Filmkritik: „Gelosia – Vendetta D’amore“ (2017)

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GELOSIA – VENDETTA D’AMORE

Story

 
 
 
Einem Ehemann kommt es teuer zu stehen, dass er seine Frau betrügt.

 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Kritik

 
 
Ab und zu kann man im deutschen Amateur-Underground schon ein paar Perlen entdecken. Was die Deutschen im höher budgierten Horror-Bereich oftmals vermasseln, können sie tatsächlich ganz gut, wenn nur wenig Geld hinter einem Projekt steckt. „Gelosia – Vendetta D’amore“ stellt Alberto Barones erste Gehversuche im Filmbusiness dar und ist dafür schon ziemlich ambitioniert gemacht, nebenbei aber leider auch sehr belanglos.
 
 
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Thomas ist Alkoholiker und sexsüchtig. Nach einem Autounfall, den er verursacht hat, findet er seine Frau nicht mehr attraktiv, denn ihr Gesicht ist verbrannt. Also müssen andere Frauen her, um den Trieb von Thomas zu befriedigen. Dies soll sich rächen. Gelosia ist das italienische Wort für Eifersucht und wie das Ganze ausgehen wird, lässt sich früh erahnen. Sicherlich muss ein Kurzfilm nicht mit einer total ausgefeilten Geschichte dienen, aber was uns hier geboten wird, ist doch arg dünn. Es gibt keine Pointe, keine echte Wendung.
 
 
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Dafür viel Sex. Der Einsatz von nackter Haut ist weniger plakativ geraten, als man vermuten hätte dürfen und wirkt in einer Szene sogar leicht erotisch. Wer auf Splatter setzt, wird hingegen enttäuscht. Es gibt am Ende nur eine brutale Szene, aber diese wurde nicht besonders toll getrickst und ist allgemein wenig originell. Es ist etwas schade, dass die nackte Haut klar dominiert, denn eine ausgewogenere Mischung hätte nicht geschadet.
 
 
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Tatsächlich wird „Gelosia – Vendetta D’amore“ ganz ordentlich gespielt. Mit Milton Welsh in der Hauptrolle ist da sogar ein ziemlich bekannter Darsteller mit dabei, der seine Sache gut macht. Weitere, nicht so unbekannte Gesichter dürften Manoush und Kristina Kostiv sein. Alle Schauspieler passen gut in ihre Rollen und hier kann man sich echt nicht beschweren. Dass es innerhalb der kurzen Laufzeit zu keiner echten Figurenzeichnung kommt, sollte jedem klar sein.
 
 
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Nach knapp 28 Minuten ist der Film nämlich schon wieder vorbei und wirklich langweilen, kann er somit nicht. Einen Mehrwert hat er einem innerhalb dieser Zeit jedoch ebenfalls nicht geboten. Barone macht seine Sache als Regisseur gar nicht so schlecht, wobei die ganzen Filter schon etwas so wirken, als hätte man sie am Privatrechner mit Gratis-Software hergestellt. Trotzdem ist die Optik in Ordnung und die Kamera-Arbeit solide. Nur lässt das eben (noch) keine eigene Handschrift erkennen. Der Score hört sich sehr passend und gut an.
 
 


 
 
 

GELOSIA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Freunde von Kurzfilmen und deutschen Amateur-Streifen können sich „Gelosia – Vendetta D’amore“ ruhig mal anschauen. Der Film ist schnell vorbei, bietet viel nackte Haut und ein wenig Gewalt, ansonsten jedoch nicht viel. Die Handlung ist zu simpel und es geschieht nichts, was man nicht schon besser gesehen hätte. Aus handwerklicher Sicht gibt es da noch deutliches Verbesserungspotenzial, aber sauber gemacht wurde das Werk schon. Außerdem sind die Darsteller überraschend bekannt und gut besetzt. So gesehen kein schlechter Einstieg in die Filmwelt, aber auch nichts, was man länger als fünf Minuten in Erinnerung behält!
 
 


 
 
 

GELOSIA – Zensur

 
 
 
Der italienische (S)Exploitation-Kurzfilm „Gelosia – Vendetta D’amore“ erschien 2018 in Deutschland ungeschnitten im Mediabook. Sammler und Fans von Underground-Filmen können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Endless Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gelosia – Vendetta D‘ Amore; Italien 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama, Erotik, Kurzfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 28 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Originaltrailer, Audiokommentar, Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 29.03.2018

 
 

Gelosia – Vendetta D’amore [Blu-ray und DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GELOSIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Endless Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rossa Venezia (2003)
 
Exitus Interruptus – Der Tod ist erst der Anfang (2006)
 

Filmkritik: „Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ (1998)

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – ANGRIFF DER WELTRAUMVAMPIRE

(TEENAGE SPACE VAMPIRES)

Story

 
 
 
Eine friedliche Kleinstadt wird von außerirdischen Vampiren angegriffen. Kann der Teenager Billy die Katastrophe abwenden?

 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Kritik

 
 
Normale Vampire gab es ja schon oft genug. Warum sollte man diese Wesen nicht also einfach mal mit Außerirdischen kombinieren? Neu ist diese Idee nicht, denn bereits 1976 schrieb der Autor Colin Wilson die Geschichte „The Space Vampires“, die von Tobe Hooper 1985 sogar verfilmt wurde unter dem Titel „Lifeforce“. Hier mit solchen Titeln und Namen um sich zu werfen, kann jedoch ganz schnell falsche Erwartungen wecken, denn bei „Teenage Space Vampires“ bekommt man es mit einem günstigen Fernsehfilmchen zu tun, welches nicht viel zu bieten hat.
 
 
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Billy wird eines nachts Zeuge davon, wie ein UFO abstürzt und zusammen mit einem Team von SETI erforscht er die Sache. Nebenbei verhalten sich die Einwohner der Kleinstadt, in der Billy lebt, immer seltsamer. Das liegt an außerirdischen Vampiren, welche die Sonne zerstören wollen und die Menschen zu ihren Sklaven machen wollen. Nur Billy kann sie davon abhalten. Das Drehbuch bietet reichlich viel Unsinn und versucht erst gar nicht, die schwache Grundidee authentisch zu verkaufen. Dass man sich ganz schön an „The Faculty“ orientiert hat, ist zu jedem Zeitpunkt erkennbar, aber eigene Ideen besitzt „Teenage Space Vampires“ kaum und wenn, dann sind diese echt bescheuert. Trotzdem lässt es sich mit der dümmlichen Geschichte noch leben.
 
 
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So wie man dem Werk allgemein nicht so böse sein kann, weil er doch einen gewissen Charme versprüht. Wenn man mal nebenbei ein Nickerchen machen möchte und friedliche Unterhaltung laufen soll, dann taugt „Teenage Space Vampires“ jedenfalls etwas. Die deutsche Synchronisation lässt sich erstaunlicherweise gut anhören und ist hochwertiger, als die gesamte handwerkliche Arbeit. Dass es sich hierbei nämlich um einen direkt fürs Fernsehen produzierten Film handelt, kann man stets erkennen. Die Optik geht zwar klar, aber die Effekte könnten simpler kaum sein. Der böse Haupt-Alien-Obervampir sieht total lächerlich aus mit seiner Maske. Das kann sich jeder für wenig Geld selbst kaufen und man durfte an Halloween wohl privat schon deutlich gruseligere Masken betrachten. Daneben gibt es sehr billige Effekte aus dem Computer und so lässt sich hier schon mal nichts ernst nehmen. Brutal wird es übrigens ebenfalls so gut wie gar nicht und die deutsche Freigabe ab 16 Jahren erscheint nahezu übertrieben. Für Kinder würde „Teenage Space Vampires“ als Horrorfilm aber vielleicht noch funktionieren.
 
 
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Immerhin versteht er sich selbst nicht gerade als ernster Film, was sich immer wieder durch eine Portion Humor beweist. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, doch das gesamte Werk ist dermaßen locker und entspannt, dass es schon wieder ganz sympathisch erscheint. Wer jedoch auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung ist, schaut in die Röhre, denn in „Teenage Space Vampires“ ist fast nie etwas los. Es gibt sehr wenig Action und überhaupt keine Spannung. Nicht mal das Finale gewinnt an Tempo. Überwiegend besteht das Treiben aus Dialogen, die sich wenigstens nicht schmerzhaft anhören und naiven Handlungen. Dass über dem Ganzen stets eine große Trash-Atmosphäre schwebt, dürfte niemanden verwundern. So kommen Fans von diesem immerhin noch etwas auf ihre Kosten, wobei einem hier deutlich zu wenig geboten wird. Da ist das Nickerchen nebenbei dann schon angebracht und wenn man 20 Minuten später wieder aufwacht, hat man sowieso nichts verpasst.
 
 
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Regisseur Martin Wood ist überwiegend fürs Fernsehen tätig und hat auch schon bei einigen Serien Episoden gedreht. Sein Budget war sicherlich sehr gering und deshalb gibt es an „Teenage Space Vampires“ auch überhaupt nichts Erwähnenswertes. Die Kulissen sind okay, die Kleinstadt-Atmosphäre kommt sogar solide durch, aber das ist aus handwerklicher Sicht alles dermaßen belanglos, dass nichts davon in Erinnerung bleiben wird. Selbst dann nicht, wenn die Darsteller doch noch einigermaßen okay sind. Einige von ihnen sind nicht mal komplett unbekannt, wie z.B. Robin Dunne und Lindy Booth. Die Leistungen sind zwar schwach, hier jedoch noch brauchbar. Und der Figurenzeichnung ist man im Endeffekt auch gar nicht mal so böse. Die Charaktere könnten zwar austauschbarer kaum sein, stören überraschenderweise allerdings nicht. Der Score stört dann schon eher, weil er wirklich sehr billig klingt.
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Teenage Space Vampires“ ist zwar total ereignislos und im Endeffekt auch ganz schön langweilig und dennoch wirkt er zuweilen ganz sympathisch. Auf jeden Fall ist das der perfekte Sonntagmittag-Nickerchen-Film, wenn man eigentlich gar keine Lust hat aufzupassen, nebenbei aber dennoch etwas laufen soll. Der simplen und bescheuerten Handlung zu folgen, ist schon mal nicht schwer, Schauwerte gibt es sowieso keine und das Ganze ist dermaßen locker, dass der Trash-Faktor niemals zu anstrengend wird. Die handwerkliche Arbeit ist nicht erwähnenswert, weder im positiven, noch im negativen Sinne und von den Darstellern lässt sich das ebenfalls behaupten. Die „Effekte“ animieren zum Schmunzeln und wenn nicht mal das Finale Tempo entstehen lässt, weiß man, dass die Augen ruhig geschlossen bleiben können. Absolut nicht gut, aber auch nicht ärgerlich!
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Zensur

 
 
 
„Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ feierte in Deutschland seine Premiere im Pay-TV und wurde dort ungeschitten ab 16 Jahren gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und ebenso FSK16.
 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Teenage Space Vampires; USA 1998

Genre: Horror, Komödie, Grusel, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 09.07.2021

 
 

Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
The Faculty (1998)
 

Filmkritik: „Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte“ (1978)

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – DRACULAS HEISSE NÄCHTE

(DRACULA SUCKS)

Story

 
 
 
Dass Dracula nicht einfach nur Blut will, sondern sich auch gerne sexuell vergnügt, zeigt uns der pornographische Horrorfilm „Liebling, du beisst so gut“, der in Deutschland allerdings um seine freizügigsten Szenen erleichtert wurde.

 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Kritik

 
 
Die Vorlage „Dracula“ von Bram Stoker wird nicht nur heutzutage in allerlei Variationen benutzt, sondern erfreute sich auch früher schon großer Beliebtheit. Es ist nicht mehr zählbar, wie viele Vampirfilme es mittlerweile gibt und wenn man den ganz klassischen Stoff bedient, ist es natürlich nicht leicht noch irgendwelche Alleinstellungsmerkmale zu besitzen. Nun war es in den 70er und 80er Jahren ziemlich populär Pornofilme mit richtiger Handlung anzureichern und nahezu „richtige“ Filme daraus zu machen, aber auch in Sexploitations-Werken (oftmals italienischer Herkunft) wurden Hardcore-Szenen eingefügt, um besonders provokant zu wirken. Also durfte 1978 auch Dracula höchstpersönlich mal dran und bekam den im Original betitelten „Dracula sucks“ spendiert.
 
 
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In seiner entschärften Variante bekam der Film bei uns den Titel „Liebling, du beisst so gut“ und wurde nun erstmals auf DVD veröffentlicht. Die gekürzte Version läuft nur noch 78 Minuten, aber insgesamt gibt es weltweit ganz schön viele verschiedene Fassungen. Da noch den Überblick zu behalten, fällt schwer. Auf der deutschen DVD ist sogar eine Langfassung enthalten, die auf der Hardcore-Version basiert, aber in den Hardcore-Szenen geschnitten wurde. Will man das komplett uncut schauen, braucht man schon die Laufzeit von 95 Minuten. Dann gibt es hier und da ein wenig pornographisches Material, welches allerdings niemals den Rahmen sprengt und welches es auch gar nicht mal zwangsläufig gebraucht hätte. Ansonsten gibt es natürlich reichlich nackte Haut zu sehen, die meistens ganz ansprechend serviert wird und ein wenig Erotik aufkommen lässt. Doch was hat „Liebling, du beisst so gut“ sonst noch so zu bieten?
 
 
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Handlungstechnisch ist das Treiben reichlich simpel ausgefallen, aber dass Dracula sein Unwesen in einer psychiatrischen Klinik treibt, ist sicher nicht die schlechteste Idee, die man haben kann. Van Helsing darf selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen und während man versucht das Böse zu bekämpfen, wird halt immer mal wieder gerammelt. Dabei ist der Anblick von einem weiblichen Vampir, der in einen erigierten Penis beißt, sicherlich nichts, was man jeden Tag zu sehen bekommt, aber eben auch nur in der völlig ungeschnittenen Fassung vorhanden. Nein, viel Reiz besitzt es ansonsten nicht der Geschichte zu folgen, denn sie hat nicht gerade viel zu bieten. Die Sexszenen bremsen das Geschehen sogar unnötig aus, sorgen aber immerhin für die leicht kuriose Note.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man „Liebling, du beisst so gut“ sicher keine großen Vorwürfe machen. Früher sahen solche Filme qualitativ meistens noch sehr ordentlich aus und das ist auch hier der Fall. Die Kulissen mögen etwas einfallslos wirken, erfüllen jedoch ihren Zweck und die Inszenierung ist brauchbar. Was dem Werk jedoch völlig fehlt, ist eine ansprechende Atmosphäre. In der deutschen Fassung wurde das halbwegs lustig vertont und man fühlt sich hier schon fast wie in einer schlüpfrigen Komödie und auch die Original-Version nimmt sich keineswegs so ernst, aber von einer echten Parodie kann auch nicht die Rede sein. Dafür fehlen einfach die Gags und mit Horror braucht man nun echt nicht zu rechnen. Dracula ist hier nicht dazu da, um für eine Bedrohung zu sorgen. Bis auf etwas rote Farbe, die vergossen wird, ist eigentlich keine Gewalt zu sehen und Effekte braucht der Film ebenfalls nicht. Wenn, dann sind die Tricks sehr simpel gehalten. Lediglich ein paar Szenen in der Nacht sorgen mit ihrem Sound für ein wenig Stimmung.
 
 
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Die Darsteller stammen logischerweise überwiegend aus dem Porno-Bereich, aber damals konnte man auch als Porno-Darsteller halbwegs ernst genommen werden. Die Leistungen sind durchaus zu gebrauchen, wenn auch überhaupt nichts Weltbewegendes. Mit Reggie Nalder ist noch ein Schauspieler mit dabei, der gerade Fans von Exploitation ein Begriff sein könnte. Leider ist die Figurenzeichnung reichlich lahm ausgefallen. Hier wäre mehr drin gewesen, wenn man die Charaktere markanter gestaltet hätte. Dann hätte es vielleicht auch etwas mehr Spaß gemacht das Geschehen zu verfolgen. Hat man sich nämlich erst mal an die Kombination mit pornographischen Material gewöhnt, ist das Geschehen ganz schön einseitig. Etwas Handlung, ein paar Dialoge, kurze Sexszene und von vorne. Das Konzept ermüdet sich mit der Zeit und das kleine, relativ unspektakuläre Finale kann daran ebenfalls nichts ändern. Der Score hört sich brauchbar an und wurde gut eingesetzt.
 
 
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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Im Endeffekt ist „Liebling, du beisst so gut“ nichts anderes, als ein handlungstechnisch auf ein Minimum reduziertes Sexfilmchen, welches eben Dracula benutzt, daraus jedoch so gut wie keinen Horror bezieht. Ist das in der deutschen Fassung alles noch ein wenig auf lustig getrimmt und nur schlüpfrig, bekommt man in der völlig ungeschnittenen Fassung immer wieder kurze Hardcore-Szenen zu sehen. Zwar wirken ein paar Szenen in dieser Mischung leicht skurril, doch viel Mehrwert besitzt das Geschehen leider kaum. Das ist alles okay, aber eben nie mehr. So ist die Inszenierung in Ordnung, die Darsteller stören nicht und die Kulissen gehen gerade noch so als brauchbar durch. Highlights sind jedoch sehr rar gesät und mit der Zeit beginnt man sich zu langweilen, weil die Geschichte nicht viel zu bieten hat und keinerlei Spannung aufkommen lassen will. Gewitzt geht es aber ebenfalls nicht zur Sache. Man verpasst hier also nichts!
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Zensur

 
 
 
Der Vampir-Erotik-Horrorfilm „Liebling, Du beißt so gut“ hat eine sehr komplizierte Fassungsgeschichte. Der Schmuddelfilm existiert nämlich in einer Softcare- und in einer Hardcore-Version. Beide Versionen beinhalten Szenen, die in der jeweils anderen Version nicht enthalten sind. Zudem ist bei beiden Filmfassungen die Handlungsabfolge ähnlich – allerdings wurde diese bei beiden Filmfassung komplett neu zusammengeschnitten. Aufgrund des Hardcore-Contents ist die Veröffentlichungspolitiik in diversen Ländern problematisch, denn das Werk kam weltweit in verschieden gekürzten Fassungen heraus.

In die deutschen Kinos und bei den VHS-Auswertungen wurden zumeist die Hardcoreszenen entschärft. Trotzdem schaffte es der Horror-Trash „Liebling, Du beißt so gut“ von 1982 bis 2007 auf dem Index. Da die gekürzte Fassung in Deutschland mittlerweile von der Liste der „bösen Filme gestrichen wurde“, hat sich das Label Mr. Banker Films / Cargo Records hierzulande die Rechte an „Liebling, Du beißt so gut“ gesichert und bereits im April 2022 auf DVD herausgebracht. Auch wenn der Release laut Cover erst für Erwachsene geeignet ist und das alte FSK-Zeichen besitzt: So wirklich komplett ist die Veröffentlichung aber nicht. Immer noch fehlen Hardcore-Szenen.

Die erhältliche DVD-Fassung von „Liebling, Du beißt so gut“ aus dem Hause Mr. Banker Films / Cargo Records beinhaltet zwei Fassungen. Einmalig die nachgebaute deutsche Kinofassung (77:50 Minuten) sowie die erweiterte Langfassung (ca. 89:54 Minuten). Letztere ​basiert auf der Hardcore Version. Die Hardcore-Szenen wurden aber rausgeschnitten. Immerhin kann man froh sein, dass ein so seltener Film überhaupt in Deutschland irgendwie legal erscheint.
 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – limitiert auf 1000 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dracula sucks; USA 1978

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Sex, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase mit Schuber

Extras: Originaltrailer, Langfassung, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCases: 15. April 2022

 
 

Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyres (1974)
 
Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula (1971)
 
Lips of Blood (1975)
 

Filmkritik: „Caged – Gefangene der Lust“ (2011)

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CAGED – GEFANGENE DER LUST

(CAGED)

Story

 
 
 
Eine junge Frau zwischen treuer Liebe und entfesselter sexueller Selbstfindung wacht in einer dreckigen Fabrikhalle auf und wird Opfer eines mehrtägigen Märtyriums.
 
 
 


 
 
 

CAGED – Kritik

 
 
Die Suche nach einem gelungenen erotischen Thriller der Neuzeit geht weiter, elf Jahre nach Release sowie publikumswirksam mit einem SPIO-Siegel versehen ist der niederländische Genrevertreter „Caged“ dann auch endlich Mal in Deutschland erschienen. Nicht dass ich von dem Titel, oder auch nur irgendeinem Film des Regisseurs Stephan Brenninkmeijer bisher etwas gehört oder gelesen hätte, handelt es sich dem ersten Blick nach um Erotikfilme ohne sonstige Genre-Einschläge, doch die Hoffnung auf ansprechend prickelnde sowie gleichsam spannende Filmkost stirbt ja bekanntlich zuletzt.
 
 
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Ob man das Freudzitat über die Mysterien der weiblichen Sexulität als erstes Opening Signal nun eher positiv oder negativ aufnimmt bleibt dabei dem Zuschauer überlassen, es folgen langsame Kamerafahrten der ewig bewährten Industriekulisse, zu Chören wird durch die leeren Gänge und Räume einer alten Fabrik gefahren, in deren Mitte unsere Protagonistin auf einer dreckigen Matratze wach wird. Eine Schwarzblende später sitzt Stella, so ihr Name, zu langsamen Jazz vor einem Spiegel und probiert unterschiedliche Outfits an, rasiert sich, monologisiert und bewundert ihren Körper.
 
 
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Die Inszenierung geht dabei nüchtern mit der Nacktheit um und wirkt allgemein professionell, auch ist das Schauspiel für diese simple Szene überzeugend genug, leider aber dreht sich der Monolog von Anfang an ausschließlich darum, dass Stella ihrer Meinung nach all ihre Bedürfnisse für ihre Beziehung vernachlässigt hat, und das nun endlich ändern will. Nicht aber etwa, indem sie ihren prüden – sowie treuen – Mann über ihren Drang nach Abenteuern und sexuellen Erfahrungn aufklärt, das Thema anspricht, Schluss macht und ihr Leben lebt, nein – sondern indem sie ihn betrügt, mit Vorsatz und Absicht, auf Sexparties und Orgien hinter seinem Rücken.
 
 

„Tagelang wollte ich weinen und ficken.“

 
 
Ihre Wandlung von der treuen, aber unterdrückten Frau zur fremdgehenden, feiernden und wild vögelnden, selbstbestimmten Partylöwin wird dabei semi-schuldbewusst ihrem Psychologen erzählt, der sich, äußerst realistisch gespielt, allerdings sehr zurückhält mit Wertungen oder Aussagen und in erster Linie weitere Fragen stellt, damit Stella zur Selbsterkenntnis gelangt. Obwohl diese „Läuterung“ dabei natürlich Teil der Geschichte ist und unsere Protagonistin keinesfalls unrproblematisch-sympathisch rüberkommen soll, ist es hierbei nur leider sehr ungeschickt, dass wir außerhalb des Sex- und Beziehungslebens von Stella fast nichts über sie erfahren, was ein Mitfiebern oder Sympathisieren unnötig erschwert, gerade da „Caged“ wahrlich genug Zeit für mehr Informationen gehabt hätte. Sie erzählt dass sie eines Morgens einen Quickie von ihrem Mann wollte, aber zurückgewiesen wurde da dieser nicht in der Stimmung war, sie erzählt davon wie sie auf Pornos masturbiert in denen sie selber mitspielt. Solche Szenen schrecken vor expliziten Blicken zwischen die Beine der Protagonistin nicht zurück, echte Penetration oder auch „nur“ Oralsexszenen sollte man allerdings nicht erwarten.
 
 
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Am nächsten Tag konfrontiert ihr Mann sie mit dem Fund des Pornos, Stella beteuert nur dass das ja „nie wieder vorkommen würde“ und verteidigt sich damit, dass sie sich eingesperrt fühle, eigentlich ja auch treu sei. Der Versuch eines Sauna-Swingerdates mit einem befreundeten Pärchen wird für ausgiebige Nacktszenen und sexuelle Anspannung genutzt, schlägt aber letzten Endes fehl, ein weiteres Fremdgehen mit einem verheirateten Businessman später macht Vincent schließlich Schluss, was Stella dann doch irgendwie zu treffen scheint – und sie in die Arme ihrer ebenfalls swingenden Arbeitskollegin treibt, mit der sie einen schnellen, aber kalt und distanziert am nächsten Morgen endenden One-Night-Stand hat.
 
 
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Verschnitten wird diese allzu triviale, leicht episodenhafte und wenig belangvolle Geschichte von Lüsten und Trieben, die sich durch die Rückschnitte zur Therapiestunde ohnehin selber zergliedert, nun noch mit dem anfangs geteasten Fabrik-Einschlag. Nachdem sich Stella zu Beginn nämlich nur mit Käsebroten reinschaffenden, anzug- und masketragenden Entführern, der Kameraüberwachung sowie der Entdeckung, dass die Karte ihres Handys entfernt wurde, herumschlagen muss, scheint der Film nach viel Vorspiel bei „Tag 5“ dann endlich am eigentlichen Punkt dieser zweiten Erzählung angekommen zu sein, da sie nun betäubt wird und nackt, auf einen Stuhl fixiert, aufwacht. Wer jetzt allerdings an brutale, eine SPIO-Freigabe rechtfertigende Folterexzesse oder auch nur fetischisierte Sexualakte denkt, der liegt merkwürdigerweise falsch, da „Caged“ stattdessen wirklich nur an den Machtspielchen, etwas Zwangsbefriedigung und Stellas Charakter interessiert zu sein scheint, keinesfalls aber an der harten Genreerfahrung, die Cover und Pressestimmen teils implizieren.
 
 
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Das letzte „Puzzlestück“, wenn man es denn so nennen will, bildet die ebenfalls in der rustikalen Umgebung aufwachende Christine, die sich in einigen Gesprächen schnell als tugendtreue, religiöse und Stellas Verhalten verurteilende Frau entpuppt, welche nichtsdestotrotz mit ihr zusammen in der selben Klemme steckt. Der Routine des „betäubt, ausgezogen, begrabscht und zurück getragen -Werdens“ können die jungen Frauen nur leider auch mit vereinten Kräften nicht entkommen, was zu zähen, repetitiven Szenen führt in denen wenig philosophische oder tiefgründige Gespräche geführt und zu lange gefoltert wird, ohne dass es je erschreckend, intensiv oder wirklich erotisch wäre.
 
 
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Nach Gesprächen über das Konzept der heiligen Ehe oder der Promiskuität an sich und einem scheinbar geil werdenden Psychologen gibt „Caged“ sich dann, etwa eine halbe Stunde vor dem Abspann, leider noch mit einer erstmalig ziemlich billig wirkenden Techno-Maskenparty die Blöße, sowie mit einer endgültig selbstzweckhaft und softpornohaft wirkenden Szene, die in erster Linie langweilt. Ein schnell abgehandeltes, zu dem Zeitpunkt vorhersehbares, sowie höchst unspektakuläres Finale später wissen einige arthousige Bilder noch zu gefallen und sich ggf. im Kopf festzusetzen, auch war die Hauptdarstellerin größtenteils gut gewählt für diesen Film – doch was der offensichtlichsten Themen, die sich nach wenigen Minuten erschließen, genau der Punkt dieser allzu redundanten, deutlich zu langen und zähen 105 Minuten sein sollte, das bleibt mir ein Stück weit schleierhaft.
 
 


 
 
 

CAGED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Ansprechend inszenierter, gut besetzter Erotikfilm mit anstrengender Überlänge, sich wiederholenden Gesprächen und handzahmer, unnötiger Zweiterzählung.
 
 


 
 
 

CAGED – Zensur

 
 
 
„Caged – Gefangene der Lust“ erhielt von der FSK für die Kinoauswertung eine Freigabe ab 18 Jahren. Das gilt aber nicht für die Heimkinoauswertung. Für diese verweigerte die FSK die Freigabe. Anbieter Busch Media Group ging daraufhin zur Juristenkommission und sicherte dem Film unzensiert die Einstufung SPIO JK – Keine schwere Jugendgefährdung.
 
 
 


 
 
 

CAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Caged; Niederlande 2011

Genre: Drama, Erotik, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Niederländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 108 Minuten

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Drei Kurzfilme des Regisseurs, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 08.04.2022

 
 

Caged – Gefangene der Lust [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CAGED – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tokio Dekadenz (1992)
 
Swinger – Verlangen, Lust, Leidenschaft (2015)
 

Filmkritik: „Annette“ (2021)

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ANNETTE

Story

 
 
 
Ein zynischer Stand-Up-Comedian und eine berühmte Opernsängerin scheinen das unübliche Star-Couple ihrer Zeit zu sein, doch nach der Geburt ihrer Tochter tun sich langsam aber sicher Abgründe auf…

 
 
 


 
 
 

ANNETTE – Kritik

 
 
Der französische Regisseur Leos Carax dürfte zumindest Arthouse-Freunden spätestens nach seinem triumphalen „Holy Motor“ (9/10) kein Unbekannter mehr sein, doch so wirklich im internationalen Mainstream angekommen war er auch mit dieser verspielten, mehrsprachigen und zutiefst eigentümlichen Meisterleistung noch nicht so recht. Dies ändern könnte sich dem ersten Blick nach nun mit „Annette“, Carax‘ erstem englischsprachigem Film. Noch eindeutiger als Musical zu identifizieren, einer stringenten Story folgend und mit Adam Driver in der Hauptrolle ausgestattet sicherlich ein höchst vermarktbarer Film, der so manch nichtsahnenden Zuschauer hinters Licht führen könnte – doch zumindest meine Enttäuschung liegt leider nicht an einer gänzlich falschen Erwartungshaltung. Denn dass Carax mit Sicherheit keinen hohlen Feelgood-Film mit glücklichen, stereotypen Charakteren und Ohrwurmnummern für die ganze Familie inszenieren würde, das war klar – doch die große Frage ist, was hat die britische, zuletzt durch Edgar Wrights letztes Projekt wieder ins öffentliche Interesse gerückte Band „Sparks“, zusammen mit Carax und 134 Minuten Lauflänge (ohne Abspann), bitte stattdessen geschaffen? Was genau ist der Kern, Punkt oder Mehrwert von „Annette“? Der Versuch einer Annäherung.
 
 

„Breathing will not be tolerated during the show.“

 
 
Es könnte kaum besser beginnen: Die Sparks selber im Studio, flirrende Überblenden und flackernde Lichter, aufdringliches Editing läutet die ersten Sekunden ein, dann folgt direkt die euphorischste, schmissigste Nummer des gesamten Films: „So may we start?“ durchbricht die vierte Wand und richtet sich direkt an den Zuschauer, lässt intelligentes Meta-Kino á la „Birdman“ erwarten, prägt sich ein und lässt nach sechs Minuten mit der Titlecard den eigentlichen Film beginnen. Dieser lässt in minutenlangen Aufnahmen dann erst einmal die Bühnenshow des verbitterten Comedian Henry McHenry, gespielt von Adam Driver, für sich sprechen, in denen man sich nie ganz sicher sein kann, welche Parts seiner bizarren, publikumsbeschimpfenden Show auch als Teil des Filmuniversums als Musical inszeniert werden, und welche nur für den Zuschauer des Films so inszeniert werden, da „Annette“ ein Musical ist. Abseits dieser ggf. spannenden Ambiguität des Mediums aber gibt es rein narrativ sehr wenig zu holen, da eben „nur“ ein Charakerporträt von McHenry gegeben wird, von seiner Sicht auf die Welt, sein Leben, das Business und die Liebe zu seiner Verlobten.
 
 

„True love always finds a way.“

 
 
Diese heißt Ann Desfranoux und ist eine berühmte Opernsängerin, die Henry nach seinen Shows stets mit dem Motorrad abholt, „We love each other so much“, den zweiten Song des Films, singend. Eine unerfüllte Routine beider Shows zeichnet sich ab und ein paar Lieder später informiert eine merkwürdig billig aussehende News-Einblendung uns darüber, dass Ann schwanger ist. Möglichst sappy und quirky und süß und witzig und ulkig sollen dann wohl Inszenierung und Song zur Geburts wirken, doch stattdessen wird der Film hier, nach den ersten 40 Minuten, zum ersten Mal wirklich nervig und anstrengend, da dieses Gute-Laune-Musical weder in die Welt passt, noch einen erzählerischen Mehrwert hat.
 
 

„She’s not of this world!“

 
 
Das Baby wird „Annette“ getauft, wer hätte es gedacht, und wird forthin das Zentrum dieser Geschichte bilden, die sich den ersten Akt lang in erster Linie durch zwei Charaktere und ihre Beziehung aufgebaut hat. Doch auch wenn die grundsätzliche Idee, durch einen mutigen und gewagten inszenatorischen Kniff eben jenes Baby möglichst fremd und distanziert und objektifiziert zu zeigen, mir durchaus gefällt, so leidet der Film forthin doch unter einigen allzu kitschigen, technisch überraschend schwachen oder redundanten Szenen – sowie unter einer selten gesehenen Handlungsarmut, gerade für diese Lauflänge. Denn gerade da es sich natürlich nicht um ein Gute-Laune-Musical von Disney handelt, in dem die Lieder mit aufwendigst inszenierten Musikvideos einhergehen und eindeutig starten und enden, sondern um einen idiosynkratischen Film eines echten Autoren, werden Dialog und Gesang gerne mal so munter gemischt, dass nicht wirklich von einem Antizipieren von gesonderten Handlungsszenen oder Songs die Rede sein kann und mehr als ein Charakterporträt der Eltern, ihrer Unterhaltungsbranche und ein Stück weit des Publikums, gespiegelt an und beleuchtet durch Annettes Präsenz, braucht man die folgenden 80 Minuten lang nicht erwarten.
 
 
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Freilich sieht man an begeisterten Onlinekritiken und diversen gewonnen Preisen dass „Annette“ sehr wohl munden kann, spätestens wenn man ohnehin schon Fan des Casts, von Musicals oder den Sparks ist – auch haben sich zweifelsohne eine handvoll magischer Ideen, bildschöner Beleuchtungen und einzigartiger Szenen in dieses Werk geschlichen, die deutlich als Handschrift des Regisseurs zu sehen sind, dessen Oeuvre ich nur empfehlen kann. Doch so entfesselt, physisch und facettenreich Adam Driver auch spielt, so berauschend die wunderbar altmodische Rückprojektion im endlosen Wellengang auch war, wann immer hier minutenlang „lalala“ gesungen wird wähernd inhaltlich wenig passiert und sich kaum eine Komposition einprägt, habe ich mich viel zu sehr an die Art anstrengender Feel-Good-Musicalunterhaltung erinnert gefühlt, die ich sonst zu meiden versuche
 
 
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Obwohl eins der folgenden Themen des Films also tatsächlich Rache ist, obwohl es ein klassisches Finale inklusive Offenbarung gibt und obwohl jede CGI-freie Szene technisch nahezu perfekt eingefangen ist, war der gesamte Rest der Geschichte leider wirklich frustrierend einfach, vorhersehbar, minimalistisch und dafür zu langsam erzählt. Hätte mich die Story ergriffen oder angespannt, so hätte ich über einige der zu langen oder mir nicht mundenden Songs hinwegsehen können, hätte mich die Musik in Trance versetzt, so wäre das spannungsarme Script ein kleinerer Dorn im Auge gewesen – doch bei alles Liebe für merkwürdige, eigenwillige, lange und verspielte Filme war mir „Annette“ dann leider doch gleichzeitig zu viel – Kitsch, Künstlichkeit, Fokus auf Musik – und viel zu wenig – Story, Spannung, Charakterentwicklung, Themenvielfalt.
 
 
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ANNETTE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Technisch beeindruckendes und sehr gut gespieltes, einzigartiges Musical-Drama mit einem stark aufspielenden Adam Driver und einer äußerst simplen sowie geradlinigen Story und Charakterzeichnung.
 
 


 
 
 

ANNETTE – Zensur

 
 
 
Das Drama „Annette“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 12 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

ANNETTE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Alamode Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Annette; Belgien | Deutschland | Frankreich | Japan | Mexiko | Schweiz | USA 2021

Genre: Liebesfilme, Musicals, Musik, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 141 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Deutsche Hörfilmfassung, Unsichtbare Fäden: Die Erschaffung von Annette, Interview mit Marion Cotillard, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2022

 

Annette [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ANNETTE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Alamode Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Les Misérables (2012)
 
Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street (2007)
 

Filmkritik: „Slaxx“ (2020)

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SLAXX

Story

 
 
 
Wem die Liste der mordenden Gegenstände noch nicht lang genug ist, für den wurde wohl „Slaxx“ gemacht, denn genmanipulierte Baumwolle sorgt plötzlich dafür, dass eine Jeans mächtig viel Lust verspürt zu morden.

 
 
 


 
 
 

SLAXX – Kritik

 
 
Nachdem nahezu alle Tiere bis hin zum Hamster sich mal durch die trashige Horrorlandschaft morden durften, bekamen auch die an sich leblosen Gegenstände vermehrt Aufmerksamkeit. Egal ob ein Rucksack, Donuts, Tomaten, Tische, Kondome oder auch Reifen – Die Liste an Killer-Gegenständen ist erstaunlich lang. Zu dieser gesellt sich nun „Slaxx“ hinzu, der sich zwar enorm trashig anhört, eigentlich aber ein sehr ernstes Anliegen besitzt. Dieser Ansatz ist löblich, nur leider wurde nebenbei vergessen, einen unterhaltsamen Film zu drehen.
 
 
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Um welche Kritik es „Slaxx“ geht, ist dabei nicht schwer herauszufinden. Man braucht eigentlich nur zu erwähnen, dass es um eine Modekette geht, die Nachhaltigkeit und Fair-Trade anpreist, ihre Ware aber aus genmanipulierter Baumwolle herstellt, die zusätzlich auch noch in Indien durch Kinderarbeit gewonnen wurde. Dabei kommt eine ganz tolle, neue Hose auf den Markt, die sich optimal an jede Figur anpassen soll. Ein paar Mitarbeiter des Geschäfts sollen für den kommenden Montag alles vorbereiten, wenn die Hose ihr Verkaufsdebüt feiert. Dafür werden sie extra eingeschlossen, um auch alles ganz geheim zu halten. Und schon geht es bereits einem nach dem anderen an den Kragen.
Die weitere Kritik richtet sich natürlich an den Verbraucher selbst, der oftmals möglichst billige Ware haben möchte und damit solch Dinge wie Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen erst ermöglicht. Nebenbei bekommt noch die Generation „Influencer“ ihr Fett weg. Die Idee hinter „Slaxx“ ist wirklich nicht verkehrt und die Themen, welche man hier anspricht, verdienen es angesprochen zu werden. Auf offene Ohren stößt man bei der breiten Masse nicht ungern mal mit einem Film, der dann auch ruhig als Horrorkomödie durchgehen darf. Die problematische Thematik verliert dadurch ja nicht an Gewicht. Wenn das Resultat jedoch ziemlich langweilig ist, darf bezweifelt werden, ob sich jemand danach noch an den Film erinnert und somit auch an die Problematik, die er anspricht.
 
 
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Dabei lässt sich aus handwerklicher Sicht eigentlich gar nicht so viel bemängeln. Selbstverständlich hat „Slaxx“ nicht das große Geld gekostet, denn dafür ist sein Nischendasein einfach zu offensichtlich. So muss man sich mit doch recht einfallslosen Schauplätzen zufriedengeben, die optisch nicht gerade als Highlight zu verbuchen sind. Ansonsten ist die Inszenierung aber sauber und seine Qualitäten besitzt der Streifen durchaus. Für die Regisseurin Elza Kephart, die auch mit am Drehbuch schrieb, war „Slaxx“ wohl eine Herzensangelegenheit. Sie hat innerhalb der letzten 20 Jahre ein paar wenige Male Regie geführt, war ansonsten jedoch nicht sehr fleißig in diesem Bereich. Dafür kann sich die Inszenierung dann doch sehen lassen und vor allen Dingen die mordende Hose wurde gut umgesetzt. Es ist sicherlich nicht so leicht einer Hose einen Charakter zu verleihen und sie als Mörder dazustellen. Diesem Film ist dies überraschend gut gelungen und da viele Szenen per Greenscreen realisiert wurden, gibt es nicht mal so viele billige CGI-Effekte zu betrachten.
 
 
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Allerdings besitzt „Slaxx“ ein großes Problem. Er versteift sich so sehr darauf mit erhobenem Zeigefinger und der Moral daher zu kommen, dass der Spaß scheinbar komplett vergessen wurde. Als Komödie scheitert das Werk nämlich leider nahezu komplett. Rassen-Gags über Vorurteile etc. wurden jedenfalls vor 20 Jahren schon ansprechender und witziger präsentiert. Ob man eine Tanz-Einlage der Hose nun zwangsläufig gebraucht hätte, ist fragwürdig, aber immerhin ist dies eine der wenigen Szenen, die wohl länger in Erinnerung verweilen dürfte. Das Ableben der überwiegend unsympathischen Protagonisten ist nämlich nicht viel reizvoller ausgefallen. Hier hätte man es echt krachen lassen können. Wenn schon eine Hose für die Morde höchstpersönlich zuständig ist, hätte man abgefahrene Kills spendieren können. Es wird aber sicherlich auch dem geringen Budget zu verschulden sein, dass man meist nur rote Farbe an die Wand spritzen sieht und vieles im Off stattfindet. Es gibt zwei, drei Szenen, die schön splatterig sind und gute, von Hand gemachte Effekte besitzen. Nur ist das im Endeffekt zu wenig.
 
 
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Obwohl „Slaxx“ eine Laufzeit von gerade mal 76 Minuten (mit Abspann) besitzt, zieht er sich nämlich ganz schön in die Länge. Dabei ist die Einleitung schnell abgehandelt und bis die Hose zum Einsatz kommt, vergeht echt nicht viel Zeit, aber es mag einfach keinerlei Spannung aufkommen. Somit versagt das Werk auch als Horrorfilm. Dass die Figurenzeichnung nebenbei ziemlich unsympathisch geraten ist, war sicherlich beabsichtigt, ist aber nicht gerade förderlich für die Spannung. Romane Denis, Brett Donahue und Sehar Bhojani spielen die einzigen drei größeren Rollen zwar ganz passabel, können jedoch wenig reißen. Sowohl ihre Darstellung, wie auch ihre Charaktere hat man nach dem Film fast schon wieder vergessen. Das ist schade, weil es auch immer mal wieder ein paar gelungene Momente zu betrachten gibt. So ist gerade die Szene, in welcher man verblüffend glaubwürdig die Motive der Killer-Hose erfährt, in ihrer Schlichtheit erstaunlich gut geraten. Im Endeffekt reicht das allerdings nicht, wenn der Rest nach einem völlig bekannten Schema abläuft, welches definitiv eine Frischzellenkur vertragen hätte können.
 
 
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SLAXX – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Slaxx“ klingt auf dem Papier nach einem total abgefahrenen Trash-Fest, bietet dann im Endeffekt aber eher gepflegte Langeweile. Die Moral dahinter ist sehr ernst und es ist löblich, dass dieses Thema angesprochen wird, aber es bringt auch niemandem etwas, wenn eine Horrorkomödie einfach keinen Spaß machen will. Von daher war die Idee gut, aber die Umsetzung schlecht. Es wird leider wirklich nicht lustig und mit Horror hat das ebenfalls nichts zu tun. Lediglich die handwerklich simple, aber passende Arbeit, drei passable Hauptdarsteller, zwei, drei schöne Splatter-Effekte und ein paar gelungene Einfälle retten hier vor der Totalkatastrophe. Ansonsten wird man nämlich enttäuscht. Der Unterhaltungswert ist überwiegend schlecht. Da ist kein Witz, keine Spannung, zu wenig Action, zu wenig Gore. Außerdem ist die Figurenzeichnung doof und man hätte es hier einfach viel, viel mehr krachen lassen müssen, um dem Zuschauer ein unvergessliches Vergnügen zu bieten. Dann doch lieber noch mal die Killertomaten; der war zwar doof, dafür aber unterhaltsam!
 
 


 
 
 

SLAXX – Zensur

 
 
 
„Slaxx“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

SLAXX – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slaxx; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödie, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 

Slaxx [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLAXX – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das blutrote Kleid (2018)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 
Bed of the Dead (2016)
 
Überfall der Mörderrucksäcke (2006)
 
Monsieur Killerstyle (2019)
 

Filmkritik: „Es geschah am 3. Tag“ (2021)

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ES GESCHAH AM 3. TAG

(AL TERCER DIA | ON THE 3RD DAY)

Story

 
 
 
Nach einem nächtlichen Autounfall mit dem mysteriösen, schweigsamen Enrique, verliert die junge Cecilia zuerst ihr Bewusstsein und dann ihren Sohn…

 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Kritik

 
 
Nachdem die letzten drei knackig-kurzen Horrorfilme des argentinischen Regisseurs Daniel De La Vega es scheinbar nicht in die deutschen Kaufhäuser geschafft haben, meldet sich UCM.One mit diesem Release seines mittlerweile siebten Films zurück und auch wenn ich nach der Sichtung verstehen kann, wieso der Titel als massenkompatibel oder gewinnbringend genug erachtet wurde, so verstehe ich dafür dieses Mal nicht die Untertitelsituation: So gibt es laut Blu-ray-Backcover zwar spanischen O-Ton sowie eine englische Synchronisation zur deutschen dazu (?), dafür aber gar keine Untertitel. Nur dass auf der Blu-ray selber eben sehr wohl zwei Untertitelspuren angezeigt werden, die mir kurz Hoffnung gemacht haben, nur damit diese sich dann aber beide als leer entpuppen (?). Acht unbenannte Kapitel und keine Extras bis auf sehr kurze Galerien und Trailer runden diesen Release noch ab.
 
 
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Wie dem auch sei, langsam wird auf Englisch ein „Lullaby“, also Einschlaflied gesungen, dazu präsentiert das Menü der Disc das Standbild einer Mutter, die schützend ihren Sohn in den Armen hält. „On the 3rd Day“ bzw. „Es geschah am 3. Tag“ selber startet nun mit einem alten Spiegel und dem altbekannten Horrorfilm-Orchester, besonders deutlich hört man natürlich die unruhig zitternden Geigen heraus. Ein älterer Mann, Enrique, hebt sein noch älteres Wahlscheibentelefon ab und kriegt den Auftrag, eine Ladung zu transportieren, danach geht er in ein hübsch beleuchtetes Kellerset zu einem verschlossenen, zugeketteten Schrank.
 
 
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Der zweite Erzählstrang beginnt mit Cecilia, die ihren achtjährigen Sohn Martin anzieht und fertig für eine Autofahrt macht – so weit, so unschuldig, doch jeder Szenenübergang wird mit einem sehr A24-mäßigem Trommelschlag untermalt, als wäre das Böse bereits in Lauerstellung. Als Enrique dann noch mit seinem Pick-Up-Truck durch die Dunkelheit heizt und Cecilia durch eine Anhalterin am Straßenrand kurz abgelenkt ist, geschicht nach wenigen Minuten bereits das Unvermeidliche und nach einem herausziehend peinlichem, käsigen freeze Frame samt Zoom starten auch schon die Opening Credits und Cecilia rennt in einem gelben Cardigan durch verlassene Umgebungen.
 
 
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Zeitgleich scheint Enrique mit der Anhalterin vom Straßenrand kollidiert zu sein, nur um jetzt aber ihren Körper zu packen mit den Worten „Das ist nicht ihr Blut…“, what?! Cecilia kommt bei der Raststätte eines alten Pärchens an und der miese, offensichtliche sowie unnötige Greenscreen fällt leider sofort negativ auf. Unsere verletzte Protagonistin wird ins Krankenhaus gebracht, zehn Minuten Film und somit das Intro sind geschafft. Als nächstes wird die trauernde Mutter von Visionen ihres Sohnes in einer roten Regenjacke geplagt, doch für mehr als miese Pseudo Jumpscares oder gähnend langweilige Geister-Andeutungen wird diesese Element leider nicht genutzt, auch wenn es immerhin nie Überhand nimmt. Last but not wird offenbart, dass Cecilia ganze drei Tage weg war, sowie dass sowohl die Anhalterin, als auch Martin allem Anschein nach vom mysteriösen Enrique gekidnappt wurden – schnell also noch eine Patientin erdrosseln (!?) und zu ambitionierten Kamerafahrten, vorbei an Spiegeln und mehreren Bildebenen, mit quietschenden Geigen flüchten, Sohnemann zu retten.
 
 
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Die letzten wichtigen Figuren des Films sind nun Cecilias wütender und sie misshandelnder Ex Mann, ein gutwilliger Doktor namens Herman, der sich auf ihre Seite schlägt, sowie ein Polizist, der der Spur aus Leichen folgt, die unsere Pro- und Antagonisten hinterlassen. Während sowohl die mysteriösen Genreelemente mit ihrer Rätselspannung, als auch die Sets und Sounds mit ihren Beleuchtungen und Atmosphäre, als auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihren jeweiligen Motivationen für Spannung, Kurzweil und Konflikt am laufenden Band sorgen könnten, hapert es dann aber leider deutlich an der Ausführung: So soll Herman immer wieder für Comedymomente sorgen, die aber deplatiert und ungekonnt wirken, so bleibt der wütende Ex-Mann das eindimensionale Abziehbild des Schläger-Stereotyps, so überrascht ein Charakter den Fahrer während der Autofahrt (!), nur um für den Zuschauer einen billigen Pseudo-Jumpscare zu inszenieren.
 
 
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Die Visionen ihres Sohnes, die Cecilia plagen, bleiben weiterhin wenig motiviert oder gruselig, spannender wird es nach dem ersten Drittel des Films nun aber bei Einrique, da dieser die Anhalterin vom Unfall, Lucia, würgt und fesselt und diese Szenen durch Blut, Schweiß, Öl und Tränen im gepeinigten Gesicht des Opfers ihre Wirkung nicht verfehlen. Nachdem Lucia ihm dann endlich erzählt hat, dass Cecilia und ihr Sohn sich nach dem Unfall Richtung Westen zu einer Raststätte aufgemacht haben, knockt er sie höchst merkwürdig geschnitten aus, lässt sie in einen metallenen Sarg fallen (?) und zerkocht/verätzt sie. Ähm, what? Weniger kurios, technisch dafür aber ebenfalls durchaus stimmig und gelungen zu nennen sind auch die folgenden Szenen, in denen Cecilia sich per Hypnose an die Ereignisse vor dem Unfall erinnert – auch wenn man hier kein „Luz“ erwarten sollte, Überblenden, das Nutzen von Licht und die Atmosphäre dieser Sequenzen können sich sehen lassen. Und genau hier, nach knapp zwei Dritteln der Laufzeit, spielt „Es geschah am dritten Tag“ dann auch sein eines Ass aus, seine eine coole Idee und Auflösung – denn was sich vorher relativ subtil angekündigt hat, wird nun zufrieden stellend ausgeführt.
 
 
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Die finale halbe Stunde des Films kann durch ein altes, verlassenes Hotel mit seinen ewigen Gängen und hübschen Bildkompositionen punkten, durch mehrere passend benutzte Vertigo-Zooms und eine punktuell sehr verträumte Atmosphäre – doch der Genreeinschlag, der „Horror“-Aspekt der hier zu spät und zu sparsam nachgeliefert wird, enttäuscht durch allzu offensichtliche Maskenarbeit und klischeehafte Inszenierung dann doch sehr. Selbst in seinen schwächsten Szenen kann ich „Es geschah am 3. Tag“ meistens noch etwas abgewinnen, doch eine überzeugende, originelle Genreerfahrung sieht leider anders aus. Die lang gehaltene, letzte Einstellung für Credits zu nutzen ist auch eine prinzipiell poetische Entscheidung, die den leicht gothisch-romantischen Touch des Films unterstreicht, dafür macht die unnötige, klamaukige After-Credit-Scene wieder einiges kaputt.
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Gut gemeinter, technisch hochwertiger Gruselfilm mit klassischen Motiven und Storyversatzstücken, der seinen Plot um genau eine gute Idee herum geschrieben hat und abseits davon größtenteils unterwältigt
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Zensur

 
 
 
„Es geschah am 3. Tag“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Wegen einigen Trailern anderer Filme auf der Blu-ray / DVD ist selbige aber erst für Erwachsene geeignet und besitzt den roten FSK-Stempel.
 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UCM One (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Al Tercer Día; Argentinien 2021

Genre: Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase: 04.03.2022

 

Es geschah am 3. Tag [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei UCM One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are What We Are (2013)
 
La Abuela – Sie wartet auf dich (2021)
 
Malasaña 32 – Haus des Bösen (2020)
 

Filmkritik: „Girl Lost: A Hollywood Story“ (2020)

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GIRL LOST: A HOLLYWOOD STORY

Story

 
 
 
Eine junge Ausreißerin und eine Sexarbeiterin gelangen durch falsche Versprechen in die Fänge der dunklen Schattenseiten von Los Angeles.

 
 
 


 
 
 

GIRL LOST – Kritik

 
 
Robin Bain ist eine amerikanische Filmschaffende, die nach Jahren als Schauspielerin in kleineren Rollen und der Fernseharbeit sowie einem Playboyshooting anfang der 2000er auch zu größeren Produktionen gefunden hat, so vertonte sie u.a. mehrere Charaktere für zwei Episoden von adultswims „Robot Chicken“ – und drehte bereits 2016 ihr Langfilmdebüt als Regisseurin, einen Film namens „Girl Lost“. Besagter Film bemühte sich dabei bereits um ein realistisches, schonungsloses Abbild der Zwangsprostitution in den dunklen Abgründen Los Angeles‘ und konnte immerhin durchschnittliche Rezensionen einheimsen, sehr ähnlich sieht es nun, 6 Jahre sowie einen augenscheinlich furchtbaren Dämonen-Horror mit Danny Trejo später, erneut aus. Denn auch „Girl Lost: A Hollywood Story“ handelt von einer jungen Frau die in einer Mischung aus Naivität, Auswegslosigkeit und fehlgeleiteter Leichtgläubigkeit in eine furchtbare Situation gerät, die mit dem angestrebten Glamour-Showbiz so gar nichts zu tun hat.
 
 

„I’m a very bad girl. I have naughty thoughts. I wanna be punished. I fantasize about being gangraped. It totally turns me on.“

 
 
Das pinke, moderne Menü mit rockiger Musik leitet kurz ein, danach gibt es direkt diesen Monolog zu verarbeiten, gesprochen von Hauptdarstellerin Moxie Owens, die gerade für ein Spielfilmdebüt eine überzeugende Darstellung der verunsicherten jungen Frau gibt. Allzu unbekannt ist der Rest des Casts übrigens überraschenderweise nicht, da man hier – neben Erotikdarstellerinnen wie Brooke Haven oder Michelle Maylene – Schauspieler:innen wie Dominique Swain (Face/Off, Lolita, The Black Room, Stiletto), Christina Veronica (Road House, Malignant) oder Jonathan Nation (The Asylum-Produktionen, The Sixth Sense) in Nebenrollen besetzt hat, was szenenweise auch für funktionierende Dialoge oder ordentliches Schauspiel sorgt.
 
 
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Zu einem fetten Trapbeat wird unsere Hauptprotagonistin „Hope“ vorgestellt, die frustriert mit ihrer aggressiven Stiefmutter und ihrem trinkenden Vater lebt, doch Gott sei Dank hat Paige, ihre ehemalige Babysitterin, ihr ein Ticket nach L.A. gebucht. Paige wird dabei von Cody Renee Cameron gespielt, die man z.B. aus „The Neon Demon“ kennen könnte und lässt von Anfang an eine gewisse Kälte und Abgeklärtheit durchschimmern, die Böses erahnen lässt. Hope hingegen rennt in der Hoffnung auf ein besseres Leben durch die Nacht, die Titlecard erscheint. Percussionmusik eines Straßenkünstlers und hübsche Impressionen vom Hollywood Boulevard, dann wird der zweite Handlungsstrang von „Girl Lost“ eingefädelt. Eine junge Mutter wird von ihrem Job als Stripperin gefeuert und gibt ihre Tochter „Angel“ regelmäßig bei ihrer spanischen, älteren Nachbarin Lupe ab, um in der Zeit mit Prostitution Geld zu verdienen – denn die Miete ist überfällig und der Vermieter braucht den vollen Betrag bis morgen.
 
 

„Are you outta your mind? You’re like the hottest, sexiest bitch I know!“

 
 
So ansprechend gefilmt, sozialrealistisch, unbarmherzig und zumindest durchschnittlich gespielt diese ersten 9 Minuten Einstieg in den Film auch waren, sobald Paige und „Destiny“, gespielt von Brooke Haven, für mehrere Dialoge am Stück den Mund aufmachen, leidet der Genuss doch leider deutlich. Line delivery auf dem Level eines Pornos, entenähnliche Betonung und mehr Fokus auf der Zurechtrückung der Brüste, denn auf dem Inhalt der Szene. Die Mutter twerkt derweil zu lauter Trapmusik für ihre Tochter (?), bevor ein Kunde erscheint und sie ihren Nachwuchs im Nebenraum verstecken muss. Unsere andere Protagonistin läuft in der Tat lost durch Hollywood, doch da taucht auch schon Paige auf, die Abwärtsspirale in Gang zu setzen.
 
 

„We wanna keep you as young looking as long as possible!“

 
 
Obwohl das Setting nun das selbe ist wie zuvor in der miesen Dialogszene und obwohl auch jetzt „Destiny“ wieder dabei ist, ist die ganze Dynamik durch die sehr bodenständige, ängstliche Hope nun erträglicher, da nicht nur noch fake. Es wird betrunken Auto gefahren, vor Ort noch mehr getrunken und siehe da, auf einmal wird Hope genötigt probeweise an der Stange zu tanzen, dann direkt ein Fotoshooting zu machen. Klingt als Einstieg in das Glamour-Model Business nicht schlecht, wäre der Fotograf keine Redneck-Karikatur ersten Grades und nicht nur an den Fotos selber interessiert…
 
 

„This town is filled with sick, perverted fucks.“

 
 
Was für die betrunkene Hope folgt, ist gottseidank weder explizit noch erotisch gefilmt, zurückhaltend und doch unangenehm betroffen machend, zudem sich die perfide Psychologie hinter dem Plan der Übeltäter:innen zum ersten Mal entpuppt. Doch als wäre der Film bemüht, seine Qualitäten nach jeder gelungenen Szene möglichst wieder auszugleichen, folgt nun eine rätselhaft hässliche Green-Screen-Szene, da scheinbar nicht wirklich vor dem „Hollywood“-Schild gedreht werden konnte. Wieso man für eine reine Dialogsequenz so offensichtlich getrickste CGI-Effekte bemühen musste weiß ich nicht, hilft aber niemandem. Im Gespräch offenbart sich, dass Hope vom Schicksal noch gebeutelter als bereits angenommen und zudem mit Paige rummacht und in einer trashigen, peinlichen Montagesequenz mit schlimmer, unpassender 2000s-Industrialmusik kriegt der halbwegs positive Ersteindruck dieser Produktion einen ordentlichen Schlag ab.
 
 

„We’re just trying to help, that’s all.“

 
 
Das erste Fotoshooting selber ist dann zwar passabel eingefangen und gespielt, ich habe geglaubt dass Paige dauerhaft trinkt und dass Hope sich langsam aber sicher so ziemlich alles einreden lässt, doch zum ersten Mal musste ich an den besseren Film „Redlands“ denken, ebenfalls ein Drama über das Showbiz, nur eben deutlich ruhiger und statischer. Ein paar lange Einstellungen ohne Kamerabewegung, in denen man nur das Schauspiel und die Situation für sich sprechen lässt, hätten hier Wunder gewirkt. Doch auch an einen schmuckloseren, Welten billigeren, aber eben auch etwas substanzielleren „Neon Demon“ hab ich mich erinnert gefühlt, spätestens wenn ein anderes junges Model auf Hope trifft, und sie in einer hübsch beleuchteten Szene vor den Gefahren warnt, ihr ihre Nummer gibt. Und in der Tat: Um ihre „Schulden“ für das teure, eigentlich unfreiwillige und aufgequatschte Shooting zu bezahlen, soll Hope einen älteren Mann massieren. Erneut eine berunruhigende und Gott sei Dank nicht unpassend abgefilmte Szene, die mehr am emotionalen Effekt interessiert ist, denn an der Tat selber. Die erste halbwegs nackte oder „erotische“ Szene des Films inszeniert sich dann im zweiten Handlungsstrang, doch auch wenn hier alles freiwillig und sichtlich genüsslich geschieht, so sorgen die weiteren Umstände der Situation auch hier für Probleme, Traumata und ungewollte Situationen.
 
 

„Don’t be sucha pedophile!“ – „What can I say baby, it’s human nature, human nature!“

 
 
Bildhübsch eingefangene, hochaufgelöste Einstellungen einer sonnigen Villa samt Pool und junger Schönheit mittendrin suggerieren im ersten Moment einen erstrebenswerten Zustand, doch dass hier eine verlorene, verstörte, langsam taub werdende junge Frau von einem alten Sack zu Sex genötigt wird, das sieht man halt erst auf dem zweiten Blick. Und auch die Wege der jungen Mutter und unserer manipulativen Babysitterin haben sich bereits gekreuzt, auf dass ein weiteres Schicksal ausgenutzt werden kann…
 
 

„You can’t backup now!“

 
 
Ungefähr die Hälfte der 90 Minuten Laufzeit ist erreicht und wie üblich werde ich an dieser Stelle aufhören direkt nachzuerzählen und ebenfalls wie üblich ist das Schlimmste noch nicht überlebt, der eigentliche Tiefpunkt im Schicksal unserer gebeutelten Protagonistinnen noch nicht erreicht. Doch wie ordnet man einen solchen Film jetzt qualitativ ein? Nun, glaubt man den meisten Kritiken, so ist Bains erster „Girl Lost“ der etwas bessere und überzeugendere Film, doch dabei handelt es sich wohl nur um Nuancen. Glaubt man den hochgeklickten Kommentaren unter dem Trailer des Films, so sind diese schmerzhaften, verstörenden Erfahrungen wohl leider Gottes sehr nachvollziehbar, glaubhaft und realistisch rübergebracht für viele Frauen und der Film demnach ein voller Erfolg. Und auf imdb oder Letterboxd ist das Bild zwar differenziert, aber trotzdem hagelt es Verrisse und Hass für diese schlecht gespielte, billige, ausbeutende und nichts Neues aussagende Schandtat von Film, die genau den male gaze bedient, den sie anprangert.
Die Wahrheit liegt, wie so häufig, meiner Meinung nach irgendwo in der Mitte: Hat man ähnlich traumatische Erfahrungen erlebt, so kann der Film diese sicherlich szenenweise gelungen wiedergeben und einen in seinen Bann ziehen, zumindest wenn man einiges an schwachen Performances verzeihen kann. Sucht man einen tiefgründigen Film mit starken Charakteren, Motivationen und Konflikten, so wird man sicherlich enttäuscht werden und auch als „Blender“, also einfach nur großartig aussehender oder klingender Streifen, ist „Girl Lost“ nur sehr selten zu gebrauchen.
 
 
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Doch wenn gelitten wird, dann wird auch richtig gelitten und in der Mischung aus neonfarbenen, nächtlichen Impressionen, auswegslosen Schicksalsschlägen und dauerhaft überhöhnter, falscher Selbstinszenierung lassen sich doch einige treffende Szenen finden. Dass der Soundtrack gefühlt nur laute Trapmusik oder leises Klavier kennt und wenig bis nichts dazwischen ist schade, ein paar Castentscheidungen sind misslungen und die Clubszene ist lächerlich, da der „Club“ wohl nur ein leerer Raum mit 4 Leuten ist, doch bei aller künstlichen Distanz und filmtechnischer Unbedarftheit ist die Intention die Richtige und darf eigentlich nicht ohne weiteres abgestraft werden. Wie eindrucksvoll und verstörend ein Gaspar Noé diesen Film wohl gedreht hätte, ist die Frage, die mir beim Finale von „Girl Lost: A Hollywood Story“ am ehesten gekommen ist. Doch statt farbenfroher Neonalpträume erinnert die Optik hier stellenweise wirklich mehr an 2000er- Eurosport-Erotikvideos. Der fiese Twist weiß dafür zu entschuldigen und stimmt wieder gnädig, dafür ist das Ende merkwürdig gewählt und spontan ziemlich unentschlossen nichtssagend. Es bleibt ein auf und ab bis zur letzten Sekunde.
 
 
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GIRL LOST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Qualitativ schwankender, gleichzeitig emotionaler und unterkühlter, motivierter aber schlecht gespielter, hübsch gefilmter aber billig inszenierter Indiefilm über die Missbrauchsabgründe des Showbusiness. Weder leichte Kost noch ein guter Film, aber in Ansätzen überzeugend.
 
 


 
 
 

GIRL LOST – Zensur

 
 
 
Das Drama „Girl Lost: A Hollywood Story“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 18 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

GIRL LOST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Girl Lost: A Hollywood Story; USA 2020

Genre: Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 21.01.2022

 

Girl Lost: A Hollywood Story [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GIRL LOST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redlands (2014)
 
Girl Lost (2016)
 
The Neon Demon (2016)
 
Starry Eyes – Träume erfordern Opfer (2014)
 

Filmkritik: „The Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben!“ (2020)

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THE DINNER PARTY – FÜR EINE EINLADUNG WÜRDE SIE STERBEN

(THE DINNER PARTY)

Story

 
 
 
Für ein Paar wird die Einladung zu einem Dinner zum echten Albtraum, weil die Gastgeber scheinbar eine ganz andere Vorstellung von einem gelungenen Dinner haben.

 
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Kritik

 
 
Das Kammerspiel bleibt nach wie vor eine beliebte Variante, um ein gewisses Szenario umzusetzen. Dabei braucht es gar nicht mal so viel, aber vor allen Dingen gute Darsteller und Geschick in der Inszenierung. „The Dinner Party“ versucht sich gewissermaßen ebenfalls an einem Kammerspiel, weil er lange Zeit nur in einem Raum spielt. Wirklich gelungen ist das Resultat nicht, weil der Film viel zu geschwätzig ist und am Ende kaum etwas zu bieten hat.
 
 
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Jeffrey und seine Frau Haley sind zu einem Dinner eingeladen. Gastgeber ist der reiche Chirurg Carmine, der zu einer ausgelassenen Runde einlädt. So sind auch noch andere Gäste vorhanden. Jeffrey verspricht sich davon einen Investor für sein nächstes Theaterstück zu gewinnen. Doch was das Paar nicht ahnen kann, ist, dass hier ein ganz anderes Spiel stattfindet. Nach endlosem Geschwafel stellt sich dann nämlich heraus, dass sowohl Gastgeber, wie auch die anderen Gäste gänzlich anderes vorhaben mit Jeffrey und Haley. Das Dinner diente da nur als Vorwand. Das Drehbuch ist sehr schwer zu bewerten, weil es auf der einen Seite schon manches richtig macht und auf der anderen Seite dennoch ziemlich versagt. Das größte Problem von „The Dinner Party“ ist, dass er zu langsam auf den Punkt kommt, obwohl doch von vornherein klar ist, was hier ungefähr gespielt wird. Deshalb war es unnötig, den Zuschauer so lange hinzuhalten. Es gibt zwar hier und da ein paar Wendungen und auch das Ende dient mit einer Art Twist, doch es gelingt der Handlung leider selten so richtig, den Zuschauer dafür empfänglich zu machen. Dafür gibt es nämlich viel zu viel belangloses Material.
 
 
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Weshalb „The Dinner Party“ fast zwei Stunden Laufzeit besitzen muss, ist und bleibt ein großes Rätsel, denn es mangelt dem Treiben vor allen Dingen an Tempo. In der ersten Hälfte bekommt man das bereits erwähnte Kammerspiel geboten. Ungefähr eine halbe Stunde Laufzeit geht für das titelgebende Dinner drauf. Da wird viel gequatscht und selbst wenn die Dialoge gar nicht so schlecht sind, bleibt das meiste Material doch pures, unwichtiges Geschwafel. Die deutsche Synchronisation, die zwar okay ist, macht es auch nicht gerade angenehmer dem Ganzen zu lauschen, weil sie eben doch relativ künstlich klingt. Deutlich schwerwiegender ist jedoch die Tatsache, dass man zu den Figuren keinerlei Draht erhält. Es gibt keine Einleitung und man startet sofort mit Jeffrey und Haley, die am Anwesen des Gastgebers ankommen. Einen Hintergrund erhält somit niemand. Die verschiedenen Gäste sollen alle reichlich skurril und ominös wirken, doch das wirkt dermaßen gewollt, dass auch hier reine Künstlichkeit herrscht. Diese Charaktere wirken niemals auch nur ansatzweise authentisch und sind dann auch längst nicht so merkwürdig, wie die Macher dies wohl bezwecken wollten. Daraus resultiert vor allen Dingen ein ganz negatives Merkmal: Man interessiert sich für die Protagonisten oder auch Antagonisten überhaupt nicht.
 
 
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Da bringen dann auch die ganz passablen Darsteller nur wenig. Mike Mayhall nimmt man seine Rolle von Anfang an nicht ab und Alli Hart muss ab einer gewissen Zeit sowieso nur noch das weinerliche Opfer spielen. Mit Bill Sage konnte man sogar einen etwas größeren Namen gewinnen, der nicht gerade wenig Screen-Time besitzt. Er gibt sich routiniert, wirkt jedoch gleichzeitig etwas gelangweilt. Miles Doleac, der außerdem Regie führte, ist ebenfalls ganz in Ordnung in seiner Darbietung. Das trifft auf nahezu alle Darsteller zu, nur ist die Figurenzeichnung eben viel zu konstruiert, um mit Leistungen auftrumpfen zu können. Und wenn dies hätte gelingen sollen, hätte das Ergebnis doch deutlich eindrucksvoller sein müssen.
 
 
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Die Inszenierung ist dabei noch ganz okay, wobei es komplett an Schauwerten mangelt. Das schicke Anwesen ist in Ordnung, aber ein Großteil der Laufzeit spielt sich in einem nicht gerade pompös aussehenden Raum ab, der am ehesten vom Kerzenlicht leben soll. In der Tat erscheint diese Optik relativ edel, aber es mangelt der Inszenierung dann doch an Dynamik. Die Dialoge stehen oft im Vordergrund und temporeicher wird das Geschehen erst in der zweiten Hälfte, doch gerade am Anfang hätte die Kamera gerne etwas dynamischer arbeiten dürfen. Wenn sich dann hinterher die Ereignisse überschlagen, ist zumindest etwas los und dann gibt es auch eine angebrachte Portion Gewalt zu sehen, die jedoch niemals übermäßig blutig ausgefallen ist. Spannung kommt schon alleine deshalb keine auf, weil die Charaktere dafür zu wenig interessant sind, aber immerhin wird in der zweiten Hälfte mit Tempo gedient. Hätte man das Ganze zuvor schon etwas gestrafft, wäre die Wertung vielleicht auch positiver ausgefallen. So bekommt man aber leider nur einen reichlich langatmigen Film geboten, der keinen echten Horror darstellt, jedoch auch von allen anderen Genre-Zutaten zu wenig besitzt. Der Score klingt ganz brauchbar, ist aber ebenfalls nichts Besonderes.
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Was „The Dinner Party“ bezwecken wollte, ist nicht schwer zu erkennen, aber warum er das in einer solch faden Machart versucht, ist dann doch recht fragwürdig. Nichts an diesem Streifen ist hochwertig genug, um dem Zuschauer ein packendes Kammerspiel zu servieren. So sind die Dialoge an sich zwar nicht schlecht geschrieben, aber es langweilt auf Dauer doch eben zu sehr, sich knapp eine Stunde hinhalten zu lassen. Besonders, wenn man als Zuschauer sowieso längst weiß, was hier ungefähr gespielt wird. Das Drehbuch ist deshalb als misslungen zu betrachten, selbst wenn einzelne Zutaten okay sind. Die Darsteller spielen annehmbar, können aber nichts gegen die gnadenlos konstruierte Figurenzeichnung machen. Die Inszenierung ist passabel, weiß jedoch leider nicht wirklich, wie sie dieses lahme Szenario optisch aufregend gestalten könnte und Atmosphäre kommt viel zu selten auf. Im Endeffekt lässt sich „The Dinner Party“ anschauen, denn er ist nie ärgerlich schlecht, aber er besitzt deutlich zu viel Laufzeit und viel zu wenige Highlights. Wer also mal wieder Schlafprobleme besitzt und nebenbei trotzdem einen Film schauen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Man muss sich wenigstens nicht ärgern, wenn man dabei einschläft!
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben!“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dinner Party; USA 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 115 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 03.12.2021

 

Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Ravenous – Friss oder stirb (1999)
 

Filmkritik: „Masquerade – Try to survive the Night“ (2021)

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MASQUERADE – TRY TO SURVIVE THE NIGHT

(MASQUERADE)

Story

 
 
 
Für ein kleines Mädchen wird ein Abend zum Albtraum, weil zwei Diebe bei ihr und ihrer Babysitterin einbrechen. Werden die Eltern rechtzeitig zurück sein?

 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Kritik

 
 
Selbst der Home-Invasion-Thriller ist mittlerweile ziemlich totgenudelt, weil es in den letzten Jahren einfach zahlreiche solcher Prämissen gab. Die Grundzutaten sind dabei stets simpel und deshalb muss die Inszenierung schon sitzen, wenn der Zuschauer spannend unterhalten werden soll. „Masquerade“ stellt nun den gefühlt hunderttausendsten Film dieser Gattung dar und wirkt von Anfang an wenig originell. Doch das muss nicht heißen, dass das Werk nichts taugt. Ob sich eine Sichtung lohnt, erfahrt ihr nun Stück für Stück.
 
 
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Die elfjährige Casey ist alleine mit ihrer Babysitterin, denn ihre wohlhabenden Eltern befinden sich auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Dummerweise brechen genau an diesem Abend zwei Gauner ein, die es auf wertvolle Gemälde der Familie abgesehen haben. Schnell ist Casey auf sich alleine gestellt und muss sich gegen die beiden Einbrecher verteidigen, aber zum Glück sind ihre Eltern schon auf dem Weg nach Hause. Eine nette Barkeeperin hat nämlich angeboten, sie nach Hause zu fahren, aber steckt hinter diesem Angebot vielleicht mehr dahinter? Etwas schade ist, dass das Drehbuch gar nicht erst versucht, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Von vornherein ist klar, was hier gespielt wird und deshalb bleiben Überraschungen auch komplett aus. Dabei hätte man die Sache mit Rose ruhig etwas undurchsichtiger gestalten können. Es wird zwar am Ende versucht noch eine Pointe zu servieren, aber diese ist dermaßen konstruiert und unwichtig für das vorherige Geschehen, dass sie eigentlich keine echte Rolle für die Wertung der Geschichte spielt. Ansonsten gibt die simple Home-Invasion-Prämisse natürlich sowieso eher weniger her. Die Geschichte ist in solchen Filmen meistens sehr simpel und das darf auch so sein, nur muss dann eben der Rest funktionieren und das tut er bei „Masquerade“ nur bedingt.
 
 
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Man kann dem Werk nicht wirklich vorwerfen, total billig zu wirken, wobei früh ersichtlich wird, dass nicht viel Budget zur Verfügung stand. Dieses braucht man für einen effektiven Film dieser Art aber eigentlich auch nicht, denn der Schauplatz sollte sowieso begrenzt sein. Genau hier will „Masquerade“ dann etwas zu viel, weil er einen ausufernden Nebenstrang präsentiert, der sich mit Rose und den Eltern beschäftigt. Ständig wechselt das Geschehen zwischen diesen Ereignissen und dem Einbruch bei Casey. Somit kann jedoch leider keinerlei klaustrophobische Stimmung aufkommen und der Fokus auf einen Strang wäre hier durchaus effektiver gewesen. Ansonsten kann man der Inszenierung allerdings nicht besonders viel vorwerfen. Regisseur Shane Dax Taylor, der bisher nicht sonderlich viel gedreht hat, versteht sein Handwerk einigermaßen und rein optisch geht der Film ebenfalls in Ordnung. Die überwiegend dunklen Bilder sind niemals zu dunkel, so dass man genügend erkennen kann, die Schnitte wirken sauber und allgemein ist die handwerkliche Arbeit für diese Preisklasse okay. Es mangelt zwar an echten Schauwerten, doch damit kann man leben.
 
 
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Deutlich schwerer wiegt da schon die Tatsache, dass es „Masquerade“ leider niemals so richtig gelingt, eine Spannung aufzubauen. Obwohl man keine Gefangenen macht und es früh eine Leiche gibt, sucht man nach der echten Bedrohung vergebens. Mit seinen gerade mal 80 Minuten Laufzeit ist der Film ganz schön kurz geraten und trotzdem lässt er sich kaum als kurzweilig bezeichnen. Bereits nach der ersten Hälfte führt man die zwei Handlungsstränge zusammen, aber die Splittung zuvor wirkt zu willkürlich und will keinen echten Sinn ergeben. Action ist Mangelware und einen Überlebenskampf im eigenen Haus durfte man schon deutlich aufregender beobachten. Mit viel Gewalt sollte man da nun auch nicht rechnen. Nicht, dass das Werk diese gebraucht hätte, aber so hätte das Szenario noch etwas roher wirken können. Allgemein ist die Atmosphäre nämlich eher seicht. „Masquerade“ ist sehr bemüht schön düster und böse zu wirken, aber es gelingt ihm einfach nicht so richtig. Nur der passable Score sorgt noch für etwas Stimmung.
 
 
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Wenigstens sind die Darsteller ganz okay. Mit Bella Thorne konnte man einen größeren Namen gewinnen und selbst wenn sie relativ gelangweilt agiert, ist ihr Schauspiel doch routiniert. Besonders die kleine Alyvia Alyn Lind überzeugt und ihr nimmt man die Emotionen sogar richtig ab. Bei ihr funktioniert auch die Figurenzeichnung einigermaßen, die insgesamt doch eher plump und sehr konstruiert wirkt. Es ist wirklich schade, dass es nicht packender ist, der kleinen Casey zuzuschauen, denn durch das Spiel von Lind wäre dies durchaus möglich gewesen, aber die restlichen Darsteller sind dann doch eher unwichtig, agieren nicht schlecht, aber auch niemals auffällig und ein Mitfiebern kommt kaum zustande.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Aus „Masquerade“ hätte mehr werden können, weil die Grundzutaten bewährt sind und an sich gar nicht so schlecht bedient werden. Die Story stellt sich allerdings selbst ein Bein, weil sie versucht das Geschehen komplexer zu gestalten, als es eigentlich ist und alleine mit dieser Erzählart wird das mit der Spannung nichts. Die handwerkliche Arbeit ist unspektakulär, aber sauber, die Darsteller sind okay, aber meistens belanglos. Nur die kleine Lind gibt sich mehr Mühe, als es der Film eigentlich verdient hätte. Trotz der kurzen Laufzeit ist diese filmische Angelegenheit ganz schön langatmig und Dinge wie Spannung oder Action kommen kaum auf. Die Atmosphäre versucht krampfhaft mächtig böse und düster zu sein, was ihr nur leider selten gelingt. Ein paar Momente sind ganz ordentlich und die Inszenierung erfüllt ihren Zweck, doch darüberhinaus hat „Masquerade“ leider relativ wenig zu bieten.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Masquerade – Try to survive the Night“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Masquerade; USA 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.12.2021

 

Masquerade [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MASQUERADE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mit der Nacht kommt der Tod (1998)
 
Kidnapped (2010)
 
Home Invasion (2016)