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Beiträge mit Schlagwort “5 Punkte

Filmkritik: „Hellraiser: Judgment“ (2018)

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HELLRAISER: JUDGMENT

(HELLRAISER 10)

Story

 
 
 

Drei Police Officer kommen einem grausamen Killer auf die Spur. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, umso gefährlicher wird es für die gründlichen Gesetzeshüter.

 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Kritik

 
 
 
Manche Filmmonster sind einfach nicht totzukriegen. Die kommen wieder und wieder, weil es die Horrorfilmfans wollen. Es gibt aber auch Filmbösewichte, die kommen wieder und wieder, weil es Studiobosse möchten. Letzteres dürfte wohl auf die Filme mit Kultfigur Pinhead zutreffen, die neben den Killerkollegen Chucky, Michael Myers und Freddy Krueger zu den wichtigsten Kreaturen gehört, die das Horror-Genre hervorgebracht hat. Doch leider tritt man seit Jahren das Höllenmonster mit Füßen. Was 1987 mit Raffinesse, Kreativität und Herzblut ins Leben gerufen wurde, ist längst nicht mehr das was es mal war. Das Hellraiser-Franchise wurde skrupellos ausgebeutet und seinem Schrecken beraubt. Grund hierfür sind schlechte Fortsetzungen, die oft kaum noch etwas mit dem eigentlichen Konzept der Filmreihe zu tun haben. Und so kam, was kommen musste. Statt die Geschichten rund um die Kreaturen der Hölle im Kino weiterzuspinnen, verbannt man die Zenobiten auf den Videomarkt, wo die von CLIVE BARKER ins Leben gerufenen Horror-Monster mittlerweile Dauergast sind.
 
 
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Der groß als Comeback bezeichnete zehnte Film mit dem Titel HELLRAISER: JUDGMENT stellt da freilich keine Ausnahme dar. Der erscheint nun sieben Jahre nachdem man mit HELLRAISER: REVELATIONS den bis dato schlechtesten Teil der gesamten Reihe veröffentlicht hatte. Fans sei aber versichert: Film Nr. 10 ist besser – aber auch nicht besonders gut. Wieder einmal tritt man in altbewährte Fußstapfen. Statt was Hochwertiges fürs Kino zu drehen, produzierte man direkt für den Videomarkt. Somit folgte man gleicher Vermarktungsstrategie, die offenbar schon bei den letzten fünf Fortsetzungen funktioniert hat. Die wurden mit schmalem Budget fürs Heimkino gedreht, was man den meisten dieser Filme auch ansah. Geändert hat sich seither nichts. Kleines Kapital stand nämlich auch für den mittlerweile zehnten Film der Hellraiser-Saga zur Verfügung. Mit gerade einmal 500.000 US-Dollar musste man haushalten, was angesichts der komplexen Bilderwucht eine Lachnummer ist, mit der zumindest die ersten beiden Filme im Kino noch beeindrucken konnten. Dass bei so wenigen Dollar Enttäuschungen vorprogrammiert sein dürften, liegt auf der Hand. Und in der Tat: Enttäuschungen bleiben nicht aus, ist doch HELLRAISER: JUDGMENT weit weg von dem, was sich Fans seit Jahren wünschen. Schnell abgedreht und ins Wohnzimmer gebracht. Da klingelt höchstens das Bankkonto raffgieriger Studiobosse.
 
 
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Die Story zu HELLRAISER: JUDGMENT ist überschaubar und hält erst zum Ende hin Überraschungen parat. Im Grunde genommen geht es um drei Police Officer, die es mit mysteriösen Morden zu tun bekommen. Diese scheinen einen religiösen Hintergrund zu besitzen, stehen doch die grausamen Verstümmelungen mit Versen aus der Bibel in Zusammenhang. Doch die Suche nach dem Täter führt zu keinem Erfolg. Bis man Bekanntschaft mit Zenobiten macht – jene Kreaturen der Hölle, die in nahezu jedem Hellraiser-Film das Highlight sind. Horrorfilmkenner wissen, dass diese Zeitgenossen weder Spaß noch Erbarmen kennen. Einmal in deren Fängen gelandet, gibt es kein Entkommen mehr. Auch die Polizisten schauen dumm aus der Wäsche, als sie plötzlich mit einem seltsamen Spielwürfel hantieren und so das Tor zur Hölle öffnen. Ihnen droht ein blutiger Denkzettel.
 
 
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Eigentlich sollte HELLRAISER: JUDGMENT bereits 2017 veröffentlicht werden, da die Hellraiser-Reihe in jenem Jahr ihren 30. Geburtstag feierte. Offenbar wurde man nicht rechtzeitig fertig und verschob das Sequel um wenige Monate. Die kleine Schonfrist hat dem zehnten Film nicht sonderlich gut getan, denn HELLRAISER: JUDGMENT bleibt weit hinter den Möglichkeiten. Lieblos wurde gedreht, was angesichts der Produktionsgeschichte kein Wunder ist. Böse Zungen behaupten nämlich, dass HELLRAISER: JUDGMENT gefertigt werden musste, damit das Produktionsstudio DIMENSION FILM die Rechte am Franchise behalten kann. Ganz abwegig sind die Gerüchte nicht, denn der hier besprochene Film wirkt hastig und eher zweckmäßig zusammengeschustert. Die Kulisse ist minimalistisch, die Splatter-Szenen überschaubar und der günstige Videolook tut sein Übriges. Wirklich Spaß macht HELLRAISER: JUDGMENT wenig, denn sonderlich viel Spannung will nicht aufkommen. Das liegt vor allem auch daran, weil der Verlauf der Geschichte – zumindest für Kenner der Filmreihe – vorhersehbar ist. So stoßen die ermittelnden Polizisten am Ende auf Kreaturen des Hellraiser-Universums und müssen um ihr Leben bangen. Hier liegt die eigentliche Stärke. Offenbar floss das ganze Produktionsbudget in das Design der Kreaturen. Da hat man viel Herzblut walten lassen, um die grotesken Masken möglich detailverliebt in Szene zu setzen. Doch die können HELLRAISER: JUDGMENT nicht vor dem Untergang retten, denn immer wieder stellt sich die Frage, was das wirre Aneinanderfügen von Versatzstücken aus Filmen wie RESURRECTION, SAW und auch SIEBEN überhaupt noch mit ursprünglichen HELLRAISER zu tun hat? Der Schöpfer dieser Welten dürfte da vermutlich ebenso ratlos sein, wie die meisten seiner Fans. Autor CLIVE BARKER schuf mit HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE einen der wichtigsten Vertreter modernen Horrorkinos, der wegen ekligen Spezialeffekten und sonderbaren Filmmonstern Kinogeschichte schrieb. Im Gegensatz zum Kultfilm ist der zehnte Teil ein laues Lüftchen. Vollkommen überflüssig.
 
 
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HELLRAISER: JUDGMENT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hellraiser auf Sparflamme! Ein Mix aus RESURRECTION, SAW und SIEBEN, dem es aber an kreativen Albtraum-Szenarien mangelt, die einst CLIVE BARKER mit HELLRAISER auf die Leinwand gebracht hatte. Was in HELLRAISER: JUDGMENT gezeigt wird, ist äußerst dürftig. Viel Substanz hat der Streifen leider nicht zu bieten. Ein paar Monster hier, eine konstruiert wirkende Serienkiller-Story da und am Ende ein paar Blutmomente – mit mehr darf sich die neuste Hellraiser-Fortsetzung nicht zufriedengeben. Man merkt dem Film an, dass er schnell notdürftig und zügig abgedreht werden musste. Viel Zeit und vor allem Budget stand nicht zu Verfügung. Ein Schelm wer da denkt, dass hier aus irgendeinem Grund irgendwas gedreht werden musste. Einzig die gut entworfenen Filmmonster bleiben in Erinnerung. Da fragt man sich doch glatt, was das Low-Budget-Theater soll. Warum kein Remake mit mehr Budget für die große Leinwand, um einen Neuanfang zu starten? Seit Jahren fristet die bekannte Horror-Reihe ein jämmerliches Video-Markt-Dasein und hat dem beliebten Franchise mit billigen Fortsetzungen die Ernsthaftigkeit geraubt. HELLRAISER: JUDGMENT tritt da in die gleichen Fußstapfen. Da bekommen Fans das kalte Grausen. Übrigens ist diesmal DOUG BRADLEY nicht in seiner Paraderolle des „Nagelkopfes“ zu sehen. Der verkörperte in acht Filmen den kultigen „Pinhead“, wurde danach aber kein weiteres Mal verpflichtet. Der zehnte Film der langlebigen Filmserie muss auch ohne Bradley auskommen. Allein dessen schon ist HELLRAISER: JUDGMENT eine Enttäuschung – auch wenn Schauspieler PAUL T. TAYLOR in der Rolle des Filmmonsters Herrn Bradley zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Zensur

 
 
 
HELLRAISER: JUDGMENT ist keine Splatter-Granate. Es geht überraschend zurückhaltend zu. Demzufolge steigt der zehnte Teil in die gleichen Fußstapfen, wie alle bisherigen Video-Fortsetzungen der Reihe. Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu bestaunen, die aber hauptsächlich im Finale zelebriert werden. Hier gibt es auch eine Hommage an den ersten Hellraiser-Film zu sehen. Einer Filmfigur wird das Gesicht mit Ketten auseinandergerissen. Ansonsten reduziert sich HELLRAISER: JUDGMENT auf einige surreale Filmsequenzen in denen dem Treiben der Zenobiten beigewohnt wird. Weiterhin sieht man verstümmelte Leichen, die von den Höllenkreaturen übel zugerichtet wurden. Mit etwas Glück dürfte der hier besprochene Streifen mit einer FSK16 passieren. Wer’s deftig mag, wird daher enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser V: Inferno (2000)
 
Sieben (1995)
 
Resurrection – Die Auferstehung (1999)
 
Der Knochenjäger (1995)
 
Tattoo (2002)
 
8mm – Acht Millimeter (1999)
 

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Filmkritik: „The Monster Project“ (2017)

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THE MONSTER PROJECT

Story

 
 
 

Und Monster gibt es doch: Vier Freunden wollen mit ungewöhnlichen Videos Geld auf YouTube verdienen. Sie kommen auf die Idee auf die Suche nach echten Monstern zu gehen. Da wir hier fast nur Horrorfilme besprechen, darf man davon ausgehen, dass dieses Vorhaben im Desaster enden wird.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Kritik

 
 
 
Es gab mal eine Zeit, da hat man im Horror-Bereich Trends gesetzt. Einer derer nannte sich Found-Footage und war plötzlich so chic, dass beinahe jeder neue Horrorfilm davon Gebrauch machen musste. Das Resultat waren Horrorfilmen, die entweder im Dokumentarstil über Leinwände flimmerten oder aussahen, als habe man die mit der Videokamera selbstgedreht. THE MONSTER PROJECT ist ein später Nachzügler genau jener lukrativen Found-Footage-Welle, die angekurbelt durch den Erfolg von THE BLAIR WITCH PROJECT seit 1999 relativ lange durch die Filmwelt wütete. Offenbar hat sich aber mittlerweile ein Sättigungsgefühl eingestellt. Seit die Horror-Fortsetzungen BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITY: THE GHOST DIMENSION an den Kinokassen floppten, haben Studios das Interesse an Filmen im Found-Footage-Stil verloren. Ganz unbegründet ist der abebbende Hype aber nicht. Das Konzept auf authentisch und echt gebürstete Filme zu produzieren wurde so oft wiederholt, dass man sich sprichwörtlich daran satt gesehen hat. Leider ist das wohl noch nicht bis zu Regisseur VICTOR MATHIEU vorgedrungen. Der scheut nämlich mit THE MONSTER PROJECT neue Wege und setzt eher auf Altbewährtes, das aber niemand mehr sehen will. Entstanden ist typisches Found-Footage-Gewackel für das man unbedingt Fanboy sein muss, um es ertragen zu können. Irgendwann muss eben auch mal Schluss sein.
 
 
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Einmal mehr ist das Internet Schuld. Vier Freunde wittern nämlich dort die schnelle Kohle. Mit selbstgedrehten Videos will man auf einer Videoplattform Geld verdienen. Doch wie das Bankkonto füllen? Es müssen Videos von echten Monstern sein, die die Zuschauer um den Schlaf bringen sollen. Deshalb stellt man eine Anzeige ins Netz und bittet um Mithilfe. Es werden Kreaturen gesucht, die man nicht täglich zu Gesicht bekommt. Und wie es der Zufall so will melden sich wirklich drei Personen, die von sich selbst behaupten nicht menschlich zu sein. Ein gefundenes Fressen für unsere Kumpels. Diese laden die drei selbsternannten Monster für ein Interview in eine morsche Hütte ein. Ein fataler Fehler, denn wer schon einige Horrorfilme gesehen hat weiß, dass Geschöpfe der Hölle niemals friedliebend sind.
 
 
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Hilfe, es wackelt wieder. THE MONSTER PROJEKT ist ein lupenreines Found-Footage-Movies wie man es seit THE BLAIR WITCH PROJEKT so ziemlich oft gesehen hat. Wieder mal werden Geschehnisse aus der Ego-Perspektive gezeigt. Diesmal tragen mehrere Freunde Kameras bei sich, mit denen sie kleine Dokus für den eigenen YouTube-Kanal drehen wollen. Demzufolge sieht man das Treiben quasi aus deren Augen, weil die Protagonisten das filmen, was ihnen vor die Linse kommt. So wird das Gefühl vermittelt, dass der Zuschauer Teil der Gruppe ist. Ein erfinderischer Trick, um Geschehnisse authentischer wirken zu lassen. Leider bringt dieser Erzählstil die gleichen Probleme mit sich, mit denen nahezu alle Found-Footage-Filme zu kämpfen haben. So ist die Kamera nie konstant, sondern gerät permanent aus dem Ruder. Die Folge ist permanentes Gewackel, was vor allem dann anstrengend wird, wenn die Filmfiguren in Panik geraten und unkoordiniert durch die Szenerie flitzen. Das ist ab Filmmitte der Fall. Dann nämlich werden die vier Freunde von ihren Interview-Partnern durch ein Haus gehetzt, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Die geben sich tatsächlich als Kreaturen der Schattenwelt zu erkennen und jagen ihre Opfer durch Räume, Flure und Finsternis. Weil die Monster immer wieder unerwartet vor die Linse springen, während die Filmhelden einen Ausgang suchen, verwandelt sich THE MONSTER PROJECT zu einem filmgewordenen Ego-Shooter. Da werden Erinnerungen an so ähnlich gestrickte Streifen wie HOTEL INFERNO oder FIRST PERSON SHOOTER wach. Auch dort versuchte man Horror im Baller-Game-Stil und aus der Ego-Ansicht ins Wohnzimmer zu bringen. Leider verlor die ungewöhnliche Machart schnell seinen Reiz und verursachte Kopfschmerzen. Manche Ideen nutzen sich eben schnell ab.
 
 
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Nicht anders sieht es da bei THE MONSTER PROJECT aus, für den man einen gesunden Magen mitbringen sollte. Nicht, dass der Found-Footage-Horror sonderlich blutig wäre. Ganz im Gegenteil. Hier bekommt man wegen nicht konstanter Kamera und planlosem Gewackel schnell Schwindelgefühle. THE MONSTER PROJECT ist ab der zweiten Filmhälfte schwer zu ertragen, denn dann setzt man auf Hektik und vor allem auf die Möglichkeiten digitaler Tricktechnik. Wie in GRAVE ENTCOUNTERS werden plötzlich menschliche Gesichter in befremdliche Fratzen umfunktioniert, die für kurze Adrenalinkicks sorgen sollen. Aber die Schockwirkung nutzt sich schnell ab, weil Handlungsverläufe zu oft wiederholt werden mit denen man den Zuschauer aus der Reserve locken will. Da schluchzen immer mal wieder Protagonisten in der Ecke, die dann nach ihrem Befinden gefragt werden. Kommt man ihnen zu nahe, drehen sie sich um und entlarven ihr wahres Gesicht. Spätestens nach der zigsten Wiederholung fragt man sich, ob die Helden von THE MONSTER PROJECT nichts dazulernen wollen. Kluge Horror-Unterhaltung sieht anders aus.
 
 
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THE BLAIR WITCH PROJECT ist Schnee von gestern. Jetzt kommt THE MONSTER PROJECT. In Interviews erklärte Regisseur VICTOR MATHIEU, dass die Grundlage zum Film bereits in frühen Jahren geebnet wurde. Als Kind verschlang der Filmemacher die GÄNSEHAUT-Bücher von R.L. STINE und auch das Videospiel zur Buch-Reihe mit dem Titel ESCAPE FROM HORRORLAND hinterließ bleibenden Eindruck. Als der Filmemacher dann auch noch den Vampir-Horror THE HAMILTONS zu sehen bekam, in dem eine Vampirfamilie auf Beutefang ging, formte sich die erste Idee zu einem eigenen Film mit Vampiren. Doch bei Blutsaugern sollte es nicht bleiben. Weil Mathieu ein großer Verfechter klassischer Monster-Movies ist, mussten auch noch andere Gestalten her, die das Grusel-Universum hergibt. So entstand nach und nach THE MONSTER PROJECT in denen diverse Horror-Kreaturen vereint werden konnten. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant, schockintensiv und adrenalinreich! Eine effektreiche Horror-Achterbahn, die kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Man kann THE MONSTER PROJECT nicht vorwerfen langweilig zu sein. Der Film verfügt über einen hektischen Inszenierungsstil, der seine Figuren durch die sprichwörtliche Hölle jagt. Die kommen nicht zur Ruhe, weil sie in einem Haus rastlos von Monstern attaktiert werden. So weit so gut. Wie man aber das Katz- und Mausspiel auf Film gebannt hat, ist weniger schön. THE MONSTER PROJECT ist nämlich ein Found-Footage-Film und macht sich jedes Klischee zu Eigen, mit denen erwähntes Subgenre seit Jahren polarisiert. Zu sehen gibt es kaum konstante Kamerabilder, furchtbares Gewackel, Bildausfälle und Störsignale. Es wird dem Zuschauer also nicht gerade leicht gemacht der minimalistischen Handlung zu folgen, die sich in wenigen Worten erklären lässt. Weil man oftmals nur erahnen kann, was da vor der Linse passiert, wird THE MONSTER PROJEKT schnell zum Geduldsakt. Somit ist auch dieser Found-Footage-Heuler auch nur etwas für jene, die mit dieser Gattung Film etwas anfangen können. Wer daher schon immer ein Problem mit Wackelcam-Streifen hatte, wird auch hier schnell abgeschalten haben. Dazu folgt THE MONSTER PROJECT schlichtweg zu engstirnig den Regeln, die dieses Subgenre zu berüchtigt gemacht haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Zensur

 
 
 
THE MONSTER PROJECT hat zwar einige Schauwerte zu bieten, aber hier ist alles so schnell und hektisch geschnitten, dass man davon kaum etwas zu sehen bekommt. Neben Verwandlungsszenen in denen sich Menschen plötzlich in garstige Gestalten verwandeln, sieht man auch noch einige nett getrickste Splatterszenen in denen die Monster getötet werden und ihre Körper zerfließen oder in Sekunden vertrocknen. Hierzulande hat das Label PIERROT LE FOU eine FSK16 beantragt, denn sonderlich hart ist THE MONSTER PROJECT nicht.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
FPS: First Person Shooter (2014)
 
Hardcore Henry (2016)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Frankenstein´s Army (2013)
 


Filmkritik: „Day of the Dead: Bloodline“ (2017)

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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE

Story

 
 
 

Zombie-Apokalypse, die 1598783258te. Diesmal dreht sich alles um eine junge Ärztin, die offenbar einem Heilmittel auf die Spur kommt, das Menschen vor dem Zombie-Dasein bewahrt.

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Kritik

 
 
 
Was wäre die Zombiewelt nur ohne den Vater dieser Kreaturen: GEORGE A. ROMERO. Der Kult-Regisseur drehte mit NIGHT OF THE LIVING DEAD nicht nur einen wegweisenden Horror-Klassiker, den man auch 50 Jahre nach Entstehung gut und gern zitiert. Ganz nebenbei legte er mit seinem kritischen Zombiestreifen den Grundstein für unzählige Zombiefilme, die beinahe täglich in Händlerregale gestellt werden und dort ihr belangloses Dasein fristen. Gleiches Schicksal dürfte auch den folgenden Zombie-Schocker ereilen, der den Zuschauer mit heimtückischer Taktik um sein schwer verdientes Geld bringen möchte. DAY OF THE DEAD: BLOODLINE erweckt nämlich den Anschein, als habe der Streifen mit den Filmen des GEORGE A. ROMEROS zu tun. Der leider 2017 verstorbener Filmemacher ließ nach seinem zeitkritischen Zombie-Hit fünf weitere Filme folgen – darunter einen mit ähnlichem Namen: DAY OF THE DEAD. Doch mit besagtem Klassiker hat der hier vorgestellte B-Actioner – bis auf Zombies – nur wenig im Hut. Statt tiefgründiger Botschaft setzt man auf Action. Das immerhin schnörkellos und sauber. Es mag Zuschauer geben, denen das ausreicht. Herje!
 
 
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Ein weiterer Zombiefilm geschustert nach bekannter Formel. Wieder einmal bricht ein Zombie-Virus aus und macht Menschen zu willenlosen Sklaven des Bösen. Die Zombie-Apokalypse breitet sich über den gesamten Erdball aus und rafft fast die gesamte Menschheit dahin. Ein paar Menschen können sich retten. So auch Wissenschaftlerin und Ärztin Zoe. Die lebt nun schon seit knapp fünf Jahren in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um ein Gegenmittel für die Krankheit zu finden. Als ein kleines Mädchen im Bunker erkrankt, muss Medizin beschafft werden. Weil sich Vorräte dem Ende neigen, beschließt man Nachschub zu holen. Zusammen mit einem Team mutiger Soldaten begibt man sich auf eine Reise voller Gefahren. Doch eine der größten Gefahren folgt dem Team auf dem Heimweg ins Camp. Ein ehemaliger Patient der mutigen Ärztin findet einen Weg in den sicheren Bunker. Der war schon zu Lebzeiten von der attraktiven Zoe besessen und besitzt – trotz Zombiedasein – immer noch Gefühle für die taffe Forscherin. Das bekommt auch das Objekt seiner Begierde zu spüren. Doch die Ärztin hat andere Pläne. Offenbar ist das Blut des infizierten Rosenkavaliers aus einem besonderen Saft. Der zeigt nämlich weitaus menschlichere Züge, als die meisten der Infizierten. Trägt dieser Zombie etwa die Lösung des Übels in sich? Genau das vermutet auch Zoe und beginnt mit ihrer Forschung nach einem Heilmittel am „lebenden“ Zombie.
 
 
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Der heimtückische Blender mit dem irreführenden Titel DAY OF THE DEAD: BLOODLINE soll angeblich ein Remake des von Romero erschaffenen dritten Teils der legendären Zombie-Saga sein. Das Original hat nun schon einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb man dringend Bedarf gesehen hat, den angestaubten Stoff neu interpretieren zu müssen. Dass ein solches Vorhaben graue Haare wachsen lässt, dürfte verständlich sein, schließlich gilt der originale DAY OF THE DEAD als einer der besten Zombiefilme, die jemals gedreht wurden. Und als habe man es geahnt: das Quasi-Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE entpuppt sich als geschlagener Verlierer. Warum? Ganz einfach: Der Film hat kaum noch etwas mit seiner Vorlage gemein und radiert all das aus dem Drehbuch, was den Film des GEORGE A. ROMERO so ausgezeichnet hat. Wo im Original einfühlsam belehrt wurde, dass Zombies – trotz niederer Instinkte – noch immer Menschen sind, verzichtet DAY OF THE DEAD: BLOODLINE auf Substanz und Kritik. Hier liegt der Fokus auf der Befriedigung niederer Instinkte – koste es, was es wolle. Der Zuschauer wird mit reichlich Action bei Laune gehalten und bekommt hin und wieder Gewalt zu sehen. Doch ist das schon alles? Aber selbstverständlich. Dem Film mangelt es – wie seinen Kreaturen – an Hirn. Das wird vor allem an den Fehlentscheidungen aller Protagonisten deutlich. Die leben zwar bereits seit fünf Jahren in täglicher Angst und haben nach einer Zombie-Epidemie gelernt mit Taktik und Köpfchen der blutgeilen Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Von Klugheit spürt man im Film aber nichts. Dort werden die vielen Figuren plötzlich zu Freiwild und hegen offenbar den Wunsch sterben zu wollen. Da wird unvorsichtig durch Szenarien gepoltert, um Zombies aus ihren Verstecken zu locken. Die Folgen sind vorhersehbar: Nahezu alle Protagonisten müssen wegen mangelnder Vorsicht ihr Leben lassen. Alles, wie eh und je eben. Das Zombie-Genre hängt leider seit Jahren in einer Dauerschleife fest.
 
 
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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfache Unterhaltung für einfache Gemüter. Was nur hat man HÈCTOR HÉRNANDEZ VINCENS gezahlt, dass er sich so ungeniert am Romero-Klassiker DAY OF THE DEAD vergehen musste. Der spanische Regisseur hatte mit DIE LEICHE DER ANNE FRITZ einen Genre-Geheimtipp inszeniert und verkauft sich nun mit dem Remake zu DAY OF THE DEAD unter Wert. Seine Neuauflage ist weit weg von der Genialität der Vorlage, die Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO im Jahr 1985 auf die Leinwand gebracht hat. Der ging es in seinen Filmen gern mal kritisch an und ergänzte den dritten Teil seiner aus fünf Streifen bestehenden Untoten-Filmreihe um gesellschaftspessimistische Aspekte. Sozialkritik sucht man in der hier vorliegenden Neuauflage vergebens. Das Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist bei genauerer Betrachtung ein lupenreines B-Movie, das ausschließlich auf Action und Make-up-Effekte abzielt. Zugegeben ist beides von besserer Qualität, als das, was einem mittlerweile im Zombie-Sektor zugemutet wird. Dennoch ist DAY OF THE DEAD: BLOODLINE nichts weiter, als Stangenware an welche man sich schon bald nicht mehr erinnern wird. Da kann man nur froh sein, dass Romero unlängst verschieden ist. Der hätte vermutlich nie zugelassen, dass man aus seinem Kultfilm derart hanebüchenen Edel-Trash macht. Daher Kopf ausschalten, beschallen lassen und wieder aus dem Gedächtnis radieren. Zu mehr taugt DAY OF THE DEAD: BLOODLINE leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Zensur

 
 
 
DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist gewalttechnisch ähnlich aufgebaut, wie die meisten dieser Sorte Film. Es gibt Biss- und Fressszenen zu sehen. Diese wurden professionelle in Szenen gesetzt. Gleiches gilt für das modrige Zombie-Make-up. Hierzulande gab es ohne Probleme eine Erwachsenenfreigabe. Die erhältliche Kaufhausfassung mit dem roten FSK-Flatschen ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Day of the Dead: Bloodline; Bulgarien | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making-of, Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 25.01.2018

 
 

Day of the Dead: Bloodline [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead (2008)
 
What We Become (2015)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: „The Midnight Man“ (2016)

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THE MIDNIGHT MAN

Story

 
 
 
Ist da eine Erwachsenenversion des Kultfilms JUMANJI? Eine junge Frau öffnet die Büchse der Pandora. Auf dem Dachboden der Oma findet sich beim Stöbern ein altes Spiel. Kaum zu spielen begonnen, öffnet sich das Tor zu Hölle. Bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Nein, das hier ist kein weiterer Abstecher in das beliebte HELLRAISER-Universum.

 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm Spiele gespielt werden, denkt man vermutlich an die Horror-Serie SAW. Dort wurden bitterböse Spiele gespielt bei denen Teilnehmer nur dann gewinnen konnten, wenn sie dazu bereit waren an körperliche Grenzen zu gehen. Unterm Strich eine blutrote Sache, denn die meisten der dort zelebrierten Spielereien endeten für die unfreiwilligen Überlebenskämpfer mit dem Tod. Ganz anders geht es da im folgenden Horrorfilm weiter. Statt die Splatter-Keule zu schwingen, will man in THE MIDNIGHT MAN den Horror auf klassische Weise heraufbeschwören. Das bedeutet: Weniger Gewalt – dafür zurück zum alten Handwerk. Löbliche Ziele also, die Regisseur TRAVIS ZARIWNY verfolgt. Der Filmemacher hatte vor einigen Jahren bereits von sich hören lassen. Mit dem Remake zu CABIN FEVER bot er Zündstoff und lieferte Horror ab, der sich nicht gerade durch Kreativität auszeichnete. Das Resultat war enttäuschend. Seine Neuinterpretation über einen Menschenfleisch fressenden Virus fiel bei Fans und Kritikern durch und verschwand schnell in der Versenkung. Nicht unbegründet, sah zwar die Neuauflage zu CABIN FEVER verdammt gut aus. Dennoch klammert sich die Neuverfilmung zu sehr am bekannten Stoff und machte das Remake überflüssig. THE MIDNIGHT MAN ist da aus ähnlichem Holz geschnitzt. Auch hier bringt es folgende Floskel auf den Punkt: Außen hui – innen pfui. Manche Filmemacher haben eben kein glückliches Händchen bei der Auftragsauswahl oder einfach nur ein falsches Verständnis für Horror, der das Blut in en Adern gefrieren lassen soll.
 
 
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Bevor man Spiele spielt, sollte man auch deren Anleitung studieren. Leider kommt der Ratschlag für die attraktive Alex zu spät. Die macht sich Sorgen um die an Alzheimer erkrankte Großmutter und zieht daher in das Haus der alten Dame, um sich um das verwirrte Familienmitglied zu kümmern. Doch in der schlecht beleuchteten Hütte geht bald der Horror los. Die Enkelin findet nämlich auf dem Dachboden eine Kiste und darin ein seltsames Spiel. Natürlich ist da die Neugierde groß. Und so kommt was kommen muss. Let’s play a Game: Alex ruft beim ersten Spielzug den boshaften MIDNIGHT MAN herbei, der ebenfalls Lust auf eine Runde Monopoly hat. Doch die Gestalt ist nicht an fairen Spielrunden interessiert. Stattdessen ist ihr Ziel der Tod aller Mitspieler – und sei es mit Lug und Betrug. Weil es Alex bald mit der Angst zu tun bekommt, weiht sie den Liebsten und eine Freundin ein. Ein fataler Fehler, denn somit stehen auch die auf der Todesliste des MIDNIGHT MAN. Was folgt, hätte man besser machen können. Die verängstigten Spielteilnehmer müssen es mit einem nichtmenschlichen Gegner aufnehmen, der alles daran tut, um seine Opfer mit deren Ängsten zu konfrontieren. Leider verhält sich der „Mitternachtsmann“ nicht annähernd so fies, wie anfangs gedacht. Etwas mehr Raffinesse beim Schummeln hätte man schon von einer Gestalt aus der Welt des Übernatürlichen erwartet. Der Drehbuchautor war eben nicht der Ausgeschlafenste
 
 
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Immer wieder kommen uns Filme auf die Mattscheibe, die zwar atmosphärisch inszeniert wurden und Dank ansprechender Optik Eindruck hinterlassen. Blickt man aber hinter die „schöne“ Fassade, bekommen erfahrene Horrorkenner gern mal das kalte Grausen. THE MIDNIGHT MAN ist so ein Kandidat. Hier hat man sich fürs Visuelle so richtig ins Zeug gelegt. Zu sehen gibt es stimmungsvolle Kamerafahrten und eine unheimliche Bilderflut, die gerade wegen minimalistischer Beleuchtung angenehme Schaueratmosphäre bewirkt. Leider hat man sich am gruseligen Bilder-Mix schnell stattgesehen. Deshalb muss Plan B her. Dumm nur, dass auf den verzichtet wurde. THE MIDNIGHT MAN hat außer Optik nur wenig zu bieten. Die Substanz fehlt, denn bei genauerer Betrachtung spult der Streifen eine Geschichte ab, die auf einen Bierdeckel passt und zu oft von Drehbuchschreibern zu Papier gebracht wurde, das sie schnell langweilt. Was woanders im Zuge einer Anthologie Verwendung gefunden hätte oder als Kurzfilm auf Festivals aufgeführt worden wäre, hat man im Falle genannten Gruselstreifens auf Spielfilmlänge geblasen, damit das Resultat auf Blu-ray gepresst werden kann. Ein Schelm, wer da Geldgier vermutet. Dabei ist Gebotenes weit weg von originell. THE MIDNIGHT MAN erinnert nämlich in seiner Machart an so Gruselfilme wie THE BYE BYE MAN oder DER FLUCH DER HEXE. Das sind Filme in denen das Böse versehentlich gerufen wurde und danach einen möglichst heimtückischen Tod für jenen fordert, der es aus dem Schönheitsschlaf gerissen hat. Weil es mittlerweile zu viele dieser Streifen gibt, sind Abläufe relativ vorhersehbar. Die Opfer müssen Wege finden, um der herbeigerufenen Gefahr entkommen zu können. Leider müssen einige von ihnen das Zeitliche segnen, denn ohne Todesopfer verkaufen sich Horrorfilme nur schleppend. Gleiches Erfolgsrezept verfolgt auch THE MIDNIGHT MAN, der mit leichtem Inhalt sein kommerzverwöhntes Publikum nicht überfordern möchte. Der gradlinige Film spult belanglos ab, was ohnehin jeder kennt. Demzufolge bleiben Überraschungen aus. Der einfache Weg ist eben nicht immer der beste.
 
 
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THE MIDNIGHT MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärische Geisterbahn mit erschreckend dünner Story. Mehr als düstere Bilder voller Unbehagen besitzt THE MIDNIGHT MAN leider nicht. Da macht sich schnell Langeweile breit, zumal sich der Streifen auch noch ziemlich viel Zeit nimmt seine ohnehin schon überschaubare Geschichte zu erzählen. Statt originell und überraschungsreich setzt man auf Altbewährtes. Das bedeutet, dass man eher den konventionellen Weg einschlägt und Horror aus der Klischee-Kiste serviert. Da fragt man sich doch glatt, wie sich zwei Horrorikonen im Film verlaufen haben. Keine Geringeren als ROBERT ENGLUND und LIN SHAYE sind zu sehen. Letztere ist im Horrorgenre Dauergast und tritt in gefühlt jeder zweiten Horror-Produktion auf. Offenbar gab’s im Falle von THE MIDNIGHT MAN anständige Gage. Anders lassen sich die Cameos genannter Horror-Altstars nicht erklären. Besser wird der Film trotz Kurzauftritte leider nicht. Dazu fehlt es THE MIDNIGHT MAN eindeutig an Ideen und Neuerungen. Standard-Gruselware ohne Überraschungen. Irgendwie überflüssig!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Zensur

 
 
 
Der Hauptfokus in THE MIDNIGHT MAN liegt auf subtilen Horror. Viel Gewalt wird nicht gezeigt. Zu Beginn werden einige Kinder von einer unsichtbaren Macht getötet. Danach ist hinsichtlich Gewalt Funkstille. Erst im Finale gibt’s noch kurze Schauwerte zu sehen. Das hat THE MIDNIGHT MAN eine FSK16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Midnight Man; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Featurette: Behind the Scenes

Release-Termin: 09.03.2018

 

The Midnight Man [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bye Bye Man (2017)
 
The Midnight Game (2013)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Boogeyman 3 (2008)
 


Filmkritik: „Inside“ (2016)

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INSIDE

(INSIDE – REMAKE)

Story

 
 
 
Ein spanisches Remake des französischen Horrorfilms INSIDE: So schnell steigt die hochschwangere Sarah Clarke (RACHEL NICHOLS) nicht wieder in ein Auto. Nach einem Autounfall verliert die nämlich nicht nur ihr Gehör. Auch der Gatte stirbt unter tragischen Umständen am Unfallort und lässt die Mutter allein mit dem ungeborenen Nachwuchs zurück. Keine leichte Situation für Sarah, die das gemeinsame Haus verkaufen und es sich trotz Kummer an Heiligabend allein Zuhause gemütlich machen möchte. Da klopft es plötzlich an der Tür. Eine Dame bittet um Einlass, weil sie eine Autopanne hat. Nun benötigt sie ein Telefon, um einen Anruf tätigen zu können. Doch die junge Mutter hat kein gutes Gefühl. Sie weist die Unbekannte ab und lenkt somit den Zorn der Hilfesuchenden auf sich. Natürlich wird schnell klar, dass der unerwartete Besuch andere Gründe hat. Die Frau will das ungeborene Kind der ahnungslosen Mutter und verschafft sich Zutritt zum Haus. Was folgt ist kein Kaffeekränzchen. Die beiden Damen liefern sich ein unerbittliches Kopf- an Kopfrennen, das nur einen Sieger kennt. Mutterglück geht eben über Grenzen hinaus. Ein hektischer Adrenalinkick! Trotz „Made in Spain“ diesmal Schrecken in englischer Sprache! Verkauft sich international besser.

 
 
 


 
 
 

INSIDE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, die darf man einfach nicht neu drehen, weil man sonst den Zorn von Horrorfans auf sich lenkt. So stehen bestimmte Horrorklassiker auf der Liste geschützter Lieblingsfilme, deren Neuinterpretationen bereits im Vorfeld verrissen werden noch bevor überhaupt ein Drehbuchschreiber am Schreibtisch gesessen hat. Doch nicht nur alter Kult-Horror wird von Anhängern verehrt und verteidigt. Auch viele neuere Produktionen stehen mittlerweile unter Schutz und Vergehen wird nicht selten mit Hetze bestraft. So geschehen mit der amerikanisierten Neuinterpretation des französischen Extrem-Schockers MARTYRS. Die Vorlage gilt als einer der größten Errungenschaften modernen Horrorkinos und hat mittlerweile eine riesige Fanbase aufgebaut, die sich über den gesamten Globus verteilt. Deren Empörung war natürlich groß, als im Internet die Nachricht von einem Remake die Runde machte. Letzteres wurde veröffentlicht und von Zuschauern und Kritikern nicht unbedingt mit Lob überhäuft. Demzufolge verschwand es so schnell wie es gekommen war wieder in der Versenkung. Berechtigt!
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte auch dem hier besprochenen INSIDE ereilen. Auch bei diesem Horrorthriller handelt es sich um die Neuverfilmung eines Beitrags genannten Extremkinos aus Frankreich, welches in den 2000ern aufgrund fragwürdiger Gewaltausbrüche für Furore gesorgt hat. Leider dürfte die Kontroverse nicht wiederholt werden, denn das INSIDE-Remake sieht zwar makellos aus, besitzt aber nicht einmal annähernd den Zündstoff, den einst der von JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO inszenierte Home-Invasion-Stoff unter dem Titel À L’INTÉRIEUR geliefert hat. Das mutet seltsam an, hat doch diesmal auf dem Regiestuhl jemand Platz genommen, der sich eigentlich mit Terror in den eigenen vier Wänden auskennt. Der Spanier MIGUEL ÁNGEL VIVAS drehte vor einigen Jahren mit KIDNAPPED einen nicht minder reißerischen Vertreter der Gattung Home-Invasion-Horror. Auch dort wurden alle Register klassischer Exploitation gezogen, um den Zuschauer schockieren zu können. Da fragt man sich doch glatt, was im Falle von INSIDE schiefgelaufen ist. Das Remake ist trotz Horror-Fachmann eine Enttäuschung und dürfte die Vita des talentierten Filmemachers nicht unbedingt bereichern. Shit happens manchmal!
 
 
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Vermutlich wäre der spanische INSIDE ein passabler Vertreter des Genres geworden, wenn es da nicht schon die Vorlage gegeben hätte, die letztendlich bereits alles gesagt hat, was es zu sagen gibt. Viele Neuerungen gibt es im Remake nämlich nicht zu sehen, denn der Film erzählt gleichen Stoff wie das Original und weicht dabei nur wenig vom rechten Weg ab. Das macht die Neuauflage irgendwie überflüssig, die zudem auch hinsichtlich Gewalt einen Rückzieher macht mit der sich immerhin der französische INSIDE von 2007 in die Herzen von Horrorfans schlitzen konnte. Statt Blutkeule probiert sich der spanische Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS in Sachen Suspense und Thrill aus. Demzufolge ist das Katz- und Mausspiel weitaus hektischer geraten, als anfangs vermutet – scheitert aber an Ideenarmut und den katastrophalen Entscheidungen seiner Figuren. Was dem Zuschauer hier zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Selten hat man einen Horrorfilm zu Gesicht bekommen, in dem die Dummheit seiner Protagonisten einen ganzen Film zerstört. Rationales Denken ist hier Fehl am Platz. Egal, ob Nachbar, Angehörige oder die Polizei – niemand denkt hier über Konsequenzen für unüberlegtes Handeln nach. So fliegen alle Figuren wie Motten ins Licht und geraten somit in die Fänge einer schwarzen Witwe, die mit den naiven Opfern kurzen Prozess macht. Die Auszeichnung für den im wahrsten Sinne des Wortes „dümmsten Film“ der letzten Jahre geht somit zweifelsohne an den englischsprachigen INSIDE. Spanien 12 Punkte – Herzlichen Glückwunsch!
 
 
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Unterm Strich steigt die Neuinterpretation des Splatter-Hits INSIDE in die gleichen Fußstapfen, wie die meisten Neuverfilmungen beliebter Horrorfilme. Der Streifen macht zwar handwerklich und atmosphärisch einiges her, bestätigt aber Zweifler darin, dass lieber neue Filminhalte fürs Lichtspielhaus inszeniert werden sollten, statt kalten Kaffee immer neu aufzuwärmen. Der spanische INSIDE verdeutlicht einmal mehr, dass Neuinterpretationen nur dann Sinn machen, wenn man sie auch wirklich neu und auf eigene Weise interpretiert. Das kann passieren, wenn Klassiker einfach nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten entsprechen und man angestaubte Botschaften in neue, moderne Zeiten transferieren möchte. Demzufolge bleibt fraglich, was Filmemacher MIGUEL ÁNGEL VIVAS denn mit seinem INSIDE bezwecken wollte? Letztendlich lag es wohl bestimmt wieder am amerikanischen Zuschauer. Bekanntermaßen bevorzugt der englischsprachige Produktionen, weil er bei internationalen Filmen zu bequem ist deren Untertitel zu lesen. Manchmal ist eben nur Original legal. Immerhin geht’s diesmal glücklich aus. Die Neuauflage von INSIDE verfügt nämlich über ein Happy End in dem sich die schwangere Filmheldin mit Hilfe einer Geburts-Metapher selbst ins Leben zurückkämpft. Das dürfte dem Mainstream-verwöhnten Allesschauer in Amerika gefallen. Wir Europäer hier brauchen die rosarote Brille nicht, denn uns genügt das grimmige, bitterböse und rohe Original aus Frankreich. Das Leben ist eben nicht immer nur Ponyhof.
 
 
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INSIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Versuch Schockwirkung auch ohne Blutkeile zu bewirken. Der englischsprachige INSIDE aus Spanien wäre vermutlich kein übles Remake geworden, wenn sich einerseits die Figuren gescheit verhalten hätten und sich Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS etwas weiter von der Vorlage entfernt hätte. Bis auf eine Verfolgungsjagd am Ende und dem guten Ausgang der Geschehnisse sind die Verläufe nahezu identisch zum französischen INSIDE von 2007. Nur bei der Gewalt wird ein Gang heruntergeschalten. Somit taugt der Film nur für jene, die sich bisher noch nicht an das französische Original herangetraut haben, weil es ihnen einfach zu brutal gewesen ist. Dennoch ist auch diese Neuverfilmung überflüssig, weil der Sinn dahinter nicht schlüssig ist. Aber in Zeiten schnell verdienten Geldes sind Gründe eher Nebensache. Vermutlich geht es ohnehin nur um Geldschneiderei. Das nächste (unnötige) Remake wartet wahrscheinlich bereits auf seine Veröffentlichung. Somit kann man den spanischen INSIDE sehen, abhaken und wieder vergessen. Wir meinen: Offensichtliche Budget- und für Horrorfans definitiv Zeitverschwendung.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Zensur

 
 
 
Das spanische Remake hält sich in Sachen Gewalt zurück. Einige kurze Gemeinheiten gibt es dennoch zu sehen. So kommt eine Spiegelscherbe zum Einsatz, die in einen Hals gestochen wird. Weiterhin greift man auf gutes altes Mordhandwerk zurück: dem Küchenmesser. Anders wie der Originalfilm aus Frankreich, dürfte es der spanische INSIDE bei der FSK einfacher haben. Man darf auf eine Freigabe ab 16 Jahren hoffen.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nostromo Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
À l’intérieur (2007)
 
The Clinic (2010)
 
Das Wiegenlied vom Tod (2016)
 
Schlaraffenhaus (2011)
 


Filmkritik: „Escape from Cannibal Farm“ (2017)

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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM

Story

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM fängt passabel an, wird aber schnell unfreiwillig albern. Eine Familie gerät an eine Sippe, die auf einer Farm Menschen mit der Kettensäge in kleine Wurstscheiben schneidet.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein kleiner Junge, der hat sich während seiner Jugend Horrorfilme im Überfluss angeschaut. Irgendwann kam ihn ein krasses Stück Genre-Kino vor die Funzel, das ihn derart beeindruckt hat, weshalb er später auch mal einen ähnlichen Schocker drehen wollte. So oder so ähnlich dürfte es zur Entstehung des folgenden Streifens gekommen sein, der bereits Dank plakativ gewähltem Titel mit der Tür ins Haus fällt und sich nicht um Subtilität oder Geheimniskrämerei kümmert. Bei ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist die Titelkreation Programm. Die klärt auf, dass es wohl etwas blutiger zugehen wird. Und in der Tat. Der Trailer erfreut durch härtere Gangart und zeigt, wo der Splatter-Frosch die Locken hat. Leider der einzig nennenswerte Bonus in diesem sonst eher stumpfsinnigen Plagiat eines umjubelten Horrorfilmklassikers. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist eine blutige Schlachtplatte eines noch unerfahrenen Regisseurs, der sich erst noch im Genre ausprobieren und finden muss. Hier ist der Blutzoll zwar hoch, aber das Drehbuch hätte dringend einen Lektor benötigt. Offenbar war es dem (Horrorfilm-begeisterten) Regisseur wichtiger einen Film mit viel Rot zu inszenieren, der bei Gleichgesinnten gut ankommt. Nun ja, das Resultat ist – sagen wir mal so – zweckmäßig.
 
 
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Von nervenden und unsympathischen Figuren, die (Gott sei Dank) Bekanntschaft mit der Kettensäge machen. Ein Wochenendtrip mit Familie und Wohnwagen. Das wollen Mutter und Stiefvater Harver. Die sammeln die drei Kinder ein und nehmen auch gleich noch den Fast-Schwiegersohn in spe mit auf die Reise ins britische Hinterland. Das kommt natürlich bei den Kids gar nicht gut an. Die müssen Handys und Laptop abgeben und sollen das Wochenende ohne Elektrosmog überstehen. Eine unglückliche Entscheidung, denn auf Elektrogeräte wird man bald angewiesen sein. So brennt während der Nachtruhe plötzlich das Zelt der Eltern lichterloh. Dumm nur, dass die Mutter darin geschlafen hat und schlimmste Verbrennungen erleidet. Wie kann das sein? Handelt es sich hier um Brandstiftung? Aber selbstverständlich. In dieser Gegend haust eine seltsame Sippe, die es nicht gut mit Durchreisenden meint. Auf einer Farm werden die zu Gulasch verarbeitet und das Fleisch an gut zahlende Kunden verkauft. Ganz ähnliches Schicksal müssen nun auch unsere Wohnwagen-Camper befürchten. Die werden zu besagter Farm verschleppt und in Käfige gesperrt. Ein Teenager mit Menschenhaut-Maske und Kettensäge hält Wache. Das kommt einen doch irgendwie bekannt vor.
 
 
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Was für ein Blödsinn. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM macht in visueller Hinsicht eine hervorragende Figur. Das Szenario ist atmosphärisch, düster und dreckig. Zumindest hier erinnert der Streifen gut und gerne mal an jenen Film, von dem sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM offensichtlich hat inspirieren lassen: dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was aber bitter aufstößt ist das haarsträubende Drehbuch mit dem sich dieser Backwood-Slasher mehr schlecht als recht über die Runden schlägt. Der Film übertrumpft sich förmlich selbst mit unerwarteten Wendungen, die aber so konstruiert wirken, dass sich einem beinahe schon die Zehennägel kräuseln. So wird hier unter fadenscheinigen Gründen nicht nur Menschenfleisch zubereitet. Ein abstruser Streit zwischen Familien lässt vor allem Feingeister die Haare zu Berge stehen. Der Zank muss – wie hätte es anders auch sein sollen – im Blutrausch ausgetragen werden, damit Gorehounds etwas zu sehen bekommen. Doch nicht nur die einfältige Handlung hinterlässt Magengrummeln. Auch seltsames Schauspiel macht den Horrorthriller zum Geduldsspiel. Hier sind zwar talentierte Darsteller am Winseln. Dennoch spielen die Akteure derart überzogen, dass man meinen könnte, hier eine Parodie auf das legendäre Meisterwerk aus der Mache des 2017 verstorbenen TOBE HOOPER zu sehen. Auch wenn ESCAPE FROM CANNIBAL FARM einige zynische Momente zu bieten hat, ist der Streifen weit weg von lustig. Man meint Gezeigtes im wahrsten Sinne des Wortes ernst, was vor allem mit Hilfe von deftigen Gewaltmomenten unterstrichen wird. Demzufolge bleibt schleierhaft, was sich Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHARLIE STEED mit seinem unausgereiften Plagiat zum berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE gedacht hat. Was soll der Quatsch und warum eine so aufgeblähte Handlung, wenn alles ohnehin nur auf ein Blut- und Eingeweidefest hinausläuft? Fans heftiger Gewaltmomente wie WRONG TURN, INBRED und dem Remake zu THE HILLS HAVE EYES wird’s vermutlich weniger stören. Die bekommen als Entschädigung für Sondermüll gut getrickste Spezialeffekte vor die Linse und ein paar knackige Szenen in denen die Motorsäge knattert. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist nur für Hardcore-Backwood-Horror-Fans geeignet. Für alle anderen dürfte diese britische Blutsauerei zur Farce werden.
 
 
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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
The British Chainsaw Massacre. Es hätte so schön werden können: Eine Familie gerät an Hinterwäldler und muss sich mit spitzem Werkzeug zur Wehr setzen, um dem Schicksal entkommen zu können. Leider schießt sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM mit üblen Nebensträngen und schwachsinnigen Wendungen selbst ins Aus. Die Erklärungsversuche für das im Film zelebrierte Massaker sind nicht nur unglaubhaft. Das Splatterfest wirkt dilettantisch und konstruiert. Hier wird eine simple Ausgangssituation mit komischen Nebenhandlungen aufgebläht, die ohnehin darauf hinauslaufen wird, möglichst viele blutige Szenen zu zeigen. Wozu der ganze überflüssige Schnickschnack? Die Frage darauf dürfte wohl nur Regisseur CHARLIE STEED beantworten können. Fakt ist, dass das unnötige Füllmaterial ESCAPE FROM CANNIBAL FARM zu lang macht und das Treiben zu schwerfällig gestaltet. Manchmal funktioniert gradlinig und simpel gestrickt besser – vor allem dann, wenn man sich in einem Subgenre bewegt, das ohnehin nur auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Zensur

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM hat schon fiese Szenen zu bieten. Hinsichtlich Spezialeffekte fährt der Backwood-Slasher groß auf und gibt sich äußerst zeigefreudig. Es werden Hände abgerissen, nachdem ein Protagonist einen Käfig angefasst hat, der unter Starkstrom steht. Weiterhin verbrennt eine Filmfigur in einem Ofen. Eine andere kann gerade noch so aus einem brennenden Zelt gezogen werden, sieht danach aber nicht mehr ganz so frisch aus. Da im Film eine Kettensäge rattert, muss diese natürlich auch zum Einsatz kommen. Diese wird zweckentfremdet und für das Abschneiden von Gesichtshaut benötigt. Hierzulande bleibt fraglich ob ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ungeschnitten erscheinen wird. Einige der Szenen sind hart anzuschauen und kommen allein deshalb zum Einsatz, um zu schockieren. Sollte die FSK einen guten Tag haben, könnte es gut sein, dass der Kannibalen-Kracher vollständig mit einer Erwachsenenfreigabe passieren wird. Wir rechnen aber eher mit dem Schlimmsten.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Temple Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
Inbred (2011)
 
Killbillies (2015)
 
The Horde (2016)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
The Texas Chainsaw Massacre (1974)
 


Filmkritik: „Nightmare – Schlaf nicht ein!“ (2017)

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NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN!

(SLUMBER)

Story

 
 
 

Eine Schlafforscherin bekommt einen besonders seltsamen Fall auf den Tisch, für den sie den rationalen Menschenverstand ausschalten muss, um ihn überhaupt verstehen zu können.

 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE – Kritik

 
 
 
Seit einiger Zeit scheinen Filme über Schlafparalyse schwer im Kommen zu sein. Wir hatten hierzu schon des Öfteren Streifen vorgestellt, in denen Protagonisten während einer Schlaflähmung mit finsteren Gestalten Bekanntschaft gemacht haben. Dass diese Thematik Stoff für Horrorfilme liefert, ist nicht unbegründet. Millionen Betroffene leiden nämlich regelmäßig unter diesem beängstigenden Phänomen bei dem man sich zwar im Wachzustand befindet, aber leider nicht bewegen kann. Was beunruhigend klingt, ist jedoch vollkommen natürlich. Damit man sich nämlich in der Traumphase nicht ununterbrochen bewegt und vielleicht noch verletzt, lähmt der Körper zum Schutz die Muskulatur. Diese Starre wird aber wieder aufgehoben, sobald der Wachzustand eintritt. Dennoch kann es hin und wieder einmal vorkommen, dass es dem Körper nicht sofort gelingt, die Schlaflähmung vom Schlafzustand zu trennen. Das hat zur Folge, dass die Schlafparalyse nicht mit dem Aufwachen endet, sondern auch noch bis in den Wachzustand anhält. Für die meisten Leidtragenden eine beängstigende Erfahrung, die gerade dann Panik auslöst, wenn man zuvor in einem Albtraum gefangen war. Die Betroffenen sehen sich hierbei schutzlos ausgeliefert. Einige derer berichten sogar von Schattenwesen, die ihnen während der Paralyse-Phase nach dem Leben trachten wollten. Wenn das nicht Berichte sind, aus denen sich Horrorfilme machen lassen. Jene Vermutung hatte wohl auch Newcomer JONATHAN HOPKINS. Der probiert sich mit NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN (Originaltitel: SLUMBER) im Angsteinjagen aus. Entstanden ist ein solider Gruseltrip ohne Höhepunkte. Die nächste Regiearbeit kann nur besser werden.
 
 
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Von Albträumen und Schlafstarre. NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN erzählt die Geschichte von Schlafforscherin Dr. Alice Arnolds (MAGGIE Q – bekannt aus actiongeladenen Kinoblockbustern). Die hat als Kind den schlafwandelnden Bruder verloren, der offenbar wegen einer unheimlichen Präsenz aus dem Schlaf gerissen wurde und anschließend aus dem Fenster fiel. Seither ist die Forscherin traumatisiert und von Schuldgefühlen geplagt. Doch das Leben muss weitergehen. Leider wird die Schlafexpertin bald von der Vergangenheit eingeholt. Neue Patienten werden nämlich von seltsamen Vorkommnissen geplagt und suchen Hilfe. Alice nimmt sich der leidgeplagten Familie Morgan an und versucht Lösungen zu finden. Die Familie kann nämlich nicht mehr in Ruhe schlafen und hat Angst vor der Nachtruhe. Ist da etwa Traumdämon FREDDY KRUEGER zugange? Im Falle von NIGHTMARE ist es eine andere Kreatur, die es auf den Sohn der Familie Morgan abgesehen hat. Der wird von einem hinterlistigen Dämon heimgesucht, der Schlaflähmung ausnutzt, um dem Jungen schlimme Dinge während der Nachtruhe anzutun. Die Eltern sind machtlos und auch Dr. Arnolds weiß nicht so recht, wie sie mit dem Problem umgehen soll. Weil der kleine Patient jedoch die Forscherin an den eigenen Bruder erinnert, beginnt sie den rationalen Verstand auszuschalten und sich mit dem Okkulten zu beschäftigen. Leider bringt sich die Ärztin damit selbst in Gefahr.
 
 
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Hat sich hier wohl jemand von der Dokumentation THE NIGHTMARE inspirieren lassen? NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN fasst nämlich auch die Thematik von boshaften Wesen auf, die Menschen während einer Schlaflähmung heimsuchen. Das macht neugierig. Aber irgendwie ist NIGHTMARE weder Fisch noch Fleisch. Der Film folgt einer konventionellen Handlung bei der Überraschungen und vor allem Köpfchen fehlen. Schnell wird nämlich klar, was hier passieren wird und welche Wege man geht, um den Spuk beenden zu können. So werden die Patienten während der Nachtruhe von unschönen Erlebnissen geplagt, denen niemand Glauben schenken möchte. Schlafmedizinerin Dr. Alice Arnolds nimmt sich ihrer an und liest ein paar Bücher über Traumdämonen, um am Ende ihre eigene Angst vor der Vergangenheit bewältigen zu können. Oh ja, da hat sich jemand wirklich Mühe beim Schreiben von Skript und Drehbuch gegeben. Wenn es handlungstechnisch nicht klappt, muss eben ein Ass aus dem Ärmel geschüttelt werden. Das nennt sich Atmosphäre und beschert NIGHTMARE zumindest hin und wieder stimmungsvolle Momente, die wohliges Gruseln garantieren. Sind die Patienten nämlich mit Träumen beschäftigt und macht sich ein Traumdämon am kleinen, schlafgelähmten Daniel Morgan (LUCAS BOND) zu schaffen, dürfen sich Besitzer moderner Heimkinoanlagen freuen. Die Tontechniker haben ganze Arbeit geleistet. Da grummelt es plötzlich aus allen Boxen und Gänsehaut entsteht auch ohne plakative Schockmomente. Subtiles Angsteinjagen nennt man das, was im Grunde nichts Schlechtes ist. Dennoch hätte eine klügere Handlung NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN bei weitem besser gemacht. So geht der Streifen – trotz halbwegs unverbrauchter Thematik – im Sumpf beliebiger Gruselstreifen unter. Es gibt eben mittlerweile zu viele Horrorfilme, die wöchentlich veröffentlicht werden. In Amerika weitaus mehr, als hier in Deutschland. Da bedarf es etwas mehr Tiefgang und Raffinesse, um aus der Masse an unbedeutender Genre-Ware hervorstechen zu können.
 
 
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NIGHTMARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Gruselstreifen, der das Phänomen Schlafparalyse und die Angst vor Schlaflähmung zum Thema macht. Leider ist die Geschichte zum Film schnell erzählt und hat auch kaum Überraschungen zu bieten. Das macht NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN beliebig, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, als hätten die Macher Potenzial verschenkt. Das geradlinige Drehbuch folgt einer klischeehaften und vorhersehbaren Handlung, die immerhin subtile Gruselstimmung heraufbeschwört. So können auch weniger in Horrorfilmen erfahrene Zuschauer bedenkenlos zuschauen, ohne gleich selbst mit Einschlafproblemen kämpfen zu müssen. NIGHTMARE ist ein Gruselfilm gedreht nach Schema F, der sich vor allem an ein Publikum richtet, das eine Vorliebe für Old-School-Gruselei besitzt. Hier gibt es weder Gewalt noch Kreaturen aus dem Computer zu sehen. Stattdessen spielt man mit Licht, Schatten und der Phantasie des Zuschauers, um Gänsehaut entstehen zu lassen. Auf den Filmbösewicht darf man in NIGHTMARE übrigens nur kurz einen (verschwommenen) Blick werfen. Danach sieht man den Traumdämon kein weiteres Mal. Ein raffinierter Schachzug, um das Kopfkino des Zuschauers zu aktivieren. Dennoch ist NIGHTMARE kein Horror-Hit. Einmal gesehen, hat man ihn schon wieder vergessen. Dazu fehlen dem Gruselfilm Alleinstellungsmerkmale.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE – Zensur

 
 
 
NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN (OT: SLUMBER) ist eher ein subtiler Gruselfilm, der mit der Angst der Schlaflähmung spielt. Gewalt gibt es hier – bis auf eine kurze Szene – gar nicht zu sehen. Darin würgt ein besorgter Familienvater in Rage Schlafforscherin Alice. Eigentlich wäre der Film FSK12-tauglich. Weil der Film wegen seiner düsteren Atmosphäre an einigen Stellen dann doch etwas sehr verstörend wirkt, hat NIGHTMARE eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slumber; USA | Großbritannien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 05.04.2018

 

Nightmare [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Vertical Entertainment | TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nightmare (2015)
 
Dead Awake (2016)
 
The Shadow Man (2017)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 


Filmkritik: „Neverknock“ (2017)

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NEVERKNOCK

Story

 
 
 

Einige Jugendliche werden von einem Monster verfolgt, das deren Ängste kennt und sie damit in den Tod treibt.

 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Kritik

 
 
 
Was kann man eigentlich von einem Film erwarten, der vom amerikanischen Sender SYFY produziert wurde. Filmkenner wissen, dass das in der Regel nicht sonderlich viel ist, weil man dort gern den Weg des geringsten Widerstands geht. Für Horrorfilmfans heißt das nicht selten Streifen ohne Hirn, denn SYFY ist neben THE ASYLUM jene Produktionsstätte, wo einfältiger Horror am Fließband gewerkelt wird der Gehirnzellen lahmlegt. Qualitativ wird da gern mal auf Sparflamme geköchelt, was bedauerlich ist, denn mittlerweile muss man gute Horrorfilme mit der Lupe suchen. Die sind nämlich rar geworden, weil offenbar jeder nur schnelles Geld verdienen möchte und deshalb Mühen und Kosten scheut. Natürlich ist das beim folgenden Horrorstreifen nicht anders, der ebenso vom Sender SYFY fürs Halloween-TV-Programm 2017 gedreht wurde und vermutlich nur deshalb Daseinsberechtigung besitzt, um Sendeplatz füllen zu können. NEVERKNOCK schimpft sich der konventionell zusammengezimmerte Käse, der eigentlich kaum der Rede wert ist – aber immerhin zu den besseren SYFY-Produktionen gehört. Das soll schon etwas heißen.
 
 
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In NEVERKNOCK wird Halloween für einige Freunde zum tödlichen Spaß. Die wollen besonders mutig sein und machen sich auf zu einem Haus in dem vor Jahren schreckliche Dinge passiert sind. Dort sind drei Jugendliche unter seltsamen Vorkommnissen ums Leben gekommen. Seither ranken sich allerhand Geschichten um das mysteriöse Gebäude. Die werden für unsere Helden bald auch bitterer Ernst. Als man nämlich an der Tür des Spukhauses klopft und sich versehentlich am morschen Eingang der Bude verletzt, erwacht das Gebäude zum Leben. Eine dunkle Gestalt wird aus seinem Schönheitsschlaf gerissen und folgt den Kumpels fortan auf Schritt und Tritt. Doch was will das Monster? Die Antwort darauf ist nicht sonderlich spektakulär. Das Wesen kennt die Ängste der jungen Leute und will sie damit konfrontieren. Für die meisten der Jugendlichen bedeutet das nichts Gutes. Die werden mit der etwas anderen Angstkonfrontation in den Tod getrieben und sterben grausam und blutig. Doch einige der Freunde haben einen Plan. Die versuchen einfach keine Angst mehr zu haben. Ob das der richtige Weg ist, um das Monster zu vertreiben. Nach unnötigen 90 Minuten wird man es wissen.
 
 
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Der kanadische NEVERKNOCK ist TV-Unterhaltung, wie man sie eigentlich viel zu oft auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Anspruch oder Originalität ist hier Mangelware, denn der Streifen wurde fürs (amerikanische) Massenpublikum gedreht und hat eigentlich kaum Substanz. Hier wird gerannt, geschrien und geweint. Einfallsreichtum? Fehlanzeige! NEVERKNOCK füllt Laufzeit, in dem er unsympathische Protagonisten mit abwechslungsreichen Ängsten ins Jenseits befördert. Die haben Furcht vor Feuer, Schlangen, Nadeln oder Blut, was zumindest jene bei Laune halten dürfte, die eine Leidenschaft für abwechslungsreiche Filmmorde besitzen. Leider wird das Sterben aber bald zum Geduldsspiel. NEVERKNOCK besitzt nämlich keinen Spannungsbogen und hangelt sich nur von Filmtod zu Filmtod. Dazwischen wird unnötig viel geflüchtet, um einem Monster zu entkommen, das offenbar unbesiegbar ist. Da macht sich schnell Müdigkeit breit, weil man die immer gleichen Szeneverläufe zu sehen bekommt und das Ableben der Helden egal bleibt. Letztere bestehen aus Stereotypen und besitzen – wie die Handlung – kaum Tiefe. Identifikationsmöglichkeiten bleiben da natürlich auf der Strecke und auch ein Mitfiebern wird so im Keim erstickt. Bei derart überflüssigem Horrorquatsch fragt man sich doch glatt, was Schauspielerin JODELLE FERLAND dazu bewegt hat, in diesem austauschbaren Horrorstreifen mitzuwirken. Die sah man in der Vergangenheit in großen Hollywood-Produktionen an der Seite von namhaften Darstellern. Darunter FALL 39, SILENT HILL und sogar einige TWILIGHT-Streifen. Vermutlich lag es am Geld. Offenbar zahlt SYFY gute Gage. Wäre nicht das erste Mail, das in Produktionen der Trash-Schmiede bekannte Gesichter aus Kino und Fernsehen zu sehen sind.
 
 
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NEVERKNOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Horror vom Fließband. Filme, wie NEVERKNOCK hat man schon zu oft gesehen. Der fürs TV gewerkelte Streifen wurde nach einfacher Formel gestrickt und hat nichts, was im Gedächtnis haften bleibt. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel und wurde unnötige in die Länge gezogen, damit man Laufzeit fürs Fernsehen zusammenbekommt. NEVERKNOCK tritt in die Fußstapfen von so Filmen wie LEPRECHAUN ORIGINS oder SCARECROW. Letzterer wurde ebenso von NEVERKNOCK-Regisseur SHELDON WILSON inszeniert, der praktisch gleichen Filmen hier noch einmal unter dem Titel NEVERKNOCK gedreht hat. Vergleicht man nämlich die beiden Filme miteinander, sind Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen. Die mordende Vogelscheuche aus SCARECROW wurde quasi gegen einen Angstfresser in NEVERKNOCK ausgetauscht. Klammert man die Monster aus, ist der Verlauf beider Handlungen nahezu identisch: Jugendliche müssen vor einem Monster flüchten und abwechslungsreich sterben. Originell ist was anderes. Um auch mal etwas Positives über NEVERKNOCK zu sagen: Handwerklich wurde solide Arbeit geleistet. Der Streifen schaut besser aus, als manch andere Low-Budget-Gurke der letzten Jahre. Auch beim Monsterdesign hat man sich Mühe gegeben. Statt CGI wurde auf Handarbeit zurückgegriffen. Dass sich darin ein Schauspieler im Gummikostüm windet, fällt zu keinem Zeitpunkt negativ auf. Dennoch ist Optik allein nicht alles. Das Fundament von NEVERKNOCK hat Risse. Die Geschichte zum Film liest sich nicht nur langweilig, sie ist es auch. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Film, der mit der Angst seiner Protagonisten und die des Zuschauers spielt.
 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Zensur

 
 
 
NEVERKNOCK ist ein TV-Film und hält sich dementsprechend auch zurück mit Schauwerten. Aber es gibt einige grafischen Gemeinheiten zu bestaunen. Ein Genick wird gebrochen, Nadeln bohren sich durch Körper und Verbrennungen gibt es auch zu sehen. Sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden, dürfte eine FSK16 wahrscheinlich sein.

 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SyFy Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun Origins (2014)
 
Needle – Deinem Schicksal entkommst du nicht (2010)
 
Clive Barkers Dread (2009)
 


Filmkritik: „Night of the Virgin“ (2016)

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NIGHT OF THE VIRGIN

(LA NOCHE DEL VIRGEN)

Story

 
 
 
Ein Film dessen Handlung auch ein pubertierender Teenager mit Dauererektion zu Papier hätte bringen können. Darin gerät eine männliche Jungfrau in die Fänge einer älteren Dame, die den jungen Mann nicht seiner Unschuld berauben will, sondern … ach, Ihr werdet schon sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Kritik

 
 
 
Die Spanier trauen sich was. Nach umjubelten Gruselfilmen und hektischen Zombie-Krachern wird diesmal die Ekelkeule geschwungen. Das hat man nicht kommen sehen, zeichnet sich doch das spanische Genrekino dadurch aus, stets einen gewissen Anspruch zu bewahren, um auch Feingeister ansprechen zu können. Mit folgendem Streifen werden Erwartungen gebrochen. Die Horrorkomödie NIGHT OF THE VIRGIN ist nämlich aus einem anderen Holz geschnitzt und dürfte damit jedem Fan spanischen Horrorkinos vor den Kopf stoßen. Adé die Zeiten subtilen Grauens – dieser Film setzt auf niedere Instinkte und war bisher damit erfolgreich. Die groteske Horror-Produktion aus Spanien räumte auf Festivals Preise ab und ließ selbst Regisseur ELI ROTH erstaunen. Der urteilte streng und attestierte Mut. In Interviews erklärte der amerikanische Filmemacher, dass der Regisseur hinter NIGHT OF THE VIRGIN weitaus mehr zeigt, als sich Roth selbst trauen würde. Gemeint hat er damit ROBERTO SAN SEBASTIÁN. Der hat mit seinem blutigen Kammerspiel den ersten Spielfilm gedreht und damit auch gleich ins Schwarze getroffen. Bevor jedoch Jubelstimmung aufkommt sei gesagt: NIGHT OF THE VIRGIN ist blutig – keine Frage. Trotzdem ist das Machwerk weit weg von gut. Da hat Spanien schon bessere Tage gehabt.
 
 
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Was predigt Mutti bereits den ganzen Kleinen: Geht nicht mit fremden Leuten mit. Der 20-jährige Nico (JAVIER BÓDALO aus THE DEVIL’S BACKBONE) ist im besten Alter. Während Gleichaltrige Erfahrungen sammeln und junge Frauen daten, ist der unbeholfene Spanier immer noch Jungfrau. Doch das soll sich jetzt ändern. In der Silvesternacht beschließt der junge Mann seine Unschuld zu verlieren, nimmt all seinen Mut zusammen und tanzt auf einer Party attraktive Damen an. Die fühlen sich aber von den Annäherungsversuchen des eher schmächtigen Nicos belästigt und suchen das Weite. Für den Helden unserer kleinen Geschichte eine herbe Enttäuschung. Der steht nämlich unter Druck, weil er seinen Freunden Beweise für den Verlust seiner Unschuld liefern will. Da macht er Bekanntschaft mit der reifen Medea (MIRIAM MARTÍN). Die ist zwar deutlich älter als das Objekt ihrer Begierde, nimmt den unerfahrenen Nico aber mit zu sich nach Hause. Dort ist es zwar nicht sonderlich rein und Statuen einer nackten Gottheit erwecken alles andere als Vertrauen. Dennoch begibt sich die männliche Jungfrau in die Hände der erfahrenen Gastgeberin und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Was folgt ist ein ekliger Albtraum aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim in dem sich der Held dieser kleinen Geschichte suhlen wird. Mehr über die absurde Handlung zu verraten, wäre gemein.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN als neuen Kultstreifen zu bezeichnen ist ein wenig übertrieben. Der Film ist nämlich weder Fisch noch Fleisch und hat ein großes Problem mit dem Tempo. Viel Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn in den knapp zwei Stunden Laufzeit passiert nicht sonderlich viel. Das ist dahingehend enttäuschend, weil NIGHT OF THE VIRGIN im Vorfeld für Furore gesorgt hat. So fand die Horrorkomödie vor allem wegen Ekelmomente auf einschlägigen Filmfestivals Anklang. Dort wurden sogar – ähnlich wie bei Kinovorstellungen des Horrordramas RAW – Kotztüten im Publikum verteilt wurden, um die Vorfreude Ekel-erprobter Zuschauer steigern zu können. Leider ist NIGHT OF THE VIRGIN einer jener Filme, der wohl nur im Kino unter grölenden Gleichgesinnten Freude bereiten wird. Vor der heimischen Glotze verliert der Streifen einen Großteil seines Spaßcharakters und wird stattdessen zum Geduldsspiel. Regisseur ROBERTO SAN SEBASTIÁN nimmt sich zu viel Zeit mit dem Erzählen seiner skurrilen Geschichte. Das dürfte die meisten Horrorfans abschrecken. Die bekommen zwar hin und wieder provokante Szenen mit Körperflüssigkeiten zu sehen, müssen sich aber anschließend durch unwichtige Dialoge kämpfen bis sich der Streifen nach einer gefühlten Ewigkeit in weiteren Geschmacklosigkeiten suhlt. Da werden die Augen schnell schwer, zumal kein Spannungsbogen vorhanden ist und sich auch nicht erschließen will, welcher Sinn sich hinter NIGHT OF THE VIRGIN eigentlich verbergen soll. Filmemacher ROBERTO SAN SEBASTIÁN hat mit seinem ersten Spielfilm einen provokanten und absonderlichen Tabubrecher inszeniert, der durchaus seine Zuschauer finden wird. Letztere benötigen hier nicht nur einen gesunden Magen. Auch der vulgäre Humor ist nicht jedermanns Sache und dürfte den meisten Zuschauer mit seiner beinahe pubertären Primitivität vor den Kopf stoßen. Angesichts mancher Szenen im Film nicht verwunderlich. So wird von Menstruationsblut gekostet oder auf Babyfotos ejakuliert. Nun ja, wer sich bei so Ekelquatsch wie THE GREASY STRANGLER oder KUSO kringelig gelacht hat, wird vermutlich auch NIGHT OF THE VIRGIN als hohe Filmkunst bezeichnen. Wir zumindest haben uns bei NIGHT OF THE VIRGIN über weite Strecken einfach nur gelangweilt.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Da hat sich wohl jemand von den tabufreien Anfangswerken des PETER JACKSON und den Anarcho-Exzessen des Spaniers ÀLEX DE LA IGLESIA inspirieren lassen. NIGHT OF THE VIRGIN ist ein Highlight des schlechten Geschmacks und versucht sämtliche Tabus zu brechen. Der Zuschauer bekommt hier zu sehen, was sich so alles aus Körperflüssigkeiten und Lebenssaft machen lässt. Das Resultat ist ein polarisierender Rausch aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim. Trotz tabubrechenden Absichten klingt das alles zu schön um wahr zu sein. LA NOCHE DEL VIRGIN – so wie der spanische NIGHT OF THE VIRGIN im Original heißt – ist leider kein Hit. Der ambitionierte Filmexport hat unter seinem schleppenden Erzählstil zu leiden und wiederholt zu oft die gleichen Handlungsverläufe. Das dürfte die meisten Zuschauer zum frühzeitigen Abschalten bewegen. Weil viele der Ekelmomente erst ab Filmmitte zelebriert werden, könnte es gut sein, dass viele Horrorfans einen Großteil der unappetitlichen Szenen erst gar nicht zu sehen bekommen. Manchmal ist es eben besser, wenn man Filme mit Trompeten und Paukenschlägen einführt, um die Aufmerksamkeit des Publikums für sich beanspruchen zu können. Neuling ROBERTO SAN SEBASTIÁN geht es anders an. Der bombardiert den Zuschauer erst einmal mit unwichtigen Dialogen, bevor überhaupt erst einmal der Titelschriftzug auf der Mattscheibe angezeigt wird. So ähnlich geht es dann auch weiter. Eklige Szenen, die provozieren wollen sind eben nicht alles. In inflationären Horrorzeiten, wie der heutigen muss man sich schon mehr ausdenken, um das Interesse von Genrefans gewinnen zu können.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Zensur

 
 
 
NIGHT OF THE VIRGIN wurde von der FSK erst für ein volljähriges Publikum freigegeben. Angesichts der nicht jugendfreien Szenen im Film berechtigt. Auf dem Cover der Heimkinofassung klebt das rote FSK-Zeichen: keine Jugendfreigabe. Hierzulande wurde die Horrorkomödie ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La noche del virgen; Spanien 2016

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3666 Stück limitiert

Extras: Absurd Stuff, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Poster, Kotztüte und umfangreiches Booklet. Außerdem ist im Mediabook eine Bonus DVD enthalten. Darauf befindet sich: Making-of, B-Roll, Lost Footage, Kurzfilm „YAYOS“ + einiges mehr!

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 17.11.2017

 

Night of the Virgin – Mediabook [DVD + Blu-ray + Bonus DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Night of the Virgin [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht NIGHT OF THE VIRGIN zeitgleich zur herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 3666 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film und eine Kotztüte als exklusiven Gimmick. Ebenso ist NIGHT OF THE VIRGIN im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichung. Zusätzlich im Mediabook ist aber noch eine Bonus-DVD enthalten. Diese beinhaltet noch weiteres filmbezogenes Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
Meet the Feebles (1989)
 
Bite (2015)
 
Septic Man (2013)
 
Crazy Murder (2014)
 
The Greasy Strangler (2016)
 
Crazy Murder (2014)
 


Filmkritik: „Talon Falls“ (2017)

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TALON FALLS

Story

 
 
 

Von dummen Teenagern und foltergeilen Bösewichten. In einer Geisterbahn in einem Vergnügungspark werden Menschen gefoltert, um Besucher zu schockieren. Das finden vier Jugendliche seltsam und wollen herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Wie dämlich …

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Kritik

 
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Der folgende Schocker macht es vielen Horrorfilmen gleich, die während der 2000ern entstanden sind. Dort herrschte im Heimkino ein raues Lüftchen, was vor allem durch brutale Gewaltkicks wie SAW, HOSTEL oder der französischen Terrorwelle begünstigt wurde. Weil auch unbekannte Filmemacher bekannt werden wollten, entstanden so viele grausame Ableger mit kleinem Budget, die es erst gar nicht ins Kino schafften und gleich auf dem Videomarkt veröffentlicht wurden. Zu einem derer gehört auch TALON FALLS – einer weiterer ach so krasser Horrortrip, der auf die niederen Instinkte des Filmfans abzielt. Leider kommt TALON FALLS mit Verspätung. Mittlerweile sind Folterfilme nämlich nicht mehr sehr lukrativ, weil sich die meisten Zuschauer daran sattgesehen haben. Das kümmert aber Regisseur JUSHUA SHREVE nicht. Der ist zwar noch relativ frisch im Filmbusiness, lässt aber reißerische Torture Porn-Zeiten wieder aufleben.
 
 
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Der günstig gedrehte Nachzügler handelt von vier jungen Amerikanern, die mal wieder nicht sonderlich helle sind. Die tun Dinge, die kein normalsterbliche Menschen machen würde und entscheiden während eines Camping Trips einen Umweg zu fahren. Man erfährt von einer interessanten Attraktion, die man gesehen haben muss. Dabei handelt es sich um eines dieser legendären Spukhäuser in Amerika, die während der Halloween-Zeit im ganzen Land zum Erschrecken einladen und von Privatpersonen betrieben werden. Eine solche Geisterbahn befindet sich in einem ominösen Vergnügungspark und den wollen sich auch unsere vier Freunde nicht entgehen lassen. Doch weil man zu neugierig ist, wird man dafür bestraft. Die dort gezeigten Grausamkeiten kommen den Darstellern dieses Films nämlich spanisch vor. Deshalb schnüffelt man durch die Keller der Attraktion und findet heraus, dass es sich bei den Opferszenen nicht um Statisten handelt, sondern dass dort echte Menschen gequält werden. Leider wird die Erkenntnis zum Verhängnis. Die Macher der Geisterbahn überwältigen die neugierigen Schnüffelnasen und sperren sie in Käfige. Was kommt, kann man sich ausmalen. Unsere vier Helden werden selbst zu Statisten, die bald selbst ums Überleben winseln werden. Leider denken die Besucher der Attraktion, dass das alles nur Spaß ist. Wie makaber.
 
 
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Man kann Regisseur JUSHUA SHREVE keine Talentlosigkeit vorwerfen. TALON FALLS schaut trotz Low-Budget-Herkunft nach etwas aus und sticht daher aus der Masse an ähnlich gestrickten Billigfilmen hervor. Der Mix aus HAUS DER 1000 Leichen und HOSTEL überzeugt durch atmosphärisches Folterset, stimmungsvollen Kamerafahrten und dreckigem Videolook. Zudem verfehlen die deftigen Folterszenen – vermutlich auch wegen der einfachen Machart – ihre schmerzhafte Wirkung zu keiner Minute. Was aber gar nicht gefallen will, ist das Schauspiel. Offenbar musste man wegen kleinem Budget Abstriche machen. Viel zu sagen haben die Darsteller nicht. Trotzdem ist offensichtlich, dass keiner derer je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das stößt bitter auf und verleiht TALON FALLS Amateurfilmstatus, der immerhin ab Filmmitte an der Gewalt- und Temposchraube dreht. Horrorfans mit einer Vorliebe für Ekelhandwerk dürfte das freuen. Die werden durch eine kurzweilige Folterachterbahn gejagt in der reichlich geschrien und gestorben wird. Wer Substanz erwartet, ist hier jedoch falsch. Aufgrund des schmuddeligen Trailers war das aber abzusehen. Demzufolge richtet sich TALON FALLS eher an die, die Roths Folter-Hit HOSTEL als große Filmkunst betiteln. Nur jene werden mit diesem unsinnigen Gewaltrauch ihre Freude haben und sich nicht an genannten Mankos stören. Übrigens wurde der Film in einem bekannten amerikanischen Vergnügungspark gedreht. Der schimpft sich Talon Falls Screampark und befindet sich in Melber, Kentucky. Damit geht man gleichen Schritt wie andere Filme. Darunter so Gurken wie THE BATES HAUNTING oder HOUSES OF TERROR. Bei genauerer Betrachtung waren das eigentlich Werbefilme in Spielfilmlänge für unheimliche Freizeitparks, wo man Geld zahlen kann, um sich erschrecken lassen zu können.
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig-blutiger Mix aus HOSTEL, TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HAUS DER 1000 LEICHEN. Da muss wohl jemand eine Menge Terror- und Folterfilme geguckt haben. Parallelen zu vielen bekannten Filmen dieser Subgenres sind nicht von der Hand zu weisen, denn hier wird ausführlich zitiert und kopiert. Die simple Geschichte von TALON FALLS kann man in zwei Sätzen zusammenfassen, ist hier aber nicht sonderlich wichtig. Untalentierte wurden von der Straße aufgelesen und sollen nun in einem Horrorfilm ums Überleben winseln. Das Schauspiel ist haarsträubend und als eher zweckmäßig zu betiteln. Unterm Strich keine schlimme Angelegenheit, denn der Fokus liegt in TALON FALLS eher auf das Sterben. Wer das ausklammern kann, dürfte gut unterhalten werden. Zuschauer, die aber von hastig heruntergerasselten Billigproduktionen so langsam die Nase voll haben, sollten am besten schnell die nächste Kritik lesen. TALON FALLS ist nämlich eines dieser Machwerke, die man in erster Linien für den Videomarkt dreht, um rasch etwas Geld verdienen zu können. Nachhaltig ist Gebotenes nicht und dürfte wenige Tage nach Veröffentlichung schon wieder in den Wühltischen landen, weil sich niemand mehr dafür interessiert. TALON FALLS ist kein Horrorfilm für die Ewigkeit, sondern austauschbarer Horror-Trash, der aber wegen plakativer Gewalt dennoch sein Publikum finden wird.
 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Zensur

 
 
 
TALON FALLS hat einige schmerzhafte Szenen zu bieten. Der heftigste Part reduziert sich auf eine sehr lang zelebrierte Folterszene in der Ohren abgeschnitten und Zehennägel abgeschlagen werden werden. Sollte TALON FALLS veröffentlicht werden, kann man von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen – vermutlich ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von der Webseite zum Film.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Hostel (2005)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Deadly Weekend (2013)
 
Another Deadly Weekend (2015)