Filmkritik: „The Fog – Nebel des Grauens“ (1980)

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THE FOG – NEBEL DES GRAUENS

(THE FOG)

Story

 
 
 
Im Klassiker von John Carpenter wartet das Grauen im dichten Nebel und eine schreckliche Vergangenheit ist dafür verantwortlich.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Kritik

 
 
 
Nebel ist aus atmosphärischen Horrorfilme nicht wegzudenken und kann, richtig eingesetzt, für eine optimale Stimmung sorgen. Er passt aber auch perfekt zu diesem Genre, denn Nebel schränkt unsere Sicht ein. Die Angst vor dem, was man nicht sehen kann, ist immer groß und John Carpenter kam dann auf die simple, aber höchst effektive Idee den Nebel gleich zu seinem Hauptstar in einem Film zu machen. „The Fog – Nebel des Grauens“ wirkt auf wunderbare Art angestaubt und altmodisch, funktioniert aber selbst heute über 40 Jahre nach seinem Erscheinen noch richtig gut. Dafür ist am ehesten Carpenter selbst verantwortlich, denn der zaubert hier einfach eine ganz tolle Inszenierung hervor.
 
 
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Antonio Bay ist eine ruhige Kleinstadt in Kalifornien an der Küste, mit einem Leuchtturm und sympathischen Einwohnern. Doch am 100. Jahrestag der Stadtgründung soll etwas Schreckliches geschehen. Ein dichter Nebel macht sich vom Meer auf in die Kleinstadt und in diesem Nebel wartet das Grauen. Was hat dies mit dem Tagebuch auf sich, welches Pater Malone einen Abend zuvor gefunden hat? Und was ist in der Vergangenheit geschehen, dass sich scheinbar unheimliche Gestalten im Nebel befinden, um sich zu rächen? Man kann ganz klar sagen, dass die Handlung dünn ist und nicht zu den Highlights von „The Fog – Nebel des Grauens“ gehört. Das ist aber gar nicht schlimm, denn bei Carpenter waren es meist die simplen Ideen, die dann mit ihrer Umsetzung zu überzeugen wussten. Die Hintergrundgeschichte um Schuld und Sühne funktioniert dann aber ganz solide und sorgt noch für etwas Spannung, wenn man den Verlauf der Geschichte noch nicht kennt. Insgesamt wurde das einfache Drehbuch souverän geschrieben, es ist aber trotzdem viel mehr die Umsetzung, die aus dem Werk einen so tollen Horrorfilm macht.
 
 
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Wie John Carpenter den Nebel einsetzt, ist nämlich einfach klasse. Er ist wirklich sehr dicht, leuchtet zudem noch und sorgt für einen wohligen Grusel. Wenn dann noch die Kreaturen zu sehen sind, Augen ganz einfach rot leuchten, dann könnte das zwar kaum viel simpler gestaltet sein, aber es funktioniert ganz prächtig. Das liegt auch mit an einem optimalen Spannungsaufbau. Carpenter lässt sich viel Zeit und steigert den Schrecken zum Finale hin immer mehr. Nebenbei baut er eine wunderbar sympathische Kleinstadt-Atmosphäre auf und auch der Einsatz vom Leuchtturm ist toll. Selbstverständlich ist bei Carpenter auch der Score von Bedeutung, den er natürlich selbst komponiert hat. Wenn sich seine eingängigen Melodien mit den Bildern kombinieren, ist das einfach großartig. „The Fog – Nebel des Grauens“ bietet so richtig schön altmodischen Grusel, der auch wirklich unheimlich ist und eine echt starke Atmosphäre besitzt.
 
 
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Der Unterhaltungswert funktioniert aufgrund der klasse Inszenierung ebenfalls sehr gut, obwohl sich die Ereignisse in „The Fog – Nebel des Grauens“ niemals überschlagen. Der Horror bleibt fast immer subtil und wird fast nie reißerisch. Ein paar kleine Gewalteskapaden dürfen natürlich nicht fehlen, aber sie stehen absolut nicht im Vordergrund. Viel mehr geht es darum ein Geheimnis zu lüften und wenn es dann abends wird, bereitet Carpenter sein Finale mit viel Gefühl vor. Obwohl das Tempo eher gemächlich ist, baut sich da eine angenehme Spannung auf. Genügend Standortwechsel gibt es ebenfalls und allgemein wirken die Kulissen fantastisch. Mit seiner Laufzeit von genau 90 Minuten besitzt das die ideale Laufzeit und so kommt es zu keinerlei Längen. Nebenbei darf man noch ein paar sehr schöne Effekte betrachten. Alleine die Kreaturen aus dem Nebel wurden toll dargestellt und wirken richtig unheimlich.
 
 
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Dass die Figurenzeichnung bei einem Werk wie „The Fog – Nebel des Grauens“ nun nicht so wichtig sein wird, kann man sich mit Sicherheit denken. Tatsächlich ist sie sogar ganz schön schwach, weil man nur sehr wenig über die Charaktere erfährt und sie im Endeffekt allesamt belanglos bleiben. Das stellt dem Werk allerdings überhaupt kein Bein, denn die Figuren sind alle sympathisch und deshalb fällt es kaum auf, dass sie nicht besonders markant gestaltet wurden. Außerdem gibt es da ja dann auch noch solide Darsteller, die ihren Job angenehm machen. Carpenter arbeitete erneut mit Jamie Lee Curtis zusammen, die hier einfach nur sympathisch wirkt. Mit Tom Atkins hat man damals natürlich auch nie etwas falsch gemacht. Hal Holbrook ist passend besetzt und Janet Leigh schaut auch ein paar Male vorbei. Adrienne Barbeau ist charismatisch. Von den Schauspielern werden ganz sicher keine großen Leistungen erwartet, aber trotzdem gibt es in diesem Punkt keinen Grund zu meckern.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Damals von den Kritikern eher verrissen, heute längst Kult, ist „The Fog – Nebel des Grauens“ ein Werk, welches von seiner tollen Inszenierung lebt. Das Drehbuch ist sehr einfach gehalten, besitzt aber immerhin eine funktionierende Hintergrundgeschichte, die Figurenzeichnung könnte ebenfalls kaum simpler sein, ist aber wenigstens absolut sympathisch. Am ehesten sollte man sich diesen Film wegen seinen großartigen Bildern anschauen. Carpenter baut mit diesen nämlich eine wunderbare Atmosphäre auf, die auf altmodische Art und Weise richtig viel Grusel entstehen lässt. Das ist so richtig schön subtil gestaltet und macht mit seiner unheimlichen Stimmung auch heute noch sehr viel Spaß. Die gesamte handwerkliche Arbeit ist zudem ordentlich und die Darsteller wissen ebenfalls zu gefallen. Außerdem macht der Score wie immer Freude. Vielleicht ist „The Fog – Nebel des Grauens“ nicht der beste Film von Carpenter, aber er gehört auf jeden Fall zu seinen Top-Werken und beweist, wie viel man aus einer simplen Idee herausholen kann!
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Zensur

 
 
 
Carpenters „The Fog – Nebel des Grauens“ war schon im Kino, auf VHS und DVD frei ab 16 Jahren und ungeschnitten. Auch die aktuellen 4K/HD-veröffentlichungen sind ebenfalls FSK16 und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Kinowelt – KeepCase Blu-ray

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium Blu-ray im Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release: 10.10.2008

 

The Fog – Nebel des Grauens [Blu-ray – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray (2 Blu-rays)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch PCM 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium Blu-ray im KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Extras: Audiokommentar mit John Carpenter und Debra Hill (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Audiokommentar mit Adrienne Barbeau, Tom Atkins und Tommy Lee Wallace (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Retro-Dokumentation: „Vergeltung: John Carpenters ‚The Fog'“ (44:15 Min.), Featurette: „The Shape of the Things to come: John Carpenter Un-Filmed“ (8:44 Min.), Featurette: „Horrors Hallowed Ground mit Sean Clark“ (20:22 Min.), Einführung von John Carpenter (SD, 8:17 Min.), Geschnittene Szenen (4:10 Min.), Das Storyboard (1:26 Min.), Szenenanalyse von John Carpenter (SD, 3:30 Min.), Die Angst im Film (7:42 Min.), TV-Spots (1:36 Min.), Kinotrailer (2:50 Min.),, Bildergalerie inklusive Hinter den Kulissen (8:02 Min.)

Release 08.11.2018

 

The Fog – Nebel des Grauens [Blu-ray – 2 Disc-Neuauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche 4K-UHD-Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase UHD (1 Blu-ray + 1 UHD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch PCM 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch

Bild: 3840x2160p UHD (2.35:1) | @24 Hz 4K native, Dolby Vision, HDR10

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium 4K-UHD-Blu-ray im KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Extras: Audiokommentar mit John Carpenter und Debra Hill (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Audiokommentar mit Adrienne Barbeau, Tom Atkins und Tommy Lee Wallace (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel)

Release 14.02.2019

 

The Fog – Nebel des Grauens [4K-UHD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FOG – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fog – Nebel des Grauens (2005)
 
Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973)
 
Der Nebel (2007)
 

Filmkritik: „The Passenger“ (2021)

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THE PASSENGER

(LA PASAJERA)

Story

 
 
 
Eine anstrengende Tour mit dem Bulli verwandelt sich in eine tödliche Alieninvasion. Oder: Was nutzt das politische Argument, wenn ich von einer zwei Meter langen Zunge erdrosselt werde?
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Kritik

 
 
 
Der spanische Independent Film, wieviel Freude hat er uns bereitet? Von Aktion Mutante über Perdita Durango bis zum Mad Circus präsentiert das spanische Kino immer wieder einen wilden Expressionismus, der nirgendswo anders zu finden ist. Es scheint noch das Blut der spanischen Anarchisten in diesen Filmen zu schlummern. Da, wo andere westeuropäische Produktionen in Tugenden wie dem Subtilen und Untergründigen glänzen, hat es sich der spanische Film zum Ziel gesetzt, eben diese Tugenden durch hemmungslose Übertreibung ad absurdum zu führen.
 
 
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Das Scifi-Horror-Roadmovie The Passenger hat eigentlich alle Zutaten, die eben solch ein Filmvergnügen gewährleisten können: Vier Personen mit unterschiedlichsten Motiven fahren in einem VAN durch eine menschenkarge naturbelassene Einöde, um eine abgestürzte außerirdische Sonde zu finden. Deren glibberiger Inhalt infiziert gleich die jüngste Protagonistin des Teams, um zusammen mit einem folgenschweren Unfall für eine wilde Menschenjagd der Körperfresser zu sorgen. Dabei sind es besonders die gut durchdachten Dialoge der ersten halben Stunde, die für Erheiterung sorgen: der Fahrer des Van kämpft mit machistischer Attitüde gegen Vertreter der Moderne. Er muss sich in seinem uralten Van mit differenzierten Argumenten des neuen Feminismus herumschlagen und kann als Antwort lediglich seinen vorzeitlichen Kassettenrekorder laut aufdrehen.
 
 
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Alles deutet auf einen grundsätzlichen Konflikt hin: antagonistische Weltauslegungen kämpfen gegeneinander an und eskalieren über den spontanen Einsatz des Horrors: auch wenn der spanische Macho mit Argumenten nicht punkten kann, beim Töten von außerirdischen Parasiten ist er in den späteren Szenen des Films ganz in seinem Element.
Dabei sind gerade zum Ende des Werks zahlreiche Drehbuchentscheidungen an Schwachsinnigkeit kaum zu überbieten: während die genre-typische meist einvernehmliche Isolation der Hauptdarsteller zwecks Zurschaustellung blutiger Metzel-Effekte den Fans des Horror-Genres heute nur noch ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubert, kitzeln hier die gezielten Autounfälle zur Bekämpfung außerirdischer Passagiere schon ein arges Stirnrunzeln beim Betrachter hervor.
 
 
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THE PASSENGER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ob nun die zahlreichen Ungereimtheiten als Hommage an das Genre interpretiert werden sollen, bleibt dahingestellt. Fakt ist: sie funktionieren nicht und das ist wohl die größte Schwäche des Films: die wüste Aneinanderreihung irrationaler Entscheidungen schließt letztendlich eine Anteilnahme des Betrachters aus.
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Passenger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Pasajera; Spanien 2021

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.10:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-Of, Kurzfilme der Regisseure Fernando González Gómez und Raúl Cerezo, Trailer, 24-seitiges Booklet inklusive Interview, Poster, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 30.09.2022

 

The Passenger [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Trailer

 
 


 
 
 

Oleg Katschingski

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Get Out (2017)
 

Filmkritik: „Paranormal Activity: Next of Kin“ (2021)

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PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN

(PARANORMAL ACTIVITY 7)

Story

 
 
 
Margot hat ihre Mutter nie kennengelernt, da sie zur Adoption freigegeben wurde. Als junge Erwachsene möchte sie mehr über die Hintergründe ihrer Familie erfahren. Die Suche nach ihrer Vergangenheit wird aufgenommen und soll zur ganz persönlichen Dokumentation werden. Es dauert auch nicht lange, bis Margot herausfindet, dass ihre Mutter scheinbar aus einer Amisch-Glaubensgemeinschaft stammte. Dort wird Magot mit ihrem Freund sogar recht herzlich aufgenommen. Es dauert allerdings ebenfalls nicht lange, bis sich herausstellt, dass mit der Gemeinschaft etwas nicht stimmt. Scheinbar hatte Margots Mutter damals gute Gründe ihr Baby wegzugeben.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Kritik

 
 
 
„Paranormal Activity“ schlug 2007 ein wie eine Bombe. Der Film war höchst simpel gestaltet, kostete dementsprechend wenig, war nebenbei jedoch dermaßen effektiv inszeniert, dass er zum echten Hit wurde. Da ließen mehrere Fortsetzungen natürlich nicht lange auf sich warten und selbst zu zwei Spin-offs kam es. 2015 sollte mit „Ghost Dimension“ dann jedoch Schluss sein und das war auch gut so. Es kann sich eben nicht jedes Konzept ewig halten. Doch genauso, wie man „Saw“ nicht ruhen lassen kann, gelingt es den Studios auch nicht die Finger vom Namen „Paranormal Activity“ zu lassen. Die Marke war einfach mal zu lukrativ. Und so gibt es mit „Next of Kin“ den nächsten Eintrag in diese Reihe, der sich jedoch recht losgelöst von den restlichen Teilen betrachtet. Gerade weil man hier zusätzlich eigenständige Wege geht, wirkt der Titel fast eher wie eine Mogelpackung. Nur hätte das Ergebnis unter selbstständigem Namen sicherlich deutlich weniger Leute angelockt. Alles halb so wild, wenn denn wenigstens der Film gut geworden ist. Aber ist er das? Leider nur bedingt. Während Genre-Fans durchaus mal einen Blick riskieren dürfen, sollten vor allen Dingen Fans des Originals hier eher vorsichtig sein.
 
 
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Abgesehen von den Spin-offs waren alle Teile der „Paranormal Activity“ Reihe gewissermaßen miteinander verknüpft. Man hätte also eigentlich schon erwarten dürfen, dass es so weitergeht, wenn man es mit einer offziellen Fortsetzung zu tun bekommt. „Next of Kin“ erzählt allerdings seine eigene Geschichte und hätte den Titel „Paranormal Activity“ rein inhaltlich nun wirklich nicht gebraucht. Was hier erzählt wird, ist vom Aufbau her zwar solide gestaltet, aber auch schrecklich durchschnittlich, weil solche Zutaten einfach schon zu oft vorhanden waren. Über eine richtige Auflösung hat man sich ebenfalls keine Gedanken gemacht. Das ist doch sehr schlicht geschrieben und holt im Jahre 2022 wohl keinen mehr so richtig ab.
 
 
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Dafür rettet Regisseur William Eubank mit seiner Inszenierung das, was zu retten ist. Besonders der mittlere Teil ist wirklich effektiv gestaltet und allgemein kann man über die Inszenierung nicht meckern. Das bleibt oftmals subtil genug, verzichtet auf große Effekthascherei und so kann das Geschehen seine Wirkung manchmal schon ganz ordentlich entfalten. Leider hat es Herr Eubank nur mit dem Fake-Doku-Stil nicht so ganz ernst genommen. Da gibt es nämlich einige Szenen, die doch schon eher wie aus einem richtigen Film wirken. Künstlerische Freiheiten mögen zwar erlaubt sein, aber bisher hatte diese Reihe vor allen Dingen ihre Authentizität ausgemacht. An der handwerklich soliden Arbeit ändert dies trotzdem nichts. Die simplen Schauplätze erfüllen ihren Zweck und wie bereits erwähnt, gibt es schon ein paar ziemlich starke Szenen zu betrachten.
 
 
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In diesen kommt dann sogar eine ansprechende Atmosphäre auf, wobei man den größten Horrorschocker eher woanders suchen sollte. „Next of Kin“ besitzt seine unheimlichen Momente, gruselt insgesamt aber trotzdem etwas zu wenig. Vor allen Dingen sitzen die Jumpscares eigentlich kaum. Dass man gewissen Markenzeichen treu geblieben ist, ist natürlich gerade für Fans eine feine Sache und dennoch muss man sagen, dass die Originalreihe das alles stimmungsvoller hinbekommen hat. Das mag jedoch auch am erweiterten Schauplatz liegen. Dieser wurde ja schon in den früheren Filmen immer weiter ausgedehnt und betrifft nun dieses Mal eben ein ganzes Dorf. Die Idee muss nicht schlecht sein, aber es fehlt etwas die ausweglose Isolation. Sowieso wird man das Gefühl nicht los, dass es hier ruhig noch böser und düsterer zur Sache hätte gehen dürfen. Manche Szenen hätten definitiv das Zeug für noch mehr Terror gehabt.
 
 
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Von großer Langeweile kann man insgesamt nicht sprechen, aber eine Unterhaltungsbombe sollte man ebenfalls nicht erwarten. Das erste Drittel lässt sich Zeit, ist unspektakulär, als Anfang jedoch okay. Danach wird ganz solide Spannung aufgebaut und das Finale muss es dann doch etwas zu sehr übertreiben. Spätestens hier ist Schluss mit subtilem Grusel. Die knapp 100 Minuten Laufzeit besitzen im Endeffekt zwar kaum Längen, hätten aber durchaus fesselnder sein können, wenn z.B. die Figurenzeichnung sympathischer ausgefallen wäre. Die drei Hauptfiguren sind halt einfach da. Sie stören dabei nicht, wachsen dem Zuschauer aber auch kaum ans Herz. Aus schauspielerischer Sicht bekommt da niemand viel zu tun, wobei alle Leistungen passabel sind. Es fehlt hier trotzdem insgesamt an einprägsamen Charakteren und das raubt dann leider doch wieder Spannung. Dafür gibt es sogar fast eine Art Score zu hören, was ebenfalls beweist, dass man es mit der Mockumentary nicht ganz so eng sah.
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Paranormal Activity: Next of Kin“ hätte es weder unter diesem Markentitel, noch sonst irgendwie gebraucht. Wer auf Mysteryhorror abfährt, bekommt aber dennoch ein ganz passables Exemplar geboten. Zwar hat der Film nichts mit der Originalreihe zu tun und die Story könnte viel simpler auch kaum sein, aber wenigstens funktioniert der filmische Aufbau. Hier macht Regisseur Eubank seine Sache zum Glück brauchbar und bietet ein paar echt gut gemachte Szenen. Der gesamte Stil ist etwas unentschlossen und als Mockumentary geht „Next of Kin“ nur bedingt durch. Außerdem bedient man die Markenzeichen der Reihe dann doch eher beliebig. Trotzdem ist der Film handwerklich gut gemacht und die Atmosphäre lässt teilweise einen netten Grusel entstehen. Das ist besonders im mittleren Teil sogar mal recht spannend, vergeht einigermaßen kurzweilig, besitzt aber auch ein zu übertriebenes Finale und zu nichtssagende Figuren. Abgeschlossen wirkt der Film nicht und man darf gespannt sein, ob die Marke „Paranormal Activity“ demnächst weiter gemolken wird. „Next of Kin“ tut jedenfalls nicht weh, ist aber fernab von originell zu verbuchen!
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Paranormal Activity: Next of Kin“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Paranormal Activity: Next of Kin; USA 2021

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch, Lateinamerikanisches Spanisch

Bild: 2.39:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Entfernte Szenen (ca. 26 Min.), Alternatives Ende, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 13.10.2022

 

Paranormal Activity: Next of Kin [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Paranormal Activity (2007)
 
Paranormal Activity 2 (2010)
 
Paranormal Activity 3 (2011)
 
Paranormal Activity 4 (2012)
 
Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2014)
 
Paranormal Activity: Ghost Dimension (2015)
 

Filmkritik: „The Medium“ (2021)

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THE MEDIUM

Story

 
 
 
Was als Dokumentation über Schamanismus beginnt, wird schon bald zu einem dämonischen Horrortrip, der kein gutes Ende zu nehmen scheint.
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Kritik

 
 
 
Die Mockumentary bleibt im Horrorfilm ein beliebtes Stilmittel. Warum sollte sich also nicht auch mal ein südkoreanisches Werk an diesem Mittel bedienen? „The Medium“ besitzt streng genommen eigentlich keinerlei neue Zutaten, mischt bekannte Elemente allerdings ein wenig anders zusammen und wirkt so immerhin einigermaßen eigenständig. Der große Wurf bleibt zwar aus, aber für Genrefans ist dieser Film dennoch einen Blick wert.
 
 
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Eine Filmcrew will eine Dokumentation über eine thailändische Schamanin drehen. Während der Dreharbeiten machen sie auch Bekanntschaft mit ihrer Nichte Mink. Diese zeigt Symptome, dass ihr vielleicht der Schamanismus vererbt wird und da sowieso bald eine Zeremonie ansteht, soll alles auf Film verfolgt werden. Doch das Verhalten von Mink wird immer sonderbarer und es dauert nicht lange, da gilt es als zweifelhaft, ob das, was ihr da gerade geschieht, wirklich im Sinne vom Schamanismus ist. Scheinbar hat eine böse Kraft Besitz von Mink ergriffen. Die Story besitzt nun nicht gerade viele Zutaten, die man aus dem Horrorbereich nicht schon in- und auswendig kennt. Lediglich die Tatsache, dass alles wie eine lehrreiche Dokumentation über den Schamanismus beginnt, grenzt sich da von anderen Vertretern dieser Art noch etwas ab. Allgemein ist der Erzählstil relativ eigenständig und trotzdem kommt einem das als Fan solcher Werke irgendwie alles schon bekannt vor. Überraschungen gibt es da nur wenige, Erklärungen gibt es keine und die Geschichte wird etwas langatmig erzählt. Außerdem kann sich auch „The Medium“ nicht vor den typischen Fehlern der Mockumentary schützen.
 
 
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Diese sollten bekannt sein. Es ist einfach unglaubwürdig, wenn das Filmteam in den schlimmsten Gefahrensituationen einfach weiter filmt. Sowieso ist die Frage berechtigt, warum das Werk überhaupt im Stile einer Mockumentary gedreht wurde. So richtig ernst nimmt den Stil hier nämlich niemand. So gibt es ständig Soundeffekte und einen Score zu hören und manchmal fühlt man sich als Zuschauer auch nicht mehr so, als würde man hier gerade eine Fake-Doku schauen. So groß der Reiz dieser Herangehensweise also auch sein mag, es gab definitiv schon Werke, die das authentischer hinbekommen haben. Ansonsten gibt es an der Inszenierung allerdings nicht viel auszusetzen. Das kommt ohne große Effekthascherei aus, wirkt zuweilen fast bodenständig und bietet ein paar hübsche Bilder. Die Atmosphäre hingegen funktioniert nicht immer so gut. Es mangelt „The Medium“ an Bedrohlichkeit und an Grusel. Da kommt zwar immer wieder Horror in angenehmen Portionen auf, aber subtilen Spuk sucht man eher vergebens und das Resultat macht einfach zu wenig Angst. Das ist schade, weil die Stimmung an sich doch sehr düster und hoffnungslos erscheint. Nur wird hier zu wenig daraus gemacht.
 
 
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Ein wenig liegt das sicher auch an der Figurenzeichnung, die doch reichlich mau erscheint. Es gibt allgemein nur wenige Hauptfiguren und einen echten Draht kann man zu keinen der Charaktere aufbauen. Ebenfalls schade ist, dass das gesamte Filmteam so wenig involviert ist. Wer da gerade filmt, bekommt man kaum mit, weil dem Zuschauer die Crew nicht näher gebracht wird. Das wäre aber vorteilhaft gewesen, wenn man mit den Figuren mitfiebern soll. So beobachtet man einfach nur den Untergang von ein paar Leuten, mit denen man sowieso nichts anfangen kann. Die deutsche Synchronisation klingt zudem etwas künstlich und ist nicht so prickelnd. Die darstellerischen Leistungen soll das nicht unbedingt schmälern, denn hier wird man grundsolide bedient. Mehr allerdings auch nicht. Kein Schauspiel will sich so richtig einprägen und leider muss man deshalb von Belanglosigkeit sprechen, selbst wenn die Leistungen wirklich alle brauchbar sind.
 
 
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Mit einer üppigen Laufzeit von guten zwei Stunden ist „The Medium“ nicht gerade kurz ausgefallen und das bemerkt man als Zuschauer. Diese Laufzeit ist keineswegs notwendig gewesen. Nach einer etwas längeren Einleitung, die wirklich noch halbwegs als Doku durchgehen könnte, beginnt man nämlich auch direkt mit dem Horror, lässt sich für diesen dann aber reichlich Zeit. Die ein oder andere Länge entsteht und die vielen Texteinblendungen zwischendurch unterbrechen immer wieder die Illusion der Echtheit. So richtig spannend will das alles kaum werden, aber das fast halbstündige Finale kommt dann reichlich versöhnlich daher. Hier erreicht der Horror seinen Höhepunkt und es wird mächtig finster. Die letzte halbe Stunde macht enorm viel Spaß und haut dermaßen rein, dass man über die ein oder andere Länge zuvor gerne hinwegsehen mag. Auch bestätigt sich hier noch mal der wirklich düstere Grundton des Films. Mit vielen Effekten braucht man bei „The Medium“ nicht zu rechnen und besonders brutal wird es ebenfalls nicht. Dies sind beides Elemente, die der Film jedoch nicht notwendig hat und diese Bodenständigkeit tut ganz gut. Seine Freigabe ab 16 Jahren hat sich das Werk natürlich dennoch verdient. Der Score besteht oftmals eher aus Geräuschen, erfüllt seinen Zweck aber solide.
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Medium“ ist für Freunde des Genres durchaus zu gebrauchen, er stellt jetzt aber auch nichts Weltbewegendes dar. Der Mockumentary-Stil wurde wenig authentisch benutzt und ergibt an manchen Stellen wenig Sinn. Außerdem bemerkt man ihn manchmal eigentlich kaum. Ob das nun positiv oder negativ ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass die Handlung nicht viel Neues zu bieten hat, die Figurenzeichnung zu belanglos erscheint und die Laufzeit auch gut und gerne um ca. eine halbe Stunde reduziert hätte werden dürfen. Sieht man von diesen Mängeln allerdings ab, dann bekommt man eine solide Qualität geboten. Die Atmosphäre besitzt zwar nicht sonderlich viel Grusel, aber der Horror kommt dennoch oftmals gut zur Geltung. Besonders in der letzten halben Stunde, die wirklich sehr gut gelungen ist. Die Darsteller erledigen ihre Job zufriedenstellend und die Sache mit dem Schamanismus bringt wenigstens noch etwas Eigenständigkeit mit sich. Von daher sicher kein Must-see, aber nice to have!
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Medium“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Plaion Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Plaion Pictures (Blu-ray + Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns im Medium“ auf einer 2. Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Medium; Südkorea | Thailand 2021

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 130 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Bildgalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns“ (2004), Interviews, Behind the Scenes, Das Fotophänomen, Originaltrailer, Trailershow, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 28.07.2022

 

The Medium [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Medium [Blu-ray + Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns im Medium“ auf einer 2. Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Plaion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wailing (2016)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 

Filmkritik: „The Cellar – Verlorene Seelen“ (2022)

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THE CELLAR – VERLORENE SEELEN

(THE CELLAR)

Story

 
 
 
Für eine Familie wird der günstige Kauf eines alten Herrenhauses auf dem Land schon bald zum wahren Horrortrip, denn im Keller lauert das Böse.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Kritik

 
 
 
Von „The Cellar – Verlorene Seelen“ war ehrlich gesagt nicht besonders viel zu erwarten. Ein deutscher Zusatztitel, der nicht beliebiger wirken könnte, eine Story, die es in den letzten Jahrzehnten immer wieder gab und eine Aufmachung, die nahezu danach schreit in der Belanglosigkeit unterzugehen. Doch siehe da: Der Film kommt nicht nur überraschend hochwertig daher, sondern er schafft es gleichzeitig auch noch relativ eigenständig zu wirken. Wer dem B-Movie-Grusel nicht abgeneigt ist und generell ein Faible für solche Streifen mit sich bringt, bekommt hier schon fast ein Highlight geboten.
 
 
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Keira und ihr Mann ziehen mit ihren beiden Kindern in ein altes Herrenhaus, welches sich abgelegen auf dem Land befindet. Besonders die Tochter Ellie findet dies überhaupt nicht gut und gruselt sich im neuen Anwesen. Als sie eines abends seltsame Ereignisse im Haus spürt und sich in den Keller wagt, verschwindet sie plötzlich. Mutter Keira fühlt sich dafür verantwortlich und glaubt nicht daran, dass Ellie einfach abgehauen ist. Irgendetwas scheint mit dem Haus, besonders mit dem Keller, nicht zu stimmen und nachdem ein paar Recherchen getätigt wurden, ist ganz klar, dass man es hier mit dämonischen Mächten zu tun hat. Die Zutaten sind nun wirklich so alt, dass sie eigentlich kaum noch von alleine gehen können. Da hätten wir das einsame, alte Haus, Türen, die sich von alleine schließen, Lichter, die wild umher flackern und Flüster-Geräusche, die von überall zu vernehmen sind. „The Cellar – Verlorene Seelen“ erfindet das Rad ganz gewiss nicht neu, macht aus der vorhandenen, alt bekannten Prämisse jedoch erstaunlich viel. Das Erfolgsrezept ist hier ganz simpel: Man verrät nicht zu viel, lüftet das Geheimnis kaum und ergänzt die vorhersehbaren Zutaten ein wenig mit mathematischen Formeln. Das ist interessanter ausgefallen, als man hätte vermuten dürfen, wird stimmig und rund erzählt und ergibt im eigenen Filmuniversum erfreulich viel Sinn.
 
 
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Von solchen Direct-to-Video B-Movies ist selten viel zu erwarten, gerade auch, was die handwerkliche Arbeit betrifft. „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist zwar nicht besonders aufwendig gestaltet, wirkt allerdings erfrischend bodenständig. Regisseur Brendan Muldowney, der sich auch für das gelungene Drehbuch verantwortlich zeigte, hat seine Hausaufgaben im Gruselbereich definitiv gemacht. So bedient er die gängigen Klischees, macht dies jedoch auf eine angenehme Art und Weise. Man fühlt sich manchmal etwas an die Gruselwerke eines James Wan oder sogar mal kurz an „Shining“ erinnert. Natürlich wird eine solche Qualität niemals erreicht, doch Muldowney macht genau eines komplett richtig: Er lässt die Bedrohung lange Zeit nur erahnen. Während vieler solcher Filme besonders zum Ende hin oftmals die Luft ausgeht, wird „The Cellar – Verlorene Seelen“ eigentlich immer packender. Selbst das Finale kann sich da noch sehen lassen. Hier wurde noch etwas mehr Aufwand betrieben, doch es bleibt im erfreulich kleinen Rahmen und kann gerade deshalb so gut punkten. Ansonsten wirken die Kamerafahrten gekonnt, die Schauplätze sehen gut aus und so lässt sich rein optisch überhaupt nichts am Resultat aussetzen.
 
 
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Außerdem wird hier einfach die passende Atmosphäre geboten. Allgemein geht es schnell zur Sache. Eine Einleitung gibt es kaum und schon geht es los. Das reißt nicht sofort komplett mit und ist in der ersten Hälfte manchmal noch ein wenig zäh, bietet trotzdem früh genug ein paar interessante Ansätze und wird dann tatsächlich immer packender. Schockeffekte gibt es nur wenige und mit dem größten Grusel wird es hier nichts, aber das ändert nichts daran, dass das gesamte Szenario seine Bedrohlichkeit besitzt und einfach unterhaltsam ist. Besonders die zweite Hälfte bietet ein paar angenehm spannende Momente. Die Laufzeit von 94 Minuten wirkt da insgesamt schon fast zu kurz, denn es wäre gar nicht so verkehrt gewesen, dem Ganzen noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. So kann man sich aber wenigstens über keine Längen beklagen. Außerdem ist es erfrischend, dass „The Cellar – Verlorene Seelen“ nahezu ohne Effekte auskommt und überhaupt keine Gewalt zu bieten hat. Im Finale wird es da zwar noch etwas fantastischer, doch das hat man so schön bodenständig bebildert, dass man sich echt nicht über Künstlichkeit beklagen kann.
 
 
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Wenn man überhaupt Gründe zum Meckern finden will, dann wird man in der Figurenzeichnung fündig. Diese ist nämlich wirklich sehr dürftig. Hintergründe erfährt man nahezu keine und die Familie wird dem Zuschauer überhaupt nicht näher gebracht. Deshalb entstehen auch nicht gerade die größten Sympathien. Es reicht zum Glück aus, doch hier hätte man sich gerne noch etwas mehr Mühe geben dürfen. Die Darsteller haben es da also von vornherein nicht so leicht. Die einzig echte Hauptrolle bekleidet dabei Elisha Cuthbert, die den meisten wohl als Kim Bauer aus der Serie „24“ bekannt sein dürfte. Cuthbert hat danach keine sonderlich große Karriere verfolgen dürfen und ist in Filmen nur sporadisch mal zu sehen. Man kann auch nicht behaupten, dass sie in „The Cellar – Verlorene Seelen“ besonders gefordert wird, aber sie spielt die kämpferische Mutter doch durchaus souverän und relativ glaubwürdig. Alle anderen bekleiden nur kleinere Rollen und fallen dabei weder besonders positiv, noch negativ auf. Mit den tollsten Dialogen braucht man sicherlich ebenfalls nicht zu rechnen, aber dem Ton lauscht man dennoch ganz gerne, weil Score und Soundkulisse sich durchaus hören lassen können.

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„The Cellar – Verlorene Seelen“ schlägt sich viel besser, als zu erwarten war. Der Film macht aus seiner simplen, absolut bekannten Geschichte echt nicht wenig und dient mit ein paar interessanten Ansätzen. Das wirkt alles rund, stimmig und wird gut erzählt. Die Darsteller haben nicht so viel zu tun und die Figurenzeichnung ist schon sehr mager, aber die Leistungen sind trotzdem zu gebrauchen und die Charaktere immerhin noch sympathisch genug. Besonders die Inszenierung wird allen zusagen, die es gerne schlichter mögen und selbst wenn der große Grusel ausbleibt, so ist der Film handwerklich einfach sehr gekonnt gestaltet. Außerdem besitzt die Atmosphäre das gewisse Etwas, was auch das Ende eindrucksvoll unterstreicht. Der Unterhaltungswert ist erfreulich hoch, weil das Tempo stimmt und „The Cellar – Verlorene Seelen“ mit fortschreitender Laufzeit immer spannender wird. Ein wirklich angenehmer B-Horrorfilm, der einfach gekonnt in Szene gesetzt wurde und kurzweilig zu unterhalten vermag. Mehr kann und sollte man von solchen Werken gar nicht erwarten!
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Plaion Pictures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cellar; Irland 2022

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Interviews, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.09.2022

 

The Cellar – Verlorene Seelen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Plaion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Insidious (2010)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere 2“ (1992)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2

(PET SEMATARY 2)

Story

 
 
 
Nachdem seine berühmte Mutter bei einem Filmdreh tragisch umkommt, zieht der traumatisierte Jeffrey mit seinem Vater in die Nähe eines gewissen Friedhofs, der angeblich Tote zum Leben erwecken soll…
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Kritik

 
 
So weltberühmt Mary Lamberts erste Filmadaption von Stephen King’s legendärer Haustierhorrorgeschichte auch ist, so wenig hatte ich bisher von Teil 2 gehört – weder als eins der schlechtesten Sequels aller Zeiten, noch als unterbewerteten Klassiker hatte ich je von diesem Film gehört, eben darum war mein Interesse hier also geweckt. Was hatte Frau Lambert dieses Mal nur für eine Vision im Sinn, die Geschichte ohne Romanvorlage weiterzuspinnen? 100 Minuten später entlockt die Antwort auf diese Frage mir schon nur noch ein müdes Gähnen, da sie tatsächlich der unspannendste Part dieses gesamten Projekts ist: Denn rein inhaltlich ist „Pet Sematary 2“ nicht mehr oder weniger als ein ziemlich unmotivierter Nachklapp, ein halbgares Remake mit den exakt selben Storybeats und Abläufen, nur dass es diesmal halt ein Hund statt einer Katze ist und ein Stiefvater statt des Sohnemannes. Wer eine wirkliche Neuheit, eine peinliche full-on-90s-Musikvideo-Inszenierung oder aber gar einen guten Horrorfilm will, der ist hier also definitiv an der falschen Adresse. Da Unterhaltungswert allerdings nicht nur diesen Attributen entspringen kann, schauen wir doch Mal, was es sonst so zu holen gibt.
 
 
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Im stummen Retro-Menü, mit dem alten Coverdesign, aus einer immerhin vorbildlichen Auswahl an Sprachen und Untertiteln den O-Ton samt englischen Subs gefischt, dann startet der Film auch direkt relativ trashig mit einer Titlecard zu Nebel und Blut, dramatischen Geigen und einem Hund mit leuchtenden Augen. In einem alten Schloss wird ein Horrofilm gedreht, weil natürlich wird er das, wir sind schließlich in den Neunzigern und meta und cool und müssen darum direkt mit einer Film-im-Film-Szene anfangen. In dieser wird als Einstieg in die Handlung dann die explizite, ziemlich ausführliche und sadistische Zu-Tode-Elektrisierung von Jeffs Mutter inszeniert, woraufhin der trauernde Jeff mit seinem Vater Chase in ein neues Haus zieht. Seit Teil Eins scheint eine Umgehungsstraße für die wahnsinnigen LKW-Fahrer gebaut worden zu sein, denn von der konstanten Bedrohung Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorierender Lastwagenfahrer ist nichts über geblieben – stattdessen erinnert in den ersten Minuten nur ein müder Katzen-Jumpscare an den Vorgänger, sowie das Design des Friedhofs und einige recht erzwungene Querverweise im Dialog. Der Nachbarsjunge Drew sowie sein riesiger, flauschiger, süßer Hund „Zowie“ kommen vorbei und somit steht auch schon überdeutlich fest, welches Tier wohl dieses Mal zum Leben erweckt wird.
 
 
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In einer unerwartet zynischen Szene wird unser Protagonist, der gerade seine Mutter verloren hat, als „celebrity boy“ in der Schule gemobbt, mehr an ein Comicheft denn an den King’schen Kleinstadtbösewicht erinnert in diesen Szenen der Anführer der Mobber, der weder vor der Gefährdung unschuldiger Tiere, noch vor physischer Gewalt zurückschreckt. Als letzte Komponente, jetzt wo der Friedhof und das zu begrabene Tier etabliert sind, fehlt nun noch die wohl größte Stütze des Films: Denn während der Originalfilm ohne Fred Gwynne’s kernige Performance als Jud Crandall nie derselbe gewesen wäre, so lebt gerade „Friedhof der Kuscheltiere 2“ ebenfalls von der zentralen Performance einer Schauspiellegende. So ist es nämlich der seine Frau und seinen Stiefsohn Drew terrorisierende, cholerische Sheriff Gus, gespielt von niemand geringerem als Clancy Brown, seinerzeit noch am Beginn seiner Schauspielkarriere, der in einer furchtbar unnatürlich und erzwungen geschriebenen Szene von null auf 100 schaltet und den Hund erschießt, damit dieser zu unpassendem 90s-Indie-Rock-Grunge und ohne einen Hauch der Atmosphäre des Originals unter ein paar Steinen begraben werden kann. Spätestens wenn Zombie-Zowie dann jedoch für einen kurzen Moment sein Herrchen angrinst und Drew daraufhin einen allzu peinlichen Alptraum davon hat, wie seine Mutter auf einmal einen Hundekopf bekommt, kommt man als Zuschauer dann doch auf die Idee, hier eventuell in eine Falle getappt zu sein.
 
 
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Wollte „Friedhof der Kuscheltiere 2“ etwa nie ein ernsthafter Horrorfilm sein, ist das hier nicht nur schlecht gealtert und darum trashig, sondern auch vor 30 Jahren schon bewusst komödiantisch, drüber und selbstironisch gemeint gewesen? Die Hoffnung stirbt zuletzt, nur ernst nehmen kann man dieses langatmige, vorhersehbare, billig die Stationen des Originals abklappernde Quasi-Remake von jetzt an leider kaum noch. Als wären die Traumszenen nämlich noch nicht peinlich genug, haben diese unglaublich unglaubwürdigen Bullies sich inmitten eines Trinkgelages zu Halloween nämlich minutenlang mucksmäuschenstill auf dem Tierfriedhof versteckt, in der Hoffnung, dass Jeff vorbeikommt, nur um diesen dann mit einer per Seilkonstruktion in den Bäumen hängenden Schaufensterpuppe, die ihn an seine tote Mutter erinnern soll, zu erschrecken. Den Aufwand hinter dieser Aktion muss man sich erstmal vorstellen, leider versucht der Film zumindest diese Szenen aber durchaus ernst zu meinen.
 
 
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Hat man diese Irrsinnigkeit überlebt, folgt die Krone der gekünstelten, unnatürlichen Scriptentscheidungen: Nachdem unser cholerischer Gus, der gerade äußerst unnachvollziehbar und krude den Hund erschossen hat, nämlich die Party sprengt und auch auf dem Friedhof auftaucht, versucht dieser tatsächlich seinen Stiefsohn mit einem Kreuz umzubringen, wird dabei aber von dem Zombiehund angefallen und zu Tode gebissen. Da der Antagonist des Films aber natürlich nicht einfach nach der Hälfte der Laufzeit verschwinden darf, beleben unsere Protagonisten ihn jetzt einfach selbst und freiwillig wieder, indem sie ihn weder finden lassen noch ein Krankenhaus oder seine Frau anrufen, nein, natürlich muss er gefriedhoft werden. Dass sich neben Clancy Brown noch ein junger Edward Furlong als Protagonist, Größen wie Anthony Edwards oder Wilbur Fitzgerald in Nebenrollen, Russell Carpenter – die Cinematografin von u.a. „Titanic“ – hinter der Kamera finden lassen, sich die Regisseurin des Klassen besseren Vorgängers für diesen Film verantwortlich zeichnet – das alles wirkt zu diesem Zeitpunkt kaum noch glaubhaft. Doch ist man auf reinen Unterhaltungsfaktor aus, auf reine Kurzweil und ein möglichst gnädiges Absitzen der restlichen ~45 Minuten Laufzeit, dann wird man von nun an immerhin belohnt: Denn Clancy Brown darf ab jetzt aufdrehen.
 
 

„The dog isn’t sick, it’s dead!“

 
 
Den ganzen Nebenplot um den Hundeblut identifizierenden Tierarzt hätte man sich sparen können, auch profitiert dieser Film nicht von noch mehr Zeit, die einzig darauf verschwendet wird, Verbindungen zu Teil 1 aufzubauen – doch sobald Sheriff Gus Gilbert als untote, charmante, langsam dahin rottende, aber eben auch seiner Frau das Top vom Leib reißende, Sprüche reißende Karikatur einer Bedrohung in den Film tritt, kann man tatsächlich von kurzweiliger Unterhaltung sprechen. Jeglichen Anspruch an Logik erneut aus dem Fenster werfend, wird die untote und meist wortkarge Reinkarnationen des Sheriffs nämlich einfach hingenommen, bevor dieser Streifen sich im letzten Drittel endgültig als nie ernst zu nehmend offenbart. Clancy Brown lacht und wütet und tötet fast schon in Slasher-Manier Teenager, haut One-Liner raus und hat sichtlich Spaß an seiner inzwischen fast schon charismatischen Rolle, rettet, was zu retten ist. Unpassender 90’s Alternative Industrial Rock/Metal läuft, eine Mutter wird mit ihrem Sohn frontal in den Gegenverkehr gecrasht, das Begraben neuer Leichen hört gar nicht mehr auf und die Tonalität ist weit entfernt von jeder Koherenz. Dass sich im tatsächlich halbwegs stimmigen Finale noch einige wirklich starke Effekte verbergen, der Film in dieser Hinsicht allgemein recht hart und ruppig anmuten kann, möchte ich gar nicht bestreiten – nur ist jegliches Zuschauerinteresse an dieser Farce zu dem Zeitpunkt leider schon lange dahin.

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Alberner, unnötiger, anstrengender, zäher und vorhersehbarer Nachklapp, der den Vorgänger teils 1:1 kopiert und nur durch einen motiviert-wahnsinnigen Clancy Brown sowie einige Effekte oder WTF-Momente überhaupt noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere 2“ erschien in den 1990ern in zwei Fassungen: Einmal in der ungeschnittenen FSK18-Fassung und einmal geschnitten mit FSK16. Die ungekürzte Fassung wurde schnell indiziert und stand von 1993 bis 2016 auf dem Index. Am 30.12.2016 wurde die Fortsetzung von der Indizierungsliste gestrichen. Wenig später folgte eine FSK-Prüfung. Die FSK gab den Streifen ungeschnitten für volljährige Zuschauer frei. Im Jahr 2022 wurde das Sequel erneut von der FSK geprüft und erhielt in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Diese befindet sich demzufolge auf allen aktuellen Blu-ray und DVD-Auswertungen. Übrigens: Die aktuelle Blu-ray besitzt einen roten FSK-Sticker, obwohl „Friedhof der Kuscheltiere 2“ mittlerweile ungeschnitten frei ab 16 Jahren ist. Das liegt daran, weil auf der Heimkinoscheibe Bonusmaterial zu finden ist, das von der FSK höher eingestuft wurde als der Hauptfilm.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary II; USA 1992

Genre: Horror, Thriller, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0, Spanisch DD 2.0, Ungarisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 18.08.2022

 

Friedhof der Kuscheltiere 2 [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (2019)
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Stephen Kings Nachtschicht (1990)
 

Filmkritik: „The Curse of Audrey Earnshaw“ (2020)

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THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW

Story

 
 
 
Eine kleine Gemeinde sieht sich mit teuflischen Kräften konfrontiert und muss den Kampf gegen die Hexerei aufnehmen.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Kritik

 
 
 
Geht man sich das deutsche Cover von „The Curse of Audrey Earnshaw“ an und nimmt dazu noch diesen Titel, darf man schnell den nächsten, billigen Spukfilm erwarten, der auf den Markt geschmissen wurde. Diese Erwartung ist berechtigt, jedoch nicht ganz fair, kommt dieser Film doch deutlich anders daher. Ob ihn das nun besser macht, liegt jedoch am jeweiligen Zuschauer selbst. Besitzt man nämlich kein Faible für ein ruhiges Horrordrama, dürfte man dieses Werk hier sehr schnell als reichlich langweilig empfinden. Kann man sich darauf allerdings einlassen, bekommt man schon ein paar Qualitäten serviert.
 
 
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Im Nordamerika des Jahres 1973 lebt eine kleine, irische Gemeinde völlig zurückgezogen auf dem Land. Die frommen Menschen haben mit der Kälte, mit Hunger und Krankheit zu tun und führen so ein hartes, unglückliches Leben. Nur Agatha Earnshaw, die nochmals zurückgezogener lebt und mit der restlichen Gemeinde nichts zu tun haben will, wird von alle dem verschont. Bei ihr gedeiht das Gemüse und auch sonst scheint bei der Frau alles rund zu laufen. Der Neid und der daraus resultierende Hass der anderen Bürger ist Agatha somit sicher, doch diese hat ein dunkles Geheimnis, welches es zu bewahren gilt. Man wird das Gefühl nicht los, dass solche von Religion geprägten, ruhigen Horrorfilme in letzter Zeit auch immer öfter herauskamen. Neue Zutaten besitzt „The Curse of Audrey Earnshaw“ eigentlich nicht, aber dass die Geschichte eher aus der Sicht der vermeintlichen Hexen erzählt wird, ist wenigstens eine kleine Veränderung. Besonders viel Nutzen kann das Drehbuch daraus jedoch nicht ziehen. Dafür ist die Story im Kern einfach zu simpel. Da gibt es keine Überraschungen und leider auch keinen echten Schwerpunkt, weshalb sich die Handlung in ihrer Langsamkeit verliert.
 
 
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Und Langsamkeit zelebriert Regisseur Thomas Robert Lee, der auch das Drehbuch schrieb, hier wirklich. Man gewinnt beim Zuschauen fast den Eindruck, als wären die Szenen in verlangsamter Geschwindigkeit gedreht. In manchen Momenten sorgt dieses Stilmittel für ein paar eindrucksvolle Szenen, auf die Dauer von 94 Minuten Laufzeit wirkt das allerdings schon etwas ermüdend. Der Inszenierung kann man aber wenig Vorwürfe machen, denn aus handwerklicher Sicht ist „The Curse of Audrey Earnshaw“ gut gelungen. Die Kostüme und Kulissen sehen authentisch aus und sorgen für Stimmung. Besonders die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die eine große Distanz und Kälte ausstrahlen, machen richtig etwas her.
Der Horror wurde zudem hübsch subtil gestaltet und hält sich angenehm zurück. Mit billigen Jumpscares braucht hier niemand zu rechnen. Streng genommen gibt es kaum übernatürliche Motive, wobei die unterschwellige Bedrohung trotzdem für eine gewisse Atmosphäre sorgt. Im Großen und Ganzen gibt es dann sowieso viel mehr Drama, welches zwar niemals seine gesamte Wirkung entfalten kann, aber die Stimmung ist herrlich kühl, düster und besitzt das gewisse Etwas. Schade das daraus nicht noch mehr gemacht wurde.
 
 
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Lee lässt nämlich durchaus Potenzial liegen. Das liegt vor allen Dingen an der wenig einprägsamen Figurenzeichnung. Es werden zwar ein paar Hauptfiguren etabliert, doch so richtig will der Fokus hier auf niemandem liegen. Dass nebenbei fast so eine Art Coming-of-Age-Geschichte erzählt wird, zieht am Zuschauer relativ unentdeckt vorbei. Die simple Handlung hätte deutlich mehr erreichen können, wenn diese Charaktere feiner ausgearbeitet worden wären. So bleibt es doch leider eher bei Belanglosigkeiten. Das ist auch deshalb schade, weil man sich über die Darsteller nicht beklagen kann. „The Curse of Audrey Earnshaw“ bietet sicher keine Leistungen, die lange in Erinnerung bleiben werden, aber er wird durchaus solide und brauchbar gespielt. Die deutsche Synchronisation kann sich übrigens auch hören lassen.
 
 
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Am Ende stehen und fallen solche Filme mit dem Unterhaltungswert und dieser ist hier nicht eindeutig zu formulieren. Da kommt es eben ganz auf die Sehgewohnheiten des Zuschauers an. Für manch einen wird das hier die Langeweile in reinster Form sein, während sich der andere solide unterhalten fühlen kann. Fakt ist jedoch, dass es an Spannungselementen fehlt. Streng genommen geschieht in „The Curse of Audrey Earnshaw“ nicht viel. Das Ganze beginnt und ist dann wieder zu Ende. Highlights gibt es zwischendurch keine und dennoch war die Laufzeit nicht zu langatmig. Es wäre tortzdem schön gewesen, wenn es wenigstens an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig intensiver geworden wäre, denn somit fehlt es dem Werk im Endeffekt einfach an Besonderheit. Effekte gibt es nicht viele zu sehen, aber die Freigabe ab 16 Jahren ist durchaus gerechtfertigt. Der Score ist sehr ruhig und klingt gut, hätte aber mit einprägsameren Melodien dienen dürfen.
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„The Curse of Audrey Earnshaw“ ist ein sehr langsames, ruhiges und unspektakuläres Horrordrama, welches den Fokus doch sehr auf das Drama legt. Trotzdem kommt der Horror stets unterschwellig durch. Besonders aus handwerklicher Sicht kann man sich nicht beklagen. Die Inszenierung ist gelungen und sorgt für stimmungsvolle Bilder. Auch die Darsteller sind vollkommen in Ordnung. Die einfache Geschichte hätte allerdings viel mehr Wirkung entfalten können, wenn die Figurenzeichnung besser ausgearbeitet gewesen wäre. Außerdem gab es diese Handlung schon oftmals zu sehen und eine eigene Handschrift kann der Film hier kaum entwickeln. Der Unterhaltungswert ist sicher nicht schlecht, wenn man sich auf die sehr langsame Art und Weise einlassen kann, aber Highlights findet man hier keine und das gesamte Treiben plätschert dann doch etwas zu beliebig vor sich her. Schlecht ist „The Curse of Audrey Earnshaw“ also im Endeffekt nicht, erwähnenswert hingegen ebenfalls nicht!
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Curse of Audrey Earnshaw“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Curse of Audrey Earnshaw; Kanada 2020

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 27.05.2022

 

The Curse of Audrey Earnshaw [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Witch (2015)
 
Hellbender – Growing Up Is Hell (2021)
 

Filmkritik: „Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ (1998)

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – ANGRIFF DER WELTRAUMVAMPIRE

(TEENAGE SPACE VAMPIRES)

Story

 
 
 
Eine friedliche Kleinstadt wird von außerirdischen Vampiren angegriffen. Kann der Teenager Billy die Katastrophe abwenden?

 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Kritik

 
 
Normale Vampire gab es ja schon oft genug. Warum sollte man diese Wesen nicht also einfach mal mit Außerirdischen kombinieren? Neu ist diese Idee nicht, denn bereits 1976 schrieb der Autor Colin Wilson die Geschichte „The Space Vampires“, die von Tobe Hooper 1985 sogar verfilmt wurde unter dem Titel „Lifeforce“. Hier mit solchen Titeln und Namen um sich zu werfen, kann jedoch ganz schnell falsche Erwartungen wecken, denn bei „Teenage Space Vampires“ bekommt man es mit einem günstigen Fernsehfilmchen zu tun, welches nicht viel zu bieten hat.
 
 
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Billy wird eines nachts Zeuge davon, wie ein UFO abstürzt und zusammen mit einem Team von SETI erforscht er die Sache. Nebenbei verhalten sich die Einwohner der Kleinstadt, in der Billy lebt, immer seltsamer. Das liegt an außerirdischen Vampiren, welche die Sonne zerstören wollen und die Menschen zu ihren Sklaven machen wollen. Nur Billy kann sie davon abhalten. Das Drehbuch bietet reichlich viel Unsinn und versucht erst gar nicht, die schwache Grundidee authentisch zu verkaufen. Dass man sich ganz schön an „The Faculty“ orientiert hat, ist zu jedem Zeitpunkt erkennbar, aber eigene Ideen besitzt „Teenage Space Vampires“ kaum und wenn, dann sind diese echt bescheuert. Trotzdem lässt es sich mit der dümmlichen Geschichte noch leben.
 
 
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So wie man dem Werk allgemein nicht so böse sein kann, weil er doch einen gewissen Charme versprüht. Wenn man mal nebenbei ein Nickerchen machen möchte und friedliche Unterhaltung laufen soll, dann taugt „Teenage Space Vampires“ jedenfalls etwas. Die deutsche Synchronisation lässt sich erstaunlicherweise gut anhören und ist hochwertiger, als die gesamte handwerkliche Arbeit. Dass es sich hierbei nämlich um einen direkt fürs Fernsehen produzierten Film handelt, kann man stets erkennen. Die Optik geht zwar klar, aber die Effekte könnten simpler kaum sein. Der böse Haupt-Alien-Obervampir sieht total lächerlich aus mit seiner Maske. Das kann sich jeder für wenig Geld selbst kaufen und man durfte an Halloween wohl privat schon deutlich gruseligere Masken betrachten. Daneben gibt es sehr billige Effekte aus dem Computer und so lässt sich hier schon mal nichts ernst nehmen. Brutal wird es übrigens ebenfalls so gut wie gar nicht und die deutsche Freigabe ab 16 Jahren erscheint nahezu übertrieben. Für Kinder würde „Teenage Space Vampires“ als Horrorfilm aber vielleicht noch funktionieren.
 
 
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Immerhin versteht er sich selbst nicht gerade als ernster Film, was sich immer wieder durch eine Portion Humor beweist. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, doch das gesamte Werk ist dermaßen locker und entspannt, dass es schon wieder ganz sympathisch erscheint. Wer jedoch auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung ist, schaut in die Röhre, denn in „Teenage Space Vampires“ ist fast nie etwas los. Es gibt sehr wenig Action und überhaupt keine Spannung. Nicht mal das Finale gewinnt an Tempo. Überwiegend besteht das Treiben aus Dialogen, die sich wenigstens nicht schmerzhaft anhören und naiven Handlungen. Dass über dem Ganzen stets eine große Trash-Atmosphäre schwebt, dürfte niemanden verwundern. So kommen Fans von diesem immerhin noch etwas auf ihre Kosten, wobei einem hier deutlich zu wenig geboten wird. Da ist das Nickerchen nebenbei dann schon angebracht und wenn man 20 Minuten später wieder aufwacht, hat man sowieso nichts verpasst.
 
 
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Regisseur Martin Wood ist überwiegend fürs Fernsehen tätig und hat auch schon bei einigen Serien Episoden gedreht. Sein Budget war sicherlich sehr gering und deshalb gibt es an „Teenage Space Vampires“ auch überhaupt nichts Erwähnenswertes. Die Kulissen sind okay, die Kleinstadt-Atmosphäre kommt sogar solide durch, aber das ist aus handwerklicher Sicht alles dermaßen belanglos, dass nichts davon in Erinnerung bleiben wird. Selbst dann nicht, wenn die Darsteller doch noch einigermaßen okay sind. Einige von ihnen sind nicht mal komplett unbekannt, wie z.B. Robin Dunne und Lindy Booth. Die Leistungen sind zwar schwach, hier jedoch noch brauchbar. Und der Figurenzeichnung ist man im Endeffekt auch gar nicht mal so böse. Die Charaktere könnten zwar austauschbarer kaum sein, stören überraschenderweise allerdings nicht. Der Score stört dann schon eher, weil er wirklich sehr billig klingt.
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Teenage Space Vampires“ ist zwar total ereignislos und im Endeffekt auch ganz schön langweilig und dennoch wirkt er zuweilen ganz sympathisch. Auf jeden Fall ist das der perfekte Sonntagmittag-Nickerchen-Film, wenn man eigentlich gar keine Lust hat aufzupassen, nebenbei aber dennoch etwas laufen soll. Der simplen und bescheuerten Handlung zu folgen, ist schon mal nicht schwer, Schauwerte gibt es sowieso keine und das Ganze ist dermaßen locker, dass der Trash-Faktor niemals zu anstrengend wird. Die handwerkliche Arbeit ist nicht erwähnenswert, weder im positiven, noch im negativen Sinne und von den Darstellern lässt sich das ebenfalls behaupten. Die „Effekte“ animieren zum Schmunzeln und wenn nicht mal das Finale Tempo entstehen lässt, weiß man, dass die Augen ruhig geschlossen bleiben können. Absolut nicht gut, aber auch nicht ärgerlich!
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Zensur

 
 
 
„Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ feierte in Deutschland seine Premiere im Pay-TV und wurde dort ungeschitten ab 16 Jahren gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und ebenso FSK16.
 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Teenage Space Vampires; USA 1998

Genre: Horror, Komödie, Grusel, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 09.07.2021

 
 

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
The Faculty (1998)
 

Filmkritik: „Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ (1999)

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PHANTOM TOWN – SPUKSTADT DES SCHRECKENS

(PHANTOM TOWN)

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihren Eltern geraten drei Geschwister in eine Geisterstadt, die von einer geheimnisvollen Bedrohung beherrscht wird.

 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Kritik

 
 
Der Titel wird schleimgrün eingeblendet und auch sonst dominiert die Farbe grün, wenn es um Effekte geht. Zudem spielen Kinder die Hauptrolle. Nein, die Rede ist nicht von der Fernsehserie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, selbst wenn man das bei „Phantom Town“ sofort denken könnte. Tatsächlich wirkt dieser kostengünstig produzierte Horrorfilm wie eine überlange Folge der früher erfolgreichen Gruselserie für Kinder. Doch obwohl selbst diese sich auf TV-Niveau befand und sicher keine Meisterleistung handwerklicher Arbeit darstellte, besaß sie eine deutlich höhere Qualität als dieser Murks hier.
 
 
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Die Eltern der Geschwister Reeves waren unterwegs, weshalb die drei Teenager auch gleich mal eine schicke Party geschmissen haben. Doch als ihre Eltern anrufen und die Verbindung unterbrochen wird, machen sich die Kids Sorgen. Die Polizei will nicht behilflich sein, also müssen es die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Dabei geraten sie in eine Geisterstadt, die man nur im Schlaf betreten kann. Werden sie hier ihre Eltern finden? Die Story taugt nichts, aber wirklich so gar nicht. Auf dem Papier klingt das Szenario um eine Geisterstadt, die ihre Besucher verschlingt noch einigermaßen reizvoll, aber was man daraus gemacht hat, gleicht einer Schande. Das gesamte Szenario wird total wirr und unlogisch dargeboten. Absolut nichts ergibt hier einen tieferen Sinn und auch die Ideen, die verwurstet werden, kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen. „Phantom Town“ mischt sich aus allen Ecken etwas zusammen, braut daraus jedoch überhaupt nichts Brauchbares. Nein, da hatten selbst die simplen Geschichten aus „Gänsehaut“ deutlich mehr Reiz.
 
 
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Diese filmische Katastrophen-Kuriosität wird noch dadurch skurriler, dass sie in Deutschland früher tatsächlich mal erst ab 18 Jahren freigegeben war. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist einfach nur noch traurig. Mittlerweile hat „Phantom Town“ eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Wenn die Rückseite der DVD dann aber mit einem Spruch wie „…einen gruseligen, spannenden und harten Schocker…“ wirbt und einen nebenbei der grüne Sticker anlacht, dann kann man nur noch lachen oder eben weinen. Man hat es hier eindeutig mit einem Film zu tun, der sich an Kinder und nicht an Erwachsene richtet. Das sieht man schon sehr klar daran, dass zwei Hauptdarsteller selbst Kinder sind. Blut wird hier überhaupt nicht vergossen. Stattdessen gibt es ab und zu grünen Schleim zu sehen. Die Effekte sind unter aller Sau und sehen maßlos billig aus. Davon profitiert aber immerhin der Trash-Faktor und wenn man „Phantom Town“ nicht mit Humor nimmt, hat man sowieso echt schlechte Karten.
 
 
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Das gesamte Szenario ist nämlich so unsinnig, plump, hölzern und blöd, dass hier stets eine unfreiwillige Komik herrscht. Manchmal will der Film aber selbst auch noch komisch sein und wenn es albern wird, ist die Peinlichkeit kaum noch auszuhalten. Von einem Horrorfilm kann übrigens einfach keine Rede sein. Vielleicht gruselt man sich hier von sechs bis zehn Jahren, doch selbst zwölfjährige dürften für diesen Quatsch bereits zu abgeklärt sein. Die versprochene Western-Stimmung kommt auch nur ganz selten mal durch. Es ist wirklich kaum zu fassen, dass sich Jeff Burr für „Phantom Town“ verantwortlich zeigte. Sicherlich ist der Mann nicht gerade für die höchste Qualität bekannt, aber mit den Fortsetzungen zu „Stepfather“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Puppet Master“ und „Pumpkinhead“ hat der Mann doch noch etwas mehr Qualität geboten. Die Inszenierung ist wirklich miserabel, weil der gesamte Film miserabel ist. Hier will nichts zusammenpassen, die Kulissen sind billig und optisch bekommt man fast gar nichts geboten.
 
 
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Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch sehr untalentierte Darsteller zu betrachten, für die das Wort „belanglos“ erfunden geworden zu sein scheint. Mit Kindern in solchen Werken ist das immer so eine Sache. Manchmal geht die Rechnung auf, hier stören sie einfach. Die Erwachsenen machen ihre Sache jedoch mitnichten besser und wirken allesamt gelangweilt. Ebenso langweilig ist die Figurenzeichnung ausgefallen und in „Phantom Town“ kommen null Sympathien auf. Stattdessen verhalten sich die Personen unlogisch und doof. Das Ganze muss man dann über 90 Minuten durchhalten, was für den simplen Plot viel zu lange ist. Wäre es doch nur eine Episode von „Gänsehaut“ gewesen, dann hätte der Spuk nach einer knappen halben Stunde ein Ende gehabt. Dafür wäre diese dumme Geschichte auch noch ausreichend gewesen. So zieht sich das Treiben quälend in die Länge. Keine Spannung, kaum Action, dummer Humor. Nicht mal der Score stimmt versöhnlich. Und wenn für das Finale dann noch die alte Puppenkiste durchstöbert wurde, resigniert man entweder schon, ist total betrunken, eingeschlafen oder lacht müde darüber.
 
 
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PHANTOM TOWN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Phantom Town“ ist ein billiger, unkreativer und sinnfreier Film, der sich ganz klar nur als Horror bezeichnen lässt, wenn man die 12 Jahre noch nicht überschritten hat. Doch während Filme für die ganze Familie selbst dem Erwachsenen Freude bereiten können, bekommt man hier lediglich Unvermögen zu betrachten. So viel, dass es selbst dem Trash-Fan zu viel werden könnte, da die permanente unfreiwillige Komik anstrengend wird. Nun, lächerliche Momente gibt es so immerhin genügend zu sehen und alleine die „Effekte“ sind eine Frechheit. Ein schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller und eine komplett nichtssagende Inszenierung runden das passend ab. Dann doch lieber noch mal die 90er Fernsehserie „Gänsehaut“ anschauen, denn die war wenigstens noch ansatzweise gruselig und bot mehr Kreativität!
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Zensur

 
 
 
„Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ feierte in Deutschland seine Premiere im TV und wurde dort ungeschitten gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und FSK12.
 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Deutsche DVD

 
 
 
phantom-town-spukstadt-des-schreckens-1999-dvd

(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Phantom Town; Kanada | USA | Rumänien 1999

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Grusel

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 11.06.2021

 
 

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PHANTOM TOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gänsehaut (2015)
 
R.L. Stine – Geisterstadt: Kabinett des Schreckens (2015)
 
Gänsehaut – Die Stunde der Geister (1995)

Filmkritik: „Offseason“ (2022)

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OFFSEASON

Story

 
 
 
Eine junge Frau fährt mit ihrem Mann auf eine abgelegene Insel um den Vandalismus am Grab ihrer Mutter zu untersuchen …
 
 
 


 
 
 

OFFSEASON – Kritik

 
 
 
Nachdem mein Auftakt des HARD:LINE-Festivals mit „Night Caller“ ganz bewusst nicht gerade ein Highlight war, ging ich doch äußerst guter Dinge in die nächste Sichtung, da US-Regisseur Mickey Keating in der Vergangenheit schon mit „Carnage Park“, „POD“ und „Darling“ auf sich aufmerksam machen konnte – alles Filme die ich zwar selber noch gucken muss, deren Reviews sich größtenteils aber sehr wohlwollend und kurzweilig lesen.
 
 
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Die weltbekannte Melodie eines alten, lizenzfreien Pianostücks läuft, dazu sehen wir grobkörnige, nostalgische Super8-Aufnahmen. Eine Frau schaut in die Kamera und richtet sich direkt an die Zuschauer, äußerst nervös wird ein mehrminütiger, gut gespielter Monolog performt, dann folgen ein abrupter Schrei und die Titlecard. Der mystische Soundtrack bereitet bestens auf das kommende Unheil vor, zu pittoresken Landschaftsaufnahmen werden wir informiert dass unsere Protagonistin Marie Eldritch, äh, Aldrich heißt und schnellstmöglichst nach Lone Palm aufbrechen soll, da dort das Grab ihrer Mutter beschädigt wurde.
 
 

Chapter 1: Lone Palms

 
 
Demnach fährt sie also mit ihrem Mann über die stürmischen Straßen der verschrobenen Insel, nur um in Rekordzeit mit Charakterdarsteller Richard Blake, seufzenden Chören, vernebelten Sackgassen und weißäugigen Einwohnern konfrontiert zu werden, was dann auch ziemlich gut den gesamten Film zusammenfasst. Ob das nun als Kritik oder Lob zu verstehen ist? Nun, das kommt ganz darauf an, was man sich von einer solchen Prämisse erhofft. Die lovecraftigen Innsmouth-Vibes sind überdeutlich, auch wird hier nach ganz klassischen, altbekannten und bewährten Mustern noch mit Nebel, langsamen Kamerafahrten, dunklen Häusern und undurchschaubaren Nebencharakteren Grusel verbreitet, statt etwa auf Gewalt zu setzen oder das Genre subversiv zu unterwandern. Als „Set-Porno“ zum atmosphärischen Einsaugen der fabelhaft inszenierten sowie eingefangenen Umgebung, als hochwertigerer Spukhaus-Trip zum Angucken, Nackenhaare aufstellen und nach Traumlogik suggestiv leiten lassen, klappt „Offseason“ also immer wieder ganz hervorragend.
 
 
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Wer hingegen an Originaltreue im Sinne von „echter Lovecraft-Huldigung“ interessiert ist, einen kohärenten, kurzweiligen Horrorfilm sucht oder auch nur eine spannende sowie logische Geschichte, der ist hier grundlegend falsch – „Offseason“ wandert zusammen mit seiner Protagonistin gerne assoziativ von Setting zu Setting, lässt seine Charaktere verschwinden, diffus reden und nie wieder auftauchen, lebt mehr von Schärfeverlagerungen und unheilvollen Klängen, als wirklich von einer greifbaren, oder logischen Bedrohung. Hier sowie in Donnie Darko wird von einer älteren Frau ein Sturm prophezeit und damit eigentlich etwas viel Größeres impliziert, selbst der selbe Soundtrack und das Geräusch der „Portale“ aus dem 2000er-Klassiker wird übernommen. Doch trotz dieser überdeutlichen Einflüsse würde ich mehr von einer kunstvollen Verwebung und Huldigung sprechen, als von einem billigen Plagiat – weder droht unsere Protagonistin aufgrund unaussprechlichen Schreckens ihren Verstand zu verlieren, noch handelt es sich um ein Coming-of-Age-Charakterstück. „Offseason“ ist viel interessierter an der Ästhetik und Wirkung leise geflüsterter Aussagen und alptraumhaft entrückter Bilder, als an deren Inhalten.
 
 

Chapter 2: Sandtrap

 
 
Im lokalen Pub werden Marie und George von einer wie in der Zeit eingefroreren Gruppe alter Männer ausgelacht und kein Stück ernst genommen, inmitten dieser lässt George seine Frau in der Hoffnung auf ein Telefon dann auch tatsächlich alleine, nur damit ein junger Fischer, gespielt von Indie-Horror-Genredarsteller und „After Midnight“ sowie „The Battery“-Regisseur Jeremy Gardner, sich prompt an sie ranzuschmeißen scheint. Nach zwei Tagen Hinfahrt, der problematischen Ankunft und der schnellen Flucht aus dem Pub erzählt Marie ihrem reichlich verwirrten Mann dann auch endlich mal, was es mit der Reise auf sich hat: Ihre Mutter habe sie aus Angst vor dieser „verfluchten“ Insel darum gebeten, auf keinen Fall hier begraben zu werden, komme was wolle. Und mehr noch, der Brief und die sich aufgrund des Sturms schließende Brücke, das beides wirkt inzwischen doch wie eine Falle auf sie.
 
 
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Beim Performen seiner Reaktion auf diese absolut wilde, verständlicherweise angezweifelte Geschichte kann Joe Swanberg, seinerseits spätestens aus „You’re Next“ bekannt, wirklich glänzen und einen Eindruck hinterlassen, während Hauptdarstellerin Jocelin Donahue (The Burrowers, The House of the Devil, Knight of Cups, Insidious 2) mit ihrer einvernehmlich verunsicherten und ängstlichen Performance größtenteils die Bildfläche dominiert. Strukturell sehr interessant ist hierbei, wie früh im Film Marie ihre Theorie bereits ausspricht und, sollte sie wahr sein, somit dem Dorf auf die Schliche käme. Doch hat sie Recht? Die dunkle Vermutung und die Unsinnigkeit des Unterfangens reichen dem Paar aus, um getrübt den Rückweg anzutreten – aber natürlich finden sie sich schnell in einem Labyrinth aus Sackgassen wieder, um dann zu einem wunderschönen 50s-Song einen Unfall zu bauen.
 
 

Chapter 3: Life’s A Dream

 
 
Zu erneut lizenzfreier, aber stimmiger klassischer Musik sehen wir in einem hochpoliert fotografierten Flashback, dass Marie bereits erfolglos versucht hat das offensichtlich manipulierte Testament ihrer Mutter zu ändern, zurück im hier und jetz lullt die bekannte Mischung aus Donnie Darko-Gedächtnissoundtrack und nebligen, verlassenen Straßen direkt wieder in den wohligen Genre-Alptraumhalbschlaf. Herausreißend wirken allenfalls die Sirenen und Trommeln einer bemüht spannenden, im Endeffekt aber hoffnungslosen, merkwürdig künstlich aussehenden und vorhersehbaren Hatz zur sich hochfahrenden Brücke, danach klingelt ein einsames Telefon in einem dunklen Raum voller Puppenköpfe und es wird ein leeres Museum mit Taschenlampe und undeutlich im Hintergrund vor sich hinredenden Lautsprecherdurchsagen erkundet. Unterkühltes Colourgrading, interessante Sets und eine investierte Hauptdarstellerin – genau so kann simples, aber höchst effektives Filmemachen aussehen.
 
 

Chapter 4: The Damned

 
 
Ganz im Kontrast dazu steht leider Keatings Entscheidung, im folgenden Abschnitt mit einem überbordend lauten Soundtrack zu arbeiten, der auf den Schockfaktor der Szene zu pochen und bestehen scheint, während visuell oder inhaltlich aber wirklich nichts Gruseliges passiert. Weitere graue Augen starren und durch einen miesen Jumpscare stehen auf einmal alle um Marie rum, ja, hui, aber da war die subtile und desorientierende Einlage zu Beginn des Films, in der eben jene weißen Augen in einem vernebelten Dschungel-Setting inszeniert wurden, doch deutlich effektiver. Was in den folgenden 2-3 Kapiteln und letzten ~35 Minuten noch alles passiert, das sollte man als interessierter Zuschauer natürlich am besten selbst erfahren – doch was ich hier noch lobend hervorheben muss ist, dass „Offseason“ ziemlich genau einen einzigen Horrormoment hat, genau eine Stelle in der es wirklich furchterregend sein soll, und dass diese trotz sehr simpler Effektarbeit und ohne jeden Splatter auch exakt so funktioniert hat, wie erhofft. Ganze zweimal kam ein wohliges Gänsehaut-Gefühl auf und dass einmal davon kurz vor den Credits war, ist diesem Herzblutprojekt natürlich auch hoch anzurechnen.
 
 
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Doch leider, leider gestaltet sich der Weg dahin durch eine Szene mit konstantem Overacting eines sonst eigentlich bewährten Darstellers recht nervig und zäh, auch wird durch mehrfach teils wortwörtlich wiederholte Dialoge und Themen die Intelligenz des Zuschauers massiv in Frage gestellt, wenn nicht sogar beleidigt. Und dann, nach dem unvermeidbaren letzten „Kniff“ dieses sehr simplen Scripts, endet „Offseason“ nach kurzen 79 Minuten auch einfach wieder und entlässt den Zuschauer in die sonnige, unvernebelte, wenig mysteriöse Realität. Denn genau das ist der Effekt, den Keatings Werk erfolgreich beim Zuschauer verursacht: Durch diesen stringent verdichteten, filmischen Alptraumtrip im ewigen Nebel verlässt man kurz die irdischen Sphären und lebt von dunklen Andeutungen und leerer Dunkelheit, geflüsterten Ängsten und bösen Vorahnungen. Vielleicht ist das Ganze etwas hohl und zäh und zu oft gesehen, aber dermaßen aufs Nötigste reduziert und ohne störende Klötze am Bein kann ich eine solche Geisterstadt-Tour doch größtenteils genießen.

 
 


 
 
 

OFFSEASON – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Höchst stimmungsvoller, atmosphärisch gedrehter Set-Grusel mit pointierten Gänsehaut-Momenten, mitreißender Performance, mysteriösem Sounddesign und einem bewussten Minimum an Story.
 
 
 


 
 
 

OFFSEASON – Zensur

 
 
 
Bei aller alptraumhaften Atmosphäre beruft sich sich „Offseason“ keinesfalls auf brutale Effekte oder Splatter-Momente, weswegen einer knapp mit einer Szene verdienten FSK 16 hier nichts im Weg stehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

OFFSEASON – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei WTFilms)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tot & begraben (1981)
 
Messiah of Evil (1973)
 
Der Leuchtturm (2019)