf ein Kane Hodder garantiert nicht fehlen und Corey Feldman schaut ebenfalls kurz vorbei. Scream-Queen-Ikone Dee Wallace übernimmt sogar eine Hauptrolle. „13 Fanboy“ lebt allerdings eher von seinen Namen, als von richtig gutem Schauspiel. Sucht man dieses, hat man in diesem Subgenre aber wohl sowieso nichts verloren.
 
 
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Dass der Film von seiner gewitzten Grundidee und den ganzen Darstellern aus alten „Freitag der 13.“ Filmen kaum einen Nutzen ziehen kann, liegt vor allen Dingen an der langweiligen, teilweise schon fast unstrukturierten Machart. Den Anfang kann man sich noch schmecken lassen und es wirkt kurz fast so, als könnte hier Freude aufkommen, doch dann verliert sich die erste Hälfte in Belanglosigkeiten, die schnell ermüdend wirken. Erst in den folgenden 50 Minuten kümmert man sich dann richtig um die Handlung, doch selbst hier muss man enttäuscht sein. Es ist zwar überraschend, wie ernst sich „13 Fanboy“ gibt, nur bringt das überhaupt nichts, wenn trotzdem nicht der Hauch von Spannung entsteht. Der Film versteht sich nicht als Komödie und gesellt sich somit nicht zu den spaßigeren Vertretern der Meta-Slasher. Dabei hätte ihm etwas Humor nicht geschadet und das lustlose Szenario auflockern können. Alleine der Twist um die Identität des Killers ist nämlich dermaßen vorhersehbar, dass man schon fast der Meinung sein könnte, der Film wolle es dem Zuschauer bereits vor dem Finale so offensichtlich verraten.
 
 
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Leider kann die Inszenierung nicht viel retten. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass Regisseurin Deborah Voorhees nicht viel Budget zur Verfügung hatte. Allerdings hätte man selbst dieses Geld nutzen können, um eine lustvollere Inszenierung vorzulegen. „13 Fanboy“ ist einfach von vorne bis hinten langweilig gestaltet. Die Optik kann nicht überzeugen und vor allem der Sound wird schlecht eingesetzt. In manchen Mord-Szenen fragt man sich echt, ob einem gerade die Lautsprecher im Stich lassen. Immerhin wird es etwas blutig. Die Effekte sind reichlich simpel getrickst, kommen jedoch ohne billiges CGI-Blut aus und gehen deshalb in Ordnung. Für eine Schlachtplatte hat das geringe Budget allerdings keineswegs gereicht. Das Finale zieht sich dann unnötig in die Länge, so wie eigentlich der gesamte Film. Warum es gleich rund 100 Minuten Laufzeit sein mussten, weiß der Geier. Eine knappe halbe Stunde weniger hätte für die simple Prämisse ebenfalls ausgereicht und ein flotteres Tempo hätte so manch eine Länge dezimieren können.
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Was auf dem Papier sympathisch und kreativ klingt, erweist sich leider mal wieder als Flop, weil eine gute Idee alleine eben noch lange keinen guten Film macht. Man kann schon gestehen, dass vor allen Dingen „Freitag der 13.“ Fans hier zuweilen auf ihre Kosten kommen, denn die ganzen Original-Darsteller von früher, die man hier gewinnen konnte, machen kurzzeitig schon etwas her. Allerdings suhlt sich „13 Fanboy“ in diesem einzigen, positiven Aspekt auch so sehr, dass der Effekt schon wieder leicht zerstört wird. Ansonsten hat der günstige Film kaum etwas zu bieten. Die Handlung ist langweilig, die Laufzeit zu hoch und Splatter zu wenig präsent. Weder taugt die handwerkliche Arbeit viel, noch kann die Atmosphäre etwas erreichen. Das Werk nimmt sich viel zu ernst, was an sich nicht so negativ gewesen wäre, wenn denn wenigstens Slasher-Stimmung aufgekommen wäre. Stattdessen quält man sich durch belanglose 100 Filmminuten, von denen höchstens ein Viertel ganz solide ausgefallen ist. Beinharte Hardcore-Freitag-der-13.-Fans können ja mal ein Auge riskieren, aber insgesamt ist das hier ein Schuss in den Ofen, so sympathisch die Grundidee auch sein mag!
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Zensur

 
 
 
„13 Fanboy“ hat in Deutschland von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 13 Fanboy; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Booklet, Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 10.06.2022

 
 

13 Fanboy [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

13 FANBOY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Behind the Mask (2006)
 
You Might Be the Killer (2018)
 

Filmkritik: „Night Caller“ (2022)

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NIGHT CALLER

Story

 
 
 
Ein lederhandschuhetragender, maskierter Killer terrorisiert eine Telefon-Wahrsagerin mit grausigen Visionen blutiger Tötungen …
 
 
 


 
 
 

NIGHT CALLER – Kritik

 
 
 
Als ich vor einigen Wochen bezüglich des „Hard:Line“-Festivals kontaktiert wurde, eines waschechten deutschen Genrefestivals in Regensburg, um einige der dort laufenden Genre-Premieren zu rezensieren, habe ich mich ohne Umschweife und vorfreudig durch die 15 Langfilme geklickt, um meine persönliche Auswahl herauszufiltern. Ganze acht Titel habe ich dabei auf Anhieb als für mich interessant eingestuft, da ich den grandiosen „Dawn Breaks Behind the Eyes“ aber schon auf dem Randfilmfestival in Kassel genießen durfte, einen deutschen Release für „The Medium“ äußerst wahrscheinlich halte und den Film dann lieber auf Blu-ray und Leinwand gucke und das Reboot der kultigen Slumber Party-Filme bereits vergeben war, blieben noch fünf prinzipiell verlockende, einladende, spannende Titel für mich zu sichten.
 
 
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Die niedrigste Erwartungshaltung, da will ich ganz ehrlich sein, hatte ich dabei von Anfang an bei dem vorliegenden Streifen, „Night Caller“, da die bisherige Filmographie des Regisseurs Chad Ferrin sich leider allzu billig, trashig und bodenlos schlecht rezensiert liest, von einigen treuen Amateur-Indiekinofans mal abgesehen. Selber hatte ich immerhin zwei seiner Werke bereits geehen, allenfalls volltrunken und mit beinharter Trashtoleranz ließe sich davon ansatzweise „Tales from the Crapper“ empfehlen, für den er sich allerdings auch nicht alleine verantwortlich zeichnet. Demnach also ganz bewusst mit dem vermutlich schlechtesten, hoffentlich einzig unterdurchschnittlichen Titel gestartet und siehe da, mit der richtigen Erwartungshaltung bleibt das Ärgernis doch tatsächlich aus. Was allerdings, soviel vorweg, keinesfalls etwas mit dem Casting diverser B-Movie-Genrestars zu tun hätte, wie es hier so großzügig in den Nebenrollen des Films betrieben wurde: So darf der filmaffine Zuschauer zwar in der Tat bekannte Darsteller wie Steven Railsback (aus Lifeforce, Helter Skelter, Alligator 2, Turkey Shoot oder The Devil’s Rejects), Robert Miano (Chained Heat, Firestarter, Donnie Brasco, Fast & Furious), Kelli Maroney (Chopping Mall, The Zero Boys, Fast Times at Ridgemont High, Hard to Die) oder sogar Lew Temple (Domino, 31, The Endless, Trailer Park of Terror, 21 Grams, Once Upon a Time in Hollywood) beäugen, nur kriegen diese in den wenigsten Fällen irgendwas Witziges, Unterhaltsames oder Spannendes zu tun.
 
 
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Als begrüßendes Opening Signal des Festivals wird zuerst einmal eine irritierend überlange, wenn auch professionell produzierte Rumwerbung geschaltet, danach folgt allerdings ein neugierig machender, hochwertiger Trailer des Festivals selbst, abgeschlossen von 30 Sekunden Grußbotschaft des Regisseurs. Direkt in den ersten Minuten könnte der Kontrast der Inhalte dann nicht größer sein, wenn „Crappy World Films“ und „Girls & Corpses“ einen Film präsentieren, der mit einem Oscar Wilde-Zitat über Masken beginnt. Ein schmissiger Bluessong läuft, weicht aber schnell angespannten Tönen und POV-Aufnahmen in den Opening-Credits, VHS-Kassetten und erfrorene Leichen, rote Lichter, ein Mann mit Wollmütze beobachtet aus dem Auto eine Treppe, in Lederhandschuhe gekleidete Hände werkeln an einem Radio herum. Der Mann aus dem Auto identifiziert sich als „James Smith“ als er bei „7 Psychics“ anruft, einem kleinen Telefon-Wahrsagerinnen-Service welcher aus einem einzelnen Raum besteht, in dem Clementine (Susan Priver) und Jade (Bai Ling) arbeiten. Die Schlüsselreize des Giallos werden durch gekonntes, bedachtes Framing und hübsche Beleuchtungen innerhalb weniger Minuten getriggert, der Mann flüstert krächzend unheilvolle Botschaften ins Telefon wie in wohligen 70s-Mysterys. „Thank you Clementine – we will talk again soon.“ raunt es aus dem Hörer und umhüllt von den atmosphärischen Klängen des Soundtracks, eingebettet in die farbenfrohe Retro-Ästhetik, macht dieser stimmungsvolle Auftakt definitiv Spaß sowie Lust auf mehr.
 
 
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Erst Recht wenn dann noch ein Mord folgt, der in einer „Profondo Rosso“-esquen Vision zwar bereits angedeutet wurde, inklusive aller blutigen Details der höchst sexualisierten Erstechung und Skalpierung des Opfers nun aber noch gezeigt und drastischst ausgespielt wird. Nach dem Schock der Vision des Mordes folgt die erste längere Dialogszene zwischen Clementine und Jade und hier zeigt der Film dann seine nervigste und anstrengendste Seite, die leider immer wieder für deutliche Abzüge bei mir gesorgt hat: Liest man im Cast spontan „Susan Priver“ und „Bai Ling“, so kennen die meisten Leute vermutlich definitiv die aus x großen Produktionen bekannte Ling, nicht aber die noch sehr unbekannte, gerade erst in ihrer dritten Produktion auftretende Priver – und erwartet demnach ggf. sogar, dass Ling hier abliefert und gut spielt, während Priver wohl besser in einer kleineren Rolle geglänzt hätte – doch das absolute Gegenteil ist der Fall. Ohne dass es je witzig, charmant oder dem Plot dienlich wäre, spielt Ling in diesem Film dauerhaft extrem aufgedreht, überdreht, hyperaktiv, unpassend, trashig, amateurhaft, im möglichst unverständlichen Akzent und mit hohlen, zu oft wiederholten Satzphrasen, so dass nahezu jede Szene mit ihrem Charakter ungenießbar wird – das wird online teils auch gefeiert und ganz anders gesehen, gar mit einer bewusst und dosiert overactenden Performance eines Nicolas Cage verglichen, aber mir hat die Penetranz und Inhaltslosigkeit dieser Rolle und Performance leider wirklich ein wenig den Film verdorben.
 
 
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Eine kurze Szene, in der Ling Clementine beratend massiert, überstanden, geht es weiter mit einem Besuch bei Clementines Vater, der leider auch weniger überzeugend spielt als seine Filmtochter und wenig zum Script beizutragen hat bis auf das Präsentieren von Filmpostern, seiner Sammlung und diversen Ausschnitten aus den Klassikern (u.a. Dementia 13), die er gerade guckt. Ebenfalls nicht fehlen darf natürlich der stereotype, frauenschlagende Alkoholiker-Ex-Mann, der Clementine trotz restraining order besucht und terrorisiert. Als wäre das nicht belastend genug wird sie zudem weiterhin von alptraumhaften Visionen und Träumen geplagt, in einer davon steigt der Killer bei Nacht in ein Haus ein. Eine Szene, die Ferris‘ Werk ganz gut zusammenfasst: Auch bei Nacht oder im Gegenlicht sind die Aufnahmen kompetent und klar zu erkennen, die Piano-Score ist anfangs noch atmosphärisch, bald aber zu repetitiv und langweilig. Für einen kaum budgetierten Indie-Film also alles nicht überragend, aber auch nicht von schlechten Eltern. Der Killer bricht in das Haus ein, ist dabei allerdings zu laut, weckt das Pärchen und wird tatsächlich einfach erschossen, mittelmäßiger Splatter inklusive, was die Szene als Vision von Clementine entpuppt. Clementine, unsere Protagonistin, sieht also den Tod des Antagonisten, des (noch) unbekannten Killers, vor ihrem geistigen Auge, in dem Wissen dass ihre Visionen gemeinhin wahr sind. Und was tut sie? Genau, sie warnt den Killer, als dieser das nächste Mal bei 7 Psychics anruft. Technisch kompetent, inhaltlich absolut unnachvollziehbar.
 
 
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Nächste Szene, nächstes Beispiel: Eine junge Frau wird in einem Parkhaus von einem dreckigen Obdachlosen überfallen, der droht sie zu vergewaltigen und flieht daraufhin auf die Straße, ruft einen Fahrservice, steigt nichtsahnend und freiwillig beim Killer ein – beste Argento-Kost, inklusive rot-blau-leuchtender Suspiria-Gedächtnisshots während der Autofahrt, nur leider endet es trotz aller audiovisueller Kompetenz dann in einem wenig spannenden oder brutalen Kill, der für sich abermals wenig bis nichts erzählt. Trotzdem, die gesamte erste halbe Stunde lang hat „Night Caller“ einen leicht überdurchschnittlichen, deutlich besseren Ersteindruck hinterlassen, als erwartet. Und dass Ling, wenn sie der sich übergebenden und weinenden Clementine hilft, minutenlang in ihr eigenes Spiegelbild hinein overacted und damit massiv auf den Senkel geht, kommt inzwischen auch nicht mehr unerwartet, kann also mit ganz viel Zähne zusammenbeißen fast schon ignoriert werden. Mehr noch, wenn der Vater – erneut, sehr argentoesque – in einem alten Film aus den Dreizigern einen wichtigen Hinweis für den aktuellen Fall findet oder die nebulösen, herrlich bizarren und fadenscheinigen Zusammenhänge zwischen Clementine und dem Fall klar werden, kann sich der geschulte Genrefan das Lachen sicherlich nicht verkneifen, die guten Ideen sind eindeutig da.
 
 
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Doch dann folgt ein unnötiger Fake-Jumpscare oder ein zu moderner, lauter Sound der die Retro-Vision zerstört oder eine zu ewige, erzwungen möglichst „krank“ und „gestört“ sein wollende, im Endeffekt aber nur alte Genre-Versatzstücke wiederkauende Szene, in der natürlich mit Nekrophilie und Crossdressing und Kindheitstraumata um sich geworfen wird, wie es unreflektierter und oberflächlicher nicht sein könnte. Und ganz unabhängig davon wie problematisch man einen solchen Umgang mit diesen Themen findet, ist es einfach öde, langweilig und zu häufig gesehen. So gerne ich also einen weiteren, gelungenen sowie dreckig-drastischen Neo-Giallo empfehlen würde, so sehr versagt „Night Caller“ dann leider doch in den Kategorien Konsequenz, Kurzweil, Script und Schauspiel, wenn man auch nur mit einem „Francesca“, „Abrakadabra“, „Tulpa“ oder gar „The Editor“ vergleicht. Die Klischeekiste der möglichen Hintergrundgeschichten wurde mit ein paar „heftigen“ Konzepten gefüllt und die Technik kann sich ebenso wie die Leistung der Hauptdarstellerin definitiv sehen lassen, gar einen Daria Nicolodi-Flair möchte ich ihr nicht absprechen, nur hilft das wenig bei den derart vorhersehbaren und vergessenswert generischen Genrepfäden, die im weiteren Verlauf verfolgt werden.
 
 
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Ganz Giallo-untypisch nämlich gibt es hier keinen finalen Twist, keine überraschende Offenbarung und auch kein einprägsames Bild, nur zu lange, ewige Szenen mit unblutigen Kills und einem schleppenden Pacing. Unser Medium spürt szenenabhängig auf x km oder eben gar keine Gefahr, die Kills sind teils gut gemeint aber meist mäßig getrickst, verfolgt werden inzwischen irgendwelche viel zu spät etablierten Cops. Der letzte Kill ist semi-originell aber dafür extrem dämlich, immerhin nicht so unspektakulär wie die Minuten davor, nach etwa 80 Minuten war es das dann auch endlich, oder schon, mit „Night Caller“. Was bleibt zu sagen? Nach dem unfassbaren Trashfest „Tales from the Crapper“ und dem bemüht kranken, teils höchst effektiven aber eben auch grauenhaft gespieltem „Someone’s knocking at the door“ wollte ich mal einen von Chad Ferrins anderen Filmen sehen, das habe ich jetzt getan und auch nicht bereut. Night Caller ist zu simpel, zu geradlinig und genau dafür auch zu lang und unspektakulär, Kills auf die man sich freut werden nicht gezeigt, dafür inhaltsmagere Szenen deutlich zu lange gestreckt oder wiederholt. Mit der Hauptdarstellerin und auch dem Killer hat man durchaus eine gute Wahl getroffen und die technische Seite stimmt größtenteils, viele Sets und Beleuchtungen und Frames können sich sehen lassen, doch auch das zerfasert sich im weiteren Verlauf des Films leider etwas, zumal Lings absolut grottiges Schauspiel sowie der repetitive Schauspiel immer wieder am Geduldsfaden zerren.
 
 


 
 
 

NIGHT CALLER – Fazit

 
 
3 Punkte Final
 
 
Recht minimalistischer No-Budget-Indieslasher mit gerade anfangs gefallendem Giallo-Einschlag und technischer Grundkompetenz, der sich nur leider durch ein unterdurchschnittliches Script und Schauspiel seines Potentials beraubt. Kein Film den die Welt braucht, aber auch keiner der weh tut.
 
 
 


 
 
 

NIGHT CALLER – Zensur

 
 
 
Aufgrund vereinzelt drastischer Morde samt blutiger Effekte dürfte der Film eine FSK 18, wenn nicht an einem guten Tag sogar 16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

NIGHT CALLER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Crappy World Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
Three Tears on Bloodstained Flesh (2014)
 

Filmkritik: „Scream“ (2022)

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SCREAM

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Story

 
 
 
25 Jahre nach den ersten Morden in Woodsboro kehrt Ghostface abermals zurück, um die Regeln des Slashers auf Herz und Nieren zu prüfen.

 
 
 


 
 
 

SCREAM – Kritik

 
 
Manche Reihen sind einfach nicht totzukriegen und die Nostalgie-Welle scheint auch nicht mehr abzuebben. Viele große Filmreihen ziehen ihr eigenes Ding durch, locken den Zuschauer von damals aber mit dem originalen Cast. Das kann durchaus gut ausgehen, wie zuletzt „Ghostbusters: Legacy“ bewies. Es kann aber auch redundant werden, wie es der neue „Scream“ beweist. Dass dabei auf eine Fünf im Titel verzichtet wurde, macht schon mal deutlich, dass man sich hier nicht nur als verspätete Fortsetzung, sondern auch als Remake/Hommage versteht. Dabei war die Reihe bisher wirklich gut. Wes Craven schuf mit dem ersten Teil 1996 einen Kultfilm, der clever mit Genre-Regeln spielte und eine Meta-Ebene besaß, die man so zuvor in einem Slasher noch nicht gesehen hatte. Mit dem zweiten Teil wurde das sehr gut und mit dem dritten Teil immerhin noch solide fortgesetzt, bis es still wurde um „Scream“. 2011 kehrte Craven mit einem moderneren, vierten Teil jedoch noch mal zurück. Es war sein letzter Film und Craven verstarb 2015 leider. Die Modernisierung war allerdings geglückt, nur floppte das Werk an den Kinokassen und eine neue Trilogie schien sich somit erledigt zu haben. Da momentan so gut wie alles, was jemals auch nur halbwegs erfolgreich war, eine Fortsetzung, ein Remake, ein Reboot, eine Hommage oder auch ein „Requel“ erhält, muss selbstverständlich auch „Scream“ 2022 noch mal ordentlich die Nostalgie-Keule schwingen. Und die ersten Kritiken klangen enorm vielversprechend. Allgemein kommt der fünfte Teil bisher überraschend gut an. Überraschend ist das deshalb, weil er eigentlich überhaupt nichts Neues zu bieten hat und teilweise fast schon nervig geraten ist.
 
 
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Über die Story braucht man kaum Worte zu verlieren. Alles beginnt mit der berühmten Telefon-Szene am Anfang. Dieses Mal soll Tara das Opfer sein, aber sie überlebt den Angriff von Ghostface schwer verletzt und befindet sich danach im Krankenhaus. Ihre ältere Schwester kommt zurück nach Woodsboro, obwohl sie den Ort eigentlich nie wieder sehen wollte. Gemeinsam gilt es nun, herauszufinden, wer der Täter sein könnte. Man kommt sich wirklich mehr wie in einem Remake, als in einer Fortsetzung vor, weil die Story der aus dem ersten Teil (an dem sich „Scream 2022“ auch am meisten orientiert) doch sehr ähnlich ist. Teilweise kann man schon von einer Kopie sprechen. Kreativ ist das nicht und man bemerkt deutlich, dass Kevin Williamson und Ehren Kruger als Drehbuchautoren fehlen. Dabei versucht der Film enorm clever zu sein. Er legt es so sehr darauf an, dass er damit scheitert. Die ganzen Gags auf Meta-Ebene gehören sicherlich zu „Scream“ dazu, aber dieses Szenario wurde nun bereits vier Male zuvor bedient und dem neuen Werk fällt da einfach nichts Neues ein. Außerdem heuchelt sich „Scream“ anno 2022 selbst etwas vor. Er macht nämlich genau das, was er eigentlich die ganze Zeit kritisiert: Eine lustlose, uninspirierte Hommage bieten, die kein neues Material besitzt.
 
 
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Das Drehbuch könnte man theoretisch seitenlang verreißen, denn die guten Elemente kann man an einer Hand abzählen. Dabei ist die Herangehensweise, sich selbst nicht ernst zu nehmen, garantiert nicht verkehrt, aber etwas ernster hätte sich der neue Film dann doch nehmen dürfen. Am Ende weiß man nämlich gar nicht mehr so recht, ob man sich noch „Scream“ anschaut oder doch schon beim nächsten „Scary Movie“ angelangt ist. Das Motiv der Taten ist nämlich arg weit hergeholt. Sicherlich steckt hier etwas Satire versteckt, aber diese wird leider überhaupt nicht bissig, sondern eher unsinnig dargeboten. Das große Rätselraten bleibt ebenfalls aus. Man kann vielleicht vorher schon erahnen, wer hinter den Taten steckt, aber die Auflösung wird allgemein ziemlich schlecht vorbereitet und da die neuen Täter kaum ein Profil erhalten, ist es auch nicht sonderlich interessant, warum sie überhaupt morden.
 
 
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„Scream“ setzt 2022 das große Problem der Figurenzeichnung in modernen Film fort. Erst vor kurzem scheiterte die Neuauflage von „Texas Chainsaw Massacre“ daran und nun diese Fortsetzung. Die Charaktere bilden sich einfach aus irgendwelchen jungen 08/15-Leuten, denen es an Persönlichkeit fehlt. Man wird sich an diese Figuren nicht lange erinnern können. Im Gegenzug dazu kann man den originalen Film selbst seit der Entstehung nicht mehr gesehen haben und erinnert sich trotzdem noch an die markanten Charaktere von damals. Es fehlt allerdings auch an einprägsamen Leistungen bei den Darstellern. Jenna Ortega spielt als einzige der vielen neuen Personen einigermaßen gut und hinterlässt einen kleinen, aber bleibenden Eindruck. Die restlichen neuen Darsteller sind zwar okay, aber völlig nichtssagend. Also müssen es mal wieder die bekannten Charaktere richten, wobei selbst diese Rechnung nicht aufgeht. Neve Campbell und Courteney Cox hätte man sich nämlich sparen können. Sie schauen sowieso nur ein paar Male kurz vorbei und ihre Rollen wirken hier doch reichlich erzwungen. Nur mit David Arquette hat man alles richtig gemacht. Seine Rolle ergibt durchaus einen Sinn und Arquette spielt das sehr sympathisch. Die Szenen mit ihm gehören zu den besten, die „Scream“ zu bieten hat.
 
 
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Leider sind das nicht sonderlich viele, obwohl nicht alles an diesem Werk schlecht ist. Ist der lustlose Start erst mal überwunden, gibt es hin und wieder ein paar Szenen, die ganz geschickt mit den Konventionen spielen. Diese Herangehensweise ist zwar ebenso wenig neu, wie sich quer durch das Horrorgenre zu zitieren, macht aber in manchen Momenten noch etwas Laune. Ansonsten mangelt es dem Film eindeutig an Atmosphäre. Ghostface wirkt nicht mehr wie ein bedrohlicher Killer, sondern taucht einfach immer mal wieder kurz auf und verschwindet dann wieder. Seine Präsenz war in keinem Film der Reihe jemals so bedeutungslos. Horror kommt also schon mal kaum auf. Die Komödien-Aspekte machen das allerdings nicht gerade wieder gut. Dass sich „Scream“ 2022 nicht ernst nimmt, wurde ja bereits erwähnt, dass er gerne eine Persiflage wäre, kann man wohl deutlich herauslesen und dass er meint, besonders clever zu sein, ist der größte Irrglaube. Die Gags zünden einfach nicht und es gibt nur wenige Pointen, die mal etwas besser sitzen.
 
 
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Dass das Gesamtpaket nicht gerade unterhaltsam ausfallen kann, sollte einem bei all der negativen Kritik nicht wirklich wundern. Was muss also her? Genau! Man kompensiert alle Schwächen einfach mit viel Gewalt. So brutal, wie hier, ging es in dieser Reihe jedenfalls noch nicht zur Sache und ein paar Szenen sind schon reichlich brachial. Dass die Effekte überwiegend von Hand stammen, ist eine schöne Sache. Nur bringt das dem Werk im Endeffekt eben auch nicht gerade viel, weil dem Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett einfach zu wenig einfällt, um ihrem neuen „Scream“ eine eigene Handschrift zu verpassen. Zu sehr suhlt man sich im Erfolg des Originals, aber Craven hatte inszenatorisch eben deutlich mehr auf dem Kasten. Das soll nicht heißen, dass der Film handwerklich schlecht gemacht wurde. Er sieht optisch passabel aus und die Inszenierung ist sauber. Das ändert jedoch nichts daran, dass die knapp zwei Stunden Laufzeit keinerlei Spannung aufkommen lassen und jede menge Füllmaterial besitzen. Das mehr als übertriebene Ende ist immerhin noch halbwegs amüsant, aber der langweilige Score klingt wirklich sehr ideenarm.
 
 


 
 
 

SCREAM – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Gäbe es „Scream 1“ bis „Scream 4“ noch nicht, dann wäre „Scream“ von 2022 ein guter, selbstironischer Slasher. Als fünfter Teil ist er jedoch überflüssig. Weder ist die Hommage besonders gut gelungen (weil Hommage nicht einfach nur kopieren heißt), noch macht das als Fortsetzung großartig Sinn. Das Drehbuch ist eine echte Schwäche, selbst wenn manche das bescheuerte Ende sicherlich abfeiern werden. Negativ sind auch die meisten, nichtssagenden Darsteller, die eine völlig belanglose Figurenzeichnung erhalten haben. Das Spiel mit der Meta-Ebene ist ausgelutscht, frische Ideen gibt es keine. Außerdem besitzt der Film einfach keine eigene Handschrift. Ein paar Szenen sind gut, der Gewaltpegel ist ziemlich hoch, die Effekte sehen ordentlich aus und David Arquette lässt immerhin kurz Freude aufkommen. Ansonsten stellt „Scream“ anno 2022 eine ziemliche Nullnummer dar, die man sich echt hätte sparen können. Das hat die Reihe wirklich nicht verdient!
 
 


 
 
 

SCREAM – Zensur

 
 
 
„Scream 5“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Die Altersfreigabe mutet etwas niedrig an, bedenkt man, wie zeigefreudig der neue Film der Reihe in Sachen Gewalt doch ist.
 
 
 


 
 
 

SCREAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scream; USA 2022

Genre: Horror, Komödie, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Thailändisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen (ca. 3 Min.), Trailer von Scream – Schrei! (1996), Featurettes: Neues Blut (ca. 7 Min.), Blutlinien ca. 8 Min.), Im Schatten des Meisters (ca. 7 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 28.04.2022

 
 

Scream [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SCREAM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Düstere Legenden (1998)
 

Filmkritik: „Demonic“ (2021)

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DEMONIC

Story

 
 
 
Per 3D-Simulation soll eine junge Frau den Kontakt mit ihrer im Koma liegenden Mutter aufnehmen. Dieses Experiment hat fatale Folgen.

 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
Vor zehn Jahren hätte die Filmwelt wahrscheinlich noch begeistert aufgeschrien, wenn Neill Blomkamp einen neuen Film inszeniert. Mit seinem Debüt „District 9“ feierte der Südafrikaner 2009 nämlich einen großen Erfolg, der sowohl Filmfreunde, wie auch Kritiker begeistern konnte. Danach folgten zwei Filme, die an diese Qualitäten nicht anknüpfen konnten und auch der Posten als Regisseur für „Alien 5“ verpuffte im Nichts. Nun feiert Blomkamp mit „Demonic“ sein Comeback, doch bereits die ersten Kritiken ließen die Erwartungen sinken. Und leider kommt es so, wie man erwarten durfte: „Demonic“ will viel, bietet im Endeffekt aber so gut wie nichts und verkommt so zu einer lauen Luftnummer, die man echt nicht gesehen haben muss.
 
 
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Vor vielen Jahren hat Carly ihre Heimat verlassen, weil ihre Mutter des mehrfachen Mordes angeklagt wurde, worunter Carly sehr gelitten hat. Eines Tages meldet sich ein Pharma-Konzern bei Carly. Ihre Mutter liegt im Koma und die Wissenschaftler wollen unbedingt, dass Carly ihre neue Technologie ausprobiert. Mit Hilfe dieser kann sie per 3D-Simulation in die Gedanken ihrer Mutter schlüpfen und so Kontakt mit ihr aufnehmen. Carly ist von der Idee wenig begeistert, willigt jedoch ein, aber in dem Unterbewusstsein ihrer Mutter lauert Schreckliches. Neill Blomkamp kann Science-Fiction; das hat er besonders mit „District 9“ bewiesen und er schreibt an den Drehbüchern zumindest immer selbst mit. Im Falle von „Demonic“ stammt die Geschichte jedoch von ihm ganz alleine und storytechnisch versagt der Film leider nahezu vollkommen. Was auf dem Papier noch halbwegs interessant klingt, ist in der Umsetzung an Belanglosigkeit kaum zu überbieten. Man bekommt als Zuschauer nicht mal wirklich mit, weshalb sich die Geschehnisse ereignen, die man hier beobachtet. Auf eine clevere Pointe muss man ebenfalls verzichten und mit Dämonen hat das Ganze nun auch nicht gerade viel zu tun. Selbst als anspruchsloser Horrorfan wird man von dieser Story enttäuscht, obwohl verschiedene Einzel-Ideen ja an sich gar nicht mal schlecht wären.
 
 
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Nur leider kann Blomkamp diese einfach nicht zu einem stimmigen Gesamtbild formen. Das größte Problem wird wohl sein, dass der Science-Fiction-Experte nun gerne ins Horrorfach wandern wollte. Und Horror kann der Mann eben nicht, was man an „Demonic“ eindrucksvoll erkennen kann. Die Inszenierung wirkt insgesamt eher gelangweilt und die Horror-Szenen stammen dermaßen von der Stange, dass man auch gleich in billige C-Movie-Gefilde abdriften kann. Ein großes Budget stand Blomkamp nicht mehr zur Verfügung, doch es mangelt auch gar nicht mal so sehr am Geld. Eine schicke Optik ist nämlich dennoch gelungen und zu billig wirkt der Film optisch niemals. Dass die 3D-Simulationen nicht perfekt aussehen, ist sogar relativ authentisch. Hier hat man mit der Volumetric-Capture-Technik gearbeitet, welche echte Welten nachträglich virtuell darstellt. Das Ergebnis sieht durchaus interessant aus und bedient dann wieder die Science-Fiction-Elemente, die Blomkamp so gut beherrscht. Nur wie bereits erwähnt, funktioniert die Symbiose mit dem Horror so gar nicht, weil der Regisseur hier nur den billigsten Standard bedient.
 
 
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Man hätte über die ein oder andere Schwäche noch hinwegsehen können, doch das endgültige Aus beschert „Demonic“ die Figurenzeichnung. Gerade auch in diesem Punkt war Blomkamp zuvor viel besser. Was er hier jedoch geschrieben hat, lässt sich am treffendsten mit dem Adjektiv lieblos beschreiben. Von Anfang an erhält der Zuschauer überhaupt keinen Draht zu den Charakteren. Die Hintergrundgeschichte von Carlys Mutter wird fast gar nicht erwähnt und die Protagonistin selbst wird einem auch nicht näher gebracht. Alles daran ist künstlicher, als die Bilder der virtuellen Realität und so stellt sich ein Mitfiebern mit den Figuren bereits ab der ersten Filmminute ein. Die Darsteller haben da natürlich von vornherein einen ganz undankbaren Job. Carly Pope gibt sich alle Mühe und agiert durchaus brauchbar, kann aber eben auch nichts an der miesen Figurenzeichnung ändern. Alle anderen Schauspieler sind okay, doch niemand kann hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Es sollte nun keine große Überraschung sein, dass der Unterhaltungswert nicht viel taugt. Den Anfang lässt man sich noch gerne gefallen und das Potenzial wirkt im ersten Drittel noch relativ vielversprechend, doch bereits hier kommt eigentlich gar keine Spannung auf. Im weiteren Verlauf verschlechtert sich dieser Zustand zusehends. Der mittlere Teil ist fad und will nicht so richtig auf den Punkt kommen, während das Finale dann versucht besonders aufregend auszufallen. Plötzlich gibt es irre Wendungen und viel mehr Action, aber profitieren kann „Demonic“ davon niemals, weil man als Zuschauer hier bereits lange das Interesse verloren hat. Es mangelt im Endeffekt einfach ganz erheblich an Atmosphäre. Der Film ist nämlich überhaupt nicht gruselig, nicht ansatzweise unheimlich oder beängstigend. Als Horror versagt das also auf ganzer Linie, aber selbst die Science-Fiction-Elemente wirken beliebig. Am Ende bleibt ein generischer Score und viel heiße Luft um nichts, wobei die Effekte noch ganz schick ausgefallen sind. Wirklich brutal wird es aber natürlich auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Selbst wenn Geschmäcker im Endeffekt natürlich sehr verschieden sind, fragt man sich bei „Demonic“ schon zurecht, was dieser Film eigentlich soll. Zur Unterhaltung dient er jedenfalls nicht. Die Grundprämisse hätte reizvoll sein können, ein paar Ideen sind solide und die optische Umsetzung ist nun auch nichts, was man alle Tage sieht. Außerdem agieren die Darsteller doch ganz passabel. Das bringt dem Streifen jedoch alles nichts, weil die Inszenierung völlig langweilig erscheint und die Atmosphäre nicht den Hauch von Horror besitzt. Die gesamte Geschichte könnte belangloser kaum sein, aber diese lieblose 08/15-Figurenzeichnung stellt „Demonic“ schlussendlich komplett das Bein. Von diesem Sturz kann sich der Film nicht erholen, selbst wenn das Finale viel Action bieten will. So ambitioniert die Idee von Blomkamp also vielleicht mal gewesen sein mag, so fad ist das Ergebnis und für eine Empfehlung reicht das leider nicht ansatzweise aus!
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Demonic“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Kanada 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 31.12.2021 | Mediabook: 31.12.2021

 

Demonic [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DEMONIC – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Cell (2000)
 
eXistenZ (1999)
 
Virtuosity (1995)
 

Filmkritik: „Surrounded – Tödliche Bucht“ (2018)

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SURROUNDED – TÖDLICHE BUCHT

(FRENZY)

Story

 
 
 
Ein geplanter Tauchausflug wird für ein paar junge Freunde zum Horrortrip, als das Wasserflugzeug abstürzt und man plötzlich umzingelt von Haien ist.

 
 
 


 
 
 

SURROUNDED – Kritik

 
 
Die Beliebtheit vom Hai-Horror nimmt kein Ende. Immer mal wieder gibt es ein paar große Produktionen im Kino zu sehen und denen folgen dann etliche Billig-Varianten. Für viele davon zeichnet sich der amerikanische Fernsehsender Syfy aus. Nur weil der Erfolg der „Sharknado“-Filme mittlerweile vorbei ist, heißt das ja nicht, dass man nicht fleißig weiter billige Hai-Filmchen produzieren kann. „Surrounded – Tödliche Bucht“ stammt dabei bereits aus dem Jahr 2018 und kommt mit ca. vier Jahren Verspätung nun auch nach Deutschland. Ob das wirklich nötig gewesen wäre, ist fraglich, denn viel geboten wird dem Zuschauer hier nicht.
 
 
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Die Story ist schnell erzählt: Ein paar junge Freunde, die einen erfolgreichen Reise-Vlog betreiben, wollen in Thailand an einem illegalen Tauchausflug teilnehmen. Doch auf dem Weg dorthin stürzt das Wasserflugzeug ab und als ob es noch nicht schlimm genug wäre, dass man nun auf offener See überleben muss, gesellen sich auch noch drei Haie mit dazu, die nach dem Leben der Freunde trachten. An welchen Vorbildern man sich bedient hat, ist nicht schwer zu erraten, aber die Story ist bei solchen Filmen ja sowieso meist recht eingeschränkt. So darf man vom Drehbuch auch nicht besonders viel erwarten. Die Geschichte hat nicht viel zu bieten, wäre an sich jedoch noch ganz brauchbar gewesen, wenn sie nicht insgesamt völlig unlogisch daherkommen würde. Dass sich Haie so nicht verhalten, ist kein Geheimnis, aber die bekloppten Ideen, die man hatte, stellen die Intelligenz des Zuschauers schon arg in Frage.
 
 
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Das Problem ist, dass sich „Surrounded – Tödliche Bucht“ reichlich ernst nimmt und eher auf richtigen Horror setzen möchte, dann aber eben doch mit total trashigen Idee daherkommt. Beide Elemente beißen sich sehr. Da wäre eine humorvolle, augenzwinkernde Herangehensweise wie bei „Sharknado“ doch die bessere Entscheidung gewesen. Dann wäre man dem Film für seinen völlig unrealistischen, fast schon cartoonhaft überzogenen Überlebenskampf auch nicht so böse gewesen. Leider wirken die albernen Momente so eher unfreiwillig komisch und so wird das mit der Spannung absolut nichts. Die Atmosphäre ist also kaum zu gebrauchen. Auch die billigen Effekte aus dem Computer lässt man sich in der ernsten Variante nicht gerne gefallen. Sie sehen zwar nicht völlig miserabel, aber eben doch wenig brauchbar aus. Und die Idee, dass die drei Haie völlig synchron agieren, ist an Blödheit auch kaum zu überbieten. Wenigstens gibt es noch ein paar passabel getrickste Wunden und Leichen. Das ist nie übermäßig brutal, verdient seine Freigabe ab 16 Jahren jedoch.
 
 
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Von den Darstellern werden wohl die Wenigsten bisher gehört haben und das wird sich sicherlich auch kaum ändern. Immerhin macht Aubrey Reynolds, in der einzigen Hauptrolle, ihre Sache noch ganz akzeptabel. Nicht wirklich gut, aber nicht zu schlecht. Die restlichen Darsteller übernehmen nur Nebenrollen und sind teilweise ziemlich schnell weg vom Fenster. Viele davon gibt es sowieso nicht zu sehen und die Leistungen sind absolut nicht der Rede wert. Die Dialoge sind ziemlich langweilig und austauschbar und die Figurenzeichnung bleibt sowieso völlig oberflächlich. Man hat noch versucht den Charakteren etwas Hintergrund zu verschaffen, aber dies diente sicher eher dazu, die Laufzeit etwas normaler zu bekommen. An den lieblos kreierten Figuren hat der Film selbst kaum Interesse und deshalb braucht man sich nicht zu wundern, wenn es dem Zuschauer ähnlich geht.
 
 
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„Surrounded – Tödliche Bucht“ hat nicht mal 500.000 Dollar gekostet und bei diesem Budget darf man natürlich nicht so viel erwarten, wobei schon etliche Filmemacher bewiesen haben, dass sie auch mit weniger Geld tolle Werke kreieren können. Doch dieser Film wurde nicht aus Leidenschaft gedreht, sondern rein um Geld zu generieren. Also sollte man von Regisseur Jose Montesinos, der schon einige dieser Billigfilmchen verbrochen hat, auch nicht viel erwarten. Immerhin verleiht die Tatsache, dass es immer mal Rückblenden gibt, dem Ganzen etwas mehr Dynamik. Außerdem ist ein echter Vorteil, dass wohl viel an Originalschauplätzen gedreht wurde. Viel bringt das aber auch nicht, wenn die meisten Szenen einfach nur im Wasser spielen und keine echten Schauwerte mit sich bringen. Nur die Unterwasser-Aufnahmen wirken in dieser Hinsicht erstaunlich hochwertig. Die Inszenierung kann sich zwar teilweise als bemüht ansehen lassen, leidet im Endeffekt aber unter erheblicher Langeweile. So wird das auch mit dem Unterhaltungswert nichts. Das Geschehen ist zwar recht temporeich, aber trotzdem niemals spannend und so können selbst 85 Minuten (mit Abspann) ganz schön langweilig ausfallen.
 
 


 
 
 

SURROUNDED – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Surrounded – Tödliche Bucht“ ist der nächste Billig-Hai-Film, der zwar erstaunlich ernst wirken möchte, sich genau damit jedoch ein großes Bein stellt. Trashige Momente gibt es nämlich trotzdem und teilweise ist das Treiben so doof, dass die ernste Atmosphäre störend ist. Die Handlung hat natürlich wenig zu bieten, die Figurenzeichnung ist lieblos, die Effekte gewohnt schlecht und die Darsteller können auch nicht gerade überzeugen. Man spürt einfach zu jedem Moment, dass der Film ohne Leidenschaft gedreht wurde, selbst wenn sich der Regisseur an einigen Stellen doch bemüht hat. Die Naturschauplätze und der Versuch, das Geschehen abwechslungsreich zu gestalten, sind lobenswerte Ansätze, die im Endeffekt aber auch nichts daran ändern, dass „Surrounded – Tödliche Bucht“ Zeitverschwendung darstellt!
 
 


 
 
 

SURROUNDED – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Surrounded – Tödliche Bucht“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SURROUNDED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frenzy; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Abenteuer, Action, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 03.12.2021

 

Surrounded – Tödliche Bucht [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SURROUNDED – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Open Water (2003)
 
Open Water 3: Cage Dive (2016)
 
The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (2016)
 
47 Meters Down (2017)
 

Filmkritik: „Demigod – Der Herr des Waldes“ (2021)

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DEMIGOD – DER HERR DES WALDES

(DEMIGOD)

Story

 
 
 
Im Schwarzwald wandert ein keltischer Waldgott umher, der gerne Opfer möchte, wie die Amerikanerin Robin und ihr Mann Leo bald feststellen müssen.

 
 
 


 
 
 

DEMIGOD – Kritik

 
 
Wenn man mal gerade keine originelle Idee für einen weiteren Horrorfilm hat, dann muss halt eine keltische Gottheit herhalten. Hat ja oft genug funktioniert. Mit dieser Prämisse wirkt „Demigod – Der Herr des Waldes“ schon mal nicht besonders reizvoll, aber mit der richtigen Umsetzung lässt sich selbst aus einem solch ausgelutschten Szenario noch etwas machen, was viele Werke zuvor bewiesen haben. Diesem Film gelingt das allerdings eher weniger, weil er nicht viel zu bieten hat und insgesamt zu plump erscheint.
 
 
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Die Amerikanerin Robin hat von ihrem Großvater geerbt. Dieser lebte tief im Schwarzwald in einem abgelegenen Holzhaus. Gemeinsam mit ihrem Mann Leo reist Robin nun also dorthin, um das Erbe anzutreten. Dabei trifft man schon schnell auf den Jäger Arthur, der genau weiß, was sich im Wald so alles abspielt. Ein paar Hexen huldigen nämlich dem Gehörnten, einer Waldgottheit, die nach Opfern verlangt und so beginnt schon bald ein Spiel auf Leben und Tod. Als Vorlage dient der Mythos um Cernunnos, einer keltischen Gottheit, die als „der Gehörnte“ übersetzt wird. So viel scheint über diese Figur nicht bekannt zu sein und das Meiste sind Vermutungen, aber man mag auch berechtigt bezweifeln, dass sich Regisseur Miles Doleac, der mit am Drehbuch schrieb, viel mit diesem Mythos beschäftigt hat. Im Endeffekt wird dieses Szenario sowieso nur dafür benutzt, um eine Prämisse zu erschaffen, die es so in dieser Form schon etliche Male zuvor gegeben hat. Die Handlung kann nicht viel, kommt ohne Überraschungen aus und wird zudem leider unnötig plump vorgetragen.
 
 
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Wobei von vornherein eine gewisse, unfreiwillige Komik in „Demigod – Der Herr des Waldes“ mitschwingt; zumindest, wenn man sich den Film im deutschen Ton ansieht. Wenn da ein Amerikaner behauptet, er sei eben Amerikaner und könne deshalb nur hochdeutsch, wirkt das jedenfalls seltsam. Dass sich ein amerikanischer Film in deutschen Gefilden abspielt, kommt nicht so oft vor und dies wäre sicherlich interessant gewesen, wenn der Rest nicht im Einheitsbrei schwimmen würde. Wenn die Einwohner in ihrem merkwürdigen Kauderwelsch sprechen, ist das noch am ungewöhnlichsten; der Rest kommt einem bereits bestens bekannt vor, wenn man zuvor mehrere solcher Filme gesehen hat. Da fällt Miles Doleac nun auch nicht viel ein, wie er es mit seiner Inszenierung retten könnte. Der Wald wurde als Schauplatz ja noch ganz gut genutzt, aber ansonsten mangelt es dem Werk vollkommen an Schauwerten. Noch schlimmer wiegt jedoch die Tatsache, dass es komplett an Spannung mangelt.
 
 
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So ist die Einleitung, die sich nicht zu viel Zeit lässt, noch ganz erträglich geraten, weil die beiden Hauptfiguren gar nicht mal so unsympathisch erscheinen. Rachel Nichols, die auch sofort als Jodie Foster durchgehen könnte, macht sich als Identifikationsfigur für den Zuschauer nicht schlecht, spielt solide und hätte den Film tragen können, wenn der Rest besser gelungen wäre. Auch Yohance Myles als ihr Film-Ehemann geht in Ordnung. Miles Doleac, der nebenbei auch gerne als Schauspieler aktiv ist, gab sich selbst eine ausgeprägte Nebenrolle, die er okay, aber gleichzeitig recht einseitig spielt. Im weiteren Verlauf kommen noch ein paar weitere Schauspieler mit hinzu, die allesamt passabel erscheinen, jedoch sicher keine Preise für ihre Leistungen gewinnen werden. Sowieso ist die Figurenzeichnung nur bei dem Ehepaar noch halbwegs plausibel. Alle anderen Charaktere gesellen sich halt mit hinzu und wirken dann doch eher künstlich. Dass da keine Spannung aufkommen will, liegt allerdings in erster Linie an der Inszenierung.
 
 
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Diese lässt sich zwar als relativ sauber bezeichnen und Doleac hat zuvor auch schon einige Filme gedreht, aber das Resultat ist dermaßen generisch und trocken, dass es einfach nicht funktionieren will. Optisch macht das wenig her und Doleac versteht es kaum, die Spannungsschraube anzuziehen, selbst wenn er es sichtlich versucht. Nach einer halben Stunde soll es eigentlich zur Sache gehen, doch stattdessen tritt das Geschehen eher auf der Stelle und zum Finale wird es ebenfalls nicht deutlich besser. Ein wenig Action ist vorhanden, aber der Horror-Anteil ist viel zu gering. Eigentlich kommt niemals eine bedrohliche Atmosphäre auf. Weshalb der Film eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten hat, ist ebenfalls fraglich. Die wenigen, grafischen Momente sind zwar nicht harmlos, aber auch niemals zu derb. Immerhin hat man hier von Hand getrickst und insgesamt gehen die Effekte in Ordnung. Nur bei dem Cernunnos und seinen roten Augen hat man es eindeutig zu billig gestaltet. Der Score erfüllt seinen Zweck, wirkt jedoch ähnlich langweilig, wie der Rest des Filmes auch.
 
 
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DEMIGOD – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Demigod – Der Herr des Waldes“ versucht es, doch er bekommt es nicht hin. Die Handlung besitzt ein paar Eigenartigkeiten, doch das reicht noch lange nicht aus, weil der Rest einfach plump und lieblos erzählt wird. Aus handwerklicher Sicht ist der Film okay gestaltet und die Darsteller sind ebenfalls nicht so schlecht. Außerdem ist Rachel Nichols echt nicht schlecht. Gewinnen kann das Werk dadurch jedoch kaum, denn die Inszenierung wirkt gelangweilt und eine Atmosphäre will so gut wie gar nicht aufkommen. Horror oder Grusel sucht man jedenfalls vergebens. Die wenigen Effekte sind okay, aber im Endeffekt langweilt man sich durch gute 90 Minuten Laufzeit, die keinerlei Überraschungen bieten und frei von Spannung sind. Das ist nicht ärgerlich schlecht, aber eben komplett lustlos und völlig fern von aufregenden Ideen.
 
 


 
 
 

DEMIGOD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Demigod – Der Herr des Waldes“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEMIGOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demigod; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 08.10.20211

 

Demigod – Der Herr des Waldes [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEMIGOD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Daredo | White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch (2016)
 
Sator (2019)
 

Filmkritik: „Night Slash – Schrei lauter!“ (2020)

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NIGHT SLASH – SCHREI LAUTER!

(THE LAST LAUGH)

Story

 
 
 
Hinter den Kulissen einer Comedy-Show ersticht ein maskierter Killer die Menschen um Myles Parcs herum, einen erfolglosen Stand-Up-Comedian mit großen Hoffnungen und einer düsteren Vergangenheit.

 
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Kritik

 
 
Der US-amerikanische Indieslasher „The Last Laugh“ wird in Deutschland unter dem noch generischeren Titel „Night Slash – Schrei Lauter!“ vermarktet und zudem mit der mutigen Pressestimme „Suspiria trifft auf Scream“ versehen. Erwartungen die der 78 Minuten kurze, mittlerweile vierte Genre- Langfilm von Jeremy Berg jedoch weder erfüllen kann, noch möchte – und wenn doch, wurde das Ansinnen zumindest ordentlich an die Wand gefahren.
 
 
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Denn so schmucklos wie die untertitel-, bonusmaterial- und kapitelmenülose Blu-ray daherkommt, gibt sich nämlich auch dieser allzu magere und altbekannte Blick in das Leben des Stand-Up- Comedians Myles Parcs, der mittels seines Agenten versucht einen großen Gig zu landen, dabei aber sowohl für die anderen Charaktere als auch für den Zuschauer unsympathisch und unlustig herüberkommt. Seine selbstbemitleidende Comedy in den ersten Minuten des Films weiß nicht zu überzeugen, direkt danach ist der Ton ganz furchtbar rauschend und amateurhaft abgemischt – doch in die Untiefen filmischer Unbegabtheit stürzt „Night Slash – Schrei Lauter!“ zum Glück trotzdem nicht, fängt sich in den nächsten Szenen sogar wieder einigermaßen, da in der ersten viertel Stunde zumindest zwei hübsche Einstellungen zu finden sind und zudem der erste Kill stattfindet, in dem durch schwarze Handschuhe, einen maskierten Killer, eine phallische Tatwaffe und das Reflektieren des Gesichtes im eigenen Blut, umrandet vom roten Samt der Theatervorhänge, tatsächlich erstmalig Giallo-Stimmung verbreitet wird.
 
 
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Auch das weitere Treiben hinter den Kulissen des Theaters, allein durch das Setting und langsame Umbringen der Beteiligten, weiß natürlich an Argentos „Opera“ zu erinnern – ohne jedoch je dessen Klasse zu erreichen. Die Kills sind dabei nämlich blutig, aber oftmals offscreen und zudem belanglos, die hübschen Dolly-Fahrten, Kameraperspektiven oder Anflüge von motiviertem Dialog werden durch Langeweile, einen oftmals fehlenden Soundtrack, fehlende Spannung und technische Probleme wieder zunichte gemacht. Leichen werden entdeckt aber nicht kommuniziert, Kills sind auf dem Papier überzeugend, in der Ausführung aber fast schon zahm zu nennen.
 
 
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In erster Linie hält unser Protagonist nämlich Gespräche mit der Garderobe, seinem Agenten, den Bühnenarbeitern oder Bühnenmanagern und auch wenn es hier dem Whodunnit-Mystery dienliche Informationen oder Andeutungen gibt und ein paar der Performances nicht schlecht sind, so ziehen sich diese Szenen enorm, da sie keinen anderen Zweck zu verfolgen scheinen bis auf Myles weiter zu charakterisieren und neue Opfer vorzustellen, die kurz darauf dann unspektakulär über die Klinge springen. Optisch sowie schauspielerisch ein kompetenter Film mit einigen motivierten Bildern, der unoriginell aber technisch solide sein Ding macht, auf Sound-Ebene dafür von einigen Problemen sowie unverständlichen Szenen geplagt, im Script unmotiviert, behäbig und aussagelos.
 
 
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Hier und da versucht er auch noch Spannungsmomente durch Fake-Scares oder aber Comedy einzubringen, doch während erstere Versuche überhaupt nicht funktionieren können und zum Glück nur recht kurz gehalten wurden, geht gerade letztere Idee in einer überlangen, überreferenziellen Dialogszene äußerst auf die Nerven, da nichts schlimmer ist als unwitzige Humorversuche. Die teils gallige, zynische Darstellung der Bühnenwelt und Entertainer-Ecke hat seine Pointen und trockenen Beobachtungen, der Protagonist leidlich amüsante Entwicklungen, die subtileren Ideen funktionieren hier und da – doch für wirkliche Comedy sind weder Cast noch Script überzeugend genug.
 
 

„We all have crimes we want to atone for, don’t we?“

 
 
Dass Myles von einem Trauma geplagt sein muss ist auch klar, die Auflösung dieser allzu oft gesehenen, für den Plot kaum einen Unterschied machenden Szenen ist allerdings noch enttäuschender als erwartet. Am Ende zeigt der Film dann effektiv wer hier wirklich den letzten Lacher hat: Der Regisseur und Drehbuchautor selber, der ein Finale oder eine Auflösung quasi verweigert, einsieht wie egal die Chose ist oder war und einfach endet. Soviel Mut muss man erst einmal haben.
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Night Slash – Schrei Lauter!“ ist ein belangloser Billig-Slasher der halbwegs selbstreflektiert ist und einen grob Giallo-motivierten Killer, sonst aber überhaupt nichts mit „Scream“, „Suspiria“ oder auch nur einem guten Film zu tun hat. Rettet sich durch Kürze und ein paar Grundkompetenzen noch vorm Ärgernis.
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night Slash – Schrei lauter!“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Laugh; USA 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.11:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.10.2021

 

Night Slash – Schrei lauter! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blind – Du bist niemals allein (2019)
 
Bleed (2002)
 
Halloween Haunt (2019)
 
The Strangers: Opfernacht (2018)
 

Filmkritik: „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ (2021)

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EXQUISITE CORPSE – DEIN SCHÖNER KÖRPER

(EXQUISITE CORPSE)

Story

 
 
 
Nach einem tragischen Vorfall entdeckt eine junge Künstlerin, dass ihre Liebhaberin schmerzende Geheimnisse vor ihr versteckt hielt.

 
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Kritik

 
 
Spanische Genreproduktionen waren in den letzten Jahren immer wieder für eine positive Überraschung gut, ohne eine vernünftige Kritik auf Englisch oder Deutsch gefunden zu haben also bar jeder Erwartung auf möglichst eigenständiges, unabhängiges, ggf. gar sperriges (Kunst)Kino gefreut – und 88 Minuten später nur enttäuscht mit den Achseln gezuckt. Denn Lucía Vassallos vierte Regiearbeit wird in Deutschland zwar als „sinnlicher Mystery-Thriller“ verkauft, ist nur leider weder erotisch, noch mysteriös oder spannend – was eine leere Hülle von einem Film übrig lässt, welche der ansprechenden Präsentation und Vermarktung durch das exzellente Label „Donau Film“ leider so gar nicht gerecht wird.
 
 
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Das Bild einer nackten Frau, die im milchigen Wasser einer überlaufenden Badewanne liegt, ziert bereits das stimmungsvolle, ruhige Menü und wird nach den Opening Credits vor weißem Hintergrund, sowie langsam lauter plätscherndem, dann rauschendem Wasser fortgeführt: Blanca, eine junge Frau mit Albinismus, liegt nach diesem Vorfall im Koma. Clara, die Protagonistin von „Exquisite Corpse“, war früher ihre Liebhaberin und erfährt im Krankenhaus nun schockiert, dass Blanca vermutlich schwanger ist. Von nun an folgt der Film Clara, einer jungen Künstlerin die sich mit Jobs als Kellnerin oder Friseurin über Wasser hält, dabei, wie sie die Erinnerungen ihrer Beziehung mit Blanca aufarbeitet und neue Informationen über ihre Liebe erfährt. Was prinzipiell oft gesehen, aber in den richtigen Händen, mit den richtigen Offenbarungen und Wendungen, spannend klingt, dient nun leider nicht als Aufhänger für einen weiteren Storyverlauf mit neuen Konflikten, Zielen oder Charakteren, sondern stellt schon tatsächlich die gesamte Story dar – was mit tiefenpsychologischen Dialogen, verträumt-meditativer Arthouse-Inszenierung oder durch Partyszenen, Drogentrips, sexuelle Eskapaden und herausragend selbstzerstörerische Performances immer noch funktionieren würde, hier aber allzu banal abgetastet wird.
 
 
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Die Sexszenen könnte man als sinnlich bezeichnen, auch schreckt der Film nicht vor Nacktheit zurück, weder bereichern diese aber den Plot, noch werden sie je so explizit oder ausgewälzt, dass man von einem entscheidenden Faktor der Produktion reden könnte. Auch die Probleme der Beziehung, die wachsende Distanz und die Missverständnisse in der Kommunikation werden zwar realistisch gespielt und wahlweise ansprechend, oder im allzu generischen, lichtdurchfluteten Ikea- Look bebildert, doch rücken sie weder in den Mittelpunkt des Films, noch sind sie für sich genommen unterhaltsam. Es wird sich viel geküsst und viel Butoh getanzt, immer wieder entdeckt Clara neue Liebhaber von denen sie nichts wusste, doch wer auf einen späten Racheplot, eine überzeugende Selbstfindung oder einen Twist wartet, der wird bitter enttäuscht werden. Das wahre Mysterium an „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist im Endeffekt die fehlende Antwort auf die Frage, was hier erzählt, welche Art Zuschauer hier abgeholt werden sollte.
 
 
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Das ist umso frustrierender, da sowohl Schauspiel, Technik als auch Soundtrack immer wieder überzeugen können, oder gar gnädig stimmen – ich würde allzu gerne über den genauen Plot, die gestreiften Themen, die Relevanz der angesprochenen Laborforschung mit Oxytocin und Nagetieren diskutieren, doch von einer einzigen, schmerzhaft unpassenden und brutalen Szene abgesehen, bleibt es nach halbwegs neugierig machenden 30 Minuten zäh, langweilig und repetitiv. Das Finale liefert die mit ästhetischsten Einstellungen, interessantesten Ideen und besten Montagen des Films und hätte nicht zuletzt mit seiner Tanzchoreographie überzeugen können, wäre der Weg dahin nicht so fade. Wer langsamen Beziehungsdramen etwas abgewinnen kann, der darf dem durchaus gut aussehenden „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ eine Chance geben, doch allen anderen Genrefans
rate ich deutlich ab.
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist ein unterwältigendes Beziehungsdrama mit wenig Herausstellungsmerkmalen und unnötig langsamen Tempo.
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cadáver Exquisito; Argentinien 2021

Genre: Thriller, Drama, Erotik

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Exquisite Corpse – Dein schöner Körper [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine unmoralische Frau – Cosi fan tutte (1992)
 
Paprika – Ein Leben für die Liebe (1991)
 

Filmkritik: „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ (2019)

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EMINENCE HILL – DER TOD IST DIE ERLÖSUNG

(EMINENCE HILL)

Story

 
 
 
Ein paar Gesetzlose treffen in Eminence Hill auf ihren Verfolger, den Marshall und einen Kopfgeldjäger, um sich einen gnadenlosen Showdown zu liefern.

 
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Kritik

 
 
Der Western gehört zwar schon lange nicht mehr zu einem populären Genre, doch da bekannte Größen immer mal wieder einen neuen Western drehen, der dann meist auch hervorragende Kritiken erhält, ist das Genre noch lange nicht tot. Und wo es große Vorbilder gibt, da gibt es bekanntlicherweise auch kleinere Produktionen. Zu diesen gehört „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“, der sich zwar sichtbar bemüht, dem Zuschauer etwas bieten zu können, dem es im Endeffekt jedoch leider nicht gelingt.
 
 
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Royce hatte einen gesetzlosen Bruder, der zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Nun will er dafür Rache und zusammen mit seiner Gruppe macht sich Royce auf den Weg, um alle Geschworenen zu töten, die dafür verantwortlich waren, dass sein Bruder verurteilt wurde. Seine Mission ist eigentlich erledigt, da kidnappt er noch die Tochter seiner letzten Opfer und will sie an ein Bordell verkaufen. Nebenbei ist ihm ein Marshall mit einem ehemaligen Gang-Mitglied auf den Fersen und ein Kopfgeldjäger gesellt sich auch noch mit hinzu. In der abgelegenen Westernstadt Eminence Hill soll es zum großen Showdown kommen. Besonders viel zu bieten, hat die Story leider nicht, aber das soll für einen Western kein Todesurteil sein. In den primitiveren Beiträgen, von denen es jede Menge gibt, ging es eigentlich meistens um Rache und das ist auch hier der Fall, nur dass sich hier der Antagonist für etwas rächen möchte. Das Drehbuch kommt dabei zu selten auf den Punkt und schwafelt zu viel herum. Da werden unnötige Stationen eingebaut, die das Treiben lediglich strecken, ohne dabei etwas zum Gesamtpaket beitragen zu können. Das hätte man ruhig etwas fokussierter schreiben können, doch dann hätte „Eminence Hill“ noch weniger zu erzählen gehabt. Zwar möchte man hinterher noch ein paar Wendungen präsentieren, doch diese wirken unglaubwürdig und konstruiert.
 
 
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Der Film kann schon alleine deshalb nicht funktionieren, weil er für den Zuschauer keinerlei Identifikationsfiguren parat hält. Mit dem Marshall gibt es zwar eigentlich eine gute Figur, doch die ist dem Zuschauer von Anfang an egal. Auch mit Antihelden kann man punkten, doch dann müsste die Zeichnung markanter ausfallen. Royce ist ein langweiliger Antagonist und seine Truppe überzeugt auch nicht gerade. Das sind alles Charaktere, die man nach dem Film schon wieder vergessen hat, woran auch ein paar Wechsel in der Gut-Böse-Sichtweise nichts ändern können. Leider können die Darsteller da auch nichts reißen. Clint James ist passabel, fällt jedoch weder positiv, noch negativ auf. Owen Conway kauft man seine Rolle als Marshall nicht ab. Außerdem bekommt man es mit „Eminence Hill“ mal wieder mit einer ziemlichen Mogelpackung zu tun. Das Cover verspricht einem nämlich, dass es Barry Corbin und Lance Henriksen in den Hauptrollen zu sehen gibt. Beide bekleiden aber nur recht kleine Nebenrollen. Dabei hätten beide echt gut in den Film hineingepasst, aber sie sind sichtbar nur dabei, um ein paar Moneten zu verdienen. Mühe geben sie sich nämlich nicht großartig. Nur mit Dominique Swain hat man nicht ganz so dreist gelogen, denn sie ist öfter zu sehen und macht sich ganz okay.
 
 
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Wirft man einen Blick auf den Regisseur Robert Conway, wird schnell klar, weshalb „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ kein guter Film ist, denn der Mann hat z.B. gleich zwei „Krampus“-Werke verbrochen. Die handwerkliche Arbeit wirkt einfach zu billig. Zwar hat man die Western-Kulissen solide hinbekommen, doch es mangelt dem Werk an Atmosphäre, weil die Optik selten so richtige Western-Stimmung aufkommen lassen will. Meistens gibt es Szenen zu sehen, die auch in jeder anderen Zeit an jedem anderen Ort hätten spielen können. Da fehlte es eindeutig an Budget, doch leider wird dieser Umstand nicht mit Kreativität wieder wett gemacht. Überwiegend wird nämlich nur um den heißen Brei herumgeredet und die 100 Minuten Laufzeit ziehen sich ganz schön in die Länge. Ob es da eine Freigabe ab 18 Jahren gebraucht hätte, ist ebenfalls fraglich, denn es fließt zwar Blut, doch so explizit ist das selten und die Effekte sind auch eher bescheiden. Immerhin bietet das Finale noch etwas mehr Action, selbst wenn das nicht viel retten kann. Der Score ist leider ebenfalls langweilig und passt nicht zu einem Western.
 
 
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EMINENCE HILL – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ hört sich auf dem Papier reizvoll an, kann aber nicht ansatzweise halten, was er verspricht. So dümpelt die Handlung lange Zeit nur vor sich hin und kommt erst ganz zum Schluss auf den Punkt. Der namhafte Cast spielt auch nur eine kleine Rolle. Stattdessen übernehmen recht unbekannte Schauspieler die Hauptrollen, was sie nicht gerade begeisternd tun. Hinzu gesellt sich eine langweilige Figurenzeichnung und eine handwerklich ziemlich billige Arbeit. Die Western-Optik ist zwar passabel, aber die Atmosphäre ist eine Katastrophe. Der Unterhaltungswert ist gering, denn es passiert kaum etwas und nur das kurze Finale bietet noch ein wenig mehr Action. Mit einem solchen Werk macht man den Western sicherlich nicht wieder populärer und da wäre ein stumpfer, austauschbarer Actionfilm sogar reizvoller gewesen!
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eminence Hill; USA 2019

Genre: Western

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Original-Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.08.2021

 

Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Badland (2019)
 
The Kid – Der Pfad der Gesetzlosen (2019)
 

Filmkritik: „Medusa – Die Schlangenkönigin“ (2020)

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MEDUSA – DIE SCHLANGENKÖNIGIN

(MEDUSA – QUEEN OF THE SERPENTS)

Story

 
 
 
Eine Prostituierte wird von einer Schlange gebissen und entwickelt daraufhin unglaubliche Kräfte, doch diese haben ihren Preis.

 
 
 


 
 
 

MEDUSA – Kritik

 
 
Es ist löblich, wenn ein billiger Horrorfilm sich mal keine Zombies, Vampire oder Werwölfe als Vorbild nimmt und versucht, etwas relativ Eigenständiges zu kreieren. Es ist allerdings doof, wenn der Zuschauer davon nicht besonders viel mitbekommt. „Medusa – Die Schlangenkönigin“ besitzt einen reizvollen Ansatz, kann daraus jedoch überhaupt nichts machen.
 
 
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Carly ist Prostituierte in einer Wohnwagenanlage. Eigentlich wollte sie diesem Leben entkommen, doch sie schafft es einfach nicht und ist zudem drogenabhängig. Eines Tages wird Carly von einer Schlange gebissen und daraufhin erhält sie seltsame Visionen. Scheinbar verändert sich ihr Körper und damit bekommt Carly auch neue Fähigkeiten. Allerdings haben diese ihre Konsequenzen und scheinbar ist es zu spät, diese aufzuhalten.
Die Figur Medusa stammt aus der griechischen Mythologie und wurde natürlich schon für zahlreiche Fantasyfilme benutzt, aber eben selten für einen richtigen Horrorfilm. Deshalb erscheint diese Idee auch keineswegs ausgelutscht und man hätte daraus einen eigenständigen Film drehen können. Nur leider sieht das Drehbuch keinen großen Einsatz des mythologischen Vorbildes vor. Die Story wird quälend langsam vorgetragen und kommt kaum zur Sache. Wenn es dann endlich mal soweit ist, wurden die Ideen auch nicht gerade ansprechend umgesetzt. Leider ist die Handlung in dieser Form kaum brauchbar.
 
 
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Es ist allerdings auch nicht schwer zu erkennen, dass „Medusa – Die Schlangenkönigin“ massive Budget-Probleme besitzt und diese nicht kaschieren kann. Die Schauplätze könnten langweiliger kaum sein und der Horror wurde einfallslos umgesetzt. Einfach nur ein bisschen rotes Licht einzusetzen, bringt in dieser Variante wenig, wenn der Rest stinklangweilig ausschaut. Für Regisseur Matthew B.C. war dies der erste Langfilm und an der misslungenen Story schrieb er ebenfalls mit. Der Inszenierung fällt nicht viel ein, was sie aus den simplen Mitteln herausholen könnte. Das ist zuweilen noch ganz erträglich gestaltet, aber eben viel zu unspektakulär.
 
 
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Das größte Problem, welches daraus entsteht, ist ein vernichtend geringer Unterhaltungswert. Bis es zum Biss kommt, vergeht schon mal das erste Drittel. Das wäre als Einleitung okay gewesen, doch danach tritt man immer noch nicht aufs Gaspedal. Bis es endlich mal zum richtigen Horror kommt, ist schon fast eine Stunde Laufzeit vergangen. Zuvor fühlt man sich eher wie in einem Sozialdrama, welches allerdings auch nicht funktioniert. Das ist alles zu trocken gestaltet. Wenn dann mal etwas geschieht, ist dies gar nicht mal so schlecht gestaltet. Da gibt es z.B. ein paar Effekte zu betrachten, die besser aussehen, als man erwarten dürfte. Viel sollte man davon allerdings nicht erwarten und das Cover mit dem 18er-Sticker sollte einen auch nicht täuschen, denn „Medusa – Die Schlangenkönigin“ ist eigentlich ab 16 Jahren freigegeben. Das passt, denn blutig wird es echt nur selten. Das letzte Drittel lässt immerhin noch ein wenig Unterhaltung aufkommen, doch da ist es eigentlich viel zu spät und der Score klingt auch völlig lustlos.
 
 
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Dass man hier nun mit keinen guten Darstellerleistungen zu rechnen braucht, sollte keine große Überraschung sein. Megan Purvis bleibt in ihrer Hauptrolle doch reichlich limitiert. Kein Schauspieler stört so richtig und die deutsche Synchronisation kann man sich ebenfalls gefallen lassen, aber in Erinnerung werden diese Leistungen sicher nicht bleiben und aufwerten können sie „Medusa – Die Schlangenkönigin“ auch nicht. Dafür ist dann auch die Figurenzeichnung viel zu lahm ausgefallen. Über die Hintergründe von Carly erfährt der Zuschauer nichts und deshalb lässt einen die Figur völlig kalt. Somit kann das mit dem Sozialdrama-Elementen ebenfalls nichts werden und einfach jeder Charakter ist schrecklich belanglos.
 
 
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MEDUSA – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Medusa – Die Schlangenkönigin“ ist eine langweilige Angelegenheit geworden. Aus der simplen Grundidee hätte man durchaus etwas machen können, wenn man sich mehr auf die Figur Medusa fokussiert hätte. Stattdessen hört der Zuschauer allerdings viel mehr endlos langen Dialogen zu und die Schauplätze sehen zudem dermaßen öde aus, dass weder Audio noch Optik hier Freude bereiten. Die Darsteller agieren schwach, die Figurenzeichnung ist belanglos und die Inszenierung taugt nicht viel. Außerdem ist der Unterhaltungswert viel zu gering, weil einfach kaum etwas geschieht. Die wenigen Horrorszenen sind tatsächlich ganz passabel gestaltet, nur hätte es von diesen eben deutlich mehr gebraucht. Im Endeffekt ist „Medusa – Die Schlangenkönigin“ nicht ärgerlich schlecht, aber nicht zu gebrauchen, weil er nichts zu bieten hat!
 
 


 
 
 

MEDUSA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Medusa – Die Schlangenkönigin“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Weil sich aber auf der Heimkinoveröffentlichung diverse Trailer von Filmen befinden, die von der FSK höher eingestuft wurden, hat die Blu-ray/DVD einen roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

MEDUSA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Medusa: Queen of the Serpents; Großbritannien 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray selbst wegen Bonus: FSK18

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Original + deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 06.08.2021

 

Medusa – Die Schlangenkönigin [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MEDUSA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Biss der Schlangenfrau (1988)
 
Avanaida – Todesbiss der Satansviper (1983)