Filmkritik: „Blood Quantum“ (2019)

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BLOOD QUANTUM

Story

 
 
 
In „Blood Quantum“ gibt es eine weitere Zombie-Apokalypse zu sehen, nur mit dem Unterschied, dass dieses Mal Indianer immun gegen das Virus sind.

 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Kritik

 
 
Die Zombiefilm-Varianten hören wirklich nicht auf, aber es ist zur Abwechslung auch mal ganz schön, dass mit „Blood Quantum“ wieder ein ernster Vertreter mit an Bord ist, der teilweise sogar ein wenig auf Romero’s „Night of the living Dead“ Pfaden wandelt. Leider ist das Endresultat dann nur eindeutig zu wenig spannend geraten, um hier eine höhere Wertung zu zücken.
 
 
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In einem Indianer-Reservat in Kanada gehen merkwürdige Dinge vor sich. Tote Tiere fangen plötzlich wieder an zu leben und es dauert nicht lange, da verhalten sich auch die Menschen sehr aggressiv. Ein sechsmonatiger Sprung in die Zukunft zeigt: Die Zombie-Apokalypse ist über die Menschen eingebrochen. Allerdings sind die Indianer gegen diese Krankheit immun und konnten sich so erfolgreich verschanzen. Dort draußen gibt es jedoch weitere Überlebende und jeder Nicht-Indianer, den man hineinlässt, stellt eine potenzielle Gefahr dar. Genau dieses Spiel mit den Rassen erinnert dann auch einigermaßen an „Night of the living Dead“. Dass die Miꞌkmaq immun sind, ist eine interessante Idee, aus der man jedoch viel mehr herausholen hätte können. Die gesellschaftskritischen wie auch sozialkritischen Töne sind nämlich höchstens eine Randnotiz. Ein paar Male bekommt man mit, dass die Story an sich ihren Anspruch besitzt, ansonsten wird aber auch nur ein konventionelles Zombieszenario erzählt und gerade weil es davon schon tausende gab, wäre hier ein wenig mehr Mut zur Andersartigkeit echt nicht verkehrt gewesen.
 
 
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Immerhin ist mit Regisseur Jeff Barnaby ein echter Miꞌkmaq für den Film verantwortlich, was schon mal für Authentizität sorgt. Nebenbei hat er auch für eine indigene Besetzung gesorgt, was an den Darstellernamen wie Michael Greyeyes oder Elle-Maija Tailfeathers auch nicht schwer zu erkennen ist. Dies sorgt ebenfalls für Pluspunkte, denn so kommt das gesamte Szenario doch reichlich glaubwürdig daher. Über die handwerkliche Arbeit kann man sich kaum beklagen. Da gibt es besonders am Anfang und am Ende ein paar wunderschöne Kamerafahrten über die Landschaft, die Kulissen sind abwechslungsreich und der Horror wurde ebenfalls gut in Szene gesetzt. Die Atmosphäre gibt sich meistens ordentlich ernst und wirkt desöfteren auch recht dramatisch, was für eine dichte und bedrohliche Stimmung sorgt. Nur der gelegentliche Anflug von Humor in Form von amüsanten Sprüchen wirkt da etwas fehlplatziert. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Sie müssen keine Höchstleistungen präsentieren, wirken jedoch markant genug, um nicht sofort in Vergessenheit zu geraten, selbst wenn die Figurenzeichnung teilweise etwas zu dünn ist und es nicht verkehrt gewesen wäre die Hauptfiguren noch stärker in den Fokus zu rücken.
 
 
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Am schwächsten ist leider der Unterhaltungswert geraten und das ist für einen Horrorfilm niemals förderlich. Besonders der Anfang macht es dabei echt gut. Hier wird ganz langsam Spannung aufgebaut und wenn der elektronische Score das dezent begleitet, dann entsteht eine schön unheimliche Atmosphäre. Doch dann folgt der Bruch und hier hat man es sich zu leicht gemacht. Plötzlich sind Monate vergangen und die Zombies haben sich schon überall verbreitet. Nun muss man erneut in das Szenario hineinkommen, weshalb es streng genommen zwei Einleitungen gibt und das wäre hier nicht nötig gewesen. Obwohl es von da an immer mal Angriffe der Zombies gibt und die Mischung aus Horror und Drama relativ ausgewogen ist, kommt leider niemals so richtig viel Spannung auf. Dafür besitzt das Treiben dann im Endeffekt doch zu wenig Substanz. Der Gorehound kann sich immerhin noch über eine gute Menge an Splatter erfreuen, der überwiegend auch gut getrickst wurde. Wenigstens stammt hier nahezu alles von Hand und der Härtegrad ist für einen Zombiefilm definitiv ausreichend.
 
 
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BLOOD QUANTUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Blood Quantum“ schafft es auf jeden Fall dem Zombiefilm eine weitere Facette zu verleihen und mit seinen leicht sozialkritischen Tönen ist er sogar dem großen Romero auf den Fersen, aber im Endeffekt bekommt man dann doch nur wieder eine relativ konventionelle Variante geboten, die sich scheinbar nicht genügend traut völlig anders zu sein. An sich nicht weiter tragisch, da die handwerkliche Arbeit stimmt, die Darsteller etwas taugen und es auch genügend Splatter zu sehen gibt. Schade ist da eigentlich nur, dass der Film niemals so richtig an Tempo gewinnen will, deshalb nicht spannend ist und zu viele Längen besitzt. Für Freunde der ernsteren Zombieunterhaltung ist „Blood Quantum“ aber dennoch eine Sichtung wert, denn gut gemacht, ist er allemal!
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Blood Quantum“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

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(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Quantum; Kanada 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Q&A | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 24.09.2020 | KeepCase: 24.09.2020

 

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BLOOD QUANTUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
Hostile (2017)
 
The Day – Fight. Or Die (2011)

Filmkritik: „Follow Me“ (2020)

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FOLLOW ME

Story

 
 
 

Wenn ein Youtube-Star sich jeder Herausforderung stellt, muss er auch damit rechnen plötzlich in einem Escape-Room zu landen, der nicht so ist, wie alle das anfangs gedacht haben.


 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Kritik

 
 
 
Die Prämisse des Escape-Rooms für einen Horrorfilm zu nutzen, ist noch gar nicht so alt und scheint dennoch bereits abgenutzt. „Escape Room“ von 2019 hatte in dieser Hinsicht eigentlich bereits alles erzählt, war an den Kinokassen aber recht lukrativ und so dürfen Nachzügler sicher nicht fehlen. Wobei es fraglich ist, ob ein Kandidat wie „Follow Me“ es wirklich zur Kinoveröffentlichung geschafft hätte, wenn das Kino wegen Corona nicht gerade stark gebeutelt wäre. Hat man keine zu hohen Erwartungen, bekommt man solide Genrekost, aber auf keinen Fall mehr!
 
 
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Der Influencer Cole verbringt seine Zeit schon seit Kindestagen vor der Kamera und sieht seine Aufgabe darin, sich im Social-Media-Bereich von Followern Aufgaben geben zu lassen, die er dann erfüllt. Nun feiert er sein zehnjähriges Jubiläum und seine Freunde haben sich dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Escape Room in Russland, der härter sein soll, als alle anderen. Zusammen mit seinen Freunden macht sich Cole auf die Reise dorthin und schon bald soll er erfahren, dass das Versprechen „härter“ nicht gelogen sein sollte. Die Story wird nun sicher keine Innovationspreise gewinnen. Weder ist die Prämisse eines Influencers neu, noch eben die Idee mit einem Escape Room. Darum geht es dann aber auch weniger, als die Story anfangs vermuten lässt, ohne hier zu sehr zu spoilern. Im Endeffekt bietet das Drehbuch einen Querschnitt aus Motiven, die es in den letzten zwei Jahrzehnten im Mainstream-Horrorgenre so gab. Soll heißen: Ein bisschen „Saw“ hier, ein wenig „Hostel“ dort und dann natürlich noch etwas „Escape Room“. Originell ist das nicht, neu definitiv ebenfalls nicht, aber das muss im Horrorgenre auch gar nicht der Fall sein, um überzeugen zu können. Leider macht es einem die unglaubwürdige Story aber nicht sonderlich leicht, sie zu mögen, denn selbst wenn es hinterher ein paar Wendungen gibt, so hat man sich nicht besonders viel Mühe gegeben, den Zuschauer zu überraschen.
 
 
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Das größte Problem besitzt „Follow Me“ allerdings mit seinen Figuren und seinen Darstellern. Kein Charakter ist auch nur annähernd so sympathisch, um mit ihm mitfiebern zu können und alleine dadurch stellt sich die Spannung schnell ein. Keegan Allen ist in der Hauptrolle sicherlich brauchbar und eigentlich machen alle Darsteller ihre Sache solide, doch bei dermaßen nichtssagenden Charakteren bringt das im Endeffekt nicht sonderlich viel. So richtig glaubwürdig mag hier auch niemand handeln und deshalb sind dem Zuschauer die Figuren schlichtweg egal. Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass sich „Follow Me“ viel zu lange Zeit nimmt, um mal in Fahrt zu kommen. Wenn die Laufzeit sowieso nur knapp 90 Minuten beträgt, dann ist es nicht förderlich, wenn im ersten Drittel überhaupt nichts geschieht, was den Horrorzuschauer irgendwie in den Bann ziehen könnte. Bis der Horror mal los geht, fühlt man sich am ehesten wie in einer Reality-Show eines Youtube-Stars und die entsprechenden Einblendungen fehlen da genauso wenig, wie der etwas pubertäre Humor.
 
 
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Ja, es ist nicht zu übersehen, dass sich „Follow Me“ an ein jüngeres Publikum richtet, doch das muss ja nicht sofort verkehrt sein. Wenn es eine Anekdote zu „Stirb langsam“ gibt, ist das sogar richtig sympathisch. Und sowieso ist nicht alles an diesem Film schlecht. Selbst wenn das Budget sicherlich etwas geringer ausgefallen ist, so gibt es dennoch ordentliche Bilder zu sehen. Manch eine Aufnahme von Russland macht etwas her und die Räumlichkeiten, wo der Horror dann beginnt, können sich ebenfalls echt sehen lassen. Außerdem gelingt dem Werk dann manchmal doch ein gewisser Spannungsaufbau und manche Ideen der Fallen (auch wenn sie leider viel weniger Raum einnehmen, als gewünscht) sind kreativ. Ein höherer Gore-Gehalt hätte hier sicherlich auch helfen können, aber „Follow Me“ ist im Endeffekt relativ harmlos, was die Freigabe ab 16 Jahren durchaus berechtigt. Da die Laufzeit nicht so hoch ist und man zum Ende hin noch deutlich mehr Dynamik mit ins Geschehen bringt, langweilt man sich zum Glück nach dem lahmen Start kaum noch, aber aufregende Unterhaltung sieht definitiv auch anders aus.
 
 
Capelight Pictures
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Follow Me“ wirkt unausgegoren und mischt sich zwischen „Saw“, „Hostel“ und „Escape Room“ irgendwas zusammen, was am Ende nicht so richtig funktionieren will, vor allen Dingen schon deshalb nicht, da die meisten Vorbilder deutlich brachialer zur Sache gingen. Während man Story und Figurenzeichnung nahezu vergessen kann, ist immerhin die handwerkliche Arbeit teilweise recht ansehnlich und manchmal gelingt es dem Streifen auch eine solide Atmosphäre zu kreieren. Der Unterhaltungswert ist jedoch nur durchschnittlich, denn die lange Einleitung lässt sich zu viel Zeit und echte Spannung kommt nur ganz selten mal auf. Auch an unangenehmer Gewalt mangelt es erheblich. Man kann sich das mal anschauen und wer bereits genannte Filme abfeiert, wird daran vielleicht etwas finden, aber im Kino hat das eigentlich nichts verloren!
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Zensur

 
 
 
„Follow Me“ ist unerwartet zurückhaltend was grafische Gemeinheiten angeht. Man merkt, dass hier eher ein jugendliches Publikum angesprochen werden soll. Demzufolge niedrig ist auch die Altersfreigabe. Die deutsche Fassung des Streifen ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room (2019)
 
Saw (2004)
 
Escape Room (2017)
 

Filmkritik: „Star Light“ (2020)

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STAR LIGHT

Story

 
 
 

Ein hilfsbereiter Jugendlicher rettet eine verletzte Teenagerin unbeabsichtigt aus den Fängen eines mysteriösen Fremden und bringt sich damit selbst in Lebensgefahr.


 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Kritik

 
 
 
Es mag ja Schauspieler geben, die sich fleißig durch Horrorfilme schreien und bei denen man dennoch das Gefühl hat, sie noch nie zuvor gesehen zu haben. Die attraktive SCOUT TAYLOR-COMPTON ist so ein Fall und das, obwohl sie B-Horror und Low-Budget-Schnarcher am Fließband dreht. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat, die auf FILMCHECKER vorgestellt wurden, wird die junge Dame daher schon einige Male auf der Mattscheibe gesehen haben. Leider dürfte man sich an deren Auftritte nur schwer erinnern können. Der Grund: Durchschnittliche bis schlechte Horrorfilme – darunter GHOST HOUSE, THE LURKER, 247°F oder THE BEAST WITHIN. Die Reihe an wenig erwähnenswerten Arbeiten wird nun um eine weitere Hauptrolle ergänzt. Im Film STAR LIGHT spielt die Schauspielerin einen verwirrten Musikstar, der ein schauriges Geheimnis bewahrt. Als hätte man es bei einer langen B-Movie-Vita geahnt, ist auch STAR LIGHT ein Billig-Schnellschuss. Der bringt zwar gute Horror-Veraussetzungen mit, macht aber nichts Nennenswertes daraus. Da kann man es der smarten Darstellerin nur wünschen, dass sie endlich mal vom Glück gesegnet wird und an ein gutes Drehbuch gerät. SCOUT TAYLOR-COMPTON kann nämlich weitaus mehr als hübsch.
 
 
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Eigentlich sollte Dylan (CAMERON JOHNSON) bei einem Abendessen den neuen Freund der Mutter kennenlernen. Doch es kommt zum Streit und der Teenager macht sich beim Videospielen in einer Tankstelle Luft. Hier wird er in einen Strudel seltsamer Umstände gezogen, denn ein verletztes Mädchen (SCOUT TAYLOR-COMPTON) fällt dem Halbstarken genau vor die Füße. Was tun? Ganz einfach: Dylan rettet das arme Ding und bringt es in das Haus des besten Freundes, wo gerade eine Privatparty gefeiert wird. Die findet aber nun ein jähes Ende, denn schon bald passieren seltsame Dinge, die sich die Jugendlichen nicht erklären können. Offenbar ist der Verursacher die gerettete Bebe. Deren Anwesenheit entwickelt sich plötzlich zur Gefahr, denn ein Fremder hat sich an die Fersen der attraktiven Blondine geheftet und hat mit dem Mädchen noch ein Hühnchen zu rupfen. Der kennt vor nichts und niemandem Gnade – auch nicht vor unseren Freunden. Das Resultat: Schreiende Teenager und blutiges Allerlei.
 
 
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STAR LIGHT ist ein zweischneidiges Schwert. Die erste Hälfte ist nämlich ganz passabel. Während Held Dylan vorgestellt und in eine Situation getrieben wird, die sich Protagonisten wie Zuschauer nicht erklären können, kippt die Stimmung just mit der Halbzeit und mündet in ein kunterbuntes Gemetzel, in dem es nur noch darum geht, wer als nächstes stirbt und wie. So wird aus undurchsichtigem Mystery ein Splatterfilm, der gleich mal Schluss mit Spannung macht und das Spezialeffekte-Team zur Tat schreiten lässt. Bedauerlich – vor allem auch deshalb – weil die Regisseure MITCHELL ALTIERI und LEE CUMMINGS lang versuchen zu verschleiern, was es mit der geretteten Bebe und ihrem unheimlichen Verfolger auf sich hat. Beide verfügen nämlich über seltsame Kräfte, die niemand versteht zu deuten. Was dahintersteckt wird aber schnell uninteressant, weil STAR LIGHT die Blutkeule schwing und dabei versucht zu kopieren.
 
 
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Wie aus heiterem Himmel wird da plötzlich Raimis TANZ DER TEUFEL zitiert und lässt die Protagonisten über die Klinge springen. Einer nach dem anderen wird von einer ominösen Kraft heimgesucht, die beauftragt die übrigen Freunde zu töten. Ein vorhersehbares Metzelprinzip, das den zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogen mit Füßen tritt und dabei nicht einmal beim Töten sonderlich kreativ ist. Es wird geschrien und gerannt – aber niemand denkt klar. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ergibt man sich lieber dem auferlegtem Schicksal. Eine Horror-Formel, die so tot gefilmt ist, dass sich dem erfahrenen Zuschauern die Zehennägel biegen.
 
 
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Nein, STAR LIGHT ist wahrlich nichts Herausragendes. Zwar wird routiniert gefilmt und geschnitten. In Sachen Originalität gewinnt dieser Horrorfilm keinen Preis. Das ist dahingehend bitter, weil mit MITCHELL ALTIERI jemand im Boot sitzt, der eigentlich Erfahrung hat. Der Amerikaner ist Teil der in Genre-Kreisen berüchtigten BUTCHER BROTHERS. Das Kumpel-Duo bestehend aus PHIL FLORES und MITCHELL ALTIERI macht mit einigen Horrorfilmen aufmerksam, die vor allem auf einschlägigen Festivals positiv ankamen. Darunter so Indie-Geheimtipps wie RAISED BY WOLVES, THE HAMILTONS und das zugehörige Sequel THE THOMPSONS. Aber auch für das Major-Studio SONY war man tätig. Das Ergebnis: APRIL FOOL’S DAY – eine der wohl überflüssigsten Neuverfilmungen überhaupt. Das erkannte wohl auch der Auftraggeber und brachte das Machwerk ohne Umwege ins Heimkino.
 
 
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STAR LIGHT – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Hütten-Gemetzel in der Machart von TANZ DER TEUFEL. Dennoch: Attraktive Jungdarsteller und routinierte Regie machen noch lange keinen guten Horrorfilm. MITCHELL ALTIERI – Teil der in Genre-Kreisen bekannten BUTCHER BROTHERS – kapselt sich ab und dreht was Eigenes. Herausgekommen ist STAR LIGHT – ein Horrorfilm an den man sich ein paar Tage später nicht mehr erinnern wird. STAR LIGHT beginnt vielversprechend, mysteriös und interessant. Nach der Halbzeit gingen entweder Ideen aus oder man hatte schlichtweg keine Lust mehr sich mit Figuren und Spannungsbogen zu beschäftigen. Deswegen schüttet man Blut übers Drehbuch und hofft damit bei Horrorfans gut anzukommen. Traurig! STAR LIGHT macht keinen Spaß, weil er sich beinahe schon lustlos zum Ziel schleppt, sich fürs Splattern bei besseren Genre-Streifen Inspiration holt und mit seiner anfangs interessanten Idee am Ende nichts anzufangen weiß. Das Resultat: Austauschbarer Teenie-Horror von der Stange, der nicht die Nerven strapaziert, sondern müde macht.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Zensur

 
 
 
Auch wenn es ab der Hälfte in STAR LIGHT blutig zugeht, sollten sich Gorehounds nicht zu früh freuen. Alles geht schnell und wird nicht unbedingt detailliert gezeigt. STAR LIGHT richtet sich an ein jugendliches Pulikum. Daher sollte man keinen Blutrausch im Stile von EVIL DEAD erwarten. Hierzulande dürfte der Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei 1091 Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tanz der Teufel (1981)

Ritter der Dämonen (1995)

Don’t Let Them In (2020)

Filmkritik: „Lake of Death“ (2019)

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LAKE OF DEATH

(DE DØDES TJERN)

Story

 
 
 

Traumatisierte junge Frau macht mit Freunden Ferien in einer Waldhütte, um das mysteriöse Verschwinden des Bruders verarbeiten zu können. Was noch keiner ahnt: Dort geht es bald drunter und drüber.


 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Kritik

 
 
 
Euro-Horror ist immer für eine Überraschung gut. In letzter Zeit kam von hier interessantes Genre-Zeugs, das sogar international Beachtung erhielt. Hierbei als besonderer Geheimtipp gehandelt: Norwegen. Dort wurde nicht nur das deftige MANHUNT BACKWOODS MASSACRE produziert. Auch die Mockumentary TROLLHUNTER, die COLD PREY-Reihe sowie die DEAD SNOW-Filme entstanden im Land der Fjorde und gingen um den Globus. Nun versucht sich Norwegen abermals im Genre und schickt mit LAKE OF DEATH einen Mysterystreifen ins Rennen, der den bisherigen einheimischen Horrorfilmen Konkurrenz machen soll. Dabei handelt es sich um die Adaption eines Romans aus der Feder von ANDRE BJERKES. Das Buch wurde im Jahr 1958 schon einmal verfilmt und gilt unter Kritikern bis heute als einer der ersten und gleichzeitig auch besten Horrorfilme Norwegens. Ein schweres Erbe, das nun die Regisseurin NINI BULL ROBSAHM antreten muss. Die gestaltet die angestaubte Erzählung moderner und versucht durch amerikanischen Look mehr internationale Horrorfilmfans zu erreichen.
 
 
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Lillian hat es nicht leicht. Die hatte zusammen mit Zwillingsbruder Björn keine schöne Kindheit – dafür ein inniges Verhältnis. Die Eltern verstarben früh, weshalb die Waisen getrennt voneinander in Pflegefamilien aufwuchsen. Vor einem Jahr ist das Brüderchen verschwunden und wurde nie gefunden. Ein Schicksalsschlag an dem Lillian schwer zu knabbern hat. Doch die Freunde wollen die junge Frau wieder auf den rechten Weg bringen. Man beschließt zusammen an jenen Ort zu reisen, an dem sich die Geschwister vor einem Jahr zum letzten Mal gesehen haben. Es ist eine Hütte am See, wo die Idylle trügerisch ist. Hier ranken sich seit einem Selbstmord in den 1920ern schaurige Legenden. So berichten Einheimische von einer unheimlichen Kreatur, die in den Tiefen des Gewässers haust. Aber auch die Geister von Kindern sollen hier ihr Unwesen treiben, welche im See ertrunken sind. Folklore, an der offenbar etwas dran ist. Lillian beginnt nämlich plötzlich Dinge zu sehen, die den Anschein erwecken, dass es in dieser Gegend nicht mit rechten Dingen zugeht. Für die Freunde Hokuspokus – bis einer von ihnen unter mysteriösen Umständen verschwindet.
 
 
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Wenn Freunde eine Reise zu einer Waldhütte unternehmen, passiert meist dort nichts Gutes. LAKE OF DEATH – der im Original übrigens DE DØDES TJERN heißt – bekräftigt diese Theorie, ist aber auch keine Bereicherung des Genres. Der Film macht zwar in technischer Hinsicht eine gute Figur und zeigt ästhetische Bilder und Kamerafahrten. Unter der makellosen Fassade bröckelt es aber schnell. Der Grund: Das Drehbuch. Regisseurin NINI BULL ROBSAHM hat selbiges verfasst und versucht das Publikum durch schaurige Visionen, Tagträume und Schlafwandlereien an der Nase herumzuführen. Mit der Ankunft am idyllischen Waldsee sieht Heldin Lillian immer wieder merkwürdige Dinge, die offenbar nur sie sehen kann. Alles nur Ergebnisse einer sprudelnden Fantasie, Folgen eines Traumas oder sind hier doch höhere Mächte am Werk? Was anfangs noch für Spannung sorgt und den Zuschauer fordert, wird spätestens nach der Halbzeit zur Geduldsprobe, weil sich die seltsamen Visionen wiederholen und scheinbar zu keinem Ziel führen. So verharrt der Film auf der Stelle und gewinnt erst kurz vor dem Finale wieder an Fahrt. Um das Publikum nicht zu langweilen, durchbricht Regisseurin NINI BULL ROBSAHM den monotonen Kreislauf, lässt Filmfiguren verschwinden und webt um das Gewässer am Haus ein großes Geheimnis. Lebt hier vielleicht doch ein Monster im See, haben es sich in friedlicher Idylle etwa Geister gemütlich gemacht oder lässt sich alles rational erklären? Viele Fragen, die auf einmal Panik bei den Protagonisten entstehen lassen, weil sich die Ereignisse überschlagen. Warum erst so große Anlaufschwierigkeiten und nicht gleich so?
 
 
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Nein, LAKE OF DEATH ist trotz falscher Fährten, vieler Fragezeichen und einem Twist am Ende nicht unbedingt das, was man einen interessanten Gruselausflug nennt. Der Film ist ein konfuses Geflecht an Szenen, das nicht immer Sinn macht und mehr Fragen aufwirft, statt Antworten zu geben. LAKE OF DEATH braucht viel zu lang, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Da mutet es schon beinahe größenwahnsinnig an, wenn im Film selbst bekannte Klassiker des Horror-Genres genannt und sogar zitiert werden. Denen kann LAKE OF DEATH nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Da ziehen die Charaktere Vergleiche zu Roths CABIN FEVER, erwähnen Kings MISERY oder finden – wie in TANZ DER TEUFEL 2 – ein mysteriöses Tagebuch mit schaurigen Skizzen im Keller. Letzterer Seitenhieb dürfte nicht zufällig den Weg in den Film gefunden haben. BOB MURAWSKI zeichnet für den Schnitt verantwortlich. Der hatte zuletzt diverse Filme aus der Mache von SAM RAIMI zurechtgestutzt. Darunter auch Teil drei der kultigen TANZ DER TEUFEL-Reihe. Wenn das mal kein Zufall ist.
 
 
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LAKE OF DEATH – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Wenn Freunde zusammen Urlaub in einer Waldhütte verbringen, sollte es eigentlich blutig werden. LAKE OF DEATH stolpert aber aus der Reihe. Zwar wird auch hier ein mysteriöses Buch in einem gruseligen Keller gefunden und in einer klapprigen Hütte geht es nicht mit rechten Dingen zu. Die Teufel tanzen aber nicht. Stattdessen ist die norwegische Produktion mehr Gruseldrama, das sich – mehr schlecht als recht – versucht als Psychothriller zu behaupten. Regisseurin NINI BULL ROBSAHM macht zu oft von Verwirrungstaktik Gebrauch und hält sich damit sprichwörtlich über Wasser. Zum Leidwesen des Zuschauers, dem man es nicht übel nehmen kann, wenn der im Rausch der Flashbacks, Tagträume und Visionen plötzlich den Wald vor lauter Fragezeichen nicht mehr sieht. Dass selbst das Ende nicht mit offenen Karten spielt und dem Zuschauer mehrere Erklärungsansätze vor die Füße wirft, ist bei so konfuser Erzählerei dann doch die Spitze des Eisbergs. Diesen wirren Psycho-Mystery-Grusel-was-auch-immer-Film muss man nicht gesehen haben. Norwegen hat in Sachen Horror schon bessere Tage erlebt.
 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Zensur

 
 
 
LAKE OF DEATH ist ein subtiler Mysteryfilm mit Gruseleinschlag. Gewalt gibt es kaum zu sehen. Meist sieht man nur das Resultat eines Mordes, sowie eine Wasserleiche. Hierzulande dürfte der Streifen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shudder)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)

Dead Body (2017)

Lake of Death – See des Grauens (2013)

Blutiger Sommer – Das Camp des Grauens (1983)

The Evil Ones – Die Verfluchten (2016)

Filmkritik: „Rapunzels Fluch – Sie will Rache“ (2020)

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RAPUNZELS FLUCH – SIE WILL RACHE

Story

 
 
 

Wenn die Märchenvorlage Rapunzel für einen Horrorfilm herhalten muss, dann sollte man sich auf blutigen Grusel gefasst machen, der für deutsches Genrekino gar nicht mal so schlecht ausfällt.

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Kritik

 
 
 
Deutschland ist nun wirklich nicht für seine tollen Horrorfilme bekannt. Mal ganz abgesehen vom Amateur-Splatter, gibt es da nicht viel Genreware, die der Rede wert ist. Das wird sich auch mit „Rapunzels Fluch“ kaum ändern, aber der Versuch ist dennoch nicht missglückt. Hier und da macht der Film sogar Spaß, doch im Endeffekt scheitert er daran, dass er nicht genügend bieten kann.
 
 
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Das Intro führt uns zurück ins Jahre 1697. Hier wird an einem französischen Mädchen ein Exorzismus durchgeführt, welcher fehlschlägt. Nun sind wir zurück in der Gegenwart. Alina will gerade ihren Abschlussfilm drehen und bekommt dank ihrer Vorfahren sogar die beste Kulisse dafür. Sie ist nämlich die letzte Verwandte des Mannes, der damals den Exorzismus durchführte. Passend ist auch, dass es sich um einen Horrorfilm drehen soll. Doch als man das Schloss besichtigt, ereignen sich auch schon übernatürliche Phänomene. Das ist eine ganz normale „Haunted House“ Story, dieses Mal eben in einem Schloss. Die Verweise zu Rapunzel sind hanebüchen und haben mit Grimm überhaupt nichts zu tun; abgesehen davon, dass man der Hauptfigur diesen Nachnamen verpasst hat. Allerdings muss das nichts Schlechtes bedeuten. Zwar ist die Hintergrundgeschichte ziemlich lahm und „Rapunzels Fluch“ hat nichts zu bieten, was es zuvor nicht auch schon gab, aber erzählt wird die simple Story dennoch ganz solide. Es war nicht verkehrt, das Ganze mit dem Projekt einer Abschlussarbeit zu kreuzen, denn so bemerkt man doch, dass der Film von Filmliebhabern kommt. Abgesehen davon hätten ein paar eigenständige, originelle Ideen jedoch nicht geschadet, weshalb dieses Drehbuch auch irgendwo im unteren Mittelmaß verpufft.
 
 
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Etwas aufdringlich, aber dennoch sympathisch ist der Einspieler von Regisseur David Brückner bevor der Hauptfilm beginnt. „Rapunzels Fluch“ ist sein vierter Film und man glaubt dem Mann, dass er das, was er da tut, gerne macht. Gerade aus handwerklicher Sicht kann man dem Streifen nur wenig Vorwürfe machen. Man konnte gute Schauplätze für sich gewinnen und dem Zuschauer werden schon ein paar sehr schöne Bilder serviert. Beim Horror verlässt man sich dann leider auf die üblichen Jumpscares, die so beliebt geworden sind, aber man passt sich halt an. Nein, mit subtilem Grusel wird das so nichts, dabei hätte die Kulisse das her gegeben. Trotzdem ist die Inszenierung auf einem guten Niveau und die Darsteller stören ebenfalls nicht. Mit gerade mal vier Hauptdarstellern kommt „Rapunzels Fluch“ aus und diese machen ihre Sache doch allesamt erträglich bis solide. Von deutschem Horrorkino darf man da durchaus weniger erwarten. David Brückner selbst ist ebenfalls in einer etwas kleineren Rolle zu sehen und hier und da konnte man noch ein paar etwas größere Namen gewinnen, die am Ende jedoch kaum eine Rolle spielen. Weiterhin fällt auf, dass die Charaktere erträglich sind. Zwar erfüllt jeder seinen Klischee-Part, aber man durfte in solchen Werken schon deutlich unsympathischeren Figuren zuschauen.
 
 
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Was „Rapunzels Fluch“ ein wenig das Bein stellt, ist seine Langatmigkeit, obwohl er nur eine Laufzeit von rund 80 Minuten besitzt. Nach der kleinen Horror-Einleitung gibt es nämlich erst mal deutsches Seifenoper-Feeling, was gar nicht so verkehrt ist, wie es sich anhört. Hier besitzt der Film sogar seine besten Szenen. Dennoch lässt man sich zu viel Zeit. Erst nachdem die Hälfte der Laufzeit verstrichen ist, widmet man sich dem Horror. Geschieht dies anfangs noch passabel, wird es zum Finale hin doch immer beliebiger. Rapunzel hat man leider nicht sonderlich originell gestaltet und die Ähnlichkeit zum asiatischen Horror sehe ich da auch nicht großartig, selbst wenn Brückner das als Fan so sieht. Es entsteht zu wenig Grusel, weil alles nur auf laute Schockeffekte aus ist, was dann aber immerhin handwerklich völlig in Ordnung gestaltet wurde. Die Freigabe ab 18 Jahren ist etwas übertrieben. Der Bodycount ist sehr gering und selbst wenn es mal etwas splattert, so hat die FSK schon deutlich Derberes geringer eingestuft. Immerhin sind die Effekte wirklich von Hand gemacht und sehen nett aus. Alles in einem kann man sich dann doch einigermaßen nett unterhalten lassen ohne jemals den großen Nervenkitzel zu verspüren.
 
 
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RAPUNZELS FLUCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Rapunzels Fluch“ ist gut gemeinte, deutsche Genrekost, die auch gar nicht mal so kläglich versagt, wie man das vorher hätte meinen können. Dass die Story nichts hergibt, sei geschenkt, weil das bei vielen solcher Filme der Fall ist. Dass die handwerkliche Arbeit aber sehr angenehm geraten ist und die Darsteller allesamt passabel spielen, ist eine schöne Überraschung. Zudem wissen die Kulissen zu überzeugen und ein paar schön getrickste Splattereffekte gibt es ebenfalls noch. Atmosphäre kommt allerdings zu wenig auf und wenn über die Hälfte der Laufzeit nichts mit Horror zu tun hat, ist das auch nicht unbedingt förderlich. Außerdem besitzt der Film keine erkennbare, eigene Handschrift und kann sich von der Flut an Veröffentlichungen (ob nun deutsche oder nicht) einfach nicht abheben. Wer deutschem Horror aber mal wieder eine Chance geben möchte, ist bei „Rapunzels Fluch“ gar nicht mal so sehr an der falschen Adresse!
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Zensur

 
 
 
„Rapunzels Fluch“ erhielt von der FSK überraschend eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Angesichts der überschaubaren Splattermomente zwar etwas übertrieben. Aber Sammler ungekürzter Filme können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rapunzels Fluch; Deutschland 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 83 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kurzfilm Claustrophobia (1:38 Min. Min), Behind the Scenes (5:11 Min.), Interviews (4:44 Min.), Outtakes (5:40 Min.), Slideshow, Teaser Trailer, Original Trailer, Trailershow

Veröffentlichung: KeepCase: 07.08.2020

 
 

Rapunzels Fluch – Sie will Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies / daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)
 
Demonic (2015)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Dawn (2019)
 

Filmkritik: „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ (2019)

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VIVARIUM – DAS HAUS IHRER (ALP)TRÄUME

(VIVARIUM)

Story

 
 
 
Ein junges Pärchen veliert sich bei einer Wohnungsbesichtigung in einem alptraumhaft leeren Neubaugebiet.

 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Kritik

 
 
Als die Blu-ray des laut imdb scheinbar recht polarisierenden Mysteryfilms „Vivarium“ ins Haus geflattert kam, da war ich mir eigentlich sicher, als Einstieg in diese Kritik einen der folgenden zu wählen: Jesse Eisenberg und seine bisherige Karriere, die sich auch öfter und öfter in Indieproduktionen oder gar Anti-Typecasts wiederfindet, Imogen Poots, die mir vor Jahren schon in dem motivierten Indiefilm „Chatroom“ aufgefallen ist, den meisten Leuten aber wohl aus dem beinharten „Green Room“ in Erinnerung bleiben dürfte, oder aber das zugrunde liegende Thema der trügerisch ruhigen oder gar perfekten Nachbarschaft, das spätestens seit „American Beauty“ und „Donnie Darko“ immer wieder als Leitmotiv amerikanisierter Mainstream-Unterhaltung aufgefallen ist. Doch ein Blick auf die imdb und es stellt sich heraus, dass „Vivarium“ gar nicht mein erster Kontakt mit dem Schaffen des 41-jährigen Iren Lorcan Finnegan ist – denn auch wenn ich sein Langfilmdebüt, den Mysterythriller „Without Name“ nicht gesehen habe, so bin ich dafür aber vor einigen Monaten auf seinen Kurzfilm „Foxes“ gestoßen, den ich als „Düster-dystopische Reihenhausvision mit super Sounddesign und Pacing“ vermerkt und mit 8 Punkten bewertet habe. Und in der Tat – zurückblickend hat Finnegan bewiesen, wie er mit dem Bild der leeren, sich endlos gen Horizont erstreckenden Reihenhäuser innerhalb weniger Minuten eine düstere Atmosphäre und Anspannung aufbauen kann, die sich dann auch noch ungewöhnlich und pointiert entlädt – doch was als Kurzfilm klappt, braucht als fast 100-Minüter dann doch etwas mehr Fleisch an den Knochen.
 
 
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Der von Screen Ireland mitproduzierte und in Belgien gedrehte „Vivarium“ leitet den Zuschauer direkt mit einem hellen, trügerischen minimalistisch-ästhetischem Menü ein, das eine kindliche Melodie zum Besten gibt, im Intro des Films selber wird man dann direkt mit sich fütternden und aus dem Nest verdrängenden Vogelküken konfrontiert, die in Nahaufnahme nach ihrer Mutter schreien, dazu Zeitlupenaufnahmen und ein nicht gerade typische opening signals gebender Soundtrack – haben wir es hier etwa mit einem ungewöhnlichen Überraschungshit zu tun? Übersättigte Sommerfarben unterstützen dann das grelle „Gute-Laune-Postkarten-Welt“-Gefühl mit Poots als junger Grundschullehrerin, die allzu lächerlich idyllisch mit der ganzen Klasse im Wind bewegende Bäume nachahmt, bevor Jesse Eisenberg es innerhalb weniger Minuten schafft, ätzend unsympathisch zu wirken. Doch bevor man noch zu viel Zeit mit einer Romanze oder unserem Pärchen an sich verbringt, geht es auch schon zum Makler, und hier packt der Film dann direkt die wohl gruseligsten, besten Twilight Zone/David Lynch-Vibes aus, da die beworbende Neubausiedlung ‚YONDER‘ ein utopisch klingender, beängstigender Traum ist, der von Jonathan Aris nur allzugut aalglatt und zu höflich angepriesen wird.
 
 

„I know what you guys are thinking: ‚Suburbia!‘ – But there’s more to ‚Yonder‘ then what you see in these images!“

 
 
Der Soundtrack dreht mit dem thematisch passenden „Rudy, A message to you“ angenehm auf, auch begeistert das Set von ‚Yonder‘ selbst durch beängstigend steriles Design, futuristisch endlose Straßen und nachvollziehbare Verwirrung beim jungen Pärchen, doch wenn dann nach 13 Minuten Makler samt Auto verschwindet, heißt es leider erst einmal „Horrorstandardliste abhaken“, da jetzt der leer laufende Tank, fehlende Empfang und die allgemeine, altbekannte Ohnmacht gegenüber unlogischer, da streng genommen übernatürlicher, Ereignisse beim Genrefan eher für gepflegtes Augenrollen sorgen. Das obligatorische Konstruieren der Situation selber überstanden, punktet Vivarium nun noch mit hübschen Einstellungen und drückender Hitze, die auch durch die schwebenden bis schweren Synthesizer in der Score ausgedrückt wird. Logik bzw. nachvollziehbares Verhalten werden nur leider dann das erste Mal gefährdet, wenn sich unsere Protagonisten dazu entschließen, vor einem lichterloh brennendem Haus einzuschlafen, heißt also mitten in der Mischung aus Hitze, Asche und Rauch. Wenn das jetzt klingt, als würde dieser anfangs so einladend, mysteriös und gelungen wirkende Film nach etwa 25 recht vergnüglichen Minuten anfangen, zu schwächeln, dann klingt das leider ganz richtig – und der nächste Plotpoint sorgt jetzt dafür, dass das auch so bleibt. Denn erinnert ihr noch das Intro mit dem Vogelbaby das so prägnant gezeigt wurde, und den Dialog darüber, dass Kuckucks ja fremde Nester nutzen würden für ihre Kinder? Ja? Gut, dann könnt ihr euch als Zuschauer also 25 Minuten lang an ein metaphorisches Bild erinnern – das war es dann leider auch schon.
 
 
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Wer nämlich eine weitere Storystruktur, Rückbesinnung auf andere Charaktereigenschaften, Infos über das Mysterium der Wohnsiedlung oder weiter ausgearbeitete Genreelement erhofft, der wird nun erst einmal fast eine Stunde lang genervt auf die Uhr schauen, da „Vivarium“ sich EIN sehr simples und so auch schon europäisch und besser inszeniertes Bild herausgesucht hat, um dieses dann mit aller Anstrengung und Bemühung in den Fokus seiner Geschichte zu legen. Was das akut heißt, ist, dass unser junges Pärchen natürlich ein Baby findet, das natürlich etwas Sinistres an sich hat, das natürlich – seufz – für Konfrontationen über Verantwortung, Muttergefühle und Humanismus sorgt und das nur ganz, ganz selten schafft von der nervigen Geduldsprobe zum akut gruseligen oder spannenden Charakter so werden – so zum Beispiel beim Stimmen nachmachen oder „Fernsehen“ gucken, was heißt dass der Junge Endlosanimationen mit synthetischem Knistern schaut, oder in seinem Alter unerreichbare Tonhöhen imitiert.
 
 
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Die Beobachtung, dass in dieser synthetischen Fake-Welt von ‚Yonder‘ alle Wolken amorph und formlos bleiben und einfach nur wie „Wolken“ aussehen, da jede Inspiration oder Kreativität untergeht, ist eine schöne Beobachtung – und auch der marginale Horror-Einschlag seines Charakters, den ich aber nicht spoilen will, wussten zu gefallen. Aber für einen gesamten Hauptteil, zweiten Akt und mit wichtigsten Plotpoint in einem knapp 100-minütigen Mysteryfilm, ist das dann leider doch recht mager, zumal jegliches Konfliktpotential von der ersten Szene an offensichtlich ist, denn wie soll die Grundschullehrerin wohl schon auf einen einsamen Jungen reagieren, egal wie gruselig er wird? Und all das ist unfassbar schade, denn nicht nur ist dieser Film wie gesagt technisch höchst kompetent und optisch ansprechend und hat ziemlich gelungene erste 20 Minuten, nein, gerade nach dem Durchhänger im Mittelteil geht „Vivarium“ noch einmal richtig in die Vollen und präsentiert ein schnelles, wildes, buntes, argento-inspiriertes, überraschendes Farbenfeuerwerk mit Alptraumoptik und trippigen, ineinander überlappenden Umgebungen. Nach über 70 Minuten Film noch eine überlange Beziehungsaufarbeitung einzuschieben halte ich zwar für etwas gewagt bzw. pacingtechnisch schwach, aber abseits davon wird es nun überraschend stringent, bösartig, konsequent und hollywood-untypisch, was das eine oder andere Klischee vielleicht ausgleicht.
 
 
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Und so wäre ich schlußendlich also vielleicht sogar bei einer 6,5 oder 7/10, denn Finale und Ende haben definitiv noch etwas heraus gerissen, ich mag die trostlose Botschaft und dass nicht alles ausbuchstabiert wird, auch hat Eisenberg sich nach seinen furchtbaren ersten Eindrücken später durchaus beweisen können, doch wie bereits erwähnt gibt es eine sehr ähnliche Geschichte einfach bereits als europäischen Film und das auch noch deutlich spannender, mysteriöser, böser, realistischer und konsequenter: Borgman. Wer also unbedingt die eher blass bleibende Starbesetzung braucht oder den amerikanischen Vorstadtflair, wer seine Mysteriefilme gerne eindeutig übernatürlich mag und etwas Zeit zu töten hat, der kann die überlangen 97 Minuten von „Vivarium“ sicherlich mal gucken, und auch genießen. Aber 80 Minuten hätten es auch getan und die deutlich niveauvollere, ausgereiftere und Jahre früher entstandene Version dieses Konzepts ist einfach der niederländisch-belgische Genremix „Borgman“, über den man möglichst wenig wissen sollte.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Behäbig gepacete, unausgereifte, simple Metapher mit Erwartungen aufbauenden ersten 20 Minuten, hübschen Bildern und einem sehr starken Finale und Ende, die nur leider im Mittelteil massiv durchhängt. „Foxes“ vom gleichen Regisseur ist kostenlos, kürzer, ähnlich und besser, „Borgman“ eine sehr ähnliche Idee in ausgereifter.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Vivarium; Belgien | Dänemark | Irland 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 7 Minuten), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 12.06.2020

 

Vivarium [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

VIVARIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Borgman (2013)
 
Beautiful (2009)
 

Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

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D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
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D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
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Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
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Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
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Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)

Filmkritik: „The Russian Bride – Bis dass der Tod uns scheidet“ (2019)

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THE RUSSIAN BRIDE – BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET

(THE RUSSIAN BRIDE)

Story

 
 
 
Eine russische Frau trifft einen älteren Mann auf einer Dating-Site und reist prompt mit ihrer Tochter in die vereinigten Staaten, um ihn in seiner abgelegenen Villa zu treffen. Reiche Männer in Amerika sind stets sehr vertrauenswürdig, also was könnte schief gehen?

 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Kritik

 
 
Als 2002 das gelobte Indiedrama „Lana’s Rain“ als Regiedebüt von Michael S. Ojeda releaste, hätte man vermutlich nicht erwartet, dass dieser Name anno 2020 ziemlich unzertrennlich mit dem modernen Rache bzw. gar Rape and Revenge-Genrekino verbunden sein würde. Besagtes Sozialdrama schlug dabei auch schon düstere Töne an und lebte von einer eindringlichen Performance seiner Protagonistin, doch Blut oder Konfrontationen, die in der physischen Zerstörung menschlicher Materie enden, suchte man damals noch vergeblich. 18 Jahre später sieht das anders aus, denn Ojeda hat inzwischen den in Genrekreisen mit offenen Armen empfangenen, harten Rachethriller/Horrorfilm namens „Savaged“ erschaffen, der natürlich nicht drum herum kam, in Deutschland indiziert und folgend in mehreren Mediabooks verkauft zu werden. Wenn als nächster Titel dann also ein Film namens „The Russian Bride“ folgt, der blutige Hammer auf dem Cover präsentiert und ab 18 freigegeben wurde, lechzt das Filmfanherz direkt nach mehr Genrekost – Marketingverarsche mit vorprogrammierter Enttäuschung, oder der nächste übersehene Tipp?
 
 
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Im Menü der Blu-ray fällt sofort die allzu arg am PC bearbeitete, wenn auch prachtvolle Villa auf, die im weiten Drohnenshot zu schwerer Musik ominöse Vorzeichen geben soll, der Film beginnt dann auch direkt mit einem älteren Herren (Corbin Bernsen, den man aus „Kiss Kiss, Bang Bang“, „The Dentist“ oder „Dead Air“ kennen kann z.B.) der in eben jener Villa am PC seine Möglichkeiten russischer Bräute abwägt, und daraufhin auf die hübsche Nina (Oksana Orlan) stößt, die samt Tochter Dasha verarmt in Russland lebt, wo ihr drogenabhängiger Freund nicht mit dem zigarrerauchenden, reichen „Karl“ mithalten kann, der sie online umwirbt. Unter dem Vorwand der Flugangst seitens Karl fliegen Nina und Dasha selber direkt nach Amerika, ohne ihre Bekanntschaft je in echt gesehen zu haben, und kurz nach den Opening Credits werden die beiden Damen auch schon vom leicht gruseligen Butler „Hagen“ begrüßt, der freiwillig nicht im prunkvollen Anwesen haust, sondern in der Scheune nächtigt…
 
 
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Die ruhige Kameraführung, die verhaltene Höflichkeit der Gastgeber, die Abgeschiedenheit des Anwesens und natürlich die ersten Anekdoten über tote Söhne oder Unfälle in der Klinik des Vaters sorgen nun sehr schnell für ein aufkommendes Gefühl des Unbehagens und so professionell, „edel“, reich und hübsch die Hochzeit selber dann auch inszeniert ist, so surreal, entrückt oder argwöhnisch unheimlich kommt sie einem schnell vor. Wenn sich dazu dann noch eine höchst artifizierende Lichtsetzung gesellt, die die nächtlichen Räume gerne in ansprechend verträumten Farben malt, ist man spätestens bei Lynch-Assoziationen, Noir-Ästhetik und gar einem kleinen Gialloeinfluss angekommen. Zwar beißen sich diese, sehr gelungenen, Ästhetikhappen dann mit zu modernen Drohnenaufnahmen mit Fisheyeobjektiv oder dem wiederholt künstlich aussehendem CGI in den Außenshots, doch regelmäßige Stromausfälle als Plotdevice, die nuancierte und spannende Performance von Bernsen und einige verstreute Andeutungen bezüglich einer mysteriösen Backstory oder gar übernatürlichen Komponente entschädigen dafür und bescheren zudem eine Seherfahrung, der über große Strecken wirklich nicht allzu langweilig wird.
 
 
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„Nicht allzu langweilig“ ist dann auch eine gute Beschreibung für das weitere Geschehen, denn auch wenn Ojedas Thriller (?) deutliche Genremerkmale in sich trägt und insbesondere mit einer Frankenstein/Addams-Family Nebenszene/Charakterkonstellation richtig unterhaltsam, sympathisch und verspielt daherkommt, so kann man leider nicht von einem konstant spannenden Werk sprechen, oder auch nur von einem Horrorfilm. Storyverweise und Atmosphäre muten teils schon eher gotisch-nächtlich und mysteriös an, intensivieren und verdichten sich Schrecken und Spannung dann im weiteren Verlauf, kriegt man leider zu viele Versatzstücke geliefert, die man so oder so ähnlich schon besser gesehen hat. Ein dürftig getrickster Unfall hier, das mittlerweile oft gehörte, standartisierte Dröhnen und Hallen im Soundtrack zu flackernden Lampen dort, an der Scheibe steht etwas geschrieben, hui buh und so weiter. Doch ehe „The Russian Bride“ mit seinen zu langen 104 Minuten endgültig in die Belanglosigkeit driftet oder sich verliert, wacht dann scheinbar die Blutgier im Regisseur wieder auf, die er verspürt, sobald sich eine einsame Frau gegen mehrere Menschen erwehren muss – und hier folgt dann auch die Rechtfertigung für das Coverdesign, denn so hässlich ich es finde, so ungelogen ist es: Blutige Hammer kommen tatsächlich zum Einsatz und so konstruiert und unwahrscheinlich es auch wirkt, sogar das Brautkleid kriegt Blut ab. Mehr noch, dass die Frisur und Attitüde unserer Hauptprotagonistin frappierend an Uma Thurman aus Kill Bill erinnern, dürfte auch kein Zufall sein, packt auch dieses Werk hier in den letzten 20 Minuten dann endlich den Rachepart aus und bietet schonungslose, schnelle, rabiate Kills mit schmerzendem Sounddesign und überraschend hohen Bodycount.
 
 
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Epische Musik emotionalisiert die Zuschauer dabei schon vor der eigentlichen Konfrontation, eine kurze Foltereinlage setzt ganz neue Stakes und Chancen, die Effekte sind dabei gut genug, damit das Schicksal der jungen Frau überraschend nah geht. Da sich die verspielten Genreelemente, die sich vorher bereits deutlich ankündigten, zum Ende hin noch deutlich verstärken, ohne vom Geschehen abzulenken oder den Film entgleisen zu lassen, dürfte man auch die Intention des Regisseurs bzw. Leseanleitung in etwa so verstehen: „Habt Spaß, fiebert mit, denkt nicht weiter nach!“, weshalb fehlender Realismus, improvisiertes medizinisches Equipment aus den 80ern sowie punktuell massives Overacting, so z.B. von Lisa Goodman, zu verkraften sind. Endgültig gialloesque wird es mit einem richtig künstlerischem Setpiece-Argentokill am Ende, nach einer Stunde und 45 Minuten entlässt Ojeda den Zuschauer aus diesem sehr hübschen Indiefilm dann und hat eine simple, oft gesehene Geschichte erzählt, die sich motivisch sowie inszenatorisch aber durch Noir-Filme und Gialli, durch Traumlogik, Gothikhorror und Retro-Gruselfilme assoziiert hat, inhaltlich hingegen Sozialdrama-Baustücke/Anklänge über Mysterypfade zum feministischen Rachefilm mit Splatterinlagen mutieren lässt. Ist alles nicht so unüblich oder wild, wie es sich jetzt anhört und schnell vergessen auch, dafür aber voll mit durchaus interessanten, offen auf der Zunge getragenen Inspirationen.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Punktuell sehr ästhetischer sowie spannender Thriller mit einigen unerwarteten Szenen, der sich in einem zufrieden stellenden Finale angenehm blutig entlädt. Definitiv zu lang und trotz unüblicher Zusammenstellung diverser Genreverweise recht generisch als Gesamtwerk, für Genrefans aber einmalig sehenswert – halbe Punkte gibt es hier nicht, darum ganz knapp an der 6 vorbei – 5/10.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Russian Bride“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Russian Bride; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2020

 

ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
Stepfather II (1989)
 

Filmkritik: „Funhouse“ (2019)

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FUNHOUSE

Story

 
 
 

Acht Prominente wollen in einer Realityshow viel Geld gewinnen. Doch statt Reichtum wartet der Tod.

 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Kritik

 
 
 
Jede Zeit hat ihre Vorbilder, Helden und Idole. Während in vergangenen Tagen Menschen von Persönlichkeiten beeindruckt waren, welche etwas bewegen konnten und die für etwas Essenzielles eintraten, ist offenbar die Zeit für die Vermittlung von Werten vorbei. Statt sich von revolutionären Gedanken eines MARTIN LUTHER KINGS oder MAHATMA GANDHIS inspirieren zu lassen, geht man lieber den Weg des geringen Widerstandes. So repräsentieren die Helden heutiger Kinderzimmer nicht unbedingt mehr Ideale. Vorbilder von heute arbeiten als Influencer, Models oder YouTuber. Sie sprechen über aktuelle Einkäufe, Werben für die Produkte ihrer Sponsoren oder lassen den Zuschauer am teils verschwenderischen Lebensstil teilhaben. Eine erschreckend oberflächliche Veränderung an die auch der Horrorfilm FUNHOUSE kein gutes Haar lässt.
 
 
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Darin geht es um acht Prominente aus aller Welt, die als Influencer groß rausgekommen sind. Sie nehmen an einer Online-Realityshow teil, bei welcher sie fünf Millionen US-Dollar gewinnen können. Die Spielregeln sind ganz einfach. Man muss in einem unterirdischen Komplex mehrere Tage verbringen und wird 24h am Tag von Kameras gefilmt. Hierbei können die Konflikte zwischen den Teilnehmern vom Zuschauern online verfolgt werden. Letzterer entscheidet regelmäßig per Voting über den Verbleib im Spiel. Eine Art BIG BROTHER, welche jedoch einen Haken hat. FUNHOUSE ist nämlich ein Horrorfilm, was bedeutet, dass vermutlich alles blutiger wird, als gedacht. In der Tat geht auch bald das Sterben los. So muss jeder Spieler sein Leben lassen, der vom Publikum rausgewählt wird. Ein makaberes Treiben, das vom Publikum gefeiert wird. Letzteres sieht dabei zu, wie unwichtige Celebrities in Säure getaucht, erschlagen oder gevierteilt werden. Eine bitterböse Medienschelte, die dann doch etwas sehr geschmacklos und vor allem oberflächlich anmutet.
 
 
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Die Argumente, mit welchen Regisseur JASON WILLIAM LEE den Tod für seine unsympathischen Charaktere rechtfertigt, sind nämlich sehr fadenscheinig. Der hat offenbar Wut auf die erfolgs- und egogeilen Menschen, die sich in den sozialen Medien präsentieren, von Jugendlichen gefeiert werden und damit Millionen kassieren. Nichts investiert, aber maximalen Umsatz generiert. Zum Leidwesen gut ausgebildeter Fachkräfte – wie der Film suggerieren will. Die haben lang studiert und verdienen mit harter Arbeit nicht einmal ansatzweise so viel, wie DAGI BEE, BIBI und Co. Nun gut, ganz Unrecht hat der Filmemacher da nicht. Dennoch will nicht einleuchten, warum das alles in Form eines Horrorfilms angeprangert werden muss. FUNHOUSE verliert schnell seine eigentliche Kritik aus den Augen und wälzt sich stattdessen genüsslich in Gewalt und Kunstblut. Handlung, Kritik und Schicksale werden bald nebensächlich. Stattdessen steht das Sterben im Mittelpunkt. Darauf wird besonders Wert gelegt, wobei man aber auch sagen muss, dass die Morde eine wohlkommende Abwechslung zum eher langweiligen Treiben bilden. FUNHOUSE quält sich nämlich eine Geschichte zu erzählen, beleuchtet seine Figuren nur oberflächlich und haucht ihnen weder Leben noch Mitleid ein. Es wird viel unnützes Zeug von wenig talentierten Darstellern geredet. Unter denen: VALTER SKARSGÅRD. Bitte wer? Der Schauspieler war schon im kontroversen Drama LORDS OF CHAOS zu sehen und ist der jüngere Bruder von Pennywise-Darsteller BILL SKARSGÅRD.
 
 
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Der gebürtige Schwede verkörpert in FUNHOUSE einen der Helden, bleibt aber blass und unsympathisch. Genau das trifft aber auch auf den Film selbst zu. Der versucht irgendwie zu verstehen zu geben, wie abgestumpft der Zuschauer mittlerweile auf Unterhaltung reagiert. Hat man früher über familienfreundliche Sitcoms gelacht, dürstet es dem Publikum von heute nach reißerischem Content. Treu nach der Devise „je oller, desto doller“ werden mittlerweile Menschen vor TV-Kameras gedemütigt und bloßgestellt. Vermutlich wird auch bald live auf PRO SIEBEN gefoltert. Offenbar wirds dann erst interessant. Doch dem Betrachter scheints mittlerweile egal zu sein. Der ist zwar geschockt und irritiert, schluckt aber runter und geht anschließend beruhigt schlafen. Wenn man es genau betrachtet, trifft es aktuell auch auf das Horror-Genre zu. Zwischen einem I SPIT ON YOUR GRAVE von 1978 und dem Remake von 2010 liegen zweifelsohne Welten. So ist aus schneller Rache aus den 1970ern bluttriefender Sadismus geworden, der einzig darauf aus ist, die niederen Instinkte des Publikums zu stimulieren. Trotzdem sind es Wegweiser der jeweiligen Zeit, die für jeden Horrorfilmfan Pflichtprogramm sind. Im direkten Vergleich ist FUNHOUSE ein müder Pups im Wind. Hier wird heuchlerisch der Zeigefinger gehoben und Kritik nur oberflächlich angerissen. FUNHOUSE riskiert nichts, sondern kopiert flach, was so Konsorten wie SAW und HOSTEL schon vor knapp 15 Jahren weitaus besser und vor allem fesselnder in Szene gesetzt haben. Daher empfohlenes Alternativprogramm: DISLIKE aus Russland. Der kritisiert ähnlich, ist nicht so tiefgründig, versteht aber mehr davon, über das die ganze Zeit in FUNHOUSE gesprochen wird: Unterhaltung.
 
 
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FUNHOUSE – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
SAW meets BIG BROTHER. Blutige Medienschelte mit heftigen Kills – aber doofer Auflösung. Regisseur JASON WILLIAM LEE versucht mit FUNHOUSE seinem Ärger Luft zu machen. Nach tollwütigen Menschen in THE EVIL IN US wird es im neuen Film gesellschaftskritisch. In diesem Folter-Slasher-Mix geht es Influencern an den Kragen. Die werden im Film als Nichtsnutze dargestellt, die mit wenig Können maximalen Reibach verdienen und ganz nebenbei auch noch dafür sorgen, dass der Zuschauer vor der Glotze vollkommen verblödet. Interessante Ansätze, die eigentlich eher als Auslöser für Geschrei, Gewimmer und Gewinsel dienen. Die Pseudo-Kontroverse über das verschobene Verständnis von Unterhaltung in der heutigen Gesellschaft ist kaum der Rede wert. Ansätze sind da – zu Ende gedacht wird aber kaum. Daher bleiben einzig die fiesen und sadistischen Gewaltmomente in Erinnerung. Dennoch machen die aber aus einem langweiligen Horrorfilm keinen neuen JAMES BOND. Abschalten lohnt daher – auch wenn FUNHOUSE technisch gesehen ganz akzeptabel daherkommt.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Zensur

 
 
 
FUNHOUSE zeigt einige sehr gemeine Morde, die dazu auch noch sehr lang zelebriert werden. Teils werden Mitspieler einer Spielshow vor den Augen der anderen hilflosen Teilnehmer hinterlistig und kaltblütig ermordet, dass hier mindestens eine Erwachsenenfreigabe erteilt werden muss. Wir gehen sogar so weit und meinen, dass FUNHOUSE nur geschnitten auf den deutschen Markt gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von SF Studios)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dislike (2016)
 
Pain – Vile (2011)
 
Unsichtbare Augen (2002)
 

Filmkritik: „After Midnight – Liebe ist ein Monster“ (2019)

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AFTER MIDNIGHT – LIEBE IST EIN MONSTER

(AFTER MIDNIGHT)

Story

 
 
 
Hank und Abby sind Mitte 30, seit 10 Jahren kinderlos zusammen und wohnen in einer alten, ländlich gelegenen Villa im amerikanischen Grün. Als Abby eines Tages verschwindet und nur eine Notiz hinterlässt, sieht Frank sich mit sehnsüchtigen Erinnerungen und einer gröhlenden Kreatur konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Kritik

 
 
Wie kann man sich als Regisseur nur so sehr selber ins Bein schießen? Als Harmony Korine seinerzeit die Trailer und PR für Spring Breakers konzipiert bzw. zumindest abgesegnet hat, da ist dies sicherlich nicht ohne Kalkül geschehen, nicht ohne dass es eine bewusste Entscheidung war. Lasst die, von Disney-Stars geblendeten Teenies, die sich ins Kino schmuggeln zum Feiern und Rummachen, untergehen in ihrer eigenen reduktiven Weltsicht, lass sie ertrinken in der „liquid narrative“ deines Teenager-Alptraums, lass sie konsequent hypen und dann die Dekonstruktion der Generation „Projext X“ vornehmen, mit aller Radikalität. Aber wieso diese Fehlleitung bei „After Midnight“ nur, wieso diese konsequente Vermarktung als Horror, inklusive blutigem Herzen auf dem Cover und Monsterfratze?
 
 
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Wer diese Seite ausschließlich für Horrorfilme besucht, für Splatter oder psychologisches Unbehagen, für Urängste oder blutige Konfrontationen, der kann jetzt direkt wieder gehen – „After Midnight“ hat sich seine FSK 16 zwar gerade so verdient, ist ein durchaus erwachsener und ernster Film ja, auch gibt es ein wahlweise metaphorisches oder reales Monster – der Film positioniert sich hier durchaus, ich will es nur nicht vorweg nehmen – aber all das ist weder die Substanz, noch das Hauptaugenmerk von Jeremy Gardner und Christian Stellas zweitem Film. Stattdessen ist der Film ein Beziehungsdrama, schlicht und ergreifend – klar, andere Genreversatzstücke werden benutzt, das Setting mutet genrelastig minimalistisch und ggf. klaustrophobisch an, auch gibt es Tropen wie den skeptischen Sheriff und Momente punktueller Spannung – doch zu 80% der Zeit, und das meine ich durchaus wörtlich, verbringen wir Zeit in Erinnerungen, in den Hoffnungen unseres gemarterten Hauptprotagonisten, alleine in der Wohnung mit ihm, seiner Schrotflinte und seinen Gedanken – und das wars.
 
 
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Klingt spontan vielleicht wenig reizvoll oder niederschmetternd, aber die große Enttäuschung und demnach Verteufelung dieses angeblich ja totlangweiligen Films, in dem „nichts passiert“, überlasse ich dann mal lieber den endlosen empörten imdb-Kritikern, die nach Horror und Gewalt gesucht haben, und sich stattdessen wohl wirklich kurze 80 Minuten lang langweilen mussten. Nicht so aber ich, zum Glück, denn abseits von einer gedämpften Erwartungshaltung und dem Wissen über eine mögliche Genremixtur bin ich blind an dieses Werk heran getreten und war im Endeffekt doch sehr zufrieden mit dem, was ich bekommen habe. Die saublöde Tagline „Die Liebe ist ein Monster“ hat dabei allerdings nicht geholfen.
 
 
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In einer weiten, einladenden Aufnahme läuft eine verängstigte, unsichere Frau im Blumenkleid durch ein Feld auf die Kamera zu, ein Gefühl unterschwelliger Bedrohung kommt durch Radiostörsignale sowie ein mehrschichtiges Rauschen und Dröhnen schnell auf, doch nach diesen wenigen Sekunden der opening signals entpuppt sich die Szenerie schnell als harmlos, da sich einfach nur unser Protagonist Hank (Jeremy Gardner) vor seiner Freundin Abby (Bea Grant) versteckt hat, während sie das malerisch im Grünen liegende, alte, prachtvolle Haus erkunden, in dem er für sie eine Überraschung bereit gestellt hat. Ätherische Synthesizer begleiten das junge Paar dabei und schnell fühlen wir mit für die beiden, da man hier ein hübsch inszeniertes, sympathisches, herumwitzelndes und realistisches Pärchen präsentiert bekommt, dessen Konflikte und Dialoge sehr natürlich wirken. Es gibt Killerwitze und es wird herumgealbert, trotz mehrerer Küsse und einer kleinen Konfrontation hält der Film es zudem nicht für nötig, mit einer Eskalation durch Streit oder Sex zu enden, was erfrischend unüblich ist und dem Realismus noch mehr in die Finger spielt.
 
 
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Was sich alsbald als Erinnerung offenbart, wird zugleich durch einen trinkenden, barttragenden, ungewaschenen Hank im Hier und Jetzt kontrastiert, der sich im leeren, vor sich hin rottenden Haus gegen eine uns unbekannte Kreatur behaupten muss, die immer Nachts seine Tür attackiert.
Aus Wut schießt er auf ein vorbeifahrendes, zu nah an ihm vorbei rasendes Auto und trifft es fast, der Bruder seiner Freundin, die nur eine Notiz hinterlassen hat und gegangen ist, ist Cop und rät ihm dazu das Monster zu filmen, statt nur Löcher in die Tür zu schießen. Sowohl Dialog als auch Schauspiel sind hierbei passabel bis ziemlich gut und fühlen sich stimmig an, was man bei der Barszene, die einige idyllische Aufnahmen der Landschaft und Feldwege später folgt, leider nicht behaupten kann: Henry Zebrowski als Comic-Relief „Wade“ wird im Laufe des Films zwar noch zu einem richtigen „Charakter“, übertreibt es in dieser speziellen Szene dann aber doch etwas, wenn er den Schnaps aus der Spuckmatte der Theke trinkt und allgemein anstrengend albert – „Tastes like going blind.“.
 
 
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Doch damit ist der Tiefpunkt des Films meiner Meinung nach auch schon relativ schnell nach seinem Beginn überstanden, da „daheim“ jetzt ein gelungener Post-Rock/Ambient-Soundtrack folgt, der sich mit anderen Indierockstücken abwechselt, das sehr hübsch eingefangene und professionell editierte Geschehen mit teils interessant genutzten Lichtquellen zu einem gelungenen Ganzen werden zu lassen und einzig die Frage kommt auf, warum Hank immer mit dem Rücken zur Eingangstür sitzt, wenn genau da doch immer das Monster attackiert. Wie dem auch sei, nach etwa 30 Minuten Spielzeit kann Wade als Charakter und Freund seine Rehabilitierung vollziehen und durchaus für ein paar Schmunzler/Lacher sorgen, auch brilliert das fortlaufende Spiel zwischen Erinnerung und Gegenwart durch einen schönen kleinen Kniff, da sich die laute Musik des Inserts für unseren einsamen Protagonisten anhört, als sei es nebenan – nicht jahrelang vorbei. Das zweite Hauptthema des Films ist dann die beliebte Gegenüberstellung von einem Opfer, das in Bedrängnis geraten ist und demnach an das übernatürliche Element glaubt, und der gesunden Skepsis derer, bei denen er Hilfe sucht. In diesem Fall ist der Sheriff, doch statt durch die unterschiedlichen Ansätze nicht weiter zu kommen oder sich in sinnlosen Dialogen zu verzetteln, geht unser Hauptprotagonist sehr gehalten um und nach polteriger, leicht experimenteller Musik in der Bar entdecken wir pünktlich zur Halbzeit des Films dann auch die offene Wohnung, in der scheinbar jemand oder etwas gewütet hat…
 
 
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Dieser, sehr gelungene, Aufbau der ersten 40 Minuten gipfelt nun in einer tatsächlich sehr effektiven, spannenden und gruseligen Genreszene, in der wir uns nur durch Schrotflintenschüße als Lichtquelle orientieren und erstmalig einen Blick auf das auf dem Poster bereits gezeichnete Monster werfen dürfen – und es klappt. Es ist tatsächlich gruselig, eklig, bedrohlich, fleischig, kurz gezeigt, spannend aufgebaut und könnte, wäre dies ein üblicherer Film, als valider Antagonist herhalten. Doch Gardner ist nicht daran interessiet, eine x-beliebige Creature-Horror-Geschichte zu erzählen sondern nutzt diesen Backdrop einzig, um daran die Konflikte und Probleme seines Charakters zu offenbaren.
 
 
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Was das filmisch heißt, ist, dem Zuschauer erst einmal einen rund 10-minütigen, statischen One-Take vor den Latz zu ballern in dem, so wie allgemein in der zweiten Hälfte des Films, „nur“ geredet wird. Dass diese Dialoge dabei sehr nahegehend und aufopferungsvoll am Stück performt wurden, dass die theaterhafte Inszenierung sicherlich bewusst ist, dass die übliche Dramaturgie subversiv unterwandert wird und der Film mehrere leise Symbole oder Ideen in seinen Dialogzeilen verpackt, das wird dabei scheinbar gerne übersehen. Desillusionierung trifft auf Optimismus und Depressionen, kaputte Träume werden thematisiert, Hintergrundinformationen geliefert, der Plot entfaltet sich.
 
 
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Wie sich dann, inszenatorisch so wie inhaltlich, das Finale und die letzten 10-20 Minuten gestalten, das sollte man, wenn das bisher spannend oder interessant fand, definitiv selber herausfinden – denn „After Midnight“ hat mich spontan am ehesten an „The Demolisher“ erinnert, einem Film der auch im Kern ein Beziehungsdrama ist und zwar Genreelemente und gerade -stilismen zitiert und für seine Welt nutzt, den pochenden Synthiesoundtrack und die punktuellen Szenen eskalativer Gewalt braucht, aber Genrefans im Endeffekt doch nur hoffnungslos enttäuscht hat. „After Midnight“ ist immer wieder sehr ästhetisch und ansprechend gefilmt, immer wieder sehr stark gespielt und weiß genau, was er tun will und warum. Ich teile diese Vision nicht komplett, fand Pacing, vorallem den herausragenden Soundtrack, die Präsentation und generelle Stimme des Films aber stark genug, um mich weder zu langweilen, noch die Filmwahl zu bereuen. Indie-Film mit Herz am rechten Fleck, aber ein gottverdammtes, teils bitteres, teils wohlfühlendes Beziehungsdrama und definitiv kein Horror oder Splatter oder Creature-Feature oder was auch immer sonst das Posterdesign/Coverdesign spontan suggeriert.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von einer falschen Erwartungshaltung vieler Zuschauer sowie punktuellem Overacting geplagter, minimalistischer Film mit starken Hauptperformances, gutem Soundtrack und einladend hübscher Cinematographie. Kein Genre-Film, aber ein durchaus einmalig sehenswerter Beitrag zum Spielen mit Form und Storybaustücken.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „After Midnight“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: After Midnight; USA 2019

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Literaturwissenschaftler Thorsten Hanisch, Sammelkarten, Hinter den Kulissen, Outtakes, Bildergalerie, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.05.2020 | Mediabook: 29.05.2020

 

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AFTER MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
These Final Hours (2013)
 
Spring (2014)