Filmkritik: „Seven – Die Super-Profis“ (1979)

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SEVEN – DIE SUPER-PROFIS

(SEVEN)

Story

 
 
 
Hawaii – schließlich haben wir hier einen Film des großen Andy Sidaris auf dem Schirm – ist in die groben Pfoten des organisierten Verbrechens gefallen. Eine Bande von sieben Gangstern teilt das Inselreich unter sich auf. Als man sich auf Behördenseite nicht mehr zu helfen vermag, heuert man den einstigen Agenten und jetzt professionellen Problemlöser Drew „Seven“ Savano (William Smith) und seine Gang von kampferprobten Haudegen an, um dem Gesindel die Leviten zu lesen. Drei Mal Sieben – feiner Sand!

 
 
 


 
 
 

SEVEN – Kritik

 
 
Nehmen wir unsere wohlwollende Nachbetrachtung von SEVEN – DIE SUPER-PROFIS doch mal ganz launig zum Anlass, das Loblied auf einen Schauspieler anzustimmen, dessen meistens schnauzbärtige Großartigkeit inzwischen zumindest in seiner amerikanischen Heimat zu den anerkannten Tatsachen zählt: William Smith. Heute stolze 87 Lenzen auf dem Buckel, beginnt seine Showbusiness-Karriere als Kinderschauspieler, bevor er sein wohl angeborenes Talent für Fremdsprachen erst bei der Armee im Korea-Krieg und später im Studium schulen kann. William Smith, ein echter Renaissance-Man, ist also nicht nur Code-Knacker beim Militärgeheimdienst, Amateurboxer, Gewichtheber mit noch heute bestehenden Rekorden, Stuntman und Schauspieler.
 
 
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Nein, William Smiths Art, seine Rollen anzugehen, ist auf eine interessante Weise eigen und singulär. In seinem Spiel trifft amerikanische Charakterdarsteller-Kunst auf die toughe körperliche Präsenz eines kurz vor zwei Meter großen Bodybuilders mit Pockennarben und den Herrenausstatter-Looks der entsprechenden Handlungsjahre. Wenig verwunderlich spielt er zum größten Teil Bösewichter. In der auch hierzulande erfolgreichen Miniserie REICH UND ARM liefert er eine seiner bösartigsten Leistungen ab. Positive Rollen sind klein – etwa der Vater des Helden am Anfang von CONAN DER BARBAR oder eben in obskuren Filmen wie SEVEN – DIE SUPER-PROFIS. Im New Beverly Cinema, einem wunderschönen, klassizistischen, der Vergangenheit auch des B-Movies gewidmeten Kino-Palast in Los Angeles, der heute niemand geringerem als Quentin Tarantino gehört, ist Smith gern gesehener Gast und beantwortet freudig Fragen zu seinen Filmen, die dort immer wieder vor vollem Hause laufen.
 
 
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Wenn wir schon bei faszinierenden Figuren sind: Regisseur Andy Sidaris (1931 – 2007) war auch ein Phänomen. Finanziell hat der Mann aus Chicago schon recht früh ausgesorgt. Als Fernsehmacher zeichnet er verantwortlich für die ersten wirklich zu nationalen TV-Events aufgeblasenen Boxkämpfe und vor allem die millionenschwere „Monday Night Football“ Show der NFL. Erfahrungen im Bereich Handlungs-Programm sammelt Sidaris in den Siebzigern als Regisseur populärer Krimiserien wie EINSATZ IN MANHATTAN. Seine Filmographie trashiger Girls-With-Guns-Reißer ist somit eigentlich nur ein schrulliges Hobby und strotzt nur so von klirrendem Action-Schlock, der sich über kein Klischee erhaben fühlt und nur im guten Exploitation-Stil der alten Schule unterhalten will. Zwischen den Siebzigern und den Neunzigern schickt Sidaris immer wieder Amazonen mit großen Hupen und noch größeren Frisuren in den Kampf gegen räudige Drogenbarone und anderes Dunkelmänner-Material. Handlungsorte sind bevorzugt Las Vegas, Kalifornien oder eben Hawaii. Hauptsache Hitze. Es wird geschossen und gedroschen, Zeugs in die Luft gesprengt und natürlich auch im schlimmsten Playboy-Channel-Softsex-Stil das harte Silikon begrabbelt. Herrlich!
 
 
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SEVEN – DIE SUPER-PROFIS ist optisch noch nicht ganz so glatt wie die späteren Sidaris-Filme, atmet stattdessen die Luft der zahllosen geilen und unbarmherzig politisch unkorrekten Söldner-Actioner aus jenen Jahrzehnten, wo, angelehnt ans filmhistorische Vorbild der GLORREICHEN SIEBEN oder, um noch eine Generation weiter in die Vergangenheit zu reisen, DIE SIEBEN SAMURAI, eine schlagkräftige Truppe für testosterongeschwängerte Ordnung sorgt. Zu VHS-Zeiten war der Film zwar stilecht in einem der rosafarbenen Covers zu finden, die bei der Firma VPS für das Actionprogramm standen, dafür aber geschnitten.
 
 
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SEVEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Den Scherz mit den 7 Punkten konnten wir uns jetzt nicht sparen. Geht aber auch mit gutem Gewissen klar. SEVEN – DIE SUPER-PROFIS ist eine reine William-Smith-Tough-Guy-Show, in der Action-Trash-Regiemeister extraordinär Andy Sidaris so richtig die Fetzen fliegen lässt. Spät-Siebziger-US-Exploitation reinsten Wassers, kurzweilig und wild, obendrein mit einer kernigen deutschen Synchro gesegnet. Macht man als Freund des Bahnhofskinos oder der einen oder anderen vergessenen Expedition ins Videothekenreich nix falsch.
 
 


 
 
 

SEVEN – Zensur

 
 
 
Alle Veröffentlichungen von SEVEN – DIE SUPER-PROFIS waren bisher geschnitten. Die nun auf Blu-ray erhältliche Fassung ist nicht nur zum ersten Mal ungeschnitten. Die Veröffentlichung des Actionklassikers beinhaltet zudem den ungekürzten Director’s Cut. Fans des Streifens sollten daher schnell zugreifen. Der Release im Mediabook ist streng limitiert. Info am Rande: Auf der deutschen Blu-ray ist ein roter FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

SEVEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook – Auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seven; USA 1979

Genre: Action, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet mit Fotos und weiteren interessanten Zusatzinformationen, Originaltrailer (1:01 Min.), Artworkgalerie (2:18 Min./ 23 Bilder)

Release-Termin: Mediabook: 26.06.2020

 

Seven – Ungekürzter Director`s Cut [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEVEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Wildgänse kommen (1978)
 
Kommando Leopard (1985)
 

Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

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D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
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D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
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Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
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Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
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Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)

Filmkritik: „The Russian Bride – Bis dass der Tod uns scheidet“ (2019)

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THE RUSSIAN BRIDE – BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET

(THE RUSSIAN BRIDE)

Story

 
 
 
Eine russische Frau trifft einen älteren Mann auf einer Dating-Site und reist prompt mit ihrer Tochter in die vereinigten Staaten, um ihn in seiner abgelegenen Villa zu treffen. Reiche Männer in Amerika sind stets sehr vertrauenswürdig, also was könnte schief gehen?

 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Kritik

 
 
Als 2002 das gelobte Indiedrama „Lana’s Rain“ als Regiedebüt von Michael S. Ojeda releaste, hätte man vermutlich nicht erwartet, dass dieser Name anno 2020 ziemlich unzertrennlich mit dem modernen Rache bzw. gar Rape and Revenge-Genrekino verbunden sein würde. Besagtes Sozialdrama schlug dabei auch schon düstere Töne an und lebte von einer eindringlichen Performance seiner Protagonistin, doch Blut oder Konfrontationen, die in der physischen Zerstörung menschlicher Materie enden, suchte man damals noch vergeblich. 18 Jahre später sieht das anders aus, denn Ojeda hat inzwischen den in Genrekreisen mit offenen Armen empfangenen, harten Rachethriller/Horrorfilm namens „Savaged“ erschaffen, der natürlich nicht drum herum kam, in Deutschland indiziert und folgend in mehreren Mediabooks verkauft zu werden. Wenn als nächster Titel dann also ein Film namens „The Russian Bride“ folgt, der blutige Hammer auf dem Cover präsentiert und ab 18 freigegeben wurde, lechzt das Filmfanherz direkt nach mehr Genrekost – Marketingverarsche mit vorprogrammierter Enttäuschung, oder der nächste übersehene Tipp?
 
 
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Im Menü der Blu-ray fällt sofort die allzu arg am PC bearbeitete, wenn auch prachtvolle Villa auf, die im weiten Drohnenshot zu schwerer Musik ominöse Vorzeichen geben soll, der Film beginnt dann auch direkt mit einem älteren Herren (Corbin Bernsen, den man aus „Kiss Kiss, Bang Bang“, „The Dentist“ oder „Dead Air“ kennen kann z.B.) der in eben jener Villa am PC seine Möglichkeiten russischer Bräute abwägt, und daraufhin auf die hübsche Nina (Oksana Orlan) stößt, die samt Tochter Dasha verarmt in Russland lebt, wo ihr drogenabhängiger Freund nicht mit dem zigarrerauchenden, reichen „Karl“ mithalten kann, der sie online umwirbt. Unter dem Vorwand der Flugangst seitens Karl fliegen Nina und Dasha selber direkt nach Amerika, ohne ihre Bekanntschaft je in echt gesehen zu haben, und kurz nach den Opening Credits werden die beiden Damen auch schon vom leicht gruseligen Butler „Hagen“ begrüßt, der freiwillig nicht im prunkvollen Anwesen haust, sondern in der Scheune nächtigt…
 
 
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Die ruhige Kameraführung, die verhaltene Höflichkeit der Gastgeber, die Abgeschiedenheit des Anwesens und natürlich die ersten Anekdoten über tote Söhne oder Unfälle in der Klinik des Vaters sorgen nun sehr schnell für ein aufkommendes Gefühl des Unbehagens und so professionell, „edel“, reich und hübsch die Hochzeit selber dann auch inszeniert ist, so surreal, entrückt oder argwöhnisch unheimlich kommt sie einem schnell vor. Wenn sich dazu dann noch eine höchst artifizierende Lichtsetzung gesellt, die die nächtlichen Räume gerne in ansprechend verträumten Farben malt, ist man spätestens bei Lynch-Assoziationen, Noir-Ästhetik und gar einem kleinen Gialloeinfluss angekommen. Zwar beißen sich diese, sehr gelungenen, Ästhetikhappen dann mit zu modernen Drohnenaufnahmen mit Fisheyeobjektiv oder dem wiederholt künstlich aussehendem CGI in den Außenshots, doch regelmäßige Stromausfälle als Plotdevice, die nuancierte und spannende Performance von Bernsen und einige verstreute Andeutungen bezüglich einer mysteriösen Backstory oder gar übernatürlichen Komponente entschädigen dafür und bescheren zudem eine Seherfahrung, der über große Strecken wirklich nicht allzu langweilig wird.
 
 
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„Nicht allzu langweilig“ ist dann auch eine gute Beschreibung für das weitere Geschehen, denn auch wenn Ojedas Thriller (?) deutliche Genremerkmale in sich trägt und insbesondere mit einer Frankenstein/Addams-Family Nebenszene/Charakterkonstellation richtig unterhaltsam, sympathisch und verspielt daherkommt, so kann man leider nicht von einem konstant spannenden Werk sprechen, oder auch nur von einem Horrorfilm. Storyverweise und Atmosphäre muten teils schon eher gotisch-nächtlich und mysteriös an, intensivieren und verdichten sich Schrecken und Spannung dann im weiteren Verlauf, kriegt man leider zu viele Versatzstücke geliefert, die man so oder so ähnlich schon besser gesehen hat. Ein dürftig getrickster Unfall hier, das mittlerweile oft gehörte, standartisierte Dröhnen und Hallen im Soundtrack zu flackernden Lampen dort, an der Scheibe steht etwas geschrieben, hui buh und so weiter. Doch ehe „The Russian Bride“ mit seinen zu langen 104 Minuten endgültig in die Belanglosigkeit driftet oder sich verliert, wacht dann scheinbar die Blutgier im Regisseur wieder auf, die er verspürt, sobald sich eine einsame Frau gegen mehrere Menschen erwehren muss – und hier folgt dann auch die Rechtfertigung für das Coverdesign, denn so hässlich ich es finde, so ungelogen ist es: Blutige Hammer kommen tatsächlich zum Einsatz und so konstruiert und unwahrscheinlich es auch wirkt, sogar das Brautkleid kriegt Blut ab. Mehr noch, dass die Frisur und Attitüde unserer Hauptprotagonistin frappierend an Uma Thurman aus Kill Bill erinnern, dürfte auch kein Zufall sein, packt auch dieses Werk hier in den letzten 20 Minuten dann endlich den Rachepart aus und bietet schonungslose, schnelle, rabiate Kills mit schmerzendem Sounddesign und überraschend hohen Bodycount.
 
 
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Epische Musik emotionalisiert die Zuschauer dabei schon vor der eigentlichen Konfrontation, eine kurze Foltereinlage setzt ganz neue Stakes und Chancen, die Effekte sind dabei gut genug, damit das Schicksal der jungen Frau überraschend nah geht. Da sich die verspielten Genreelemente, die sich vorher bereits deutlich ankündigten, zum Ende hin noch deutlich verstärken, ohne vom Geschehen abzulenken oder den Film entgleisen zu lassen, dürfte man auch die Intention des Regisseurs bzw. Leseanleitung in etwa so verstehen: „Habt Spaß, fiebert mit, denkt nicht weiter nach!“, weshalb fehlender Realismus, improvisiertes medizinisches Equipment aus den 80ern sowie punktuell massives Overacting, so z.B. von Lisa Goodman, zu verkraften sind. Endgültig gialloesque wird es mit einem richtig künstlerischem Setpiece-Argentokill am Ende, nach einer Stunde und 45 Minuten entlässt Ojeda den Zuschauer aus diesem sehr hübschen Indiefilm dann und hat eine simple, oft gesehene Geschichte erzählt, die sich motivisch sowie inszenatorisch aber durch Noir-Filme und Gialli, durch Traumlogik, Gothikhorror und Retro-Gruselfilme assoziiert hat, inhaltlich hingegen Sozialdrama-Baustücke/Anklänge über Mysterypfade zum feministischen Rachefilm mit Splatterinlagen mutieren lässt. Ist alles nicht so unüblich oder wild, wie es sich jetzt anhört und schnell vergessen auch, dafür aber voll mit durchaus interessanten, offen auf der Zunge getragenen Inspirationen.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Punktuell sehr ästhetischer sowie spannender Thriller mit einigen unerwarteten Szenen, der sich in einem zufrieden stellenden Finale angenehm blutig entlädt. Definitiv zu lang und trotz unüblicher Zusammenstellung diverser Genreverweise recht generisch als Gesamtwerk, für Genrefans aber einmalig sehenswert – halbe Punkte gibt es hier nicht, darum ganz knapp an der 6 vorbei – 5/10.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Russian Bride“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Russian Bride; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2020

 

ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
Stepfather II (1989)
 

Filmkritik: „Funhouse“ (2019)

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FUNHOUSE

Story

 
 
 

Acht Prominente wollen in einer Realityshow viel Geld gewinnen. Doch statt Reichtum wartet der Tod.

 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Kritik

 
 
 
Jede Zeit hat ihre Vorbilder, Helden und Idole. Während in vergangenen Tagen Menschen von Persönlichkeiten beeindruckt waren, welche etwas bewegen konnten und die für etwas Essenzielles eintraten, ist offenbar die Zeit für die Vermittlung von Werten vorbei. Statt sich von revolutionären Gedanken eines MARTIN LUTHER KINGS oder MAHATMA GANDHIS inspirieren zu lassen, geht man lieber den Weg des geringen Widerstandes. So repräsentieren die Helden heutiger Kinderzimmer nicht unbedingt mehr Ideale. Vorbilder von heute arbeiten als Influencer, Models oder YouTuber. Sie sprechen über aktuelle Einkäufe, Werben für die Produkte ihrer Sponsoren oder lassen den Zuschauer am teils verschwenderischen Lebensstil teilhaben. Eine erschreckend oberflächliche Veränderung an die auch der Horrorfilm FUNHOUSE kein gutes Haar lässt.
 
 
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Darin geht es um acht Prominente aus aller Welt, die als Influencer groß rausgekommen sind. Sie nehmen an einer Online-Realityshow teil, bei welcher sie fünf Millionen US-Dollar gewinnen können. Die Spielregeln sind ganz einfach. Man muss in einem unterirdischen Komplex mehrere Tage verbringen und wird 24h am Tag von Kameras gefilmt. Hierbei können die Konflikte zwischen den Teilnehmern vom Zuschauern online verfolgt werden. Letzterer entscheidet regelmäßig per Voting über den Verbleib im Spiel. Eine Art BIG BROTHER, welche jedoch einen Haken hat. FUNHOUSE ist nämlich ein Horrorfilm, was bedeutet, dass vermutlich alles blutiger wird, als gedacht. In der Tat geht auch bald das Sterben los. So muss jeder Spieler sein Leben lassen, der vom Publikum rausgewählt wird. Ein makaberes Treiben, das vom Publikum gefeiert wird. Letzteres sieht dabei zu, wie unwichtige Celebrities in Säure getaucht, erschlagen oder gevierteilt werden. Eine bitterböse Medienschelte, die dann doch etwas sehr geschmacklos und vor allem oberflächlich anmutet.
 
 
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Die Argumente, mit welchen Regisseur JASON WILLIAM LEE den Tod für seine unsympathischen Charaktere rechtfertigt, sind nämlich sehr fadenscheinig. Der hat offenbar Wut auf die erfolgs- und egogeilen Menschen, die sich in den sozialen Medien präsentieren, von Jugendlichen gefeiert werden und damit Millionen kassieren. Nichts investiert, aber maximalen Umsatz generiert. Zum Leidwesen gut ausgebildeter Fachkräfte – wie der Film suggerieren will. Die haben lang studiert und verdienen mit harter Arbeit nicht einmal ansatzweise so viel, wie DAGI BEE, BIBI und Co. Nun gut, ganz Unrecht hat der Filmemacher da nicht. Dennoch will nicht einleuchten, warum das alles in Form eines Horrorfilms angeprangert werden muss. FUNHOUSE verliert schnell seine eigentliche Kritik aus den Augen und wälzt sich stattdessen genüsslich in Gewalt und Kunstblut. Handlung, Kritik und Schicksale werden bald nebensächlich. Stattdessen steht das Sterben im Mittelpunkt. Darauf wird besonders Wert gelegt, wobei man aber auch sagen muss, dass die Morde eine wohlkommende Abwechslung zum eher langweiligen Treiben bilden. FUNHOUSE quält sich nämlich eine Geschichte zu erzählen, beleuchtet seine Figuren nur oberflächlich und haucht ihnen weder Leben noch Mitleid ein. Es wird viel unnützes Zeug von wenig talentierten Darstellern geredet. Unter denen: VALTER SKARSGÅRD. Bitte wer? Der Schauspieler war schon im kontroversen Drama LORDS OF CHAOS zu sehen und ist der jüngere Bruder von Pennywise-Darsteller BILL SKARSGÅRD.
 
 
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Der gebürtige Schwede verkörpert in FUNHOUSE einen der Helden, bleibt aber blass und unsympathisch. Genau das trifft aber auch auf den Film selbst zu. Der versucht irgendwie zu verstehen zu geben, wie abgestumpft der Zuschauer mittlerweile auf Unterhaltung reagiert. Hat man früher über familienfreundliche Sitcoms gelacht, dürstet es dem Publikum von heute nach reißerischem Content. Treu nach der Devise „je oller, desto doller“ werden mittlerweile Menschen vor TV-Kameras gedemütigt und bloßgestellt. Vermutlich wird auch bald live auf PRO SIEBEN gefoltert. Offenbar wirds dann erst interessant. Doch dem Betrachter scheints mittlerweile egal zu sein. Der ist zwar geschockt und irritiert, schluckt aber runter und geht anschließend beruhigt schlafen. Wenn man es genau betrachtet, trifft es aktuell auch auf das Horror-Genre zu. Zwischen einem I SPIT ON YOUR GRAVE von 1978 und dem Remake von 2010 liegen zweifelsohne Welten. So ist aus schneller Rache aus den 1970ern bluttriefender Sadismus geworden, der einzig darauf aus ist, die niederen Instinkte des Publikums zu stimulieren. Trotzdem sind es Wegweiser der jeweiligen Zeit, die für jeden Horrorfilmfan Pflichtprogramm sind. Im direkten Vergleich ist FUNHOUSE ein müder Pups im Wind. Hier wird heuchlerisch der Zeigefinger gehoben und Kritik nur oberflächlich angerissen. FUNHOUSE riskiert nichts, sondern kopiert flach, was so Konsorten wie SAW und HOSTEL schon vor knapp 15 Jahren weitaus besser und vor allem fesselnder in Szene gesetzt haben. Daher empfohlenes Alternativprogramm: DISLIKE aus Russland. Der kritisiert ähnlich, ist nicht so tiefgründig, versteht aber mehr davon, über das die ganze Zeit in FUNHOUSE gesprochen wird: Unterhaltung.
 
 
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FUNHOUSE – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
SAW meets BIG BROTHER. Blutige Medienschelte mit heftigen Kills – aber doofer Auflösung. Regisseur JASON WILLIAM LEE versucht mit FUNHOUSE seinem Ärger Luft zu machen. Nach tollwütigen Menschen in THE EVIL IN US wird es im neuen Film gesellschaftskritisch. In diesem Folter-Slasher-Mix geht es Influencern an den Kragen. Die werden im Film als Nichtsnutze dargestellt, die mit wenig Können maximalen Reibach verdienen und ganz nebenbei auch noch dafür sorgen, dass der Zuschauer vor der Glotze vollkommen verblödet. Interessante Ansätze, die eigentlich eher als Auslöser für Geschrei, Gewimmer und Gewinsel dienen. Die Pseudo-Kontroverse über das verschobene Verständnis von Unterhaltung in der heutigen Gesellschaft ist kaum der Rede wert. Ansätze sind da – zu Ende gedacht wird aber kaum. Daher bleiben einzig die fiesen und sadistischen Gewaltmomente in Erinnerung. Dennoch machen die aber aus einem langweiligen Horrorfilm keinen neuen JAMES BOND. Abschalten lohnt daher – auch wenn FUNHOUSE technisch gesehen ganz akzeptabel daherkommt.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Zensur

 
 
 
FUNHOUSE zeigt einige sehr gemeine Morde, die dazu auch noch sehr lang zelebriert werden. Teils werden Mitspieler einer Spielshow vor den Augen der anderen hilflosen Teilnehmer hinterlistig und kaltblütig ermordet, dass hier mindestens eine Erwachsenenfreigabe erteilt werden muss. Wir gehen sogar so weit und meinen, dass FUNHOUSE nur geschnitten auf den deutschen Markt gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von SF Studios)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dislike (2016)
 
Pain – Vile (2011)
 
Unsichtbare Augen (2002)
 

Filmkritik: „Memories of Murder“ (2003)

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MEMORIES OF MURDER

(SALINUI CHUEOK)

Story

 
 
 
Basierend auf einem wahren Fall, sind in einer kleinen koreanischen Provinz drei grundverschiedene Polizisten einem Serienkiller auf der Spur, der junge Frauen vergewaltigt und ermordet in den Feldern der Umgebung finden lässt.

 
 
 


 
 
 

MEMORIES OF MURDER – Kritik

 
 
Der 1969 in Daego geborene Südkoreaner Bong Joon Ho dürfte spätestens nach der Oscarverleihung 2019 selbst dem entferntesten Filminteressierten untergekommen sein, räumte er mit seinem sozialkritischen, genreshiftenden Meisterwerk „Parasite“ doch zurecht mehrere Preise ab. Doch „Parasite“ ist nicht nur nicht der erste Film seines Regisseurs, der gekonnt und federleicht verschiedene Genres vermischt und zu einem einzigartigen Gesamtwerk kulminieren lässt, nein, auch ist es bei weitem nicht der erste internationale Erfolg oder sehenswert ungewöhnliche Geniestreich seines Regisseuren, den Bong Joon Ho beweist Autorenqualitäten, die im großbudgetierten Mainstream-Kino sonst fast schon verloren scheinen.
 
 
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So war sein schwarzhumoriges Regiedebüt „Barking Dogs don’t bite“ bereits so einfühlsam wie punktuell urkomisch, „The Host“ und „Okja“ ebenso familientauglich wie zerstörerisch, spannend und mit einer deutlichen, ökologischen Warnung und Message versehen, auch „Snowpiercer“ sowie „Mother“ könnten rein inhatlich vielleicht in wenigen, prägnanten Sätzen wieder gegeben werden, weisen aber mannigfaltig interessante Details auf, die sie von genormten Produktionen oder klar zu deutenden Genrefilmen abgrenzen.
 
 
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Und so ist auch der Achtungserfolg „Memories of Murder“, stark orientiert bzw. inspiriert von einer wahren Mordreihe, ein sehr eigener und recht ungewöhnlicher Film, der sich mit eben jener Eigenart aber bestens in die Restfilmographie einfügt und von vorne bis hinten ein Vergnügen ist.
Das fängt mit den hochästhetischen Aufnahmen der nächtlichen Felder und verregneten Kleindörfer an, geht weiter über Charaktere mit Ecken und Kanten, die alle immer wieder zwischen Sympathieträgern und zu verurteilenden, amoralischen Tätern schwanken und diesen wunderbar unerwartet komischen Momenten, die sich bestens den Film, sein world building und den Realismus unterstützen und nicht den für westliche Sehgewohnheiten oftmals befremdlichen Slapstick bedient, der so oft bemängelt wird.
 
 
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Der Cast überzeugt gerade in den Rollen der Protagonisten, gemarterte Polizisten mit zu wenig unterstützenden Mitteln, deren verzweifelte Tätersuche immer sinnloser, erbarmungsloser und brutaler wird, ohne dass neue Fährten zu Tage kommen. Auf der anderen Seite tragikomische Kleinstadt-Schicksale, die verarmt oder missgestaltet leben und zwischen die Fronten brutaler Cops und auflauernder Killer geraten.
 
 
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„Memories of Murder“ hat ein relativ monotones, dunkelgrau bis -braunes Farbschema und ist langsam erzählt, behandelt einen echten Fall samt hervorragend getrickster Leichen und schafft es punktuell sehr spannend zu werden, was gerade an den hervorragenden Winkeln und Schnitten liegt. Gleichzeitig aber ist es auch ein Film, in dem an drei verschiedenen Stellen fliegende Sprungtritte (Jumpkicks) verteilt werden, obwohl es sich nicht um einen Actionfilm handelt, und in dem es zu fast schon comichaft-übertriebenen Situationen kommt, die so weit hergeholt aber nicht wirken.
 
 
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Die Verfolgungsjagd nach etwa der Hälfte der Laufzeit ist oscarverdächtig inszeniert, Sang-kyung Kim spielt sich die Seele aus dem Leib und harmoniert bestens mit seinen Kollegen, dazu gesellt sich eins der wohl legendärtsten Enden der Filmgeschichte – und siehe da, die echte Geschichte hat letztes Jahr dann auch noch ihr Happy End erfahren, da der Killer (angeblich) geschnappt wurde.
 
 


 
 
 

MEMORIES OF MURDER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Technisch extrem hochwertiger, geradlinig und fast schon amerikanisch erzählter True-Crime-Thriller mit starken Performances, spannenden Konfrontationen und ein paar prägnanten Einstellungen zum Niederknien.
 
 


 
 
 

MEMORIES OF MURDER – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Memories of Murder“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

MEMORIES OF MURDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA+ Cinema (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Salinui chueok; Sürdkorea 2003

Genre: Mystery, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 132 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 15.05.2020

 

Memories of Murder [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MEMORIES OF MURDER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei MFA+ Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Chaser (2008)
 
Killers (2014)
 
Zodiac – Die Spur des Killers (2007)
 

Filmkritik: „War of the Satellites“ (1958)

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WAR OF THE SATELLITES

(PLANET DER TOTEN SEELEN)

Story

 
 
 
Ein bisschen wie im echten Leben. Oder auch nicht. Die Vereinten Nationen einigen sich doch wahrhaftig auf eine friedliche Zusammenarbeit und bereiten einen bemannten Raumflug vor. Man möchte den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen. Einer unbekannten Macht aus den Untiefen des unerforschten Weltalls (viele „Un“s) ist jedoch so gar nicht einverstanden mit den Plänen der Menschlein und schickt sich an, den irdischen Primitivlingen ins Süppchen zu spucken.

 
 
 


 
 
 

WAR OF THE SATELLITES – Kritik

 
 
Der, so möchte man manchmal denken, nicht gerade einfach zu überschauende Katalog der Filme Roger Cormans, dieses so vielgerühmten Trash-Produzenten und doch gleichzeitig Begründers des modernen amerikanischen Independent-Filmemacher-Handwerks, bringt tatsächlich doch immer noch schöne Heimkino-Veröffentlichungen in die Regale. Der heute besprochene Science-Fiction-Reißer des mittlerweile 93 Jahre alten Meisters ist ein weiteres Goldstück aus den nicht nur cineastisch simpleren Zeiten der Wilden Fünfziger. So darf man davon ausgehen, dass die Außerirdischen und ihre Ränkespiele gegen die freie Welt ein klein wenig an die Sowjets erinnern sollen, denen in der wirklichen Welt ja im Oktober 1957 gelungen war, den Satelliten Sputnik-1 in den Orbit zu bringen.
 
 
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Nach 66 knackigen Minuten ist die Satellitensause auch schon wieder vorbei. Eine gesunde Mischung aus Regisseur Cormans Sinn für Entertainment und dem nur karg gefüllten Geldspeicher der Produktion verhindert wohl exzessive Überlängen, wie man sie aus viel zu vielen Science-Fiction-Filmen, von den Fünfzigern bis in die Gegenwart, kennt. Wenn man bedenkt, dass der Film nur deswegen auf dem Plan steht, um einen Begleitfilm für ein Double Feature mit ANGRIFF DER 20-METER-FRAU anbieten zu können – also als B-Movie in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes – ist WAR OF THE SATELLITES schon was Feines. Nie langweilig und sogar mit ein paar intelligente Drehbuch-Spitzen gegen die Propaganda im Zusammenhang mit dem ideologisch natürlich wahnwitzig aufgeladenen „Space Race“ zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion versehen, zählt das Weltraumfilmchen definitiv zu den unterhaltsameren Exemplaren seiner Gattung. Mehr als acht Wochen braucht die geölte B-Film-Maschine der Allied Artists Studios nicht, um WAR OF THE SATELLITES, hierzulande Anfang der Sechziger mal kurz als PLANET DER TOTEN SEELEN in den Kinos gelaufen, fertigzustellen. Mit dem super-talentierten späteren Regisseur Daniel Haller wieder mal zuständig fürs Produktionsdesign wird nichts falsch gemacht. Der Mann macht aus vier verlassenen Studiofluren und zwei Liegestühlen ein Raumschiff auf großer Fahrt. Kann auch nicht jeder.
 
 
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Mit großer Freude dürfen wir Dick Miller (1928 – 2019), das Maskottchen und irgendwie Alter Ego des Regisseurs in einer seiner enorm seltenen Hauptrollen bewundern – und sogar als mutige Heldenfigur. In Roger Cormans berühmter schwarzer Komödie DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI, ein Jahr später gedreht, gibt er – noch mal als Star – den mordenden Maler. Normalerweise schmückt der verknautschte Schauspieler die Besetzungslisten nur als kauziger Nebendarsteller. Das dafür bis ins hohe Alter und mit Vorliebe in den Filmen von Regisseuren, die bei Corman in die Lehre gegangen sind, bevor sie das Hollywood der Riesenbudgets erobern konnten. Miller flitzt in zahllosen Megahits durchs Bild. Seine Cameo-Karriere reicht von TERMINATOR bis zu den GREMLINS und beschert ihm mit THAT GUY DICK MILLER im Jahr 2014 sogar eine wirklich schöne Dokumentarfilm-Hommage. Die schöne Susan Cabot, kurz darauf als DIE WESPENFRAU vor der Kamera, spielt die zweite leading role und in kleineren Partien sehen wir zum Beispiel den großen Schwarzweißfilm-Bösewichts-Darsteller Bruno VeSota in öliger Aktion.
 
 
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WAR OF THE SATELLITES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Sehr schön! Wir freuen uns über einen dankenswerterweise verfügbar gemachten Weltraumrennen-B-Film aus der verrückten Meisterhand des Roger Corman. Politisches und gesellschaftliches Zeitkolorit, Temporeichtum und der grobe Charme heute nicht mehr denkbarer Miniaturkulissen – alles dabei. Und nochmal: Die kompakte Lauflänge von knappen 80 Minuten tut einem mit dem Inhalt der Portokasse von Major-Produktionen verwirklichten Sci-Fi-Laserschnellschuss wie WAR OF THE SATELLITES mehr gut als schlecht.
 
 


 
 
 

WAR OF THE SATELLITES – Zensur

 
 
 
WAR OF THE SATELLITES – deutscher Titel: PLANET DER TOTEN SEELEN – war im Jahr 1958 bereits im Kino frei ab 12 Jahren. Der deutsche Verleih drehte damals zusätzliche Szenen mit deutschen Schauspielern (Klaus Kindler, Ursula Herwig, Werner Uschkurat, Horst Naumann und Eberhard Mondry) um den Film von 66 auf 80 Minuten zu bringen. Diese erweiterte Filmfassung befindet sich zusammen mit der Original amerikanischen Filmfassung hierzulande auf beinahe jeder DVD-Veröffentlichung. Auch diese längere Fassung besitzt den FSK12-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

WAR OF THE SATELLITES – Deutsche DVD

 
 
 

(c) White Pearl Classics (DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: War of the Satellites; USA 1958

Genre: Horror, Science Fiction, Klassiker

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1,37:1 | s/w

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet mit Fotos und weiteren interessanten Zusatzinformationen, inklusive der 14 Minuten längeren Deutschen Kinofassung

Release-Termin: KeepCase: 19.06.2020

 

War of the Satellites [DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WAR OF THE SATELLITES – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
12 to the Moon (1960)
 
Flight to Mars (1951)
 
Satellite in the Sky (1956)
 

Filmkritik: „Two Heads Creek“ (2019)

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TWO HEADS CREEK

Story

 
 
 

Bissige Sprüche und viel schwarzer Humor made in Großbritannien: Zwei Geschwister verschlägt es bei der Suche nach der leiblichen Mutter von England nach Australien, wo die Einwohner eines kleinen Dorfes unappetitliche Leidenschaften pflegen.

 
 
 


 
 
 

TWO HEADS CREEK – Kritik

 
 
 
Verschiedene Länder – aber dieselbe Sprache. Der Horrorfilm ist ein Genre mit Geschichten, die man fast überall auf dem Globus kennt, weil sie immer nach gleichem Erfolgsmodell abgespult werden. Hierbei besonders beliebt: der Backwood-Slasher. Meist wird da von Menschen abseits der Zivilisation berichtet, die auf dem Land nach ganz eigenen blutigen Regeln leben und gern mal fern des Gesetzes handeln. Da wird getötet, gefoltert und gedemütigt. Regeln, denen Filmemacher akribisch folgen – egal in welchem Land sich die Geschehnisse auch abspielen mögen. Da gab es Landeier im britischen INBRED, die mit Stadtmenschen kurzen Prozess veranstaltet haben. Aber auch im katalanischen SANT MARTÍ verstand man mit Durchreisenden im spanischen Hinterland so gar keinen Spaß. Letztere wurden von Einheimischen gejagt und anschließend verspeist. Ein Schicksal, das auch einigen Dokumentarfilmern im argentinischen WHAT THE WATERS LEFT BEHIND nicht vorenthalten blieb. Die wollten nur einen Film über eine verlassene Geisterstadt drehen und liefen dabei unfreiwillig in die Arme einer ominösen Menschenfresser-Sippe, die aus den Filmleuten ein leckeres Süppchen kochte.
 
 
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Die Horrorkomödie TWO HEADS CREEK macht da nichts anderes. Der Streifen entführt den Zuschauer diesmal nach Australien, wo in der Provinz natürlich auch wieder seltsame Eigenbrötler hausen, die ohne Furcht und Tadel Dinge veranstaltet, über die zivilisierte Menschen nicht einmal ansatzweise nachdenken würden. Genau diese Erfahrung müssen auch die Geschwister Annabelle und Norman machen. Die leben in einer britischen Kleinstadt und haben es statt von den Einheimischen wegen ihrer polnischen Herkunft schikaniert zu werden. Doch das Leben hat bald einen neuen Sinn. Die Mutter stirbt ganz plötzlich und der Nachwuchs bekommt davon Wind, dass er eigentlich adoptiert wurde. So werden aus Polen auf einmal Australier, weil der leibliche Vormund im Land der Kängurus verweilt. Ein Grund Koffer zu packen und nach der leiblichen Familie zu suchen. Kaum angekommen, ist die Freude nicht sonderlich groß. Man landet in einem rückständigen Kaff am Hinter der Welt. Hier ist man auf Ausländer gar nicht gut zu sprechen, was unsere Helden in Teufels Küche bringt. Das macht die Suche nach den Eltern kompliziert, denn der Besuch im australischen Hinterland entwickelt sich auf einmal zum Überlebenskampf.
 
 
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Rabenschwarzer Spaß-Horror mit mehr dahinter. TWO HEADS CREEK nimmt das Stereotyp des trinkfesten, fleischfutternden, ländlichen Australiers auf die Schippe, der vor allem durch Fremdenfeindlichkeit auffällig wird. Letzteres ist Hauptthema des Films, denn wie sich im Verlauf herausstellen wird, ist in diesem Kaff Endstation für jene, die gern einen Neuanfang auf dem fünften Kontinent beginnen möchten. Statt neuem Leben wartet der Tod auf Immigranten. Die werden kurzerhand zu Wurst verarbeitet. Für die Regierung ist so das Problem der Einwanderung gelöst. Das wird in dieser Horrorkomödie freilich überspitzt dargestellt und mit typisch britischem Humor verfeinert. Dennoch sind gesellschaftskritische Töne unüberhörbar.
 
 
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Als „respektlose, verrückte und skurrile Horrorkomödie, die mehr Komödie ist als Horror“ beschreibt Regisseur JESSE O’BRIEN den zweiten Spielfilm. Schaut man genauer hin, hat er damit gar nicht so Unrecht. TWO HEADS CREEK nimmt kein Blatt vor dem Mund, teilt gehörig gegen alles und jeden aus und hat damit auch noch den Zuschauer auf seiner Seite. Der Wortwitz ist grandios, die Pointen messerscharf. Viele bissige Kommentare treiben konservativen Filmfans die Schamröte ins Gesicht. So viel political incorrectness hat man seit der Erfolgsserie LITTLE BRITAIN schon lange nicht mehr im Heimkino erlebt.
 
 
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Doch neben vielen gesellschaftskritischen Späßen fernab des guten Geschmacks wird natürlich auch Horrorfans was geboten. Das Finale macht dem Horror-Genre alle Ehre. Da mutiert die bitterböse Satire zum regelrechten Splatterfest. Gliedmaßen werden abgetrennt und Köpfe rollen. Zwar fließt viel Blut und geschrien wird reichlich – der Härtegrad hält sich aber wegen der selbstironischen Machart in Grenzen. Das tut dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch. So bleiben viele der schrägen Charaktere im Gedächtnis. Diese entpuppen sich als Karikaturen der teils abgehängten Landbevölkerung Australiens, die schon längst den Glauben in die Politik verloren haben und jegliche Veränderung scheuen. Wachrüttelnder Unsinn, der spätestens nach dem Abspann einen Beigeschmack hinterlässt. Wenn Lacher verhallen und das Kopfkino läuft, dürfte schnell einleuchten, dass TWO HEADS CREEK nicht nur Schabernack war. Die Grundaussage des Films ist nämlich bitter. So wird schon lange nicht mehr nur in Australien gegen Immigration gewettert. Die Angst vor dem Fremden ist mittlerweile in beinahe jedem Land der Welt angekommen. Wir in Deutschland bilden da keine Ausnahme – wie die Flüchtlingshetze der letzten Jahre gezeigt hat.
 
 


 
 
 

TWO HEADS CREEK – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Respektlos, schwarzhumorig – aber dennoch grundehrlich. TWO HEADS CREEK ist eine mit Splatter gefüllte Satire auf das australische Hinterland, die vielen modernen Staaten den Spiegel vorzeigt. Zwar spielt hier alles im Land der Kängurus. Die Geschehnisse könnten sich aber genauso in Deutschland, Amerika, Polen oder Ungarn zutragen. Es geht um Immigration und wie Menschen damit umgehen. Ein brisantes Thema, das im Falle von TWO HEADS CREEK satirisch verpackt wird. Dennoch dürfte vielen Zuschauern das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn die Filmbrille abgenommen wird und man aus der Kinowelt auftaucht, um zurück in die Realität zu finden. Letztere kann bitter sein.
 
 
 


 
 
 

TWO HEADS CREEK – Zensur

 
 
 
Die zweite Hälfte von TWO HEADS CREEK hat einige blutige Splatter-Späße zu bieten. Da wird viel Rot gezeigt. Dennoch wird die Gewalt derart überzeugen zelebriert, dass eine ungeschnittene FSK16 nicht undenkbar wäre.
 
 
 


 
 
 

TWO HEADS CREEK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Two Heads Creek Holdings Pty Ltd)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
100 Bloody Acres (2012)
 
2001 Maniacs (2005)
 

Filmkritik: „After Midnight – Liebe ist ein Monster“ (2019)

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AFTER MIDNIGHT – LIEBE IST EIN MONSTER

(AFTER MIDNIGHT)

Story

 
 
 
Hank und Abby sind Mitte 30, seit 10 Jahren kinderlos zusammen und wohnen in einer alten, ländlich gelegenen Villa im amerikanischen Grün. Als Abby eines Tages verschwindet und nur eine Notiz hinterlässt, sieht Frank sich mit sehnsüchtigen Erinnerungen und einer gröhlenden Kreatur konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Kritik

 
 
Wie kann man sich als Regisseur nur so sehr selber ins Bein schießen? Als Harmony Korine seinerzeit die Trailer und PR für Spring Breakers konzipiert bzw. zumindest abgesegnet hat, da ist dies sicherlich nicht ohne Kalkül geschehen, nicht ohne dass es eine bewusste Entscheidung war. Lasst die, von Disney-Stars geblendeten Teenies, die sich ins Kino schmuggeln zum Feiern und Rummachen, untergehen in ihrer eigenen reduktiven Weltsicht, lass sie ertrinken in der „liquid narrative“ deines Teenager-Alptraums, lass sie konsequent hypen und dann die Dekonstruktion der Generation „Projext X“ vornehmen, mit aller Radikalität. Aber wieso diese Fehlleitung bei „After Midnight“ nur, wieso diese konsequente Vermarktung als Horror, inklusive blutigem Herzen auf dem Cover und Monsterfratze?
 
 
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Wer diese Seite ausschließlich für Horrorfilme besucht, für Splatter oder psychologisches Unbehagen, für Urängste oder blutige Konfrontationen, der kann jetzt direkt wieder gehen – „After Midnight“ hat sich seine FSK 16 zwar gerade so verdient, ist ein durchaus erwachsener und ernster Film ja, auch gibt es ein wahlweise metaphorisches oder reales Monster – der Film positioniert sich hier durchaus, ich will es nur nicht vorweg nehmen – aber all das ist weder die Substanz, noch das Hauptaugenmerk von Jeremy Gardner und Christian Stellas zweitem Film. Stattdessen ist der Film ein Beziehungsdrama, schlicht und ergreifend – klar, andere Genreversatzstücke werden benutzt, das Setting mutet genrelastig minimalistisch und ggf. klaustrophobisch an, auch gibt es Tropen wie den skeptischen Sheriff und Momente punktueller Spannung – doch zu 80% der Zeit, und das meine ich durchaus wörtlich, verbringen wir Zeit in Erinnerungen, in den Hoffnungen unseres gemarterten Hauptprotagonisten, alleine in der Wohnung mit ihm, seiner Schrotflinte und seinen Gedanken – und das wars.
 
 
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Klingt spontan vielleicht wenig reizvoll oder niederschmetternd, aber die große Enttäuschung und demnach Verteufelung dieses angeblich ja totlangweiligen Films, in dem „nichts passiert“, überlasse ich dann mal lieber den endlosen empörten imdb-Kritikern, die nach Horror und Gewalt gesucht haben, und sich stattdessen wohl wirklich kurze 80 Minuten lang langweilen mussten. Nicht so aber ich, zum Glück, denn abseits von einer gedämpften Erwartungshaltung und dem Wissen über eine mögliche Genremixtur bin ich blind an dieses Werk heran getreten und war im Endeffekt doch sehr zufrieden mit dem, was ich bekommen habe. Die saublöde Tagline „Die Liebe ist ein Monster“ hat dabei allerdings nicht geholfen.
 
 
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In einer weiten, einladenden Aufnahme läuft eine verängstigte, unsichere Frau im Blumenkleid durch ein Feld auf die Kamera zu, ein Gefühl unterschwelliger Bedrohung kommt durch Radiostörsignale sowie ein mehrschichtiges Rauschen und Dröhnen schnell auf, doch nach diesen wenigen Sekunden der opening signals entpuppt sich die Szenerie schnell als harmlos, da sich einfach nur unser Protagonist Hank (Jeremy Gardner) vor seiner Freundin Abby (Bea Grant) versteckt hat, während sie das malerisch im Grünen liegende, alte, prachtvolle Haus erkunden, in dem er für sie eine Überraschung bereit gestellt hat. Ätherische Synthesizer begleiten das junge Paar dabei und schnell fühlen wir mit für die beiden, da man hier ein hübsch inszeniertes, sympathisches, herumwitzelndes und realistisches Pärchen präsentiert bekommt, dessen Konflikte und Dialoge sehr natürlich wirken. Es gibt Killerwitze und es wird herumgealbert, trotz mehrerer Küsse und einer kleinen Konfrontation hält der Film es zudem nicht für nötig, mit einer Eskalation durch Streit oder Sex zu enden, was erfrischend unüblich ist und dem Realismus noch mehr in die Finger spielt.
 
 
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Was sich alsbald als Erinnerung offenbart, wird zugleich durch einen trinkenden, barttragenden, ungewaschenen Hank im Hier und Jetzt kontrastiert, der sich im leeren, vor sich hin rottenden Haus gegen eine uns unbekannte Kreatur behaupten muss, die immer Nachts seine Tür attackiert.
Aus Wut schießt er auf ein vorbeifahrendes, zu nah an ihm vorbei rasendes Auto und trifft es fast, der Bruder seiner Freundin, die nur eine Notiz hinterlassen hat und gegangen ist, ist Cop und rät ihm dazu das Monster zu filmen, statt nur Löcher in die Tür zu schießen. Sowohl Dialog als auch Schauspiel sind hierbei passabel bis ziemlich gut und fühlen sich stimmig an, was man bei der Barszene, die einige idyllische Aufnahmen der Landschaft und Feldwege später folgt, leider nicht behaupten kann: Henry Zebrowski als Comic-Relief „Wade“ wird im Laufe des Films zwar noch zu einem richtigen „Charakter“, übertreibt es in dieser speziellen Szene dann aber doch etwas, wenn er den Schnaps aus der Spuckmatte der Theke trinkt und allgemein anstrengend albert – „Tastes like going blind.“.
 
 
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Doch damit ist der Tiefpunkt des Films meiner Meinung nach auch schon relativ schnell nach seinem Beginn überstanden, da „daheim“ jetzt ein gelungener Post-Rock/Ambient-Soundtrack folgt, der sich mit anderen Indierockstücken abwechselt, das sehr hübsch eingefangene und professionell editierte Geschehen mit teils interessant genutzten Lichtquellen zu einem gelungenen Ganzen werden zu lassen und einzig die Frage kommt auf, warum Hank immer mit dem Rücken zur Eingangstür sitzt, wenn genau da doch immer das Monster attackiert. Wie dem auch sei, nach etwa 30 Minuten Spielzeit kann Wade als Charakter und Freund seine Rehabilitierung vollziehen und durchaus für ein paar Schmunzler/Lacher sorgen, auch brilliert das fortlaufende Spiel zwischen Erinnerung und Gegenwart durch einen schönen kleinen Kniff, da sich die laute Musik des Inserts für unseren einsamen Protagonisten anhört, als sei es nebenan – nicht jahrelang vorbei. Das zweite Hauptthema des Films ist dann die beliebte Gegenüberstellung von einem Opfer, das in Bedrängnis geraten ist und demnach an das übernatürliche Element glaubt, und der gesunden Skepsis derer, bei denen er Hilfe sucht. In diesem Fall ist der Sheriff, doch statt durch die unterschiedlichen Ansätze nicht weiter zu kommen oder sich in sinnlosen Dialogen zu verzetteln, geht unser Hauptprotagonist sehr gehalten um und nach polteriger, leicht experimenteller Musik in der Bar entdecken wir pünktlich zur Halbzeit des Films dann auch die offene Wohnung, in der scheinbar jemand oder etwas gewütet hat…
 
 
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Dieser, sehr gelungene, Aufbau der ersten 40 Minuten gipfelt nun in einer tatsächlich sehr effektiven, spannenden und gruseligen Genreszene, in der wir uns nur durch Schrotflintenschüße als Lichtquelle orientieren und erstmalig einen Blick auf das auf dem Poster bereits gezeichnete Monster werfen dürfen – und es klappt. Es ist tatsächlich gruselig, eklig, bedrohlich, fleischig, kurz gezeigt, spannend aufgebaut und könnte, wäre dies ein üblicherer Film, als valider Antagonist herhalten. Doch Gardner ist nicht daran interessiet, eine x-beliebige Creature-Horror-Geschichte zu erzählen sondern nutzt diesen Backdrop einzig, um daran die Konflikte und Probleme seines Charakters zu offenbaren.
 
 
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Was das filmisch heißt, ist, dem Zuschauer erst einmal einen rund 10-minütigen, statischen One-Take vor den Latz zu ballern in dem, so wie allgemein in der zweiten Hälfte des Films, „nur“ geredet wird. Dass diese Dialoge dabei sehr nahegehend und aufopferungsvoll am Stück performt wurden, dass die theaterhafte Inszenierung sicherlich bewusst ist, dass die übliche Dramaturgie subversiv unterwandert wird und der Film mehrere leise Symbole oder Ideen in seinen Dialogzeilen verpackt, das wird dabei scheinbar gerne übersehen. Desillusionierung trifft auf Optimismus und Depressionen, kaputte Träume werden thematisiert, Hintergrundinformationen geliefert, der Plot entfaltet sich.
 
 
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Wie sich dann, inszenatorisch so wie inhaltlich, das Finale und die letzten 10-20 Minuten gestalten, das sollte man, wenn das bisher spannend oder interessant fand, definitiv selber herausfinden – denn „After Midnight“ hat mich spontan am ehesten an „The Demolisher“ erinnert, einem Film der auch im Kern ein Beziehungsdrama ist und zwar Genreelemente und gerade -stilismen zitiert und für seine Welt nutzt, den pochenden Synthiesoundtrack und die punktuellen Szenen eskalativer Gewalt braucht, aber Genrefans im Endeffekt doch nur hoffnungslos enttäuscht hat. „After Midnight“ ist immer wieder sehr ästhetisch und ansprechend gefilmt, immer wieder sehr stark gespielt und weiß genau, was er tun will und warum. Ich teile diese Vision nicht komplett, fand Pacing, vorallem den herausragenden Soundtrack, die Präsentation und generelle Stimme des Films aber stark genug, um mich weder zu langweilen, noch die Filmwahl zu bereuen. Indie-Film mit Herz am rechten Fleck, aber ein gottverdammtes, teils bitteres, teils wohlfühlendes Beziehungsdrama und definitiv kein Horror oder Splatter oder Creature-Feature oder was auch immer sonst das Posterdesign/Coverdesign spontan suggeriert.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von einer falschen Erwartungshaltung vieler Zuschauer sowie punktuellem Overacting geplagter, minimalistischer Film mit starken Hauptperformances, gutem Soundtrack und einladend hübscher Cinematographie. Kein Genre-Film, aber ein durchaus einmalig sehenswerter Beitrag zum Spielen mit Form und Storybaustücken.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „After Midnight“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

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(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: After Midnight; USA 2019

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Literaturwissenschaftler Thorsten Hanisch, Sammelkarten, Hinter den Kulissen, Outtakes, Bildergalerie, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.05.2020 | Mediabook: 29.05.2020

 

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AFTER MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
These Final Hours (2013)
 
Spring (2014)
 

Filmkritik: „Minutes to Midnight“ (2018)

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MINUTES TO MIDNIGHT

Story

 
 
 
In den Bergen ziehen drei irre Geschwister umher und wollen einer Gruppe Freunde an den Kragen, die dort in einem Ferienhaus Silvester feiern.

 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Kritik

 
 
In den vielen Jahren hat man ja schon einiges an Horrorfilmen gesehen. Da gab es neben wenigen guten Schockern auch jede Menge Unsinn, der die Haare hat zu Berge stehen lassen. Dass es hierbei aber immer noch schlimmer kommen kann, zeigen Streifen wie MINUTES TO MIDNIGHT. Hierbei handelt es sich nicht nur um Filmware, die eigentlich gar keinen Sinn ergibt. Genannte Produktion aus Amerika ist dazu auch noch ein hinterlistiger Zeiträuber, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert, ihm aber nichts zu bieten hat. Immerhin war das absehbar. Schaut man sich nämlich an, wer da verantwortlich zeichnet, rollen sich erfahrenen Filmfans die Zehennägel. CHRISOPHER RAY hat es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht und blickt auf eine umfangreiche Vita zurück, welche die Crème de la Crème qualitativer Gruselperlen umfasst. Darunter herausragende Filmjuwelen wie CIRCUS KANE, 2-HEADED SHARK ATTACK und MEGACONDA. Daher verwundert es wenig, dass MINUTES TO MIDNIGHT knapp zwei Jahre gebraucht hat, um den Weg von Amiland nach Deutschland zu finden. Ein hiesiges Indie-Label hatte Erbarmen und riskiert nun die Käuferschaft mit genanntem B-Movie in den Wahnsinn zu treiben. Da wird mit vielversprechendem Cover-Entwurf gelockt. Kaum die Blu-ray in den Player gelegt, offenbart sich das gesamte Grauen. Letzteres erhält hier eine ganz neue Bedeutung. Man muss es gesehen haben, um es glauben zu können.
 
 
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Ein paar Mittzwanziger, von denen einige in der gleichen Firma arbeiten, wollen das Neujahr auf ganz besondere Weise begrüßen. Die nisten sich im Ferienhaus ihres Arbeitgebers (Sexidol aus den 1990ern: WILLIAM BALDWIN) ein und ignorieren die Warnung des örtlichen Gesetzeshüters (Mädchenschwarm aus den 1990er: RICHARD GRIECO). Letzterer will die jungen Leute vor drohendem Unheil bewahren. Die Hütte befindet sich in den Bergen und ein Unwetter zieht auf. Doch das ist den Freunden egal. Demzufolge muss betraft werden. Drei irre Geschwister (darunter BILL MOSELEY, der sich vollkommen lächerlich macht) schleichen durch die Gegend und veranstalten kurzen Prozess. Die machen Jagd auf die Unbelehrbaren und machen so klar Schiff mit Erlebnissen aus der Vergangenheit. Als Kind wurden die drei Schurken nämlich gehänselt. Angestauter Frust, dem nun unsere Kumpels ausgesetzt sind. Ein klarer Fall von: Pech gehabt.
 
 
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Wenn drei Alt-Stars in einem Low-Budget-Horrorfilm mitspielen, der ohne großes Tohuwabohu in die Händlerregale gebracht wird, lässt das oft Schlimmes erahnen. Im Falle von MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt sich das ungute Bauchgefühl, denn was hier zugemutet wird, ist Genre-Bodensatz. Die Einführung der Charaktere ist rudimentär, ein Spannungsaufbau ist gar nicht zu erkennen und die für Horrorfilme prädestinierten Gewalteffekte bewegen sich auf dem Niveau eines jungen Olaf Ittenbachs. Gut, mag man meinen – Trash sollte mit einem gewissen Augenwinkern genossen werden. Das Problem: MINUTES TO MIDNIGHT gehört nicht zu Kategorie Trash. Der Film nimmt sich zu ernst, stibitzt fleißig bei Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und entpuppt sich trotz bekannter Gesichter als semiprofessioneller Schnellschuss, den sich selbst erfolglose Videothekeninhaber niemals freiwillig ins Regal stellen würden.
 
 
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Keine Spur von Unterhaltung, keine Spur von Spaß. Stattdessen hakt Regisseur CHRISOPHER RAY gelangweilt ausgelutschte Slasher-Klischees ab und unterstreicht Geschehnisse mit teils unpassender Musik. Zwischen unspektakulären Morden handeln Protagonisten dumm. Deren Verhalten wirkt mancherorts derart gekünstelt, dass man sich fragt, ob die Macher hinter dieser Produktion überhaupt daran interessiert gewesen waren, ihr Publikum für voll zu nehmen. Hier wird nichts parodiert oder bewusst auf die Schippe genommen. Alles läuft unter dem Banner Backwood-Slasher. Das macht MINUTES TO MIDNIGHT zum Geduldspiel und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer müde auf die Timer ihrer Abspielgeräte starren. Bis hier jedoch Abspann über die Mattscheibe läuft, vergeht viel Zeit. Zeit in der zwar viel, aber im Grunde auch nichts passiert.
 
 
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Regisseur CHRISOPHER RAY hat sichtlich Freude daran, sein Publikum zu Tode zu langweilen. Die Protagonisten nehmen sich Zeit mit Sterben und führen den Genre-Fan durch einen überraschungsarmen Schnarcher, der vor allem wegen billigem Digitallook Augenkrebs verursacht. Da fragt man sich doch glatt, wie man so bekannte Namen wie BILL MOSELEY, WILLIAM BALDWIN oder RICHARD GRIECO gewinnen konnte. Okay, okay – genannte Schauspieler sind durch die Bank weg erschreckend gealtert und dürften wohl froh über jedes Stellenangebot sein. Dennoch hätte man den drei Darstellern etwas mehr Würde gewünscht. Was das Drehbuch von denen abverlangt, ist weit weg von respektabel. So geht man nicht mit älteren Herrschaften um.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Teils schon peinlicher Mix aus Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAID TO REST, der vor allem durch eines auffällig wird: Semiprofessionalität. Billig lautet das Credo von MINUTES TO MIDNIGHT. Das beginnt beim Filmlook und endet bei den Spezialeffekten. Aber das war nicht anders zu erwarten. Im Intro ist ein Banner von UNCORK’D ENTERTAINMENT zu sehen. Das ist ein amerikanisches Filmunternehmen, das ganz üble Horrorfilmverbrechen vertreibt und mit weniger als wenig Kapital maximalen Reibach erwirtschaften will. Daher Vorsicht bei Filmen, die im Trailer das Logo des Unternehmens zeigen. Meist steckt dahinter unbrauchbarer Unsinn. MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt diese Theorie, an dem übrigens zwei (!) Drehbuchautoren beteiligt gewesen waren. Was die jedoch am Schreibtisch wirklich getrieben haben, werden wir wohl nie erfahren.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
MINUTES TO MIDNIGHT hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten. Die Gewaltmomente sind schnell geschnitten und nicht immer professionell in Szene gesetzt. Im Finale kommt immerhin etwas Backwood-Slasher-Feeling auf und es wird in Richtung Folter geschielt. Ob die hohe Freigabe wrklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Horrorfilmfans interessant: Die deutsche Fassung von MINUTES TO MIDNIGHT ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Minutes to Midnight; USA 2018

Genre: Horror, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 19.06.2020

 

Minutes to Midnight [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 

Filmkritik: „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ (2019)

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THE FINAL LEVEL: FLUCHT AUS RANCALA – SPIEL UM DEIN LEBEN

(THE FINAL LEVEL: ESCAPING RANCALA)

Story

 
 
 
Drei (zufällig allesamt hübsche und gerne knapp bekleidete) Freundinnen wollen eine Arcade-Halle neu eröffnen und leiten, entdecken dabei aber die übernatürlichen Kräfte ihres mysteriösesten Dinosaurerspiels…

 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Kritik

 
 
Eine Review, deren Vorwort ich möglichst kurz halten kann: Denn man muss als Filmfan jeglicher Gengregattung schon unter einem Stein gelebt haben, um innerhalb der letzten 23 Jahre noch nicht über ein Werk der Mockbuster-Trashschmiede „The Asylum“ gestolpert zu sein, deren CGI-reichen B- bis Z-Movies die internationalen, gerne nämlich auch deutschen, Filmregale mit kuriosen Attraktivitäten füllen, die zwischen augenzwinkernder Trashunterhaltung und unerträglicher Langeweile schwanken. So bekommt jeder halbwegs im Genrebereich bewährte, oder industrieintern empfohlene Regisseur hier ein nettes Minibudget für seine möglichst an aktuelle Blockbuster angelehnten Trashwerke, die entweder dank pompös-übertriebener Cover vom nichtswissenden Filmfan gekauft werden, oder, in den letzten Jahren und mit steigendem Bekanntheitsgrad der Filmproduktionsgesellschaft wohl immer häufiger, gar dediziert vom Action und Kurzweil suchendem Asylum-Fan.
 
 
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Ein relativ aktuelles Beispiel dafür ist „The Final Level: Escaping Rancala“, der zeitgleich mit „Jumanji – The Next Level“ erschienen ist und von dem amerikanischen Regisseur, Schreiberling, Schauspieler und Produzent Canyon Prince in die Welt geschickt wurde, der sich als Regisseur vorher wohl mit mehreren Serienfolgen sowie dem durchaus gelobten Indiedrama „Hard Sun“ beweisen konnte. Erfrischend motiviert oder talentiert wirkt dieser Film hier aber deswegen noch lange nicht, was sich in 2,9 Punkten auf der imdb ausdrückt – blinder Hass versnobter, frustrierter Käufer die einen High-Budget „Jumanji“ erwartet haben, oder ein gerechtfertigtes Urteil? Finden wir es heraus:
 
 
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„10 years ago“, so informiert uns eine Texttafel, gehen zwei grottig gespielte, junge Geschwister in eine Arcade-Halle und witzeln noch herum „Don’t make me come get you!“, haha, doch zu dem Zeitpunkt ist „Jake“ natürlich längst durch das mysteriöse Spiel „Rancala“ aus der Realität gesogen worden, das zudem seinen Namen kannte. Das CGI stimmt auf die folgenden 85 Minuten Trash ein, das Intro fährt mit Retro Polygon Synthwave-Ästhetik, Datenwellen und Chiptunebeat auf, bevor wir 3 Mädels bei der Eröffnung ihrer „Retrowave Bar“ treffen, mit dem Konzept „Geek meets chic“ – natürlich genau die Location aus dem Intro, nur jetzt 10 Jahre später, inzwischen pleite, immer noch mit den selben Automaten ausgestattet. Auch wenn der Smalltalk erträglich bleibt und der Film sehr schnell zu Potte kommt, wird schnell offensichtlich dass die drei Hauptdarstellerinnen Emily Sweet, Jessica Chancellor und Tiana Tuttle alle eher für ihre Optik und Physik gecastet wurden, denn für ihr Talent. Da alle nicht spielen können, kommt zwischenzeitig durchaus sowas wie eine Chemie auf, trotzdem war es eher die Vorfreude auf das folgende Spektakel, die die ersten ~20 Minuten getragen hat.
 
 
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In der Arcadehalle geht das gesamte Licht aus und nur Rancala geht an, Jake ist noch immer als Player 1 eingeloggt, der Synthiesoundtrack startet. Relativ aus dem Nichts fangen jetzt alle noch an ein paar Shots Whisky zu kippen, bevor sie auch auf den dicken Knopf drücken und sich durch After Effects in eine andere Welt teleportieren lassen – die natürlich direkt am Strand startet, inklusive Outfitwechsel und Nahaufnahmen feuchter Décolletés. Ein einzelner, ungelenk am Strand zappelnder CGI-Hai lässt Genrefans nun direkt wohlig warm ums Herz werden, während Protagonistinnen sowie Zuschauer per Einblendung darüber informiert werden, dass wir uns in „Level 1“ befinden. Ein Mann im gelben Regenanzug rennt panisch vor etwas weg und informiert unsere ausnahmelos hübsche, junge und halbnackte Gruppe über die Spielregeln, „Jumanji“ scheint in der Filmwelt nämlich nicht zu existieren: Hier die Holokarte, da der magische Rucksack, verschiedene Teile der Karte haben verchiedene Gebiete, jedes einen Boss, besiegt den Endboss und holt eucht Jake, Feierabend. Ungefähr so komplex bleibt es im weiteren Verlauf dann auch, was den Film allerdings nicht davon abhält, in absolut nichtssagenden Dialogen auf dem Weg der Mission repetitiv durchzukauen, welche marginal geplante, simple Aufgabe unsere Heldinnen als nächstes zu bewältigen haben. Zeit für Backstories, Charaktertiefe oder generell anspruchvolles Writing wäre hier gegeben, Dialog dreht sich aber wirklich ausschließlich im Kreis sowie um die gleichen zwei Themen.
 
 
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Aber ich schweife ab, denn der auf dem Backcover der Blu-ray angeteuerte Sharknado, der unvermittelt mit seiner PS1-Animation in diesen Film kracht, stellt als erster Boss tatsächlich das Trash- und Kurzweiligkeits-Highlight dar, wird aber auch ähnlich absurd schnell abgefrühstückt, wie er aufgetaucht ist. Dafür, dass laut des Regenanzugtypen alles auf der Insel versucht, einen umzubringen, wird nun relativ plump und wenig taktisch Station nach Station abgelaufen, bis es zur Konfrontation kommt. Wären diese stets so durchgeknallt kreativ, wie der per Explosionsleuchtkugel eliminierte Sharknado zu Beginn, könnte man gar von einem erfrischend spaßigem Film sprechen, doch leider bleibt bis auf die teils malerische Umgebung und die teils immerhin halbwegs sinnvollen Outfits der Hauptdarstellerinnen alles beim gleichen von Level zu Level. Und so bestehen die Konfrontationen, sei es gegen einen fetten Neckbeard mit Rangeroutfit und Laserknarre oder tausendmal in genau diesem Design gesehene, nie genauer erklärte Kultisten/bad guys, stets aus wirklich langweilig und schlecht choreographierten Nahkämpfen mit nervigen Leuchteffekten und dem immer gleichen Sound, die weder lustig noch brutal oder spannend sind.
 
 
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Ein unerwarteter Kill erklärt recht amüsant die „Jeder hat 3 Leben-Regel“, auch gibt es später in den „Dark Woods“ ein punktuell überraschend atmosphärisches Setdesign und wirkliche Langeweile will zwischen ansprechenden Umgebungsaufnahmen, Kills mit Wilhelm-Scream und schlecht getricksten Speed-Upgrades mit Unschärfe und peinlichem Videospieleffekt auch nicht aufkommen – doch unironisch, also auch nur als nicht zu belächelnde, sondern schlichtweg unterhaltsame Kost, passt hier nur ziemlich wenig.
 
 
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Die Requisiten sehen meistens aus wie aus dem Halloweenfest eines Vergnügungsparks, Trash-Highlight ist definitiv die grauenhafte Performance von Taylor Behrens, der als König ganz furchtbar gequält versucht seinen Catchphrase „Because I am the king!“ möglichst laut in die Kamera zu brüllen und dabei von den Darstellern ähnlich verdutzte Reaktionen erntet, wie vom Zuschauer. Nach dieser amüsanten Performance folgt nur leider der Tiefpunkt des Films, da eine genau jetzt etablierte Gefangene nun noch in einer ewigen Dialogszene, die wirklich nicht enden möchte, viel zu spät versucht eine Backstory und Erklärung zu liefern, die wirklich niemanden interessiert. Das überstanden, wird man nun immerhin mit einer netten 2,5D-Actionszene „belohnt“, die das Beat-em-up/Brawler-Genre annehmbar adaptiert und an eine schlechtere Version von Kung Fury erinnert – Standardkost der 2000er auf Youtube, hier das Finale des Films. Trotz Mortal Kombat-Anspielung bleibt es dabei natürlich erneut harmlos und unblutig, eine weitere viel zu lange Dialogsszene mit Backstory und ein paar CGI-Flammen, dann werden sowohl Charaktere und Zuschauer wieder in die normale Welt entlassen, nicht ohne kurz vor den Credits aber noch ein sehr merkwürdig spezifisches und unausgereiftes Konzept zu präsentieren, für das man sich noch ein letztes Mal verwundert an den Kopf fassen kann.
 
 
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Was bleibt zu dieser Fließband-Asylum-Standardproduktion noch groß zu sagen? Es gibt schlechtere sowie bessere Werke der Jungs und Mädels, ich habe mich schon deutlich schlimmer gelangweilt, – wenn auch selten so sehr, wie bei der endlosen Erklärbärszene im dritten Akt – aber auch schon deutlich besser unterhalten gefühlt. Der Cast ist hübsch aber wahlweise untalentiert oder nie gefördert, die Entscheidungen sind teils merkwürdig und abstrus, in einer Welt von 6-Headed-Shark-Attacks etc. aber nicht weiter der Rede wert. Weder für den reinen Trash, noch die Action und Kurzweil, noch den groben „Parodie“ bzw. „Kopie“-Gehalt zum Original, noch für die Erotik oder Obskurität kann ich „The Final Level“ wirklich empfehlen, aber Asylum-Sammler oder Trash-Fans haben sicherlich schon deutlich anstrengendere, beleidigendere und langweiligere Filme ertragen müssen. Hübsch beleuchtete Aufnahmen der farbenfrohen Arcade-Halle vertrösteten dabei mehr, würde der Film nicht größtenteils in nichtssagenden Wäldern und an generischen Stränden spielen.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hirnloser Low-Budget-Jumanji-Abklatsch mit etwas Eyecandy und ein paar amüsant wilden Ideen. Unterdurchschnittlich, aber nicht weiter enervierend.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ wurde von der FSK in der ungeschnittenen Fassung mit einer FSK16 freigegeben. Trash-Filmfans und Liebhaber von The-Asylum-Gurken können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Final Level: Escaping Rancala; USA 2019

Genre: Action, Trash, Abenteuer, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.05.2020

 

The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Stay Alive (2006)
 
2-Headed Shark Attack (2012)
 
6-Headed Shark Attack (2018)