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Filmkritik: „Darling“ (2015)

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DARLING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Lauren Ashley Carter) bezieht ein Apartment irgendwo mitten in New York City und soll als Hausmeisterin für ein paar Tage auf die bezogene Wohnung achtgeben. Leider erlebt sie darin unvorstellbares Grauen.

 
 
 


 
 
 

DARLING – Kritik

 
 
 
Immer wieder interessant zu beobachten, welchen Weg Horror-Regisseure gehen. Da gibt es die, die der eingeschlagenen Richtung treu bleiben und stets ähnlich gestrickte Schocker drehen, mit denen sie im Horrorfilmgeschäft Fuß gefasst haben. Andere probieren sich wiederum aus und experimentieren mit Stilen und Genres. Zu Gruppe 2 gehört MICKEY KEATING. Dessen Streifen entwickeln sich so langsam zu Geheimtipps, denn seit dem Okkultismus-Thriller RITUAL ist das, was der Regisseur hervorbringt, immer überraschend durchdacht und sorgfältig inszeniert. Nach POD, einem spannenden Ausflug ins Mystery-Fach, verblüfft der ambitionierte Filmemacher mit seiner Neugier für klassisches Grauen, das er in DARLING virtuos – nahezu kunstvoll – auf die Kinoleinwand transferiert. Hierzu knipst er die Farben aus und schaltet den Schwarz-Weiß-Filter an. So fühlt sich das Publikum in eine Zeit versetzt, als noch die Macht der Imagination für schlaflose Nächte gesorgt hat. Keating macht die Furcht vor dem Nichtgreifbaren in DARLING zum Thema und verbeugt sich damit ehrfürchtig vor den Werken des französisch-polnischen Meisterregisseurs ROMAN POLANSKI. Der konnte sich bereits in den 1960ern mit drei Kultfilmen, die man heute manchmal als „Mieter-Trilogie“ zusammenfasst (EKEL, ROSEMARIES BABY, DER MIETER) einen Namen machen und lies brillant nagendstes Grauen in den Köpfen seiner Zuschauer entstehen. Die gleiche Richtung schlägt auch Regisseur MICKEY KEATING ein. Er tritt in die Fußstapfen des Altmeisters und kreiert mit DARLING psychologischen Horror, der sich langsam, dafür aber umso intensiver seinen Weg durch die Köpfe des Publikums frisst.
 
 
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Wie in genannten Werken von ROMAN POLANSKI wird auch in DARLING eine Wohnung zum Schauplatz menschlicher Abgründe. Hier bezieht eine Mittzwanzigerin (LAUREN ASHLEY CARTER aus JUG FACE und THE WOMAN) das älteste Apartment New Yorks auf Zeit. Dort soll sich Tragisches ereignet haben. Eine junge Frau hat sich darin einst das Leben genommen. Doch das schreckt die neue Mieterin nicht ab, die als Hausmeisterin auf die riesige Wohnung achtgeben soll. Weitaus mehr Magenschmerzen bereitet ihr eine verschlossene Tür im oberen Stockwerk. Die soll auf Anraten der Wohnungseigentümerin bitte auch verschlossen bleiben, was Neugier aber auch Unwohlsein auf den Plan ruft. Was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Tür und warum darf das mysteriöse Zimmer nicht betreten werden? Viel Zeit für die Suche nach Antworten bleibt nicht, denn die junge Frau wird bald von schrecklichen Visionen heimgesucht und hört seltsame Stimmen. Erfahrene Horrorfans ahnen, dass das nur Vorboten sind, die ein schreckliches Ende einläuten werden. So ist es auch, denn offenbar scheint die Hauptprotagonistin im Film ihren Verstand zu verlieren und wird zu grausamen Taten angestiftet. Interessanterweise wird die Auflösung nicht auf dem Silbertablett serviert. Regisseur MICKEY KEATING hat das Drehbuch zu DARLING so clever konzipiert, dass mehrere Erklärungen Sinn machen. Hat sich hier ein Geist dem Körper einer jungen Frau bemächtigt, der Rache für unmenschliche Schandtaten fordert? Entpuppt sich das Haus als Pforte zur Hölle, in dem okkulte Rituale gehalten werden, um der Menschheit zu schaden? Oder ist in DARLING eine labile Mieterin nicht mehr Herr der eigenen Sinne, weil sie sich einsam fühlt und Hass gegenüber Männern hegt? Die Interpretationsfähigkeit des Publikums ist gefragt.
 
 
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Es müssen nicht immer laute Gruselschocker sein, die sich durch möglichst realistische Ekel- und Spezialeffekte versuchen gegenseitig den Rang abzulaufen. Manchmal können auch dezent und zurückhaltend eingesetzte Schauer ziemlich viel Unbehagen auslösen, was in DARLING gut funktioniert – gerade auch deshalb, weil sich der Film auf das Wesentliche konzentriert und versucht mit simpler Methodik Grauen heraufzubeschwören. Statt sich mit einfältiger Effekthascherei über Wasser zu halten, entsteht in DARLING Horror auf subtile Weise. Regisseur MICKEY KEATING spielt mit den Möglichkeiten von Kamera, Ausleuchtung, Akustik und Schnitten. Die dabei verursachte, gespenstige Atmosphäre ist beachtlich, was DARLING zu einem ganz speziellen Gruselerlebnis für anspruchsvolle Kinogänger macht, die sich nicht mit trivialer Angstmacherei abspeisen lassen möchten, sondern auch im Genrefilm das Besondere suchen. DARLING ist ein ungewöhnliches Gruselerlebnis, das Konventionen strotzt und fast schon die Grenzen zum Arthaus-Kino streift. Die Kulisse ist puristisch gehalten und reduziert sich auf weiße Gänge und spartanisch eingerichtete Räume. Mittendrin LAREN ASHLEY CARTER, die den Zuschauer mit großen Augen durch ein morbides Szenario führt und den gesamten Film fast ganz allein auf den schmalen Schultern tragen muss. Gesprochen wird kaum. Stattdessen beobachtet die Kamera akribisch den psychischen Verfall einer Frau, die von unheimlichen Stimmen geleitet zu einer unfassbaren Tat angestiftet wird. Dabei durchlebt die Leidgeplagte eine sonderbare Verwandlung. Macher MICKEY KEATING bewirkt, dass anfängliche Sympathien für die verängstige Frau in blankes Entsetzen und Abscheu umschlägt. Hinzukommt, dass durch ausgeklügeltes Spiel von Licht und Schatten sowie abrupt ablaufender Szenenabfolgen eine Stimmung ständiger Angst und Unbehagens bewirkt wird. Die beunruhigenden Filmelemente drängen DARLING vom Horror ins Psychofach und lassen den Film virtuos auf den Spuren des Polanski-Klassikers EKEL wandeln, der ziemliche viele Parallelen im Inszenierungsstil und den Erzählmechanismen vorzuweisen hat.
 
 
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DARLING ist kein Genrefilm fürs breite Publikum. Den meisten Zuschauern dürfte die Geschichte wegen der langen Kameraeinstellungen doch etwas zu gemächlich über die Mattscheibe flimmern. Zudem fühlt sich der behäbige und eigenwillige Inszenierungsstil an, als wäre man im Horrorkino der späten 1960ern gefangen. Was sich für die meisten Horrorfreunde befremdlich und nicht gerade zeitgemäß anfühlt, ist aber die eigentliche Quintessenz dieses außergewöhnlichen Filmexperiments. Das orientiert sich bewusst an längst vergangene Zeiten und lässt eine Epoche aufleben, in der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD, PSYCHO oder BIS DAS BLUT GEFRIERT wichtige Wegbereiter moderner Horrorware entstanden sind. Wer Filme fernab gängiger Horror-Formate bevorzugt, sollte sich daher dieses klaustrophobische, beängstigende und ungemütliche Stück Psycho-Horror nicht entgehen lassen. Auch wenn DARLING versucht so jedem Horrorklischee aus dem Weg zu gehen ist er vielleicht auch gerade deswegen einen Blick wert. Von FILMCHECKER gibt es daher einen Empfehlung.
 
 
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DARLING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beunruhigend inszenierter Psycho-Horror in mehreren Akten, der auf den Pfaden von Polanskis Mieter-Trilogie wandelt und sich an Zuschauer richtet, die eine Vorliebe für Horror-Kopfkino besitzen. Dort spielt sich nämlich das meiste Grauen in DARLING ab, denn wie in den guten alten Zeiten entsteht der Horror hier vornehmlich im Kopf des Publikums. Regisseur MICKEY KEATING macht von klassischer Angstmacherei Gebrauch. Der Film sieht aus, als wäre er in den 1960ern entstanden und nutzt zudem klassische Stilmittel wie schnelle Bildabfolgen, permanentes Flüstern und abrupte Geräusche um Unbehagen zu bewirken. Laut Keating wurde der Film in nur zwölf Tagen fertiggestellt und in einem Haus von Freunden der Hauptdarstellerin LAREN ASHLEY CARTER im Zentrum von New York City gedreht. Entstanden ist ein außergewöhnliches und doppeldeutiges Filmexperiment, das sich konsequent gegen die vordiktierten Konventionen aktueller Horrorware lehnt. Ein mutiger Schritt den Filmemacher MICKEY KEATING da wagt, der in Interviews immer wieder zu verstehen gibt, dass er sich nicht festlegen lassen will, sondern als ernstzunehmender Regisseur ausprobieren möchte. Vergleicht man DARLING mit Keatings bisherigen Arbeiten bestätigt sich dessen Aussage. Alle Filme des Machers sind so unterschiedlich, dass man gespannt sein darf, was als nächstes folgen wird. Wir sind fest davon überzeugt, dass nach RITUAL, POD und DARLING ein weiterer Geheimtipp auf uns zukommen wird, denn genannte Horrorstreifen zeigen eindrucksvoll, worauf es im Horrorgenre ankommt.
 
 
 


 
 
 

DARLING – Zensur

 
 
 
DARLING ist mehr Psychothriller als Horrorfilm. Das Grauen wird dabei in erster Linie durch Stilelemente wie Licht- und Schattenspiel oder konfuse Schnitte bewirkt. Gegen Ende wird dann ein klein wenig gesplattert und das sogar in schwarz/weiß. Die Kamera hält zwar drauf, aber durch schnelle Schnitte lässt sich letztendlich nur erahnen, was da vor der Linse passiert. Das ist Kopfkino. Man darf von einer FSK16 ausgehen – insofern sich ein deutsches Label traut, diesen ungewöhnlichen Genrebeitrag hierzulande überhaupt zu veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

DARLING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House on Pine Street (2015)
 
Dark Circles (2013)
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Der Mieter (1976)
 
Ekel (1965)
 


Filmkritik: „The Dead Room“ (2015)

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THE DEAD ROOM

Story

 
 
 

Zwei Wissenschaftler und ein Medium gehen einem gar schaurigen Spuk auf den Grund. In einem alten Farmhaus irgendwo im Hinterland Neuseelands sollen sich unheimliche Dinge ereignet haben, die von den Forschern näher untersucht werden wollen. Leider kommt wie immer alles anders, denn eine bösartige Präsenz lehrt die Hobby-Geisterjäger das Fürchten.

 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Kritik

 
 
 
Was ließe sich nicht alles mit einer Million Euro anstellen? Eine Villa kaufen, einmal um die Welt segeln oder ganz unverfroren: Komplett auf den Kopf hauen. Für letztgenannte Option entschied sich Filmemacher JASON STUTTER. Er hatte das Glück mit großzügigem Budget haushalten zu dürfen. So großzügig, dass so mancher Regisseur unabhängiger Horrorfilme nur mit den Ohren schlackern kann. Dass aber mit egal wie ausreichend vorhandenem Geld nicht zwangläufig ein guter Film entstehen braucht, verdeutlicht THE DEAD ROOM schmerzhaft. Für den Gruselfilm zeichnet nämlich genau dieser neuseeländische Regisseur verantwortlich, der nach (völlig zu Recht) unbekannten Titeln wie DIAGNOSIS: DEATH erneut ziemlichen Schlamassel abgeliefert hat – der aber immerhin visuell sein Geld wert ist. THE DEAD ROOM wandelt auf den Pfaden so erfolgreicher Spuk- und Geisterfilme wie THE CONJURING oder THE AMITYVILLE HORROR, die sich marketinggerecht brüsten, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. So wurde THE DEAD ROOM ebenso von paranormalen Ereignissen inspiriert, die sich in einem Bauernhaus in Central Otago, Neuseeland zugetragen haben sollen. Irgendwann in den 1970ern haben dort zwei Wissenschaftler Spukerscheinungen untersucht und sind dabei auf ein Geheimnis gestoßen, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die gleiche Geschichte soll nun auch beim Zuschauer für Gänsehaut sorgen. Leider vergebens, denn statt Originalität steht in der filmischen Umsetzung fade Vorhersehbarkeit auf dem Plan, die in erster Linie langweilt und tüchtig Müdigkeit verursacht.
 
 
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THE DEAD ROOM rückt zwei Parapsychologen in den Mittelpunkt, die zusammen mit einem Medium eine klapprige Hütte erkunden, in der es spuken soll. Die Vorbesitzer haben das Haus Hals über Kopf verlassen, weil sie Erlebtes zu Tode geängstigt hat. Das ruft freilich das Interesse der Forscher auf den Plan, die jegliche schaurige Vorkommnisse mit modernstem Equipment analysieren wollen. Schnell sind Kameras, Laptops und Bewegungsmelder aufgestellt, um übernatürliche Aktivitäten auf Film zu bannen. Doch der unsichtbare Haustyrann lässt auf sich warten. Erst nach mehrmaligen Anläufen und reichlich Warterei tut sich was. Eine bösartige Präsenz ist über die unangemeldeten Schlafgäste gar nicht erfreut. So fängt sie bald fürchterlich zu toben an, schlägt Türen zu und wirft mit Gegenständen um sich. Doch die Wissenschaftler lassen nicht locker. Sie finden heraus, dass sich am Ende des Flures ein Raum befindet, den der Geist interessanterweise meidet. Doch was hat es mit dem leeren Zimmer auf sich?
 
 
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Klischee an Klischee. THE DEAD ROOM vereint samt und sonders Elemente klassischer Spukstreifen, die schon in vielen ähnlich gestrickten Gruselfilmen der 1970ern und 1980er Programm waren. So schlagen regelmäßig Türen wie von Geisterhand zu und Gegenstände fliegen unvorbereitet durch Räume. Das mag vermutlich vor drei Jahrzehnten ziemlich gruselig gewesen sein; gefühlte tausend Geister-Heuler später ist das leider nicht mehr ganz so fesselnd wie damals. THE DEAD ROOM hat ein Problem und das nennt sich Einfallslosigkeit. Man muss kein Genie sein, um den Fortgang der Geschichte erraten zu können, denn der Film klappert relativ ermüdend alle Etappen gängiger Spukstreifen ab und hat zudem keinerlei Überraschungsmomente zu bieten. Die wichtigsten Szenen verrät – so ist das leider heute meistens – dabei übrigens der Trailer. Der fasst den Film in knapp zwei Minuten zusammen und lässt so mehr Zeit für die spannenden Dinge im Leben. Bleibt zu erwähnen, dass THE DEAD ROOM kein Film für mutige Geisterjäger ist. Der Schauertrip ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Er gibt sich nicht einmal die Mühe, das schreckerprobte Publikum irgendwie zu unterhalten. Unvorhersehbare Schockmomente sind Mangelware und unheimliche Spezialeffekte gibt es – trotz einiger Dollars mehr auf Seiten des Produktionsbudgets – auch nicht. So sind Kamera und Ausleuchtung zwar vehement darum bemüht so etwas wie Atmosphäre zu bewirken – doch dank eines Drehbuchs, das so ausgetreten ist wie Omas Pantoffeln, dürften die meisten Horrorfans schnell nach der Fernbedienung greifen, um dem faden Spuk ein gnädiges Ende zu setzen. Ein geistloser Zeiträuber.
 
 
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THE DEAD ROOM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE DEAD ROOM ist die neuseeländische Antwort auf PARANORMAL ACTIVITY. Schenkt man Regisseur JASON STUTTER Glauben, kam ihm die Idee zum Film während eines Besuches in einem heimischen Antiquitätengeschäft. Dort fand der Filmemacher ein altes Buch über Neuseelands Legenden und war schlichtweg so fasziniert von einer der dort verfassten Geschichten über eine Spukhütte, dass er daraus einen Film machen wollte. Er fand den Eigentümer des Gebäudes, lies sich durch das Haus führen und war fest davon entschlossen, den Film am Originalschauplatz zu drehen. Weil einige seltsame Dinge vorfielen, warf man aus Angst Pläne über Bord und baute die Hütte dann doch lieber im Studio originalgetreu nach. Das, verehrte Leser, ist Werbung. Im Interview lies Filmemacher JASON STUTTER stolz verlauten, dass er einen Film machen wollte, der ein unvergessliches Erlebnis für den Zuschauer werden sollte. Leider hat sich der Gute da etwas verzettelt – unvergesslich werden eher die quälend langen Sekunden sein, die das Publikum bis zum Anspann zahlen dürfte. THE DEAD ROOM ist kein nennenswertes Haunted-House-Movie, was nicht nur an mangelnder Originalität liegt. Vor allem der Schauplatz ist nicht gerade prädestiniert für Spukstreifen. Denkt man an Geisterfilme, hat man meist riesige Anwesen mit langen Fluren, dunklen Kellern und schaurigen Dachböden vor Augen. Die klapprige Hütte in THE DEAD ROOM sieht dagegen aus wie Kinderfasching. Enttäuschend von vorne bis hinten.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Zensur

 
 
 
In THE DEAD ROOM spukt es gewaltig. Hier schlagen Türen von allein zu und Gegenstände fliegen durch den Raum. Tote gibt es nicht zu beklagen. Nur am Ende findet man einen verwesten Leichnam. Wegen der unheimlichen Atmosphäre und einige verstörenden Schocks dürfte der Film in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Poltergeist (2015)
 
Poltergeist (1982)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Amityville Horror (1979)
 
The Occupants – Sie wollen dein Leben (2014)
 
I am ZoZo (2012)
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 


Filmkritik: „Backtrack“ (2015)

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BACKTRACK

Story

 
 
 

Der Psychologe Peter (ADRIAN BRODY aus SPLICE, GIALLO und WRECKED) sieht plötzlich tote Menschen und begibt sich auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse, die ihn zurück in den Heimatort führt, wo er mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Kritik

 
 
 
Es ist schön, dass es sie doch noch gibt: Geisterfilme, die auch das halten, was man von ihnen erwartet. Seit der Videomarkt boomt und sich nahezu jeder Niemand darin versucht, mit möglichst wenigen Budget und einfältigen Schreckmomenten rasch Geld zu verdienen, hat das Spuk- und Geistergenre einen großen Teil seiner schaurigen Faszination verloren. Regisseur MICHAEL PETRONI versucht dagegen anzukämpfen und besinnt sich auf traditionelle Spukwerte zurück. Der hat bereits im Horrorbereich Erfahrung sammeln können und Drehbücher zu Filmen wie THE RITE oder KÖNIGIN DER VERDAMMTEN beigesteuert. Mit BACKTRACK nahm er sich die Freiheit, auch mal ein eigenes Schauskript selbst zu verfilmen und landet damit gleich einen Glückstreffer. Ihm gelingt das Meisterstück eine packende Geschichte herrlich schaurig zu erzählen, die von Anfang bis Ende konstant spannend bleibt. Freunde klassischer Spuksteifen sollten demnach gut zuhören, denn BACKTRACK beendet die Durststrecke nach sehenswerten Gruselfilmen. Das war auch bitter nötig.
 
 
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Bereits auf dem FANTASY FILMFEST 2015 konnten sich Besucher von der herausragenden Qualität des wendungsreichen Gruselstücks überzeugen. Das ist mit Oscar-Preisträger ADRIAN BRODY sowie SAM NEILL prominent besetzt und erzählt die Geschichte vom Psychologen Peter, der plötzlich Geister sieht und Gewissensbisse bekommt. Der tragische Tod der kleinen Tochter hat den gestandenen Mann aus der Bahn gerissen. Für den gibt er sich selbst die Schuld, weil er nur eine Minute unachtsam war. Eines Tages taucht in seiner Praxis ein kleines Mädchen auf, das mit ihrem seltsamen Verhalten Fragen aufwirft. Nach einigen Recherchen steht fest: die minderjährige Besucherin ist seit Jahren tot – genauso wie die übrigen Patienten, die sich seit Wochen den Kummer in der Praxis von der Seele reden. Selbstverständlich sind die Geistererscheinungen nicht grundlos. Die wollen dem von Sorgen zerfressenen Psychologen etwas mitteilen. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass sich dahinter meist ein schreckliches Schicksal verbirgt, das mit dem Filmheld in Verbindung steht.
 
 
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BACKTRACK besitzt alles, was man von hochwertigem Horrorkino erwartet. Ob unwohlig musikalischer Untermalung, virtuose Kameraführung oder wirkungsvolle Schreckmomente – die Symbiose aus Mysterythriller, Geisterfilm und Verlustdrama hat einiges zu bieten, nach dem sich Hobby-Geisterjäger zu Hause seit Jahren sehnen. Die finstere und atmosphärische Kopie von THE SIXTH SENSE ködert den Zuschauer mit stets kleinen Häppchen und verrät nie zu viel über eine Geschichte, die mit genug Twisten aufwartet, damit Spannungsschrauben konstant fester gedreht werden können. Erst nach und nach werden Details über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, die mancherorts zwar etwas konstruiert erscheint, was aber dem Spannungsbogen keinen Abbruch tut. Mehr über die intelligent geschriebene Geschichte zu verraten wäre gemein. BACKTRACK entfaltet seinen gesamten Schrecken am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß. Deshalb: Vorhänge zuziehen, Licht ausschalten und Heimkinoanlage auf Maximum drehen. Ein Gruselfest der Extraklasse ist somit garantiert.
 
 
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BACKTRACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein finsteres und sehr atmosphärisches Geisterdrama, das mancherorts THE SIXTH SENSE oder STIR OF ECHOES in Erinnerung ruft. Klassische Gruselware wird mit BACKTRACK geboten, die nicht ungesehen bleiben sollte. Ganz im Gegenteil. Der mit ADRIAN BRODY besetzte Geisterfilm ist ein Referenztitel und sorgt mit schauriger Stimmung und fiesen Jump Scares für reichlich Gänsehaut. Die Quintessenz dieses unheimlichen und packenden Genrefilms ist jedoch die clever geschriebene Geschichte. Die fesselt bis zum erlösenden Ende und hat einige Überraschungen zu bieten. Ganz nebenbei glänzt Brody mit beeindruckender Schauspielleistung. Der verkörpert in BACKTRACK eine zermürbte Figur, die an dem tragischen Tod der Tochter zu zerbrechen droht. Seine gekonnte Darbietung eines gequälten Mannes hinterlässt Eindruck und bestätigt noch einmal, warum der Schauspieler vor einigen Jahren mit einem Oscar (für DER PIANIST) ausgezeichnet wurde. BACKTRACK ist großartig inszenierter Geisterspuk, der niemanden kalt lässt. Unbedingt sehenswert.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in BACKTRACK keine Rolle. Eigentlich bekommt der Zuschauer hier keine bösen Szenen zu sehen. Der Film verursacht Gänsehaut auf subtile Weise. Wegen ein paar Schocks und Schreckmomente sowie der düster gehaltenen Stimmung des Films dürfte es in Deutschland für BACKTRACK eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Schatten der Wahrheit (2000)

Echoes (2014)

Jessabelle (2014)

The Gift – Die dunkle Gabe (2000)


Filmkritik: „Cherry Tree“ (2015)

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CHERRY TREE

Story

 
 
 

Teenager Faith geht einen Pakt mit dem Bösen ein, um das Leben ihres Vaters zu retten. Wie man es sich wohl denken kann, nimmt das kein gutes Ende für alle Beteiligten.

 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Kritik

 
 
 
Bereits Goethes FAUST hat eindringlich davor gemahnt, besser keinen Pakt mit dem Bösen einzugehen, denn meist ist der Knebelvertrag an Konditionen gebunden, die nicht so leicht zu erfüllen sind. Seit Jahrhunderten wird in der Literatur vorm Bündnis mit der Finsternis gewarnt. Der Horrorfilm bediente sich dieser Situation natürlich auch immer wieder gern, um dem Fan des Gruselgenres schaurig schöne Filmabende zu bescheren. Mit dem Leibhaftigen ist nicht zu spaßen. Das haben Protagonisten vonn Filmen wie AT THE DEVILS DOOR, ANGEL HEART oder HEARTLESS am eigenen Leibe zu spüren bekommen, die leichtsinnig Papiere unterschrieben haben, welche vom Teufel persönlich gegengezeichnet wurden. Die Eingebung kam auf dem Weg, denn wer sich auf okkulte Abkommen mit der Unterwelt einlässt muss damit rechnen, dass er dafür in den meisten Fällen mit dem Leben bezahlen muss. So auch die Heldin des folgenden Horrorstreifens. Die bringt Kummer, Unheil und Tod über die Familie, weil sie sich das Kleingedruckte eines Abkommens nicht durchlesen wollte, das mit Mächten der Dunkelheit abgeschlossen wurde. CHERRY TREE nennt sich der neue Film von Regisseur DAVID KEATING. Der hat sich vor einigen Jahren an der Reanimation der legendären HAMMER STUDIOS beteiligt und mit WAKE WOOD den ersten Kinofilm für das Studio gedreht, das zuvor mehr als 30 Jahre leinwandabstinent gewesen war. Der Film erhielt gute Kritiken und weckte das Interesse der Horrorzuschauer, die nun mit Spannung den neuesten Streich des gebürtigen Iren herbeisehnen dürften. Doch kann CHERRY TREE dem Vorgänger überhaupt das Wasser reichen?
 
 
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Im Film geht es um Schülerin Faith (NAOMI BATTRICK), die kein einfaches Los gezogen hat. Der geliebte Vater ist an Blutkrebs erkrankt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Für die Heranwachsende eine Tragödie, die ihren Kummer durch Aggressionen an der Schule äußert. Doch die neue Hockey-Trainerin Sissy Young (ANNA WALTON) weiß Rat. Die verfügt über heilende Kräfte und ist nebenberuflich Hexe. Sie bietet der verzweifelten Teenagerin ihrer Dienste an. Doch wie man sich denken kann, ist die vermeintlich selbstlose Tat nur im eigenen Interesse. Die Sportlehrerin verspricht die Genesung des Vaters, wenn ihr Faith als Gegenleistung ein Baby schenkt. So schläft die kummerbehaftete Schülerin mit der Flamme der besten Freundin und wird tatsächlich schwanger. Doch die Zukunft des Kindes steht unter keinem guten Stern. Zwar wird der Vater von seiner Krankheit geheilt. Doch je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr plagen der werdenden Mutter Zweifel. Leider bleibt nicht viel Zeit für Gewissensbisse. Hexe Sissy fordert die vereinbarte Gegenleistung und hat kein Verständnis für Ausreden. Die zeigt ihr wahres Gesicht und das gewinnt keinen Schönheitspreis.
 
 
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Bitte mehr Filme mit und über Hexen. Seit Zombies, Foltergesellen und Spukgestalten im Wohnzimmer ihr Unwesen treiben, tut es dem Horrorfanherz gut, wenn Filme sich trauen aus der Reihe zu tanzen. CHERRY TREE ist nichts Großes und über weite Strecken konventionell gestrickt, so dass sich schnell erahnen lässt, wie der Film ausgehen wird. Weil aber Hexenfilmen seit Jahren kaum Beachtung geschenkt wird, sticht CHERRY TREE aus der Masse an immer gleichem Horrorschlamassel hervor. Im Film will eine böse Hexe furchtbare Rituale durchführen, um die Hölle auf Erden zu errichten, wird aber von einem Menschenkind in die Schranken gewiesen und für hinterlistiges Treiben mit dem Tod bestraft. Das liest sich zwar wie ein Märchen aus der Feder der Gebrüder Grimm und ist kein Stoff mit dem sich ein Genre neu erfinden lässt. Trotzdem meistert Regisseur DAVID KEATING seine Sache ganz ordentlich, denn der Film konzentriert sich aufs Wesentliche, hakt die Grusel-Etappen souverän ab und kommt zügig zum Punkt. So kann sich der Zuschauer im effekthascherischen Finale an grotesken Masken erfreuen, die trotz simpler Machart mancherorts die filmischen Albträume eines CLIVE BARKER in Erinnerung rufen. Leider wird man nicht nur einmal das Gefühl nicht los, dass schmales Budget eingeschränkt hat. Vermutlich sollten mehr visuelle Effekte und abwechslungsreiche Schauwerte zum Einsatz kommen. Weil wenig Geld zur Verfügung stand, musste gespart und improvisiert werden. So wurden Tausendfüssler als Ersatz für handgemachte Ekeleffekte eingesetzt und verfehlen ihre Wirkung nicht. Die kleinen Tiere krabbeln in Großaufnahme unaufhaltsam durch Haut und in Körperöffnungen. Zartbesaitete Zuschauer dürften sich angewidert abwenden.
 
 
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CHERRY TREE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Von heimtückischer Hexerei, giftigen Tausendfüsslern und blutigen Ritualen unterm Kirschbaum. Der zweite Horrorfilm von Regisseur DAVID KEATING ist Low-Budget-Horror mit Herz, der sicherlich nicht fehlerfrei ist und sich dem Hexen-Genre zuwendet. Geld hat gefehlt, so dass improvisiert werden musste. Das betrifft in erster Linie Effekte und Masken. Gott sei Dank kommt keine Unterstützung aus dem Computer, was dem Streifen ein charmantes Oldschool-Feeling beschert. Vor allem im Finale erinnern einigen Masken an gute alte CLIVE BARKER-Filmzeiten und heben CHERRY TREE über den Durchschnitt. In Kombination mit guten Schauspielern und temporeichem Drehbuch ist kurzweilige Unterhaltung garantiert. Weil der Film eher konventionell gestrickt ist, dürfte sogar das Mainstream-Publikum auf seine Kosten kommen. Hex, hex.
 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente bewegen sich in CHERRY TREE im überschaubaren Rahmen. Die sind kaum vorhanden. So verbrennt u.a. einer der Protagonisten lebendig und einer Filmfigur wird der Hals aufgeschnitten. Eine FSK16 dürfte für die wenigen Schauwerte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Angel Heart (1987)
 
Faust – Love Of The Damned (2000)
 


Filmkritik: „Bleed“ (2016)

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BLEED

Story

 
 
 

Sechs Freunde erleben den Horror ihres Lebens. Während einer kleinen Feier unter Freunden kommt man auf die Idee, unheimlichen Legenden eines verlassenen Gefängnisses genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat wird wissen, dass das kein gutes Ende nehmen wird.

 
 
 


 
 
 

BLEED – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte für Sarah (CHELSEY CRISP) und Ehemann Matt (MICHAEL STEGER) alles so schön werden können. Die beiden erwarten ein Baby und beziehen ein neues Haus irgendwo fernab der Großstadthektik, wo ein neues Leben für die noch junge Familie beginnen soll. Um den Anlass feiern zu können, werden Freunde und Sarahs Bruder Eric (RILEY SMITH aus GALLOWWALKERS) übers Wochenende ins neue Heim eingeladen. Letzterer ist ein Draufgänger und Frauenheld, der irgendwie nichts auf die Reihe bekommen will und sich bei der großen Schwester erstmal Geld leihen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, werden die Geschehnisse bald eine gruselige Wendung nehmen. Einer der Freunde berichtet von schaurigen Geschichten, die sich um die Gegend ranken. So soll sich in einem Gefängnis ganz in der Nähe Unheimliches ereignet haben. Serienkiller und Kannibale Kane (RAJINDER KALA) soll dort inhaftiert und bei einem Feuer ums Leben gekommen sein. Weil Neugierde größer ist als Verstand, macht sich die Gruppe auf, um den leerstehenden Gebäudekomplex genauer zu erforschen. Wie immer in solchen Filmen ein fataler Fehler, den die naiven Freunde mit dem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Wenn sich Horrorfilme nicht ins Gedächtnis einbrennen wollen, hat der Regisseur wohl sein Ziel verfehlt. BLEED (Arbeitstitel war THE CIRCLE bzw. THE HARVESTING) ist einer dieser Filme, die krampfhaft darum bemüht sind anders zu sein, aber es letztendlich trotzdem nicht schaffen, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Regie-Newcomer TRIPP RHAME hat viele Ideen gesammelt. Das ist eigentlich löblich, denn Neuerungen werden gern in einem Genre gesehen, dem offensichtlich nichts Neues mehr einfallen möchte. Leider ist BLEED förmlich zugemüllt mit zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankenblitzen, dass schnell der Überblick verloren geht. TRIPP RHAME erzählt im Spielfilmdebüt von unerklärlichen Phänomenen, einem übernatürlichen Mörder und ominösen Hinterwäldlern, die eine Leidenschaft fürs Okkulte besitzen. Das Fatale: BLEED ist für die Fülle an Informationen einfach zu kurz geraten, so dass kaum einer der diversen Handlungsstränge zufriedenstellend und plausibel abgehandelt werden kann. Das hat am Ende der Macher wohl selbst gemerkt und macht von Taschenspielertricks Gebrauch. Fiese Schreckmomenten und nicht immer überzeugende Spezialeffekte sollen von der konfusen Handlung ablenken und dafür sorgen, dass der Zuschauer keine unbequemen Fragen stellt. Das funktioniert anfangs ganz gut. Doch je näher sich BLEED dem Ende nähert, umso gravierender werden Logiklücken, die sich auch nicht mehr mit kostengünstigen CGI-Effekten verschleiern lassen.
 
 
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BLEED ist kein nennenswerter Horror-Indie. Der Streifen lässt mal wieder Figuren seltsame Dinge tun, an die kein normalsterblicher Mensch denken würde. So bleibt unverständlich, warum Erwachsene ausgerechnet in der Nacht ein verlassenes Gefängnis erkunden und darin sogar noch ein Schäferstündchen halten müssen. Außerdem unklar, wieso einer der Protagonisten die Geisterjagd fortsetzen möchte, nachdem er schwer verletzt wurde und dem Sensenmann noch einmal durch die Lappen gehen konnte. Möchte man in derart Situation nicht besser in einem Krankenhaus versorgt werden? In BLEED rauben ausgelutschte Horrorklischees den letzten Nerv. Das frustriert alteingesessene Horrorfans, die eigentlich Neuerungen im Horrorfilm suchen und sich mit dummen Charakteren und hanebüchenen Hokuspokus auseinandersetzen müssen. Doch das ist noch nicht alles, denn ein verworrener Mix der Subgenres vermasselt den Spannungsbogen, den man in BLEED ohnehin mit der Lupe suchen muss. Was bleibt sind eine Handvoll düstere Momente und ein schaurig geschminkter Bösewicht, der rastlos durch Gefängnisgänge spukt und immerhin für etwas Atmosphäre sorgt. Das allein macht aber noch keinen guten Horrorfilm, denn aufgrund billigem Indie-Looks (der Film hat gerade einmal 550.000 Dollar gekostet) verlieren die meisten gut gemeinten Schauer an Intensität. Demzufolge ist BLEED nur für Allesseher zu empfehlen, die auch jeden Horrorfilm schauen müssen, um mitreden zu können.
 
 
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BLEED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Große Ziele doch viel zu kleines Budget. Regisseur TRIPP RHAME hat sich in BLEED wohl etwas verzettelt. Der wollte Großes erreichen und hat in seiner Euphorie viel vermasselt. Sein erster Spielfilm ist überladen mit Ideen. BLEED ist ein Mix aus diversen Subgenres und kommt aufgrund der vielen Handlungsstränge ins Taumeln, die leider nur angerissen und oberflächlich zu Ende gebracht werden. So lässt sich nicht so recht einordnen, was BLEED denn nun eigentlich für ein Film ist. Der Streifen streift Spuk, Okkult- und Serienkiller-Genre, macht von minderwertigen Spezialeffekten Gebrauch, verwirrt unnötig und hält den Zuschauer mit unglaubwürdig handelnden Protagonisten für dumm. Leider hat Macher TRIPP RHAM nicht mit der List des Publikums gerechnet. Das hat die Macht über die Fernbedienung und schaltet einfach ab, wenn es zu dämlich wird. Im Falle von BLEED wäre das wohl angebracht, denn der Film ist weder spannend, klug noch sonderlich gruselig. Keine guten Voraussetzungen für einen Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Zensur

 
 
 
Am Ende erwacht der Film aus seiner Lethargie und es gibt Mord und Totschlag zu sehen. Neben aufgehängten Körperteilen wird in Köpfe geschossen und Hälse mit spitzem Gegenstand aufgeschlitzt. Klingt brutal, ist es aber nicht sonderlich. Eine FSK16 dürfte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
666 – Paranormal Prison (2013)

Zellblock 11 (2014)

House of Dust (2013)

Driftwood (2006)


Filmkritik: „Curtain“ (2015)

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CURTAIN

(THE GATEWAY)

Story

 
 
 

Die ehemalige Krankenschwester Danni (DANNI SMITH) beobachtet nach dem Einzug ins neue Apartment seltsame Vorkommnisse: Aufgehängte Duschvorhänge verschwinden wie von Geisterhand. Ein mysteriöses Portal hinter den Badezimmerfliesen wirft Fragen auf und bringt die junge Frau in große Gefahr.

 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Kritik

 
 
 
Unter der Vielzahl regelmäßig veröffentlichter Horrorfilme muss man mittlerweile gründlicher suchen, um nennenswertes Gruselfutter zu finden. Gute Horrorstreifen sind rar geworden, was sich allmählich zur frustrierenden Angelegenheit entwickelt. Im Zuge der Massenproduktion von Horrorfilmen muss immer öfters die Qualität leiden, damit mehr Geld eingenommen wird. Eine erschreckende Entwicklung, die vielen Genre-Fans den Spaß am Schauen von Horrorstreifen nimmt. Schon lange ist nicht mehr gewiss, ob sich hinter dem soeben gekauften Gruselfilm nicht doch nur eine Gurke verbirgt. Gott sei Dank sind die Qualitätsdetektive von FILMCHECKER im Einsatz, um die werte Zuschauerschaft vor Zelluloidschott zu warnen und auf Perlen hinzuweisen. So geschehen im Falle von CURTAIN. Ein ungewöhnlicher Genre-Beitrag, der zweifelsohne als eine der größten Film-Überraschungen des Jahres 2016 gewertet werden darf, weil er sich souverän gegen den Horror-Kommerz auflehnt und dabei alles richtig macht.
 
 
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CURTAINS (der in Amerika übrigens als THE GATEWAY vermarktet wird) entführt den Zuschauer in eine sonderbare Welt voller Geheimnisse und Rätsel. Darin bezieht Anti-Walfang-Aktivistin Danni ein kleines Apartment, das einen Neuanfang einläuten soll. Die junge Frau war psychisch gezeichnet vom alten Job als Krankenschwester. Deshalb wagt sie nun den Schritt in ein neues Leben und setzte sich für Rettung der Wale ein. Doch es gibt Startschwierigkeiten. Im Bad der neuen Wohnung spielen sich seltsame Dinge ab. So verschwinden Duschvorhänge wie von Geisterhand. Weil ihr niemand glauben möchte, filmt die verunsicherte Mittdreißigerin die mysteriösen Ereignisse mit dem Handy und wertet das Filmmaterial zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Tim aus. Was die beiden darauf entdecken, ist reichlich sonderbar. Ein seltsames Portal hinter den Badfliesen verschlingt jeden Duschvorhang, der an der vorgesehenen Halterung angebracht wird. Doch wer zeichnet für das geheimnisvolle Einfallstor verantwortlich und warum wurde es gebaut? Fragen, die besser hätten nicht gestellt werden sollen.
 
 
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Zuviel über die abgefahrene Geschichte zu verraten wäre unfair. CURTAIN lebt von der Prämisse, dass sich nicht so leicht erahnen lässt, wohin die Reise führen wird. Das ist auch gut so, denn so wird die Neugier des Zuschauers geweckt, der mit der Filmheldin auf Augenhöhe bleibt und nie mehr weiß, als die Hauptfigur selbst. Schritt für Schritt wird so ein außergewöhnliches Puzzle aufgelöst, das einen Strudel der Absurditäten in Gang setzt und gerade deshalb fesselt, weil sich nicht erahnen lässt, was als nächstes passieren wird. CURTAIN erinnert in seiner Machart an die schwarzhumorigen Episoden der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie. Darin wurden meist ähnlich sonderbare Handlungen im schnittigen TV-Format abgehandelt, die nicht selten mit makabrer Schlusspointe abgeläutet wurden. Darauf zielt auch CURTAIN ab, der mit bitterbösem Finaltwist in die Magengrube tritt und damit bleibenden Eindruck hinterlässt. Bis es jedoch soweit ist, huschen skurrile Filmfiguren vor die Linse, sorgen abgefahrene Kamerawinkel für atmosphärisches Gruselambiente und Synthesizer-Sounds machen deutlich, vor welchem Jahrzehnt sich CURTAIN verbeugt. Es sind natürlich die 1980er, die Regisseur JOHN CARPENTER und der italienische Musikgruppe GOBLIN nach den Anfängen in den 70ern, zum großen Erfolg verholfen haben. Vor denen hat sich der Film akustisch beeinflussen lassen. Referenzen an alte Horrorklassiker sind in CURTAIN zahlreich. So verriet man der Fachpresse, dass der Streifen visuell stark der ungeschliffenen Indie-Ästhetik des EVIL DEAD-Films gleicht. Fans unkommerzieller Horrorfilme dürfen sich demnach freuen, denn Effekte, Optik und Sound sind 100-prozentig Oldschool. Hier legt man noch Wert auf gute, alte Handarbeit.
 
 
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Hinter dem Geheimtipp steckt übrigens JARON HENRIE-MCCREA. Der erklärte in Interviews, dass ihm die Idee zum Film – wie die meisten seiner Gedankenblitze – beim Duschen kam. Dort stellte er sich die Frage, was wohl passieren könnte, wenn der Duschvorhang plötzlich verschwinden würde. Prompt schrieb er ein Drehbuch und wollte damit an einem Schreibwettbewerb teilnehmen, wo es aber sofort abgelehnt wurde. Doch MCCREA ließ sich nicht entmutigen und arbeitete eine erste Drehbuchversion zusammen mit Ehefrau CARYS EDWARS aus, die der Geschichte und den Figuren Tiefe verlieh. Die Entscheidung hätte nicht besser sein können, denn als Co-Autorin schafft CARYS EDWARS tatsächlich zugängliche Helden zu kreieren, denen man eigentlich nicht Böses wünscht. Die bereichern CURTAINS ungemein, weil sie den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen, ohne selbst zu ahnen, was auf sie zukommen wird. Macher JARON HENRIE-MCCREA lies sich laut eigener Aussage von Kultware wie VIDEODROME oder THE TWILIGHT ZONE inspirieren. An letztgenannter Mystery-Serie aus den Sixties schätzte er die Tatsache, dass aus etwas Gewöhnlichen etwas Erschreckendes werden kann, wenn man es nur aus einer Perspektive betrachtet, über die man zuvor niemals nachgedacht hat. Gleiches geschieht auch in CURTAIN. Der Film beginnt unscheinbar und gipfelt in einem bitterbösen Finale, dass man so nicht kommen gesehen hat. Demzufolge können wir für diesen Streifen eine klare Kaufempfehlung aussprechen, schließlich sieht man so einen sonderbaren und durch gelungenen Film wie CURTAINS nicht alle Tage.
 
 
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CURTAIN – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Einzigartig, spannend und absolut unvorhersehbar. Wem der ewig gleiche Horror-Trott die Freude am Filmeschauen nimmt, dürfte mit CURTAIN die Offenbarung in den Händen halten. CURTAIN ist das beste Beispiel dafür, dass altmodische B-Horrorfilme noch lange nicht ausgedient haben und oftmals mehr können als millionenschwere Blockbuster aus Hollywood. Was man braucht sind gute Einfälle, nach denen man in Filmen großer Studios seit Jahren vergebens sucht. Mit schrulligem Charme und nostalgischer 1980er-Atmosphäre packt sich CURTAIN seine Zuschauer. Als I-Tüpfelchen erweist sich dabei eine unkonventionelle Geschichte, die so unvorhersehbar ist, dass sie nicht mehr loslässt. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum man den Streifen auf einschlägigen Filmfestivals mit Lob geradezu überschüttet hat. Wir können dem nicht entgegensetzen und meinen, dass jeder aufgeschlossene Horrorfan CURTAIN gesehen haben sollte. So einen außergewöhnlichen Film bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Zwar wenig Budget, dafür grandiose Einfälle und maximale Spannung – was will der Zuschauer mehr?
 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in CURTAIN keine sonderlich große Rolle. Die Szenen in denen Grausamkeiten über die Mattscheibe flimmern sind kaum vorhanden. Meist werden die ausgeblendet oder im Off zelebriert. Demzufolge wird CURTAIN definitiv eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser – Das Tor zu Hölle (1987)
 
Gate – Die Unterirdischen (1987)
 
Gate II – Das Tor zur Hölle (1990)
 


Filmkritik: „The House on Pine Street“ (2015)

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THE HOUSE ON PINE STREET

Story

 
 
 

Jennifer Branagan ist im siebten Monat schwanger und erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Haus passieren unheimliche Dinge, die die werdende Mutter in den Wahnsinn treiben.

 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Kritik

 
 
 
Es wird wieder ruhiger im Horrorkino, denn nach dem Comeback brutaler Folterstreifen, grausamer Rachefilme und blutiger Schlachtwerke geht der Trend zum minimalistischen Horror über, der mit einfachen Mitteln möglichst viel Unbehagen bescheren soll. Das ist zuletzt mit dem außergewöhnlichen IT FOLLOWS und dem psychologischen THE BABADOOK gelungen. Letzterer wurde in Deutschland unglücklich vermarktet und lies enttäuschte Kinogänger zurück. Die hatten sich vom australischen Indie-Export schauriges Filmvergnügen versprochen, bekamen aber Psychoware vorgesetzt, die mit Horror nur wenig am Hut hatte. Trotz (berechtigter) Kritik avancierte der Psychothriller zum Geheimtipp – wohl auch deswegen, weil er bereits im Vorfeld viel Lob auf Festivals erhielt, zahlreiche Preise abräumte und so Horrorfans neugierig machen konnte. Positives Feedback und reichlich Gold gab es auch für den folgenden Film. Der schimpft sich THE HOUSE ON PINE STREET, kommt aus Amerika und wurde von zwei Brüdern gedreht, die bereits 2009 Horror in Eigenregie geschrieben, gedreht und produziert haben. Mit ihrem zweiten Spielfilm wurde subtiler Horror der zurückhaltenden Art fabriziert, der ähnlich wie genannter THE BABADOOK eher psychologisches Grauen zum Thema macht.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET handelt vom psychischen Abstieg der Jennifer Branagan (vielschichtig verkörpert von EMILY GOSS), die im Verlauf des Films an ihrem Verstand zweifelt, weil seltsame Dinge passieren. Sie zieht mit ihrem Mann (TAYLOR BOTTLES) weg von Chicago in ein Haus zurück in den Ort ihrer Kindheit, wo die Geburt des Nachwuchses freudig herbeigesehnt wird. Doch die Freude am neuen Leben währt nicht lang, denn im neuen Heim geht’s nicht mit rechten Dingen zu. Die Kammer im Schlafzimmer steht immer offen und Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ohne Frage, hier spukt’s – doch leider will der jungen Frau niemand Glauben schenken. Als die Leidgeplagte von einer unsichtbaren Kraft attackiert wird und ihr niemand helfen möchte, reicht’s. Die werdende Mutter will zurück nach Chicago. Doch da passiert das Unfassbare.
 
 
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Von strengen Müttern, beschäftigten Ehemännern und psychisch labilen Hausfrauen. THE HOUSE ON PINE STREET ist metaphernreiches und intelligentes Indie-Kino, das einmal mehr beweist, dass man für guten Horror nicht viel benötigt. So sind es oftmals kleine Geschichten fernab vom Mainstream, die den Zuschauer gebannt vor der Glotze verharren lassen. Statt plakativ zu Erschrecken und möglichst viel Schauer auf Zelluloid zu bannen, gehen es die Macher AARON und AUSTIN KEETING unkonventionell an. Sie nutzen Spuk nur als Vorwand, um eine tragische Geschichte über Isolation, Einsamkeit und ihre Folgen zu erzählen. Hauptfigur Jennifer wird im Film von einer unheimlichen Präsenz verfolgt. Deren Attacken scheinen mit fortlaufendem Schwangerschaftstress immer aggressiver zu werden. Leider zweifelt bald die Familie, ob die junge Frau noch klar bei Verstand ist. Das ist auch kein Wunder, denn weder Freunde noch Besucher können Geistererscheinungen wahrnehmen. Bald führt Verzweiflung zu Wutausbrüchen und Unzufriedenheit. Zorn wird freigesetzt. Der hat lang im Unterbewusstsein einer Frau geschlummert, die sich immer versucht hat unterzuordnen.
 
 
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AARON und AUSTIN KEETING überzeugen mit cleverem Verwirrspiel. Sie locken in THE HOUSE ON PINE STREET auf falsche Fährten und manipulieren souverän. Lang bleibt nämlich unklar, ob die Brüder hier einen Geisterfilm oder Psychothriller gedreht haben. So ahnungslos wie die Filmheldin bleibt auch der Zuschauer, der quasi auf Augenhöhe mit der Hauptfigur ein erschütterndes Martyrium durchlebt, bei dem lang undurchsichtig bleibt, ob die leidgeplagte Jennifer wirklich Geister sieht oder der Spuk nur Folge traumatisierender Erlebnisse ist. Letztendlich ist auch im Falle von THE HOUSE ON PINE STREET die Bezeichnung „Geheimtipp“ gerechtfertigt. Was hier mit wenig Budget und hervorragenden Schauspielern auf die Beine gestellt wurde, ist beachtlich. THE HOUSE ON PINE STREET bleibt gerade wegen der zurückhaltenden und minimalistischen Machart bis zum Ende spannend und pendelt mit nahezu unbeschwerter Leichtigkeit zwischen Genres. Wer gern im Horrorfilm miträtselt, sollte gut aufpassen, denn so einfach ist THE HOUSE ON PINE STREET nicht zu knacken.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Geheimtipp für Liebhaber subtiler Schauer. THE HOUSE ON PINE STREET schwimmt auf gleicher Welle, wie THE BABADOOK und verwirrt den Zuschauer durch falsche Fährten. Spukt es im Film wirklich oder haben sich Geistererscheinungen nur im Kopf einer verzweifelten Frau manifestiert? Die Brüder AARON und AUSTIN KEETING gruseln unkonventionell und machen alles richtig. So richtet sich THE HOUSE ON PINE STREET an jenes Publikum, das auch im Horrorfilm nach Anspruch sucht. Das bekommt hier ein cleveres Drehbuch vorgesetzt, das sich viel Zeit für die Entwicklung der Filmheldin nimmt. Hinzukommt, dass alle Rollen mit unverbrauchten Gesichtern besetzt wurden, die zur Abwechslung auch mal was können. Wer viele Indie-Horrorfilme neueren Datum gesehen hat, dürfte wissen, dass talentierte Schauspielern oft Mangelware sind. Wir meinen: Zu Recht auf Filmfestivals gehypter Gruselstreifen – Unbedingt sehenswert.
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Zensur

 
 
 
THE HOUSE ON PINE STREET ist subtiler Psycho-Horror, der keine Gewalt zeigt. Die reduziert sich auf einen Fenstersturz. Ansonsten gibt es einige verstörende Spukmomente zu sehen, die dem Streifen einen FSK16 einbringen dürften.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Dark Circles (2013)

The Babadook (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Delivery: The Beast Within (2013)


Filmkritik: „Sensoria“ (2015)

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SENSORIA

Story

 
 
 

Den Neuanfang hätte sich Caroline Menard wohl einfacher vorgestellt. Frisch vom Partner getrennt und in eine eigene Wohnung gezogen, passieren plötzlich mysteriöse Dinge um sie herum, die sich die zerbrechliche Frau nicht erklären kann.

 
 
 


 
 
 

SENSORIA – Kritik

 
 
 
Wenn sich keine spendablen Geldgeber für mögliche Horrorstreifen finden lassen, müssen die Zuschauer eben selbst ran. Seit einigen Jahren blühen die Geschäfte auf Crowdfunding-Plattformen wie KICKSTARTER, STARTNEXT und Konsorten, wo ambitionierte Regisseure mit Filmfans in Verbindung treten, um sich von ihnen Filme finanzieren zu lassen. So konnte in der Vergangenheit einiges an Kinomaterial (grandios: STROMBERG – DER FILM) umgesetzt werden, das sonst hätte nie gedreht werden können. Auch in Schweden versucht man jetzt Horrorfilme auf die Beine zu stellen, indem man Cineasten zum Spenden animiert. Regisseur CHRISTIAN HALLMAN ist Produzent und gleichzeitig Mitarbeiter in der European Fantastic Film Festivals Federation (EFFFF) – eine Organisation, die ins Leben gerufen wurde, um europäischer Horror-, Fantasy- und Science-Fiction-Filme zu fördern. Der wollte mit dem selbst geschriebenen SENSORIA unbedingt einen Horror-Thriller nach seinem Geschmack inszenieren und bat auf dem Finanzierungsportal KICKSTARTER um Unterstützung. Die lies nicht lang auf sich warten. Dank überzeugender Artworks und immer neuer Informationen zum Filmprojekt kamen umgerechnet mehr als 13.000 Euro zusammen. So konnte mit der Produktion von SENSORIA begonnen werden, für die ein enger Produktionsplan von gerade einmal 13 Tagen eingehalten werden musste.
 
 
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Jede Wohnung hat eine Vergangenheit. Im SENSORIA wagt Caroline Menard (intensiv gespielt von LANNA OHLSSON) einen Neuanfang. Was Tragisches im Leben der Frau passiert ist, bleibt ungeklärt. Sie hat sich von ihrem Partner getrennt und eine kleine Wohnung in einem Hochhaus gemietet, in der sich bald einsam und verlassen fühlt. Doch das seelische Ungleichgewicht der neuen Mieterin entpuppt sich bald als kleineres Übel. Nicht nur, dass sich die Nachbarn seltsam verhalten; auch in den eigenen vier Wänden geht es nicht mit rechten Dingen zu. So öffnen sich Schränke wie von Geisterhand und der Wasserhahn im Bad tropft ohne ersichtlichen Grund. Da das Apartment die Nummer 237 besitzt (SHINING lässt grüßen), dürfte wohl klar sein, dass in dieser Wohnung einiges im Argen liegt. Vor vielen Jahren ist darin Furchtbares geschehen, dass der neuen Mieterin den Neuanfang vermasseln wird.
 
 
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Willkommen zum Spuk im Hochhaus. Nein, SENSORIA ist keiner dieser konventionell gestrickten Gruselfilme, in denen böse Geister viel Schabernack treiben, um den Lebenden die Freude am neuen Heim zu nehmen. Stattdessen richtet sich der Streifen mit seiner deprimierenden Atmosphäre und gemächlichen Machart an jene Zuschauer, denen bereits der schwedische Arthaus-Horror SO FINSTER DIE NACHT wohlige Schauer beschert hat. Auch wenn beide Filme in unterschiedlichen Subgenres beheimatet sind, bleiben Parallelen nicht unbemerkt. So nehmen sich beide Streifen nicht nur Zeit, um die Gefühlswelt ihrer traurigen Protagonisten zu erforschen. Auch brisante Themen wie Einsamkeit und Großstadtanonymität werden beleuchtet – gravierende Probleme, die immer mehr Menschen in der heutigen Zeit Sorgen bereiten. Umso eindringlicher die Warnung, dass SENSORIA kein Film fürs lebensfrohe Publikum ist. Steriler Plattenbau, erdige Töne und kaum Farben deuten nämlich darauf hin, dass es in diesem Schauerdrama nichts zu lachen gibt. Die trostlose Bildsprache ist hier Stilmittel, um den psychischen Abstieg einer Frau besser unterstreichen zu können, die in SENSORIA allmählich den Verstand verliert. So legt Macher CHRISTIAN HALLMAN zwar anfangs falsche Fährten, treibt aber seine Filmfigur mit Spuk in den Wahnsinn und konfrontiert mit Geistern der Vergangenheit. Der langsame Erzählstil bringt zwar die niederschmetternd Atmosphäre des Dramas gut zur Geltung; leider schlägt die bedrückende Stimmung aufs Gemüt. Umso makabrer das Ende. Statt die Heldin von Qualen zu erlösen, wird die ohnehin gebeutelte Hauptprotagonistin noch weiter in den Abgrund getrieben. Das lässt niemanden kalt.
 
 
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SENSORIA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Weniger Horror, dafür mehr Drama. Erschütterndes Geisterdrama, das mit typisch skandinavischem Filmlook und starker Hauptdarstellerin überzeugen kann. Man kann nicht behaupten, dass SENSORIA trotz gemächlicher Inszenierung schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Der Film punktet durch deprimierende Gruselatmosphäre, die man schon lange nicht mehr so auf der Leinwand zu sehen bekommen hat. Hinter kahlen Wänden trostloser, schwedischer Plattenbauten und inmitten quälender Anonymität einer schnellebigen Großstadt erlebt eine Frau ihr ganz eigenes Martyrium. Das zehrt an den Kräften, denn die tragische Geschichte über Einsamkeit, Verlust und Trauer lässt niemanden kalt. Leider meint man es mit der zerbrechlichen Hauptfigur nicht sonderlich gut. Die schlittert in das wohl ungemütlichste Filmende der letzten Jahre, mit dem sich die meisten Zuschauer wohl nicht zufriedengeben wollen. Nichtsdestotrotz darf man Regisseur CHRISTIAN HALLMAN an dieser Stelle beglückwünschen. Der zeigt mit SENSORIA zweifelsohne, dass gelangweilte und unkreative Filmemacher aus Hollywood vom unkonventionell schwedischen Horrorkino noch einiges lernen können. Wer Arthaus mag, sollte daher unbedingt einen Blick riskieren. Mainstream-verwöhnte Filmfans dürften mit dem eher langsam erzählten SENSORIA nicht viel anfangen können.
 
 


 
 
 

SENSORIA – Zensur

 
 
 
SENSORIA ist ein trauriges Gruseldrama. Im Mittelpunkt stehen Atmosphäre und Stimmung. Die Gewalt reduziert sich auf einen Badewannenmord. Hier wird eine Filmfigur in der Wanne ertränkt. Eine andere Protagonistin erhängt sich auf dem Dachboden. Mehr Gewalt gibt es nicht zu sehen. Sollte SENSORIA in Deutschland veröffentlicht werden, gibt es dafür eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

SENSORIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Unbroken (2012)

The Babadook (2014)

The Sixth Sense (1999)


Filmkritik: „High School Exorcism“ (2014)

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HIGH SCHOOL EXORCISM

(HIGH SCHOOL POSSESSION)

Story

 
 
 

Teenager Chloe Mitchell (Jennifer Stone aus NOTHING LEFT TO FEAR) ist im letzten Jahr der High School leider keine disziplinierte Schülerin mehr. Ein Exorzismus soll helfen und die problembehaftete Achtzehnjährige wieder auf den rechten Weg bringen.

 
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Kritik

 
 
 
Wenn niemand ins Kino geht, kommt das Grauen eben nach Haus. Seit Jahren beklagt die Filmindustrie sinkende Absatzzahlen. So werden Anbieter illegaler Download- und Streaming-Angebote im Web dafür verantwortlich gemacht, dass kaum noch Filmfans ins Kino gehen oder sich physische Filmdatenträger kaufen. Doch die Filmunternehmen haben umgedacht. Statt in millionenschwere Horrorproduktionen zu investieren, die bereits durchs Netz gereicht werden, noch bevor sie im Kino gesehen werden können, kommt Horror mittlerweile immer häufiger gleich im Serienformat auf die Mattscheibe. Das hat den Vorteil, dass viel Geld mit Werbeeinblendungen verdient werden kann und Serienfolgen tatsächlich erst auf den TV-Sendern Premiere feiern, bevor sie im Internet ungewollt verbreitet werden. So ähnlich scheint man sich das auch mit HIGH SCHOOL POSSESSION vorgestellt zu haben – Horror fürs nicht sonderlich anspruchsvolle Publikum, der extra fürs Fernsehen auf Spielfilmlänge geblasen wurde und auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME Premiere feierte. Scheinbar sorgte die Erstausstrahlung für gute Einschaltquoten, weshalb man den Film unter dem Titel HIGH SCHOOL EXORCISM ein Jahr später noch einmal auf dem Heimkinomarkt ausgewertet hat, damit ihn ehrliche Filmfans auch kaufen können.
 
 
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08/15-Exorzismus auf Daily-Soap-Niveau. In HIGH SCHOOL EXORCISM gehen mysteriöse Dinge vor sich. Darin wird Schülerin Chloe Mitchell (JENNIFER STONE) vom Pech verfolgt. In der Schule wird sie gemobbt, unkontrollierte Wutanfälle vermasseln ein Sportstipendium und seltsame Stimmen im Kopf machen das Leben schwer. Doch die beste Freundin (JANEL PARRISH) weiß Rat. Bei Recherchen zu einem Artikel über eine religiöse Gruppe an der Schule macht sie eine folgenschwere Entdeckung. Die sogenannten „Auserwählten“ befreien Menschen von inneren Dämonen, indem sie diese in der Schule exorzieren. Da sich die attraktive Chloe allmählich zum Frack entwickelt und seltsames Verhalten an den Tag legt, soll auch ihr der Teufel ausgetrieben werden – ist in heutigen Schulen wohl so üblich. Die findet sich bald festgekettet auf einem Tisch wieder und hofft auf Erlösung. Leider hat ein misslungener Filmtwist anderes Schicksal für die Filmheldin vorgesehen.
 
 
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HANNAH MONTANA meets DER EXORZIST. Sollte DISNEY endlich mal wieder eigene Horrorfilme produzieren, dürfte nicht wundern, wenn dabei ein Film wie HIGH SCHOOL EXORCISM entstehen würde. Viel Substanz hat dieser Light-Grusler nämlich nicht, was wohl in erster Linie daran liegen mag, weil die Macher mit HIGH SCHOOL EXORCISM ein eher jugendliches Fernsehpublikum ansprechen wollten. So werden volljährige, männliche Zuschauer mit diesem TV-Schauer reichlich wenig anfangen können, denn zwischen Zicken-Terror, Teenie-Problemen und Intriegenspielchen muss man Horror mit der Lupe suchen. Statt düstere Optik, Gruselatmosphäre und unheilvolle Klänge gibt’s schöne Menschen, aktuelle Popmusik und uninteressante Stereotypen zu sehen. Letzteres handeln nach vordiktierten Regeln und verhalten sich – wie die meisten Figuren in Seifenopern – nicht sonderlich glaubhaft. Hohe Erwartungen sollte man daher nicht an HIGH SCHOOL EXORCISM stellen. Auch wenn am Ende ein fast lächerlich zurückhaltend inszenierter Exorzismus das Finale einläuten muss, hat dieser TV-Streifen mit Horror wenig am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem lauen Grusellüftchen ein unglaubwürdiges Coming-of-Age-Drama für Jugendliche in dem sich ein Teenager auf dem Weg macht, um sich selbst zu finden. Wer blutigen Schabernack sucht, sollte HIGH SCHOOL EXORCISM daher gleich wieder aus seinem Gedächtnis streichen. Denn für erwachsene Zuschauer ist dieser Film Zeitverschwendung.
 
 
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HIGH SCHOOL EXORCISM – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Light-Exorzismus für den Kinderkanal. Viel mit Horror hat HIGH SCHOOL EXORCISM – trotz auf dem Cover angepriesener Exorzismusthematik – eigentlich nicht am Hut. Der Horror hat Sendepause, denn der TV-Film aus dem Hause LIFETIME (weitere LIFETIME-Filme) ist eigentlich eher Selbstfindungs- und Coming-of-Age-Drama. Die Teufelsaustreibung wird hier nur als Vorwand verwendet, um bevorzugt jugendliche Horrorfans anlocken zu können. Die bekommen natürlich auch das zu sehen, was man eben in amerikanischen TV-Serien zu sehen bekommt. Das sind in erster Linie makellose Menschen und nicht sonderlich anspruchsvolle Geschichten. Leider dürften selbst Heranwachsende keinen Spaß mit dem kaum vorhandenen Gruselgehalt im Film verstehen. Die werden sich aufgrund des irreführenden Covers schnell hinter das Licht geführt fühlen. Das Plakat zum Film erinnert eher an Hexenstreifen, wie DER HEXENCLUB oder ZAUBERHAFTE SCHWESTERN. Umso enttäusche für all jene, denen letztendlich doch was ganz anderes geboten wird, als erwartet. Hier ist Vorsicht geboten!
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Zensur

 
 
 
Weniger Horror, stattdessen mehr High-School-Drama. Das macht sich auch beim Gewaltgrad bemerkbar. Viel gibt es nicht zu sehen. Ein paar dämonisch funkelnde Augen, ein aufgeschlitzer Hals und ein paar schnell geschnittene, düstere Visionen. Dafür gibt es eine FSK16 – insofern der Film hierzulande überhaupt veröffentlicht wird.
 
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Bilder liegen bei Hybrid, LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Circle (2015)

Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)

Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)

Der Hexenclub (1996)

Sabrina – Total verhext (1996 – 2003)


Filmkritik: „The Fear of Darkness“ (2014)

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THE FEAR OF DARKNESS

Story

 
 
 

Psychopath oder paranormale Aktivitäten? In diesem australischen Mystery-Gähner untersucht Psychiaterin Sarah Faithful (Maeve Dermody) einen skurrilen Mord. Den soll Studentin Sky (Penelope Mitchell) begangen haben. Leider ist die starr vor Angst, weil die Frau Grausiges gesehen haben muss. Für die Nervenärztin keine einfache Patientin, schließlich ist die Schülerin fest davon überzeugt, dass sie nicht selbst gemordert hat, sondern ein Killer aus dem Reich der Schatten und Geister.

 
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Mysterythriller, der auf der immer noch sehr beliebten Welle jener Gruselfilme mitschwimmt, in denen paranormale Ereignisse im Mittelpunkt stehen. Diesmal sind Drogen im Spiel, die eine Studentin (PENELOPE MITCHELL aus DER FLUCH VON DOWNERS GROVE) an den Rand ihrer psychischen Kräfte treibt. Die wird für den Mord an einen Kommilitonen beschuldigt, dessen Leiche aber nicht gefunden werden kann. Weil die Beschuldigte wirres Zeug von übermenschlichen Kreaturen faselt wird eine Psychiaterin (MAEVE DERMODY aus dem Kroko-Horror BLACK WATER) zu Rate gezogen. Die durchforstet das Unterbewusstsein ihrer Patientin, um den Tathergang rekonstruieren zu können. Leider findet sie bei ihren Untersuchen keine plausiblen Antworten. So beginnt sie auf eigene Faust das Privatleben der verängstigten Mittzwanzigerin zu erforschen und stößt während der Ermittlungen auf eine heiße Spur.
 
 
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Von Geistern, Halluzinationen und psychisch gestörten Persönlichkeiten. THE FEAR OF DARKNESS ist keine leichte Abendunterhaltung, was in erster Linie nichts mit verstörenden oder gar grausam anzusehenden Bildabfolgen zu tun hat. Die gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen fordert der Film die vollste Aufmerksamkeit des Zuschauers, denn Geduld und Konzentration werden vorausgesetzt, um nicht die Orientierung zu verlieren. THE FEAR OF DARKNESS versucht zu verwirren, denn Regisseur und Drehbuchautor CHRISTOPHER FITCHETT ist bis kurz vorm Abspann darum bemüht, Lösungsansätze zu verschleiern. So bleibt lang ungeklärt, ob im Film wirklich Geister spuken oder sich Geisterwesen nur im Kopf einer psychisch kranken Frau manifestiert haben. Leider ist THE FEAR OF DARKNESS trotz psychologisch tiefgründiger Charakterstudie und erfahren agierenden Schauspielern kein nennenswerter Beitrag innerhalb des Genres. Das mag vor allem dem sehr langsamen Erzählstil zu schulden sein, der zwar Raum für Charakterentwicklungen zulässt, aber aus THE FEAR OF DARKNESS eine äußerst langweilige Angelegenheit macht. Umso bedauerlicher, dass ein nicht uninteressanter Twist verpufft, der zur Abwechslung mal wirklich das Etikett gelungen tragen darf, aber aufgrund des zähen Erzählflusses an Bedeutung verliert. Unterm Strich bleibt ein Mix aus Mystery, Grusel- und Drama übrig, der nur wenigen Gruselfans zusagen dürfte. Höhepunkte fehlen und gute Schocks bleiben auch aus. Wegen teils psychologischer und subtiler Angstmacherei sollten demnach nur Hardcore-Mysteryfans einen Blick riskieren.
 
 
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THE FEAR OF DARKNESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schleppendes Verwirrspiel oder besser: Viel Lärm um nix. Technisch solider Mix aus Psychothriller, Mystery- und Geisterfilm, der zwar menschliche Urängste zum Thema macht, aber unter quälend langsamen Erzählstil und zähen Dialogen zu leiden hat. Wer laute Schockmomente und bluttriefende Gewaltmomente in Genrefilmen voraussetzt, wird mit THE FEAR OF DARKNESS keinen Spaß haben. Die sucht man nämlich hier vergebens. Stattdessen wird viel gequasselt und auf falsche Fährten gelockt. Trotz gut gemeinte Absichten und netter Idee dahinter wird Gebotenes selbst Filmfans mit Anspruch auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Die dürften trotz aufmerksamen Zuschauens so ihre Probleme mit dem Wachbleiben bekommen. Letztendlich ist das kein gutes Zeugnis für einen Regisseur, der das Publikum mit seinem Schaffen in Tiefschlaf versetzt. Vielleicht wmacht Regisseur CHRISTOPHER FITCHETT beim nächsten Film alles anders.
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Zensur

 
 
 
Gewalt hat Sendepause. THE FEAR OF DARKNESS hat keine Schauwerte zu bieten. Die reduzieren sich auf blutverschmierte Wände und dunkle Schatten, die des Öfteren vor der Kamera vorbeisausen. Eigentlich könnte THE FEAR OF DARKNESS ohne Probleme eine FSK12 erhalten. Weil der Film jedoch mit psychologischem Horror verwirren möchte und beunruhigende Atmosphäre besitzt, könnten 12jährige Probleme mit dem Einordnen und dem Verständnis bekommen. 16jährige sind da schon reifer. Demzufolge sollte man mit einer FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Psych:9 (2010)
 
Identität (2003)
 
The Ward (2010)
 


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