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Filmkritik: „The Final Wish“ (2018)

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THE FINAL WISH

Story

 
 
 

Eine alte Urne wird plötzlich zum heiligen Gral. Dieser kann Wünsche erfüllen, macht aber ihren Besitzer alles andere als glücklich.

 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Kritik

 
 
 
Mal teures Mainstream-Horrorkino, dann wieder unabhängige Indie-Schauer. Wer oft Horrorfilme schaut, dürfte Schauspielerin LIN SHAYE mit Sicherheit schon begegnet sein. Die gehört nämlich bereits zum Inventar im Genrefilm und tingelt von Horrorstreifen zu Horrorstreifen, um dort Geistern, Monstern und Dämonen die Leviten lesen zu können. Doch damit ist sie nicht allein. Auch Schauspielkollegen wie DANIELLE HARRIS, ROBERT ENGLUND oder TONY TODD sind von Beruf Horrorfilmdarsteller. Die sorgen mit Kurzauftritten in Genrefilmen gern mal dafür, dass selbst unterirdische B-Movies Aufmerksamkeit erhalten. Auch der hier vorgestellte THE FINAL WISH gehört zu dieser Kategorie Film, der in der Videotheken-Ära wohl sein Dasein in den unterstehen Regalen gefristet hätte. Der Grusler leidet unter einem konfusen Drehbuch und hätte wohl kaum Erwähnung gefunden, wenn nicht LIN SHAYE und TONY TODD Nebenrollen übernommen hätten. Das lockt verständlicherweise Genrefans an, sagt aber noch lange nichts über die Qualität eines Horrorfilms aus. Von letzterer ist THE FINAL FISH weit entfernt.
 
 
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Sei vorsichtig, was du dir wünschst! Eigentlich hätte es für Aaron Hammond (MICHAEL WELCH) nicht besser laufen können. Der hat ein Jurastudium absolviert, ist nun Anwalt und träumt vom großen Geld. Leider läuft es nicht so gut, wie gedacht. Einen Job in der großen Stadt zu finden, erweist sich als hart und steinig. Hinzukommt, dass der Vermieter plötzlich streikt, weil die Miete nicht gezahlt wurde. Da steht Aaron plötzlich vor verschlossenen Türen und muss 3.000 Dollar auftreiben, um wieder in seine Wohnung zu kommen. Doch wie soll das gehen so ohne Job? Da klingelt plötzlich das Telefon und neue Baustellen tun sich auf. Der Vater ist gestorben und die Mutter (LIN SHAYE) braucht Unterstützung. Leider verläuft die Zusammenkunft alles andere als rosig. Mutter Kate ist nämlich auf ihren Sohnemann gar nicht gut zu sprechen. Der hat sich schon lange nicht mehr gemeldet und die Familie im Stich gelassen. Doch mit dem Tod des Vaters eröffnen sich für Aaron neue Möglichkeiten seine Schulden abzubauen. Der kramt nämlich alte Antiquitäten aus dem Fundus des Familienoberhaupts hervor und will diese zu Geld machen. Darunter befindet sich auch eine uralte Urne, die Fluch und Segen zugleich ist. Sie erfüllt nämlich Wünsche, sorgt aber auch für jede Menge Probleme.
 
 
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THE FINAL WISH ist kein Reißer. Zwar spielen bekannte Gesichter mit und an düsteren Bildern wir nicht gespart, dennoch hat der Streifen merkliche Probleme damit so richtig gruselig zu sein. Dabei bringt THE FINAL WISH eigentlich gute Voraussetzungen mit. Der Film ist nämlich nichts anderes, als eine weitere Version über ein geheimnisvolles Gefäß, das es nicht gut mit seinem Besitzer meint. Da gehen plötzlich Wünsche in Erfüllung – doch umsonst ist dieses Geschenk nicht. Ein boshafter Djinn zeichnet verantwortlich und meint es mal wieder nicht gut mit der Menschheit. Der lebt in dem Gefäß, handelt eigennützig und richtet damit Chaos an. Alteingesessenen Filmkennern dürfte dieser Verlauf nicht unbekannt sein. Da gab es schon ähnliche Streifen dieser Art, die weitaus besser waren. Der wohl bekannteste dieser fiesen Horrorfilme ist WISHMASTER, der die Erfüllung von Wünschen auf die Spitze trieb. Darin erfüllt ein zynischer Dämon zwar Träume, interpretierte diese aber auf grausame Weise um, damit der Wünschende am Ende auf möglichst blutige Weise sein Leben lassen musste.
 
 
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Ganz so weit geht THE FINAL WISH aber nicht. Regisseur TIMOTHY WOODWARD JR. hält sich mit sarkastischen Splatter-Späßen zurück und setzt vernehmlich auf unheimliche Bilder und ein wirres Zusammenspiel von Figuren. Letztere rauben dem Film die Spannung. Immer dann, wenn nämlich das Mysterium der schaurigen Urne in den Mittelpunkt rückt, tauchen Figuren auf und reißen die Aufmerksamkeit an sich. Da spielt die Urne plötzlich die zweite Geige und gerät schon mal in den Hintergrund. Eine enttäuschende Prämisse – vor allem auch deshalb, weil sich für das eigentlich Böse kaum Zeit genommen wird. Der mysteriöse Bewohner des antiken Gefäßes kommt nämlich kaum zu Wort. Bis auf eine winzige Einstellung im Prolog und kurz während des Finales sieht man den Djinn nicht vor der Kamera. Stattdessen wohnt der Zuschauer allerhand Protagonisten bei, die mit ihren teils sehr konstruiert wirkenden Konflikten schon gern mal den Erzählfluss hemmen.
 
 
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Unterm Strich ist THE FINAL WISH eigentlich kein Film, den man an die große Glocke hängen muss. Die Inszenierung befindet sich auf TV-Niveau, besitzt kaum Höhepunkte und auch in Sachen Gewalt hält man sich sehr zurück. Das schleppende Erzähltempo tut da sein Übriges. Da mutet es schon etwas sehr irreführend an, wenn man auf dem Filmplakat damit wirbt, dass THE FINAL WISH von den Machern des Horror-Hits FINAL DESTINATION kommt. Qualitativ trennen beide Filme nämlich Welten. Übrigens hat man für den Wunsch-Horror Recycling betrieben. Wir meinen aber hier nicht die bereits bekannte Idee über einen bitterbösen Djinn, der mit der Habgier von Menschen handelt. Für THE FINAL WISH hat man kurzum die gleiche Bretterbude als Kulisse verwendet, die auch im Puppen-Grusler ANNABELLE 2 zu sehen war. So konnte man sicher einige Dollar Budget sparen, die wohl letztendlich in die Geldbörsen von LIN SHAYE und TONY TODD geflossen sind, damit man mit bekannten Namen bewerben konnte.
 
 
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THE FINAL WISH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Technisch top, inhaltlich ein Flop. Wo bekannte Namen draufstehen, muss nicht zwangsläufig Qualität drinstecken. THE FINAL WISH ist trotz Genre-Stars definitv kein Highlight. Hier hätte man mehr draus machen können. Ein Djinn lebt in einer antiken Urne und will Unheil stiften. Klingt eigentlich recht vielversprechend. Das Resultat ist aber nicht das Zelluloid wert, auf das es gebannt wurde. Den Djinn bekommt man nämlich so gut wie gar nicht zu sehen. Das wäre quasi so, als würde man einen Sequel des Splatter-Horrors WISHMASTER drehen und der eigentliche Star der Reihe winkt kurz vorm Abspann mal schnell in die Kamera. Genauso verhält es sich in THE FINAL WISH. Da wird auf Biegen und Brechen eine Geschichte über eine seltsame Wunsch-Urne erzwungen, deren Figuren den Zuschauer kaltlassen. Statt blutige Wunsch-Duelle zu zelebrieren, nerven lieber unzugängliche Protagonisten mit ihren eigensinnigen Problemen. Dass THE FINAL WISH kein Horror-Hit werden würde, war irgendwie abzusehen. Filmemacher TIMOTHY WOODWARD JR. ist eigentlich Schauspieler, hat aber schon trashige Videoware selbst inszeniert. Darunter so geniale Perlen wie 7 FACES OF JACK THE RIPPER oder GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS. Das allein dürfte schon Grund genug sein, dass beim erfahrenen Publikum die Alarmglocken läuten. Immerhin: im direkten Vergleich, zu dem was der Regisseur bisher gemacht hat, ist THE FINAL WISH schon ein Quantensprung. Doch ein düsterer Tenor, ein paar unheilvolle Bilder und kurze Blutszenen machen noch lange keinen guten Horrorfilm. Da können auch namhafte Genre-Größen nichts mehr reißen, die im Film zu sehen sind.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Zensur

 
 
 
THE FINAL WISH ist keine Splatter-Granate, wie zu seiner Zeit WISHMASTER. Es sterben zwar Menschen, aber das wird nicht sonderlich brutal zelebriert. Ein Ast bohrt sich durch einen Körper, eine Schusswaffe kommt zum Einsatz, ein Hund wird verstümmelt und eine Protagonistin erhängt sich. Hierzulande dürfte THE FINAL WISH vermutlich eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinedigm Entertainment Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Djinn (2014)
 
Wish Upon (2017)
 
The Monkey’s Paw (2013)
 

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Filmkritik: „Leprechaun Returns“ (2018)

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LEPRECHAUN RETURNS

Story

 
 
 

Nach 25 Jahren wird ein boshafter Zwerg aus seinem Gefängnis befreit und beginnt eine Gruppe von Studenten zu terrorisieren.

 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Kritik

 
 
 
Manche Monster sind einfach nicht tot zu kriegen – vor allem, wenn man mit ihnen Geld verdienen kann. So hat es sich Hollywood seit den 2000ern zur Aufgabe gemacht jeder noch so kultverdächtigen Horror-Kreatur durch ein glattgebügeltes Remake neues Leben einzuverleiben. Viel zu oft scheiterte das Vorhaben – in wenigen Fällen war die Neuauflage dennoch besser als das Original. Da mittlerweile alle bekannten Genre-Bösewichte der 70er/80er durch eine Neuverfilmung den Weg ins neue Jahrtausend gefunden haben und es kaum noch etwas zu remaken gibt, setzt man eben fort, was bei Horror-Nerds von Begriff sein könnte. So gelang es einem irischen Kobold sich in den 1990ern Dank Video-Ära einen Namen zu machen. LEPRECHAUN hies der Horrorspaß, der zwar in den unteren Regalen der Videotheken sein Dasein fristete, es aber bis heute auf sechs mehr oder weniger brauchbare Filme und ein überflüssiges Reboot brachte. Offenbar waren die Rechte in Zeiten günstig, in denen sich kaum noch jemand an den Killergnom erinnern kann. Die letzte, richtige Fortsetzung liegt schon einige Jahre zurück. Grund für die eher für Trash-Filme bekannte Filmbude SYFY genannte Filmreihe 15 Jahre nach dem letzten Sequel fortzuführen. Unter dem Titel LEPRECHAUN RETURN geht es daher nun in Runde 7. Wer die bisherigen Produktionen von SYFY gesehen hat, dürfte mit Grausen erahnen können, was das bedeutet.
 
 
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LEPRECHAUN RETURNS ignoriert alle bisherigen Streifen und Ereignisse. Stattdessen knüpft der Film an das Original von 1993 an und erzählt die Geschichte von College-Studentin Lila (TAYLOR SPREITLER). Die ist die Tochter der Heldin aus dem Original-Leprechaun, welche dort von JENNIFER ANISTON verkörpert wurde. Mittlerweile ist die aber an Krebs verstorben. Dennoch verschlägt es Lila zurück an den Ort, an dem die Mutter einst gelebt hat. Dort will die junge Frau mit ihren Kommilitonen ein Haus auf Vordermann bringen, das als neues Verbindungsheim dienen soll. Leider befreit man bei den Renovierungsarbeiten genau jenen Leprechaun, den einst die Mutter vor 25 Jahren in die Knie gezwungen hat. Der macht genau dort weiter, wo er in den 1990ern aufgehört hat und begibt sich auf die Suche nach seinem Gold, das ihm vor 25 Jahren von seinen Gegenspielern weggenommen wurde. Das ist für die jungen Helden in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich erfreulich. Die wissen anfangs nicht, wie ihnen geschieht und was der Kobold will. Doch Heldin Lila bietet dem raffgierigen Gnom die Stirn.
 
 
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Ach nee, das hätte nun nicht wirklich sein müssen. Was aus den SYFY-Studios kommt, ist berechtigterweise für die Tonne. Gleiches kann man auch über LEPRECHAUN RETURNS sagen, der genau das widerspiegelt, für das Produktionen aus genannter Resterampe stehen. Die zeichnen sich durch mindere Qualität aus, mit der man möglichst viel Geld verdienen möchte. Demzufolge macht LEPRECHAUN RETURNS dem Namen SYFY alle Ehre und kurbelt eine überraschungsarme Geschichte ab, die nach den bekannten Formeln abgehandelt wird, welche sich das Studio SYFY seit Bestehen auf die Stirn geschrieben hat. Für all jene, die nicht wissen, was gemeint ist: LEPRECHAUN RETURNS ist seichte Horrorunterhaltung auf TV-Niveau, die schnell abgedreht wurde, kaum Substanz besitzt und auch sonst eher leichte Gemüter ansprechen möchte.
 
 
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Wie in den meisten SYFY-Gurken kämpfen auch in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich helle Jungdarsteller gegen ein Monster, das irgendwie in die Knie gezwungen werden muss. Diesmal sind es aber keine Zombies, CGI-Kreaturen oder Geister. Dieser SYFY-Film rückt einen Kobold in den Mittelpunkt, der zynische Sprüche von sich gibt, über die man mit fortschreitender Laufzeit gar nicht mehr lachen kann. Zwergen-Darsteller LINDEN PORCO tritt ein großes Erbe an. Dem wurde die ungnädige Ehre zuteil, in die Fußstapfen von WARWICK DAVIS zu treten, der in allen bisherigen LEPRECHAUN-Streifen den Kultkobold verkörpert hat. Ein Unterfangen, das bereits vor Drehbeginn zum Scheitern verurteilt war. Horrorfans sind so ziemlich eigen, wenn es um Horrorfilm-Ikonen geht, die das Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Genau das wird auch in LEPRECHAUN RETURNS zum großen Problem. Zwar sieht der Kobold aus, wie der Leprechaun aus genannter Film-Reihe. Dennoch bleibt für eingefleischte Fans unübersehbar, dass die Rolle des goldgierigen Gnoms von einem anderen Darsteller verkörpert wird. Somit macht es LEPRECHAUN RETURNS dem Remake von A NIGHTMARE ON ELM STREET gleich. Auch dort tauschte man den beliebten Hauptdarsteller gegen einen neuen aus. Weil ROBERT ENGLUND nicht mehr als zynische FREDDY KRUEGER zu sehen war, erhielt die Neuverfilmung von Genre-Anhängern kaum Zuspruch.
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte nun auch LEPRECHAUN RETURNS ereilen, der kaum der Rede wert ist und irgendwie überflüssig wirkt. Die Handlung wurde aufs Wesentliche beschränkt und besteht einzig darin eindimensionale Darsteller nacheinander in den Filmhimmel zu jagen. Immerhin versucht SYFY das beste aus dem rudimentären Filmkonzept zu machen. Der Film nimmt sich nicht immer bierernst und zieht die trashige Inszenierung bewusst ins Lächerliche. Das wird vor allem bei den diversen Morden deutlich. Die sind zwar blutig aber derart überzeichnet, dass ein comicgleicher Unterton nicht von der Hand zu weisen ist. Leider mangelt es dem Streifen an Neuerungen. LEPRECHAUN RETURNS spult die gleichen Verläufe ab, die bereits in den Filmen zuvor Programm gewesen waren. Man erfährt nichts Neues über den mordenden Kobold und auch sonst fehlen diesem Ableger frische Ideen. Das mag für all jene nicht schlimm sein, die bisher noch keinen Streifen dieser Reihe gesehen haben. Wer jedoch alle sechs LEPRECHAUN-Filme (das doofe Reboot mal ausgenommen) kennt, dürfte sich bei diesem Ausflug ins irische Kobold-Universum schnell gelangweilt fühlen.
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wo SYFY draufsteht, ist auch SYFY drin. LEPRECHAUN RETURNS ist dreiste Resteverwertung und fühlt sich an, als habe das Studio SYFY einen ihrer bisherigen Kreaturen-Filme genommen und einfach nur das Filmmonster gegen einen mordenden Kobold ausgetauscht. Das Filmkonzept ist rudimentär. Das bedeutet: eindimensionale Jungdarsteller werden nacheinander durch einen Killergnom ermordet – Spannungsfreiheit inklusive. Das ist ziemlich langweilig, auch wenn sich der Streifen nicht immer bierernst nimmt. Immerhin erwähnenswert: LEPRECHAUN RETURNS ist der bisher blutigste Teil der Reihe. Ob das einen guten Horrorfilm auszeichnet, möchten wir bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Zensur

 
 
 
LEPRECHAUN RETURNS ist der blutigste Teil der Reihe und auch ziemlich zeigefreudig. Ein Auto fährt über einen Kopf, der Leprechaun wühlt sich durch Gedärm und ein Protagonist wird von einer herabfallenden Solaranlage in zwei Hälften geteilt. Aber das ist noch längst nicht alles. Für die Rückkehr des Killerkobolds hat man sich noch weitere zynische Morde einfallen lassen, was dafür sorgen dürfte, dass LEPRECHAUN RETURNS hierzulande wohl eher mit rotem FSK-Flatschen in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Syfy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun’s Revenge (2012)
 
Leprechaun (1993)
 
Leprechaun 2 (1994)
 
Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)
 
Space Platoon (1997)
 
Leprechaun 5 – In the Hood (2000)
 
Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)
 


Filmkritik: „Haunting on Fraternity Row“ (2018)

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HAUNTING ON FRATERNITY ROW

(THE PARTY CRASHER)

Story

 
 
 

In HAUNTING ON FRATERNITY ROW gerät eine Studentenparty aus dem Ruder, weil ein Dämon das Zepter in die Hand nimmt.

 
 
 


 
 
 

HAUNTING ON FRATERNITY ROW – Kritik

 
 
 
Vermutlich kennt jeder folgendes Phänomen: man sieht einen hektisch zusammengeschnittenen Trailer, bei dem reichlich geschrien und getötet wird. Das macht Lust auf mehr. Hat man dann aber den fertigen Film im Player, ist von angepriesenem Mord- und Totschlag kaum noch etwas zu sehen. Die Filmindustrie schummelt, wo es nur geht, damit im Zuge der immer träger werdenden Kaufbereitschaft des Filmfans überhaupt noch Heimkinomedien und Kinokarten verkauft werden können. Ganz vergönnen kann man die zweifelhaften Marketingmethoden nicht. In einer Zeit, in der der Streaming-Markt boomt und Zuschauer lieber auf der Couch sitzen bleiben, statt Media Markt oder Lichtspielhaus zu besuchen, wird nach Tricks gesucht den Kauf neuer Filme irgendwie schmackhaft zu machen. Leider hat nicht selten der zahlungswillige Zuschauer den Nachteil. Der kauft die Blu-ray oder ein Kinoticket und ist enttäuscht, weil der zuvor im Trailer angepriesene Blut- und Schockrausch nahezu kaum vorhanden ist. Gleiche Erfahrung haben wir mit HAUNTING ON FRATERNITY ROW gemacht. Der Trailer suggeriert einen intensiven Horrortrip mit viel Geschrei. Nach dem muss man im fertigen Film genauer suchen. Offenbar haben schlitzohrige Schnittmeister die besten Szenen in knapp zwei Minuten Werbefilm gepackt. Verflixt und zugenäht.
 
 
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Im Haus einer Studentenverbindung wird eine groß angekündigte „Winter Luau“-Party gefeiert, die vielen Studenten im Gedächtnis bleiben soll. Doch die Vorbereitungen zur Sause offenbaren ein düsteres Geheimnis. Durch einen Unfall entdeckt man im Keller des Wohnheims einen geheimnisvollen Raum, der viele Fragen aufwirft. Wurden hier etwa geheimnisvolle Rituale abgehalten? So in etwa! Was die Studenten nämlich nicht wissen ist, dass sie mit der Öffnung des Zimmers einen Dämon befreit haben, der sich nun unter die Partygäste gemischt hat. Der will nicht feiern, sondern töten. Was folgt, ist ein folgenschweres Massaker, das im Chaos endet. Wer wird diese Party wohl überleben? Wir zumindest verraten es an dieser Stelle nicht.
 
 
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Du hast eine Vorliebe für MTV-Reality-Shows in denen verzogene Gören feiern, saufen und grölen? Dann könnte HAUNTING ON FRATERNITY ROW nach Deinem Geschmack sein. Der Film ist nichts anderes als der hyperaktive Zusammenschnitt einer mehr als dummen Party während der sauf- und paarungsbereite Studenten mit paranormalen Dingen konfrontiert werden. Dabei wird von Found-Footage-Stilmitteln Gebrauch gemacht, die aber im Verlauf schnell an Bedeutung verlieren. So bekommt der Zuschauer anfangs noch das zu sehen, was die Partygänger mit Smartphones und Handkameras filmen. Später scheint sich aber die Kamera aus unerklärlichen Gründen zu verselbständigen, sodass unklar bleibt, wer denn nun eigentlich das Bewegtmaterial zur Party liefert. Regisseur BRANT SERSEN nimmt es mit der Found-Footage-Rezeptur nicht so genau und das ist offenbar auch das Beste, was er machen konnte. Weil sich plötzlich die Kamera löst und die Ego-Perspektive vernachlässigt, ist HAUNTING ON FRATERNITY ROW zumindest einfacher zu verdauen, als manch anderer Streifen dieses Sub-Genres. Gut für den Zuschauer. Dieser muss diesmal weitestgehend auf jene Stilelemente verzichten, die das Found-Footage-Genre so berüchtigt und unbeliebt gemacht haben. Das bedeutet, dass Bild-Ausfälle, Störgeräusche oder Wackelattacken aus dem Drehbuch verbannt wurden. Ist HAUNTING ON FRATERNITY ROW daher auch gleichzeitig sehenswert? Wir meinen: Nein!
 
 
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HAUNTING ON FRATERNITY ROW hat ein großes Problem mit seinen Figuren. Gute Filme zeichnen sich dadurch aus, dass ein sympathischer Protagonist den Zuschauer an die Hand nimmt und durch den Film führt. Von zugänglichen Figuren ist aber in diesem Horrorstreifen weit und breit keine Spur. Der Zuschauer bleibt sich selbst überlassen und muss sich durch eine sperrige Handlung quälen, die in erster Linie mit unwichtigen Szenen gefüllt wurde. Da wird sich die Birne weggekokst, gesoffen und mit Mädels geflirtet. Halbstarke Anmachsprüche runden den Partygau ab. Irgendwie bleibt im Trubel der Gruselfaktor auf der Strecke, der bei genauer Betrachtung erst in den letzten 15 Minuten Gewichtung erhält. Eine enttäuschende Prämisse mit dem sich HAUNTING ON FRATERNITY ROW wohl keine Freunde machen wird. Warum? Der Film ist zu viel PROJEKT X statt PARANORMAL ACTIVITY und hat auch sonst keinerlei Spannungsbogen zu bieten. Bevor hier überhaupt irgendwann der Horror losbricht, dürfte der Zuschauer entweder eingeschlafen sein oder seine Klamotten gepackt haben, um selbst auf der nächsten Party zu tanzen. Ein einfältiges Stück Zelluloid und definitiv nur etwas für Hardcore-Found-Footage-Liebhaber.
 
 
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HAUNTING ON FRATERNITY ROW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
PROJEKT X trifft auf PARANORMAL ACTIVITY. Klingt gut, oder? Ist es aber nicht. Bei diesem Schnarcher handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes, um die geistloseste Party ever. Durch knapp 80 Minuten Film muss sich der Zuschauer im Falle von HAUNTING ON FRATERNITY ROW quälen, bis hier überhaupt mal etwas Nennenswertes passiert, was der Bezeichnung „Horrorfilm“ gerecht werden kann. Bis dahin muss man Sprüche primitiver Alpha-Männchen und das Gegacker nicht sonderlich heller Blondinen ertragen. Ein paar wenig zeigefreudige Fummelszenen und etwas Party-Pop-Musik gibt’s obendrein. HAUNTING ON FRATERNITY ROW ist typischer Filmschrott für die Generation NETFLIX, der es nach anspruchslosen Filmen dürstet, nur mit dem Ziel, die Zeit irgendwie über die Runden zu bekommen. Dass einem hier Horror untergejubelt wird, der noch nicht mal einen Spannungsbogen oder gar sympathische Figuren besitzt, dürfte wohl jenem Zuschauer-Klientel erst gar nicht auffallen. Nein, HAUNTING ON FRATERNITY ROW ist weit weg davon ein guter Film zu sein. Hier hat alles den Anschein, als haben die Macher eine Villa gemietet, Mucke aufgedreht und die Darsteller sich selbst überlassen. Die Handlung ist rudimentär und selbst Schocks sind Mangelware. Gute Voraussetzungen also, um von HAUNTING ON FRATERNITY ROW die Finger zu lassen. Den hat übrigens Regisseur BRANT SERSEN (SANATORIUM) mit einem für Indie-Horror ordentlichen Budget auf die Beine gestellt. Sage und schreibe fünf Millionen Dollar Produktionsbudget standen zur Verfügung, um was Gruseliges zu inszenieren. Wer den Streifen gesehen hat, dürfte sich zu Recht fragen, in was denn die Kohle investiert wurde. Die für Horrorfilme wichtigen Gewaltszenen fehlen fast gänzlich, die Schauspieler agieren eher zweckmäßig und für das Set hätte eine mit Lichterketten geschmückte Garage ausgereicht. Zum Vergleich: Ein Film, wie CULT OF CHUCKY musste mit gleichem Budget haushalten. Ratet mal, welcher der beiden Filme das Rennen macht.
 
 
 


 
 
 

HAUNTING ON FRATERNITY ROW – Zensur

 
 
 
HAUNTING ON FRATERNITY ROW, der anfangs eigentlich mal THE PARTY CRASHER heißen sollte, ist gewalttechnisch kaum der Rede wert. Am Ende sieht man ein paar Protagonisten, denen vom Dämon die Augen herausgerissen wurden. Das sieht teils aus, als habe man über die Gesichter der Opfer einen Snapchat-Filter gelegt und lockt wohl keinen Horrorfilmfan vorm Ofen hervor. Weiterhin gibt es eine aufgeschnittene Kehle zu sehen und etwas „Kleinkram“. Hierzulande dürfte HAUNTING ON FRATERNITY ROW eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HAUNTING ON FRATERNITY ROW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Monster Project (2017)
 
Grave Encounters (2011)
 
The Entity (2015)
 


Filmkritik: „Killer Kate!“ (2018)

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KILLER KATE

Story

 
 
 

Die Gäste eines Junggesellinnenabschieds bekommen Besuch, den sie aber nicht eingeladen haben. Da stellt sich schnell die Frage, wie man den wieder losbekommt. Offenbar nur mit Baseballschläger, Axt und Gewehr.

 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen in Horrorfilmen die Hutschnur reißt, wird es in der Regel blutig und kompromisslos. Seit einigen Jahren sind Rachefilme wieder hoch im Kurs. In der Regel erleben in diesen Filmen ahnungslose Menschen Grausames, die wenig später über sich hinauswachsen und zu Schrotgewehr, Motorsäge oder Axt greifen, um den Peinigern die Leviten zu lesen. Was vor allem in den 1980ern männlichen Helden vorbehalten war, ist seit dem Erfolg der Neuverfilmung von I SPIT ON YOUR GRAVE schon längst nicht mehr allein Männersache. Die Frauenwelt rächt mindestens genauso unberechenbar, wie zuletzt im französischen REVENGE geschehen. Auch dort ließ sich eine attraktive Femme fatale nichts von Herren sagen, griff zum Mordwerkzeug und veranstaltete kurzen Prozess – etwas, das nun auch Kate im Horrorfilm KILLER KATE übernimmt. In dieser amerikanischen Indie-Produktion hat sich mal wieder ein Newcomer ausprobiert. ELLIOT FIELD zeichnet für Regie und Drehbuch verantwortlich und hat auch gleich noch die Gattin als Darstellerin gepachtet. Viel Engagement, das aber kaum der Rede wert ist. KILLER KATE ist kein nennenswerter Horror-Beitrag. Von einem Film mit so reißerischem Titel hat man doch etwas mehr erhofft.
 
 
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Eigentlich freut sich Kate grade über ein Date mit dem Arbeitskollegen, in den sie schon seit einiger Zeit verschossen ist. Doch die Freude über die Verabredung wird durch einen Anruf vom schwerkranken Vater gedämpft. Der möchte unbedingt, dass die junge Frau an der Hochzeit der Schwester teilnimmt. Mit der hat Kate nämlich schon seit längerem keinen Kontakt mehr. Als die zu einer Junggesellinnenparty einlädt, gibt sich die taffe Einzelgängerin einen Ruck. In einer gemieteten Ferienwohnung soll die Sause stattfinden. Doch irgendwie hat man hier ein mulmiges Gefühl. Das ist auch berechtigt. Es dauert nämlich nicht lang bis die Gäste von Fremden überfallen werden. Nur was wollen die? Das Finale von KILLER KATE gibt Erleuchtung – auch wenn die Auflösung zu dem Schwachsinnigsten gehört, was die Horrorfilmwelt seit langem zu bieten hatte.
 
 
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Kein Brüller. KILLER KATE macht handwerklich eine gute Figur und auch die Schauspieler agieren ordentlich. Was den Sehgenuss trübt, ist die Tatsache, dass dem Zuschauer nicht wirklich einleuchten will, was das alles hier eigentlich soll? KILLER KATE ist kein ernstzunehmender Horrorthriller. Die Killer verhalten sich merkwürdig, die Opfer sind alles andere als schlau und auch die Auflösung des Films ist an Blödheit nicht zu überbieten. KILLER KATE nimmt sich bewusst nicht immer ernst und wurde wohl eher als schwarze Komödie konzipiert. Leider zündet kein einziger Gag und auch die Ereignisse kommen nur schleppend in Fahrt. So nimmt man sich anfangs zu viel Zeit, um die Opfer einzuführen. Die schnattern knapp 45 Minuten über längst vergangene Zeiten, bevor sie davon Wind bekommen, dass offenbar Einbrecher im Haus umhergehen. Was folgt, ist Rache-Horror light, der zwar einige blutige Szenen zu bieten hat, die aber wegen unlustiger Humoreinlagen nicht sonderlich hart anzuschauen sind. KILLER KATE gehört wohl zu den unsinnigsten Horrorkomödien, die jemals gedreht wurden. Da sollte man sich nicht vom vielversprechenden Titel verführen lassen, der handfeste Brutalo-Action suggeriert. Wer auf die wartet, wird sich schwarz ärgern.
 
 
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KILLER KATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Aller Anfang ist schwer. Das Regiedebüt von ELLIOT FELD ist kein großer Wurf. Der als Home-Invasion-Thriller getarnte Horror-Spaß hat ein großes Problem. Der Film verfehlt sein Ziel. Eigentlich sollten solide Gags das Genre der Home-Invasion-Filme auf die Schippe nehmen. Doch die Miene des Zuschauers wird im Falle von KILLER KATE ernst bleiben. Hier verfehlen gut gemeinte Lacher ihre Wirkung. Ein paar nervige Ulk-Floskeln hier, dumme Sprüche unter der Gürtellinie da – das allein macht noch lange keine gute Horrorkomödie. KILLER KATE ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gelagerter Filme wie TUCKER & DALE VS EVIL DEAD oder COTTAGE COUNTRY. Die Witze sind flach, die Handlung quälend langweilig und sonderlich blutig wird es auch nie. Demzufolge ist es besser, wenn man diesen Home-Invasion-Flop und Rache-Quatsch besser im Regal stehen lässt. So entgeht man einer Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar Morde zu sehen. Ein mit Stacheldraht umwickelter Baseballschläger kommt zum Einsatz und Körper werden auch mit Stich- und Hiebwaffen bearbeitet oder durchbohrt. Wegen des komödiantischen Einschlags ist das nicht alles sonderlich hart anzuschauen. Hierzulande könnte es eine FSK16 für KILLER KATE geben. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tina Thorpe – Feld Films LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Mercy Christmas (2017)

68 Kill (2017)

Peelers (2016)

Bloody Knuckles (2014)


Filmkritik: „The Witch in the Window“ (2018)

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THE WITCH IN THE WINDOW

(THE VERMONT HOUSE)

Story

 
 
 

Ein unerwarteter Hauskauf, Familienprobleme und Geister: THE WITCH IN THE WINDOW handelt von einem Haus auf dem Lande, in dem es mal wieder poltert und spukt.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Kritik

 
 
 
Wenn es nach der Werbung hiesiger Baumärkte geht, gibt es wohl nicht schöneres, als eigene vier Wände. Da haben findige Marketingexperten sicherlich recht. Dumm nur, wenn man die neue Bleibe auch noch mit Geistern teilen muss. Da stellt sich logischerweise die Frage, ob man trotzdem bleiben oder das Traumhaus wieder verkaufen soll? Antworten darauf sucht nun Regisseur ANDY MITTON. Der gehört zu jenen Filmemachern, die aus Liebe zum Gruselfach im Horror-Genre verharren. Sieht man sich sein bisheriges Schaffen an, zeigt sich schnell, dass der außer Horrorzeug bisher noch nichts anderes gedreht hat. Neben dem unsagbar schlechten Mystery-Unsinn YELLOWBRICKROAD und einem Beitrag zur Horror-Anthologie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR fiel der Regisseur zuletzt mit WE GO ON positiv auf. Leider war Letzterer wohl eher eine Eintagsfliege. Der neue Ausflug ins Gruselfach mit dem Titel THE WITCH IN THE WINDOW ist leider nicht so pralle und enttäuscht durch halbgare Gruselei, die eher langweilt, statt schlaflose Nächte zu bereiten.
 
 
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Vater Simon ist in Schnäppchenlaune. Irgendwo in der Einöde hat er ein günstiges Häuslein gekauft, das er nun auf Vordermann bringen will. Dazu nimmt er Sohnemann Finn mit auf die Baustelle, der das Familienoberhaupt unterstützen soll. Eigentlich eine gute Sache, um den Sprössling von den zerrütteten Familienverhältnissen abzulenken. Die Eltern verstehen sich nämlich nicht mehr so gut und das merkt auch der Nachwuchs. Doch Vater Simon hofft das Beste. Leider durchkreuzen seltsame Ereignisse bald eifrige Pläne. Im renovierungsbedürftigen Heim passieren plötzlich seltsame Dinge. Offenbar hat eine ehemalige Bewohnerin nicht mit der Welt der Lebenden abgeschlossen. Die spukt durch die Räume und jagt dem neuen Eigentümer damit einen Heidenschreck ein. Der ist auch begründet. Nachbar Louis hat die Geisterfrau zu Lebzeiten gekannt. Der hat einiges zu berichten und das ist alles andere als beruhigend.
 
 
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Eigentlich hätt’s die Hexe gar nicht gebraucht. THE WITCH IN THE WINDOW ist nämlich bei genauerer Betrachtung eher ein Drama in dem ein Vater versucht seine kleine Familie zusammenzuhalten. Die Ehe befindet sich auf einem Scheideweg und der pubertierende Sohnemann Finn bekommt langsam davon Wind, dass es außerhalb des sicheren Familienlebens auch noch eine andere, weitaus unsichere Welt gibt, vor der ihn die Eltern beschützen wollen. Das da plötzlich der Geist einer knochigen Alten Wege kreuzt, fühlt sich angesichts der ohnehin schon problematischen Familienverhältnisse irgendwie aufgezwungen an. In der Tat ist das aber auch so. Der Horror-Part wirkt überflüssig, zumal die Horror-Elemente rar verstreut wurden, dass Grusel-Fans vor lauter Dialogen schnell müde werden. Viel Grusel-Feeling wird nämlich nicht geboten. Stattdessen wird reichlich gequasselt und sich irgendwie durchs Drehbuch gehangelt. Demzufolge rückt der Gruselpart in den Hintergrund. Der ist minimalistisch und besitzt – bis auf eine kurze Szene – weder Schreckmomente noch Geschrei. Offenbar ist das gewollt. Regisseur ANDY MITTON will nicht plakativ Erschrecken. Der fokussiert problematische Familienverhältnisse und versucht am Ende eine nahezu schon träumerische Lösung zu finden, um sich entfremdete Eltern wieder einander näher zu bringen. Soweit, so gut – wäre da nicht das reißerische Filmplakat und der auf Horror getrimmte Trailer. Beides erweckt falsche Erwartungen beim Zuschauer. THE WITCH IN THE WINDOW ist weit weg von konventioneller Gruselware und dürfte so viele Horrorfilm-Liebhaber – vor allem der sehr langsamen und beinahe ereignislosen Erzählweise wegen – enttäuschen. Drama und Grusel-Combo. Eigentlich ein Mix, der schon so einigen Gruselfilmen zum Erfolg verholfen hat. Im Falle von THE WITCH IN THE WINDOW zündet der Genre-Cocktail nicht sonderlich gut. Der Grund: beide Komponenten passen so gar nicht zusammen und wurden auch noch langweilig zu einem zähen Gruselbrei vermischt. Muss man nicht sehen.
 
 
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THE WITCH IN THE WINDOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Familiendrama unter dem Deckmantel eines Gruselfilms. THE WITCH IN THE WINDOW ist ein Mix aus Drama und Geisterfilm, bei dem aber die Geisterproblematik eher Alibi-Funktion besitzt und sich auch noch dazu überflüssig anfühlt. Letztere hätte man auch aus dem Film streichen können. THE WITCH IN THE WINDOW hätte so die gleiche Botschaft vermitteln können. Trotz 77 Minuten Laufzeit ist der Film ziemlich lang geraten. Der Grund: Geschwätzig- und Ereignislosigkeit. Die Inszenierung ist schleppend und sonderlich viel passiert auch nicht. Eine Bewährungsprobe für jene, die sich von THE WITCH IN THE WINDOW den Grusel-Overkill versprochen haben. Viel Grusel wird nicht geboten. Ein großes Problem, zumal der Streifen im Titel, Trailer und auf dem Plakat mit einer Hexe wirbt. Hat man den Film gesehen, wird man schnell feststellen, dass die Hexe nicht im Mittelpunkt steht, sondern schwierige Familienverhältnisse. Statt satanische Hexenferse und schauderhafte Erscheinungen sorgt sich Regisseur ANDY MITTON lieber um zwischenmenschliche Konflikte. Kein Grusel-Hokuspokus, sondern deprimierendes Familien-Tralala. THE WITCH IN THE WINDOW ist ein waschechter Blender und ein langweiliger auch noch obendrauf. Wer die Sichtung übersteht, ohne eingeschlafen zu sein, erhält von uns einen Preis. Immerhin erwähnenswert: die gute Kameraarbeit. Die allein reicht aber nicht aus, um eine Empfehlung aussprechen zu können.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Zensur

 
 
 
THE WITCH IN THE WINDOW ist ein Mysterydrama mit wirklich keinerlei Gewalt. Es gibt einen Schreckmoment zu sehen – das war’s. Explizite Schauwerte hat der Streifen gar nicht und gruselt in erster Linie auf subtilem Wege. Hierzulande könnte man diesen Film sogar schon ab 12 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment | One Bad House Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil in the Dark (2017)
 
The House on Pine Street (2015)
 
I Remember You (2017)
 


Filmkritik: „Extremity“ (2018)

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EXTREMITY

Story

 
 
 

Das macht vollkommen Sinn: Die schwer traumatisierte Allison verspricht sich durch ein Unternehmen Linderung von inneren Dämonen, indem sie sich freiwillig terrorisieren, schikanieren und demütigen lässt. Kleiner Tipp von uns: Eine fachgerechte psychologische Betreuung hätte einen besseren Effekt gehabt.

 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Kritik

 
 
 
Neue kranke Welt: Es scheint ja heutzutage Menschen zu geben, denen so ein bisschen Geisterbahn nicht mehr ausreicht, um den ultimativen Horror-Kick erleben zu können. Da wird nach immer krasseren Methoden gesucht, um den Adrenalinpegel hoch halten zu können. Längst haben sich da lukrative Märkte erschlossen, die nur ein Ziel kennen: Kunden gegen Geld zu Tode zu ängstigen und dabei möglichst schonungslos, perfide und grausam vorzugehen. Ein Trend, der sich vor allem in Amerika großer Beliebtheit erfreut. Dort wachsen Unternehmen wie Pilze aus dem Boden, die den Kunden auf Wunsch zum freiwilligen Probanden eines realen Horrorfilms machen. Etwas Folter gefällig? Kein Problem. Wenn der Auftraggeber gut zahlt, erlebt der den gewünschten Terror am eigenen Leib. So kann es passieren, dass dieser auf offener Straße überwältigt und verschleppt wird, um dann irgendwo im Nirgendwo gedemütigt, beschimpft oder psychisch gequält zu werden. Es scheint offenbar noch nicht genug Elend auf der Welt zu geben. Manch kranker Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt.
 
 
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Genau jenem kontroversen Thema nimmt sich nun ANTHONY DIBLASI an. Der dürfte vielen Horrorkennern nach MOST LIKELY TO DIE und CASSADAGA kein Unbekannter sein. Zuletzt überraschte der mit dem Sekten-Horror LAST SHIFT und erntete vor allem auf einschlägigen Filmfestivals Lob. Umso mehr freut es, dass der Filmemacher dem Horror-Genre treu bleibt und einen neuen Versuch wagt, um im Gespräch zu bleiben. Mit seinem polarisierenden EXTREMITY gelingt das zweifelsohne, denn was der ambitionierte Regisseur hier auf Zelluloid bannt, ist schon harter Tobak. Darin ist Allison auf der Suche nach Extremen. Die will endlich ihre inneren Dämonen loswerden, von denen sie seit Jahren verfolgt wird. So leidet die Mittzwanzigerin unter einem schwerwiegenden Trauma, das den Alltag zum Horror macht. Um dem täglichen Schrecken zu entkommen, kompensiert sie brutale Underground-Filme. Doch irgendwann reicht die Flucht in die Welt des Genre-Films allein nicht mehr aus, um Erlebtes verarbeiten zu können. Deshalb beschließt sie sich ihren Ängsten zu stellen und nimmt an einem zweifelhaften Programm namens „Perdition“ teil, von dem sie im Internet erfahren hat. Hierbei wird sie gegen Bezahlung an ihre psychischen Grenzen gebracht und permanent von Kameras gefilmt, damit sich die Youtube-Gemeinde an den grenzwertigen Erfahrungen der Teilnehmerin ergötzen kann. Leider scheint Allison ein harter Brocken zu sein. Die zeigt sich von den Terror-Attacken der professionellen Angstmacher nur wenig beeindruckt, was das Terror-Unternehmen stutzig macht. Ist Allison etwa gar nicht hier, um sich zu Tode ängstigen zu lassen? Natürlich nicht. Für die Terror-Bude Grund genug den eigentlichen Intensionen der Auftragsgeberin auf den Grund zu geben. Leider nutzt man dafür fragwürdige Methoden, die jedem Psychologen die Haare zu Berge stehen lassen. Bis der Traumatisierten plötzlich die Sicherungen durchbrennen und alles aus dem Ruder läuft.
 
 
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Im wahrsten Sinne des Wortes schwere Kost. EXTREMITY macht seinem Filmtitel alle Ehre. Hier werden Heldin und Publikum an Grenzen gebracht. Permanente Terror-Attacken ohne roten Faden sollen den Willen des Opfers brechen und den Zuschauer an den Rand des psychisch ertragbaren treiben. Um das Ziel zu erreichen, verzichtet Regisseur ANTHONY DIBLASI auf einen geradlinigen Erzählfluss und füllt stattdessen sein Machwerk mit wahllos aneinandergereihten Terrorszenen, die einzig darauf abzielen den Filmfan zu verstören. Das mag anfangs noch ganz interessant erscheinen, wird aber mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Angelegenheit, weil der nicht enden wollende Dauer-Terrorbeschuss irgendwann genau das Gegenteil bewirkt: Müdigkeit. Da treiben maskierte Männer in einem leerstehenden Industriekomplex ihr Unwesen und stellen allerhand zweifelhaftes Zeug mit ihren Opfern an. Dabei wird keineswegs in Richtung Gore oder Gewalt geschielt. Sieht man vom gegensätzlichen Finale ab, ist EXTREMITY eher ein Horrorfilm, der von psychologischer Panikmacherei Gebrauch macht, um zu polarisieren. So wird ganz beiläufig aufgeklärt, wer die Drahtzieher des kuriosen Unternehmens sind und in wirren Rückblenden erläutert, welch tragische Erlebnisse Heldin Allison dazu getrieben haben, sich durch diese Art der Traumabewältigung Erlösung zu versprechen. Letzteres wird vor allem in der zweiten Filmhälfte zum Hauptthema gemacht. Hier wird tief in der Psychoanalyse-Kiste gekramt – glaubhaft erscheint das aber zu keiner Minute. Weil EXTREMITY aber bei genauerer Betrachtung kaum Handlung besitzt und die Hauptdarstellerin unzugänglich bleibt, entsteht auch zu keinem Zeitpunkt Mitgefühl mit dem Opfer oder ein Spannungsbogen, der den Zuschauer an die Glotze fesselt. So bleibt die Erkenntnis, dass 100 Minuten ganz schön lang sein können und Regisseur ANTHONY DIBLASI mit EXTREMITY – wie seine Filmheldin in einer Szene zu Beginn des Streifens – so ziemlich ins Klo gegriffen hat. Nach dem genialen LAST SHIFT eine richtige Enttäuschung. Muss man echt nicht sehen!
 
 
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EXTREMITY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Erst Psycho-Horror, dann Splatterfilm. In EXTREMITY nutzt die traumatisierte Allison eine etwas andere Psychotherapie. Die zahlt freiwillig für Terror und will sich durch ein Unternehmen an die Grenzen des Ertragbaren bringen lassen. Warum? Weil sie sich von inneren Dämonen befreien möchte. Leider übernehmen die bald selbst das Ruder und machen die Leidtragende zur unaufhaltsamen Killermaschine. Stoff, der zusammengefasst eigentlich ganz klasse klingt. Was Regisseur ANTHONY DIBLASI dann aber letztendlich auf Film gebannt hat, ist alles andere als rosig. Der Hauptteil des Films wurde mit wahllos aneinandergereihten Terror-Szenen gefüllt. Dazwischen wird in Rückblenden erläutert, welch geheimnisvolles Schicksal Heldin Allison umgibt. Spannung? Fehlanzeige! Erst im Finale wird es endlich mal interessant und dabei auch gleich aus dem Vollen geschöpft. Dann überschlagen sich Ereignisse und Fans fürs Grobe bekommen auch endlich mal etwas Rot zu sehen. Im Verglich zum eher psychologischen Rest des Films reichlich übertrieben, weil sich der nicht enden wollende Terror-Beschuss plötzlich in einen deftigen Splatterfilm verwandelt. Leider kommt das Gorefest zu spät. Wegen der wirren Aneinanderreihung sinnbefreiter Terror-Momente, denen es an Spannung mangelt, dürften die meisten Zuschauer früh abgeschalten haben. Hinzukommt, dass die Figuren unsympathisch bleiben und deren Ableben zu keiner Zeit berührt. Das zeichnet nicht unbedingt einen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Zensur

 
 
 
Erst Terror, dann Splatter. Bis zum Finale gibt es kaum Schauwerte. Hier wird in erster Linie terrorisiert und erschreckt. Erst in den letzten 15 Minuten ändert sich der Ton. Dann geht es ordentlich zur Sache. Da wird ein Protagonist erschossen, einem anderen Charakter die Gesichtshaut vom Kopf gezogen. Außerdem wird ein Protagonist regelrecht mit einem Messer abgeschlachtet. EXTREMITY ist aufgrund des blutigen Endes ein definitiver FSK18er Kandidat.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Elegy Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Blackout Experiments (2016)
 
Martyrs (2008)
 
Scare Campaign (2016)
 
Fear, Inc. (2016)
 
Ruin Me (2017)
 


Filmkritik: „The Toybox“ (2018)

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THE TOYBOX

Story

 
 
 

Eine Familie muss während einer Reise durch Amerika feststellen, dass ihr Wohnwagen ein Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Kritik

 
 
 
Mordende Fahrzeuge. Wer Horrorfilme für sein Leben gern schaut, dürfte dem Teufel auf vier Rädern bereits begegnet sein. Das Genre hat diesbezüglich einiges zu bieten – auch wenn die Zahl von Filmen immer noch überschaubar ist, in denen Autos über Straßen flitzen und ein Eigenleben führen. Ob HYBRID 3D, THE CAR oder RHEA M von Horrorautor Stephen King; es muss nicht immer ein Killer mit Machete sein. Auch hinter Blech und Schrauben kann sich das ultimativ Böse verstecken. Offenbar dachten das auch die Macher von THE TOYBOX. Die entführen den Zuschauer auf einen gemeinen Roadtrip durch’s amerikanische Hinterland und meinen es dabei nicht sonderlich gut mit ihren menschlichen Helden. Doch was macht das Wohnmobil in THE TOYBOX so wütend? Wir haben uns den Horror-Indie mal angeschaut und geschaut, ob der was kann.
 
 
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Eigentlich sollte es ein spannender Trip zum Grand Canyon werden. Dafür hat sich Großvater Charles extra einen Wohnwagen gekauft, der genug Platz für Enkelin und Söhne hat, die ihn auf der Reise begleiten. Die ersten Kilometer sind aufregend, denn unterwegs gabelt man zwei Reisende auf, die mit ihrem Auto eine Panne haben. Hätten die aber gewusst, in was für ein mörderisches Fahrzeug sie eingestiegen sind, wäre sie wohl zu Fuß in die nächste Werkstatt gelaufen. Schnell entpuppt sich nämlich das Wohnmobil als schaurige Höllenmaschine. Offenbar hat dieses Fahrzeug Mordlust entwickelt. Es tötet Menschen auf heimtückische Weise und hat dabei offenbar Spaß. Eine Einsicht zu der bald auch unsere Filmfamilie gelangt. Bis die aber des Pudels Kern ergründen kann, müssen erst einmal paar Protagonisten über die Klinge springen.
 
 
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Was sich hier liest, wie eine weitere Version des Stephen-King-Romans CHRISTINE ist weit weg von dem, was in den 1980ern von JOHN CARPENTER auf die Leinwand gebracht wurde. THE TOYBOX ist bei genauerer Betrachtung ein schnell und günstig gedrehter Mystery-Horror, der sich beim Erzählen seiner rudimentären Geschichte nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Angesichts der Leute nicht verwunderlich, die sich am Drehbuchschreiben ausprobiert haben. Schaut man sich nämlich mal an, was die in der Vergangenheit an Horror-Blödsinn verbrochen haben, dürfte alteingesessenen Horrorfilm-Kennern das kalte Grausen ereilen. So zeichnen JEFF DENTON, JEFF MILLER und TOM NAGEL für Story und Drehbuch verantwortlich. Die drei verbindet nicht nur THE TOYBOX. Im Jahr 2016 beteiligten sich die drei Herren am unterirdischen CLOWNTOWN. Wer den gesehen hat, dürfte sich in etwa vorstellen können, was ihn nun mit diesem Streifen erwarten wird. Ein guter Horrorfilm sieht zweifelsohne anders aus.
 
 
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Das größte Problem an THE TOYBOX sind seine mehr als oberflächlichen und stereotypen Figuren. Die verhalten sich seltsam und unplausibel. Beispiel gefällig? Nachdem der Wohnwagen aus unerklärlichen Umständen nicht bremsen kann und die Insassen im Inneren unsanft durchgeschüttelt werden, schlägt einer der Mitfahrer mit dem Kopf gegen einen Schrank und stirbt an seinen Verletzungen. Die Trauer über den tragischen Verlust hält nicht lang an. Wenige Minuten später sind wieder alle froher Dinge. In einer anderen Szene sehen wir, wie Großvater Charles am Motor seines Fahrzeugs schraubt, um den Wohnwagen wieder zum Laufen zu bringen. Natürlich springt just dann der Motor an, wenn die Filmfigur nicht hinschaut. Das Resultat: ein schwer verletzter Arm, der schnell mit Jod und Binden verarztet wird. Doch wer glaubt, dass die Anwesenden nun unter Schock stehen irrt. Die Protagonisten schlafen erst einmal eine Nacht darüber, bevor man am nächsten Morgen wieder zur Tagesordnung übergeht. Spätestens jetzt verliert THE TOYBOX seine Ernsthaftigkeit. Drehbücher sollten eben auch nur von Leuten geschrieben werden, die ihr Handwerk beherrschen.
 
 
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Unterm Strich ist THE TOYBOX kein Film für Feingeister und die, die von Filmen einen gewissen Anspruch erwarten. Angesichts der Auflösung kein Wunder. Für die sollte man unbedingt das Hirn abschalten. Die schauspielerischen Leistungen sind bescheiden und die Umsetzung auf B-Movie-Niveau. Zudem hätte dem Film etwas mehr Gewalt gut gestanden, um zumindest bei der Fan-Fraktion Interesse zu wecken. Was man zu sehen bekommt, ist Slasher-Standard und teils steif und unbeholfen in der Inszenierung. Demzufolge ist THE TOYBOX nichts, was in Erinnerung bleibt und auf das Regisseur TOM NAGEL stolz sein kann. Letzterer erklärte in Interviews, dass er sich für seinen Mystery-Slasher-Geister-Mix von tatsächlichen Vorfällen hat inspirieren lassen. So stand „Toy-Box Killer“ DAVID PARKER RAY Pate für den Horrorstreifen, welcher im Jahr 1999 wegen Entführung, Folter und Vergewaltigung von mindestens zwei Frauen zu 223 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Serienmörder kaufte sich einen Wohnwagen und baute ihn zu einem schalldichten Folterkeller um. Zusammen mit einem bizarren Komplizinnengespann tötete er darin mindestens 60 Frauen, deren Leichen aber nie gefunden wurden.
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Etwas steifer Mix aus Geisterthriller und Roadmovie, dessen Story auf den ersten Blick zwar interessant erscheint. Hat man aber die erste halbe Stunde gesehen, dürfte dem Zuschauer aber das seltsame Verhalten der Protagonisten gegen den Strich gehen. Klar, mag man meinen, im Horrorfilm geht es nicht immer plausibel und logisch zu. THE TOYBOX übertreibt es da etwas, weil sich die Figuren derart unglaubwürdig verhalten, dass man sich fragt, wer sich so einen Käse ausgedacht hat. Die Antwort: ein paar Jungs, die zuvor schon an reichlich B-Movie-Trash und Amateur-Quatsch gearbeitet haben. Was anfangs ein weiteres THE HILLS HAVE EYES-Plagiat vermuten lässt, verwandelt sich nach einer halben Stunde in FINAL DESTINATION und entpuppt sich am Ende als dummer Geisterthriller, der immerhin dann ein paar nette Gewaltmomente zu bieten hat. Statt den Streifen mit unerwarteten Wendungen zu überladen, hätte ein anständiges Drehbuch Not getan. Wenn sich der Zuschauer mit den Helden und deren Handlungen nicht identifizieren kann, verliert der berechtigterweise schnell das Interesse am Film. Genau jene Vorhersage trifft auch bei THE TOYBOX ein, der solide und ansprechend beginnt, aber mit fortschreitender Laufzeit haarsträubend und dämlich wird. THE TOYBOX ist typisches Futter für den Videomarkt. Muss man definitiv nicht gesehen haben, auch wenn die Thematik über ein besessenes Wohnmobil noch relativ unverbraucht ist.
 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Zensur

 
 
 
THE TOYBOX ist kein blutiger Horrorfilm. Ein Arm wird von einem Auto verletzt. Ein Kind und ein Mann werden überfahren. Zudem schießt sich ein Protagonist in den Kopf. Als wäre das nicht schon genug, wird auch noch eine Frau mit einem Seil erdrosselt. Hierzulande lief der Streifen schon ungeschnitten im Pay-TV in deutscher Sprache. Ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSAL TV)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Super Hybrid (2010)
 
Duell (1971)
 
Der Teufel auf Rädern (1977)
 


Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Der Streifen hat von der FSK eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe erhalten. Angesichts der kruden Thematik schon verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Olvidados; Argentinien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Q&A mit Darsteller Agustín Pardella auf dem Obscura Festival

Release-Termin: 16.11.2018

 

What the Waters Left Behind (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen: Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 


Filmkritik: „Boar“ (2018)

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BOAR

Story

 
 
 

Ein wild gewordener Keiler treibt in einer australischen Kleinstadt sein Unwesen und hat gern Menschenfleisch auf der Speisekarte.

 
 
 


 
 
 

BOAR – Kritik

 
 
 
Was haben wir nicht schon alles gesehen. Es gab mordende Riesenzecken, prähistorische Killer-Piranhas, fliegende Killerhaie und boshafte Psychofrösche, die sich am liebsten am Fleisch menschlicher Opfer gelabt haben. Das Tier-Horror-Genre ist so vielfältig wie kurios zugleich, vor allem auch deshalb, weil es mittlerweile wohl keine Tiergattung mehr geben dürfte, die nicht für einen Horrorfilm herhalten musste. War der Tier-Horrorfilm bis weit in die 1980er noch halbwegs ernsthafter Natur gewesen, sind Horrorfilme mit Tieren in Zeiten von THE ASYLUM & Co zu einer regelrechten Lachnummer verkommen. Da tummeln sich plötzlich dreiköpfige Riesenhaie oder nimmersatte Piranhacondas auf der Mattscheibe. Trash und Spaß, statt Ernst und Grauen. Sonderlich furchteinflößend ist das natürlich nicht. Doch der australische Regisseur CHRIS SUN will das ändern. Der kramt die Idee von einem Riesenwildschwein aus der Schublade, mit der vor über 30 Jahren auch Filmemacher RUSSELL MULCAHY Erfolge verbuchen konnte. RAZORBACK nennt sich der spannende Tier-Schocker, der mittlerweile unter Horrorfans Kultstatus genießt. Dementsprechend hoch dürfte auch die Erwartungshaltung an BOAR sein, der nicht unwesentlich an genannten Kultfilm erinnert und mit JOHN JARRATT auch noch ein bekanntes Gesicht in petto hat, das vor allem Liebhaber für grobe Gewaltunterhaltung freuen dürfte. Der Schauspieler konnte sich als boshafter Killer in der legendären Filmreihe WOLF CREEK einen Namen machen. Letztere schaffte es sogar als Serie ins TV. Das sind gute Voraussetzungen.
 
 
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Ein riesiges Wildschwein, das vor nichts und niemandem Halt macht. Genau ein solches Exemplar sorgt im australischen Hinterland für Angst und Schrecken, wo es sich offenbar zum Ziel gesetzt hat, die Bewohner eines kleinen Provinzkaffs zu terrorisieren. Keine guten Aussichten für eine Familie, die just zu jener Zeit die Gegend besucht, in der das blutrünstige Schwein auf Beutefang geht. Die Durchreisenden wollten eigentlich im Ort nur einen Verwandten besuchen. Aber die gemütliche Familienzusammenführung entwickelt sich schnell zu einer Jagd auf Leben und Tod. Der Unterschied: Hier jagen nicht Menschen das Wild, sondern das Wild die Menschen. Weil mit CHRIS SUN jemand am Steuer sitzt, der zuvor schon einige Horrorfilme gedreht hat, darf man auf blutige Hausmannskost hoffen. Die wird definitiv geboten, denn sonderlich zimperlich geht der Regisseur in BOAR nicht unbedingt vor. Splatterfans wird’s freuen.
 
 
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Ein wild gewordener Keiler im australischen Hinterland. Kling, wie nach einem Remake von RAZORBACK. Genau damit rechneten auch besorgte Fans des Tier-Horrorklassikers von 1984. Die stellten Regisseur CHRIS SUN zur Rede und der erklärte sich auf Facebook. Dort gab Sun zu verstehen, dass er es nie wagen würde mit einem der kultigsten australischen Horrorfilme aller Zeiten in Konkurrenz zu treten. Zwar ist auch in seinem BOAR ein riesiges Wildschwein zu sehen, dennoch hätten beide Filme unterschiedliche Figuren und Handlungsstränge. Weiterhin ließ der Regisseur verlauten, dass BOAR kein Remake ist und RAZORBACK auch keinerlei Inspirationen zum Film lieferte. Stattdessen holte sich Macher CHRIS SUN kreativen Input von so Horror-Hits wie DER WEISSE HAI und auch AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON – wer’s glaubt. Nimmt man nämlich seinen BOAR genauer unter die Lupe sind Parallelen zum australischen Tier-Horrorklassiker unverkennbar. Offenbar war hier ein Fanboy bei der Arbeit, der nicht zugeben möchte, dass er kopiert ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Horrorfilmkenner haben’s bereits bei der Sichtung des Filmtrailers durchschaut.
 
 

 
 
Doch was kann der Zuschauer denn nun von BOAR erwarten? Wir meinen nicht sonderlich viel. Auch wenn BOAR im Grunde genommen auch RAZORBACK 2 heißen könnte, schafft es Filmemacher CHRIS SUN nicht einmal ansatzweise dem kultigen Horrorklassiker das Wasser zu reichen. Qualitativ trennen beide Filme Welten. Dabei fällt besonders schwer ins Gewicht, dass BOAR keinerlei Figur besitzt, die den Zuschauer an die Hand nimmt und durch den Film führt. Identifikationsmöglichkeiten sind somit ausgeschlossen, was für einen Horrorfilm vergleichbar mit einem Todesurteil ist. Wer ist denn nun der Held der Geschichte? Die Frage danach wird unnötig erschwert, denn Sun führt immer wieder Charaktere ein, die dann vom Keiler getötet werden. Eine verwirrende Angelegenheit, vor allem auch deshalb, weil sich der Zuschauer orientierungslos mit einer austauschbaren Handlung konfrontiert sieht, die sich ausschließlich von Mord zu Mord hangelt. Spannung kommt da freilich nur selten auf. Erst am Ende steuert BOAR den richtigen Weg an. Dann nämlich muss unsere Familie aus der Inhaltsangabe dem Tier die Stirn bieten. Der hat Macher CHRIS SUN bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dennoch wird ihr nun das Schicksal zuteil, einen unfairen Endkampf gegen Mutter Natur auszutragen. Überraschenderweise wird da für wenigen Minuten Adrenalin versprüht. Ob das aber ausreicht, um BOAR ein „sehenswert“ zu attestieren, sollte jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Wir meinen: keineswegs. Auch wenn die Spezialeffekte – bis auf einige Einstellungen im Finale – ganz annehmbar sind.
 
 


 
 
 

BOAR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Sieht aus wie ein Remake zu RAZORBACK, ist aber angeblich keins. Hier wurden knapp drei Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt. BOAR ist trotz gutem Willen eine Enttäuschung. Das liegt aber nicht daran, dass einige Spezialeffekte am Ende etwas unfertig aussehen, weil es an Budget gemangelt hat. Vielmehr hat der Streifen ein Problem mit seiner Handlung und den vielen Figuren. Letztere wirken zu keiner Zeit nahbar oder sympathisch. Zudem gibt es im Film keine Identifikationsmöglichkeiten oder Charaktere, die den Zuschauer an die Hand nehmen und an die sich das Publikum klammern kann, wenn es doch einmal unangenehm wird. Stattdessen besteht BOAR aus einer Aneinanderreihung von Szenen, in denen der eigentliche Star des Streifens – also ein riesiger Keiler mal Puppe, mal animiert – Menschen auf verschiedene Weise um die Ecke bringt. Spätestens hier wird klar, in welchem Genre Regisseur CHRIS SUN zuhause ist. Der probierte sich zuletzt mit Filmen wie CHARLIE’S FARM oder DADDY’S LITTLE GIRL im Horror-Bereich aus. Blutig ging es in diesem Filmen allemal zu. Das wird auch in BOAR beibehalten. Der Film ist für einen Tier-Horrorfilm relativ blutig geraten, wobei die Gewaltszenen auch noch genüsslich zelebriert werden. Wer es blutig mag, wird demzufolge seinen Spaß haben. Feingeister und Zuschauer, die einen qualitativen Horrorfilm sehen wollen, von dem sie ein Mindestmaß an Handlung voraussetzen, dürften dumm aus der Wäsche schauen. Viel Handlung – wenn man das überhaupt Handlung nennen kann – besitzt BOAR leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BOAR – Zensur

 
 
 
BOAR ist für einen Tier-Horrorfilm ziemlich blutig ausgefallen. Zudem werden die Morde sehr lang zelebriert und die Kamera hält drauf. Vermutlich einer der Gründe, warum BOAR in Deutschland wohl erst mit einer Erwachsenenfreigabe in den Handel kommen wird. Bisher gibt es keine deutsche Kaufhausfassung. Anbieter METEOR FILM hat den Streifen über das Label österreichische ILLUSIONS UNLIMITED bisher nur im deutschsprachigen Ausland ungeprüft im Mediabook veröffentlicht. Diese Fassung ist komplett.
 
 
 


 
 
 

BOAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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Cover C – auf 333 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

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Cover D – auf 222 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boar; Australien 2017

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: nicht geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook in vier verschiedenen Ausführungen

Extras: Mehrseitiges Booklet, Making the Beast, Interviews mit Cast & Crew, Trailer

Release-Termin: 30.11.2018

 

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BOAR – Mediabook

 
 
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BOAR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Alle Rechte für Grafiken + Abbildungen liegen bei METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Razorback (1984)
 
Keiler – Der Menschenfresser (2009)
 
Prey – Vom Jäger zur Beute (2010)
 


Filmkritik: „Patient Zero“ (2018)

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PATIENT ZERO

Story

 
 
 

Der, der mit den Zombies spricht: Ein ehemals Infizierter kann Zombies verstehen und versucht mithilfe seiner Gabe ein Heilmittel gegen die Zombie-Plage zu finden.

 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Kritik

 
 
 
Na Hallelulja: Ein Virusausbruch mit Starbesetzung. Der hat Menschen in tollwütige Monster verwandelt, die von Aggressionen getrieben nur ein Ziel kennen: Nichtinfizierte ebenfalls in mörderische Bestien umzufunktionieren. Doch einige Wissenschaftler haben Hoffnung. Sie versuchen in einer Forschungsstation ein Heilmittel zu finden. Dafür benötigen sie aber Patient Zero. Dabei handelt es sich um jene Person, mit der die Seuche ihren Anfang gefunden hat. Leider gestaltet sich die Suche nach den Indexpatienten alles andere als einfach. Die infizierten Kreaturen sind nicht sonderlich gesprächig und mögliche Informationen über die Wurzel allen Übels hat man nicht. Das rückt ein mögliches Heilmittel in weite Ferne. Doch man hat mit Morgan (MATT SMITH) ein As im Ärmel. Der wurde einst selbst infiziert, litt aber unter keinerlei Symptomen. Statt ebenfalls tollwütig zu werden, entwickelte er eine Gabe, die es ihm ermöglicht mit den Infizierten zu kommunizieren. Ein erster Lichtblick, der den Weg zu Patient Zero ebnen soll.
 
 
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Horror von jemandem, der mit Horror in Deutschland Erfolge feierte. Regisseur STEFAN RUZOWITZKY war mit ANATOMIE in den 2000ern ziemlich erolgreich unterwegs. Die deutsche Antwort auf das Revival des amerikanischen Teen-Slashers lockte allein in Deutschland über zwei Millionen Besucher in die Kinos und zog mit ANATOMIE 2 eine nicht mehr ganz so erfolgreiche Fortsetzung nachsich, für die Ruzowitzky abermals mit Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnete. Nun hat er sich mit PATIENT ZERO wieder Horrorstoff vorgenommen, der vor einigen Jahren hoch gehandelt wurde und 2013 auf der Blacklist der besten unverfilmten Ideen Hollywoods landete. Nunja, seither sind mehrere Jahre vergangen und das Thema Virusepidemie und Zombiedasein gefühlt tausende Male verfilmt worden. Sonderlich frisch ist die Handlung von PATIENT ZERO demzufolge nicht mehr, was vermutlich auch Rechteinhaber SONY PICTURES GERMANY erkannt haben muss. Anders als in Amerika folgte in Deutschland die direkte Vermarktung auf Blu-ray, DVD und über VOD. Die ist auch gerechtfertigt, denn PATIENT ZERO ist kein Film, der das Horror-Genre revolutioniert – auch wenn der Film vielversprechend beginnt und Wissenschaftler in der ersten halben Stunde unkonventionell nach einem Gegenmittel forschen lässt.
 
 
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Das große Problem: Dieser Zombiethriller kommt reichlich zu spät und wandert viel zu schnell auf den ihm vordiktierten Bahnen. Jahre nach dem letzten Teil der Romeroschen Zombie-Saga und kaum noch zählbaren Plagiaten, will keiner mehr Untote beim Mittagessen sehen. Demzufolge sind auch apokalyptische Zombieszenarien nicht mehr halb so furchteinflößend, wie sie es in den 1980ern noch waren. Der Grund: Man hat sich sattgesehen. Die sinkenden Einschaltquoten des Quotenhits THE WALKING DEAD geben Aufschluß darüber, dass die Zeit der Untoten allmählich ein Ende findet. Demzufolge ein schweres Erbe für PATIENT ZERO, der vehement dagegen ankämpft anders zu sein, als der übliche Zombie-Trash auf den Wühltischen der Elektronikfachmärkte. Bei genauerer Betrachtung eine Fehleinschätzung. PATIENT ZERO ist nämlich aus einem ähnlichen Holz geschnitzt, wie der jüngst besprochene B-Horror DAY OF THE DEAD – BLOODLINE und die vielen vergleichbar konzipierten Zombie-Gurken, die Dank Low-Budget beinahe täglich auf den Käufer losgelassen werden. Alles wie gehabt lautet demnach die Devise, auch wenn PATIENT ZERO versucht mit Zombie-Flüster-Thematik zu neuen Ufern zu schwimmen. Leider sind die wenigen Neuerungen zu marginal, um dem Zombie-Genre frischen Wind einverleiben zu können. Sieht man nämlich von der Tatsache ab, dass hier ein Mann Hirnwäsche an Zombies betreiben möchte, ist PATIENT ZERO nur ein weiterer Versuche mit ausgelutschten Klischees und althergebrachten Verläufen den Zuschauer um sein Geld zu bringen. So kommt, was kommen muss. Nach einigen Kommunikationsversuchen mit tollwütigen Menschen, finden selbige einen Weg in die Forschungsstation und sorgen für Chaos. Aggressive Zombies überfallen Menschen, die sich dann ebenso in tollwütige Furien verwandeln. Viel Geschrei, Zombieattacken, Ballerei und schnell geschnittene Actionszenen. Handlungstechnisch ist PATIENT ZERO leider keine Sternstunde des Zombiefilms und kopiert unverfrohren bei weitaus besseren Vertretern dieser Gattung Film. Auch wenn es der deutsche Regisseur STEFAN RUZOWITZKY mit diesem Horrorthriller mal wieder bis nach Amerika geschafft hat. Sonderlich stolz kann er auf diesen Zombiestreifen leider so gar nicht sein, denn PATIENT ZERO ist herzloser Zombie-Horror von der Stange.
 
 
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PATIENT ZERO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kennste einen, kennste alle. PATIENT ZERO ist Edel-Horror-Trash nach bekanntem Schema, der mal wieder eine Zombie-Seuche zum Thema macht, während der sich friedliche Menschen in tollwütige Bestien verwandeln. Zwar wird nicht lange gefakelt und man ist gleich mittendrin; aber der Streifen ist einfach zu beliebig, um aus der Masse an kaum noch zählbaren Zombiethrillern hervorstechen zu können. Es gibt Zombies, Bösewichte und Helden – an Klischees wird nicht gespart. Zudem fehlen die obligatorischen Zombie-Attacken ebensowenig, wie infizierte Menschen, die just dann aus ihrem Delirium erwachen, wenn genug Beute in der Nähe ist. Neuerungen sind rar, wobei die Tatsache eher unfreiwillig komisch wirkt, dass hier ein Mann mit Zombies quasselt und er diese dann auch noch verstehen kann. Immerhin ist man spätestens dann beim Trash angekommen, als eine mit Tollwut infizierte Ratte aus einer Forschungsstation entkommen kann und in einem Luftschacht auf Menschenjagd geht. Echt jetzt? PATIENT ZERO ist ein typischer Zombie-Heuler nach altbekannten Konzept für den Massenmark. Das bedeutet: makellose und deshalb auch austauschbare Charaktere, hektische Schnitte, Hochglanzbilder und konventioneller Ablauf. Eben Survival-Horror ohne Anspruch für Generation Netflix, der teils unfreillig komisch ist. Man verpasst nichts, wenn man diesen Film nicht gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Zensur

 
 
 
PATIENT ZERO ist für einen Horrorfilm ungewöhnlich züchtig, was die Schauwerte angeht. Die für das Genre bekannten Fresse- und Make-up-Effekte sind kaum vorhanden. Horror wird hier in erster Linie durch Panik und Hektik bewirkt. Das bedeutet, dass die Infizierten ähnlich wie im Remake von DAWN OF THE DEAD ziellos durch die Gegend hetzen und wahllos Menschen attackieren, die sich ihnen in den Weg stellen. Ein paar schnell geschnittene Beiß- und Schussszenen runden das B-Movie ab. Hierzulande hat der Streifen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Patient Zero; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 5.1, Ungarisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (traditionell), Finnisch, Griechisch, Koreanisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch, Französisch, Dänisch, Hebräisch, Niederländisch, Isländisch, Rumänisch, Thailändisch, Türkisch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 25.10.2018

 

Patient Zero [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever 3: Patient Zero (2013)
 
Toxin (2015)
 
Attack of the Undead (2010)
 
28 Days Later (2002)