Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

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D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
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D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
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Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
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Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
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Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)

Filmkritik: „The Russian Bride – Bis dass der Tod uns scheidet“ (2019)

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THE RUSSIAN BRIDE – BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET

(THE RUSSIAN BRIDE)

Story

 
 
 
Eine russische Frau trifft einen älteren Mann auf einer Dating-Site und reist prompt mit ihrer Tochter in die vereinigten Staaten, um ihn in seiner abgelegenen Villa zu treffen. Reiche Männer in Amerika sind stets sehr vertrauenswürdig, also was könnte schief gehen?

 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Kritik

 
 
Als 2002 das gelobte Indiedrama „Lana’s Rain“ als Regiedebüt von Michael S. Ojeda releaste, hätte man vermutlich nicht erwartet, dass dieser Name anno 2020 ziemlich unzertrennlich mit dem modernen Rache bzw. gar Rape and Revenge-Genrekino verbunden sein würde. Besagtes Sozialdrama schlug dabei auch schon düstere Töne an und lebte von einer eindringlichen Performance seiner Protagonistin, doch Blut oder Konfrontationen, die in der physischen Zerstörung menschlicher Materie enden, suchte man damals noch vergeblich. 18 Jahre später sieht das anders aus, denn Ojeda hat inzwischen den in Genrekreisen mit offenen Armen empfangenen, harten Rachethriller/Horrorfilm namens „Savaged“ erschaffen, der natürlich nicht drum herum kam, in Deutschland indiziert und folgend in mehreren Mediabooks verkauft zu werden. Wenn als nächster Titel dann also ein Film namens „The Russian Bride“ folgt, der blutige Hammer auf dem Cover präsentiert und ab 18 freigegeben wurde, lechzt das Filmfanherz direkt nach mehr Genrekost – Marketingverarsche mit vorprogrammierter Enttäuschung, oder der nächste übersehene Tipp?
 
 
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Im Menü der Blu-ray fällt sofort die allzu arg am PC bearbeitete, wenn auch prachtvolle Villa auf, die im weiten Drohnenshot zu schwerer Musik ominöse Vorzeichen geben soll, der Film beginnt dann auch direkt mit einem älteren Herren (Corbin Bernsen, den man aus „Kiss Kiss, Bang Bang“, „The Dentist“ oder „Dead Air“ kennen kann z.B.) der in eben jener Villa am PC seine Möglichkeiten russischer Bräute abwägt, und daraufhin auf die hübsche Nina (Oksana Orlan) stößt, die samt Tochter Dasha verarmt in Russland lebt, wo ihr drogenabhängiger Freund nicht mit dem zigarrerauchenden, reichen „Karl“ mithalten kann, der sie online umwirbt. Unter dem Vorwand der Flugangst seitens Karl fliegen Nina und Dasha selber direkt nach Amerika, ohne ihre Bekanntschaft je in echt gesehen zu haben, und kurz nach den Opening Credits werden die beiden Damen auch schon vom leicht gruseligen Butler „Hagen“ begrüßt, der freiwillig nicht im prunkvollen Anwesen haust, sondern in der Scheune nächtigt…
 
 
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Die ruhige Kameraführung, die verhaltene Höflichkeit der Gastgeber, die Abgeschiedenheit des Anwesens und natürlich die ersten Anekdoten über tote Söhne oder Unfälle in der Klinik des Vaters sorgen nun sehr schnell für ein aufkommendes Gefühl des Unbehagens und so professionell, „edel“, reich und hübsch die Hochzeit selber dann auch inszeniert ist, so surreal, entrückt oder argwöhnisch unheimlich kommt sie einem schnell vor. Wenn sich dazu dann noch eine höchst artifizierende Lichtsetzung gesellt, die die nächtlichen Räume gerne in ansprechend verträumten Farben malt, ist man spätestens bei Lynch-Assoziationen, Noir-Ästhetik und gar einem kleinen Gialloeinfluss angekommen. Zwar beißen sich diese, sehr gelungenen, Ästhetikhappen dann mit zu modernen Drohnenaufnahmen mit Fisheyeobjektiv oder dem wiederholt künstlich aussehendem CGI in den Außenshots, doch regelmäßige Stromausfälle als Plotdevice, die nuancierte und spannende Performance von Bernsen und einige verstreute Andeutungen bezüglich einer mysteriösen Backstory oder gar übernatürlichen Komponente entschädigen dafür und bescheren zudem eine Seherfahrung, der über große Strecken wirklich nicht allzu langweilig wird.
 
 
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„Nicht allzu langweilig“ ist dann auch eine gute Beschreibung für das weitere Geschehen, denn auch wenn Ojedas Thriller (?) deutliche Genremerkmale in sich trägt und insbesondere mit einer Frankenstein/Addams-Family Nebenszene/Charakterkonstellation richtig unterhaltsam, sympathisch und verspielt daherkommt, so kann man leider nicht von einem konstant spannenden Werk sprechen, oder auch nur von einem Horrorfilm. Storyverweise und Atmosphäre muten teils schon eher gotisch-nächtlich und mysteriös an, intensivieren und verdichten sich Schrecken und Spannung dann im weiteren Verlauf, kriegt man leider zu viele Versatzstücke geliefert, die man so oder so ähnlich schon besser gesehen hat. Ein dürftig getrickster Unfall hier, das mittlerweile oft gehörte, standartisierte Dröhnen und Hallen im Soundtrack zu flackernden Lampen dort, an der Scheibe steht etwas geschrieben, hui buh und so weiter. Doch ehe „The Russian Bride“ mit seinen zu langen 104 Minuten endgültig in die Belanglosigkeit driftet oder sich verliert, wacht dann scheinbar die Blutgier im Regisseur wieder auf, die er verspürt, sobald sich eine einsame Frau gegen mehrere Menschen erwehren muss – und hier folgt dann auch die Rechtfertigung für das Coverdesign, denn so hässlich ich es finde, so ungelogen ist es: Blutige Hammer kommen tatsächlich zum Einsatz und so konstruiert und unwahrscheinlich es auch wirkt, sogar das Brautkleid kriegt Blut ab. Mehr noch, dass die Frisur und Attitüde unserer Hauptprotagonistin frappierend an Uma Thurman aus Kill Bill erinnern, dürfte auch kein Zufall sein, packt auch dieses Werk hier in den letzten 20 Minuten dann endlich den Rachepart aus und bietet schonungslose, schnelle, rabiate Kills mit schmerzendem Sounddesign und überraschend hohen Bodycount.
 
 
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Epische Musik emotionalisiert die Zuschauer dabei schon vor der eigentlichen Konfrontation, eine kurze Foltereinlage setzt ganz neue Stakes und Chancen, die Effekte sind dabei gut genug, damit das Schicksal der jungen Frau überraschend nah geht. Da sich die verspielten Genreelemente, die sich vorher bereits deutlich ankündigten, zum Ende hin noch deutlich verstärken, ohne vom Geschehen abzulenken oder den Film entgleisen zu lassen, dürfte man auch die Intention des Regisseurs bzw. Leseanleitung in etwa so verstehen: „Habt Spaß, fiebert mit, denkt nicht weiter nach!“, weshalb fehlender Realismus, improvisiertes medizinisches Equipment aus den 80ern sowie punktuell massives Overacting, so z.B. von Lisa Goodman, zu verkraften sind. Endgültig gialloesque wird es mit einem richtig künstlerischem Setpiece-Argentokill am Ende, nach einer Stunde und 45 Minuten entlässt Ojeda den Zuschauer aus diesem sehr hübschen Indiefilm dann und hat eine simple, oft gesehene Geschichte erzählt, die sich motivisch sowie inszenatorisch aber durch Noir-Filme und Gialli, durch Traumlogik, Gothikhorror und Retro-Gruselfilme assoziiert hat, inhaltlich hingegen Sozialdrama-Baustücke/Anklänge über Mysterypfade zum feministischen Rachefilm mit Splatterinlagen mutieren lässt. Ist alles nicht so unüblich oder wild, wie es sich jetzt anhört und schnell vergessen auch, dafür aber voll mit durchaus interessanten, offen auf der Zunge getragenen Inspirationen.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Punktuell sehr ästhetischer sowie spannender Thriller mit einigen unerwarteten Szenen, der sich in einem zufrieden stellenden Finale angenehm blutig entlädt. Definitiv zu lang und trotz unüblicher Zusammenstellung diverser Genreverweise recht generisch als Gesamtwerk, für Genrefans aber einmalig sehenswert – halbe Punkte gibt es hier nicht, darum ganz knapp an der 6 vorbei – 5/10.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Russian Bride“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Russian Bride; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2020

 

ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
Stepfather II (1989)
 

Filmkritik: „Funhouse“ (2019)

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FUNHOUSE

Story

 
 
 

Acht Prominente wollen in einer Realityshow viel Geld gewinnen. Doch statt Reichtum wartet der Tod.

 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Kritik

 
 
 
Jede Zeit hat ihre Vorbilder, Helden und Idole. Während in vergangenen Tagen Menschen von Persönlichkeiten beeindruckt waren, welche etwas bewegen konnten und die für etwas Essenzielles eintraten, ist offenbar die Zeit für die Vermittlung von Werten vorbei. Statt sich von revolutionären Gedanken eines MARTIN LUTHER KINGS oder MAHATMA GANDHIS inspirieren zu lassen, geht man lieber den Weg des geringen Widerstandes. So repräsentieren die Helden heutiger Kinderzimmer nicht unbedingt mehr Ideale. Vorbilder von heute arbeiten als Influencer, Models oder YouTuber. Sie sprechen über aktuelle Einkäufe, Werben für die Produkte ihrer Sponsoren oder lassen den Zuschauer am teils verschwenderischen Lebensstil teilhaben. Eine erschreckend oberflächliche Veränderung an die auch der Horrorfilm FUNHOUSE kein gutes Haar lässt.
 
 
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Darin geht es um acht Prominente aus aller Welt, die als Influencer groß rausgekommen sind. Sie nehmen an einer Online-Realityshow teil, bei welcher sie fünf Millionen US-Dollar gewinnen können. Die Spielregeln sind ganz einfach. Man muss in einem unterirdischen Komplex mehrere Tage verbringen und wird 24h am Tag von Kameras gefilmt. Hierbei können die Konflikte zwischen den Teilnehmern vom Zuschauern online verfolgt werden. Letzterer entscheidet regelmäßig per Voting über den Verbleib im Spiel. Eine Art BIG BROTHER, welche jedoch einen Haken hat. FUNHOUSE ist nämlich ein Horrorfilm, was bedeutet, dass vermutlich alles blutiger wird, als gedacht. In der Tat geht auch bald das Sterben los. So muss jeder Spieler sein Leben lassen, der vom Publikum rausgewählt wird. Ein makaberes Treiben, das vom Publikum gefeiert wird. Letzteres sieht dabei zu, wie unwichtige Celebrities in Säure getaucht, erschlagen oder gevierteilt werden. Eine bitterböse Medienschelte, die dann doch etwas sehr geschmacklos und vor allem oberflächlich anmutet.
 
 
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Die Argumente, mit welchen Regisseur JASON WILLIAM LEE den Tod für seine unsympathischen Charaktere rechtfertigt, sind nämlich sehr fadenscheinig. Der hat offenbar Wut auf die erfolgs- und egogeilen Menschen, die sich in den sozialen Medien präsentieren, von Jugendlichen gefeiert werden und damit Millionen kassieren. Nichts investiert, aber maximalen Umsatz generiert. Zum Leidwesen gut ausgebildeter Fachkräfte – wie der Film suggerieren will. Die haben lang studiert und verdienen mit harter Arbeit nicht einmal ansatzweise so viel, wie DAGI BEE, BIBI und Co. Nun gut, ganz Unrecht hat der Filmemacher da nicht. Dennoch will nicht einleuchten, warum das alles in Form eines Horrorfilms angeprangert werden muss. FUNHOUSE verliert schnell seine eigentliche Kritik aus den Augen und wälzt sich stattdessen genüsslich in Gewalt und Kunstblut. Handlung, Kritik und Schicksale werden bald nebensächlich. Stattdessen steht das Sterben im Mittelpunkt. Darauf wird besonders Wert gelegt, wobei man aber auch sagen muss, dass die Morde eine wohlkommende Abwechslung zum eher langweiligen Treiben bilden. FUNHOUSE quält sich nämlich eine Geschichte zu erzählen, beleuchtet seine Figuren nur oberflächlich und haucht ihnen weder Leben noch Mitleid ein. Es wird viel unnützes Zeug von wenig talentierten Darstellern geredet. Unter denen: VALTER SKARSGÅRD. Bitte wer? Der Schauspieler war schon im kontroversen Drama LORDS OF CHAOS zu sehen und ist der jüngere Bruder von Pennywise-Darsteller BILL SKARSGÅRD.
 
 
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Der gebürtige Schwede verkörpert in FUNHOUSE einen der Helden, bleibt aber blass und unsympathisch. Genau das trifft aber auch auf den Film selbst zu. Der versucht irgendwie zu verstehen zu geben, wie abgestumpft der Zuschauer mittlerweile auf Unterhaltung reagiert. Hat man früher über familienfreundliche Sitcoms gelacht, dürstet es dem Publikum von heute nach reißerischem Content. Treu nach der Devise „je oller, desto doller“ werden mittlerweile Menschen vor TV-Kameras gedemütigt und bloßgestellt. Vermutlich wird auch bald live auf PRO SIEBEN gefoltert. Offenbar wirds dann erst interessant. Doch dem Betrachter scheints mittlerweile egal zu sein. Der ist zwar geschockt und irritiert, schluckt aber runter und geht anschließend beruhigt schlafen. Wenn man es genau betrachtet, trifft es aktuell auch auf das Horror-Genre zu. Zwischen einem I SPIT ON YOUR GRAVE von 1978 und dem Remake von 2010 liegen zweifelsohne Welten. So ist aus schneller Rache aus den 1970ern bluttriefender Sadismus geworden, der einzig darauf aus ist, die niederen Instinkte des Publikums zu stimulieren. Trotzdem sind es Wegweiser der jeweiligen Zeit, die für jeden Horrorfilmfan Pflichtprogramm sind. Im direkten Vergleich ist FUNHOUSE ein müder Pups im Wind. Hier wird heuchlerisch der Zeigefinger gehoben und Kritik nur oberflächlich angerissen. FUNHOUSE riskiert nichts, sondern kopiert flach, was so Konsorten wie SAW und HOSTEL schon vor knapp 15 Jahren weitaus besser und vor allem fesselnder in Szene gesetzt haben. Daher empfohlenes Alternativprogramm: DISLIKE aus Russland. Der kritisiert ähnlich, ist nicht so tiefgründig, versteht aber mehr davon, über das die ganze Zeit in FUNHOUSE gesprochen wird: Unterhaltung.
 
 
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FUNHOUSE – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
SAW meets BIG BROTHER. Blutige Medienschelte mit heftigen Kills – aber doofer Auflösung. Regisseur JASON WILLIAM LEE versucht mit FUNHOUSE seinem Ärger Luft zu machen. Nach tollwütigen Menschen in THE EVIL IN US wird es im neuen Film gesellschaftskritisch. In diesem Folter-Slasher-Mix geht es Influencern an den Kragen. Die werden im Film als Nichtsnutze dargestellt, die mit wenig Können maximalen Reibach verdienen und ganz nebenbei auch noch dafür sorgen, dass der Zuschauer vor der Glotze vollkommen verblödet. Interessante Ansätze, die eigentlich eher als Auslöser für Geschrei, Gewimmer und Gewinsel dienen. Die Pseudo-Kontroverse über das verschobene Verständnis von Unterhaltung in der heutigen Gesellschaft ist kaum der Rede wert. Ansätze sind da – zu Ende gedacht wird aber kaum. Daher bleiben einzig die fiesen und sadistischen Gewaltmomente in Erinnerung. Dennoch machen die aber aus einem langweiligen Horrorfilm keinen neuen JAMES BOND. Abschalten lohnt daher – auch wenn FUNHOUSE technisch gesehen ganz akzeptabel daherkommt.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Zensur

 
 
 
FUNHOUSE zeigt einige sehr gemeine Morde, die dazu auch noch sehr lang zelebriert werden. Teils werden Mitspieler einer Spielshow vor den Augen der anderen hilflosen Teilnehmer hinterlistig und kaltblütig ermordet, dass hier mindestens eine Erwachsenenfreigabe erteilt werden muss. Wir gehen sogar so weit und meinen, dass FUNHOUSE nur geschnitten auf den deutschen Markt gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von SF Studios)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dislike (2016)
 
Pain – Vile (2011)
 
Unsichtbare Augen (2002)
 

Filmkritik: „After Midnight – Liebe ist ein Monster“ (2019)

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AFTER MIDNIGHT – LIEBE IST EIN MONSTER

(AFTER MIDNIGHT)

Story

 
 
 
Hank und Abby sind Mitte 30, seit 10 Jahren kinderlos zusammen und wohnen in einer alten, ländlich gelegenen Villa im amerikanischen Grün. Als Abby eines Tages verschwindet und nur eine Notiz hinterlässt, sieht Frank sich mit sehnsüchtigen Erinnerungen und einer gröhlenden Kreatur konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Kritik

 
 
Wie kann man sich als Regisseur nur so sehr selber ins Bein schießen? Als Harmony Korine seinerzeit die Trailer und PR für Spring Breakers konzipiert bzw. zumindest abgesegnet hat, da ist dies sicherlich nicht ohne Kalkül geschehen, nicht ohne dass es eine bewusste Entscheidung war. Lasst die, von Disney-Stars geblendeten Teenies, die sich ins Kino schmuggeln zum Feiern und Rummachen, untergehen in ihrer eigenen reduktiven Weltsicht, lass sie ertrinken in der „liquid narrative“ deines Teenager-Alptraums, lass sie konsequent hypen und dann die Dekonstruktion der Generation „Projext X“ vornehmen, mit aller Radikalität. Aber wieso diese Fehlleitung bei „After Midnight“ nur, wieso diese konsequente Vermarktung als Horror, inklusive blutigem Herzen auf dem Cover und Monsterfratze?
 
 
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Wer diese Seite ausschließlich für Horrorfilme besucht, für Splatter oder psychologisches Unbehagen, für Urängste oder blutige Konfrontationen, der kann jetzt direkt wieder gehen – „After Midnight“ hat sich seine FSK 16 zwar gerade so verdient, ist ein durchaus erwachsener und ernster Film ja, auch gibt es ein wahlweise metaphorisches oder reales Monster – der Film positioniert sich hier durchaus, ich will es nur nicht vorweg nehmen – aber all das ist weder die Substanz, noch das Hauptaugenmerk von Jeremy Gardner und Christian Stellas zweitem Film. Stattdessen ist der Film ein Beziehungsdrama, schlicht und ergreifend – klar, andere Genreversatzstücke werden benutzt, das Setting mutet genrelastig minimalistisch und ggf. klaustrophobisch an, auch gibt es Tropen wie den skeptischen Sheriff und Momente punktueller Spannung – doch zu 80% der Zeit, und das meine ich durchaus wörtlich, verbringen wir Zeit in Erinnerungen, in den Hoffnungen unseres gemarterten Hauptprotagonisten, alleine in der Wohnung mit ihm, seiner Schrotflinte und seinen Gedanken – und das wars.
 
 
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Klingt spontan vielleicht wenig reizvoll oder niederschmetternd, aber die große Enttäuschung und demnach Verteufelung dieses angeblich ja totlangweiligen Films, in dem „nichts passiert“, überlasse ich dann mal lieber den endlosen empörten imdb-Kritikern, die nach Horror und Gewalt gesucht haben, und sich stattdessen wohl wirklich kurze 80 Minuten lang langweilen mussten. Nicht so aber ich, zum Glück, denn abseits von einer gedämpften Erwartungshaltung und dem Wissen über eine mögliche Genremixtur bin ich blind an dieses Werk heran getreten und war im Endeffekt doch sehr zufrieden mit dem, was ich bekommen habe. Die saublöde Tagline „Die Liebe ist ein Monster“ hat dabei allerdings nicht geholfen.
 
 
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In einer weiten, einladenden Aufnahme läuft eine verängstigte, unsichere Frau im Blumenkleid durch ein Feld auf die Kamera zu, ein Gefühl unterschwelliger Bedrohung kommt durch Radiostörsignale sowie ein mehrschichtiges Rauschen und Dröhnen schnell auf, doch nach diesen wenigen Sekunden der opening signals entpuppt sich die Szenerie schnell als harmlos, da sich einfach nur unser Protagonist Hank (Jeremy Gardner) vor seiner Freundin Abby (Bea Grant) versteckt hat, während sie das malerisch im Grünen liegende, alte, prachtvolle Haus erkunden, in dem er für sie eine Überraschung bereit gestellt hat. Ätherische Synthesizer begleiten das junge Paar dabei und schnell fühlen wir mit für die beiden, da man hier ein hübsch inszeniertes, sympathisches, herumwitzelndes und realistisches Pärchen präsentiert bekommt, dessen Konflikte und Dialoge sehr natürlich wirken. Es gibt Killerwitze und es wird herumgealbert, trotz mehrerer Küsse und einer kleinen Konfrontation hält der Film es zudem nicht für nötig, mit einer Eskalation durch Streit oder Sex zu enden, was erfrischend unüblich ist und dem Realismus noch mehr in die Finger spielt.
 
 
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Was sich alsbald als Erinnerung offenbart, wird zugleich durch einen trinkenden, barttragenden, ungewaschenen Hank im Hier und Jetzt kontrastiert, der sich im leeren, vor sich hin rottenden Haus gegen eine uns unbekannte Kreatur behaupten muss, die immer Nachts seine Tür attackiert.
Aus Wut schießt er auf ein vorbeifahrendes, zu nah an ihm vorbei rasendes Auto und trifft es fast, der Bruder seiner Freundin, die nur eine Notiz hinterlassen hat und gegangen ist, ist Cop und rät ihm dazu das Monster zu filmen, statt nur Löcher in die Tür zu schießen. Sowohl Dialog als auch Schauspiel sind hierbei passabel bis ziemlich gut und fühlen sich stimmig an, was man bei der Barszene, die einige idyllische Aufnahmen der Landschaft und Feldwege später folgt, leider nicht behaupten kann: Henry Zebrowski als Comic-Relief „Wade“ wird im Laufe des Films zwar noch zu einem richtigen „Charakter“, übertreibt es in dieser speziellen Szene dann aber doch etwas, wenn er den Schnaps aus der Spuckmatte der Theke trinkt und allgemein anstrengend albert – „Tastes like going blind.“.
 
 
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Doch damit ist der Tiefpunkt des Films meiner Meinung nach auch schon relativ schnell nach seinem Beginn überstanden, da „daheim“ jetzt ein gelungener Post-Rock/Ambient-Soundtrack folgt, der sich mit anderen Indierockstücken abwechselt, das sehr hübsch eingefangene und professionell editierte Geschehen mit teils interessant genutzten Lichtquellen zu einem gelungenen Ganzen werden zu lassen und einzig die Frage kommt auf, warum Hank immer mit dem Rücken zur Eingangstür sitzt, wenn genau da doch immer das Monster attackiert. Wie dem auch sei, nach etwa 30 Minuten Spielzeit kann Wade als Charakter und Freund seine Rehabilitierung vollziehen und durchaus für ein paar Schmunzler/Lacher sorgen, auch brilliert das fortlaufende Spiel zwischen Erinnerung und Gegenwart durch einen schönen kleinen Kniff, da sich die laute Musik des Inserts für unseren einsamen Protagonisten anhört, als sei es nebenan – nicht jahrelang vorbei. Das zweite Hauptthema des Films ist dann die beliebte Gegenüberstellung von einem Opfer, das in Bedrängnis geraten ist und demnach an das übernatürliche Element glaubt, und der gesunden Skepsis derer, bei denen er Hilfe sucht. In diesem Fall ist der Sheriff, doch statt durch die unterschiedlichen Ansätze nicht weiter zu kommen oder sich in sinnlosen Dialogen zu verzetteln, geht unser Hauptprotagonist sehr gehalten um und nach polteriger, leicht experimenteller Musik in der Bar entdecken wir pünktlich zur Halbzeit des Films dann auch die offene Wohnung, in der scheinbar jemand oder etwas gewütet hat…
 
 
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Dieser, sehr gelungene, Aufbau der ersten 40 Minuten gipfelt nun in einer tatsächlich sehr effektiven, spannenden und gruseligen Genreszene, in der wir uns nur durch Schrotflintenschüße als Lichtquelle orientieren und erstmalig einen Blick auf das auf dem Poster bereits gezeichnete Monster werfen dürfen – und es klappt. Es ist tatsächlich gruselig, eklig, bedrohlich, fleischig, kurz gezeigt, spannend aufgebaut und könnte, wäre dies ein üblicherer Film, als valider Antagonist herhalten. Doch Gardner ist nicht daran interessiet, eine x-beliebige Creature-Horror-Geschichte zu erzählen sondern nutzt diesen Backdrop einzig, um daran die Konflikte und Probleme seines Charakters zu offenbaren.
 
 
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Was das filmisch heißt, ist, dem Zuschauer erst einmal einen rund 10-minütigen, statischen One-Take vor den Latz zu ballern in dem, so wie allgemein in der zweiten Hälfte des Films, „nur“ geredet wird. Dass diese Dialoge dabei sehr nahegehend und aufopferungsvoll am Stück performt wurden, dass die theaterhafte Inszenierung sicherlich bewusst ist, dass die übliche Dramaturgie subversiv unterwandert wird und der Film mehrere leise Symbole oder Ideen in seinen Dialogzeilen verpackt, das wird dabei scheinbar gerne übersehen. Desillusionierung trifft auf Optimismus und Depressionen, kaputte Träume werden thematisiert, Hintergrundinformationen geliefert, der Plot entfaltet sich.
 
 
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Wie sich dann, inszenatorisch so wie inhaltlich, das Finale und die letzten 10-20 Minuten gestalten, das sollte man, wenn das bisher spannend oder interessant fand, definitiv selber herausfinden – denn „After Midnight“ hat mich spontan am ehesten an „The Demolisher“ erinnert, einem Film der auch im Kern ein Beziehungsdrama ist und zwar Genreelemente und gerade -stilismen zitiert und für seine Welt nutzt, den pochenden Synthiesoundtrack und die punktuellen Szenen eskalativer Gewalt braucht, aber Genrefans im Endeffekt doch nur hoffnungslos enttäuscht hat. „After Midnight“ ist immer wieder sehr ästhetisch und ansprechend gefilmt, immer wieder sehr stark gespielt und weiß genau, was er tun will und warum. Ich teile diese Vision nicht komplett, fand Pacing, vorallem den herausragenden Soundtrack, die Präsentation und generelle Stimme des Films aber stark genug, um mich weder zu langweilen, noch die Filmwahl zu bereuen. Indie-Film mit Herz am rechten Fleck, aber ein gottverdammtes, teils bitteres, teils wohlfühlendes Beziehungsdrama und definitiv kein Horror oder Splatter oder Creature-Feature oder was auch immer sonst das Posterdesign/Coverdesign spontan suggeriert.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von einer falschen Erwartungshaltung vieler Zuschauer sowie punktuellem Overacting geplagter, minimalistischer Film mit starken Hauptperformances, gutem Soundtrack und einladend hübscher Cinematographie. Kein Genre-Film, aber ein durchaus einmalig sehenswerter Beitrag zum Spielen mit Form und Storybaustücken.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „After Midnight“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

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(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: After Midnight; USA 2019

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Literaturwissenschaftler Thorsten Hanisch, Sammelkarten, Hinter den Kulissen, Outtakes, Bildergalerie, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.05.2020 | Mediabook: 29.05.2020

 

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AFTER MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
These Final Hours (2013)
 
Spring (2014)
 

Filmkritik: „Z“ (2019)

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Z

Story

 
 
 

Der imaginäre Kumpel eines kleinen Jungen beginnt aus heiterem Himmel eine Familie zu terrorisieren.

 
 
 


 
 
 

Z – Kritik

 
 
 
Sie sind immer da. Am Tisch muss für sie stets ein Platz freigehalten werden. Sie helfen bei wichtigen Entscheidungen und sind der beste Spielkamerad. Manchmal sind sie aber auch Schuld, wenn sich etwas Schlimmes ereignet hat. Fakt ist jedoch: Sie können nur von Kindern gesehen werden. Imaginäre Freunde sind im Kindesalter nichts Ungewöhnliches und kein Grund zur Beunruhigung. Die unsichtbaren Kumpel dienen als Seelentröster, Berater, Begleiter aber auch als Sündenböcken und treten oft dann in Erscheinung, wenn ein Kind neue Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten muss. Fantasiefreunde helfen Kindern dabei, die eigenen Gefühle zu verstehen und zu regulieren. Leider können sie Eltern aber auch zur Verzweiflung treiben, wie der folgende Horrorfilm erklärt.
 
 
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Der geht auf die Kappe von Regisseur BRANDON CHRISTENSEN, welcher Genre-Fans bereits vor einiger Zeit mit dem Psychothriller STILL/BORN beglückte. Darin stiftete der Filmemacher Verwirrung und erzählte die Geschichte einer jungen Frau, die nach der Geburt ihres Kindes dem Wahnsinn verfällt. Psychologischer Horror, der auch den Zweitling dominiert. Letzterer nennt sich Z und ist ebenfalls Genre-Ware, die das Kopfkino aktivieren soll. Leider ist dieser nicht ganz so clever gestrickt, wie das Debütstück. Was schaurig beginnt, verrennt sich im Finale in Sphären, die kein Filmfan versteht. Dazu aber später mehr.
 
 
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Z berichtet von einer Familie, deren Leben aus dem Gleichgewicht gerät. Sohnemann Joshua beginnt sich nämlich plötzlich mit einem geheimnisvollen Freund zu unterhalten, den nur er sehen kann. Z wird er genannt und bestimmt den Alltag des kleinen Jungen. Was anfangs als vorübergehende Phase abgewertet wird, entwickelt bald eine erschreckende Dynamik. Joshua verhält sich in der Schule verhaltensauffällig und auch die Mitschüler beginnen das Kind aus Angst zu meiden. Alarmsignale, die bald auch die Eltern des fehlgeleiteten Jungen ernstnehmen müssen. So ist Schluss mit lustig, als der Nachwuchs einen Klassenkameraden über ein Treppengeländer wirft. Doch damit nicht genug. Vor allem Mutter Elizabeth fühlt sich bald ihres Lebens nicht mehr sicher. Die spürt in den eigenen vier Wänden die unheimliche Präsenz des imaginären Freundes. Alles nur Einbildung oder ist da doch etwas Wahres dran? Die Antwort darauf versucht die zweite Filmhälfte von Z zu ergründen.
 
 
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Dabei wären wir auch schon beim eigentlichen Problem. Was nach konventionellem Grusel-Horror riecht, der einzig darauf aus ist das Publikum mit plumpen Schocks zu unterhalten, geht plötzlich andere Wege. Das mag sich erst mal ganz gut anhören, weil das Horror-Genre Neuerungen nötig hat. Wie Z aber nach Erklärungen ringt, ist nicht sonderlich erbaulich. Da wird plötzlich vom Gaspedal gegangen und in der Psyche von Mutter Elizabeth gegraben. Hä? Waren wir nicht eigentlich gerade beim Sohnemann Joshua, der plötzlich seltsames Verhalten an den Tag legt? Ein Richtungswechsel, der sich erzwungen anfühlt. Offenbar wollte es Regisseur BRANDON CHRISTENSEN dem Erstling gleich machen. Der hielt mit falschen Fährten bei Laune und versuchte durch Doppeldeutigkeit die Interpretationslust des Zuschauers anzukurbeln. Alles nur Manifestation einer traumatisierten Psyche oder doch irgendwo im fantastischen Genre beheimatet? Ein Verwirrspiel, das in STILL/BORN einfallsreich und stimmig über die Mattscheibe flimmert.
 
 
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Z fühlt sich hingegen so an, als hege Filmemacher BRANDON CHRISTENSEN den Anspruch gleichen Überraschungseffekt noch mal wiederholen zu müssen. Das Ergebnis: ein undurchschaubarer Wirrwarr an Erklärungsansätzen, die überhaupt nicht funktionieren wollen und sich wie ein künstlicher Rattenschwanz anfühlen. Hier passt hinten und vorne nichts zusammen. Christensen driftet zu verkrampft ins Psychologische ab und gibt wenig acht auf sein Publikum. Das kann nicht folgen und wird am Ende mit vielen Fragen ratlos vor dem TV-Apparat zurückgelassen. So kann man den Zuschauer auch vergraulen. Vielleicht wäre es im Falle von Z besser gewesen, man hätte es beim konventionellen Horror für jedermann gelassen. So wären alle glücklich gewesen.
 
 


 
 
 

Z – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Fängt flott und unheimlich an, hat aber am Ende mit Erklärungsnot und Langeweile zu kämpfen. Z ist das beste Beispiel dafür, wenn Filmemacher auf Biegen und Brechen Erfolge wiederholen wollen. Die versuchen Filme nach ähnlichem Konzept zu inszenieren, mit welchem bereits das Erfolgsstück glänzen konnte. Im Falle von Regisseur BRANDON CHRISTENSEN war das STILL/BORN. Der Zweitling mit dem Titel Z ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, kann aber nicht ansatzweise dessen Niveau erreichen. Was gradlinig als schauriges Gruselstück über ein unheimliches Kind über die Mattscheibe flimmert, wird nach der Halbzeit holprig und wirr. Die erste Hälfte passt nicht zum restlichen Film. Irgendwie will man da den Eindruck nicht loswerden, als wusste Macher BRANDON CHRISTENSEN zu Beginn selbst nicht so wirklich, wohin die Reise führen soll. Ein Twist im Finale fühlt sich erzwungen, konstruiert und unausgegoren an. Von Geheimtipp ist da keine Spur. Übrigens zeichnete COLIN MINIHAN als Co-Autor am Drehbuch mitverantwortlich. Der hat schon einige Horror-Fantasien auf Papier gebracht. Darunter den Zombie-Horror IT STAINS THE SANDS RED, den Wackelcam-Hit GRAVE ENCOUNTERS 2 und die Alien-Invasion EXTRATERRESTRIAL. Offenbar war bei Z die Puste raus. Anders lässt sich nicht erklären, warum der Streifen einen wenig kreativen Eindruck hinterlässt.

 
 
 


 
 
 

Z – Zensur

 
 
 
Z hat kaum Gewalt zu bieten. Meist wird nur angedeutet oder es passiert im Off. Hierzulande dürfte der Mix aus Gruselfilm und Psychothriller ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

Z – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Digital Interference Productions | Hadron Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Teufelskind Joshua (2007)
 
Hide and Seek – Du kannst dich nicht verstecken (2005)
 
Das Omen (1976)
 
Daniel Isn’t Real (2019)
 

Filmkritik: „Behind You“ (2020)

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BEHIND YOU

Story

 
 
 

Zwei Schwestern erleben im Haus der Tante den absoluten Horror. Dort lebt das Böse, dass sich durch die (unfreiwillige) Unterstützung der Geschwister einen Weg in die Welt der Menschen bahnen möchte.

 
 
 


 
 
 

BEHIND YOU – Kritik

 
 
 
Dass von Spiegeln eine schaurige Faszination ausgeht, ist unumstritten. Vor allem in der Literatur wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei um tückische Flächen der Reflektion und Projektion handelt, die gern mal die böse Seiten ihres Betrachters widerspiegeln. So geißelten die Gebrüder Grimm die eitle Selbstbeschau der boshaften Stiefmutter im Hausmärchen SCHNEEWITTCHEN. Aber auch Autor LEWIS CAROL schickte seine Heldin in ALICE IM WUNDERLAND auf einen schrägen Selbstfindungstrip hinter die Welt der Spiegel. Dort stolperte die Buchfigur Alice auf der Suche nach ihrer selbst durch manch aufregendes Abenteuer. Weitaus weniger schräg ergeht es hingegen den Protagonisten des folgenden Films. Die Regisseure MATTHEW WHEDON und ANDREW MECHAM versuchen mit dem Spielfilmdebüt BEHIND YOU das latente Grauen des eigenen Abbilds zum Thema eines Horrorfilms zu machen. Dabei bedienen sie sich – wie bereits Filmemacher BERNARD ROSE im Kultfilm CANDYMAN – dem alten Bloody-Mary-Mythos und versuchen selbigen neue Impulse einzuverleiben. Gelungen ist das nicht unbedingt, denn was in BEHIND YOU gezeigt wird, hat man in den letzten zehn Jahren viel zu oft gesehen und gewinnt zweifelsohne keinen Originalitätspreis.
 
 
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BEHIND YOU erzählt die Geschichte von zwei jungen Schwestern, die nach dem Tod ihrer Mutter in die Obhut ihrer entfremdeten Tante Beth (JAN BROBERG aus ALEXANDRE AJAS MANIAC) gegeben werden. Die ist leider gar nicht erfreut darüber, dass sie nun auf die Kinder aufpassen muss. Dennoch gibt sie klein bei. Dass die Verwandte so distanziert reagiert, hat auch seinen Grund. Im Keller steht nämlich ein Spiegel, von dem allerlei Übel ausgeht. Diese Erfahrung müssen bald auch die beiden Mädchen machen. So schleicht sich des Nachts die jüngere Claire (ELIZABETH BIRKNER) in die verbotenen Räumlichkeiten und zieht so die Aufmerksamkeit einer bösen Macht auf sich, die in besagtem Spiegel haust. Die schlüpft auch gleich in den Körper des ahnungslosen Wirts und sorgt für allerlei Unheil. Da ist verständlicherweise guter Rat teuer, denn so schnell wird man den unwillkommenen Eindringling nicht mehr los.
 
 
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Besessenheitsthematik die 10000ste. BEHIND YOU ist generisches Horrorfutter, das sich nicht einmal die Mühe macht irgendetwas Originelles in die toterzählte Geschichte zu bringen. Offenbar wollte man ein breites Publikum ansprechen, weshalb man sich dafür entschied eine konventionell gestrickte Handlung zu erzählen, die alle Klischees bekannter Geisterfilme durchwandert. So fehlen unheimliche Spieluhren, die von Geisterhand angeschaltet werden genauso wenig, wie flüsternde Geisterstimmen, die in die Irre führen wollen. Aber es wird noch tiefer in der angestaubten Gruselmottenkiste gegraben. Natürlich versuchen plötzlich zuschlagende Türen, vorbeihuschende Schatten und aus Spiegeln starrende Geisterfratzen auch irgendwie Unbehagen zu verursachen. Ein schwieriges Unterfangen, vor allem auch deshalb, weil die Gruselrezepturen derart vorhersehbar über die Leinwand laufen, dass alteingesessene Horrorfilmkenner nicht unbegründet von der Einfältigkeit des simplen Drehbuchs Gänsehaut bekommen.
 
 
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Dabei hat die Vergangenheit gezeigt, dass mit Spiegeln fruchtbarer Horror inszeniert werden kann, der spannend und kreativ ist. Ein gutes Beispiel hierfür wäre das von Alexandre Aja gedrehte Remake zum südkoreanischen Gruselfilm INTO THE MIRROR. Darin wird das Spiegelbild zum ultimativ Bösen deklariert, das seinen Betrachter erst manipuliert und anschließend tötet. Wo im Original noch subtiler Schauer durch asiatisches Gruselhandwerk erzeugt wird, geht Aja weitaus rabiater zur Sache. Der zeigt in der amerikanischen Neuverfilmung abwechslungsreiches aber auch blutiges Sterben, das vor allem durch erfinderische Spezialeffekte überzeugen konnte. Davon ist BEHIND YOU weit entfernt. Was hier gezeigt wird, mutet beinahe altbacken, steif und verbittert an. Die Verläufe sind klar, gradlinig, bekannt und überraschungsarm. An Blut wird gespart. Hinzukommt, dass sich Figuren teils nicht nachvollziehbar verhalten und unnahbar bleiben. Dass auch noch die beiden Jungdarsteller trotz ambitioniertem Schauspiel mehr nerven, als überzeugen, versetzt dem austauschbaren BEHIND YOU den Todesstoß. Nein, da schieben wir schnell den nächsten Horrorstreifen in den Player. Über BEHIND YOU wollen wir besseren kein weiteres Wort vergeuden.
 
 


 
 
 

BEHIND YOU – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Man stelle sich vor, man hört eine Platte wieder und wieder, bis zu sie zu nerven beginnt. Gleiches Phänomen stellt sich im Falle von BEHIND YOU ein. Bei diesem lieblos abgedrehten Gruselfilm will man das Gefühl nicht loswerden, als habe man diesen Streifen zuvor schon dutzende Male gesehen. Der Grund: Die Regisseure MATTHEW WHEDON und ANDREW MECHAM haken Verläufe ab, die man in vielen Geisterfilmen der letzten 20 Jahre leicht abgewandelt ähnlich zu sehen bekommen hat. BEHIND YOU ist konventioneller Dämonen-Horror von der Stange, der weder Höhepunkte, eigene Ideen oder Überraschungen zu bieten hat. Ein paar bekannte Gruselmomente hier, etwas nervtötende Besessenheitsthemtik da – fertig ist ein weiterer beliebiger Gruselfilm für die Masse, der nichts Neues zeigt, dafür aber Zeit raubt. BEHIND YOU wurde von den Produzenten finanziert, die bereits für den günstigen Found-Footage-Film THE GALLOWS verantwortlich zeichnen. Die setzen die Reihe preiswert gedrehter Genre-Filme mit BEHIND YOU fort und spulen bekannte Abläufe zum Sparkurs ab. Erfahrene Horrorfilmkenner sollten Abstand nehmen. Neulinge hingegen könnten bei so manch vorhersehbarem Schreckmoment vielleicht noch zusammenzucken. Trotzdem ist dieser lahme Gruselfilm nichts, was dauerhaft im Kopf bleibt. Schade ums Budget.
 
 
 


 
 
 

BEHIND YOU – Zensur

 
 
 
BEHIND YOU ist ein vollkommen harmloser Vertreter der Gattung „Dämonen- und Geistergrusler“. Es gibt kaum Schuwerte zu sehen. Man darf von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

BEHIND YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Devil’s Dolls (2016)
 
Speak No Evil (2013)
 
The Hollow Child (2017)
 
Fall 39 (2009)
 

Filmkritik: „Aquaslash“ (2019)

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AQUASLASH

Story

 
 
 

Wasserrutsche des Grauens. Die wird in ein Mordwerkzeug umfunktioniert und zerteilt Planschgäste in kleine Stück.

 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Kritik

 
 
 
Der Regisseur von DISCOPATH ist zurück. Der lieferte vor einigen Jahren mit der Horror-Hommage an die 1970er ungewöhnlichen Genre-Stuff ab, der auf einschlägigen Filmfestivals gut abschnitt. Nachdem der Erstling selbst finanziert werden musste, tat sich der Regisseur diesmal mit den Produzenten von GAME OF DEATH zusammen – offenbar, weil die wissen, wie man Mord und Totschlag gut in Szenen setzen muss. Leider ist das Ergebnis keine Sternstunde des Horrorfilms. Was als spaßige Hommage an das Slasher-Kino der 1980er beginnt, verliert seinen Humor zu schnell aus den Augen und quält sein Publikum mit potenten Macho-Boys und willigen Bikini-Girls. Die wollen nicht schreien, wimmern und sterben, sondern saufen, feiern und durch die Betten hüpfen. Für einen Horrorfilm fatal.
 
 
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Was wäre ein Abschlussjahr ohne Abschlussfeier? Für einige Abiturienten der Grund, die bestandenen Prüfungen in einem Wasserpark zu feiern. Zwar gab es da vor einigen Jahren einen merkwürdigen Unfall, aber das hält die Meute nicht davon ab, den Abschluss mit Party, Sex und Drogen zu feiern. Doch jemand meint es nicht gut mit den Feiernden. Der sabotiert die Wasserrutsche des Parks und sorgt so für ein Blutbad. Da stellt sich glatt die Frage, wer solch boshafte Gedanken hegt. Man sollte gar nicht erst anfangen zu raten. Die Auflösung ist so weit hergeholt, darauf kommt man definitiv nicht.
 
 
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Was aussieht, wie eine Fortsetzung zum Splatter-Spaß PIRANHA 2 ist gar nicht so spaßig, wie man nach Sichtung des Trailers erwarten würde. AQUASLASH ist ein Slasher, der sein ganzes Pulver erst in den letzten 15 Minuten verschießt. Wo andere Horrorfilme gleichen Kalibers kreative Morde über den gesamten Film verteilen, reduzieren sich diese auf das Finale. Bis dahin herrscht Langeweile. Da wird gebaggert, geknutscht, gefummelt und gekokst. Das ist weder spannend noch unterhaltsam. Regisseur RENAUD GAUTHIER fokussiert zu lang und zu intensiv Teenager-Probleme und macht sich damit bei Horrorfans keine Freunde. Die wollen Blut sehen, werden aber stattdessen mit Alphamännchen-Gehabe und Blondinen-Gegacker genervt. Slasher sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Immerhin gibt es Rot im Finale und das reichlich. Hier wird dick aufgetragen und es wird zehn volle Minuten gesplattert. Die Effekte sind gelungen und kommen nicht aus dem Computer. Da werden Klingen in einer Wasserrutsche platziert und so Körperteile oder Köpfe abgetrennt. An Zynischmus wird nicht gespart. Leider macht all das den Kohl nicht mehr fett. Der handwerklich professionell getrickste Blutrausch kommt zu spät, denn die meisten Zuschauer dürften wegen Ereignislosigkeit bereits vor der blutigen Krönung abgeschalten haben. Vermutlich enttäuschend für das Spezialeffekte-Team. Das nennt sich BLOOD BROTHERS, macht seinem Namen alle Ehre und hätte sich wohl durch den hausgemachten Blut-Cocktail-Mix mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Zuletzt sorgten die mit Gemansche im rasanten Retro-Hit TURBO KID für Aufsehen und zeigten eindrucksvoll, was mit Spezialeffekten alles möglich ist. Im direkten Vergleich dazu ist AQUASLASH eine Schlaftablette.
 
 
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AQUASLASH – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Blutrote Hommage an die Slasher-Filme der 1980er, die lustig hätte werden können. In AQUASLASH wird eine Wasserrutsche in ein Mordwerkzeug umfunktioniert. Darin werden Menschen zu Fischfutter verarbeitet. Leider nutzt Regisseur RENAUD GAUTHIER die Möglichkeiten nicht aus und zeigt zu viel Gerede um den heißen Brei, statt endlich mal zum Punkt zu kommen. Da bekommt der Zuschauer eine konfuse Handlung aufgetischt, die über weite Strecken völlig die Slasher-Handlung aus den Augen verliert und sich mit Teenager-Problemen beschäftigt. Das Ergebnis: Langeweile. Für einen Film, dessen Handlung auf einen Bierdeckel passt und der eine Laufzeit von etwas mehr als einer Stunde besitzt, ist das schon eine Meisterleistung.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Zensur

 
 
 
Bis zum Finale passiert kaum etwas. Es wird hauptsächlich geredet, gefeiert und getrunken. Erst im Finale geht das große Sterben los. Dann wird reichlich gesplattert. Weil aber die Morde sehr übertrieben und teils ironisch zelebriert werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
2001 Maniacs (2005)
 
Swimming Pool – Der Tod feiert mit (2000)
 
Piranha 2 (2012)
 

Filmkritik: „Don’t Let Them In“ (2020)

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DON’T LET THEM IN

Story

 
 
 

Zwei Sozialarbeiter müssen für den nächsten Fall Nerven lassen. Im Haus des neuen Klienten werden sie von drei Fremden in die Mangel genommen.

 
 
 


 
 
 

DON’T LET THEM IN – Kritik

 
 
 
Marketing ist alles. Das kann manchmal hinterhältig sein. Da wird alles daran getan, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu gewinnen. Hier ein reißerisches Filmplakat, dort ein hektisch geschnittener Trailer. Was letztendlich wirklich auf dem Tisch landet, ist zweitrangig – Hauptsache der Filmfan kauft. Eine dieser Marketing-Mogelpackungen nennt sich DON’T LET THEM IN. Das amerikanische Cover zur Heimkinoveröffentlichung suggeriert vertrautes Horrorfilmfutter. Dort sind vermummte Gestalten zu sehen, die mit Gewalt in ein Haus eindringen wollen. Erfahrene Filmkenner ziehen da nicht zu Unrecht Parallelen zum Horror-Hit THE PURGE, in dem ahnungslose Hauseigentümer von mordlüsternen Fremden terrorisiert und abgeschlachtet werden. Leider hat der vorliegende Indie-Horror kaum was mit genanntem Horrorthriller aus der Blumhouse Produzentenwerkstatt gemein. Der Film geht andere Wege. Enttäuschte Gesichter werden vorprogrammiert sein.
 
 
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Zwei Sozialarbeiter nehmen ihre Arbeit besonders ernst. Die betreuen Menschen am Rande der Gesellschaft und sehen so oft jede Menge Elend. Ein neuer Fall führt zu einem Klienten am Hintern der Welt. In einem heruntergekommenen Anwesen lebt ein Kindermörder, der nach 15 Jahren aus der Haft entlassen wurde. Nun soll er fachmännisch betreut werden. Leider verläuft der Besuch vom sozialen Dienst komplizierter als gedacht. Der Mann scheint nämlich verwirrt zu sein. Der sieht sich von Fremden verfolgt und sperrt den Besuch gleich mal in den eigenen vier Wänden ein. Da ist die Stimmung natürlich im Keller. Doch Karl und Jenna lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die haben im Beruf schon so manch heikle Situation bewältigt und wissen, was zu tun ist. DON’T LET THEM IN wäre aber kein Horrorfilm, wenn nicht irgendwas unheimliches passieren würde. Der entlassene Häftling hatte mit seiner Paranoia nicht unrecht. Tatsächlich wollen drei Männer ins Haus. Was die aber wollen, hat mit dem oben genannten THE PURGE so rein gar nichts am Hut.
 
 
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Wer sich allein vom Cover zum Kauf verleiten lässt, schaut später dumm aus der Wäsche. DON’T LET THEM IN verspielt sein Potenzial zu früh. Drei maskierter Männer wollen in ein Haus und lassen nicht locker. Die schleichen um das Anwesen und brechen letztendlich ein. Wer jetzt aber glaubt, dass das Home Invasion par excellence ist, irrt gewaltig. Es wird weder gequält, noch gefoltert oder sinnlos gemordet. Die gern mal in dieser Art von Filmen gezeigte Vergewaltigung unschuldiger Menschen fehlt ebenso. Regisseur MIKE DUNKIN hat andere Pläne und steuert eine unerwartete Richtung an. Es geht ins Fantastische, was letztendlich bedeutet, dass es übernatürlich wird. Ja, das bringt Abwechslung in das eingerostete Home-Invasion-Genre, das seit Jahren wegen fehlender Originalität keinen so guten Ruf mehr genießt. Das ist aber schon das Einzige, was hervorzuheben wäre.
 
 
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Der britische DON’T LET THEM IN bleibt nämlich weitestgehend spannungsarm und zeigt, dass er wegen des kleinen Budgets nicht viel riskieren kann. Somit reichts nur für ein Kammerspiel mit drei Figuren auf begrenztem Raum, das vehement versucht, so etwas wie Klaustrophobie und Panik zu verursachen. Drei Leute sitzen drinnen fest und werden vom Bösen bedroht. Letzteres wartet vor der Türe und ist nicht freundlich gestimmt. Die Bedrohung wird mit einfachen Mitteln möglichst lang hinausgezögert, damit der Film Spielfilmlänge erreicht. Doch das Interesse am Fortgang ist bald verflogen. Nach knapp 40 Minuten Rätselraten und der Ungewissheit, wer da ins Haus will, wird das Geheimnis gelüftet. Es sind keine Menschen, sondern Mächte fernab der irdischen Welt, die Rechnungen begleichen wollen. Danach ist die Luft raus und DON’T LET THEM IN quält sich mit wirren Wendungen zur weit entfernten Zielgerade, ohne dabei echte Höhepunkte abzuhaken. Krönender Abschluss ist ein Twist. Der beleuchtet alle Geschehnisse aus einer anderen Perspektive und presst den Film zwanghaft in eine Schublade, in die er so gar nicht passen will. Das mutet sehr konstruiert an und lässt mit dem Kopf schütteln. Launischer kann ein B-Movie nicht enden.
 
 
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DON’T LET THEM IN – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
THE PURGE trifft auf YOU’RE NEXT. Mit diesen beiden bekannten Horrorfilmen wird auf dem amerikanischen Filmplakat geworben. Sehr gewagt, zumal sich DON’T LET THEM IN weit weg von den Qualitäten genannter Streifen befindet und auch sonst nur wenige bis gar keine Parallelen vorzuweisen hat. DON’T LET THEM IN sollte anfangs DEVIL’S NIGHT heißen. Offenbar verriet der Titel zu viel über den Plot und wurde für den internationalen Filmmarkt in DON’T LET THEM IN umgetauft. Der Film beginnt wie jeder beliebige Home-Invasion-Thriller und endet anders als erhofft. Hört sich interessant an, ist aber großer Käse, weil zu sehr in der Nonsens-Schublade für Horrorfilme gewühlt wird. Ein konfuser Twist trägt ganz schön dick auf. Da geht die Glaubwürdigkeit verloren. Bleibt noch zu erwähnen, dass DON’T LET THEM IN zwar britischen Humor, zwei Splatter-Momente und brauchbares Schauspiel besitzt – aber dennoch keine Empfehlung bekommt. Der Grund: Langeweile. Wer Einschlafhilfe benötigt, kann einen Blick riskieren. Der Low-Budget-Sektor des Horrorgenres hat schon bessere Werke hervorgebracht.
 
 
 


 
 
 

DON’T LET THEM IN – Zensur

 
 
 
In DON’T LET THEM IN werden zwei Köpfe zerschossen, die dann übertrieben explodieren und die Protagonisten mit Blut besudeln. Ansonsten sieht man noch Stichwunden. Ja, die Effekte sind ganz brauchbar, machen den Film aber nicht unbedingt besser. Hierzulande darf man eine FSK16 erwarten – insofern DON’T LET THEM IN in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

DON’T LET THEM IN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von The Ideas Factory | 4Digital Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolves at the Door (2016)
 
Ghostland (2018)
 
Them – Spiel oder stirb (2006)
 

Filmkritik: „Becoming – Das Böse in ihm“ (2020)

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BECOMING – DAS BÖSE IN IHM

(BECOMING)

Story

 
 
 

Ein Liebespaar erlebt auf einem Roadtrip durch die Vereinigten Staaten die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Kritik

 
 
 
Bereits Connie Francis trällerte es in den 1960ern. Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern. Eine schmerzliche Erfahrung, mit der sich bereits unzählige Liebende konfrontiert sehen mussten. Doch woran erkennt man eigentlich, dass Herzen nicht mehr im gleichen Takt schlagen? In den meisten Fällen sind Wesensveränderungen des Partners erste Anzeichen dafür, dass die Beziehung kränkelt. Der verhält sich plötzlich unvertraut und tut Dinge, die das Gegenüber verunsichert. Da werden verständlicherweise Ängste aktiviert, die sich zum blanken Horror entwickeln können. Stoff, der sich auch gut als Horrorfilm erzählen lässt – wie der Mysterystreifen BECOMING beweist. Hier werden Verlustängste zweckentfremdet, um 90 Minuten Gruselstimmung zu erzeugen. Das Resultat ist zwar nicht sonderlich herausragend, jedoch wie in diesem Gruselfilm aber Schauer heraufbeschworen wird, ist ganz interessant.
 
 
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Mein Partner, das unbekannte Wesen: BECOMING – DAS BÖSE IN IHM erzählt die Geschichte von Lisa und Alex. Die sind bereits seit drei Jahren verlobt und wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Ein eigenes Heim soll es werden. Aber zuvor sollen sich Lisas Eltern ein Bild vom Schwiegersohn in Spe machen. Deshalb tritt man eine beschwerliche Reise an. Die Eltern wohnen leider nicht um die Ecke, sondern am anderen Ende Amerikas. Daher steigt man ins Auto und düst los. Unterwegs macht man Halt bei Alex‘ altem Kumpel Glen. Der verhält sich äußerst komisch und bereitet der sonst so toughen Lisa ganz schön Angst. Die ist auch berechtigt, denn das Grauen wird bald ein ständiger Begleiter der beiden Reisenden sein. Alex verändert sich nämlich von Tag zu Tag. Erst sind es Eigenarten. Später Gerüche. Als ihn seine Verlobte kaum noch wiedererkennt, offenbart sich ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Der deutsche Titelzusatz verrät wieder zu viel. Der lässt darauf schließen, dass in Protagonist Alex boshafte Mächte schlummern. Ein Thema, für das sich Regisseur OMAR NAIM ziemlich viel Zeit nimmt. Nach einem schockintensiven Prolog werden die beiden Helden fokussiert. Die lernt der Zuschauer während eines Road-Trips gut kennen, was angesichts der späteren Handlung von großer Bedeutung sein wird. BECOMING geht alles langsam an und schwört Unheil mit Bedacht herauf. Dabei rückt schnell Detektivarbeit in den Vordergrund, die von Heldin Lisa aufgenommen wird. Die will freilich wissen, was es mit der Veränderung ihres Freundes auf sich hat und zieht bald Parallelen zu anderen Frauen, denen es ganz ähnlich ergangen ist. Gründliche Analysen, die nach und nach offenbaren, was da von Alex Besitz ergriffen hat. Leider ist die Antwort darauf alles andere – nur nicht erlösend.
 
 
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BECOMING ist ein Mystery-Horror mit langsamen Aufbau, der vor allem von der Tatsache lebt, wie sich das Vertraute plötzlich so unvertraut anfühlen kann. Warum verändert sich Protagonist Alex zu unvorhersehbar. Ist er psychisch krank? Hat er sein Herz bereits an eine andere Frau neu vergeben? Oder haben wir es hier mit Dämonen, Geistern oder anderem paranormalen Wesen zu tun, die es mal wieder nicht gut mit der Menschheit meinen? Regisseur OMAR NAIM lässt sich für Antworten lange Zeit. Ein immer wiederholender, bedrohlicher Score lässt aber schon früh erahnen, dass Unheil bevorsteht wird, mit dem nicht zu spaßen sein wird. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch, wenn BECOMING – DAS BÖSE IN IHM thematisch gesehen recht unverbraucht erscheint, macht vieles nicht unbedingt Sinn. Zusammenhänge wirken willkürlich und nicht immer sind Handlungsverläufe nachvollziehbar. Zudem zieht sich der Film teilweise und hat kaum Höhepunkte zu bieten. Richtig spannend wird es nur zu Beginn und am Ende. Letzteres hagelt dafür unvorbereitet und heftig auf den Zuschauer ein. Die guten schauspielerischen Leistungen tragen einen großen Teil hierfür bei.
 
 


 
 
 

BECOMING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Low-Budget-Horror mit hervorragenden Schauspielern und einer guten Filmidee, die im Zuge der ständig wiederholenden Horrorfilmstoffe ganz unverbraucht erscheint. Leider ist BECOMING – DAS BÖSE IN IHM recht zäh und dürfte die meisten Filmfans schnell langweilen. Der Grund: Drehbuchautor und Regisseur OMAR NAIM meint es zu gut mit der Figurenentwicklung und lässt sich zu viel Zeit mit der Vorstellung seiner beiden Helden. Spannungsdurststrecken sind die Folge. Erst in der letzten halben Stunde wird es für Horrorfilmfans interessant. Ob das aber die meisten Zuschauer überhaupt erreicht, dürfte wegen fehlender Höhepunkte fraglich sein.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Zensur

 
 
 
BECOMING – DAS BÖSE IN IHM hat wenige Gewaltmomente zu bieten. Gleich zu Beginn steckt sich eine Filmfigur eine Waffe in den Mund und drückt ab. Ein Kindsmord passiert im Off. Später wird ein Mann zusammengeschlagen. Weiterhin gibt es Verletzungen und Morde durch Schusswaffen und Messer zu sehen. Hierzulande ist der Film bereits für Sechsehnjährige geeignet. Wer hartes Gemetzel erwartet, wird enttäuscht werden. Brutal ist der Mysterythriller BECOMING leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
becoming-das-boese-in-ihm-2020-bluray

(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Becoming; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 10.04.2020

 
 

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BECOMING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
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Filmkritik: „Primal – Die Jagd ist eröffnet“ (2019)

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PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET

(PRIMAL)

Story

 
 
 

Ein flüchtiger Verbrecher lässt auf einem Schiff exotische Tiere frei und metzelt sich durch das Bord-Personal. NICOLAS CAGE versucht die verzwickte Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Kritik

 
 
 
Wer häufig auf dieser Seite vorbeischaut, dem dürfte bereits aufgefallen sein, dass sich Schauspieler NICOLAS CAGE mittlerweile so ziemlich oft in Filmen blicken lässt, die wir hier besprechen. Das liegt nicht daran, dass wir eingefleischte Fanboys des einstigen Oscargewinners sind. Vielmehr hat das mit der Tatsache zu tun, dass für den Amerikaner die großen Glanzzeiten Hollywoods vorbei sind und Cage nun kleinere Brötchen backen muss. Glücklicherweise ganz erfolgreich. Der Mann, der im Jahr 1996 Legenden wie Anthony Hopkins und Sean Penn den Oscar vor der Nase wegschnappte, hat es zum gefeierten B-Movie-Star geschafft. Statt mit Stil und Klasse, dreht Cage billig in Masse und lässt sich gut und gern auch mal in Indie-Horrorfilmen blicken. Was man aber lobend hervorheben muss ist, dass der extrovertierte Schauspieler ein gutes Händchen bei der Filmauswahl beweist. Unter den kaum noch zählbaren Low-Budget-Produktionen vom Fließband tummeln sich hin und wieder Geheimtipps. Zuletzt: MANDY und DIE FARBE AUS DEM ALL. Zwei Titel, die vor allem Kritiker überzeugen konnten, die dem charismatischen Amerikaner schon vor Jahren das Karriereende prophezeit haben.
 
 
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Mit dem Actionthriller PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET geht es aber erst mal wieder abwärts. NICOLAS CAGE spielt hier Großwildjäger Frank Walsh, der es auf exotische Tiere abgesehen hat und damit Geld verdient. In Brasilien findet er einen seltenen weißen Jaguar, den er einfängt und Auftraggebern überbringen will. Doch die Heimreise wird kein Zuckerschlecken. An Bord des Transportschiffes befindet sich auch ein skrupelloser Schwerverbrecher (KEVIN DURAND). Der büchst aus seinem Gefängnis aus und befreit alle Tiere aus den Käfigen. Darunter befinden sich selbstverständlich gefährliche Bestien, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte. Ein heikles Unterfangen für Bordpersonal und Crew. Die müssen sich nicht nur vor den wilden Kreaturen in Acht nehmen. Auch der entflohende Kriminelle Richard Loffler ist mit allen Wassern gewaschen und lebt an Bord seine Blutgier aus. Für die Anwesenden bedeutet das doppelte Gefahr, denn die sind entweder den tödlichen Angriffen Lofflers oder den Attacken einer der Tiere ausgesetzt. Gut, dass NICOLAS CAGE einen kühlen Kopf bewahrt. Der sammelt das Getier ein und liest dem Ganoven die Leviten. Eben ein waschechter Held.
 
 
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Nein, PRIMAL ist keine Sternstunde des Actionkinos. Man muss nicht viel gesehen haben, um das erkennen zu können. Da hüpft bereits in den ersten Filmminuten ein zu eifrig agierender Cage durchs Bild, der einen schlecht animierten Jaguar jagt. Das erreicht zwar nicht unbedingt das Niveau mieser Asylum-Filme, wächst aber auch nie über die Grenzen unbedeutenden Low-Budget-Trashs hinaus. Die Rezepturen sind zu pfad, mit denen PRIMAL würzt. Wir sehen austauschbares Kanonenfutter, das auf einem Schiff entweder durch freigelassenen Exoten ihr Leben lassen muss oder von einem Kriminellen getötet wird. Letzterer ist der eigentliche Star dieses Survivalthrillers. KEVIN DURAND verkörpert einen schmierigen Killer, der alles und jeden abschlachtet und stets widerwärtige Sprüche auf den Lippen hat. Der stielt damit allen die Show und lässt selbst Cage als den eigentlichen Helden blass erscheinen. Das war dann aber schon das einzige Alleinstellungsmerkmal, mit dem der Thriller trumpfen kann.
 
 
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PRIMAL ist simpel gestricktes Videofutter, wie man es in den 1990ern oft in der Videothek ausleihen konnte. Da wurde nicht viel investiert, um möglichst viel Reibach herausschlagen zu können. Die Figuren sind dumm, das Setting ist überschaubar und auch handlungstechnisch wird kaum etwas geboten. Da wird gestorben und gemordet. Mit mehr will sich das Drehbuch dieses beliebigen Abenteuer- und Actionfilms nicht beschäftigen. NICOLAS CAGE tritt hier in die Fußstapfen von so ehemaligen Actionstars wie STEVEN SEAGAL und CHUCK NORRIS. Die haben im Laufe ihrer Karriere genug Kaboomfilme gedreht, von denen einige sogar bis heute Kultstatus genießen. PRIMAL ist davon weit entfernt. Die hauchdünne Geschichte schlägt bereits nach der Halbzeit in Langweile um, weil sich Handlungsverläufe zu oft wiederholen und auch keine Spannungskurve erkennbar ist. Die für Actionfilme üblichen Explosionen fehlen ebenso, wie gute Spezialeffekte. Verständlicherweise ist da die Gaudi schnell im Keller.
 
 
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PRIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
PRIMAL ist eine Mann-gegen-Mann-Jagd mit Tieren, die gar nicht mal so gut ist. Ein Killer und ein Großwildjäger fordern sich heraus, hauen sich die Köpfe ein und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Dazwischen Affen, ein Jaguar und viele Tote. Klingt nach einer Menge Spaß. Ist aber ganz schön öde. PRIMAL ist einfach gestricktes Actionfutter mit wenig Budget und fehlenden Überraschungen. Die CGI-Effekte sind bescheiden, die Figuren austauschbar und viele der unkontrollierten Schießereien nerven schnell. Dass die Handlung auf einen Bierdeckel passt, ist wohl das größte Problem. Spannend wird es nie. Da kann auch ein NICOLAS CAGE nichts mehr retten, der seit Jahren eine zweite Heimat in Low-Budget-Filmen gefunden hat und mit Auftritten in unkonventionellen Horrorfilmen viel Lob erntet. Der spielt zwar überzogen und verleiht dem Treiben Comic-Charakter, besser macht das den beliebigen PRIMAL aber keineswegs. NICK POWELL zeichnet hier als Regisseur verantwortlich. Der ist normalerweise im Stunt-Fach Zuhause, dreht nach OUTCAST – DIE LETZTEN TEMPELRITTER aber nun schon zum zweiten Mal mit NICOLAS CAGE. Leider beides keine nennenswerte Filmbeiträge.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Zensur

 
 
 
PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET ist seichte Actionunterhaltung ohne größeres Blutvergießen. Es sterben zwar viele Menschen, aber meist geht das ganz schnell mittels Pistole. Hierzulande hat der Actionthriller eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal; USA 2019

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 97 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 27.03.2020

 
 

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PRIMAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
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