Filmkritik: „African Kung-Fu Nazis“ (2020)

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AFRICAN KUNG-FU NAZIS

Story

 
 
 
Hitler hat den Zweiten Weltkrieg sehr wohl überlebt und sich nach Ghana abgesetzt, wo er mit einer Armee von Kung-Fu-Kämpfern erneut die Weltmacht anstrebt.

 
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Kritik

 
 
Wenn man billigen Trash an den Zuschauer bringen will, funktioniert das am ehesten mit einem guten Titel. „African Kung-Fu Nazis“ wird aber sicherlich nur die härtesten Trash-Fans ansprechen. Eigentlich weiß man bei dem Titel schon genau, was man zu erwarten hat. Das Resultat ist albern und doof, allerdings gar nicht mal so mies, wie zu erwarten war.
 
 
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Adolf Hitler hat den Zweiten Weltkrieg zwar verloren, aber Selbstmord, wie es uns die Geschichtsbücher erklären, kommt für ihn gar nicht in Frage. Zusammen mit Hideki Tojo und Göring setzt er sich in Ghana ab und erlernt Kung-Fu. Außerdem verhindert die Blutfahne den Alterungsprozess. Hitler formt sich eine Super-Armee aus Kung-Fu-Kämpfern, die alle im Bann der Blutfahne sind. Als er eines Tages ein Turnier plant, um Ghana völlig einzunehmen, stößt Hitler allerdings auf den jungen Kämpfer Horst, der die Hoffnung des Landes sein soll. Das klingt völlig bescheuert und das ist es auch. Allerdings bleibt die Story doch enorm harmlos und man darf diesen Schwachsinn überhaupt nicht ernst nehmen. Wenn einem das gelingt, wird man mit ein paar witzigen Ideen belohnt. So ist das Wortspiel „Ghan-Arier“ gar nicht mal schlecht und auch sonst hatte man ein paar Einfälle, wie z.B. ein Auto-Sarg. Insgesamt bietet das Drehbuch für volle Filmlänge trotzdem etwas zu wenig, denn der Handlungsstrang um das Turnier ist reichlich fad. Zwar verwurstet man da noch Dinge wie die Drunken-Master-Technik, aber hat man sich an den Wahnsinn erst mal gewöhnt, dann wird es zeitweise ziemlich lahm.
 
 
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Der deutsche Regisseur Sebastian Stein, von dem auch die Idee stammte, drehte „African Kung-Fu Nazis“ zusammen mit dem ghanaischen Regisseur Samuel K. Nkansah. Gedreht wurde in Ghana und das Budget betrug gerade mal 20.000 Dollar. Daraus hat man ingesamt schon etwas gemacht, wobei man natürlich sagen muss, dass man es mit einem sehr billigen Streifen zu tun hat. Die Kulissen sind um Abwechslung bemüht, machen aber meist nicht viel her und optisch hat der Film einfach nicht besonders viel zu bieten. Wer jetzt aufgrund des Kampfturniers mit toller Action rechnet, kann nur verlieren, wobei man sagen muss, dass man in diesem Bereich mit deutlich weniger rechnen hätte dürfen. Die meisten Kämpfe sind zwar relativ langweilig umgesetzt, besitzen aber wenigstens eine Choreographie und die Darsteller besitzen teilweise auch akrobatische Fähigkeiten, so dass man aus handwerklicher Sicht gar nicht mal so viel meckern kann – zumindest nicht bei dieser Preisklasse. Die Inszenierung ist soweit ebenfalls in Ordnung, nicht sehr hochwertig, aber auch nicht zu holprig und so sind tatsächlich ein paar Qualitäten vorhanden. In den Effekten stecken diese jedoch sicherlich nicht. Wer auf Splatter hofft, wird allgemein enttäuscht sein, denn davon gibt es nicht viel und wenn mal Blut spritzt, stammt dieses fast immer sehr sichtbar aus dem Computer.
 
 
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Was besonders für Trash-Fans reizvoll sein könnte, ist die deutsche Synchronisation, denn diese kommt im Schnodderdeutsch daher. Man hat den Protagonisten aus Ghana einfach jeden erdenklichen Dialekt aus Deutschland verpasst und das Ergebnis ist echt skurril. Tatsächlich sorgt das in Verbindung mit den doofen Sprüchen für ein paar Schmunzler, aber auch dieser Stil nutzt sich mit der Zeit ab. Allgemein ist auf Komödien-Ebene nicht viel zu holen, aber manche Dinge sind so behämmert, dass sie schon etwas Spaß machen. Eine kürzere Laufzeit hätte „African Kung-Fu Nazis“ allerdings gut getan. Das Szenario eignet sich besser für einen halbstündigen Kurzfilm und hätte als solcher vielleicht Kult-Status erreichen können. Besonders im mittleren Teil gibt es nämlich einige Längen und wenn im langen Finale ein Kampf an den anderen gereiht wird, ist das auch nicht besonders aufregend. Trotzdem muss man sagen, dass der Unterhaltungswert alles in einem in Ordnung ist und man sich nicht zu viel langweilen muss.
 
 
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Zu den Darstellern kann man nicht besonders viele lobende Worte verlieren, wobei vor allen Dingen die Besetzung aus Ghana zu den positiveren Momenten gehört. So funktioniert Elisha Okeyere als Hauptfigur Horst sogar noch ganz solide. Sebastian Stein, der sich selbst die Rolle des Adolf Hitlers gab, ist allerdings eine Zumutung. Er spielt das mit dermaßen viel Overacting, dass einem wirklich die Freude vergeht und auch manch anderer Darsteller übertreibt so hemmungslos, dass man selbst bei Troma-Produktionen von bodenständig sprechen kann. Score und Soundtrack hören sich etwas billiger an, funktionieren soweit aber ganz solide.
 
 

 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„African Kung-Fu Nazis“ ist ein kindlich-naiver, sehr alberner, aber auch sehr harmloser Quatschfilm, der wohl lediglich Trash-Fans ansprechen wird. Doch auch diese müssen den richtigen Humor mit sich bringen, um daran Freude zu haben. Gerade die ulkige, deutsche Synchronisation und ein paar schön blöde Einfälle sorgen für ein bisschen Spaß, aber das reicht leider nicht aus, um über 84 Minuten Laufzeit gut unterhalten zu werden. Manche Darsteller gehen einen mächtig auf die Nerven und die billigen Effekte sehen absolut nicht gut aus. Dafür ist das aus handwerklicher Sicht erträglich gestaltet und ein Teil der Action sieht gar nicht mal so schlecht choreographiert aus. Für eine Empfehlung reicht das nicht aus, doch wer einen speziellen Geschmack besitzt, es gerne billiger hat und auf albernen Humor abfährt, kann „African Kung-Fu Nazis“ durchaus mal eine Chance geben. Es hätte schlimmer kommen können!
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „African Kung Fu Nazis“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Sammler kurioser Filme können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook – auf 2000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: African Kung Fu Nazis; Deutschland | Ghana | Japan 2000

Genre: Action, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch, Japanisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Mediabook

Extras: Blooper, Grußbotschaften von Cast & Crew, Deleted Screnes, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet, 100 Minuten Making of Doku (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel)

Release-Termin: KeepCase: 04.01.2021 | Mediabook: 06.11.2020

 

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AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Iron Sky (2012)
 
Mortal Kombat (1995)
 
Bloodfight (1989)
 

Filmkritik: „Reborn“ (2018)

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REBORN

Story

 
 
 
In „Reborn“ erfahren wir was passiert, wenn eine Totgeburt von einem Psychopathen aufgezogen wird und an ihrem sechzehnten Geburtstag mehr über ihre Vergangenheit wissen will.

 
 
 


 
 
 

REBORN – Kritik

 
 
Paranormale Fähigkeiten haben es natürlich besonders dem Horrorbereich schon immer sehr angetan. Einer der größten Klassiker in diesem Bereich kam wohl 1976 heraus, nämlich die Romanverfilmung von „Carrie“. Seitdem versuchen sich immer mal wieder Filmchen an Figuren, die eine übernatürliche Begabung haben. So auch „Reborn“, dem allerdings kaum etwas einfällt, was ihm eine Daseinsberechtigung verschaffen würde.
 
 
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Tess landet als Totgeburt im Leichenschauhaus. Hier arbeitet ein Psychopath mit Vorliebe für Leichen. Als plötzlich ein mächtiges Gewitter anbricht, wird die kleine Tess wie durch Zauberhand wieder lebendig. Der Irre nimmt sie daraufhin mit nach Hause und zieht sie auf. Sechzehn Jahre später hat Tess Fragen über ihre Herkunft und sie muss bald feststellen, dass sie auch im Besitz einiger Fähigkeiten ist. Aber ob sie diese für den guten Zweck einsetzt auf der Suche nach ihrer Mutter, ist eher fraglich. Dass die Story nicht besonders viel zu erzählen hat und keineswegs originell erscheint, lässt sich noch am ehesten verzeihen, denn gut geklaut ist manchmal eben doch besser, als schlecht selber ausgedacht. Leider wirkt das Drehbuch in „Reborn“ aber enorm konstruiert und ziemlich hölzern. Man kauft dem Werk seine Geschichte einfach nicht richtig ab. Außerdem ist das Szenario arg vorhersehbar, so dass der Zuschauer sich stets denken kann, was als nächstes geschieht und damit auch immer Recht behält.
 
 
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Das raubt vor allen Dingen Spannung. Obwohl „Reborn“ nur 77 Minuten (mit Abspann) lang ist, zieht er sich spätestens in der zweiten Hälfte ganz schön in die Länge. Hier ist aber auch wirklich kaum etwas los. Die flotte Einleitung geht dabei noch in Ordnung und danach kann man kurz die Hoffnung haben, dass man die Fähigkeiten von Tess für Action nutzen wird, aber der Bodycount bleibt erschreckend gering und mehr als sich von einem lahmen Mord zum nächsten zu hangeln, geschieht hier nicht. Abgesehen davon, dass Tess nur Dinge mit Strom steuern kann, ist ihre Begabung nun auch nichts Neues, aber es wird sowieso viel zu selten Gebrauch davon gemacht. Scheinbar versteht sich das Ganze auch fast mehr als Drama und so kommt es zu vielen ruhigen Szenen, in denen es um die Mutter geht. Wäre das nicht alles so platt und unglaubwürdig, hätte es funktionieren können, aber die Drama-Anteile sind eher misslungen, weil man überhaupt keinen Draht zu den Charakteren erhält. Die Figurenzeichnung ist einfach nur konstruiert und wirkt als Mittel zum Zweck, was sie ja nun mal auch ist. Das Finale hält ebenfalls keine Highlights parat und so muss man sich überwiegend langweilen. Wer es gerne etwas blutiger hat, wird enttäuscht sein, denn die Morde sind sehr harmlos und besitzen leider keine so guten Effekte.
 
 
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Nun hat man es trotzdem nicht mit einer Totalkatastrophe zu tun, denn „Reborn“ besitzt tatsächlich ein paar Qualitäten. So überzeugt schon mal die Optik und aus handwerklicher Sicht ist das Produkt sogar ganz gut zu gebrauchen. Man sieht zwar, dass nicht so viel Geld zur Verfügung stand, aber die Inszenierung von Julian Richards ist an manchen Stellen ambitioniert und allgemein sieht der Film ganz schick aus. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Scream Queen Barbara Crampton übernimmt eine überraschend große Rolle, gibt sich nicht zu viel Mühe, agiert aber auf einem passablen Niveau. Auch über Kayleigh Gilbert kann man nicht so viel meckern, denn eine solche Rolle kann man wesentlich mieser spielen. Mit Michael Paré ist noch ein bekannter Name mit dabei, aber er hat hier nur die Rolle des unnötigen Polizisten erhalten und kann daraus nun wirklich nichts machen. Die restliche Anzahl der Darsteller ist sehr überschaubar und hier wird sonst nicht viel verlangt.
 
 


 
 
 

REBORN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Reborn“ wäre solide gewesen, wenn er nicht so ereignislos daher käme. Die Story ist zwar ausgelutscht und das Drehbuch nicht gut geschrieben, doch gerade weil die Inszenierung passabel ist und die Darsteller (samt anhörbarer, deutscher Synchronisation) nicht zu negativ auffallen, hätte man daraus etwas machen können. Es passiert nur leider fast nichts, das Drama ist unglaubwürdig und die paar Morde machen kaum einen Horrorfilm daraus. Etwas mehr Action, mehr Gewalt und allgemein höhere Schauwerte wären nicht verkehrt gewesen. So bekommt man einen ziemlich lustlosen Versuch „Carrie“ mit „Der Feuerteufel“ zu paaren, der zwar noch deutlich schlechter hätte ausfallen können, für den man aber leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.
 
 


 
 
 

REBORN – Zensur

 
 
 
„Reborn“ erschien in Deutschland ungeprüft auf Blu-ray und DVD im Mediabook. Sollte dennoch irgendwann mal eine FSK-geprüfte Filmveröffentlichung erscheinen, dürfte „Reborn“ ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

REBORN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover B- auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Reborn; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-of Synchro, Trailer, Slideshow, Film auf DVD und 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 04.12.2020

 

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REBORN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Der Feuerteufel (1984)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Dark Touch (2013)
 

Filmkritik: „Invasion Planet Earth – Sie kommen!“ (2019)

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INVASION PLANET EARTH – SIE KOMMEN!

(INVASION PLANET EARTH)

Story

 
 
 
Die Aliens sind wieder da und machen es der Menschheit schwer. Aber was steckt hinter ihren Plänen?

 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Kritik

 
 
Wenn nicht gerade Zombies, Werwölfe, maskierte Killer, Vampire, Tiere oder Mumien den Menschen nach dem Leben trachten, sind es höchstwahrscheinlich mal wieder die Außerirdischen. Wenn sich dann noch billige Effekte hinzu gesellen, ist die nächste Totalkatastrophe nicht weit. Im Falle von „Invasion Planet Earth“ wäre das jedoch etwas gemein, denn Regisseur Simon Cox hatte es wirklich nicht leicht. Bereits 1999 fingen seine Pläne für diesen Film an. Vier Jahre später war das Skript fertig, doch da niemand das Projekt finanzieren wollte, musste Cox per Crowdfunding Geld aufbringen. Dieses reichte aber nicht aus und erst viele Jahre später kam es doch noch dazu, dass Cox seinen Film beenden konnte. So gesehen stecken also knapp zwei Jahrzehnte Zeit in diesem Projekt und das bedeutet zwangsläufig viel Herzblut. Wirklich verreißen, mag man ein solches Werk kaum, aber man muss halt auch ehrlich sein. Und die Wahrheit ist: Selbst wenn man „Invasion Planet Earth“ das Herzblut von Cox anmerkt, besitzt der Film zu viele Fehler, um als gut zu gelten.
 
 
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Der Arzt Tom hat eine schreckliche Vergangenheit, denn seine kleine Tochter ist gestorben. Nun ist seine Frau allerdings wieder schwanger und so scheint es voran zu gehen. Bis Tom eines Tages von einem Lichtstrahl getroffen wird und sich in einem Ufo befindet. Die Außerirdischen kommen und sie greifen die Welt an, aber sind sie wirklich nur auf Zerstörung aus oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Die Story ist ambitioniert und im Kern nicht schlecht, wird aber leider ziemlich schlecht vorgetragen. Vielleicht war es Absicht, die Geschichte so wirr und konfus aufzubauen, doch wirklich profitieren kann der Film davon nicht. Die Grundidee ist nun auch nicht unbedingt völlig neu, aber Cox lenkt den Zuschauer schön auf die falsche Fährte und am Ende ist dieses Drehbuch nicht verkehrt, nur wird es eben verkehrt präsentiert.
 
 
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Das fängt schon bei den ganzen seltsamen Traumsequenzen an. Sobald Tom von den Aliens entführt wurde (was übrigens auch etwas zu lange dauert), entsteht ein mittlerer Teil, der fast nur aus verschiedenen Visionen besteht. Als Zuschauer verliert man da gerne mal den Überblick. Viel schlimmer ist aber noch, dass dies scheinbar nur die Laufzeit strecken soll, denn wirklich von Belang ist dieser Mittelteil nicht. Man kann ihn skippen, ohne etwas verpasst zu haben. Der Unterhaltungswert macht es einem da auch nicht gerade leicht. Eigentlich wird erst das letzte Drittel solide. Da kommt es nämlich endlich mal zu etwas Action und das lange, ziemlich ruhige Ende enttäuscht dann wenigstens nicht, weil die Wendung ganz gut platziert wurde.
 
 
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Wenn man überlegt mit welch bescheidenen Mitteln Simon Cox seinen Film realisieren musste, kann sich „Invasion Planet Earth“ aber sogar halbwegs sehen lassen. Einen Science-Fiction-Film mit nahezu keinem Budget umzusetzen, ist ein mutiges Projekt. Deshalb darf man sich über billige Computer-Effekte nun auch nicht wundern. Diese bekommt man allerdings auch in Streifen geboten, die deutlich mehr Budget zur Verfügung haben und in Anbetracht dessen, sieht das hier sogar noch halbwegs akzeptabel aus. Selbstbewusstsein besitzt Cox jedenfalls, wenn er trotzdem eine Schlacht präsentiert. Aus handwerklicher Sicht ist das definitiv unterdurchschnittlich, aber man durfte im billigen Bereich sicher schon Schlimmeres betrachten.
 
 
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Zu den Darstellern kann man kaum lobende Worte verlieren, was nun aber auch kaum verblüffen dürfte. Simon Haycock ist als Hauptdarsteller mit einem zugekniffenen Auge gerade noch so okay. Es gibt tatsächlich ziemlich viele Darsteller zu sehen. Ein paar fallen kaum auf, manche spielen aber auch auffällig mies. Die Figurenzeichnung funktioniert lediglich bei Hauptfigur Tom ein wenig. Sein Hintergrund ist zwar alles andere als originell, passt soweit aber gut zur Geschichte. Alle anderen wirken belanglos und Sympathien kommen hier keine auf. Sowieso mangelt es an Spannung und es ist zu lange zu wenig los.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Invasion Planet Earth“ wirkt auf jeden Fall wie der nächste, billig und schnell heruntergedrehte Sci-Fi-Klopper, der für den Sender TELE 5 konzipiert zu sein scheint, aber wenn man die Entstehungsgeschichte kennt, wird man dem Werk damit nicht ganz gerecht. Besser wird der Film dadurch zwar nicht unbedingt, aber man kann ein paar Punkte weniger streng beurteilen. Auf jeden Fall besitzt die Handlung gute Ideen, die nur nicht sonderlich gut verpackt wurden. Die Inszenierung ist sogar noch passabel, wobei die handwerkliche Arbeit eher schlecht ist. Trotzdem kann man mit den Effekten leben, wenn man eben weiß, dass hier so gut wie kein Budget zur Verfügung stand. Unter diesen Umständen sind auch die Darsteller noch fast erträglich und das letzte Drittel ist dann gar nicht so verkehrt. Nur zuvor herrscht überwiegend gähnende Langeweile. Eine Empfehlung gibt es dafür nicht, aber einen kompletten Verriss ebenfalls nicht.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Invasion Planet Earth“ ist mit ihrer FSK12-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Invasion Planet Earth; Frankreich | Großbritannien 2019

Genre: Mystery, Abenteuer, Action, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Invasion Planet Earth – Sie kommen! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Arrival – Die Ankunft (1996)
 
Krieg der Welten (2005)
 
Independence Day (1996)
 
Krieg der Welten 2 – Die nächste Angriffswelle (2008)
 

Filmkritik: „Death House“ (1986)

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DEATH HOUSE

(SORORITY HOUSE MASSACRE)

Story

 
 
 
Ein Mann tötet Studentinnen mit einem Messer.

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Kritik

 
 
Zur Mitte der 2000er hin, als meine Horrorfilmfaszination gerade so richtig begonnen hatte und ich, im jungen Teeniealter, auch noch generell einfacher zu beeindrucken war, hatte eine kleine Animation es mir sehr angetan, in dem ein hockeymaskentragender, macheteschwingender Smiley einem unbekannten-Standardsmiley hinterhergerannt ist. Grund für meine Euphorie war nicht nur die süße Animation selber, sondern die Beobachtung, hier die Quiessenz des „Standardslashers“ gefunden zu haben, ein 2-sekündiger, ewig vor sich hin spielender Loop generischer Opfer, die vor ebenso generischen, maskierten Killern wegrennen. Mit „Camp Blood“ glaube ich, war es, bin ich dieser Idee des absolut unmotivierten Fließbandslashers, den man perfekt nur mit diesem Smiley beschreiben könnte, ohne wichtige Details auszusparen, dann relativ nah gekommen – doch nun, 12 Jahre später, schein ich mit „Sorority House Massacre“ einen weiteren Kandiaten gefunden zu haben, der sich mit seiner tausendmal besser sowie schlechter gesehenen Bierdeckelsynopsis ideal anbietet, die Kritik möglichst kurz zu halten. (Anmerkung des Autor: Vergesst den Satz.)
 
 
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Der bei uns als „Death House“ verkaufte Slasher ist dabei nämlich nicht in den späten Sechzigern oder frühen Siebzigern verstanden und somit als Proto-Slasher oder Genre-Blaupause zu verstehen, nicht als rabiate, genreshiftende Giallo-Krimi-Thriller-Erfahrung die ihrer Zeit voraus war, sondern stammt aus dem Jahre 1986, als ein Gros der Genre-Formulare längst etabliert war und eine Welle, den ikonsichen Werken der Zeit nachahmender Billigproduktionen im Wochentakt auf den Markt geworfen wurden. In dieser Welle dürfte dann auch Carol Franks einziger Langfilm erschienen sein, der knackig-kurze 74 Minuten mit Abspann lang sein bestes tut, schnell wieder vergessen zu werden. Denn während einige dieser minimalistischen und oftmals vorhersehbaren oder trashigen Werke ihren ganz eigenen Charme, Wahnsinn oder Betrachtungsgrund mit sich bringen, so ist „Death House“ allenfalls im Detail inspiriert oder eigensinnig zu nennen.
 
 
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Anfänglich wissen die bedeutungsschwangeren Synthesizer und Glockenspiele vor der bedrohlich beleuchteten Studentenverbindung vielleicht noch zu gefallen, mit der Zeit plätschert der Soundtrack aber immer unpassender und belangloser vor sich hin. Die surrealen, fast schon an Argento oder Fulci erinnernden Traumszenen mit leeren Puppengesichtern und aus der Decke sickerndem Blut haben sich auch eingeprägt, werden aber zu redundant immer und immer wieder in den Film geschnitten, was bisweilen an eine schwache Kopie der Nightmare on Elm Street-Filme erinnert, gerade wenn der Killer seine Waffe – ein Messer, wie herausstechend – durch Objekte drückt oder aus dem Nichts auftauchen lässt. So originell oder gewitzt wie Kruegers perfide Missetaten sind die Sequenzen dabei freilich nie. Auch die unmarkierten Schnitte zwischen Psychiatrie und Studentenverbindung sind als netter Kniff zu verstehen und erfordern Aufmerksamkeit, die teils sogar mit interessanten Match Cuts oder Versuchen derer belohnt wird, doch schnell realisiert der Zuschauer dass es auch eben keinen Clou, kein Whodunnit, keine weiteren Charaktere oder Rätselspannungen mehr geben wird, sondern der Film sich einfach nur mit dem Grundprinzip eines messerstechenden, lahmen Typen zufrieden gibt, der seine größtenteils wehr- und charakterlosen Opfer umbringt.
 
 
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Die Backstory könnte dabei generischer nicht mehr sein, die Dialoge sind erträglich, aber nicht sonderlich ertragreich. POV-Aufnahmen des Killers wurden spannender und atmosphärischer in Black Christmas, kunstvoller in diversen Gialli Jahre zuvor inszeniert, die Mode in diesem Film gehört mit zu den schreiend hässlichsten Flickenresten, die je aus den Tiefen der 80s-Mottenhölle geborgen wurden, bevor eine ganze Reihe an Outfits zum Glück das selektive Gedächtnis der Kollektivnostalgie verlassen durfte. Der dilletantische Ausbruch aus der Psychiatrie ist reichlich lächerlich inszeniert, da unser wortloser Killer am hellichten Tag über den scheinbar unbewachten Vorhof rennt und über den Zaun klettert, als sei dies sein täglich Brot. Der übernatürliche angehauchte Teil der Geschichte wird nie relevant, die klischeehafte Motivation des Killers wird in einem Nebensatz abgespeist und der einzig nennenswert brutale Effekt ist wenige Minuten vor Ende zu sehen.
 
 
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Als guilty pleasure trashig-amüsant wird der Film allenfalls in einer Montagesequenz zu abartig schmalziger E-Gitarren und Saxophonmusik, in der unsere Hauptdarstellerinnen Outfits anprobieren und wir natürlich alle davon halbnackt sehen dürfen, bis auf unser tugendtreueres Final Girl, das mit den paar Krümmelchen Plot zu kämpfen hat. In diesen Szenen, spezifisch wenn später über phallische Symbole und Traumdeutung diskutiert wird, wirkt der Film überraschend selbstreflektiert und seiner Generik bewusst, doch zur Parodie oder ernsthaften Dekonstruktion des Genres reicht es offensichtlich nie. Dass jede dieser jungen Damen auch einen abgestimmten Konterpart aus der Highschool-Stereotypkiste abbekommt überrascht zu diesem Zeitpunkt wohl niemanden mehr, so darf also auch der zahnspangen- und brilletragende Obernerd mit der Klinge in Kontakt kommen, natürlich nicht ohne vorher für mindestens einen Fake-Scare zu sorgen.
 
 
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Gute 50 der 74 Minuten kommen fast ohne Kills oder akute Bedrohung für unsere Protagonisten aus, Füllerszenen sowohl in der Psychiatrie als auch im Verbindungshaus, nur leider bis auf die anfänglichen Traumszenen und die ein oder andere Nacktheit keine, die auch nur Genre-Ansprüchen gerecht werden. Durch die kurze Laufzeit und teilweise solides Schauspiel, eine handvoll nette Bilder und weil der Film nichts generell falsch macht, kann sich „Sorority House Massacre“ noch auf eine knapp unterdurchschnittliche Erfahrung für Slasherfans und -allesgucker retten, doch einen derart vergessenswerten, belanglosen und unmotivierten Beitrag durfte ich zuletzt nur bei aktuellen Produktionen beäugen.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Sehr kurzer, trotzdem langweiliger Slasher nach Schema F, für Puristen oder Menschen die noch nie einen solchen Film gesehen haben. Nicht weit davon weg, einfach in 2D Strichmännchen zu animieren, die sich umbringen. Durch anfängliches Unbehagen und einen halbwegs stimmigen Cast noch knappe.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Zensur

 
 
 
„Sorority House Massacre“ oder „Death House“ erschien in Amerika auf VHS ungeschnitten. Leider wurde auf DVD und Blu-ray nur eine geschnittene Fassung veröffentlicht, die knapp elf Minuten vermissen lässt. Das entfernte Material beinhaltete hauptsächliche Handlungsszenen. Eine kurze Gewaltszene war auch dabei. Auf dieser Fassung basiert nun auch die deutsche Blu-ray. Zwar wird auf dem Cover mit „100% Uncut“ geworben. Das stimmt so aber nicht. Auch der deutschen HD-Fassung fehlen offenbar knapp 11 Minuten Filmmaterial! Das betrifft alle bisherigen deutschen Blu-ray-Releases des Slashers.
 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (KeepCase Blu-ray – Erstauflage)

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(c) Centurio Entertainment (KeepCase Blu-ray – Zweitauflage)

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(c) CMV Laservision (Mediabook mit DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sorority House Massacre; USA 1986

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 74 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Entfernte Szenen, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 09.03.2018 | KeepCase – Erstauflage: 23.02.2018 | KeepCase – Zweitauflage: 30.10.2020

 

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DEATH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV LASERVISION | Centurio Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Goodnight – Die Nacht, als Knecht Blutbrecht kam (1980)
 
Communion – Messe des Grauens (1975)
 
Madhouse – Party des Schreckens (1980)
 
Examen (1981)
 

Filmkritik: „Grand Isle – Mörderische Falle“ (2019)

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GRAND ISLE – MÖRDERISCHE FALLE

(GRAND ISLE)

Story

 
 
 
Während ein Hurrikan wütet, entsteht für den jungen Vater Buddy besonders im Haus von Walter eine große Gefahr, denn der Mann ist wahnsinnig und niemand kann ahnen, was für ein Spiel in „Grand Isle“ eigentlich gespielt wird.

 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Kritik

 
 
Nicolas Cage dreht auch weiterhin fleißig Filme, um seine Schulden abzubezahlen. Die Qualität der Streifen ist dabei nicht wichtig, aber unter all den Gurken befindet sich manchmal ja auch eine echte Perle. „Grand Isle – Mörderische Falle“ gehört leider nicht dazu. Cage darf sich noch als kleines Highlight bezeichnen lassen, der Rest plätschert belanglos vor sich hin.
 
 
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Im Jahr 1988 muss der gerade erst Vater gewordene Buddy sehen, wie er an Geld kommt, um seine Familie zu versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass sein Baby gerade ernsthaft krank geworden ist. Da bietet sich eine gute Gelegenheit beim ominösen Walter, der gerne seinen Zaun repariert haben möchte. Doch der Zeitdruck ist groß, weil ein Hurrikan angesagt wurde. Buddy schafft es nicht rechtzeitig und muss dann bei Walter und seiner Frau Fancy übernachten. Während sie sich scheinbar in den jungen Burschen verguckt, dreht Walter mehr und mehr durch und im Keller lauert ein düsteres Geheimnis. Das Drehbuch hätte gut sein können, wenn es nicht so lustlos wirken würde. Es gelingt „Grand Isle“ einfach nicht, den Zuschauer für die Geschichte zu interessieren. Da man so ein großes Geheimnis um die Auflösung macht, ist das allerdings überhaupt nicht förderlich. Lange Zeit kann man nicht wissen, was sich dort abspielt, bis sich hinterher Indizien vermehren. Der Twist haut dann sicher nicht vom Hocker, ist aber noch ganz okay. Nur wirken die zahlreichen Elemente hier allgemein sehr ungenutzt. Dass es nebenbei noch etwas Kriegs-Kritik gibt, geht völlig unter und so kann man wohl behaupten, dass hier Potenzial verschenkt wurde.
 
 
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Sowieso wirkt der Film erstaunlich unentschlossen und macht einfach nichts aus seiner Prämisse. Dass sich das Geschehen in den Südstaaten im Jahre 1988 abspielen soll, bemerkt man als Zuschauer schon mal überhaupt nicht. Und dass man hier eigentlich ein recht breites Spektrum an Atmosphäre bedient, leider ebenfalls nicht. So ist „Grand Isle“ am ehesten ein Thriller, der aber auch das Horror-Genre ein wenig bedient und ab und zu etwas an Mystery erinnert. Letztendlich gibt es auch eine gute Portion Drama mit dazu, nur gehen diese ganzen Elemente ziemlich unter. Das liegt allerdings am ehesten an der Langsamkeit. Fast die gesamte erste Hälfte über geschieht fast nichts, was die Story irgendwie vorantreiben würde. Obwohl viel gesagt wird, wird eben doch nichts gesagt und selbst wenn das mit seiner lockeren Art und Weise manchmal sympathisch wirkt, beginnt man sich alsbald etwas zu langweilen. Wenn hinterher das Tempo angezogen wird und es mehrere Wendungen gibt, entsteht leider auch kaum Spannung, aber wenigstens ist dann etwas mehr los. Trotzdem sind die knapp 100 Minuten Laufzeit zu ereignislos und somit kann man hier von keinem guten Unterhaltungswert sprechen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht mag das passabel gestaltet sein, aber die Inszenierung wirkt zu beliebig. Große Ambitionen scheinen nicht hinter „Grand Isle“ gesteckt zu haben, denn das Ergebnis ist dafür einfach zu lustlos. Wenigstens sind die Darsteller aber noch ganz brauchbar. Nicolas Cage wirkt anfangs ebenfalls etwas lustlos, darf hinterher aber gewohnt souverän den Psychopathen mimen und seine obligatorischen Ausraster fehlen zum Glück ebenfalls nicht. KaDee Strickland ist nicht schlecht und bringt ein wenig Sexappeal mit ins Geschehen. Nur Luke Benward geht als reiner Milchbubi etwas unter. Die Figurenzeichnung hätte, so wie die Geschichte selbst, Potenzial gehabt und manchmal möchte man wirklich gerne etwas mehr über die seltsamen Charaktere erfahren. Leider jedoch zu selten. Die Dreiecks-Beziehung wirkt zu selten markant und am Ende bedient man auch nur wieder Klischees, die nicht sonderlich sympathisch erscheinen.

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Grand Isle – Mörderische Falle“ hätte auf jeden Fall das Zeug zu einem besseren Film gehabt, denn die Zutaten sind gut, nur hat man aus diesen einfach viel zu wenig gemacht. So wirkt die mysteriöse Geschichte von Anfang an zu uninteressant, die Figuren bleiben im Endeffekt zu nichtssagend und die Inszenierung wirkt doch ziemlich gelangweilt. Das ist handwerklich zwar okay gemacht und besitzt brauchbare Darsteller, hat aber so gut wie keinerlei Highlights zu bieten. Nicht alles daran ist völlig langweilig, aber Spannung sieht definitiv anders aus und die eigentlich vielseitige Atmosphäre wird auch ziemlich verschenkt. Das Resultat ist nicht ärgerlich, aber nicht empfehlenswert!
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Grand Isle – Mörderische Falle“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grand Isle; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 15.10.2020

 

Grand Isle – Mörderische Falle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Burning Speed (2019)
 
A Score to Settle (2019)
 

Filmkritik: „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ (2019)

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THE FINAL LEVEL: FLUCHT AUS RANCALA – SPIEL UM DEIN LEBEN

(THE FINAL LEVEL: ESCAPING RANCALA)

Story

 
 
 
Drei (zufällig allesamt hübsche und gerne knapp bekleidete) Freundinnen wollen eine Arcade-Halle neu eröffnen und leiten, entdecken dabei aber die übernatürlichen Kräfte ihres mysteriösesten Dinosaurerspiels…

 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Kritik

 
 
Eine Review, deren Vorwort ich möglichst kurz halten kann: Denn man muss als Filmfan jeglicher Gengregattung schon unter einem Stein gelebt haben, um innerhalb der letzten 23 Jahre noch nicht über ein Werk der Mockbuster-Trashschmiede „The Asylum“ gestolpert zu sein, deren CGI-reichen B- bis Z-Movies die internationalen, gerne nämlich auch deutschen, Filmregale mit kuriosen Attraktivitäten füllen, die zwischen augenzwinkernder Trashunterhaltung und unerträglicher Langeweile schwanken. So bekommt jeder halbwegs im Genrebereich bewährte, oder industrieintern empfohlene Regisseur hier ein nettes Minibudget für seine möglichst an aktuelle Blockbuster angelehnten Trashwerke, die entweder dank pompös-übertriebener Cover vom nichtswissenden Filmfan gekauft werden, oder, in den letzten Jahren und mit steigendem Bekanntheitsgrad der Filmproduktionsgesellschaft wohl immer häufiger, gar dediziert vom Action und Kurzweil suchendem Asylum-Fan.
 
 
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Ein relativ aktuelles Beispiel dafür ist „The Final Level: Escaping Rancala“, der zeitgleich mit „Jumanji – The Next Level“ erschienen ist und von dem amerikanischen Regisseur, Schreiberling, Schauspieler und Produzent Canyon Prince in die Welt geschickt wurde, der sich als Regisseur vorher wohl mit mehreren Serienfolgen sowie dem durchaus gelobten Indiedrama „Hard Sun“ beweisen konnte. Erfrischend motiviert oder talentiert wirkt dieser Film hier aber deswegen noch lange nicht, was sich in 2,9 Punkten auf der imdb ausdrückt – blinder Hass versnobter, frustrierter Käufer die einen High-Budget „Jumanji“ erwartet haben, oder ein gerechtfertigtes Urteil? Finden wir es heraus:
 
 
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„10 years ago“, so informiert uns eine Texttafel, gehen zwei grottig gespielte, junge Geschwister in eine Arcade-Halle und witzeln noch herum „Don’t make me come get you!“, haha, doch zu dem Zeitpunkt ist „Jake“ natürlich längst durch das mysteriöse Spiel „Rancala“ aus der Realität gesogen worden, das zudem seinen Namen kannte. Das CGI stimmt auf die folgenden 85 Minuten Trash ein, das Intro fährt mit Retro Polygon Synthwave-Ästhetik, Datenwellen und Chiptunebeat auf, bevor wir 3 Mädels bei der Eröffnung ihrer „Retrowave Bar“ treffen, mit dem Konzept „Geek meets chic“ – natürlich genau die Location aus dem Intro, nur jetzt 10 Jahre später, inzwischen pleite, immer noch mit den selben Automaten ausgestattet. Auch wenn der Smalltalk erträglich bleibt und der Film sehr schnell zu Potte kommt, wird schnell offensichtlich dass die drei Hauptdarstellerinnen Emily Sweet, Jessica Chancellor und Tiana Tuttle alle eher für ihre Optik und Physik gecastet wurden, denn für ihr Talent. Da alle nicht spielen können, kommt zwischenzeitig durchaus sowas wie eine Chemie auf, trotzdem war es eher die Vorfreude auf das folgende Spektakel, die die ersten ~20 Minuten getragen hat.
 
 
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In der Arcadehalle geht das gesamte Licht aus und nur Rancala geht an, Jake ist noch immer als Player 1 eingeloggt, der Synthiesoundtrack startet. Relativ aus dem Nichts fangen jetzt alle noch an ein paar Shots Whisky zu kippen, bevor sie auch auf den dicken Knopf drücken und sich durch After Effects in eine andere Welt teleportieren lassen – die natürlich direkt am Strand startet, inklusive Outfitwechsel und Nahaufnahmen feuchter Décolletés. Ein einzelner, ungelenk am Strand zappelnder CGI-Hai lässt Genrefans nun direkt wohlig warm ums Herz werden, während Protagonistinnen sowie Zuschauer per Einblendung darüber informiert werden, dass wir uns in „Level 1“ befinden. Ein Mann im gelben Regenanzug rennt panisch vor etwas weg und informiert unsere ausnahmelos hübsche, junge und halbnackte Gruppe über die Spielregeln, „Jumanji“ scheint in der Filmwelt nämlich nicht zu existieren: Hier die Holokarte, da der magische Rucksack, verschiedene Teile der Karte haben verchiedene Gebiete, jedes einen Boss, besiegt den Endboss und holt eucht Jake, Feierabend. Ungefähr so komplex bleibt es im weiteren Verlauf dann auch, was den Film allerdings nicht davon abhält, in absolut nichtssagenden Dialogen auf dem Weg der Mission repetitiv durchzukauen, welche marginal geplante, simple Aufgabe unsere Heldinnen als nächstes zu bewältigen haben. Zeit für Backstories, Charaktertiefe oder generell anspruchvolles Writing wäre hier gegeben, Dialog dreht sich aber wirklich ausschließlich im Kreis sowie um die gleichen zwei Themen.
 
 
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Aber ich schweife ab, denn der auf dem Backcover der Blu-ray angeteuerte Sharknado, der unvermittelt mit seiner PS1-Animation in diesen Film kracht, stellt als erster Boss tatsächlich das Trash- und Kurzweiligkeits-Highlight dar, wird aber auch ähnlich absurd schnell abgefrühstückt, wie er aufgetaucht ist. Dafür, dass laut des Regenanzugtypen alles auf der Insel versucht, einen umzubringen, wird nun relativ plump und wenig taktisch Station nach Station abgelaufen, bis es zur Konfrontation kommt. Wären diese stets so durchgeknallt kreativ, wie der per Explosionsleuchtkugel eliminierte Sharknado zu Beginn, könnte man gar von einem erfrischend spaßigem Film sprechen, doch leider bleibt bis auf die teils malerische Umgebung und die teils immerhin halbwegs sinnvollen Outfits der Hauptdarstellerinnen alles beim gleichen von Level zu Level. Und so bestehen die Konfrontationen, sei es gegen einen fetten Neckbeard mit Rangeroutfit und Laserknarre oder tausendmal in genau diesem Design gesehene, nie genauer erklärte Kultisten/bad guys, stets aus wirklich langweilig und schlecht choreographierten Nahkämpfen mit nervigen Leuchteffekten und dem immer gleichen Sound, die weder lustig noch brutal oder spannend sind.
 
 
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Ein unerwarteter Kill erklärt recht amüsant die „Jeder hat 3 Leben-Regel“, auch gibt es später in den „Dark Woods“ ein punktuell überraschend atmosphärisches Setdesign und wirkliche Langeweile will zwischen ansprechenden Umgebungsaufnahmen, Kills mit Wilhelm-Scream und schlecht getricksten Speed-Upgrades mit Unschärfe und peinlichem Videospieleffekt auch nicht aufkommen – doch unironisch, also auch nur als nicht zu belächelnde, sondern schlichtweg unterhaltsame Kost, passt hier nur ziemlich wenig.
 
 
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Die Requisiten sehen meistens aus wie aus dem Halloweenfest eines Vergnügungsparks, Trash-Highlight ist definitiv die grauenhafte Performance von Taylor Behrens, der als König ganz furchtbar gequält versucht seinen Catchphrase „Because I am the king!“ möglichst laut in die Kamera zu brüllen und dabei von den Darstellern ähnlich verdutzte Reaktionen erntet, wie vom Zuschauer. Nach dieser amüsanten Performance folgt nur leider der Tiefpunkt des Films, da eine genau jetzt etablierte Gefangene nun noch in einer ewigen Dialogszene, die wirklich nicht enden möchte, viel zu spät versucht eine Backstory und Erklärung zu liefern, die wirklich niemanden interessiert. Das überstanden, wird man nun immerhin mit einer netten 2,5D-Actionszene „belohnt“, die das Beat-em-up/Brawler-Genre annehmbar adaptiert und an eine schlechtere Version von Kung Fury erinnert – Standardkost der 2000er auf Youtube, hier das Finale des Films. Trotz Mortal Kombat-Anspielung bleibt es dabei natürlich erneut harmlos und unblutig, eine weitere viel zu lange Dialogsszene mit Backstory und ein paar CGI-Flammen, dann werden sowohl Charaktere und Zuschauer wieder in die normale Welt entlassen, nicht ohne kurz vor den Credits aber noch ein sehr merkwürdig spezifisches und unausgereiftes Konzept zu präsentieren, für das man sich noch ein letztes Mal verwundert an den Kopf fassen kann.
 
 
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Was bleibt zu dieser Fließband-Asylum-Standardproduktion noch groß zu sagen? Es gibt schlechtere sowie bessere Werke der Jungs und Mädels, ich habe mich schon deutlich schlimmer gelangweilt, – wenn auch selten so sehr, wie bei der endlosen Erklärbärszene im dritten Akt – aber auch schon deutlich besser unterhalten gefühlt. Der Cast ist hübsch aber wahlweise untalentiert oder nie gefördert, die Entscheidungen sind teils merkwürdig und abstrus, in einer Welt von 6-Headed-Shark-Attacks etc. aber nicht weiter der Rede wert. Weder für den reinen Trash, noch die Action und Kurzweil, noch den groben „Parodie“ bzw. „Kopie“-Gehalt zum Original, noch für die Erotik oder Obskurität kann ich „The Final Level“ wirklich empfehlen, aber Asylum-Sammler oder Trash-Fans haben sicherlich schon deutlich anstrengendere, beleidigendere und langweiligere Filme ertragen müssen. Hübsch beleuchtete Aufnahmen der farbenfrohen Arcade-Halle vertrösteten dabei mehr, würde der Film nicht größtenteils in nichtssagenden Wäldern und an generischen Stränden spielen.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hirnloser Low-Budget-Jumanji-Abklatsch mit etwas Eyecandy und ein paar amüsant wilden Ideen. Unterdurchschnittlich, aber nicht weiter enervierend.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ wurde von der FSK in der ungeschnittenen Fassung mit einer FSK16 freigegeben. Trash-Filmfans und Liebhaber von The-Asylum-Gurken können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Final Level: Escaping Rancala; USA 2019

Genre: Action, Trash, Abenteuer, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.05.2020

 

The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Stay Alive (2006)
 
2-Headed Shark Attack (2012)
 
6-Headed Shark Attack (2018)
 

Filmkritik: „The Jack In The Box – Es lebt“ (2019)

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THE JACK IN THE BOX – ES LEBT

(THE JACK IN THE BOX)

Story

 
 
 

Spieluhr des Grauens. In einem Spielzeug haust ein boshafter Dämon, der mal wieder der Menschheit nichts Gutes will.

 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmemacher, die wiederholen eigene Erfolgsrezepte wieder und wieder. Da hat man mit einem Film gut Kasse gemacht und flink inszeniert man einen weiteren Streifen nach ähnlichem Aufbau. Der Brite LAWRENCE FOWLER scheint so ein Kandidat zu sein. 2018 mutete er den Zuschauern mit CONJURING OF THE WITCH’S DOLL so einiges zu. Darin wurde von einer lebensgroßen Puppe berichtet, die ein schauriges Eigenleben führte. Das Ergebnis: Puppen-Horror für den Videomarkt auf Amateur-Niveau ohne nennenswerte Höhepunkte, der dazu auch noch stinklangweilig war. Der Filmtrailer und die Bewertung auf IMDB sprechen natürlich Bände. Demzufolge mutet es schon beinahe fahrlässig an, dass der Filmemacher sein ermüdendes Gruselprinzip gleich noch mal für seinen Folgefilm anwendet. THE JACK IN THE BOX nennt sich das Ganze und ist bei genauerer Betrachtung eine Kopie des Vorgängers mit dem Unterschied, dass die Puppe gegen eine Spieldose ausgetauscht wurde. Da fragt man sich berechtigterweise, warum der liebe Herrgott nicht Erbarmen mit allen Horrorfilm-Fans gehabt hat. Doch wir sind zur Stelle und übernehmen die Rolle der Geschmackspolizei zum Schutze aller Genre-Liebhaber.
 
 
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Eine mysteriöse Spieluhr bringt nur Unglück. Deshalb landet sie um Zuge einer Haushaltsauflösung in einem Museum, wo neben alter Militärausrüstung auch antikes Spielzeug ausgestellt wird. Für den engagierten Museumsangestellten Casey eine phänomenale Entdeckung. Der ist für das seltene Fundstück gleich Feuer und Flamme und versucht mehr über die Box herauszufinden. Doch wie es im Horrorfilm nun mal so ist, entpuppen sich geheimnisvolle Gegenstände oft als unglücksbringende Grußbotschaften direkt aus der Hölle. Genau von dort kommt jene Spieluhr, um die sich die Geschehnisse in THE JACK IN THE BOX drehen. Im Inneren versteckt sich nämlich ein als Clown getarnter Dämon, der Jagd auf ahnungslose Menschen macht. Der will sich sechs menschliche Seelen krallen und dabei gleichzeitig Chaos stiften. Doch Antiquitäten-Liebhaber Casey kommt den Fiesling auf die Schliche. Der tut alles daran, dem Bösen das Handwerk zu legen und riskiert dabei Kopf und Kragen.
 
 
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Passt irgendwie nicht mehr in die heutige Zeit. Der britische THE JACK IN THE BOX ist einer dieser Filme, der zu Videotheken-Zeiten ganz gut gelaufen wäre. Er erinnert an die günstigen Produktionen aus der Mache von Produzent und Regisseur CHARLES BAND, der sich Ende der 1980er und während der 1990er mit der Herstellung von B-Filmen ein goldenes Näschen verdiente. Davon genießen heute sogar einige Kultstatus. Darunter trashiger Puppen-Spaß wie PUPPET MASTER, DEMONIC TOYS oder GHOULIES, über die heutige Horrorfilm-Fans wohl eher lachen, statt sich davor zu fürchten. Genau dieses Schicksal dürfte auch THE JACK IN THE BOX ereilen, der sich zu ernst nimmt und mit allen Mitteln dagegen sträubt, nicht in die Trash-Schublade gesteckt zu werden. Da wird vehement auf möglichst schaurige Ausleuchtung geachtet, das Schauspiel bewegt sich auf ordentlichem Niveau und auch bei der akustischen Untermalung lässt THE JACK IN THE BOX nicht darauf schließen, dass hier wohl alles zum Spartarif inszeniert werden musste.
 
 
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Was THE JACK IN THE BOX aber albern erscheinen lässt und somit zwangsläufig zum Trash-Blödsinn deklariert ist die Tatsache, dass starr dreinschauende Clown-Puppen und Statisten, die sich in Ganzkörper-Monsterkostüme quetschen, im Jahr 2020 nicht mehr gruselig sind. Mit diesen Taschenspielertricks versucht THE JACK IN THE BOX Albträume zu bescheren. Wir sehen, wie die Figur einer Spieluhr ab und an unbemerkt ihren steifen Holzkopf bewegt. Wow, spooky. Nähert sich ein Opfer zu offensiv der Spielbox, krabbelt ein schmächtiger Clown-Dämon aus seinem Versteck und macht mit der Beute kurzen Prozess. Blutig wird es nur selten. Die Kamera blendet schnell weg, wenn es für die Gewaltfraktion endlich mal interessant wird. Spätestens jetzt macht sich das fehlende Budget bemerkbar.
 
 
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Regisseur LAWRENCE FOWLER eifert nach. Der war wohl vom Erfolg des Low-Budget-Splatters TERRIFIER so entzückt, dass er schnell selbst Clown-Horror fürs Heimkino geschrieben und inszeniert hat. Zwar ist hier alles wie in den 1980ern Handarbeit, aber wirklich herausragend ist THE JACK IN THE BOX zu keiner Minute. Was gezeigt wird, befindet sich trick- und handlungstechnisch auf ähnlichem Level wie jüngste Puppen-Schnarcher. Darunter zählen Filme mit wohlklingenden Vornamen wie ROBERT oder ANNA genauso wie die Schlaftablette DOLLS – SCHAU HIN ODER STIRB. Alles schnell und lieblos abgedrehte Low-Budget-Gurken, die immer nach ähnlichem Konzept aufgebaut wurden. Da laufen keine Puppen à la CHUCKY durchs Bild. Statt bemerkenswerte Animatronik, liebenswertes Stop-Motion oder gar professionelles CGI einzusetzen, bringt man den Zuschauer mit dilettantischen Effekten zum Gähnen. Da machen es sich Puppen auf Schaukelstühlen gemütlich, um anschließend ihre Pupillen hektisch hin- und her zu bewegen. Oder man sieht Leichen am Boden liegen, neben denen die starrblickenden Spielkameraden bewegungslos sitzen. Mit so belangloser Tricktechnik lockt man selbst Zehnjährige nicht hinterm Ofen hervor. Für Puppen-Horror der im Gedächtnis haften soll, braucht man mittlerweile mehr als nur bunt angemaltes Holz.
 
 
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THE JACK IN THE BOX – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Puppen-Horror meets Clown-Terror. Klingt eigentlich nach vielversprechender Genre-Unterhaltung. Ist es aber nicht wirklich. Nach den erfolgreichen Neuverfilmungen von ES und CHILD’S PLAY war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf den Trichter kam, die Rezepturen beider Kassenhits irgendwie in einem Film zu verwursteln. Das Ergebnis ist Low-Budget-Quatsch ohne Überraschungen. Simple Prämisse, simple Ausführung. In einer Spieluhr haust ein Dämon. Die Verläufe sind wenig originell. Ein paar Protagonisten sterben, bis jemand dahinter kommt, dass das Spielzeug für das Sterben verantwortlich ist. Nun gilt es den Übeltäter aufzuhalten. Mit genau gleicher Handlung vertreiben sich gefühlt mehrere zehntausend B-Horror-Schnarcher die Zeit. Weil sich die Spezialeffekte außerdem auf Trash-Niveau bewegen und oftmals unfreiwillig komisch wirken, dürfte THE JACK IN THE BOX zum heiß ersehnten Kandidaten für eine Ausstrahlung auf SchleFaZ werden lassen.
 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Zensur

 
 
 
THE JACK IN THE BOX hat kaum Gewalt zu bieten. Ein Kehlenschnitt gibt es zu sehen. Der Rest besteht eher aus Gruselmomenten. Meist blendet die Kamera weg, wenn Gewalt passiert. Daher hat THE JACK IN THE BOX problemlos eine FSK16 erhalten. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jack in the Box; Großbritannien 2019

Genre: Horror | Mystery | Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: Keepcase: 23.10.2020

 

Jack in the Box – ES lebt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von 4Digital Media | Up A Notch Productions | Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlin
 
Robert – Die Puppe des Teufels (2015)
 
Robert 2 – Die Rückkehr der Teufelspuppe (2016)
 
Amityville – Das Böse stirbt nie (1996)
 

Filmkritik: „You Die: Get the App, Then Die“ (2018)

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YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE

Story

 
 
 

Die eigentlich lebensfrohe Asia verfällt in Panik, als sie mitbekommt, dass jemand eine mysteriöse App auf ihr Telefon gespielt hat, die den baldigen Tod bringen wird.

 
 
 


 
 
 

YOU DIE – Kritik

 
 
 
Neue Technologien verlangen neue Horrorfilme. Eine derer nennt sich Smartphone und gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Alltags. Kaum eine Minute vergeht, ohne das man nicht einen Blick aufs Mobiltelefon wirft. Da werden Nachrichten gelesen, in Dating-Apps gestöbert oder sinnfreie Youtube-Videos geschaut – der unverzichtbare Begleiter bietet Kurzweil ohne Grenzen. Doch je einfacher Handyanwendungen in der Handhabe auch werden, umso leichtsinniger wird man mit deren Umgang. Da werden bedenkenlos Spiele und Programme aus App-Stores geladen ohne dabei Konsequenzen zu bedenken. Viele derer beinhalten Viren oder Schadprogramme. Einmal auf dem Handy ist der Ärger groß. Unseriöse Programmierer sind nämlich auf persönliche Daten aus. Die versuchen durch eigentlich witzige Erweiterungen an Kreditkartendaten oder Bankkonten von Nutzern installierter Apps zu kommen. Eine Tatsache, die die Heldin des folgenden Films wohl lieber in Kauf genommen hätte, als das, was ihr durch Leichtsinn in YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE passiert.
 
 
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Asia heißt die Gute und wollte sich eigentlich nur mit zwei Freunden einen netten Filmabend machen. Doch eine seltsame Begegnung im Supermarkt um die Ecke wirft schaurige Schatten voraus. Dort wird sie nämlich von einem Fremden angesprochen, der um das Telefon bittet, weil er einer Bekannten eine SMS schreiben möchte. Eine Entscheidung, die unserer Heldin zum Verhängnis wird. Die gibt bedenkenlos das Smartphone aus der Hand, ahnt aber nicht, dass der Fremde ihre eine Todesapp auf das Handy spielt. Nun bekommt Asia regelmäßig Anrufe von einem Programm namens „You Die“, das nicht nur dafür sorgt, dass die Mittzwanzigerin plötzlich Geister sieht. Ein Todescountdown lässt darauf schließen, dass nach 24 Stunden etwas Schlimmes passieren wird. Ganz Unrecht hat Asia mit ihrer Vorahnung nicht. Die verfällt in Paranoia, weil ihre Lebenszeit schwindet. Da heißt es nun: Lösungen finden. Zusammen mit Freunden versucht sie daher hinter das Geheimnis der App zu kommen, um den eigenen Todescountdown stoppen zu können.
 
 
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Horror aus Italien, der sich einer Thematik bedient, die frisch ist und kreative Möglichkeiten bietet, dem Zuschauer schlaflose Nächte zu bereiten. Doch alles weit weg von charmant. YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE ist ein einfältiges Filmchen mit Geister- und Found-Footage-Elementen, das nichts mit seiner unverbrauchten Idee anzufangen weiß. Die Verläufe sind vorhersehbar und bedienen sich altbekannten Horrorfilmregeln, welche bereits auch schon bei den vielen RING-Filmen aus Fernost auf Zelluloid gebannt wurden. Ein Todescountdown und grausige Gestalten, die für Angst und Schrecken sorgen sollen. Klingt nach einer sicheren Bank, ist aber im Falle von YOU DIE ein langweiliges Unterfangen, das sich zieht wie Kaugummi.
 
 
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Wir sehen, wie eine junge Frau permanent Anrufe von einem mysteriösen Handyprogramm erhält, die als Vorboten für die immer gleichen Schreckmomente dienen sollen. Jump-Scares hat diese italienische Produktion aber auch dringend nötig. Während unsere Hauptdarstellerin mit ihren Ängsten überall auf Unverständnis stößt, weil sie Dinge sieht, die andere nicht sehen können, verrennt sich der Film in eine Schleife immer wieder gleicher Abläufe. Paranoia, Anruf, Schreckmoment. Paranoia, Anruf, Schreckmomente. Da stellt sich eine gewisse Monotonie ein und dem Zuschauer werden die Augen schwer. So reißen billige Schocks immer wieder aus dem Dämmerschlaf und lassen schnell zur Erkenntnis kommen, dass man nichts verpasst, wenn man YOU DIE nicht gesehen hat.
 
 
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YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE ist kein herausragender Gruseltrip. Zwar machen einige Make-up-Effekte was her, die fies entstellte Protagonisten zeigen, welche es nicht geschafft haben, das Rätsel der Software vor Ablauf des Countdowns zu lösen. Dass allein macht das Kraut aber nicht fett und lässt in der Vergangenheit schwelgen, wo italienische Horrorfilme – wie SUSPIRIA oder CANNIBAL HOLOCAUST – sichere Garanten für potenzielle Kultfilme waren. YOU DIE erinnert stark in der Machart an den kürzlich erschienenen COUNTDOWN. Dieser ist zwar auch keine Sternstunde des Horrorkinos, besitzt aber Drive. Darin wird der Zuschauer durch einen konventionellen Film gehetzt, der mit extravaganten Todesmomenten im Stile eines FINAL DESTINATION für Abwechslung sorgt. Von Extravaganz ist YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE dagegen weit entfernt. Der Film baut immer nur kurze Spannungsfragmente auf und versucht erst gar nicht Wege zu finden, um den Spannungsbogen halten zu können. Das Ergebnis: Ein Schnarcher vor dem Herrn, der so schnell aus den Köpfen verschwunden sein wird, ehe man bis drei zählen kann.
 
 


 
 
 

YOU DIE – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Das ist alles nur geklaut – ejo, ejo. Für den Gruselfilm YOU DIE zeichnen drei (!) Regisseure verantwortlich. ALESSANDRO ANTONACI, DANIEL LASCAR und STEFANO MANDALA stecken hinter YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE und zeigen eindrucksvoll, dass zu viele Köche den Brei verderben können. Die Ereignisse plätschern behäbig dahin und wirklich gruselig will es partout nicht werden. Statt zu gruseln, wird das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert. Im Film selbst klingelt nämlich ständig das Telefon. Damit will sich die diabolische App zu Wort melden, die im Fokus dieser italienischen Produktion liegt. Leider nervt der etwas andere Bösewicht mit seinem ständigen Geklingel so ziemlich früh, was durch unkoordinierten Einsatz von zu lauten Jump-Scares zusätzlich verstärkt wird. YOU DIE besitzt wohl eines der unoriginellsten Drehbücher des Filmjahres 2020 und klaut frech bei Genre-Hits wie RING, SHUTTER und diversen asiatischen Gruselkandidaten. Viele eigene Ideen werden nicht mitgebracht. Stattdessen wird geklaut, kopiert und nachgemacht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher besser nach etwas anderem suchen sollten, mit dem sie ihr Geld verdienen wollen. Wer als ambitionierter Filmemacher weder Kreativität beweist noch eigene Ideen besitzt, sollte keine Horrorfilme mehr drehen. Letztere entpuppen sich häufig als Kopien weitaus besserer Filme. Mit solchen Methoden schwindet die Leidenschaft zum Horror allmählich. Wo sind die kreativen Schocker mit Hirn, deren Verläufe man nicht kommen sieht?
 
 
 


 
 
 

YOU DIE – Zensur

 
 
 
YOU DIE: GET THE APP, THEN DIE hat wenig Gewaltmomente zu bieten. Der Film bietet eher lautet Schreckmomente, als blutiges Gemetzel. Hierzulande dürfte da mit Sicherheit eine FSK16 drin sein.
 
 
 


 
 
 

YOU DIE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Dark Sky Films )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Countdown (2019)
 
Killer App (2017)
 
Bedeviled – Das Böse geht online (2016)
 

Filmkritik: „The Dawn“ (2019)

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THE DAWN

Story

 
 
 

Eine junge Nonne wird in einem Kloster mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Kritik

 
 
 
Manchmal ist die bisherige Leistung eines Filmschaffenden Warnung genug. Regisseur BRANDON SLAGLE begann seine Laufbahn im Filmgeschäft als Schauspieler in zahlreichen Spielfilmen und TV-Serien. Irgendwann wechselte er die Fronten und wurde hauptberuflich Regisseur von teils selbstfinanzierten Low-Budget-Produktionen. Obwohl Slagle bisher mit kleinem Geld fleißig Filme am Fließband inszeniert hat, blieb die Anerkennung aus. Ein Grund hierfür könnte mangelte Qualität sein. Hat man nämlich Horrorstreifen mit klangvollen Titelkreationen wie THE BLACK DAHLIA HAUNTING oder HOUSE OF MANSON gesehen, ist schnell der Spaß vorbei, wenn man den Namen BRANDON SLAGLE im Abspann liest. Dem Filmemacher fehlt das Talent im Schreiben von Drehbüchern und dem Inszenieren von Filmen. Fast alle Filme aus der Mache des Regisseurs waren unterdurchschnittlich. Eine Tatsache mit der auch THE DAWN den Zuschauer quält.
 
 
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Darin geht es um die kleine Rose, die irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ansehen muss, wie der Vater im Wahn die Familie abschlachtete. Der kam traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurück und wurde von mysteriösen Stimmen heimgesucht, die zum Massaker an Frau und Kindern anstifteten. Nur Rose überlebte das Verbrechen und wird als Vollwaise in ein Kloster geschickt. Einige Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine junge Frau geworden. Die soll endlich das letzte Gelübde ablegen, um offiziell Nonne zu werden. Doch Selbstzweifel und Ressentiments gegenüber ihrem Vater veranlassen zum Zögern. Da passieren auf einmal seltsame Dinge. Rose wird von schrecklichen Visionen geplagt und macht plötzlich ebenfalls Bekanntschaft mit den gleichen Stimmen, die einst den Vater um den Verstand gebracht haben. Ein Schelm, wer hierbei denkt, dass sich die Ereignisse von damals ein weiteres Mal ereignen werden.
 
 
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THE DAWN ist so etwas, das man eine ästhetische Mogelpackung nennt. Set und Kamerafahrten sind ganz atmosphärisch. Doch innerhalb glanzvoller Optik befindet sich gähnende Langeweile. Regisseur BRANDON SLAGLE wagt mit diesem Okkult-Schnarcher einen Ausflug in Exorzisten-Fach und bedient sich dabei jedem Klischee dieses Subgenres. Eine Frau macht vermeintlich übernatürliche Erfahrungen und muss sich dafür im finalen Akt einer Teufelsaustreibung unterziehen – mit allem Drum und Dran. Bis dahin sollen zusammenhangslose Visionen für Verwirrung stiften und den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken. Wird Rose etwa von unverarbeiteten Erinnerungen aus der Kindheit geplagt, die ihr Kopfkino anwerfen und den Albtraum von einst noch einmal ablaufen lassen? Oder ist die Heldin doch von bösen Mächten besessen, die zu schrecklichen Taten verleiten? Ja, ja – die Antwort darauf spannt vermutlich einige Leser hier auf die Folter. Wir können aber schon einmal versichern, dass Regisseur BRANDON SLAGLE den Weg des geringsten Widerstandes geht. Das bedeutet: Einfach gestrickte Kinounterhaltung ohne Umwege.
 
 
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Weitaus schlimmer als die totgefilmte und vorhersehbare Handlung ist die Talentlosigkeit der meisten Schauspieler. Was hier an desaströsem Laientheater zugemutet wird, geht auf keine Kuhhaut. Offenbar hat man ein paar Statisten vom Supermarkt auf das Set gekarrt, ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, auf dem einige Zeilen standen, die abgelesen werden sollten. Einzig Hauptdarstellerin DEVANNY PINN (aus SATANIC) ist ganz ertragbar. Die spielte bisher in einige Filme von Regisseur BRANDON SLAGLE mit. Offenbar war die Rolle in THE DAWN für sie ein Freundschaftsdienst. Am gut durchdachten Drehbuch (*hust*) kann es nicht gelegen haben.
 
 
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THE DAWN – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Fängt an wie THE AMITYVILLE HORROR und endet wie DER EXORZIST. THE DAWN ist ein behäbig erzählter Gruselfilm, mit langsamen Kamerafahrten und schläfrig machendem Drehbuch. Die unnötig aufgeblasenen Dialoge strengen an, Laienschauspiel strapaziert die Geduld und der übertrieben epische Soundtrack passt zwar zur immerhin atmosphärischen Kulisse, mutet aber aufgrund der semiprofessionellen Inszenierung lächerlich an. Wirklich spannend wird THE DAWN zu keiner Minute. Die Geschichte dümpelt auf der Stelle und kommt nicht in die Pötte. Nee, langweilige Filme braucht niemand. Daher an dieser Stelle auch keine positive Bewertung.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Zensur

 
 
 
THE DAWN ist ein harmloser Vertreter des Exorzismus-Horrors. Gleich zu Beginn schlägt ein Protagonist mehrfach mit einer Waffe auf sein Opfer ein. Der Angriff wird nicht detailliert gezeigt, sondern nur angedeutet. Später sticht eine andere Protagonistin mehrfach mit einem spitzen Gegenstand auf einen Beichtvater ein. Auch dort sieht man nicht sonderlich viel. Hierzulande dürfte THE DAWN problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Vertical Entertainment | Kaleidoscope Film Distribution | Jaguar Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Verónica – Spiel mit dem Teufel (2017)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Convent (2018)
 

Filmkritik: „Fright Fest“ (2018)

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FRIGHT FEST

(AMERICAN FRIGHT FEST)

Story

 
 
 

Zwei entlaufende Psychopathen machen sich auf zu einer verlassenen Psychiatrie, die soeben in eine Halloween-Attraktion umfunktioniert wird. Was die dort wollen, kann man sich ausmalen.

 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Horror-Produktion, die meint, dass die zugrunde liegende Idee zum Film neu und innovativ sei. FRIGHT FEST gehört zu dieser Art Streifen, die wir in letzter Zeit so ziemlich oft hier auf FILMCHECKER besprochen haben. In diesen Filmen werden meist Häuser, Scheunen und verlassenen Krankenhäuser in Spukattraktionen umfunktioniert, die mutige Besucher an Halloween das Fürchten lehren sollen. Doch der Spaß ist nicht von langer Dauer. In der Regel mischt sich unbemerkt ein Killer unter die Gäste und richtet ein Blutbad an. Weil innerhalb der Spukhäuser geschrien und gerannt wird, bemerkt niemand, dass einige Leichen nicht aus Latex, sondern echt sind. Das sorgt für manch spaßigen Moment – vor allem auch deshalb, weil Gäste über blutige Gewaltspäße applaudieren, ohne zu ahnen, dass vor ihren Augen soeben ein Mensch abgeschlachtet wird. Ein Running Gag, der im Falle von FRIGHT FEST etwas zu häufig eingesetzt wird. Irgendwann ist’s nicht mehr lustig – interessiert aber Regisseur ANTE NOVAKOVIC wenig. Der zieht sein Ding durch, kümmert sich nicht um die Belange seines Publikums und liefert DEN Horror-Schnarcher des Jahres 2018 ab. So etwas muss man erst mal schaffen.
 
 
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In der Kleinstadt Sommerton, Pennsylvania versucht ein Bürgermeister verzweifelt einen Weg zu finden, Stimmen für die Wiederwahl zu gewinnen. Da kommt er auf eine ganz besondere Idee. Er macht aus einer verlassenen Irrenanstalt eine aufwendige Halloween-Attraktion in der man sich mal wieder so richtig erschrecken lassen kann. Hierbei soll ein ehemaliger Regisseur schauriger Horrorfilme die Leitung übernehmen. Doch Spencer Crowe (DYLAN WALSH) ist schon lange aus der Übung und hatte seit vier Jahren keinen bezahlten Auftritt mehr. Nicht ohne Grund. Alkohol nennt sich der neue beste Freund, der den einst gefeierten Filmemacher in so manch prekäre Situation gebracht hat. Die lässt auch in FRIGHT FEST nicht lang auf sich warten. Im Suff streift Crowe einen Transporter, baut einen Unfall und begeht Fahrerflucht. Doch die Strafe folgt auf dem Fuß. Bei den Insassen des gerammten Transporters handelt es sich um gefährliche Häftlinge, die aus dem Unfallwagen entkommen können und sich nun den Weg in die Freiheit bahnen. Ihr Ziel: genau jene Anstalt, die soeben als Geisterbahn umfunktioniert wurde, um darin zahlungswillige Gäste zu erschrecken. Da wird aus hausgemachtem Horror plötzlich blutiger Ernst. Einer der flüchtenden Kriminellen ist nämlich besonders krank im Kopf. Der liebt das Mordhandwerk und funktioniert die angesagte Gruselattraktion in ein Schlachthaus um.
 
 
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Indie-Slasher ohne Überraschung, dem das Glanzstück gelingt knapp 90 Minuten ohne Spannung auszukommen. FRIGHT FEST – der im Original übrigens AMERICAN FRIGHT FEST heißt – hat natürlich nichts mit dem gleichnamigen Filmfest zu tun, das alljährlich in Großbritannien veranstaltet wird, damit sich Fans des düsteren Genres ultraneues Horror-Material anschauen können. Vielmehr tritt der Streifen in die Fußstapfen von so Meuchelware wie HALLOWEEN HAUNT, HELL FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder BLOOD FEST – um nur einige zu nennen. Die sind aus gleichem Holz geschnitzt und lassen Killer auf Menschen los, die einfach an Halloween etwas Spaß haben wollten. Nicht alle genannten Filme waren sehenswert. Dennoch bewegen sich die erwähnten qualitativ immer noch in Sphären, die FRIGHT FEST zu keiner Minute erreicht. Dabei ist das große Problem dieses Slashers die Tatsache, dass er im Grunde genommen all das falsch macht, was bisher so viele Regisseure beim Inszenieren von Schlitzer-Filmen falschgemacht haben. Dazu gehört vor allem die permanente Einfallslosigkeit mit der FRIGHT FEST den Zuschauer quält.
 
 
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So laufen die Geschehnisse nach bekanntem Schema ab. Ein Killer bringt diverse Menschen um die Ecke, bis dem Bösewicht Konter gegeben wird. Im Falle von FRIGHT FEST problematisch, weil es keine Identifikationsfiguren gibt. Stattdessen sollen stereotype Charaktere das Publikum durch den Film führen. Der Zuschauer dürfte den Figuren aber nicht folgen wollen. Die verhalten sich nicht nur dämlich, sondern wirken auch noch oberflächlich, nervend und unsympathisch. Somit bleibt deren Ableben – wie der Ausgang der Geschichte – im Grunde egal. Der Todesstoß für einen Horrorfilm und ein Armutszeugnis für jeden Regisseur. Letzterer schimpft sich ANTE NOVAKOVIC und ist vielseitig in der Filmbranche unterwegs. Der verdient sich sein Lohn und Brot als Schauspieler, Produzent und Drehbuchschreiber. Haupteinnahmequelle waren bis vor einigen Jahren aber noch diverse Assistenten-Tätigkeiten in sogar hochkarätigen Hollywood-Blockbustern. Darunter: MIAMI VICE, KILL THE BOSS oder EYES WIDE SHUT. Vielleicht hätte er es beim Assistieren belassen sollen. So wären uns weitere miserable Horrorfilme erspart geblieben.
 
 
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FRIGHT FEST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FRIGHT FEST ist ein beliebiger Geisterbahn-Slasher, der mit das Langweiligste ist, was es aktuell an Meuchelfilmen zu kaufen gibt. Die Dialoge sind unterirdisch, der Look ist billig, die Figuren nerven und auf Spannung hat man gleich ganz verzichtet. Somit bleibt nur der Blutzoll über, der FRIGHT FEST Daseinsberechtigung attestieren könnte. Leider ist selbst der kaum der Rede wert und geht im Zuge harter Slasher wie LAID TO REST oder WRONG TURN vollkommen unter. Daher können wir keine Empfehlung aussprechen. Selbst alteingesessene Fans dieses Subgenres dürften mit FRIGHT FEST so gar keinen Spaß haben. Für die gibt es aktuell bessere Alternativen.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Zensur

 
 
 
FRIGHT FEST hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Wegen ein paar Werbefilmchen auf der Heimkinoveröffentlichung befindet sich auf dieser aber ein roter FSK-Flatschen. Sonderlich blutig ist der Slasher nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertig.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: American Fright Fest; USA 2018

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 31.01.2020

 

Fright Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
Hell Fest (2018)
 
Lost After Dark (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Blood Fest (2018)
 
Halloween Haunt (2019)