Filmkritik: „She Dies Tomorrow“ (2020)

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SHE DIES TOMORROW

Story

 
 
 
Amy spürt, dass sie morgen sterben wird. In einer Mischung aus Panik, Befreiung, Disassoziation und Manie steckt sie ungewollt ihre Freundin mit dem Gedanken an, die ihrerseits auf eine Party eingeladen ist…

 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Kritik

 
 
Die US-amerikanische Produzentin, Schauspielerin und, nach mehreren Kurzfilmen und dem Florida-Thriller „Sun Don’t Shine“ (2012), auch Regisseurin Amy Seimetz dürfte Genrefans spätestens durch Adam Wingard’s „You’re Next“, Shane Carruths grandiosen „Upstream Color“, in letzterer Zeit sonst durch das Pet Sematary-Remake oder „Alien: Covenant“ ein Begriff sein. Weniger „Alien“, Mainstream, Genreware und Action, mehr Arthouse-Anleihen, introvertiertes Reflektieren und persönliches Erzählen gilt es nun in ihrem zweiten Langfilm zu erwarten, dessen Protagonistin nicht zufällig den Vornamen mit der Regisseurin teilt.
 
 
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Der erste Akt des Films ist ein langsames Einatmen und realisieren, taktile Reize werden ausgespielt, haptisches, sinnliches Ergreifen der Umwelt sichtbar gemacht, kunstvolle Kameraarbeit und Lichtsetzung trifft auf eine One-Man-Show von Kate Lyn Sheil, einer begabten jungen Darstellerin die sich bereits in etlichen Indie-Perlen wie „The Comedy“, „Buster’s Mal Heart“ oder „The Sacrament“ beweisen konnte, häufig an Seimetz‘ Seite. In dieser Phase werden das behutsame Tempo des Films, der persönliche Ansatz an das Thema einer zutiefst beunruhigenden Vorahnung des eigenen Todes sowie die vortreffliche, soghafte Cinematographie etabliert. Und dadurch eine Erwartungshaltung aufgebaut, der die folgende Stunde leider nicht standhält. Sobald sich die durch „Happiness“, „Twin Peaks: The Return“ oder „Eternal Sunshine of the spotless mind“ berühmte Jane Adams nämlich als nächste Protagonistin herausstellt, deren Panik und Beunruhigung üblicherer und extrovertierter Natur ist, gleitet der Film in eine Reihe von Vignetten oder Episoden, in denen sich die Verzweiflung und Ängste wie eine Epidemie verbreiten.
 
 
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Langsamer, modern gefilmter, eindringlich persönlich gespielter sowie geschriebener, existentieller Grusel mit metaphorischer Doppelbödigkeit und Symbolgehalt, der den schwarzen Humor der Absurdität seiner konstruierten Situationen nicht zu kurz kommen lässt, liest sich erstmal wie der Traum vom perfekten Indie-Projekt und auch ich war sehr angetan, bin vorfreudig bei Nacht und mit Headset gewappnet an diesen Film getreten. Doch durch die Zerfaserung des Scripts in mehrere Einzelsituationen und -schicksale gehen Identifikationsfaktor und Stringenz einer einzelnen Protagonistin leider verloren. Dazu leider auch die Bildgewaltigkeit der Cinemtatographie, da die ansprechendsten Einstellungen und interessantesten Konzepte direk zu Beginn präsentiert werden.
 
 
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Der opulente Soundtrack impliziert Gänsehaut-Momente oder große Realisierungen, setzt aber zu hohe Ansprüche an die Bildebene des Films, die diegetische, sehr stimmige, klassische Musik der Exposition, ein letztes Feiern der Künste und Menschlichkeit vorm Abstieg, weicht immer öfter Szenen ohne Musikuntermaltung, die sich nur auf der Situation, dem Schauspiel und den Dialogen ausruhen. Trockener Humor, bunt beleuchtete, leicht trippige Szenen mit erhebender Score, tragisch angedachte Momente und romantisch-nostalgische Erinnerungen geben sich die Hand, doch vieles davon geht in der Montage und akuten Überlänge leider Gottes unter.
 
 
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Denn so kurz dieser knapp 80-minütige, leicht halluzinogene, lobenswert ambitionierte, von Ängsten und Neurosen und der Ahnung, dass etwas Schlimmes geschehen wird bestimmte Film, dessen spätere Cameos Spaß machen, dessen Schauspiel größtenteils sehr lobenswert ist, dessen Bilder sich einprägen und sehen lassen können und dessen Score ich immer wieder genießen konnte auch ist, so sehr fühlt es sich an, als würde sich hier ein prinzipiell überragender Kurzfilm verstecken, der, auf seine Langfilmzeit gestreckt, zu selten dazu kommt, seine Visionen und Stärken adäquat auszuspielen.
 
 
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SHE DIES TOMORROW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Eigenständiges, sehenswertes und technisch nahezu makelloses, existentielles Drama im Gewand eines Horrorfilms, mit starken Peformances und super Exposition, aber auch einigen Längen und zu hinterfragenden Entscheidungen.

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „She Dies Tomorrow“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She Dies Tomorrow; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Drama, Fantasy, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: Original Trailer, Trailershow, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 22.07.2021

 

She Dies Tomorrow [Blu-ray + DVD im Mediabook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Signal (2014)
 
The Other Lamb (2019)
 

Filmkritik: „Superdeep“ (2020)

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SUPERDEEP

(KOLSKAYA SVERHGLUBOKAYA)

Story

 
 
 

Ein rund zwölf Kilometer tiefes Bohrloch bringt mysteriöse Erscheinungen zu Tage. Eine Gruppe von Wissenschaftlern soll die Sache erforschen.

 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Kritik

 
 
 
Es ist nichts Neues, dass die Ungewissheit des Horrors besten Freund darstellt. Eine Gefahr, die man nicht kennt, wirkt am bedrohlichsten. Kombiniert man das mit Orten, an denen der Mensch eigentlich nichts verloren hat oder mit Dunkelheit, wie z.B. der geniale „The Descent“ das getan hat, dann darf man sich auf einen unheimlichen Horrorfilm freuen. Der russische Streifen „Superdeep“ versucht sich an einem solchen Szenario, scheitert daran zwar nicht wirklich, kann im Endeffekt aber leider kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Die Wissenschaftlerin Anna wird zu einem Job gerufen. Ein mehr als zwölf Kilometer tiefes Bohrloch wirkt nämlich sehr mysteriös. Noch nie zuvor haben Menschen so tief gebohrt und als man Schreie im Erdinneren vernehmen kann, weiß niemand, wie man damit umgehen soll. Also sollen Anna und ein paar weitere Forscher die Sache untersuchen. Doch was sie dort unten finden, soll ihnen die Sprache verschlagen. Die Story basiert auf der echten Kola-Bohrung, die mit ihren 12.262 Metern Tiefe lange Zeit als die tiefste Bohrung aller Zeiten galt. Sich diese reale Begebenheit als Vorbild für einen Horrorfilm zu nehmen, liegt eigentlich auf der Hand. Schon Ende der 80er Jahre gab es Gerüchte, dass man die Hölle angekratzt hätte und über das Internet verbreiteten sich solche Informationen noch schneller. Genügend Substanz sollte also vorhanden sein oder? Eigentlich ja, denn man paart den übernatürlichen Anteil noch mit der Paranoia des Kalten Krieges und storytechnisch sind so durchaus genug Zutaten vorhanden und trotzdem will das Drehbuch niemals so richtig zünden. Mit Informationen hält man sich insgesamt nämlich ziemlich bedeckt, so richtig logisch will das Geschehen ebenfalls nie wirken und man redet im Endeffekt viel um den heißen Brei, ohne ihn denn mal wirklich zu zeigen. Gewisse Vorbilder wie z.B. „The Thing“ haben das zudem klar beeinflusst und obwohl gute Zutaten vorhanden sind, erreicht „Superdeep“ niemals eine richtige Eigenständigkeit.
 
 
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Zumal der Film leider auch recht langatmig wirkt. Die Einleitung lässt sich zu viel Zeit und bis es überhaupt mal etwas mehr zur Sache geht, ist bereits eine gute halbe Stunde vergangen. Wären die Charaktere interessanter, hätte der Zuschauer damit gut leben können, doch allgemein sind die Figuren hier doch viel zu belanglos. Lediglich die Hauptprotagonistin Anna bekommt etwas Hintergrund spendiert. Darstellerin Milena Radulovic nimmt dies dankend an und bietet solides Schauspiel. Die anderen Darsteller profitieren nicht gerade davon, dass die Figurenzeichnung langweilig gestaltet wurde. Zwar kann man sich auch über ihre Leistungen nicht unbedingt beschweren, aber im Gedächtnis bleibt dies sicher nicht. Somit ist dem Zuschauer das Schicksal der Protagonisten leider auch ziemlich egal, was natürlich wenig spannungsfördernd ist.
 
 
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Die deutsche Fassung basiert auf dem Alternate Cut und ist mit 100 Minuten Laufzeit noch gnädigerweise kürzer ausgefallen, als die Originalversion, welche knapp 15 Minuten länger läuft. Wichtiges Material entgeht einem hier eigentlich nicht, weshalb die gekürzte Fassung hier tatsächlich mal eine Daseinsberechtigung besitzt. So verleiht man „Superdeep“ noch etwas mehr Tempo, wobei das selbst in dieser Version selten auffällt. Insgesamt ist der Film nämlich einfach zu langsam. Natürlich will man damit Stimmung aufbauen, nur gelingt dies eben zu selten. Mit Spannung braucht man nämlich nicht zu rechnen und Action lässt sich auch eher selten blicken. Immerhin erhält der Horror im letzten Drittel ein paar Höhepunkte, die schon einen gewissen Unterhaltungswert aufkommen lassen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „Superdeep“ zudem nicht so viel auszusetzen. Regisseur Arseny Syuhin, der zuvor nur einige Kurzfilme drehte und mit diesem Werk sein Langfilmdebüt gab, macht seine Sache gar nicht mal so verkehrt. Sicherlich wäre mit mehr Budget auch deutlich mehr drin gewesen, aber die Inszenierung funktioniert und selbst wenn die Atmosphäre längst nicht so bedrohlich erscheint, wie sie es wohl gerne getan hätte, bemerkt man doch gerade im letzten Drittel, dass Syuhin sein Fach beherrscht. Hier kommt nämlich doch noch eine gute Stimmung auf, die auch von den soliden Effekten unterstützt wird. Diese stammen nämlich überwiegend von Hand und wirken schön oldschool. Die Kulissen machen im Endeffekt ebenfalls etwas her, hätten sicherlich mehr Schauwerte bieten können, wissen jedoch trotzdem zu überzeugen.
Der Score ist in Ordnung, aber nicht besonders einprägsam.
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Superdeep“ will ganz schön viel und scheitert an seinen eigenen Ambitionen, macht allerdings trotzdem auch einiges richtig. Die Story, welche reale Ereignisse benutzt, ist interessant, besteht aus vielen Zutaten und wird am ehesten dadurch zerstört, dass die Figurenzeichnung so mau ist. Hier hätte man gerne mehr Feingefühl investieren dürfen. Der Film ist insgesamt zu ruhig und lässt zu selten Spannung aufkommen, wobei der Horror besonders im letzten Drittel doch noch einigermaßen intensiv geraten ist. Das ist zwar zu spät, aber besser als nichts. Der Unterhaltungswert pendelt so zwischen langweilig und passabel. Die Darsteller sind brauchbar, aber fast niemand kann aus seiner dünnen Figur etwas machen. Positiv sind noch die handgemachten Effekte zu vermerken. Alles in einem ist „Superdeep“ also sicher nichts, was man gesehen haben muss, doch wenn man auf langsamen, atmosphärischen Sci-Fi-Horror aus ist, bekommt man immerhin ein paar ziemlich starke Szenen geboten!
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Zensur

 
 
 
„Superdeep“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kolskaya sverhglubokaya; Russland 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Featurette „Wie ein Monster entsteht“, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2021

 
 

Superdeep [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Ghosts of Mars (2001)
 
Blutgletscher (2013)
 

Filmkritik: „Honeydew“ (2020)

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HONEYDEW

Story

 
 
 

Schauspieler Sam und seine Freundin, die Botankerin Riley, fahren für eine Forschungsarbeit über den Ausbruch eines agressiven Mutterkornpilzes aufs Land, stranden aber ungewollt im Haus der allzu freundlichen, alten Farmerin Karen…

 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Kritik

 
 
 
Das Debütwerk des offensichtlichen Horror- und Arthousefans Devereux Milburn wurde sehr durchwachsen aufgenommen und dabei einheitlich für seine Technik und Optik gelobt, dafür aber auch im Scriptdepartment oftmals heftig kritisiert – nach 108 erwartungsreichen, zu Beginn höchst vergnüglichen Minuten Indiehorror kann ich auch absolut verstehen, wieso dem so ist.
 
 
„Do you not know that our bodies are temples for the holy spirit?“
 
 
Nach einem leicht arthousigen Intro folgen Szenen einer Beerdigung, dann sehr kryptische bis zumindest uneindeutige, mysteriöse, erste Minuten in denen bereits unübliche Klopfgeräusche und Stöhner, prominent Klingen und Gläser und platzende Blasen, die fast an Hyperpop-Songs erinnern, im Soundtrack benutzt werden und für eine aufwühlende, verschrobene, angespannte Atmosphäre sorgen, ohne dass man narrativ überhaupt folgen könnte. Riley schaut eine alte Dokumentation über den Schädling, über den sie ihre Arbeit schreibt, Sam übt seine Zeilen. Simple Szenen wie diese peppt der Film teilweise durch Splitscreens, verwirrend überlappendes Editing oder ähnliche Spielereien auf, treibt es dabei aber nicht zu weit.
Nach acht trippigen Minuten mit super kreativen und originellen Sounds und leichtem „The Rambler“-Feeling wird das Pärchen nun erst von einem undurchsichtigen, jungen Typen auf einem Fahrrad beäugt, entscheidet sich dann auf einem Grundstück ihr Zelt aufzuschlagen, das leider nicht so öffentlich ist, wie es zu sein scheint. In einer hübschen Einstellung mit Scheinwerferlicht reden sie nun mit dem stoffeligen Eulis, der sie auf ein Motel im Norden hinweist, doch der Wagen will natürlich nicht mehr anspringen. Für ein paar Sekunden setzen wohlig altmodische Orgel-Synthies ein, dann brilliert auch schon das super überfreundliche, verschrobene, authentisch altersschwache und genau so charismatische wie unangenehme Schauspiel von Barbara Kingsley, – eine Performance, die mich am meisten an die geniale Dinnersequenz aus „I’m thinking of ending things“ erinnert hat – die die beiden natürlich bei sich aufnimmt, bekocht und eine Übernachtung anbietet.
 
 
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Ein älterer, schweigender Typ im Rollstuhl mit Bandage am Kopf isst Zitronen mit Salz oder Zucker als wären es Chips, Weihnachtsmusik spielt von einem alten Band, die Beleuchtung und Einstellungen sitzen, es pocht und flüstert und knirtscht und klopft im Soundtrack, der versprochene, leicht halluzinogene, sich gefühlt steigernde Fiebertraum, den ich erhofft habe, setzt wirklich ein. „Gunni“, so der Name des Bandagierten, schüttelt sich und fängt an zu bluten, Smalltalk gibt es keinen, das Gespräch über den hilfsbereiten Nachbarn, der zum Abschleppen vorbei kommen soll, zögert sich heraus und verläuft im Nichts, da scheinbar kein Nachbar auftaucht. Sam, der aufgrund seines Cholesterinwertes eine strenge Diät eingehalten hat bisher, plündert nachts den Kühlschrank und gönnt sich seine dicke Ausnahme, Gunni setzt sich dazu, beide gucken alte Animationen, Popeye und Max Fleischer Cartoons werden sehr häufig in den Film geschnitten. Weitere düstere Atmosphäre und etwas Recherche von Riley, Goony versucht zu reden, dann folgt eine surreale Alptraumszene in einer natürlich belichteten Scheune, mit einem derben Effekt und durchaus packender Inszenierung. Eine weitere Vordeutung für kommendes Grauen? Als Sam zurück in den Raum kommt, fehlt seine Freundin und er macht sich nachts, alleine, im dunklen Feld, auf die Suche nach ihr…
 
 
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Was ich bis hierhin wiedergegeben habe klingt vielleicht wie der erwartete Standardverlauf der ersten Hälfte eines 2000er-Standardslashers á la „Timber Falls“, mit naiven Protagonisten und generischen Fanatikern auf dem Land oder im tiefen Wald, stellt aber tatsächlich fast die gesamte erste Stunde dieses 2020er-Horrors mit Kunstansprüchen dar – und funktioniert aber trotzdem! Wenn „Honeydew“ an einer Stelle nämlich nicht leidet, dann ist es sein Aufbau – die gesamte erste Stunde konnte mich packen, unterhalten, neugierig machen und hat vermutlich genau so funktioniert, wie intendiert – zwar wird hier auf Plotebene auch nur Altbekanntes aufgetischt, doch die Inszenierung, das Tempo, der liebevoll-langsame Aufbau und gerade der unerwartet eigenwillige Soundtrack lassen die Zeit recht schnell vergehen, werten diesen sehr hübsch fotografierten Film stetig auf und lassen eine unheilvolle, düstere, erwartungsvolle Atmosphäre aufkommen, auf die nach 20 Jahren Standardhorror mit altbekannten Sadisten, Sekten, Fanatikern, Mutanten und Kannibalen jetzt doch sicherlich mal etwas Neues, oder zumindest subversiv anders gefärbtes folgen dürfte, oder?
 
 
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Aber nein, denn wenn „Honeydew“ ein Problem hat, und das hat er, dann ist es die unglaubliche Belanglosigkeit, Unoriginalität und Vorhersehbarkeit des gesamten dritten Aktes, der im Gegensatz zum Rest des Films nicht an Rätsel- oder Verlaufsspannung, Mysterien oder Fragezeichen interessiert ist, sondern mit einem einzigen, statischen, wenig beeindruckenden Setting und gefesselten Protagonisten ein belangloses und erbärmlich oft gesehenes Szenario und Finale runterspult, das selbst anno 2004 kaum noch jemanden mitgerissen hätte, seinerzeit aber zumindest nicht negativ aufgefallen wäre.
Lange Zeit hält der Film seine Karten also sehr nahe bei sich, übt sich in Andeutungen und Atmosphäre und weiß damit zu unterhalten, ganz ohne Jumpscares oder Gore oder allzu exzessives Editing, doch alles was zu Beginn noch spannend und neu war wird in Rekordzeit überbenutzt, nervig, repetitiv, enttäuschend und ultimativ gar prätentiös, da eine maximal simple Prämisse und Story derart aufgeblasen und rätselhaft aufgebaut wird, dass die Enthüllung nur umso enttäuschender sein kann. Unverständliches Charakterverhalten so wie ein waschechter Deus-Ex- Machina Moment aus der Mottenkiste der Genrefilmrettungen gesellen sich dazu, auch ein viiieeell zu sehr in die Länge gezogenes, auf den Teufel raus möglichst zynisches, langweiliges Ende kann da nichts mehr ausgleichen. Sieben bis Acht Punkte für die erste Hälfte bzw. Stunde also, denn hier kann man wirklich von gelungener, moderner Horrorkost mit eigenen Ideen in der Inszenierung sprechen, doch alles danach ist für jeden Genrefan leider nichts als reine, belanglose Routine.
 
 
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HONEYDEW – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Honeydew hat das belanglose Standardscript eines beliebigen 2000er-Horrorfilms, aber weiß die erste Stunde durch gekonntes Editing, einen wilden Soundtrack, eine starke Performance und gute Bilder ordentlich aufzuwerten. Jammerschade um die Technik, die Weihnachtsmusik, die Gimmicks und die Kameraarbeit also, dass nichts von Substanz hängen bleiben wird.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Zensur

 
 
 
„Honeydew“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honeydew; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

Honeydew [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HONEYDEW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Timber Falls (2007)
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Dark Paradise (1988)
 
Spell (2020)
 

Filmkritik: „The Evil Next Door“ (2020)

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THE EVIL NEXT DOOR

(ANDRA SIDAN)

Story

 
 
 

Eine kleine Patchwork-Familie muss bemerken, dass in der leerstehenden Doppelhaushälfte neben ihnen etwas nicht mit rechten Dingen zu sich geht.

 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Der simple Gruselhorror hat schon so manch einer Generation das Fürchten gelehrt. Umso subtiler es dabei zur Sache geht, desto besser – Eine Eigenschaft, die erst James Wan mit seinem „Insidious“ wieder massentauglicher gemacht hat. Seitdem boomt der Geisterhorror wie selten zuvor und von diesem Kuchen wollen natürlich nicht nur die Amis etwas abhaben. So bekommt man mit „The Evil Next Door“ einen skandinavischen Vertreter geboten, der stark im Zeichen der Vorbilder schwimmt, dabei jedoch leider kaum eine eigene Handschrift erkennen lässt.
 
 
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Shirin zieht mit ihrem neuen Freund Fredrik zusammen. Er bringt den fünfjährigen Lucas mit in die Beziehung, der erst vor kurzem seine Mutter verloren hat. Zusammen beziehen sie eine Doppelhaushälfte und hier soll das neue Familienleben beginnen, doch von vornherein scheint es so, als wäre etwas Böses in der Luft. Scheinbar ist die andere, leerstehende Doppelhaushälfte doch nicht so leer und es dauert nicht lange, bis Shirin bemerkt, dass etwas hinter Lucas her ist. Ein Kind, das imaginäre Freunde hat, Türen, die sich von alleine öffnen oder schließen, unheimliche Geräusche und Gestalten, die dann doch nicht vorhanden sind, wenn man sie scheinbar gesehen hat. „The Evil Next Door“ erfindet das Rad keineswegs neu und das ist das größte Problem vom Werk. Nicht, dass die Story innovativ sein müsste, aber wenigstens hätte das Drehbuch ein paar mehr eigenständige Ideen haben dürfen. Stattdessen gibt es altbekannte Zutaten, mit denen man mittlerweile sicherlich keinen Freund vom Grusel mehr hinterm Ofen hervorlockt. Genauso abgedroschen ist das Spiel mit der Einblendung „Basierend auf wahren Begebenheiten“. Wen interessiert das mittlerweile noch? Erst recht bei einem solchen Werk fühlt sich das doch arg belanglos an. Hinzu gesellt sich dann noch eine Auflösung, die lange zuvor vorhersehbar ist und sich quasi ankündigt. Hier wird leider dann auch der ansonsten recht bodenständige Ton zerstört. Es bleibt also festzuhalten, dass das Drehbuch nicht gerade die Stärke von „The Evil Next Door“ darstellt.
 
 
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Dafür bekommt man immerhin eine ganz anständige Atmosphäre geboten. Die Skandinavier sind ja eher für ihre düsteren, ruhigen Krimis bekannt. Das Regie-Duo Tord Danielsson und Oskar Mellander, das sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, war zuvor eher in Serien involviert und liefert hier seinen ersten Langfilm ab. Der Inszenierung kann man dabei kaum Vorwürfe machen. Das schielt zwar alles sehr offensichtlich auf das große Vorbild der amerikanischen Gruselfilme, ist handwerklich aber dennoch solide gemacht. Die Bilder sind schön düster und die Atmosphäre erzeugt zuweilen schon gut gemachten Grusel. Mit billigen Jumpscares hält man sich zum Glück zurück und erschafft so tatsächlich ein paar nette Schockeffekte mit altmodischen Mitteln. So richtig unheimlich wird das zwar eher selten, aber da es konsequent düster zur Sache geht und der Spuk überwiegend subtil bleibt, kommt man als Fan von solchen Werken schon auf seine Kosten. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt, passt da ganz gut. Das ist alles relativ simpel, aber teilweise doch effektiv gestaltet.
 
 
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Dass es nicht spannender wird, liegt vor allen Dingen an mangelnden Hintergründen, denn so richtig tiefgründig mag die Geschichte nicht werden und die Figurenzeichnung nimmt sich ein Beispiel daran. Zwar kann man sich über die Darsteller nicht beklagen, aber die Charaktere erreichen eben keine Tiefe. Dilan Gwyn macht ihre Sache als einzige, echte Hauptrolle solide, Linus Wahlgren ist ebenfalls in Ordnung und der kleine Eddie Eriksson Dominguez kann sogar mehr überzeugen, als man vermuten könnte. Sonstige Rollen sind kaum vorhanden und immer nur sehr klein angelegt. Das Wort „klein“ trifft aber sowieso ganz gut auf „The Evil Next Door“ zu. Langeweile kommt selten auf und dem düsteren Treiben zu folgen, ist schon ganz unterhaltsam, doch es mangelt etwas an Spannung und Highlights kann man fast keine ausmachen. Überwiegend plätschert das gemütlich vor sich hin, wobei das Tempo auf keinen Fall verkehrt ist. Dafür ist die Laufzeit mit nicht mal 90 Minuten auch zu kurz geraten.
Der Score begleitet das Geschehen passend, aber wenig eindrucksvoll.
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THE EVIL NEXT DOOR – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Evil Next Door“ ist der nächste Nachschub für Grusel-Hungrige. Wer vom simplen Spuk nicht genug bekommen kann, wird hier schon fündig, wobei es gar nicht mal so wirkt, als hätte man es mit einem skandinavischen Vertreter zu tun. Das Ergebnis könnte so auch direkt aus Amerika stammen. Genau hier liegt das größte Problem vom Film: „The Evil Next Door“ besitzt keine eigene Handschrift und eifert zu sehr seinen Kollegen nach. Das Ergebnis kann sich aus handwerklicher Sicht sehen lassen, besitzt solide Darsteller und manch eine gekonnt gestaltete Szene, aber insgesamt wird dem Freund solcher Filme hier einfach viel zu wenig Neues geboten. Das fängt bei einer Handlung an, die es so schon zig Male gegeben hat und endet bei Szenen, die man so ebenfalls in gefühlt tausenden von Streifen gesehen hat. Schlecht gemacht, ist das nun wirklich nicht, nur eben so wenig originell, wie der Titel schon vermuten lässt. Wer aber wirklich vollkommen auf solche simplen Grusler abfährt, wird sich wenigstens nicht langweilen!
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
„The Evil Next Door“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Andra sidan; Schweden 2020

Genre: Thriller, Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

THE EVIL NEXT DOOR [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Ring (2002)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „Zombie Invasion War“ (2012)

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ZOMBIE INVASION WAR

(RISE OF THE ZOMBIES | DEAD WALKING)

Story

 
 
 
Die altbekannte Zombie-Apokalypse ereilt die Filmwelt mal wieder. Eine Gruppe Überlebender versucht auch weiterhin lebendig zu bleiben.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Kritik

 
 
Ein Zombiefilm aus der Produktionsschmiede „The Asylum“ ist nun wirklich nichts, worauf die Filmwelt gewartet hat. Da „Zombie Invasion War“, der im Original „Rise of the Zombies“ heißt, jedoch als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ beilag, hat sich der Schreiber dieses Textes dann doch an das billige Werk gewagt. Und siehe da – Hat man keine Erwartungen, wird man hier gar nicht mal enttäuscht, denn von „The Asylum“ hat man schon deutlich Schlimmeres gesehen.
 
 
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Das Geschehen startet mitten in der Zombie-Apokalypse, welche sich weltweit ausgebreitet hat. Ein paar Überlebende flüchten nach Alcatraz in der Hoffnung hier sicher zu sein. Aber weit gefehlt, denn die Zombies können sogar schwimmen. Ein Gerücht macht zudem den Umlauf, dass ein Wissenschaftler ein Heilmittel gefunden hätte. Deshalb macht sich die Gruppe auf den gefährlichen Weg, um herauszufinden, ob etwas Wahres daran ist. Die Story stellt natürlich nichts Besonderes dar und bietet denselben Einheitsbrei, wie nahezu alle dieser billigen Zombiestreifen. Die Apokalypse wird nicht vorbereitet, sondern ist sofort vorhanden. Diesen Einstieg kennt man in- und auswendig. Auch der Strang um das Heilmittel ist nicht besonders originell, aber immerhin leicht kreativ. Das Drehbuch besitzt eigentlich keinerlei eigene Ideen, verwendet die bekannten jedoch gar nicht mal so schlecht. Es ist nicht gänzlich uninteressant der simplen Story zu folgen und ein paar recht skurrile Ideen hatte man immerhin auch noch.
 
 
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Eine recht große Überraschung stellen die Effekte dar, denn wer schon mal etwas von „The Asylum“ geschaut hat, denkt natürlich sofort an billige Animationen aus dem Computer. Davon besitzt auch „Zombie Invasion War“ eine ganze Menge, was gleich der Anfang mit einem Autounfall klar macht, aber er hat darüberhinaus doch noch mehr zu bieten. Gerade was den Splatter betrifft, so gibt es eine gar nicht mal so geringe Menge an handgemachten Effekten zu betrachten. Diese sehen ordentlich aus und vor allen Dingen geht es schön splatterig zur Sache. Der Gorehound kommt voll auf seine Kosten und selbst wenn das nicht alles hübsch aussieht, hätte man hier doch viel weniger erwarten dürfen. Sogar die Zombies sehen insgesamt ganz okay aus. Aus handwerklicher Sicht kann man also zufrieden sein. Die Inszenierung von Nick Lyon erfüllt ihren Zweck. Die Bilder wirken zwar manchmal etwas zu künstlich auf dunkel getrimmt und manche Hintergründe könnten gar nicht offensichtlicher aus dem Computer stammen, aber insgesamt hat man sich auf visueller Ebene schon etwas mehr Mühe gegeben.
 
 
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Außerdem kann man wohl behaupten, dass die Atmosphäre ihren Zweck erfüllt. „Zombie Invasion War“ ist weniger trashig, als man beim Namen „The Asylum“ denken könnte. Zwar kommt manchmal etwas unfreiwillige Komik auf, wenn man eben die billigen Effekte sieht oder sich manch dusselige Charaktere mit bescheidener, deutscher Synchronisation unterhalten, aber insgesamt war man doch bemüht ernsthaft zu wirken. Dies gelingt dem Werk erstaunlich gut. Das ist immer noch Trash, aber keiner, den man sich anschaut, um sich darüber lustig zu machen. Mit richtigem Horror hat das selbstverständlich wenig zu tun und die 90 Minuten Laufzeit besitzen spätestens in der zweiten Hälfte so langsam ihre Längen, doch große Langeweile kommt eher selten auf. Es ist meistens genügend los und es gibt genug Action, die dann eben auch für eine ordentliche Portion Gore sorgt.
 
 
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Nicht mal über die Darsteller kann man sich hier großartig beklagen, wobei jedem klar sein sollte, dass man da nicht viel erwarten darf. Mariel Hemingway geht als toughe Frau klar, French Stewart könnte dem einen oder anderen aus der Fernsehlandschaft bekannt vorkommen und LeVar Burton bringt sogar ein wenig schauspielerische Klasse mit ins Geschehen. Natürlich wird fleißig mit Danny Trejo geworben (wohl der Grund, weshalb „Zombie Invasion War“ als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ mit drauf war) und in diesem Falle ist das zum Glück mal keine riesige Mogelpackung, weil Trejo schon eine richtige Nebenrolle verkörpert (selbst wenn das nur in der ersten Hälfte der Fall ist). Wirklich leisten kann er dabei kaum, aber wenn man ihn sonst gerne sieht, wird das auch hier der Fall sein. Unter den Zombies befinden sich dann auch noch ein paar bekanntere Namen. So ist es z.B. witzig, dass der Musiker Ted Nugent einen Zombie spielt. Fällt zwar nicht wirklich auf, ist aber dennoch ein amüsantes Gimmick. Die Figurenzeichnung ist selbstverständlich reichlich schlicht und funktioniert nicht wirklich, doch auch hier kann man immerhin behaupten, dass die Macher bemüht waren. So versucht man noch eine tragische Geschichte mit zu verarbeiten und selbst wenn die Charaktere überwiegend uninteressant sind, so stören sie gar nicht mal so sehr.
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Zombie Invasion War“ ist zwar kein toller Film, aber gerade im Hinblick darauf, dass er von „The Asylum“ stammt, ist er hochwertiger, als man erwarten durfte. Zwar befinden sich viele Effekte auf dem gewohnt billigen Niveau und sehen grauenvoll aus, aber gerade im Splatterbereich gibt es einige handgemachte Effekte zu sehen, die gut geraten sind. Außerdem ist der Gore-Gehalt echt nicht verkehrt. Die Story hat man in der Form definitiv schon zu oft gesehen, aber ein paar Ideen waren trotzdem nicht schlecht. Das ist alles etwas zu langatmig, um wirklich gut unterhalten zu können und trotzdem kann man sich das Treiben gut anschauen. Die Darsteller sind okay und mit der Inszenierung kann man ebenfalls leben. Außerdem funktioniert die Atmosphäre ganz gut, denn „Zombie Invasion War“ ist nicht so lächerlich-trashig, wie manch andere Asylum-Produkte. Dass hier etwas Mühe vorhanden war, kann man jedenfalls bemerken und wer sich Zombie-Allesschauer nennt, macht mit „Zombie Invasion War“ gar nicht mal so viel verkehrt!
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Zensur

 
 
 
Alle deutschen Veröffentlichungen von „Zombie Invasion War“ sind trotz 18er-Freigabe nur geschnitten erhältlich. Nur Anbieter 84 Entertainment hat ein ungeprüftes Mediabook mit der kompletten Filmfassung herausgebracht.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies (Blu-ray im KeepCase – cut)

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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase – cut; als Bonusfilm beiliegend)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook auf 999 Stück limitiert – uncut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rise of the Zombies; USA 2012

Genre: Horror, Thriller, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover | Mediabook

Extras: Original-Trailer (Eng. DD 2.0) [01:24 Min.], Making-Of (Eng. DD 2.0) [05:01 Min.], Gag-Reel | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 12-seitiger Buchteil

Release-Termin: KeepCase (cut): 25.06.2021 | Mediabook (uncut): 14.10.2013 | KeepCase (cut – Bonusfilm): 30.04.2021

 

Zombie Invasion War [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

Zombie Invasion War als Bonusfilm auf „The Last Exorcist“ enthalten [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

Zombie Invasion War [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei 84 Entertainment | Great Movies | White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead – Bloodline (2017)
 
Zombie Night (2013)
 
Zombie Hunter (2013)
 
Nazi Zombie Battleground (2012)
 
Zoombies – Der Tag der Tiere ist da (2016)
 
Angriff der Lederhosenzombies (2016)
 

Filmkritik: „Wild Zero“ (1999)

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WILD ZERO

(WAIRUDO ZERO)

Story

 
 
 

Nach einem Meteoriteneinschlag in Japan verwandeln Aliens Menschen in Zombies, doch haben nicht mit Hardrockband „Guitar Wolf“, ihrem treuen Fan Ace und einer handvoll schlagkräftiger Nebencharaktere gerechnet.

 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Kritik

 
 
 
Das Klischee, dass japanische Filme oft sehr grell, schrill, laut und „verrückt“ sind, lässt sich durch zahlreiche Produktionen aus den unterschiedlichsten Genres belegen, deren Inszenierungsweise, Comedyanteil oder Tonalität sich oftmals mit westlichen Sehgewohnheiten schneiden – denn auch, wenn die japanische Filmwelt mit Sicherheit endlose „normalere“ Werke bietet, so dreht sie doch gerade bei Genreproduktionen gerne mal richtig auf, schöpft mit der größtmöglichsten Kelle aus dem Ideen- und Genrefundus der endlosen Möglichkeiten. Als eben solche Erfahrung, als rockiger, cooler, kurzweiliger Film wurde mir nun auch „Wild Zero“ von Regie-Zweifachtäter Tetsuro Takeuchi angepriesen und in der Tat, das Cover lässt die Mundwinkel hochzucken. Aber hält diese Rock ’n Roll-Zombiefarce, was sie verspricht?
 
 
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Hat man das lieblose Menü, in dem eine furchtbar synchronisierte Stelle laut im Hintergrund läuft und das ohne Kapitelauswahl oder Extras auskommt, verdaut, beginnt es mit einer Vielzahl UFOs, die im schlimmen 90s-CGI auf die Erde zufliegen, bevor unser erster Protagonist in seinem mit „Guitar Wolf“-Postern vollgehangenem Zimmer vorm Spiegel steht, laute Rockmusik aus dem Kassettenspieler dröhnen lässt, Nachrichten über einen Meteoriteneinsturz im Fernsehen verfolgt und die Opening Credits Bandmitglieder mit Namen wie „Drum Wolf“ und „Bass Wolf“ vorstellen. In Street Fighter-Font wird der Titel präsentiert, dann befinden wir uns auf einem belebten Konzert der einzig wahren japanischen Rockband und „Jet Generation“ wird gespielt, mit Strobolicht und feiernder Meute, überzeugender Stimmung und großartig fetzendem Song. Ein gelungener Einstieg, der in Rekordzeit einen schwindelerregenden Haufen Ideen und Möglichkeiten vorstellt, aber Lust auf mehr macht. Die Band trägt natürlich Sonnenbrillen und Lederjacken, die Instrumente sind elektrisch aufgeladen, bewusst over the top gehalten und ohne einen Hauch von Ernsthaftigkeit. Ein glatzköpfiger Mann, der ein Fetisch-Nietenhalsband trägt, schlägt derweil eine Frau auf der Toilette blutig, in einem Nebenraum nimmt eine andere Frau Drogen und ein anderer Glatzkopf beobachtet sie. Ähnlich alltägliche bis unpassend und belanglos wirkende, gerade in der Exposition das Tempo herausnehmende Szenen reihen sich nun, werden durch interessante 90s-Inzenierung mit POV- Kameras oder Zeitlupen aber aufgewertet, bevor es relativ unerklärt oder unverständlich nach weniger als zehn Minuten Film bereits zum Standoff kommt und der Clubbesitzer, auf Droge und in Unterhose, und sein Bruder, unser cooles Bandmitglied „Guitar Wolf“, die Waffen aufeinander richten.
 
 
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Der Fan vom Anfang stürmt wütend in den Raum und wird comichaft von dem Glatzkopf KO geschlagen, rettet damit aber auch unbewusst die Situation wie das Negierung einer typischen SABU-Szene, im Affekt löst sich ein Schuß und der Kopf eines Unbeteiligten explodiert blutig. Schreie, keine wirkliche Handlung, tonal verwirrend, dazu im Hintergrund die ganze Zeit gedämpfter Metal, der sich so gar nicht einfügen will. Guitar Wolf schießt seinem Bruder den Finger ab, schließt einen Blutpakt mit dem Fan und schenkt ihm eine Pfeife, was ein oder zwei Minuten später als Flashback wieder gezeigt wird (!), wenn der Fan nun die Pfeife nutzt, und Guitar Wolf auf seinem coolen Motorrad angerast kommt, aus dessen Auspuff natürlich Flammen steigen.
Als wär die Konstellation zwischen Guitar Wolf und seinem Bruder sowie dem Fan, zusammen mit den angekündigten Aliens und Meteoriten noch nicht genug für den Film, wechseln wir nun zu einer Frau, die mit Fernglas und Army-Jeep in der Wüste steht und einen Mann beobachtet, dessen Tasche sie aufnimmt und zu einer Tankstelle bringt. Eine weitere, mysteriöse, nichtssagende Szene zu diesem Zeitpunkt also, nur leider weder spannend inszeniert, noch audiovsuell sonderlich aufregend – viel Rockmusik, mal japanisch, mal englischsprachig, mal härter und mal harmloser, läuft dauerhaft im Hintergrund, unabhängig von der aktuellen Stimmung, für sich genommen aber äußerst tauglich. Als vorletzte Gruppe dieser sehr bruckstückhaften, ersten zwanzig Minuten, werden nun noch ein streitendes Pärchen sowie ein stoischer Fahrer vorgestellt, die auf den Wunsch der Dame der Gruppe hin zu dem Meteoriten unterwegs sind, auf dem Weg aber erst versuchen, mit zwei Messern eine Tankstelle auszurauben, wobei eine Kundin vor Angst in Ohnmacht fällt. Die lächerlich- witzigen FLAMMEN, die als Übergang gewählt werden, kündigen so etwas wie Action an und tatsächlich, nur noch ein letztes Auto ist scheinbar wichtig für diesen Plot, eins in dem zwei Anzugträger auf dem Weg zu der Frau in der Wüste sind, die sich als Waffenhändlerin entpuppt, bevor „Es“ losgehen kann. Aber was ist „Es“, nach diesem elaborierten Aufbau, was ist das eigentliche Fleisch des Films?
 
 
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Die Waffenhändlerin macht sich auch auf den Weg zur Tanke, der Fan ebenfalls und unterbricht damit den Überfall, der dabei verletzte Fahrer, Masao, rennt comichaft-überdreht und weinend zurück ins Auto. Der Fan stellt sich als „Ace“ vor und weckt die ohnmächtige Frau auf, die „Tobio“ heißt, wobei sich natürlich schnell beide ganz verlegen und süß verlieben, schmissiger Surf-Rock mit Xylophon spielt, Herzchenfilter über das ganze Bild gelegt werden – endlich ist etwas passiert und auch wenn die Fäden nicht gerade so zusammenkommen, wie ich es erwartet hätte bei dieser Rockband-lastigen Vermarktung, so ist der Film zu diesem Zeitpunkt doch kurzweilig, comichaft, albern, billig, aber auch sympathisch zu nennen. Sowohl die, nach dem missglückten Überfall, am See campierende Gangstergruppe als auch der Wagen der Anzugträger wird nun mit Zombies konfrontiert und so gemsicht, wie meine Gefühle zu dem gesamten Film sind, so sind sie es auch zu den Infizierten: Der Gore wirkt auf Distanz blutig und drastisch und ist meistens handgemacht, bei näheren Aufnahmen leidet die Glaubhaftigkeit allerdings deutlich und viele der Kopfschüsse im späteren Verlauf sind leider veraltetes CGI, auf das sichtlich wenig Wert gelegt wurde. Das Make-Up der Zombies selber schwankt auch gewaltig zwischen Romeroesquen, nur billigeren, bläulichen Zombies mit wenig bis keiner Überzeugungskraft, und wunderbar ekelhaft, detailliert und blutig verzierten Gesichtern, die mit einer anderen Inszenierung durchaus einen Schrecken einjagen könnten.
 
 
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Dazu kommt leider das Problem, dass die Zombies als extrem langsam, harmlos und unfähig dargestellt werden, da auch eine gesamte Gruppe scheinbar nicht in der Lage ist, ein wehrloses Opfer zu erbeuten. Würden die Zombies zur reinen Splatter-Belustigung oder für wirkliche Comedy genutzt, könnte die Idee trotzdem funktionieren, doch als wichtiger Plotpoint für die Gleichschaltung sämtlicher Charaktere ist das leider ziemlich enttäuschend. 34 Minuten im Geschehen befinden wir uns, das erste Drittel ist durch und ein nicht wirklich zu definierendes, auslösendes Ereignis ist geschehen, doch nach wie vor fühlt es sich wie ein relativ beliebiger, wenn auch punkiger 2000s-Zombiefilm an, dessen Kultstatus wohl mehr im Zeitgeist begründet liegt. Dass der wütende Clubbesitzer vom Anfang, bewaffnet und teils mit SM-Outfit, als ausstehende Konfrontation im Hinterkopf verweilt ist so nett wie berechenbar, dass die Waffenhändlerin als einziges, kurzes guilty pleasure beim Duschen von Zombies überrascht wird und in einer wunderbar ruppigen, actionreichen Szene handgemachte Zombieköpfe zerschießen darf bleibt auch lobend zu erwähnen, allgemein Lesen sich Gimmicks wie Mikrofone, aus denen Flammen kommen, oder elektrisch aufgeladenene Gitarrenplektren, die zum Zombietöten benutzt werden, sicherlich höchst spaßig und kreativ – doch so witzig sich diese Konzepte auf dem Papier vielleicht lesen, so enttäuschend, ungelenk editiert oder nebensächlich gestalten sie sich im fertigen Film. Viele der Kills sind zum Beispiel offscreen, viele der Gimmicks oder Flammen kommen nie zum Zug und dass selbst inmitten eines Rocktracks omnipräsente, langsame Schwarzblenden als
 
 
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Übergang genutzt werden, nimmt massiv das Tempo aus diesem ohnehin schon nicht gerade kurzen, knapp 100-minütigen Film. Ein auffallend an die Siebziger erinnerndes Setdesign mit verzierten Säulen ist positiv aufgefallen, das Finale bietet überraschend hochwertige, funktionierende und relativ epische CGI-Effekte in einer Szene, ein paar Stellen der späteren Actionszenen wissen auch definitiv zu gefallen, da der Film seine Comichaftigkeit hier endgültig zu seiner Stärke ausspielt und mit Zeitlupe und Splattereinlagen seinen Hauptprotagonisten Guitar Wolf endgültig zum übernatürlichen Superhelden stilisiert. Bei aller Liebe für Trash, Herzblutprojekte und überdrehtes Kino reichen ein paar bekloppt- sympathische Ideen ansprechende Einstellungen oder witzige Ideen dann aber doch nicht für 100 Minuten Unterhaltung, egal mit welcher Genreerwartung – was dafür aber vorbildlich gelöst wurde und mich definitiv überraschen konnte, ist der LGBTQ-Nebenplot des Films, in dem doch tatsächlich für Transgender-Gleichberechtigung und -Normalisierung gekämpft wird. Ein sehr löblicher, überraschender Einwurf inkl. Wtf-Moment und der gewohnten Überlänge, in dem der Guitar Wolf-Frontmann mehrach als Vision erscheinen darf, um zu predigen dass Liebe weder Geschlecht, noch Nationalität kennt. Bravo!
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Dummer, alberner, überdrehter, verspielter, trashiger, aber eben auch kreativer, vollgepackter, liebevoll handgemachter Zombie-Indie-Streifen mit obercooler, echter Band, guter Musik und vielen netten Ideen die in ungelenk montierten, überlangen, langsamen 100 Minuten untergehen. Jammerschade um den Kampf gegen Transphobie, Zombies, vorhersehbare Scripts oder die Regeln der Physik, dass viele Ideen sicherlich günstiger umgesetzt werden mussten, als erhofft.
 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Zensur

 
 
 
„Wild Zero“ wurde nach Fertigstellung auf diversen Festivals ungeschnitten veröffentlicht. Danach wurde der Streifen mehrfach auf VHS und DVD ausgewertet. Diese Veröffentlichungen wiesen zumeist die FSK 18-Freigabe aus – waren teilweise aber auch ungeprüft. Das Label Rapid Eye Movies hat sich die deutschen Auswertungsrechte gesichert und feiert nun die HD-Premiere der japanischen Splatterkomödie. Diese Fassung ist angeschnitten und auch erst ab 18 freigegeben!
 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rapid Eye Movies (Blu-ray im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wild Zero; Japan 1999

Genre: Horror, Musik, Thriller, Komödien, Science Fiction, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Japanisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: Postkarten Set, Trailer

Release-Termin: Digipack: 28.05.2021

 
 

Wild Zero [Blu-ray im Digipack] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WILD ZERO – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Rapid Eye Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zombie Ass (2011)
 
Stacy – Angriff der Zombie-Schulmädchen (2001)
 
Kodoku: Meatball Machine (2017)
 
Tokyo Gore Police (2008)
 

Filmkritik: „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ (2018)

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JOSIE: SIE UMGIBT EIN DUNKLES GEHEIMNIS

(JOSIE)

Story

 
 
 
Als eine junge Teenagerin namens Josie in die Nachbarschaft einzieht, stellt sie das Leben vom einsamen Hank völlig auf den Kopf.
 
 
 


 
 
 

JOSIE – Kritik

 
 
Der Südstaaten-Thriller ist meistens von einer besonderen Atmosphäre geprägt, jedenfalls wenn er gut gemacht ist. Die schwüle, hitzige Stimmung einzufangen, muss schon gekonnt sein. „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ versucht sich ein wenig daran, bietet nebenbei aber überraschend viel Drama. Abgesehen von einem kleinen Twist am Ende, bekommt der Zuschauer dabei nicht besonders viel geboten, aber dank guter Darsteller kann man sich das Produkt dennoch ansehen.
 
 
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Josie ist ein junges, blondes und hübsches Mädchen und sie zieht völlig alleine, ohne Eltern, in eine neue Wohnung in einer Kleinstadt ein. Dort trifft sie auf den einsamen Hank und wickelt ihn sofort um ihre Finger. Der deutlich ältere Mann ist sich bewusst, dass es Aufsehen erregen würde, wenn er mit dem jungen Mädel abhängt, aber da Josie sich förmlich aufzwängt, macht es ihm nichts aus. Nebenbei hat Josie aber auch noch etwas mit einem gleichaltrigen Jungen zu tun. Was hier wirklich gespielt wird, soll der Zuschauer erst am Ende erfahren. Die Story hätte sich vielleicht besser für eine Kurzgeschichte angeboten, denn die Pointe, die man hier vorbereitet, ist am Ende nicht so großartig, als dass sie über eine Stunde Laufzeit an Vorbereitung benötigt hätte. Die Wendung ist nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt völlig unvorhersehbar. Über Glaubwürdigkeit und Logik sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen, denn dann kann man mit dem Drehbuch noch halbwegs leben. Die Grundidee ist nicht schlecht, wird aber eben nicht völlig gekonnt dargeboten.
 
 
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Am ehesten macht der Unterhaltungswert „Josie“ einen Strich durch die Rechnung, denn der Film ist einfach zu gemächlich. Über eine Stunde lang passiert nicht sonderlich viel; eigentlich sogar gar nichts. Das besitzt eine recht entspannte Atmosphäre und langweilt deshalb nicht komplett, nur aufregend ist das eben auch nicht. Mit einem Thriller hat das Treiben zudem so gut wie nichts zu tun. Stattdessen bekommt man ein Drama spendiert, aber kein besonders emotionales. Überwiegend dominieren belanglose Dialoge das Geschehen, die man sich trotzdem irgendwie anhören kann; auch dank der guten, deutschen Synchronisation. In den letzten zehn Minuten kommt es dann noch zur Wendung und hier gibt es auch die einzige Gewalt im Film zu sehen. Spannung kommt deshalb dennoch nicht auf und so richtig überrascht will man als Zuschauer ebenfalls nicht sein, aber insgesamt hätten die 82 Minuten Laufzeit (ohne Abspann) doch noch deutlich langatmiger ausfallen können.
 
 
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Dass man sich das Geschehen dann irgendwie doch ganz gerne anschaut, ist den Darstellern zu verdanken. Besonders Dylan McDermott, der ja nun echt nicht unbekannt ist, spielt das mit seinem kernigen Charme. Ohne besonders viel zu tun zu haben, kann er einigermaßen überzeugen. Aber auch Sophie Turner ist in der Titelrolle nicht verkehrt. Sie zieht ihr Ding als Mischung zwischen Femme fatale und Lolita durch und enttäuscht als Schauspielerin nicht. In einer kleinen Nebenrolle gibt es noch Kurt Fuller zu sehen und Jack Kilmer ist ebenfalls okay. Die restlichen Darsteller bleiben eher belanglos und das kann man auch von der Figurenzeichnung behaupten. Wirklich viel Tiefe wird hier nicht erreicht, selbst wenn das wohl so gewollt war. Glaubwürdig erscheinen die Charaktere ebenfalls nicht und trotzdem bleiben sie eventuell ein, zwei Tage lang im Gedächtnis, weil sie eben nicht völlig schlecht konstruiert wurden.
 
 
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Aus rein handwerklicher Sicht kommt „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ simpel daher, aber das sei hier erlaubt, weil der Fokus eben auf der Geschichte liegt. Regisseur Eric England, den Horrorfans vielleicht wegen „Contracted“ oder „5 Senses of Fear“ kennen, kann mit seiner Inszenierung weder begeistern, noch enttäuscht er. Die Bilder werden ganz hübsch eingefangen und so ein wenig Südstaaten-Atmosphäre kommt ebenfalls auf. Im Endeffekt ist das alles etwas zu klein gehalten, um jemals begeistern zu können, aber das Handwerk ist schon in Ordnung. Es mangelt nur an Highlights, weil es weder großartig Humor, noch Action, Spannung oder sonst was zu betrachten gibt. Eine Prise mehr Erotik wäre gar nicht mal verkehrt gewesen. Score und Soundtrack bleiben passend unauffällig.
 
 

 
 


 
 
 

JOSIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ ist gut gemeint, erreicht sein Ziel aber nicht wirklich. Der Film ist insgesamt einfach zu ruhig und hat wenig zu bieten. Selbst wenn die Story am Ende mit einer Wendung daherkommt, so ist das alles nicht überraschend und aufregend genug. Auch die Atmosphäre leidet darunter, weil sie irgendwie niemals konsequent wirkt. Das ist zwar alles relativ relaxt und in manchen Phasen gelingt es dem Werk tatsächlich den Zuschauer auf positive Art und Weise einzulullen, aber mehr Spannung hätte keineswegs geschadet. So bleiben am Ende recht gute Darsteller, die ihre Sache solide machen und immerhin keine völlig schlechte Figurenzeichnung erhalten haben. Die Inszenierung ist schlicht, manchmal aber ganz brauchbar und so richtig langweilig wird es selten, obwohl niemals viel los ist. Freunde vom unaufgeregten Drama mit Südstaaten-Flair können von daher ruhig mal einen Blick riskieren. Sind die Erwartungen nicht zu hoch, wird man auch nicht unbedingt enttäuscht!
 
 


 
 
 

JOSIE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

JOSIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Josi; USA 2018

Genre: Thriller, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 

Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

JOSIE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wild Things (1998)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 

Filmkritik: „The Evil – Die Macht des Bösen“ (1978)

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THE EVIL – DIE MACHT DES BÖSEN

(THE EVIL)

Story

 
 
 
Beim Herrichten eines alten Hauses gerät ein Psychologe mit seiner Frau und einer Gruppe Studenten an Mächte, die sie nicht für möglich gehalten hätten.

 
 
 


 
 
 

THE EVIL – Kritik

 
 
„Spukhaus“ bzw. „Haunted House“-Filme haben sich im Horrorgenre schon immer größter Beliebtheit auf Seiten des Publikums sowie der Produzenten erfreut, ist die tausendfach adaptierte Prämisse der als Ort des Rückzugs gedachten Behausung, die sich als Hort des Schreckens und Terrors entpuppt, doch gleichermaßen nah am Leben eines jeden, der je umgezogen ist, als auch aufgrund des singulären Settings, oftmals kosteneffizient zu produzieren. Gerade in den Sechziger-, und dann, dank „Amityville Horror“ 1979, Achtzigerjahren wurde mit den diversesten Beweggründen hantiert, alte, gruselige filmreife Villen, Anwesen und Schlösser von einer Gruppe oftmals junger und/oder forschungsaffiner, projektorientierter Studenten erkunden zu lassen, um dort dann wahlweise vages, subtiles und ungreifbares, oder aber allzu menschlich manifestiertes „Böses“, einen nach dem anderen umbringen zu lassen. Wo sich die Slasherstreifen der Achtziger und die übernatürlichen Werke voller Dämonen, Geister und mysteriösen Entitäten nun aber unterscheiden, das ist der schiere Rahmen der Möglichkeiten, mit denen hier Leute erschrocken, in die Irre geführt oder ermordet werden – denn Geister kennen oft genug keine nachvollziehbaren Regeln, müssen allenfalls ihrer eigenen Logik entsprechen, sind nicht so sehr an Raum und Zeit, ihre Sinne oder physikalische Gesetze gebunden, wie die maskentragenden Machetenschwinger der Folgedekaden. Eine etwas anders aufgelöste Herangehensweise an das Genre liefert „The Evil“ aus dem Jahre 1978.
 
 
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Regisseur Gus Trikonis, dessen Regiefilmographie sich von 1969 bis 1997 erstreckt, inszenierte in erster Linie Komödien, Dramen mit Thrillereinschlag und TV-Produktionen, dabei neben „The Evil“ aber nur zwei weitere Horror/Mysteryfilme ein Jahr später: „The Darker Side Of Terror“ und „She’s Dressed To Kill“, deren Drehbücher er jedoch beide nicht selber verfasste. Insofern ist der vorliegende 89-Minüter, der den Zuschauer in der neuen Blu-ray mit einem atmosphärischen, minimalistischen Menü einstimmt, eine doppelte Ausnahme, stellt er nicht nur einen Horrorfilm von Trikonis da, sondern einen von zwei der 23 Werke des ehemaligen „Westside Story“-Tänzers, die er selbst geschrieben hat – ob diese scheinbare Herzensangelegenheit ihr Genre also sinnvoll nutzt, einen spannenden und beunruhigenden Horrorfilm ins Leben zu rufen?
 
 
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Leise, hohe Geigen leiten ein liebliches Bläserstück ein, zu dem das prachtvolle Schloss im Sonnenaufgang erstahlt und die Opening Credits starten. Der Hausmeister Sam öffnet die Holztür zur riesigen, spinnenwebenbedeckten Eingangshalle und fängt an zu fegen, ein merkwürdiges Geräusch jedoch lässt ihn zum Schraubschlüssel greifen und die Villa erkunden. Die Credits laufen weiter, ein gackerndes Lachen ist zu vernehmen, langsames, mediokres Schleichen durch enge Kellergänge folgt. Ein Feuerstoß aus dem Kamin löst die kaum aufgekommene Spannung auf und Sam verbrennt leidend und brüllend, ein erstes Leitmotiv. Nach diesen sieben Minuten Intro bleibt hauptsächlich festzuhalten, dass die Blu-ray laut Backcover zwar keine Untertitel hat, sehr wohl aber eine deutsche Untertitelspur höchst sporadisch immer wieder mal ein paar Zeilen übersetzt – sollte man die BD überhaupt gestartet kriegen, der fehlerfreie Player hat sich anfänglich geweigert. Aber gut, ich schweife ab.
 
 
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Die eigentliche Geschichte des Films beginnt ohne weitere Umschweife: Der Psychiater C.J. Arnold, gespielt von „Rambo“-Star Richard Crenna, und seine Frau Dr. Caroline, werden von einem Makler zu der Villa mit der eindrucksvollen Kuppel gefahren. Zugleich fällt auf, dass der unzuverlässige Sam einfach nicht wie abgemacht aufgetaucht ist, zudem werden nebenbei Dorfgerüchte und abergläubisches Geschwätz der Anwohner erwähnt, die aber ja natürlich zu vernachlässigen sind, wink wink. Ebenso wie die Tatsache, dass die Villa auf einem ehemals aktiven Vulkan gebaut wurde, der „einfach so“, als sei er zugekorkt worden, aufgehört hat zu erupieren. Hmmmm…. Neben den Tracking Shots gefällt hier auch das Tempo des Films, da Caroline nach gerade einmal 11 Minuten die erste Lichtgestalt, den ersten ungruseligen, sehr an TV- Formate erinnernden, Geist sieht. Eine auf-, dann eine untersichtige Einstellung auf unsere Gruppe und aus dem nichts stürzt ein Teil der Holzdecke ein und trifft C.J., der hier dennoch eine Entzugsklinik eröffnen möchte. Die Kordschlaghosenträger verlassen das Anwesen, eine POV- Einstellung vom Dach sowie das dramatische Orchester kündigen Unheil an. Schnitt und wir befinden uns in einer ihrerzeit sicher modern gebauten Universität, in dem einer der Dozenten scheinbar seine studentische Affäre gebeten hat, mit zu der Villa zu kommen um aufzuräumen. An der Villa selber kehrt nun unser anfängliches Paar samt Ausrüstung zurück und wird vom Rest der insgesamt achtköpfigen Gruppe empfangen, inklusive Burt Reynolds-Look- und Talkalike Robert Viharo als Dwight und einem zuckersüßen Schäferhund. Nach 18 Minuten sieht Carolyn nun nicht nur erneut einen Geist, sondern auch noch wie eine der Wandbüsten sich bewegt und sie anstarrt – was als Effekt durchaus funktioniert, von ihrem Mann aber sehr schnell rationalisiert und nicht ernst genommen wird.
 
 
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Und wer bei komisch dreinguckenden Büsten in gruseligen Häusern an Scooby Doo denkt, der liegt auch ganz richtig, denn die Tonalität der folgenden Szene, in der die schlaghosentragende Gang aufgeregt nach dem weggelockten Hund sucht, der irgendwo im Keller wohl offscreen „The Evil“ zum Opfer gefallen sein muss, hat definitiv das Gefühl einer leicht goofigen, minimal gruseligen Kinderserie – inklusive herrlichem Blick des Hundes, der sich als besessen herausstellt und unblutig angreifen darf. „Caroll, that thing with the dog can be explained very easily!“, meint C.J., „for a doctor you have a very very vivid imagination“, gaslighted er seine Frau, die einen sehr richtigen Verdacht hat, weiterhin, nur damit sie nach einer knappen halben Stunde bereits den dritten Geistermann rumstehen sieht, mitten zwischen den arbeitenden Mitstreitern. Der Hintergrundgeschichte des Hauses wird sich nun in einer wenig spannenden und etwas unbeholfenen Szene gewidmet, in der Caroll eine alte, aber leere Familienchronik der Vorbesitzer findet und das Schmieden des Kreuzes unerklärt über das Feuer des Kamins geblendet wird. Weiteres erfolgloses Warnen ihres Mannes, dann werden zwei Studentinnen Opfer eines Pranks, der für den Zuschauer nicht nur als Jumpscare klappen kann, sondern auch für eine Argento- Gedächtniseinstellung genutzt wird. Diesen Schrecken überlebt, finden die beiden nun aber eine echte Leiche und diese ist nicht nur gut getrickst, sondern auch die erste Instanz von Horror, Schrecken oder Überraschung, die der Film nach geschlagenen 36 Minuten bieten konnte – aber, aber.
 
 
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Das Gefühl, dass dieses Corman-Vehikel endlich in die Vollen geht, kommt nach geschlagenen 40 Minuten auf, wenn die mysteriöse Falltür im Keller, an der auch schon der Hund gegraben hatte, nebellastig nachgibt und ein Erdbeben auslöst, das in erster Linie durch eine wackelnde Kamera, den pompösen Soundtrack und das Schauspiel inszeniert wurde, aber trotzdem angemessen wuchtig wirken kann. Sehr traurig also, dass der erste onscreen Kill dann so eine peinliche, trashige, schlecht getrickste Einlage ist, in der sich ein Kabel comichaft um Dwight schlängelt, um ihn wenig glaubhaft zu Tode zu schocken. Sämtliche Türen und Fenster verriegeln sich und können nicht mehr geöffnet werden, es folgen erst einmal sehr viel Lärm, Gebrülle, Verzweiflung, Heulerei, Schreierei und „durch die Luft geschleudert werden“, bevor sich in einer Diskussionsszene mit ruhiger, versierter Kamera wieder an oldschooligerem, klassischerem Horror versucht wird. Es ist weder eine besonders frustrierende, noch belohnende oder packende Erfahrung, diesen Spätsziebziger-Horror zu gucken, denn auch wenn die Performances immer wieder stimmen, die kunstvoll von der Kamera eingefangene Villa mit ihren hohen Decken und gemütlichen Ecken glänzen kann und der Killcount überraschend hoch ist, so schwankt der Film zugleich unentschlossen zwischen klassischeren, langsameren Passagen und schlichtweg nicht ernst zu nehmenden Geisterbahn-Horror, in dem die Protagonisten umhergeworfen oder zu Tode geschockt werden. Der einzig nicht-weiße Charakter ist laut Script heroinabhängig und wird zudem als einziges halb ausgezogen und vom „Bösen“ in Unterwäsche über den Boden geklatscht, auch wenn es keine Nacktheit in diesem Film gibt, so werden natürlich teilweise auch sichtlich keine BHs, oder die Jeans mal sehr weit unten getragen. Doch kaum will man sagen, dass dieser Film für Exploitationfans nichts bieten kann oder allgemein sehr harmlos ist für seine Freigabe, folgt eine echt nicht schlecht getrickste, überraschende Splattereinlage – auch wenn der Schaden im nächsten Shot direkt behoben scheint – sowie ein Finale, das man so sicher nicht erwartet hat.
 
 
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So sympathisch es auch ist, dass unser rationaler Protagonist als einziger einen kühlen Kopf behält und versucht, das Mysterium in Ruhe zu lösen, so absurd sind seine Thesen und Erklärungen, wenn eindeutig Übernatürliches geschieht. So tiefschürfend und funktionabel die vielen reinen Dialogszenen auch sein könnten, würden wir die Charaktere überhaupt je richtig kennen lernen, so sehr bremsen sie den Film auch aus. Und so unerwartet, eigenwillig und kindisch-diabolisch das Finale auch ist, so wenig entschädigt es doch leider für die ziemlich ereignislose, hölzerne und höchst repetitive Schrei- und „Spielen als würde man angegriffen werden“-Orgie bis dahin. Der Film tappt dramaturgisch auf der Stelle und lebt größtenteils nur von der marginalen Rätselspannung über das titelgebende Böse, sowie der immer wieder mal aufkommenden Kurzweil eines Siebziger-Geisterfilmes, in dem größtenteils ohne Effekte böse Entitäten inszeniert werden sollen. Ein einzelner Splattereffekt hier, eine wunderbar ausgeführte Szene dort, überraschend alptraumhafte Einschübe an anderer Stelle – man kann sich schon seine Highlights und Momente zum Verlieben, oder zumindest Würdigen dieses allzu üblichen, uramerikanischen Gut vs. Böse- Films zusammensuchen, und ich bereue es auch keinesfalls, ihn gesehen zu haben – doch mehr als ein leicht überdurchschnittlicher, kostengünstig produzierter Spätsziebziger-Grusler ist „The Evil“ dann doch nicht.
 
 


 
 
 

THE EVIL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Atmosphärischer Oldschool-Grusel mit ansprechendem Setting trifft auf billigen Genretrash mit peinlichen Effekten. Weiterhin sehen wir ein Starcast mit überzeugenden Performances, das auf ein halbgares, lahmes Script mit wenig Herausstellungsmerkmalen trifft. „The Evil“ ist trotz des unüblichen, erinnerungswürdigen Finales keine Sternstunde des Gruselkinos.
 
 


 
 
 

THE EVIL – Zensur

 
 
 
„The Evil – Die Macht des Bösen“ hatte es – wie viele Horrorfilme in den 1970ern / 1980ern – nicht leicht. Der Streifen erschien nur gekürzt auf VHS und landete von 1984 bis 2009 auf dem Index. Unverständlich! 2018 brachte CMV LASERVISION im Rahmen der hauseigenen Trash-Collection eine ungeschnittene Fassung in zwei DVD-Hardboxen auf den Markt. Danach folgte die deutsche HD-Premiere des Gruselfilms in zwei Mediabooks. Am 19.03.2021 legte CMV den Streifen der FSK zur Neuprüfung vor. Diese sah keine Jugendgefährdung und sprach eine Freigabe ab 16 Jahren aus. „The Evil – Die Macht des Bösen“ ist demnach ab sofort für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Aufgrund einiger höher eingestufter Trailer auf der erhältlichen DVD / Blu-ray ist die Blu-ray-Veröffentlichung aus dem CMV aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (KeepCase Blu-ray)

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(c) CMV Laservision (Mediabook mit DVD + Blu-ray Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) CMV Laservision (Mediabook mit DVD + Blu-ray Cover B / auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Evil; USA 1978

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar von Christoph N. Kellerbach & Florian Wurfbaum, Original Trailer, TV-Spot
Trailer: The Unseen, Death House, Bloodmania | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 21.05.2021 | KeepCase: 21.05.2021

 

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THE EVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV LASERVISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville Horror (1979)
 
Das Grauen (1980)
 
Landhaus der toten Seelen (1976)
 

Filmkritik: „Knuckledust“ (2020)

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KNUCKLEDUST

Story

 
 
 
Als ein geheimer Underground-Fight-Club von der Polizei hochgenommen wird, findet diese dort haufenweise Leichen vor. Nur ein Mann hat das Gemetzel überlebt, aber ist er der Täter oder ein Opfer?
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Kritik

 
 
Genauso wie Quentin Tarantino, hat auch Guy Ritchie einen eigenen Stil entwickelt, der gerne kopiert wird. Das bemerkt man z.B. sehr an einem Werk wie „Knuckledust“. Hier schreit einfach alles nach den ersten Filmen von Ritchie. Originalitätspreise lassen sich damit sicher nicht gewinnen, aber wenn man seine Erwartungen etwas herunterschraubt, bekommt man doch einen ganz unterhaltsamen Film zu sehen.
 
 
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Nachdem die Polizei einen Notruf erhalten hat, stürmt sie den geheimen Fight-Club namens Knuckledust. Selbst wenn es normal ist, dass es dort blutig zur Sache geht, ist es doch seltsam, dass nur Leichen vorgefunden werden. Lediglich ein namenloser Mann hat das Gemetzel überlebt und wird nun verhört. Dabei erzählt er nach und nach von einer unglaublichen Geschichte. Die Erzählweise ist nicht neu: Am Anfang bekommt der Zuschauer zu sehen, wie das schrille Szenario endet – Doch wie es soweit kommen konnte, wird erst durch Rückblenden klar. „Knuckledust“ benutzt dieses Konzept, setzt es aber relativ eigenständig um, weil man am Anfang doch schon sehr viel gezeigt bekommt und fast schon komplett im Bilde ist. Um die Story dann weiterhin interessant zu halten, hat man sich einige Wendungen einfallen lassen, die okay sind, aber nicht gerade durch Glaubwürdigkeit oder Realismus punkten. Besonders am Ende übertreibt man es doch etwas zu sehr. Insgesamt kann man mit der Geschichte aber leben, weil es ein paar gute Ideen gibt und das Ganze doch einigermaßen ambitioniert erzählt wird.
 
 
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Regisseur James Kermack, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, ist eher als Schauspieler tätig (in einer kleinen Rolle ist er hier ebenfalls zu sehen). „Knuckledust“ ist erst sein dritter Langfilm und dass das Budget eher geringer gewesen sein dürfte, kann man gut erkennen. So sind die Schauplätze eher weniger interessant und auch der Underground-Club macht optisch nicht so viel her. Leider wirkt das teilweise alles etwas billig, aber mit der gut gemeinten Inszenierung kann Kermack das teilweise wett machen. Charaktere mit Namen einzublenden, ist zwar kein neues Stilmittel, Zeichentrick-Elemente einzubauen ebenfalls nicht und allgemein kopiert Kermack eher seine Vorbilder, aber er macht das mit einem gewissen Stil und teilweise kann er damit schon punkten.
 
 
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Ähnlich ergeht es der Atmosphäre. Hier spürt man am ehesten das große Vorbild Guy Ritchie, denn immer wieder bringen die Figuren lustige Sprüche. Das ist manchmal arg doof und wirkt viel zu gewollt, bringt aber eine lockere Note mit ins Geschehen und teilweise macht das dann tatsächlich etwas Spaß. Der Coolness-Faktor ist kaum gelungen, weil er es sehr stark darauf anlegt besonders toll zu sein, aber immerhin kommt es so zu ein paar bizarren Szenen, die am ehesten den Trash-Fan befriedigen werden. An der Actionfront gibt es leider nicht so viel zu berichten. „Knuckledust“ besitzt seine Fights, die jetzt nicht wunderschön choreographiert wurden, jedoch ihren Zweck erfüllen. Es sind allerdings nicht sonderlich viele und wenn man sich teilweise die Handlung durchliest, könnte man hier deutlich mehr erwarten. Es geht dem Werk fast mehr um die Comedy-Anteile und zum Ende hin widmet man sich immer mehr der unglaubwürdigen Geschichte. Über eine gewisse Laufzeit hinweg, kann das doch recht gut unterhalten, selbst wenn keinerlei Spannung aufkommt. Mit seinen rund 100 Minuten Laufzeit offenbart „Knuckledust“ jedoch ein paar Längen und etwas kürzer hätte man das ruhig gestalten können. Dafür ist der Soundtrack ganz cool.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller, die ihre Sache doch einigermaßen gut machen, was erfreulich ist. Moe Dunford kann die Hauptrolle ganz gut stemmen und kommt mit einem gewissen Charisma daher. Kate Dickie ist ebenfalls nicht schlecht. Dann gibt es eine Reihe von etwas bekannteren Gast-Auftritten. Darsteller wie Phil Davis und Guillaume Delaunay sind leider viel zu kurz zu sehen, können aber immerhin für kurze Zeit einen Eindruck hinterlassen. Camille Rowe agiert ganz passend und vom eindrucksvollen Olivier Richters hätte man gerne auch noch mehr gesehen. Die Figurenzeichnung versucht markant zu sein und mit den karikativen Charakteren gelingt das teilweise auch, aber wirklich lange wird hier niemand in Erinnerung bleiben. Dafür ist das dann doch zu sehr gewollt und nicht ikonisch genug.
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Knuckledust“ besitzt eine recht verspielte Inszenierung, die zwar am ehesten von ihren Vorbildern zehrt, sich aber doch stilsicher gibt. Aus handwerklicher Sicht ist das alles etwas billiger, aber nicht unbedingt schlecht gemacht. Die Story wirkt anfangs simpel, bekommt hinterher unnötig viele Wendungen spendiert, die nicht gerade glaubwürdig erscheinen, das Treiben aber immerhin nie zu eintönig werden lassen. Über die Darsteller kann man sich nicht beklagen und die Figurenzeichnung ist teilweise ebenfalls nicht so schlecht. Was den Coolness-Faktor betrifft, so darf man sich jedoch streiten, denn das wirkt schon alles sehr hart gewollt und funktioniert deshalb nicht wirklich. Obwohl die Atmosphäre relativ amüsant ist, erfüllt sie ihren Zweck nur bedingt. Mehr Action wäre auch nicht verkehrt gewesen, obwohl die vorhandene okay aussieht. Mit großer Brutalität sollte man allerdings nicht rechnen und ein paar Längen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Alles in einem knapp über dem Durchschnitt und sicher kein schlechter Versuch, aber deutlich ausbaufähig!
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Knuckledust“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Knuckledust; Frankreich | Großbritannien 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 30.04.2021

 

Knuckledust [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Tournament (2009)
 
Snatch – Schweine und Diamanten (2000)
 
Rock N Rolla (2008)
 

Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

Growl – Er riecht Deine Angst [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)