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Drama

Filmkritik: „I’ll Take Your Dead“ (2018)

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I’LL TAKE YOUR DEAD

Story

 
 
 

Ein alleinerziehender Vater bekommt unerwarteten Besuch von einer skrupellosen Bande Krimineller und muss in den eigenen vier Wänden ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Kritik

 
 
 
ALEXANDRE AJA, ROB ZOMBIE oder ELI ROTH – Namen bekannter Filmemacher, die den meisten Horrorfilmfans ein Begriff sein dürften. Was aber nur die wenigsten wissen: es gibt weitaus mehr Regisseure, die den Zuschauer mit schaurigen Filmen den Schlaf verderben möchten und dabei nicht unbedingt schlechter sind, als die oben genannten. Zu einem derer zählt CHAD ARCHIBALD. Der dreht am Fließband Genre-Streifen, die sogar auf einschlägigen Festivals gelobt wurden. Dennoch will sich der Name des kreativen Filmfans nicht so recht in die Köpfe einbrennen. Vielleicht gelingt das nun endlich mit I’LL TAKE YOUR DEAD. Hierbei handelt es sich um den bisher besten, ausgereiftesten und rundesten Gruselausflug des Filmemachers, der zuletzt mit so Horrorwerken wie BITE, THE HERETICS oder THE DROWNSMAN versucht hat im Horror-Genre Anschluss zu finden.
 
 
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Endstation Müllbeseitigung. Eigentlich ist William (AIDAN DEVINE) ein fürsorgender Vater. Wäre da nicht die zwielichtige Bestreitung des Lebensunterhalts mit dem er sich und seine Tochter Gloria (AVA PRESTON) über Wasser halten muss. Im Namen einer brutalen Gang beseitigt er die toten Körper jener, die mit Bandenanführer Reggie (ARI MILLEN) so ihre Probleme gehabt haben. Leider kommt bald Abwechslung in den sonst eher stupiden Arbeitsalltag. Eine Leiche der neuen Lieferung ist nämlich gar nicht so tot, wie anfangs vermutet. Eine heikle Situation für den Alleinerziehenden. Der grübelt über das weitere Vorgehen, entscheidet sich aber dann dazu die vermeintliche Tote am Leben zu lassen. Ein fataler Fehler. Weil Gangoberhaupt Reggie erfährt, dass eines seiner Opfer immer noch unter den Lebenden weilt und von seinem Leichenbeseitiger geschützt wird, bringen sich Vater William und dessen Tochter in Gefahr. Zivilcourage kann eben auch manchmal tödlich sein.
 
 
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Endlich mal wieder ein guter Thriller. Die machen sich in letzter Zeit rar. I’LL TAKE YOUR DEAD ist ein Mix aus diversen Sub-Genres. Regisseur CHAD ARCHIBALD geht Experimente ein und vermischt hier Geister-Horror mit Thriller- und Home-Invasion-Momenten. Dabei erzählt er eine erschütternde und emotionale Vater-Tochter-Geschichte, die vor allem durch eines punkten kann: ästhetische Bilder und gute Schauspieler. An dieser Stelle sollte vor allem die 14-jährige AVA PRESTON genannt werden. Die spielt wie eine Große und verkörpert eine taffe Teenagerin, die plötzlich beginnt Geister zu sehen. Während Vater William im Auftrag eines Gangsterbosses Leichen in Salzsäure verschwinden lässt, wird Tochter Gloria zum unfreiwilligen Medium. Doch die Gabe ist alles andere als willkommen. Das Mädchen wird nämlich von den Seelen jener heimgesucht, die der Vater verschwinden lassen soll. Für Gloria eine Qual, denn die Angst vor dem Unerklärlichen machen jeden neuen Tag zum Albtraum.
 
 
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Leider schneidet CHAD ARCHIBALD die Geister-Thematik nur an, denn im Mittelpunkt stehen vorrangig zwischenmenschliche Beziehungen, in der vor allem die Vater-Tochter-Beziehung besondere Gewichtung erhält. Die gerät schon bald ins Wanken, weil mit der vermeintlich toten Jackie eine weitere Person in den Fokus gerückt wird, die das Verhältnis der kleinen Familie auf eine harte Probe stellt. Tochter Gloria sieht in ihr einen Mutterersatz und schlägt sich auf die Seite des unerwarteten Gastes. Dass das dem Familienoberhaupt so gar nicht passen will, dürfte logisch sein. Konfliktreiche Geschichten ziehen auch im Genre-Kino nach wie vor.
 
 
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Dennoch dürfte I’LL TAKE YOUR DEAD aber nicht jedem Horrorfan schmecken. Viel mit Horror hat dieser Mysterythriller nämlich nicht am Hut. Das Familiendrama besitzt zwar wenige Gruselmomente, wird aber ab Filmmitte zum Bandenthriller in dem zusätzliche Home-Invasion-Rezepturen implementiert wurden. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Trotz überschaubarer Handlung zeigt CHAD ARCHIBALD, dass man auch aus kleinen Geschichten packende Abendunterhaltung machen kann. Es kommt einzig darauf an, wie man Handlungen verpackt, die im Grunde genommen auf einen Bierdeckel passen. Im Zuge dessen sollten man deshalb die Karriere des kanadischen Filmemachers im Auge behalten. Betrachtet man nämlich dessen bisherige Arbeiten, ist eine konsequente Weiterentwicklung zu erkennen. Die hat nun im Falle von I’LL TAKE YOUR DEAD ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Ein sehenswertes Stück Zelluloid, das wir an dieser Stelle aufgeschlossenen Genre-Fans ans Herz legen wollen. Da darf man gespannt darauf sein, was in Zukunft von diesem talentierten und ambitionierten Regisseur kommen wird. Handwerklich saubere und atmosphärische Horrorfilme drehen kann der nämlich zweifelsohne.
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Geister-Grusel trifft auf Bandenthriller und Home-Invasion-Grauen. I’LL TAKE YOUR DEAD ist gelungener Indie-Horror, der endlich mal zeigt, was Regisseur CHAD ARCHIBALD wirklich drauf hat. Der ist ein richtiges Arbeitstier und dreht und produziert am Fließband Filme, von denen man definitiv schon mindestens einen gesehen hat. Ob ANTISOCIAL, BED OF THE DEAD oder BITE – der gebürtige Kanadier baut sich so langsam einen Ruf im Genrefilm auf und hat nun mit I’LL TAKE YOUR DEAD endlich mal was Rundes gemacht. Handwerklich ist der Streifen über jeden Zweifel erhaben. Man merkt förmlich, dass der leidenschaftliche Filmemacher sicher bei dem ist, was er tut. Die Kameraarbeit ist exzellent, die Symbiose zwischen Klangteppich und Schreckmomenten hervorragend und auch atmosphärisch fährt I’LL TAKE YOUR DEAD groß auf. Hier sieht alles nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat. Eine Kunst für sich, die vor allem durch die guten Schauspieler verstärkt wird, weil die für Indie-Horror-Verhältnisse ungewöhnlich gut spielen. Da sind die Zeiten üblen Horror-Trash kurz vergessen, der einem sonst mit wenig Aufwand vor die Füße geworfen wird. I’LL TAKE YOUR DEAD ist weit weg von Trash und eine Empfehlung für jene, die endlich mal wieder gute und ehrliche Genre-Ware in den Player schieben wollen. Dieser Film enttäuscht keineswegs. Deshalb vergeben wir für diesen Film das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Zensur

 
 
 
I’LL TAKE YOUR DEAD wird nicht viel gemordet oder gesplattert. Es wird einer Leiche ein Bein abgesägt. Ebenso bekommt man mal einen abgetrennten Kopf einer Leiche zu suchen. Die meisten Gewaltmomente reduzieren sich auf das Ende. Dann gibt es einige Einschüsse zu sehen. Zudem verbrennt ein Protagonist. Das alles taugt für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
Demon Girl – Das Böse lebt in ihr (2016)
 
The Badger Game (2014)
 

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Filmkritik: „Look Away“ (2018)

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LOOK AWAY

Story

 
 
 

Ein Mädchen mit Problemen, beginnt plötzlich mit dem Spiegelbild zu quasseln und baut mit dem gespiegelten Alter Ego eine emotionale Bindung auf.

 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Kritik

 
 
 
Wenn sich im Horror-Kino junge Außenseiter die Augen ausweinen, weil sie vom Umfeld gemobbt und schikaniert werden, dürfte jedem erfahrenen Horrorfilmkenner einleuchten, dass irgendwann die Sicherungen durchbrennen werden. Da werden schnell mal aus scheinbar unschuldigen Lämmchen unaufhaltsame Furien, die im plötzlichen Blut- und Rache-Rausch nicht mehr klar denken können. Im Film von ASSAF BERNSTEIN ist das nicht anders. Der bringt ein heikles Thema auf die Mattscheibe, das für psychologischen Thrill herhalten musste. Die Rede ist von Mobbing an Schulen und dem Problem vieler Jugendlicher, in Zeiten technischen Fortschritts keine echten sozialen Kontakte mehr schließen zu können. Haben Eltern dann auch noch zu hohe Karriere-Erwartungen an ihre Sprösslinge ist ein Blackout nicht weit. Demzufolge kommt nun nach CARRIE, ALENA und #HORROR der nächste „ein Außenseiter schwört Rache“-Film mit kritischer Note. Ob LOOK AWAY jedoch was kann oder nur ein weiterer überflüssiger Teen-Thriller ist, sagen wir Euch in unserer Filmvorstellung.
 
 
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Spieglein, Spieglein an der Wand: Bin ich das da im Spiegelbild oder doch jemand anderes? Genau das muss sich auch die introvertierte Marie (INDIA EISLEY) fragen. Die ist zwar schön, aber für Vater und Schönheitschirurg Dan (JASON ISAACS) nicht schön genug. Der zweifelt am Selbstbewusstsein seiner pubertierenden Tochter und schenkt ihr zum Geburtstag erst einmal einige Schönheitskorrekturen. Keine große Hilfe für die Heranwachsende. Die ist ohnehin schon verunsichert, weil es im Leben nicht sonderlich gut läuft. Die Familie ist zerrüttet, in der Schule wird sie gemobbt und auch mit sozialen Kontakten hat Marie ihre Probleme. Da entdeckt sie plötzlich im Jugendzimmer Sonderbares. Dort, wo sie sich tagtäglich zum Weinen zurückzieht, ist plötzlich jemand zugegen, der die Teenagerin versteht. Es ist das Spiegelbild der attraktiven Schülerin, das tröstende Worte spendiert und Tipps gibt, wie man besser durchs Leben kommt. Eine gute Sache, die aber einen Haken hat: Das Spiegelbild mit dem Name Airam hat eine besondere Gabe und die nennt sich Manipulation. Es benutzt das Gegenüber, um aus dem Spiegelgefängnis zu entkommen. Leider kommt Marie erst zu spät zur Einsicht. Spiegelbilder sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Außenseiterdrama über eine schizophrene Teenagerin, doppelbödiges Psychogram einer fehlgeleiteten Heranwachsenden oder knüppelharter Schocker in dem eine Schülerin mit ihrem Umfeld abrechnet? Genau das ist des Pudels Kern und Kernthema von LOOK AWAY. Der Film hält nämlich den Zuschauer auf Trab und offenbart nur schleichend seine wahren Intensionen. Weil wir den Streifen aber hier auf FILMCHECKER besprechen, wo düsteren Schocker Beachtung finden, dürfte schnell klar sein, in welche Schublade Regisseur ASSAF BERNSTEIN diesen Film stecken will. Der erzählt hier die Horror-Version von DAS DOPPELTE LOTTCHEN und ist darin gar nicht mal so ungeschickt. Heldin Marie tauscht nämlich mit ihrem Spiegelbild die Rollen. Während die wegen ihrer unsicheren Art im Leben so gar kein Glück hat und von allen nur verspottet wird, ergreift das gespiegelte und extrovertierte Alter Ego die Initiative. Schnell ist die falsche Marie im Gespräch und plötzlich kein Niemand mehr. Doch dabei soll es nicht bleiben. Das Spiegelbild, das sich selbst Airam nennt, hat einen Plan und der nennt sich Rache. Horrorfans werden da hellhörig.
 
 
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In der Tat wird aus dem CARRIE-gleichen Einstieg plötzlich ein Horrorthriller mit düsterem Tenor. Die boshafte Airam hat nämlich Gründe, warum sie ihrem Spiegelgefängnis entkommen möchte und auf Rachefeldzug gehen will. Diese bleiben aber bis kurz vor Ende unbeantwortet und werden im Laufe des Streifens nur durch wirre Flashbacks angedeutet, damit der Zuschauer auch ja lang im Dunkeln tappt. Ein geschickter Schachzug, um LOOK AWAY nicht allzu plump aussehen zu lassen und die Handlung halbwegs spannend zu gestalten. Das hat der Film auch dringend nötig. Sieht man nämlich von der Spigelbild-Tausch-Thematik ab, ist dieser Thriller auch nur ein weiterer generischer Grusel-Mystery-Streifen, der für den Massenmarkt gefertigt wurde. Doch das muss nicht zwangsläufig schlechtes bedeuten. Trotz konventioneller Machart und stereotyper Figuren ist LOOK AWAY ganz kurzweilig geraten. Ein Großteil dessen ist auf die gut gewählten Darsteller zurückzuführen. Vor allem die attraktive INDIA EISLEY zeigt lobend, dass sie sich nicht nur auf ihre Optik reduzierend lassen will. Die spielt hier zwei Rollen, die gegensätzlicher nicht sein könnten – und das mit Bravour. Mal ängstlich-verunsichert, mal emanzipiert-wild. Manch andere makellose Jungdarstellerin wäre da überfordert gewesen und hätte es bei dem belassen, was sie wirklich kann: einfach nur schön sein. Aber LOOK AWAY hat nicht nur attraktive Menschen zu bieten. Weil hier in erster Linie Horrorfans angesprochen werden sollen, darf auch Gewalt nicht fehlen. Die findet vor allem im Endspurt Verwendung und macht aus LOOK AWAY eine runde Sache für einen Horrorabend bei Kerzenschein mit der Freundin auf der Couch. Unterm Strich: Leichte Gruselunterhaltung ohne Längen, die zwar nicht großartig nachwirkt, dafür aber solide unterhält. Genau das richtige für jene, die die meiste Zeit auf dem Streaming-Portal NETFLIX verbringen und nicht zu sehr gefordert werden wollen.
 
 
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LOOK AWAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Doppeldeutiges, kurzweiliges und spannendes Thriller-Kino. Zudem hat LOOK AWAY mit Hauptdarstellerin INDIA EISLEY auch noch einen regelrechten Hingucker in petto, der vor allem männliche Zuschauer feuchte Träume beschweren dürfte. LOOK AWAY ist nichts Großes und auch nichts für Feingeister. Aber das möchte der Film auch gar nicht sein. Der Streifen will den schnellen Thriller-Konsum befriedigen und bietet somit Gruselunterhaltung für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch. Handwerklich ist das solide gelöst. ASSAF BERNSTEIN baut langsam Spannung auf und lässt am Ende die Katze aus dem Sack, wobei die Erklärungsversuche nicht immer plausibel sind. Ist hier eine Teenagerin mit finsteren Mächten im Bunde, die plötzlich das Leben der Filmheldin übernehmen? Oder handelt LOOK AWAY von einer psychisch labilen Schülerin, die gern jemand anderes sein will und schizophrene Züge an den Tag legt? So wirklich eindeutig ist die Auflösung nicht, weil Macher ASSAF BERNSTEIN permanent zwischen Außenseiterdrama und Mystery-Thriller umherspringt. Fantasiebegabten Zuschauern dürfte das aber egal sein. Die werden sich schon ihre eigenen Erklärungsansätze zusammenreimen. Kann man sich durchaus mal anschauen.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Zensur

 
 
 
LOOK AWAY ist keine Schlachtplatte. Eine Protagonistin stößt unsanft mit dem Kopf gegen eine Wand und stirbt, ein anderer Protagonist erhält einen Schlag auf den Kopf und verliert so sein Leben. Weiterhin wird eine Figur mit einem Seziermesser um die Ecke gebracht. Das alles reicht für eine sichere FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oculus (2013)
 
Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)
 
Alena (2015)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Boarding School“ (2018)

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BOARDING SCHOOL

Story

 
 
 

Ein introvertierter Junge erlebt in einem sonderbaren Internat den blanken Horror.

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Kritik

 
 
 
Wenn Jugendliche in düstere Internate geschickt werden, wissen alteingesessene Horrorfilmzuschauer mittlerweile, dass ihnen dort das Grausen erwarten wird. Meist schmieden nämlich in diesen Filmen boshafte Lehrkörper an furchtbaren Plänen. Die Schule ist schon lange kein Ort der Sicherheit mehr. Das Genre-Kino hat uns gelehrt, das gerade dort wo für die Zukunft gebüffelt werden soll, furchteinflößende Gestalten ihr Unwesen treiben. Ob es – wie in SUSPIRIA – Hexen sind, die ausgerechnet in einer Tanzschule ein Höllentor bewachen oder nur die Seelen verstorbener Künstler, die – wie in DOWN A DARK HALL – in die Körper ahnungsloser Mädchen schlüpfen wollen. Schulen sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Umso mehr kann man es Schülern nicht übel nehmen, wenn die lieber schwänzen, statt in diesen Einrichtungen zu pauken. Albtraum Schule ist auch im Spielfilm BOARDING SCHOOL Programm. BOAZ YAKIN hat hier geschrieben und Regie geführt. Eigentlich ein talentierter Mann Hollywoods. Der steuerte nämlich das Drehbuch des Kultfilms DER PUNISHER mit Action-Legende DOLPH LUNDGREN bei und drehte so Thriller- und Actionzeugs wie GEGEN JEDE REGEL oder SAFE – TODSICHER. Umso mehr verwundert die Arbeit an BOARDING SCHOOL. Der Streifen ist im direkten Vergleich zu den bisherigen Arbeiten des Filmemachers eine ganz andere Hausnummer. Statt glattgebügelter Hochglanzware wird eine ungeschliffene Indie-Produktion aufgetischt. Eigentlich nichts Schlechtes – hätte doch BOARDING SCHOOL nicht so viele Ecken und Kanten, die dann schon wieder zu viel des Guten sind.
 
 
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Eigentlich ist Jacob nur ein introvertierter Junge, der sich mitten in der Pubertät befindet. Ein schwieriger Lebensabschnitt, der vor allem die Eltern vor große Herausforderungen stellt. Nachts wacht der Junge schweißgebadet auf, weil er von Albträumen geplagt wird. Für die Mutter keine einfache Zeit, die wegen der allnächtlichen Schreie des Jungen nicht mehr zum Schlafen kommt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Jacob. Als die Großmutter ganz plötzlich dahinscheidet, wissen die Eltern nicht mehr weiter. Der Heranwachsende flüchtet sich nämlich in seine ganz eigene Welt, um schmerzhafte Schicksalsschläge verarbeiten zu können. Ein wesentlicher Grund, warum der Sonderling in ein Internat gesteckt wird. Dort soll er lernen, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Leider machen die Schulleiter von ganz eigenen Methoden Gebrauch, um die Schüler zu disziplinieren. Statt Schulbüchern liegen hier Gottesbücher aus. Und auch bei der Züchtigung vertrauen Lehrer eher konservativen Methoden. Tatsachen, die die Jugendlichen bald hinterfragen werden, denn offenbar liegt mit dieser Privatschule einiges im Argen.
 
 
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Ein merkwürdiger Film, der in erste Linie aber nur wenig mit Horror am Hut hat. Genau genommen ist BOARDING SCHOOL im Thriller- und Drama-Fach beheimatet, obwohl selbst diese Kategorisierungen nur selten eindeutig bleiben. BOARDING SCHOOL handelt von Außenseitern, die in einer Schule nach dem Warum und sich selbst suchen. Warum sind sie hier? Weshalb benehmen sich Lehrer so sonderbar? Und warum werden in dieser Schule gerade einmal sieben Schüler unterrichtet? Die Antwort darauf lässt auf sich warten, denn Regisseur BOAZ YAKIN macht aus seiner Geschichte ein Geheimnis – wohl vermutlich auch, um so die Spannung voranzutreiben. Hin und wieder gelingt ihm das ganz gut, wobei lobenswerter auf Charakterentwicklung geachtet wurde. So erhalten die Jungschauspieler genug Zeit, um sich in ihren Rollen vertiefen zu können. Leider ist Erfahrungsmangel und Talent ein großes Problem. So wirken die erbrachten Schauspielleistungen mancherorts unbeholfen und hölzern – grenzen oft sogar an Overacting. Weil der Film fast ausschließlich von unerfahrenen Jungdarstellern getragen wird, mausert sich BOARDING SCHOOL mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Rätselraterei. Hier wird nämlich viel gequasselt, was vor allem durch die Unerfahrenheit der Darsteller zum Problem wird.
 
 
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Aber auch die Handlung hat mit Schwächen zu kämpfen. Hier werden viele Themen aufgegriffen, aber zu keinem befriedigenden Ende geführt. Regisseur BOAZ YAKIN scheint seine Handlung nicht unbedingt unter Kontrolle zu haben. Der wirft zahlreiche Einfälle in einen Topf und scheint es offenbar darauf anzulegen, was am Ende für eine sonderbare Mixtur auf dem Teller landet. Das Sprichwort „Friss oder Stirb“ trifft es auf den Kopf. Zu sehen gibt es eine Teen-Liebesgeschichte, blutige Morde, eine Suche nach der eigenen Identität, Naziflashbacks und düstere Geheimnisse. Eigentlich ein interessanter Cocktail, wäre das Gebräu nicht doch etwas unausgegoren, überladen und wirr. Demzufolge kein Film für den Massenmarkt, sondern für Leute, die sich gern auf sonderbare Experimente einlassen wollen. Aufgeschlossen muss man zweifelsohne sein, um BOARDING SCHOOL genießen zu können, denn dieser Film ist wie seine Helden: ein waschechter Außenseiter mit Problemen.
 
 
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BOARDING SCHOOL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der geschwätzige BOARDING SCHOOL ist mehr Drama statt Horror. Der Streifen thematisiert viele emotionale Themen. Darunter: elterliche Enttäuschung, Mobbing und die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität. Als wäre das nicht schon Stoff für mehrere Filme wird der Streifen noch um Grusel- und Nazithematik erweitert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Im Mittelpunkt steht eine Coming-of-Age-Geschichte, die um Horror-Elemente erweitert wurde. Zu viel des Guten, wie wir meinen, denn BOARDING SCHOOL entpuppt sich unterm Strich als wirrer und teils unausgegorener Grusel-, Thriller- und Dramen-Mix welcher derart viele Gedanken und Ideen enthält, dass es nicht wundern würde, wenn man den Faden verliert. BOARDING SCHOOL ist keine einfache Kost und vor allem nichts für den Otto-Normal-Zuschauer. Kann man schauen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in BOARDING SCHOOL rar gesät. Meist bekommt man nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Demzufolge ist dieser Film nichts für jene, denen es nicht blutrünstig genug vor der Linse zugehen kann. CAPELIGHT PICTURES hat sich die Rechte zum Film gesichert und dürfte für den Streifen problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
The Moth Diaries (2010)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2001)
 
Der Fluch von Hellestad (2004)
 
Suspiria (1977)
 
 
Suspiria (2018)


Filmkritik: „Down a Dark Hall“ (2018)

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DOWN A DARK HALL

Story

 
 
 

Eine Teenagerin mit Problemen landet in einem gruseligen Internat. Leider geht es dort – wer hätte es gedacht – mal wieder nicht mit rechten Dingen zu.

 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer neuen Runde: Horrorfilme, die auf Romanen basieren. Schon wieder mag man meinen, denn die Traumfabrik ist bekannt dafür sich an bekannten Buchstoffen zu vergehen, um damit maximalen Profit zu machen. Diesmal kommt die Vorlage von jemandem, der schon die Geschichten für so manch erfolgreichen Horrorfilm geliefert hat. LOUIS DUNCAN nennt sich die leider 2016 verstorbene Schriftstellerin, die seit den 1950ern spannende Jugendbücher schrieb und als erste Autorin überhaupt Suspense und Thrill ins Jugendbuch brachte. Über 50 Bücher gehen auf das Konto der gefeierten Amerikanerin, von denen sogar einige von Hollywood verfilmt wurden. Darunter Thriller wie ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, dessen Fortsetzung und TÖTET MRS. TINGLE. Leider kamen diese Filme bei der Schriftstellerin gar nicht gut an. Im Zuge der durch SCREAM verursachten Wiedergeburt des Slasherfilms, machte man aus einigen der gelobten Jugendbücher harte Thriller, um die wieder aufgekommenen Nachfrage nach Teenager-in-Angst-Streifen befriedigen zu können.
 
 
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Mit DOWN A DARK HALL hat man sich den einzigen Gothic-Horror-Roman der Autorin gekrallt. Dessen Rechte kamen der Autorin STEPHANIE MEYER in die Hände, die mit den Filmadaptionen ihrer Twilight-Romane mehrere Milliarden Dollar verdiente. Offenbar witterte die gute Frau Potenzial und beteiligte sich als Produzentin mit an der Produktion. Keine so schlechte Idee, denn die filmische Umsetzung des Jugendbuchs kann sich durchaus sehen lassen. Darin hat Teenagerin Kit (ANNASOPHIA ROBB) ein schweres Los gezogen. Die leidet unter dem tragischen Tod des Vaters und kommt mit den neuen Familienverhältnissen gar nicht klar. Die Mutter hat einen neuen Partner an ihrer Seite, den Kit leider gar nicht akzeptieren will. Hinzukommt, dass die Teenagerin Probleme in der Schule bereitet, weshalb die Jugendliche in ein spezielles Internat gebracht wird, um dort wieder auf den rechten Weg gebracht zu werden. Doch im Blackwood Internat herrschen andere Regeln. Handys sind tabu und Kontakt zur Außenwelt ebenfalls. Die Privatschulleiterin Madame Duret (UMA THURMAN) führt ein hartes Regime. Das ist auch dringend notwendig, denn offenbar soll niemand draußen wissen, dass in dieser Einrichtung alles etwas anders läuft. Das beginnt schon bei der Anzahl der Schüler. Hier werden nicht mehrere hundert Mädchen unterrichtet. Nein, die düsteren Klassenräume muss Kit mit gerade einmal vier anderen Leidgenossinnen teilen, die plötzlich seltsame Gaben entwickeln. Während sich die eine plötzlich zum Mathematik-Genie entwickelt und eine andere wie Picasso malt, spielt die rebellische Kit aus nicht erklärbaren Gründen Klavier, als wäre sie Chopin persönlich. Was liegt hier im Argen? Wer das Buch nicht gelesen hat, sollte sich überraschen lassen.
 
 
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Der in Barcelona mit englischsprachigen Schauspielern inszenierte DOWN A DARK HALL lebt von einer prächtigen Gruselkulisse, die endliche wieder Gothic-Grusel ins Wohnzimmer bringt. Knarrende Dielen, unheimliche Stimmen und schlecht ausgeleuchtete Flure – das sind gute Voraussetzungen für Grusel mit Gänsehautgarantie. In der Tat entwickelt der Mysterythriller schnell eine Aura des Unbehagens, weil sich Regisseur RODRIGO COTRÉS als talentierter Erzählmeister entpuppt, der vor allem mithilfe von Bildern Geschichten erzählt. Wurde die Handlung erst einmal in Dunkelheit getaucht, wird die Story zur Nebensache. Gruselstimmung ist im Falle von DOWN A DARK HALL offenbar alles. Davon hat der Gruselfilm reichlich in petto und stopft damit so einige Ungereimtheiten. Letztere machen sich vor allem mit fortlaufender Laufzeit bemerkbar. Je näher der Streifen seiner Zielgerade entgegenfiebert, umso absurder und klischeehafter wird er. So wird schnell ein Mysterium heraufbeschworen, das lang im Verborgenen bleibt. Eine zuvor rebellische Teenagerin kommt plötzlich zur Vernunft, lüftet das seit Jahrzehnten verborgene Geheimnis eines Internats und bringt damit die Schule zu Fall. Weniger Standard-Verläufe für Mysterythriller hätten DOWN A DARK HALL gutgetan. Dennoch ist der von RODRIGO COTRÉS inszenierte Gruselthriller kein schlechter Genre-Beitrag. Das mag vor allem an der kurzweiligen Machart, dem schaurigen Filmlook und den guten Darstellern liegen. Allen voran UMA THURMAN. Die mimt hier mit französischem Akzent und trockenem Humor eine mürrische Schulleiterin. Steht ihr ganz gut die Rolle.
 
 
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DOWN A DARK HALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckendes und absolut stimmiges Gruselmärchen mit Starbesetzung. DOWN A DARK HALL ist die makellose Kinoadaption eines Jugendbuchs von 1974, die vor allem durch eines überzeugen kann: Atmosphäre. Regisseur RODRIGO COTRÉS scheint nach dem minimalistischen Thriller BURIED offenbar an der Zusammenarbeit mit hochkarätigen Hollywoodstars Gefallen gefunden zu haben. Nach ROBERT DE NIRO und RYAN REYNOLDS arbeitet er nun mit UMA THURMAN zusammen, die sich mal wieder von einer ganz anderen Seite zeigt. DOWN A DARK HALL hat all das, was man von einem Gruselfilm erwartet. Schauerstimmung ist allgegenwärtig und die Handlung bleibt weitestgehend spannend, weil man versucht die Auflösung so lang wie möglich hinauszuzögern. Die ist zwar absurd und reichlich speziell. Wer sich aber damit arrangieren kann, erlebt konventionellen Gothic-Horror für kühle Herbsttage. Da hatte man schon schlechteres auf dem Schirm.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Zensur

 
 
 
DOWN A DARK HALL wurde in Amerika mit einem jugendfreundlichen PG-13 in die Kinos gebracht. Das wundert nicht, denn der Film hat außer düstere Stimmung keinerlei Schauwerte zu bieten. Erst gegen Ende verbrennen einige Menschen. Das wird aber teils nur angedeutet. Zudem gibt es Besessenheitsszenen zu sehen. Das dürfte wohl einer der Gründe sein, weshalb die FSK hierzulande nicht so locker mit der Freigabe sein wird. Vermutlich wird der Film in Deutschland mit blauem FSK16-Flatschen im Handel stehen.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Premiere)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Suspiria (1977)
 
Dämonen im Mädchenpensionat (2006)
 
Die Sehnsucht der Falter (2011)
 
Die Tochter des Teufels (2015)
 


Filmkritik: „Our House“ (2018)

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OUR HOUSE

Story

 
 
 

In dieser kanadisch-deutschen Coproduktion öffnen drei Geschwister mit einer selbstgebauten Maschine versehentlich das Tor zu Geisterwelt und richten damit erheblichen Schaden an.

 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Kritik

 
 
 
Und mal wieder was mit Geistern – hatten wir in diesem Jahr bisher nur gefühlt 1500 Mal. Was diesen Film aber aus der Masse hervorstechen lässt ist die Tatsache, dass man mit OUR HOUSE ein Remake in den Händen hält. Regisseur ANTHONY SCOTT BURNS (HOLIDAYS – Segment: FATHER’S DAY) hat nämlich hier einen Film neu interpretiert, den es vor einigen Jahren schon einmal gab. GHOST FROM THE MACHINE schimpfte sich der auf Filmfestivals gelobte Gruselfilm, der angeblich nur schlanke 25.000 Dollar gekostet haben soll und bei Publikum und Presse wie eine Bombe einschlug. Offenbar waren vom Resultat selbst die Studiobosse von UNIVERSAL PICTURES begeistert. Die sicherten sich die Remake-Rechte und planten einen kommerziellen Schauerangriff in den Lichtspielhäusern. Für den war eigentlich GARY SHORE als Regisseur vorgesehen. Doch der dürfte so seine Gründe gehabt haben, sich letztendlich doch umzuentscheiden und das Regiezepter dem Kollegen ANTHONY SCOTT zu übergeben. Schaut man sich den fertigen OUR HOUSE an, kann man sich schon denken, woran es gelegen haben muss. Der Film ist nämlich weit weg von dem, was sich da Macher MATT OSTERMAN mit einfachen Mitteln für GHOST FROM THE MACHINE im Jahr 2010 ausgedacht hat. In der Neuverfilmung gibt es nämlich Gruselei für die breite Masse zu sehen. Originalität? Fehlanzeige! Da werden schon die Augen nur beim Lesen der Inhaltsangabe schwer. Wo sind nur die cleveren Gruselfilme im Stile eines THE SIXTH SENSE?
 
 
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Hätte Ethan (THOMAS MANN aus AMITYVILLE: THE AWAKENING) doch noch mehr Zeit mit der Familie verbracht. Seit der nicht mehr zu Hause wohnt und auf eigenen Beinen steht, muss er sich überwinden überhaupt mal nach Hause zu fahren, um Eltern und Geschwister zu besuchen. Doch die Schelte folgt auf dem Fuß. Die Eltern sterben bei einem Autounfall und Ethan bekommt einen Denkzettel für sein ignorantes Verhalten. Der muss sich fortan um die Geschwister Becca und Matt kümmern und zieht zurück in das Haus der Eltern. Aller Anfang ist schwer, zumal der junge Mann lernen muss, die Erziehung der Geschwister und den eignen Job auf die Reihe zu bekommen. Doch Ethan strebt Großes an. Mit einer selbstgebauten Maschine will er Glühlampen auch ohne Strom oder Steckdose zum Leuchten bringen. Leider offenbart das Gerät bald andere Stärken. Ist es erst einmal eingeschaltet, öffnet es das Tor zur Geisterwelt. Mit fatalen Folgen.
 
 
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Erst Drama, dann Horror. OUR HOUSE beginnt ganz brauchbar. Wir sehen, wie drei Geschwister nach dem Tod der Eltern irgendwie versuchen über die Runden zu kommen. Der ältere und zuvor noch rebellische Ethan wird zum Vormund. Statt lockeres Gammelleben, muss der nun Struktur in den Alltag bringen, damit aus den beiden jüngeren Geschwistern was Anständiges wird. Doch die Trauer über den Verlust der Eltern muss bald für paranormalen Schabernack weichen. Schnell entwickelt sich OUR HOUSE nämlich zum überraschungsarmen Gruselgroschenroman, der Spuk mit Mystery vermischt und sich dabei nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Hier ein paar falsche Fährten, dort vorhersehbare Schockmomente. Wirklich „scary“ ist OUR HOUSE leider zu keiner Minute, zumal erfahrene Gruselkenner schnell des Pudels Kern wittern werden und den Ausgang der Geschichte vorausahnen. Mehr unkonventionelle Gruselei hätte an dieser Stelle Not getan. Doch statt innovativer Angstmacherei mit frischen Ideen, läuft die in OUR HOUSE zelebrierte Geisterbahn nach altbekannter Schauerrezeptur ab. Erschrecken, schreien, laufen und retten. Geisterfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren. Angesehen und abgehakt – der nächste Gruselfilm wartet bereits.
 
 
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OUR HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Handwerklich souverän inszenierter Gruseltrip, dem es aber an Originalität mangelt. Was wie ein deprimierendes Familiendrama beginnt, entpuppt sich leider recht schnell als vorhersehbarer Mix aus Hoopers POLTERGEIST, WHITE NOISE und ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT, der zu verkrampft darum bestrebt ist, sein PG-13 zu halten. Das bedeutet unterm Strich: seichte Gruselunterhaltung für die ganze Familie, die mit billigen Taschenspielertricks versucht den Zuschauer zu erschrecken. OUR HOUSE ist ein Remake eines Streifens aus dem Jahr 2010. Leider bringt es hier mal wieder die Film-Weisheit auf den Punkt, dass Neuverfilmungen meist im Schatten ihrer Vorlagen stehen. Während GHOST FROM THE MACHINE (so der Originalfilm) auf Filmfestivals gelobt wurde, dürfte über OUR HOUSE bald niemand mehr sprechen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: OUR HOUSE bleibt nicht im Gedächtnis, weil er genau das abspult, was man bereits unzählige Male in gleicher Form im Kino zu sehen bekommen hat. Schade.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Zensur

 
 
 
Wer auf Gewaltmomente hofft, wird enttäuscht werden. In OUR HOUSE gibt es keine Schauwerte. Es fließt weder Blut, noch sterben Menschen vor der Kamera. Einige unheimliche Geisterszenen könnte etwas Gänsehaut bewirken. Sonderlich gruselig ist OUR HOUSE aber nicht. In Amerika erhielt der Streifen ein niedriges PG-13. Diese Freigabe ist gerechtfertig. Hierzulande gibt es wohl eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
White Noise (2005)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
The Darkness (2016)
 
Jessabelle (2013)
 


Filmkritik: „Pyewacket – Tödlicher Fluch“ (2017)

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PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH

(PYEWACKET)

Story

 
 
 
In PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH wünscht sich eine Teenagerin den Tod der eigenen Mutter. Dabei holt sie sich bei dunklen Mächten Unterstützung.

 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Kritik

 
 
 
Sei vorsichtig vor dem, was Du Dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen. Genau jene weisen Worte gab bereits ein boshafter Dschinn in WISHMASTER (1997) dem Zuschauer mit auf dem Weg. Der machte sich die Habgier wunschgeiler Menschen zu eigen und beförderte sie damit gleich mal in den Tod. Drei Fortsetzungen folgten und machten unbedachtes Wünschen für das Publikum zu blutroter Unterhaltung mit sarkastischer Note. Offenbar lieferte die Reihe für einige Filmemacher genug Inspiration. Ähnliches Prinzip wurde nämlich auch in WISH UPON von 2017 angewandt, wo man nicht minder zynisch zur Sache ging, um Kurzweil zu bieten. Auch hier konnte eine alte Spieluhr zwar ebenso Wünsche erfüllen, fordert aber als Gegenleistung für das Erfüllen einen Blutzoll, der die Protagonisten des Films vor unüberwindbare Herausforderungen stellte. Mit denen hat nun auch die Heldin des hier vorgestellten Okkult-Horrors zu kämpfen. PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH rückt nämlich ebenso das unüberlegte Wünschen in den Mittelpunkt und schlägt mit gemeinem Ende vor den Kopf. Gruselstimmung, Drama und grimmige Pointe: Indie-Horror at his best.
 
 
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In PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH hat Leah (NICOLE MUÑOZ aus SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE) unter dem plötzlichen Tod des Vaters zu leiden. Der Schicksalsschlag hat dafür gesorgt, dass sich Mutter (LAURIE HOLDEN) und Tochter immer weiter voneinander entfernen haben und sich Trauer regelmäßig in Frust entlädt. Einer der Gründe, weshalb die Jugendliche immer öfter mit Okkultismus experimentiert, um sich so dem Kummer zu entledigen. Doch schwarze Magie wird der Teenagerin bald zum Verhängnis. Als mal wieder ein Streit mit der Mutter entfacht, flüchtet das Mädchen in die Wälder und beschwört einen Dämon, der das Familienoberhaupt töten soll. Alles nur Hokuspokus? Schön wär’s, denn plötzlich passieren Dinge, die sich Leah nicht erklären kann. Da poltert es im Dachgeschoss und unheimliche Ereignisse lassen nichts Gutes erahnen. So wird aus Spaß plötzlich Ernst und die rebellische Teenagerin muss feststellen, dass man besser erst die Folgen mysteriöser Rituale bedenkt, bevor man sie unachtsam durchführt.
 
 
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Teenager und Okkultismus – das sind zwei Dinge, die sich eigentlich nur selten vertragen. Schaut man sich nämlich ähnlich gestrickte Filme über Jugendliche an, die sich dunklen Mächten anschließen, kann man davon ausgehen, dass auch in PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH geheime Rituale für Chaos sorgen werden. Drehbuchautor und Regisseur ADAM MACDONALD hat hier saubere Arbeit geleistet und solide Gruselunterhaltung abgeliefert, die sich vor allem durch exzellentes Schauspiel auszeichnet. Hier wird Wert auf Figuren und Spannungsaufbau gelegt. Die Effektkeule wird in der Klischee-Mottenkiste gelassen. Das bedeutet, dass sich Macher ADAM MACDONALD im Aufbau seines Filmes an alten Gruselmeistern orientiert und das Grauen gemächlich auf subtilen und psychologischen Wege heraufbeschwört. Demzufolge dauert es auch sehr lang, bis PYEWACKET überhaupt zum Punkt kommt, was aber keineswegs als etwas Schlechtes gewertet werden sollte. Ganz im Gegenteil. Durch langsamen Aufbau kann sich der Zuschauer besser auf die Figuren und ihre Schicksale einlassen, wobei an dieser Stelle vor allem Schauspielerin NICOLE MUÑOZ hervorsticht, die als rebellische wie auch verängstigte Teenagerin Leah eine überzeugende Arbeit abliefert. Die merkt in ihrem jugendlichen Leichtsinn schnell, dass in Wut getätigte Rituale so ziemlicher Blödsinn sind und wird die Geister nicht mehr los, die sie gerufen hat. Eine bittere Erleuchtung, die im Finale schmerzhaft in der Magengrube trifft. Gott sei Dank kann man im Heimkino vorspulen. Nicht jedes Filmende lässt sich nämlich leicht verdauen.
 
 
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PYEWACKET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr subtiles Drama statt schauriger Horrorfilm. PYEWACKET ist durchdachter Okkult-Grusel von Jemanden, der sich mit Horror auskennt. Regisseur ADAM MACDONALD ist kein unbeschriebenes Blatt im Horror-Genre. Der hatte zuletzt mit BACKCOUNTRY einen deftigen Natur-Survival-Thriller abgeliefert und war bereits selbst in Horrorfilmen als Schauspieler unterwegs. So sah man ihn im Werwolf-Grusel WOLVES und dem Home-Invasion-Horror HOME SWEET HOME. Die Liebe zum düsteren Fach kommt auch dem neusten Werk des Filmemachers gelegen. PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH ist ein Gruselfilm alter Schule, der sich in erster Linie auf Figuren und Stimmung konzentriert, statt das Publikum mit schnellen Schnitten und ausgelutschten Schockmomenten zu belästigen. So beleuchtet der Film mehr das problematische Seelenleben seiner desorientierten Jungdarstellerin und hat erst am Ende etwas Gruselei zu bieten. Das hat zur Folge, dass nicht direkt klar wird, was hier eigentlich passiert. Zeichnen sich die mysteriösen Ereignisse nur im Kopf der traumatisierten Heldin ab oder ist hier wirklich ein Dämon am Werk? Die Antwort darauf überlässt Regisseur ADAM MACDONALD dem Zuschauer. Ein geschickter Schachzug und zugleich gelungenes Verwirrspiel. Für Fans schockintensiver und lauter Mainstream-Ware wie COUNJURING ist PYEWACKET aber nicht unbedingt geeignet. Die dürften sich der gemächlichen und eher stillen Inszenierung wegen schnell langweilen. Skandal!
 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Zensur

 
 
 
PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH ist eher ein subtiles Gruseldrama. Es gibt eine Armwunde zu sehen und eine Person, die bei lebendigem Leibe verbrennt. Hierzulande gab es für die überschaubaren Schauwerte eine FSK16 in ungeschnittener Form.
 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pyewacket; Kanada 2017

Genre: Drama, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Behind the Scenes inklusive Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern,
Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Plakat

Release-Termin: 13.07.2018

 

Pyewacket [Limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Pyewacket [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PYWACKET – Mediabook

 
 
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PYEWACKET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Eindringlinge (2015)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
Veronica – Spiel mit dem Teufel (2017)
 


Filmkritik: „The Hollow Child“ (2017)

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THE HOLLOW CHILD

Story

 
 
 

Eine boshafte Kreatur schlüpft in den Körper eines kleinen Mädchens und stiftet so Unruhe.

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Kritik

 
 
 
Dämonen sind schon heimtückische Kreaturen. Die lassen nichts unversucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. So schlüpfen sie nicht selten in die Körper ahnungsloser Opfer, um so unbemerkt Schrecken und Leid zu verursachen. Dabei ganz besonders beliebt als Versteck: unschuldig dreinschauende Kinder, denen man nichts Böses möchte. Die werden im Genrekino gern mal als willenlose Marionetten umfunktioniert, weil niemand vermuten würde, dass in ihnen der Teufel hausen könnte. Eine heimtückische Gruselrezeptur, die auch im Horrorfilm THE HOLLOW CHILD angewandt wird. Ähnlich wie im Okkult-Klassiker DAS OMEN verbirgt sich hier ebenso das Böse hinter vermeintlich unschuldigen Kinderaugen mit dem Ziel, möglichst viel Chaos entstehen zu lassen. Überraschenderweise ist dieser Versuch geglückt. Trotz Erstlingswerk hat der noch unbekannte Nachwuchsregisseur JEREMY LUTTER einen durchweg gelungenen Film hervorgebracht, der vor allem von seiner sympathischen Hauptdarstellerin getragen wird. Letztere wird von JESSICA MCLEOD verkörpert, welche sich mit einer Außenseiterrolle vom üblichen Helden-Klischee abhebt. Gute Voraussetzungen also um Mitfiebern zu können.
 
 
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Olivia (HANNAH CHERAMY) und Samantha (JESSICA MCLEOD) sind zwei Waisenkinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden werden von einem gutbürgerlichen Pärchen aufgenommen und erhalten so die Möglichkeit ein ganz normales Leben zu beginnen. Während die jüngere Olivia schnell einen Draht zu den neuen Eltern findet, fällt es der rebellischen Teenagerin Samantha schwerer sich in die neue Familie zu integrieren. Doch das Schicksal meint es mit beiden Mädchen nicht sonderlich gut. Die jüngere Olivia verschwindet plötzlich im Wald, weil ihre Adoptivschwester nicht auf sie aufgepasst hat. Trotz Suche bleibt das neue Familienmitglied verschwunden. Das lenkt die Enttäuschung der verzweifelten Eltern auf sich, die sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sind, ob es eine gute Idee gewesen ist, eine pubertierende Teenagerin zu adoptieren. Nach drei Tagen voller Kummer taucht das verschollene Mädchen plötzlich wieder auf. Zwar scheint dem Kind nichts passiert zu sein, trotzdem ist Olivia nicht mehr dieselbe. Die reißt ihren Stofftieren die Augen aus und hat offenbar ihre guten Manieren verloren. Ist das Mädchen etwa vom Teufel besessen? Genau jenen Verdacht hegt Adoptivschwester Samantha, die mit Recherchen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken möchte.
 
 
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Vom Bösen besessene Kinder. Das ist ein Thema, dass gern im Horrorkino Verwendung findet. So denke man an den ganz großen Film dieser Gattung: DER EXORZIST. Der verstörte in den 1970ern gerade deswegen, weil sich das Böse in einem Kind formierte, dem man kein Leid zufügen wollte, um den Teufel wieder vertreiben zu können. Was aber vor über 40 Jahren im Kino zu Tode ängstigte, ist natürlich mittlerweile Horror-Alltag geworden und schockiert kaum noch jemanden, der regelmäßig Horrorfilme sieht. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Tricktechniker makabere Spezialeffekte einfallen lassen und so alteingesessene Horrorfilmkenner in Entzückung versetzen. Der Videomarkt ist groß und demzufolge auch die Anzahl sich ständig wiederholender Geschichten und totgefilmter Klischees, die dem Horrorgenre allmählich die Puste rauben, weil mehr auf Quantität Wert gelegt wird, statt Qualität walten zu lassen. Da verblüfft es dennoch, dass ein Film wie THE HOLLOW CHILD eines Besseren belehren kann. Der Streifen ist mutiges Indie-Kino und kommt auch ohne Ekel-Metamorphosen oder schnellem CGI-Overkill aus. Stattdessen beruft sich Filmemacher JEREMY LUTTER auf die klassische Kunst des Erzählens und vermeidet hektische Schnitte oder übertriebene Blut-Sauereien. Das stellt sich glatt die Frage, ob altes Gruselhandwerk in einer Zeit überhaupt noch funktioniert, in welcher Streaming-Portale wie NETFLIX & Konsorten immer trivialeren Fast-Food-Horror auf den zahlungswilligen Zuschauer loslassen. Wir meinen ja. THE HOLLOW CHILD nimmt sich nämlich noch Zeit für seine Protagonisten und hakt deren Charakterisierung nicht im Eiltempo ab. So kann sich der Zuschauer auf die Figuren einlassen und leidet mit ihnen mit.
 
 
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Mehr Drama statt Horror lautet im Falle von THE HOLLOW CHILD die Devise. Der Film besitzt natürlich Horror-Elemente und webt ein Mysterium um Filmfigur Olivia. Die Antworten auf plötzlich seltsames Verhalten des kleinen Mädchens besitzen aber wenig Gewichtung. Stattdessen fokussiert sich der Film weitestgehend auf seine rebellische Hauptdarstellerin, die in THE HOLLOW CHILD eine regelrechte Verwandlung durchlebt. Während die sonst so brave Olivia zum garstigen Teufel mutiert, wird deren Adoptivschwester und Teenagerin Samantha plötzlich vom pubertierenden Problemfall zur einsichtigen Mutter Theresa. Auf ihrem Weg der Erleuchtung muss sie erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet und dass Familie etwas ist, was auch in schlechten Zeiten stützt. Somit ist THE HOLLOW CHILD trotz Gruselelementen mehr Drama über Selbstfindung und Erwachsenwerden, das letztendlich hätte auch ganz auf den Horror-Part verzichten können. Der mutet mancherorts störend an, musste aber wohl sein, um das Interesse von Horrorfans gewinnen zu können. Manchmal sind die subtileren Wege die besseren.
 
 
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THE HOLLOW CHILD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mix aus Coming-of-Age-Drama und Dämonen-Horror, der vor allem wegen seiner sympathischen Filmheldin in Erinnerung bleibt. Wer hier den ultimativen Okkult-Schocker mit Infarktrisiko erwartet, wird schnell enttäuscht werden. In THE HOLLOW CHILD regieren die leisen Töne und ja, es wird ziemlich viel geredet. Das dürfte schnell jene abschrecken, die sonst eher schnell abgedrehten Hochglanz-Horror aus dem Hause BLUMHOUSE bevorzugen. THE HOLLOW CHILD ist – trotz Dämonenthematik – eher ein Gruseldrama über einen Teenager, der nach Zugehörigkeit sucht und diese natürlich auch findet. Dass das alles unter dem Deckmantel eines Horrorfilms passieren muss, ist etwas unglücklich entschieden, aber dennoch ganz passabel. Wer demzufolge gern Horrorfilme schaut, in denen die Figuren der Star sind und nicht die Spezialeffekte, dürfte durchaus positiv überrascht sein – auch wenn im Finale etwas zu sehr in der angestaubten Horror-Mottenkisten nach Dämonen-Klischees gekramt wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist THE HOLLOW CHILD nicht. Erst gegen Ende gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Die werden aber eher zurückhaltend eingesetzt, weshalb der Streifen hierzulande problemlos eine FSK16 erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hollow Child; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.09.2018

 

The Hollow Child [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment | Broken Mirror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (1976)
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Mickey (1992)
 


Kritik: „The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen.“ (2017)

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THE CURED – INFIZIERT. GEHEILT, VERSTOSSEN.

(THE CURED)

Story

 
 
 

Von einem Zombie-Virus geheilte Menschen müssen in Angst leben. Nicht, dass sie fürchten müssten sich wieder in Untote zu verwandeln. Nein, diesmal sind es hasserfüllte Mitmenschen, die Zombies und Geheilte am liebsten ganz von der Oberfläche verschwinden lassen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE CURED – Kritik

 
 
 
Endlich (fast) alles wieder unter Kontrolle. Über Jahre hat sich der aggressive Maze-Virus innerhalb Europas verbreitet und Menschen in unaufhaltsame Killermaschine verwandelt, die nur ein Ziel kannten: töten. Doch man hat einen Weg gefunden, Infizierte von der Krankheit zu heilen und sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Leider verläuft der Eingliederungsprozess alles andere als einfach. Die Menschen haben Angst vor den Geheilten, weil diese trotz Genesung immer noch den Virenstamm in sich tragen. Die Furcht vor einer neuen Virusepidemie führt daher zu regelmäßigen Revolten, in welchen sich der Unmut der Bevölkerung entlädt, die eine sofortige Auslöschung all jener fordert, die den Maze-Virus in sich tragen. Auch Senan (SAM KEELEY aus AFTERDEATH) zählt bald zu den Geächteten. Der muss trotz Rehabilitation eine Menge Schikanen über sich ergehen lassen muss. Er gehörte einst selbst zu den Infizierten und tötete im Blutrausch unschuldige Menschen. Nun soll er bei der verwitweten Schwägerin Ebby (ELLEN PAGE) ein neues Leben beginnen und die grausame Vergangenheit hinter sich lassen. Doch der Neustart ist schwer und steinig. Nicht nur, dass verstörende Bilder immer wieder an Zeit der Infizierung erinnern. Auch das Umfeld steht dem desorientierten Mittdreißiger feindselig und verurteilend gegenüber. Keine guten Voraussetzungen für einen Neubeginn. Doch im Untergrund brodelt es. Eine Allianz ehemals Infizierter hat sich zusammengetan, um der Gesellschaft den Kampf anzusagen. Man schmiedet einen teuflischen Plan, um Hass zu vertreiben und endlich von der Bevölkerung akzeptiert zu werden. Weil THE CURED immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, dürfte klar sein, dass Pläne aus dem Ruder laufen werden.
 
 
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THE CURED stellt innerhalb des totgefilmten Zombie-Genres eine Ausnahmeerscheinung dar. Der Film erzählt nämlich nicht die längst bekannten Geschichte von Menschen, welche unfreiwillig von einem Virus befallen werden, der sie zu Zombies macht. Regisseur DAVID FREYNE traut sich mit seinem Spielfilmdebüt neue Wege zu gehen und wurde deswegen von Kritikern gefeiert. Ja, die vielen Lobgesänge auf dem Blu-ray-Cover ergeben zur Abwechslung mal Sinn, denn der Newcomer bringt frischen Wind in ein Sub-Genre, das sich mit zu günstig gedrehten Billig-Trash und stets wiederkehrenden Geschichten selbst ins Aus geschossen hat. Diesmal ist aber alles anders. THE CURED beleuchtet das Danach und versucht dabei Erklärungen zu finden, wie es nach einem Virusausbruch mit der Menschheit weitergehen könnte. Keine dummen Teenager, keine dämlichen Entscheidungen – alles durchdacht, ziemlich spannend und hochaktuell.
 
 
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Filmemacher DAVID FREYNE versucht wachzurütteln. In seinem Erstling hält er nämlich der heutigen Gesellschaft den Spiegel vor Augen. Der Zombie-Virus ist hier nur Metapher und die einst Infizierten werden zu Ausgestoßenen, die man am liebsten ganz Ausradieren möchte, weil sie nicht in die Gesellschaft passen. Bewusst gestreute Falschinformationen und Populismus verstärken das Misstrauen gegenüber den Sonderlingen. Das lässt Wut bei jenen entstehen, die sich leicht vernebeln lassen. Die Folge: Hass, Gewalt und Anarchie. Das Endresultat ist Chaos. Aufmerksame Zuschauer finden da schnell Brücken zu aktuellen Themen, die täglich durch die Medien geistern. So könnte man die Infizierten auch gut und gerne gegen Menschen ersetzen, die aus Kriegsländern flüchten und in Deutschland nach Sicherheit suchen. Mittlerweile fühlen die sich hier alles andere als Willkommen. Schuld daran sind Missgönner, die das eigene Wohl in Gefahr sehen. Da wird der Mensch zum Einzelkämpfer. THE CURED bringt genau jene Tatsachen auf den Punkt. Allein dessen, lohnt dieser Indie-Streifen gesehen zu werden, an dem vermutlich der 2017 verstorbene Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO besondere Freude gehabt hätte. Der war dafür bekannt, dass er hin und wieder in seinen Filmen soziale und politische Missstände kritisiert hat. In genau jene Fußstapfen tritt auch DAVID FREYNE, der mit THE CURED beweist, dass Zombiefilme nicht zwangsläufig so dumm sein müssen, wie seine nach Menschenfleisch lechzenden Filmbösewichte.
 
 
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THE CURED – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine Gesellschaft der Manipulierten. Dieser Film hält der Gesellschaft dreist den Spiegel vor Augen. THE CURED zeigt eine Welt ohne Mitgefühl, Verständnis und Selbstsucht. So wie im wahren Leben. Das macht dieses Indie-Drama besonders, das von hervorragenden Darstellern getragen wird, deren Figuren ausführlich beleuchtet werden. Der Zombie-Virus dient in diesem Streifen nur als Metapher. Gleichwohl könnte man die von einem Zombie-Virus geheilten Menschen im Films auch gegen jede andere Minderheit unserer Gesellschaft austauschen – die Grundaussage des Films bliebe die gleiche. Das macht THE CURED zu einem aktuellen und gleichzeitig kontroversen Kinobeitrag, der vor allem bei jenen gut ankommen dürfte, die dringend im Horrorfilm nach Substanz suchen. Die hat THE CURED zweifelsohne, der ganz nebenbei zu den besten Zombiefilmen der letzten Jahre gehört. Pflichtprogramm für anspruchsvolle Horrorfilmfans.
 
 
 


 
 
 

THE CURED – Zensur

 
 
 
THE CURED – INFIZIERT. GEHEILT, VERSTOSSEN. (so der deutsche Titel) ist nicht sehr brutal. Erst gegen Ende gibt es einige Zombie-Attacken zu sehen, die aber jetzt nicht sehr zeigefreudig zelebriert werden. Hierzulande hat der Zombiefilm eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE CURED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cured; Irland 2017

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE CURED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 
Zombie 2 (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 


Filmkritik: „Rave Party Massacre“ (2017)

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RAVE PARTY MASSACRE

(DEADTHIRSTY)

Story

 
 
 

Wenn die Beats enden, beginnt der Horror. Nach einer durchzechten Partynacht, geht es einigen Technojüngern an den Kragen. Ein Killer mit Tiermaske will sie töten – grausam und blutig.

 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Als Horrorfilmkritiker benötigt man ein dickes Fell. Nicht, dass es schwierig wäre über Filme zu schreiben. Weitaus bedenklicher ist das, was oft als Horrorfilm bezeichnet und zugemutet wird. Da flattern häufig Filme auf den Schreibtisch, die so undenkbar einfältig sind, dass nicht selten der Spaß am Schauen von Genre-Streifen vergeht. RAVE PARTY MASSACRE ist so ein Kandidat, der sich Slasher schimpft. Da mag sicher zutreffen, denn der Streifen hat das, was einen Meuchelstreifen ausmacht. Der fade Beigeschmack ist jedoch der Film selbst, der so dilettantisch zusammengekleistert wurde, dass man ein dickes Fell benötigt, um knapp 80 Minuten Horror-Leerlauf ertragen zu können. Es gibt nun mal nichts Schlimmeres als langweilige Horrorfilme.
 
 
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Wir gehen zurück in das Jahr 1992. Der Techno hält mittlerweile nicht mehr nur in deutschen Clubs Einzug. Auch in Übersee kleiden sich Raver in bunte Fummel, um sich unter Drogeneinfluss schnellen Beats hinzugeben. Unsere Heldin Rachel treibt es zu genau einer dieser angesagten Techno-Veranstaltungen, die bevorzugt in leerstehenden Gebäuden veranstaltet werden, um feierhungrigen Partygängern lange Nächte bescheren zu können. Doch diese Party endet für Rachel und einige Gästen nicht sonderlich rosig. Nach ein paar Pillen Ecstasy und reichlich Alkohol findet man sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wider. Die Eingänge sind verschlossen und ein Entkommen nicht möglich. Da kommt verständlicherweise Panik auf. Die ist auch berechtigt, denn durch die Flure irrt ein maskierter Killer, der offenbar bestrafen will. Warum und weshalb? Das erfährt der Zuschauer erst im Finale. Bis es jedoch zur Auflösung kommt, bedarf es viel Geduld. RAVE PARTY MASSACRE ist leider keine Sternstunde des Slasher-Kinos. So werden knapp 80 Minuten Film zu einer gefühlten Ewigkeit.
 
 
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Krasses Poster, geiler Titel – Vorfreude pur! Doch nicht immer da wo „Massacre“ draufsteht, wird zwangsläufig auch ein Blutfest der Extraklasse zelebriert. RAVE PARTY MASSACRE ist eine ziemliche Mogelpackung, weil der Streifen verspricht, was er gar nicht halten kann. Das im Titel versprochene Massaker muss man nämlich mit der Lupe suchen. Stattdessen wird der Zuschauer mit talentlosen Schauspielern gequält, die wohl auf der Straßen aufgelesen und in ein leerstehendes Krankenhaus gebracht wurden, um dort für kleines Geld durch Gänge und Treppenhäuser zu laufen. Nein, RAVE PARTY MASSACRE ist bei Gott kein guter Slasher. Das liegt einerseits daran, dass es dem Film zu keiner Minute gelingt Spannung aufzubauen. Andererseits mangelt es an Identifikationsfiguren, die den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Da fragt man sich doch glatt, ob Regisseur JASON WINN verstanden hat, auf was es beim Drehen eines Horror-Slashers ankommt. Der Blutzoll ist gering, die Handlung passt auf einen Bierdeckel und auf sympathische Figuren hat man gleich ganz verzichtet. Angesichts der ohnehin schon vorhersehbaren Abläufe für Slasher ein Debakel, was RAVE PARTY MASSACRE zu einem ziemlichen Rohrkrepierer macht. Was bleibt sind immerhin ansprechende Bilder. Filmemacher JASON WINN experimentiert mit kreativen Kamerawinkeln, Fahrspielereien und atmosphärischer Ausleuchtung. Gute Ansätze, die aber nicht verbergen können, dass es sich bei genauerer Betrachtung nur um Amateurware auf gehobenem Niveau handelt. Demzufolge sollte man sich auf das Schlimmste gefasst machen. RAVE PARTY MASSACRE ist nur für Hardcore-Slasher-Fans geeignet. Wer gute und unterhaltsame Filme sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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RAVE PARTY MASSACRE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Slasher, der mit seinem reißerischen Titel in die Irre führt. Wer mit RAVE PARTY MASSACRE den Horrorklassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE und seine Fortsetzungen assoziiert, ist auf dem Holzweg und dürfte schnell enttäuscht werden. Statt ausufernde Gewalt- und Terrorexzesse gibt es Langeweile für Alle. Die Schauspieler agieren furchtbar und hölzern. Zudem ist der Blutzoll gering. Alles läuft nach klassischem Slasher-Muster ab. Das bedeutet, dass junge Menschen vor einem Killer mit Maske flüchten müssen und wenig überraschend nacheinander ausradiert werden. Nichts Neues also. Regisseur JASON WINN scheut beinahe zwanghaft Neuerungen. Das macht DEADTHIRSTY – so der anfängliche Titel – zu einer Schlafpille vor dem Herrn. Weil die Darsteller derart unbeholfen und unerfahren agieren, drückt sich RAVE PARTY MASSACRE beinahe freiwillig den Stempel Amateurfilm auf. Wer daher Qualität erwartet, sollte diesen Slasher meiden.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Zensur

 
 
 
RAVE PARTY MASSACRE (oder DEADTHIRSTY) ist nicht sonderlich brutal. Ein Hals wird aufgeschlitzt, es gibt eine Blutpfütze zu sehen und eine Machete bohrt sich durch einen Körper. Im Gegensatz zu den meisten Slasher neueren Datums, kann dieser Film wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit beinahe im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Sollte sich ein Label trauen RAVE PARTY MASSACRE hierzulande veröffentlichen zu wollen, dürfte es ohne Probleme eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice
 
Slasher House (2012)
 
All Through the House (2015)
 


Filmkritik: „Hostile“ (2017)

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HOSTILE

Story

 
 
 

Eine junge Frau muss in einem Unfall-Auto gegen menschenfressende Kreaturen kämpfen, um überleben zu können.

 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Kritik

 
 
 
Ein Horrorfilm produziert vom Franzosen XAVIER GENS. Da stellt sich Vorfreude bei Fans härterer Filmgangart ein. Die ist nicht unbegründet, hat sich der Filmemacher vor allem durch Streifen einen Namen gemacht, die sich durch blutige Raffinessen in die Hirne brennen konnten. So entstanden unter Gens Fuchtel so fragwürdige Gewaltausbrüche wie THE DIVIDE oder FRONTIER(S). Letzterer gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur französischen Terrorwelle, welche vor knapp zehn Jahren um den Globus ging. Umso mehr überrascht es, dass sich der französische Regisseur seit einiger Zeit den eher leiseren Tönen widmet. Die waren bereits in THE CRUCIFIXION Programm. Statt eimerweise Kunstblut auf der Leinwand zu verteilen, lag der Fokus auf atmosphärischen Bildern und subtiler Gruselstimmung. Anhänger des kontroversen Filmemachers gefiel das verständlicherweise so rein gar nicht. Genau jene Schiene folgt nun auch HOSTILE, für den Gens als Geldgeber fungierte. Statt selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, überließ er das Regiezepter dem ambitionierten Neuling MATHIEU TURI. Der war zuletzt ausschließlich als Regieassistent für viele bekannte Hollywood-Produktionen tätig. Darunter so Filme wie R.E.D. 2, DIE SCHLÜMPFE 2 oder LUCY.
 
 
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HOSTILE verlegt seine Handlung in eine dystopische Welt. Die Menschen kämpfen in trostlosen Wüstenlandschaften ums Überleben, stets auf der Suche nach Nahrung und medizinischer Versorgung. Doch der Überlebenskampf ist nicht einfach. Neben der permanenten Suche nach Wasser und Essbarem, verbreiten furchterregende Kreaturen Angst und Schrecken. Dabei handelt es sich um ausgemergelte, menschenähnliche Wesen, die nur ein Ziel kennen: Menschenfleisch fressen. Mit genau jenen Monstern sieht sich nun auch die attraktive Juliette (BRITTANY ASHWORTH aus THE CRUCIFIXION) konfrontiert. Diese durchstreift die Gegend, um nach Vorräten zu suchen. Dabei versucht sie so viele dieser Kreaturen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, wie nur möglich. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit der tapferen Einzelgängerin. Es kommt zu einem folgenschweren Autounfall, der Juliette vor unüberwindbare Probleme stellt. Das Fahrzeug überschlägt sich und bricht der taffen Kampfamazone das Bein. Nun ist guter Rat teuer, zumal es dunkel wird und es einer der Menschenfresser auf unsere verletzte Heldin abgesehen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.
 
 
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Tragische Beziehungsgeschichte trifft auf postapokalyptisches Weltuntergangsszenario im Stile eines MAD MAX. HOSTILE lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Der Film erzählt nämlich zwei unterschiedliche Handlungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Film in der Gegenwart beginnt und die Hauptdarstellerin bei ihren Überlebensstreifzügen durch karge Kulissen bekleidet, springt die Handlung regelmäßig zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit. Letztere widmet sich der tragischen Vorgeschichte ihrer Heldin. Deren früheres Leben war nämlich nicht immer eitel Sonnenschein und von Drogen geprägt. Ein nicht minder attraktiver Retter nimmt sich der orientierungslosen Frau an und bringt sie zurück auf dem rechten Weg. Was folgt, ist das umfangreiche Protokoll einer durchwachsenen Romanze, die dann doch etwas sehr an Liebeskitsch wie PRETTY WOMAN erinnert. Doch die ausführliche Beziehungs-Analyse hat seinen Sinn. Sie dient für das Verständnis für den Ausgang der Geschichte. Im Finale fließen nämlich beide Handlungsstränge ineinander und münden in einem grimmigen wie kitschigen Twist, der dann doch etwas sehr unpassend gewählt wurde.
 
 
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Dennoch sollte man mit HOSTILE deswegen nicht zu streng ins Gericht gehen. Der Film erhielt auf einschlägigen Festivals Preise und das nicht ohne Grund. Klammert man das etwas sehr konstruierte Ende aus, auf welches Regisseur MATHIEU TURI hinausarbeitet, ist die erste eigene Regiearbeit doch sehr atmosphärischer Endzeit-Horror mit Hintergrund, in dem mal wieder das thematisiert wird, was alle Menschen über sich hinauswachsen lässt: die Liebe. Zwar bleibt weitestgehend ungeklärt, welche Ursachen dazu geführt haben, dass die Welt in Trümmern liegt. Dafür nimmt HOSTILE aber seine Figuren genauer unter die Lupe und analysiert diese sorgfältig. Entstanden ist so etwas anderer Endzeit-Horror, der sich nicht zwingend mit Mord- und Totschlag beschäftigen muss, um eine gescheite Geschichte zu erzählen.
 
 
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HOSTILE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf PRETTY WOMAN. Der französische Regisseur MATHIEU TURI ist in Experimentierlaune und spielt in HOSTILE mit unterschiedlichen Genres. So verbindet er Endzeit- und Survival-Horror mit tragischem Beziehungsschmalz in Form unterschiedlicher Handlungsstränge. Während der eine für die Analyse seiner Protagonisten vonnöten ist, sorgt der andere für Horror mit Adrenalinkick. Ein ungewöhnlicher Mix, der nicht jedem Horrorfan zusagen dürfte. Wem das aber bewusst ist und wer sich auf HOSTILE einlässt, dürfte positiv überrascht sein.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat HOSTILE nicht zu bieten. Ein Mann verendet an einer Bauchverletzung, ein Gegenstand bohrt sich durch ein Bein, einem Protagonisten wird der Kopf eingetreten und einige der Kreaturen im Film werden mit einer Schusswaffe „bearbeitet“. Hierzulande gab es für den Endzeit-Horrorstreifen eine FSK16 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Scheibe aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hostile; Frankreich 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 27.04.2018

 

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HOSTILE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Stains the Sands Red (2016)
 
Vampire Nation (2010)
 
Vampire Nation 2: Badlands (2017)
 
Cujo (1983)