Filmkritik: „Der Voyeur auf dem Dachboden“ (1976)

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DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN

(DER VOYEUR | EDOGAWA RANPO RYOKI-KAN: YANEURA NO SANPOSHA)

Story

 
 
 
Im Jahr 1923 spioniert ein voyeuristischer Hausbesitzer seine Mieter aus und beobachtet dabei u.a. eine reiche Dame, die ihren Mann betrügt. Nach einem Mordfall spitzen sich die Ereignisse zu.

 
 
 


 
 
 

DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN – Kritik

 
 
Tarō Hirai, besser bekannt unter seinem von Edgar Allan Poe inspirierten Pseudonym „Edogawa Rampo“ (1894 – 1965), gilt als einer der bedeutendsten japanischen Mystery-, Krimi & Thriller-Autoren seiner Zeit. Hauptsächlich bekannt scheint er für seine Reihe um Privatdetektiv Kogoro Akechi, doch auch abseits davon tummeln sich etliche spannende und mysteriöse Einträge in seiner Bibliographie, die neugierig auf die ein oder andere Stichprobe machen. Umso ärgerlicher also, dass mein erster Berührungspunkt mit seinem Werk dieser „Roman Porno“ ist, also ein japanischer Softcore-Film des ältesten großen japanischen Filmstudios überhaupt, Nikkatsu.
 
 
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Zwischen 1971 und 1988 wurden von diesem Studio nämlich hunderte Filme mit teils großem Erfolg produziert, die sich mit ihrer Länge und ihren Inhalten an bereits etablierten Pinku Eiga- Beiträgen der Toei Studios etc. anlehnten, jedoch mit oftmals höherem Budget und demnach eindrucksvollerer Ausstattung punkten konnten. So die grobe Zusammenfassung eines ziemlichen Laien, der selber nur sehr punktuelle Ausflüge in die spannenden Welten des japanischen Exploitation-Kinos der 70er Jahre unternommen hat.
 
 
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Wären alle Filme dabei so zäh und wenig unterhaltsam wie der vorliegende, das würde auch so bleiben – Gott sei Dank gibt es also Titel wie die „Stray Cat“-Reihe, die grandiosen „Lone Wolf & Cub“-Samuraifilme zwischen traditionsbewusstem Arthouse-Kino und blutiger Kurzweil, die „Female Prisoner Scorpion“-Titel und so viele weitere Beiträge, die mehr aus ihren Wurzeln oder Inspirationen machen können. Doch zurück zum Film: An Rampos Literatur wurde sich mehrfach bedient, „Watcher in the Attic“ ist eine der Geschichten, in der das im Pinku eiga ohnehin enorm präsente, später u.a. von Hisayasu Satō in all seinen Formen untersuchte Thema das Voyeurismus gepaart wird mit einem Thriller, historisch gebettet in das Jahr 1923, also Japan zur Taishō-Zeit. Als letztes Stichwort sollte vielleicht „ero guro“ genannt werden, der japanische Begriff für ein Kunstgenre, das grob gesagt das erotische und das groteske, aber auch moralisch abtrünnige, dekadente, sexuell korrumpierte kombiniert und sowohl in Rampos Geschichten, als auch in zahlreichen japanischen Horrorfilmen und Pinku eigas beobachtet werden kann.
 
 
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Mit der kurzen Laufzeit von 73 Minuten als erstes Indiz, der FSK 18-Freigabe und dem eindeutigen Titel war ich dabei natürlich bereits vorgewarnt, wusste um das Alter des Films und die vermutliche Intention, doch die erste halbe Stunde hat mich dann doch ziemlich überrascht: Denn bis auf den titelgebenden Voyeur, der barfuß über den Dachboden kriecht und abwechselnd Genrestar Junko Miyashita dabei zusieht, wie sie u.a. mit einem Mann im klassichen Pierrot-Clownskostüm, oder aber ihrem Chauffeur, der sich in einem Stuhl versteckt, fremdgeht, geschieht nicht viel. Das ist aufgrund des Budgets und historischen Settings immer wieder hübsch anzusehen, mit POV- Aufnahmen, eindrucksvollen Umgebungen und stimmigen Kostümen versehen, doch weder erotisch anregend noch wirklich spannend oder atmosphärisch blieb diese Reihung repetitiver sexueller Treffen nichtsdestotrotz. Eine lange Kamerafahrt zu den Opening Credits, ein absurdes Fischgemälde ohne jeden Kontext und etwas sexistischer, absurder Dialog bleiben hier noch am ehesten hängen.
 
 
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Doch ignoriert man einmal den Sex und den deplatziert wirkenden Humor durch sonst unwichtige Nebencharaktere, kristallisiert sich immerhin ein fast schon neo-noiriger Voyeur heraus, der einsam zu dissonanten Synthie-Geräuschen auf seiner Matratze liegt und stumm raucht, meint er habe kein Herz, einzig versucht gelangweilt zu bleiben. Und gerade als ich den Film das erste Mal in meinen Notizen als „Fetischfilm“ bezeichnet habe, der mehr an einem Sittengemälde, Historienporträt und vielleicht einer Sozialstudie interessiert scheint, denn an einer Story, geschieht ein Mord und zur Halbzeit wechselt das Geschehen zu einem nicht weniger langsamen, aber immerhin dramaturgisch halbwegs motivierten Werk.
 
 
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Im weiteren Verlauf folgen demnach also natürlich noch weitere Nacktheiten, Fetische, voyeuristische Momente und triebhafte Motivationen, doch mischen sich diese nun mit unterhaltsamen Mordversuchen, überraschend schonungslosen Tötungen und einigen äußerst ästhetisch beleuchteten sowie gefilmten Einstellungen. Das Ende ist es dann tatsächlich, das hier den Unterschied macht, denn in seinen finalen Minuten entpuppt sich „Der Voyeur auf dem Dachboden“ nun noch als liebevolle Hommage, als Abgesang auf eine ganze Ära und Generation, historisch gebettet, dramatisch, mit echten Bildern, verstörender letzter Szene und aussagekräftigem Finale. Überraschend greifend, gehaltvoll und pointiert nach einem Film, der mich oftmals eher langweilte.
 
 
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DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Kunstvoller, für eine Genreproduktion sehr zahmer und harmloser, historischer Erotikfilm mit überzeugender Hauptdarstellerin, hübschen Kostümen, überraschendem Finale und wenig Story bis dahin.
 
 


 
 
 

DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Der Voyeur auf dem Dachboden“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Schröder Media (DVD im KeepCase – auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Edogawa Ranpo ryôki-kan: Yaneura no sanposha; Japan 1976

Genre: Erotik, Krimi, Horror, Mystery

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Japanisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Englisch

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 73 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 01.07.2021

 

Der Voyeur auf dem Dachboden [DVD im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER VOYEUR AUF DEM DACHBODEN – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beauty’s Exotic Dance: Torture! (1977)
 
A Woman Called Sada Abe (1975)
 
Woman on the Night Train (1972)
 

Filmkritik: „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ (2021)

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EXQUISITE CORPSE – DEIN SCHÖNER KÖRPER

(EXQUISITE CORPSE)

Story

 
 
 
Nach einem tragischen Vorfall entdeckt eine junge Künstlerin, dass ihre Liebhaberin schmerzende Geheimnisse vor ihr versteckt hielt.

 
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Kritik

 
 
Spanische Genreproduktionen waren in den letzten Jahren immer wieder für eine positive Überraschung gut, ohne eine vernünftige Kritik auf Englisch oder Deutsch gefunden zu haben also bar jeder Erwartung auf möglichst eigenständiges, unabhängiges, ggf. gar sperriges (Kunst)Kino gefreut – und 88 Minuten später nur enttäuscht mit den Achseln gezuckt. Denn Lucía Vassallos vierte Regiearbeit wird in Deutschland zwar als „sinnlicher Mystery-Thriller“ verkauft, ist nur leider weder erotisch, noch mysteriös oder spannend – was eine leere Hülle von einem Film übrig lässt, welche der ansprechenden Präsentation und Vermarktung durch das exzellente Label „Donau Film“ leider so gar nicht gerecht wird.
 
 
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Das Bild einer nackten Frau, die im milchigen Wasser einer überlaufenden Badewanne liegt, ziert bereits das stimmungsvolle, ruhige Menü und wird nach den Opening Credits vor weißem Hintergrund, sowie langsam lauter plätscherndem, dann rauschendem Wasser fortgeführt: Blanca, eine junge Frau mit Albinismus, liegt nach diesem Vorfall im Koma. Clara, die Protagonistin von „Exquisite Corpse“, war früher ihre Liebhaberin und erfährt im Krankenhaus nun schockiert, dass Blanca vermutlich schwanger ist. Von nun an folgt der Film Clara, einer jungen Künstlerin die sich mit Jobs als Kellnerin oder Friseurin über Wasser hält, dabei, wie sie die Erinnerungen ihrer Beziehung mit Blanca aufarbeitet und neue Informationen über ihre Liebe erfährt. Was prinzipiell oft gesehen, aber in den richtigen Händen, mit den richtigen Offenbarungen und Wendungen, spannend klingt, dient nun leider nicht als Aufhänger für einen weiteren Storyverlauf mit neuen Konflikten, Zielen oder Charakteren, sondern stellt schon tatsächlich die gesamte Story dar – was mit tiefenpsychologischen Dialogen, verträumt-meditativer Arthouse-Inszenierung oder durch Partyszenen, Drogentrips, sexuelle Eskapaden und herausragend selbstzerstörerische Performances immer noch funktionieren würde, hier aber allzu banal abgetastet wird.
 
 
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Die Sexszenen könnte man als sinnlich bezeichnen, auch schreckt der Film nicht vor Nacktheit zurück, weder bereichern diese aber den Plot, noch werden sie je so explizit oder ausgewälzt, dass man von einem entscheidenden Faktor der Produktion reden könnte. Auch die Probleme der Beziehung, die wachsende Distanz und die Missverständnisse in der Kommunikation werden zwar realistisch gespielt und wahlweise ansprechend, oder im allzu generischen, lichtdurchfluteten Ikea- Look bebildert, doch rücken sie weder in den Mittelpunkt des Films, noch sind sie für sich genommen unterhaltsam. Es wird sich viel geküsst und viel Butoh getanzt, immer wieder entdeckt Clara neue Liebhaber von denen sie nichts wusste, doch wer auf einen späten Racheplot, eine überzeugende Selbstfindung oder einen Twist wartet, der wird bitter enttäuscht werden. Das wahre Mysterium an „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist im Endeffekt die fehlende Antwort auf die Frage, was hier erzählt, welche Art Zuschauer hier abgeholt werden sollte.
 
 
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Das ist umso frustrierender, da sowohl Schauspiel, Technik als auch Soundtrack immer wieder überzeugen können, oder gar gnädig stimmen – ich würde allzu gerne über den genauen Plot, die gestreiften Themen, die Relevanz der angesprochenen Laborforschung mit Oxytocin und Nagetieren diskutieren, doch von einer einzigen, schmerzhaft unpassenden und brutalen Szene abgesehen, bleibt es nach halbwegs neugierig machenden 30 Minuten zäh, langweilig und repetitiv. Das Finale liefert die mit ästhetischsten Einstellungen, interessantesten Ideen und besten Montagen des Films und hätte nicht zuletzt mit seiner Tanzchoreographie überzeugen können, wäre der Weg dahin nicht so fade. Wer langsamen Beziehungsdramen etwas abgewinnen kann, der darf dem durchaus gut aussehenden „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ eine Chance geben, doch allen anderen Genrefans
rate ich deutlich ab.
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist ein unterwältigendes Beziehungsdrama mit wenig Herausstellungsmerkmalen und unnötig langsamen Tempo.
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Exquisite Corpse – Dein schöner Körper“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

EXQUISITE CORPSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cadáver Exquisito; Argentinien 2021

Genre: Thriller, Drama, Erotik

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

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EXQUISITE CORPSE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine unmoralische Frau – Cosi fan tutte (1992)
 
Paprika – Ein Leben für die Liebe (1991)
 

Filmkritik: „Fried Barry“ (2020)

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FRIED BARRY

Story

 
 
 
Der drogensüchtige Barry wird von Aliens entführt, die sich fortan in Menschenhülle mit seiner abgefuckten Umgebung vertraut machen und den Fortbestand ihrer Rasse sichern.

 
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Kritik

 
 
Was für ein befreiendes, Vergnügen bereitendes, Hoffnung in die Zukunft des Indiefilms, und gar deutscher Veröffentlichung derart punkiger Filme, machendes Gefühl es doch ist, hier einen Film vorstellen zu können, hinter dem ich absolut stehe, den ich von vorne bis hinten genossen habe, zweimal sogar, in kurzer Zeit. Das passiert wahrlich nicht häufig und wenn doch, dann sind es oftmals Filme, die in Deutschland nicht erscheinen, oder nur schwer zu kriegen sind, oder falsch vermarktet werden, oder zensiert, oder oder. Doch hier, bei diesem südafrikanischen Langfilmdebüt, passt tatsächlich mal alles: Ungekürzt ab 18, gut, eine 16er-Freigabe hätte es vielleicht auch getan, mit Blu-ray, Extras und passenden Pressestimmen – denn ja, brillant und kultverdächtig ist diese Independent-Bombe auf jeden Fall.
 
 
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Nach einer charmanten BBFC-Retro-Warnung darüber, dass der folgende Film erst für Erwachsene geeignet ist, folgt direkt die unübliche Bezeichnung „A Ryan Kruger Thing“, die schon den gleichnamigen Kurzfilm geziert hat und ja, ein unberechenbares, schwer kategorisierbares „Ding“ ist „Fried Barry“ definitiv. Begleitet von schnellen Schnitten zu exzessivem Drogenkonsum, Makroaufnahmen von Spritzen, schrillen Synthesizern und überlagernden Szenen im Rausch werden wir innerhalb der ersten Minuten in Barrys Welt geworfen, ein Junkie mit Familien- und Geldproblemen, abhängigen Freunden, meckernder Frau, in einer verdreckten Umgebung. Nach wenigen Minuten wird sich der erste Schuss gegeben und zu einem arthousigen, großartigen Soundtrack und ästhetischer Cinematographie beginnt die wohl beste Alien-Entführungsszene, die ich je gesehen habe. Denn ja, ein roter Traktorstrahl scheint aus dem Himmel und der zuckende, zappelnde, röhrende Barry wird drei Minuten lang in retrofuturistischen, verstörenden, betörenden, beklemmenden Bildern mit einem 10/10er Sounddesign ästhetisch wie sonst was entführt, untersucht und eingenommen und nachdem das überlebt wurde, startet der ohnehin schon geistesabwesende Protagonist erst so richtig durch.
 
 

„On this day, pussy has eluded you my friend!“

 
 
HD-Aufnahmen der neonbeleuchteten Stadt, ein Alien in Menschengestalt das verwirrt die Gestalten der Nacht absorbiert, ein Clubbesuch mit bunten Lichtern, aushakenden Unterkiefern, XTC-Pillen und lauten Bässen – die ersten 15 Minuten dieser Indieerfahrung sind für mich auch beim Rewatch noch eine 9/10, führen perfekt in die folgende Erfahrung ein, lassen allenfalls etwas zu hohe Erwartungen aufkommen. Die Nebencharaktere der nächtlichen Odyssey sind dabei teils etwas zu trashig oder overacted, auch besteht die gesamte Viertelstunde nach der Entführung quasi nur aus Sex und sexuellen Angeboten – doch die schiere Kurzweil, die überraschend harmlose, aber sehr witzige, erste Sexszene selbst sowie der wunderbare, handgemachte, komplett nackte Splatter- Insert, der als Finale der ersten halben Stunde dient, gleichen dies locker wieder aus.
 
 

„You’re quite the organ pusher, aren’t you?“

 
 
Denn auch wenn „Fried Barry“ keinesfalls in erster Linie an Gross-Out-Humor oder brutalen Effekten interessiert ist, so weiß die eine Szene, die relativ früh in den Film geplatzt kommt, dafür umso mehr zu verwundern und überzeugen. Nach dem ersten Drittel dieser etwas zu langen 94 Minuten wird nun erstmalig durchgeatmet, da zu einem wunderbar ruhigen Ambient-Soundtrack meditativ durch die Sonne gelaufen und die Umgebung gescannt werden darf. 12 Minuten relativ alltägliches Familienleben, spaßig angedeutete, übernatürliche Kräfte und eine gelungene Sexmontage später jedoch schellt das Tempo wieder hoch und der Film geht in die Vollen: Barry rennt in Zeitlupe durch die Straßen, kriegt von Fremden Crystal Meth verabreicht, was für den größten und mit besten WTF-Moment des Films sorgt, metallisches, anschwillendes
 
 
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Sounddesign, laute Bässe, Rumrennen mit Kopfhörern und bester Laune, Musikvideo-Schnitte und -Bilder – und auf einmal ist auch schon die „Intermission“ erreicht, in der kurz 2001 Tribut gezollt, aber auch das Ansinnen des Films, einfach nur zu Unterhalten, klargestellt wird. Nach meiner Erstsichtung war ich der Überzeugung, dass der Unterhaltungsfaktor des Films an dieser Stelle fast schon endet, da der gesamte dritte Akt zu langsam, zu unspektakulär und zu gehemmt ist, um nach einem so genialen Beginn noch zu überzeugen – doch auch wenn der Film erst einmal ausgebremst wird und es in der Tat nie wieder so locker, so witzig, so kurzweilig oder partylastig, musikintensiv wird, wie in der ersten halben Stunde – so konnte ich beim zweiten Versuch doch noch einige Qualitäten entdecken, die auch die folgenden 42 Minuten noch sehenswert machen.
 
 

„Fried, definitely fried!“

 
 
So ist das nächste Setpiece zum Beispiel eine angenehm dreckige, industrielle Ruine mit gut gespieltem Antagonisten, krachendem Kettensägenkampf und heftig lärmendem Terror-Soundtrack, bevor nach ganzen 70 Minuten, die größtenteils kurzweilig gefüllt wurden, zum ersten Mal eine wirklich zu lange Monolog-Szene von Sean Cameron Michael folgt, die den Film erheblich ausbremst. Aber auch das überlebt man, nur um mit einem technisch beeindruckenden, gut choreographierten One-Take, ideenreicher Inszenierung, Retro-Rückprojektionen, mehr Drogenkonsum, einem Ritt durch die Hölle, einer videospielartigen, handgemachten Welt aus Karton und unironisch desorientierenden, alptraumhaften Horror-Visionen belohnt zu werden.
 
 

„It’s been a wild ride, eh?“

 
 
Ein absolut wilder Ritt also auch in der zweiten Hälfte und auf einmal sind es nur noch die letzten fünfzehn Minuten, und „Fried Barry“ ist schon wieder vorbei – diese sind nun zwar erneut zu langgezogen, zu ruhig, zu pseudodramatisch und pseudoemotional nach so viel kurzweiliger, schneller Indie-Energie – doch dies sei einem Film verziehen, der über so weite Strecken so viel so richtig macht. „Fried Barry“ ist ein Indiewerk mit wenig Budget und viel Herz, der zeigt wie man auch mit extrem wenig Story einen mehr als sehenswerten, spaßigen Film schaffen kann, einfach durch den richtigen Stil, eine interessante Welt, gelungene Situationskomik, eigensinnige Kreativität abseits der Norm, Party-Attitüde und mutiges Casting. Barry selber könnte dabei nicht besser verkörpert werden und präsentiert auf beeindruckend minimalistische Weise wie man größtenteils nonverbales Schauspiel, mit dem ausgedrückt werden soll dass hier gerade ein unbedarfter Alien in Menschenform agiert, perfektionieren kann.
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Irrsinnig mutiges und eigenständiges Projekt, das unter zwei Szenen und einigen Minuten zu viel leidet, abseits davon aber als Partyfilm, Drogenfilm, WTF-Filmerfahrung, als Statemtent im Indiefilm und Neontraum mit herrlichem Soundtrack taugt.
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Fried Barry“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Spirit Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Fried Barry; Südafrika 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, 2 Trailer, Bildergalerie, Behind the Scenes, Fried Barry – Der Kurzfilm, Post-Credits-Szene, Alternatives Ende, Deleted & Extended Scenes, Parodistisches

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Fried Barry [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Spirit Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jesus Shows You the Way to the Highway (2019)
 

Filmkritik: „Seance“ (2021)

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SEANCE

Story

 
 
 
An einer Mädchenschule macht das Gerücht des Geistes eines verstorbenen Mädchens den Umlauf. Als wirklich Menschen sterben, scheint an der Sache etwas dran zu sein.

 
 
 


 
 
 

SEANCE – Kritik

 
 
Man muss entweder sehr selbstbewusst sein oder von vornherein wissen, dass man nichts zu bieten hat, wenn man einen Film so wenig originell auf den Namen „Seance“ tauft. Immerhin gibt es nicht gerade wenige, billige Horrorfilmchen, die sich mit diesem Titel schmücken. Im Falle der 2021er Variante kann der geneigte Fan jedoch aufatmen. Hier bekommt man es nämlich nicht mit einem billigen, lieblosen Werk zu tun, sondern mit einem schön unaufgeregten, dafür aber ziemlich atmosphärischen Vertreter, der seine Zutaten sogar einigermaßen originell mischt.
 
 
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Camille ist neu an der renommierten Mädchen Academy Fairfield. Ihren Platz verdankt sie dem Tod einer anderen Schülerin, welcher unter ominösen Umständen geschah. An der Schule gibt es das Gerücht eines Geistes, weil ein Mädchen sich einst selbst umgebracht hatte. Als eine Mädchen-Clique einen Streich spielen will und den Geist beschwört, rechnet noch niemand damit, dass dies wirklich funktioniert. Doch die Nacht hat ihr Opfer und so kann Camille die Schule besuchen. Auch sie soll bald bemerken, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Das klingt zunächst wie eine total altbackene, ausgelutschte Geschichte, die man im Horrorbereich so schon etliche Male zu sehen bekommen hat und mit der man wohl 2021 niemanden mehr abholen dürfte. Doch weit gefehlt, denn bei „Seance“ macht alles einen falschen Anschein und so kann man sich auf ein paar gute Wendungen gefasst machen. Das ist zwar im Endeffekt nicht wirklich glaubwürdig und wirkt etwas konstruiert, doch da die Ideen gelungen sind, wiegt diese Tatsache in diesem Falle nicht so schwer. Außerdem ist es doch ziemlich clever, wie man mit der Erwartungshaltung des Publikums spielt.
 
 
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So macht alles von Anfang an den Eindruck eines gruseligen Geisterfilms und den bekommt man letztendlich ja auch, aber es gibt noch ein paar weitere Zutaten, die anfangs so nicht zu erwarten sind. So fühlt man sich im Endeffekt fast schon wie in einer Art Slasher und auch ein paar kleine Krimi-Anteile sind vorhanden. Alles in einem kann man „Seance“ wohl am besten als Mysteryfilm bezeichnen. Die Atmosphäre funktioniert dabei wunderbar. Von Anfang an wirkt die Stimmung unheilvoll und gruselig. Zwar kommen ein paar Szenen nicht ohne die bekannten Jump-Scares aus, aber dieses Stilmittel wird nicht zu übertrieben und eher zweckdienlich eingesetzt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus, denn dafür ist der Film insgesamt doch zu entspannt, aber diese Atmosphäre kann den Zuschauer durchaus einlullen, wenn er eine Affinität zu diesem Genre besitzt.
 
 
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Regisseur Simon Barrett, der vor allen Dingen durch die oftmalige Zusammenarbeit mit Adam Wingard bekannt ist und oftmals Drehbücher schreibt, führte hier zum ersten Mal bei einem Langfilm selbst Regie und man merkt ihm seine Erfahrung in diesem Genre durchaus an. So sind die ganzen Grusel-Szenen gekonnt aufgebaut und clever gestaltet. Sowieso ist die handwerkliche Arbeit hübsch anzuschauen. Die Kulissen wirken simpel, aber zweckdienlich und dass alles etwas kleiner gehalten wurde, ist im Falle von „Seance“ sympathisch. Hochwertige Arbeit steckt nämlich dennoch dahinter, was alleine die Optik beweist. Wenn Barrett, der übrigens auch hier selbst das Drehbuch verfasste, hinterher sogar noch Action-Elemente mit einbaut, wirkt das unerwartet und gibt abermals eine frische Dynamik her. Da gibt es sogar noch ein paar blutigere Szenen, mit denen vorher so nicht zu rechnen war. Dennoch ist die Freigabe ab 16 Jahren völlig berechtigt und die Effekte sehen allesamt brauchbar aus.
 
 
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Auf die Darsteller kann man sich zum Glück ebenfalls verlassen, denn hier liefert jeder das ab, was von ihm erwartet wird. Im Mittelpunkt steht dabei ganz klar die coole Suki Waterhouse, die gar nicht mal so viel machen muss, um zu gefallen. Das liegt aber auch an der gelungenen Figurenzeichnung. Die Hintergründe werden zwar nur angedeutet, dennoch wirkt ihr Charakter von Anfang an markant genug. Das ist bei den anderen Figuren ebenfalls geglückt. Es bleibt alles ziemlich oberflächlich, aber es ist einprägsam genug, um den Zuschauer damit über die angenehme Laufzeit von rund 90 Minuten zu unterhalten. Hier verstecken sich absolut keine Längen, denn selbst wenn der Aufbau ruhig und entspannt ist, ist immer etwas los und in der letzten halben Stunde ändert sich die Tonart sowieso noch mal grundlegend. Begleitet wird das Treiben von sehr dezenten Melodien, die passend sind. Der Score hat schon fast etwas Retro-artiges.
 
 


 
 
 

SEANCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Seance“ ist deutlich besser, als sein einfallsloser Titel vermuten lässt. Außerdem ist er origineller, als man hätte denken können, denn das ausgelutschte Geistergenre wird hier von anderen Zutaten ergänzt und insgesamt ist die Story zwar sicher kein Geniestreich, aber sie wirkt dennoch durchdacht und niemals lieblos. Besonders die handwerkliche Arbeit weiß dabei zu gefallen, denn die Inszenierung macht nichts verkehrt und die Optik weiß zu überzeugen. Zusätzlich sind die Darsteller allesamt brauchbar, die deutsche Synchronisation klingt gut und sogar die Figurenzeichnung ist einigermaßen gelungen. Ansonsten bekommt der Zuschauer noch eine schaurige Atmosphäre, die auf ihre eigene Art und Weise angenehm und entspannt wirkt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus und wirklich glaubwürdig ist das Szenario niemals, aber dafür wird man hier kurzweilig unterhalten. Wer auf Gruselfilme abfährt, sollte „Seance“ also nicht verpassen!
 
 


 
 
 

SEANCE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Seance“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino Filmverleih (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seance; USA 2021

Genre: Horror, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Featurette, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.10.2021

 

Seance [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Weltkino Filmverleih)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Woods (2006)
 
Düstere Legenden (1998)
 
The Ring (2002)
 

Filmkritik: „Light Sleeper“ (1992)

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LIGHT SLEEPER

Story

 
 
 
Der 40-jährige Drogendealer und Ex-Junkie John LeTour sieht wie seine Umwelt sich langsam von ihm abwendet, Träume sich verflüchtigen und überlegt selbst, das Business zu verlassen, um eine Musikkarriere zu verfolgen. Zeitgleich wird die Leiche einer neunzehnjährigen Studentin gefunden, die eine große Menge ungestrecktes Koks bei sich trug..

 
 
 


 
 
 

LIGHT SLEEPER – Kritik

 
 
Auch wenn die Filme inhaltlich sowie formal quasi überhaupt gar nichts miteinander zu tun haben, bis auf irgendeine Relevanz oder Erwähnung von Schlaf, so sind „Strange Dreams“ und „Light Sleeper“ doch bestens für einen Vergleich geeignet, als Beispiel für zwei komplett gegensätzliche Werke die es mir als Kritiker maximal leicht bzw. schwierig machen.
 
 
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Während „Strange Dreams“ nämlich kein Genre so wirklich, mehrere aber ansatzweise bedient und ziemlich unentschlossen sowie innerlich aufgebraust ist, von Szene zu Szene verunsichert und interessant zu sezieren, so ist „Light Sleeper“ hingegen eine simple, geradlinige, minimalistische Sozial- bzw. Charakterstudie, die sich keine tonalen Ausfälle, ungeahnten Ambitionen oder auch nur bemerkenswerte Szenen zu Schulden kommen lässt. Zu Singer-Songwriter Countrymusik, Rockballaden oder immer wieder aufkommendem Saxophon beschwört Schrader eine oft gesehene Neo-Noir-Atmosphäre, in der unser einsamer Drogenkurier, ein ungewohnt authentischer und zurückgehaltener Willem Dafoe, durch die Nacht gefahren wird und eine nichtige Begegnung nach der anderen macht.
 
 
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Mit mitreißender Cinematographie, nahe gehenden Szenen emotionaler Schauspielkunst oder einer wirklichen Story hatte diese Prämisse alle Möglichkeiten der Welt, weder Schrader noch der Cast sind unerfahren anno 1992, doch leider sollte der geneigte Zuschauer hier nicht mehr erwarten als eine gleichförmige Sozialstudie, die nie so konsequent oder radikal wie die Werke eines Abel Ferrara daherkommt, trotzdem nicht deutlich mehr Spannung oder Storytelling liefert.
 
 
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Dafoes Voiceover über seine endlos geschriebenen, dann wieder weggeworfenen Bücher und sein vergeudetes Talent, gepaart mit nebligen, nächtlichen Pflastersteinen, Alltagsbewegungen und dem omnipräsent leidenden, stöhnenden, keuchenden Soundtrack ist anfangs noch atmosphärisch und vielversprechend, doch mit jeder weiteren Zeile á la „It feels like the world’s on fire“, „Everything you need is around you – the only danger is inside you.“ oder „You were an encyclopedia of suicidal fantasies!“ wird es selbstbemitleidender, redundanter, beliebiger und belangloser.
Eine wenig verdiente und „tragische“ Rache wird zu einem späteren Zeitpunkt, zu dem ich mich längst mit der rein beobachtenden Art des Films zufrieden gegeben hatte, als erster echter Konflikt inszeniert – doch Spannung kommt dadurch keine auf, Motivationen oder Wahrheiten bleiben genreüblich unklar, „retten“ kann diese kurze Aufregung diesen sehr unaufgeregten, aber eben auch nicht tiefgründig seine Charaktere erforschenden Film auch nicht mehr retten.
 
 

„I can change. I can become a good person.“

 
 
Kitschige Musik drückt auf die Tränendrüse, ein paar hübsche Hotellobbies mit ansprechender Architektur offenbaren, wie endlos hässlich, grau und langweilig große Teile dieses Films doch aussehen – unabhängig davon, ob dies als Stilmittel zur Charakterisierung dient, eine optisch anstrengende bis ermüdende Entscheidung. Doch nicht nur kitschig ist die Musik, nein, denn wem die fehlenden Spannungsbögen zu vage sind, der bekommt das Innenleben des Protagonisten in den Texten der minutenlangen Songs dafür quasi noch ausbuchstabiert und erklärt, sodass jegliches Miträtseln oder Interpretieren auch seinen Reiz verliert.
 
 
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Wem die Reihung leicht drogeninduzierter Gespräche mit gesellschaftskritischen Aussagen, blau schimmernden Nachtaufnahmen mit Saxophonsoundtrack und ein paar realistische Performances der Szene und Zeit also reichen, dem könnte „Light Sleeper“ vielleicht mehr Unterhaltung oder Mehrwert bereiten als mir. Doch so amüsant und tragikomisch die Szenen mit Paul Jabara als ausgebrannter Cokehead z.B. auch sind, so sehr gehen sie unter in der laissez-faire Attitüde des Films, in der von Anfang an offensichtlich scheint, dass weder die Ziele noch romantischen Ambitionen unseres Protagonisten erfüllt werden können.
 
 


 
 
 

SLIGHT SLEEPER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Routiniert gelangweiltes, stilles Drama im sachlichen, nüchternen Stil, das mit schmalziger manipulativer Musik, Noir-Anleihen und fehlender Charaktertiefe zunichte macht, was der inszenatorische Stil an Potential vorgibt. Gut gespielt und mit ein paar atmosphärischen Szenen, als Gesamtwerk jedoch unterwältigend, zudem im hässlichen Look einer 90s-Soap-Opera.
 
 


 
 
 

LIGHT SLEEPER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Light Sleeper“ war bereits bei der deutschen Kinoauswertung im Jahr 1994 ungeschnitten und ab 16 Jahren. Das hat sich auch mit der nun erhältlichen HD-Fassung des Thrillers nicht geändert. Diese ist ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

LIGHT SLEEPER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Light Sleeper; USA 1992

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD Master Audio 1.0, Englisch DTS-HD Master Audio 1.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Mediabook

Extras: 4-seitiges Buchteil mit einem Text von Nicolai Bühnemann, Film auf DVD, The Guardian Interview mit Willem Dafoe, The Midlife Movie: Paul Schrader Interview, Audiokommentar von Paul Schrader, Szenenkommentar von Willem Dafoe und Susan Sarandon, Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Release-Termin: Mediabook: 26.08.2021

 

Light Sleeper [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LIGHT SLEEPER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
King of New York – König zwischen Tag und Nacht (1990)
 
‚R Xmas (2001)
 

Filmkritik: „Strange Dreams“ (2020)

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STRANGE DREAMS

(COME TRUE)

Story

 
 
 
Eine jugendliche Ausreißerin nimmt an einer Schlafstudie teil, die zu einem alptraumhaften Abstieg in die Tiefen ihres Geistes und einer erschreckenden Untersuchung der Macht der Träume wird.

 
 
 


 
 
 

STRANGE DREAMS – Kritik

 
 
Nachdem der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Anthony Scott Burns sich anno 2016 bereits an der meiner Meinung nach unterschätzten, überdurchschnittlich gelungenen Horrorfilmanthologie „Holidays“ beteiligen durfte, folgte 2018 sein Langfilmdebüt „Our House“, das bereits wissenschaftliche Experimente mit übernatürlichem Horror verquickt hat, zu teils polarisierter, größtenteils aber mäßiger Resonanz. Weitere zwei Jahre später folgte dann diese genreunabhängige Indieproduktion „Come True“, die in Deutschland unsinnigerweise in „Strange Dreams“ umbenannt wurde. Warum das bei diesem Film speziell ein Problem darstellt, wäre ein Spoiler zu viel, doch warum diese durchaus kreative, sehr ansprechend inszenierte Traumreise auch mich zwiegespalten zurücklässt – das werde ich nun versuchen, zu erklären.
 
 
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Die Eröffnungssequenz stimmt dabei bestens auf die ruhige, behutsame, leicht retrofuturistische Erfahrung der folgenden 100 Minuten ein, da nach den Opening Credits, die auf einem alten Röhrenfernseher abgespielt werden, direkt die erste der zahlreichen, höchst atmosphärisch inszenierten Traumsequenzen folgt, in denen mit langsamer POV-Kamerabewegung durch überzeugend animierte Höhlen und Berge, neblige, enge Gänge, knarzende, schwebende Holztüren und postapokalyptisch, ja gar dämonisch wirkende Umgebungen gefahren wird. Von eben jenen, mehrfach in voller Länge ausgespielten, aber nie langweilenden Traumsequenzen geplagt wird unsere Protagonistin Sarah, eine junge Frau die bei ihren Eltern auf eigene Faust ausgezogen ist und auf einem Spielplatz aus dem Alptraum erwacht.
 
 
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Doch auch wenn die zweite Traumsequenz mit ihren aus den Wänden der bedrückenden Architektur des Sanatoriums heraushängenden Leichen direkt deutlich düsterer und beängstigender anmutet als die erste, und auch wenn Traum #3 daraufhin dann gar mit einem funktionierenden, abstrakten Jump-Scare punktet und rasant folgende Horrorgefilde erahnen lässt, so ist „Strange Dreams“ in seiner gesamten ersten Hälfte gar nicht interessiert daran, zu schockieren, verstören oder auch nur auf wirkliche Spannung zu setzen. Stattdessen wird, mit unterkühlten Farben, hübscher Beleuchtung und mysteriösem Soundtrack in „The Persona“, dem ersten Kapitel, erst kurz Sarahs Situation geschildert, bevor der etwaige Ausweg aus der finanziellen Not und Schlaflosigkeit durch die bezahlte Schlafstudie etabliert wird. Nach 20 Minuten starten dann sowohl die Studie, mit ihren leicht an Sci-Fi- oder Retrofuturismus anmutenden Outfits, dem hübsch beleuchteten Kontrollraum und einer handvoll weiterer Probanden, sowie auch der Film selbst, dessen manchmal unmotiviert- einlullender, dann wieder hypnotischer, einfühlsamer Stil und Synthie-Soundtrack, nun noch mit einem atmosphärischen Voiceover über die Schlafphasen und Panflöten versehen, Hand in Hand geht mit den schwelgerischen Nahaufnahmen, nächtlichen Einstellungen der Großstadt, Ungewissheit des Experiments und beunruhigenden Träumen.
 
 
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Nach dem ersten Tiefschlaf im Forschungsinstitut wird Sarah mit einer Reihe Bilder konfrontiert, auf die sie äußerst heftig reagiert – mit dabei ist ein dunkler Hüne, eine schattenhafte, große, beängstigende Gestalt, mit der jeder ihrer Träume endet – was hat es mit diesem wiederkehrenden Schrecken auf sich? Und was mit dem Nerd aus der Bibliothek, der sie zu verfolgen scheint? Nachdem die erste halbe Stunde sich fast ausschließlich auf ihre audiovisuellen Reize und Atmosphäre ausgeruht hat, gelingt es Burns kurz daraufhin tatsächlich, erstmalig so etwas wie Rätselspannung und Anflüge von einem Plot aufkommen zu lassen, der mehr als eine reine
 
 
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Situation ist. Doch auch wenn auf dem Weg zur Halbzeit eine kurze, prägnante, effektiv geschnittene Terror-Sequenz mit hämmerndem Bass folgt, so ist die anschließende „Offenbarung“ für den Zuschauer leider lange keine Offenbarung mehr und langsam aber sicher stellt sich die Frage, worauf der Film eigentlich hinaus will, warum er sich so langsam und zäh inszeniert, welche versteckten Karten er wohl noch alle bei sich hält.
Doch wer nach dem verpatzten Mehrwert der letzten Szene noch nicht entnervt aufgegeben hat, der wird definitiv noch belohnt – vor der Bestrafung. Denn nachdem mir ein unstimmiges Plotdetail einfach nicht aus dem Kopf gegangen ist und ich schon potentiell eher enttäuscht war, von dieser „Maniac“ (die Netflix-Serie)-ähnlichen, nur gefühlt noch belangloseren Prämisse, taucht auf einmal der Schriftzug „The Shadow“ auf und läutet das dritte Kapitel ein. Und hier wird der Zuschauer nun zuerst effektiv verunsichert mit einem fragmentierten Gesicht und einer sich endlos durch das Treppenhaus drehenden Kamera, bis sich dann durch eine tatsächlich überraschende Beobachtung und Aussage wohliges Gruseln einstellt. Welches sich dann, finalement, in so etwas wie einer „Horror-Sequenz“, gekonnt entlädt. Der Soundtrack verlässt die Ambient-Gefilde und lässt die Synthesizer anschwillen, die Kontrolle entgleitet, in einer intensiven Szene mit großartigem Aufbau und unheimlichem pay-off zeigt „Strange Dreams“ zu was er fähig wäre, wollte er ein Genre-Film sein.
 
 
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Nur um daraufhin wieder ganz eindeutig zu beweisen, dass er genau das nicht sein möchte. Denn was nun als mit wichtigste Schlüsselszene des Films inszeniert wird, ohne etwa einen Twist vorweg zu nehmen, das ist ein romantischer Subplot, der als einzige Instanz auch mit einem Song unterlegt ist, der Lyrics hat. Doch so für sich genommen gelungen die Stelle sein mag, so verwirrend und gefühlt unpassend ist sie für den Zuschauer in diesem Moment, da nicht nur zum zweiten Mal eine mehrfach bereits implizit erwähnte, für den Zuschauer offensichtliche Beobachtung ausgesprochen wird, sondern diese neue Route nun auch noch fernab von jeglichem Horror für eine überraschend lange Laufzeit verfolgt und ernst genommen wird, wo sich die Dramaturgie doch eigentlich Richtung Finale bewegen sollte. Wobei „Dramaturgie“ ohnehin ein schwieriges Wort ist, wenn wir trotz des soliden bis gelungenen Schauspiels doch stets recht unbewegt und distanziert bleiben, aufgrund des allzu am Geschehen, nicht aber an den Charakteren interessierten Scripts, das zwischenmenschliche Szenen auf ein Minimum reduziert und wenig Mitfiebermotivation, oder auch nur Einblicke in Sarahs Psyche oder Charakter erlaubt. Die mit Abstand verängstigendste, gelungenste Horror-Stelle des gesamten Films ist dabei zwar nur wenige Sekunden lang und inhaltlich relativ unmotiviert, aber so grandios inszeniert, abgemischt, designt und editiert, dass ich beim bloßen dran denken eine Gänsehaut bekomme – doch so genial wird es in der Hinsicht nie wieder, egal in welcher Hinsicht. Dass sich diese Sequenz also auch noch nach weit über einer Stunde im Film befindet, zu einem Zeitpunkt, zu dem reine Horrorfans vermutlich längst abgesprungen sind, ist da natürlich ärgerlich.
 
 
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Das Finale des Films ist dann wieder höchst atmosphärisch geraten und gelungen gefilmt, mit deutlichen Stranger-Things-Anleihen und schön zurückhaltender Effektarbeit, aber dabei deutlich weniger Aufmerksamkeit oder Worte wert, als das Ende: Denn gaaaaaanz am Ende dieser 100 Minuten wird der Film dann tatsächlich nochmal deutlich interessanter, aber auch enttäuschender, irgendwo gewitzter aber eben auch witzloser und unnötig verwirrend, da hier natürlich noch ein großer Twist folgen muss. Und der ergibt rein inhaltlich auch Sinn und der wird auch ein Stück weit vorher angedeutet und erklärt ein paar Fragezeichen oder Fehler der vorherigen Szenen, ja, gleichzeitig aber stellt er auch den gesamten Film, die Existenzberechtigung der gesamten Story und die Motivation des Regisseurs, diesen Film überhaupt zu machen, komplett in Frage. Wer den ebenfalls höchst kuriosen „Boarding School“ gesehen hat, der weiß, wie man radikal unterschiedliche Ideen oder Konzepte mit einem einmaligen Ende umdeuten oder im letzten Moment noch etablieren kann, etwas ähnliches wurde hier auch gemacht.
 
 


 
 
 

STRANGE DREAMS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Ungewöhnlicher, eigenständiger, hübsch fotografierter, langsamer Indiefilm, der das Interesse des Zuschauers zumeist aufrecht erhalten kann, hinter der hübschen Verpackung und dem feinfühligen Soundtrack aber leider nur zwei wirklich intensive, spannende Szenen aufzuweisen hat und abseits seiner Genre-Inserts relativ zahm, minimalistisch und unspektakulär inszeniert wurde. Stimmungsvoll, interessant, mit schimmernd-leichten, idyllischen, bis hin zu mysteriös-nächtlichen Synthesizern und Assoziationen sowie natürlichen Performances, aber auch einem schleppenden Erzähltempo und verschenkten Möglichkeiten.
 
 


 
 
 

STRANGE DREAMS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Strange Dreams“ (Originaltitel: „Come True“) ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

STRANGE DREAMS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Come True; USA 2020

Genre: Horror, Drama, Fantasy, Science-Fiction

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Making Of, Trailer, Bildergalerie, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet + Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 23.09.2021 | Mediabook: 23.09.2021

 

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Strange Dreams [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

STRANGE DREAMS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Boarding School (2018)
 

Filmkritik: „Gaia – Grüne Hölle“ (2021)

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GAIA – GRÜNE HÖLLE

(GAIA)

Story

 
 
 
Zwei Park-Ranger stoßen im südafrikanichen Dschungel auf eine große Bedrohung, welche die Existenz der gesamten Menschheit gefährden könnte.

 
 
 


 
 
 

GAIA – Kritik

 
 
Südafrika ist nicht gerade für seine großen Blockbuster bekannt, aber dass aus diesem Land auch starke Genreware kommen kann, beweist „Gaia – Grüne Hölle“. Der Film richtet sich nicht gerade an den Mainstream und ist zuweilen ganz schön sperrig, macht im Gegenzug optisch und audiovisuell jedoch alles richtig und wirkt dabei so anders, dass er definitiv eine Sichtung wert ist, wenn man den „normalen“ Horror satt hat.
 
 
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Die beiden Park-Ranger Gabi und Winston sind gerade auf Patrouille, als Gabi ihre Drohne verliert und diese wieder aufsammeln möchte. Im Wald verletzt sich Gabi jedoch ihren Fuß und flüchtet in eine Hütte. Hier leben tatsächlich zwei Menschen, Barend und sein Sohn Stefan, die von der Zivilisation Abschied genommen haben und sich merkwürdig verhalten. Woran das liegt, soll Gabi schon bald erfahren, denn im Wald lauert eine Gefahr und die beiden Männer wissen davon. Die Story ist durchaus interessant, selbst wenn sie teilweise etwas zerfahren wirkt. Der Zuschauer wird ohne große Erklärungen in das Szenario geworfen und muss sich Verständnis erst mal erarbeiten. Hinterher wendet sich das Blatt einige Male, so dass das Geschehen niemals zu vorhersehbar erscheint. „Gaia – Grüne Hölle“ bedient sich an vielen Vorbildern, wie z.B. „Predator“, „Green Inferno“, „Beim Sterben ist jeder der Erste“ und „Auslöschung“, bastelt sich aus den diversen Zutaten jedoch etwas ziemlich Eigenständiges. Dass alle Fragen beantwortet werden, sollte der Zuschauer dabei besser nicht erwarten, denn ein Interpretationsfreiraum bleibt durchaus offen. Zuweilen verliert die Geschichte auch etwas zu sehr ihren Fokus, so dass das Drehbuch keineswegs perfekt, aber definitiv interessant ausgefallen ist.
 
 
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Dabei ist es vor allen Dingen die Mischung, die „Gaia – Grüne Hölle“ so interessant macht. Das fängt nämlich wie ein recht gewöhnlicher Survival-Thriller im Dschungel an und gewinnt dann zunehmend an Mystery-Anteilen. Dann gesellt sich eine große Portion Monster-Horror mit hinzu und außerdem wäre da der psychedelische Drogen-Anteil. Dieser macht die Stimmung manchmal kaum greifbar. Die Halluzinationen sorgen für eine surreale Atmosphäre, welche zum Ende hin immer abgedrehter wird. Das wirkt alles ganz schön düster und besitzt überhaupt keinen Humor. Dialoge stehen ebenfalls nicht im Vordergrund und so lebt der Film am ehesten von seinen Bildern. Und vom Sound natürlich! Die Geräusche der Monster hören sich so richtig unheimlich an und wurden stark gestaltet. Dazu gibt es einen atmosphärischen Score zu hören, der sehr passend ist und so macht es nicht nur Spaß, sich „Gaia – Grüne Hölle“ anzusehen, sondern vor allen Dingen auch, sich ihn anzuhören.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk sowieso kaum einen Vorwurf machen. Regisseur Jaco Bouwer, der zuvor am ehesten für das Fernsehen arbeitete, wird sicher kaum jemandem bekannt sein, aber er versteht sein Handwerk. Die Inszenierung macht einen sehr gekonnten Eindruck, wovon die Atmosphäre nur profitieren kann. Mit Hilfe des ordentlichen Kameramanns entstehen so einige berauschende Bilder, die ihre Faszination besitzen. Über die Effekte kann man sich dabei ebenfalls nicht beklagen, denn selbst wenn sie überwiegend aus dem Computer stammen, sehen sie ordentlich aus. Die Monster haben ein interessantes Design und die Halluzinationen wurden optisch äußerst ansprechend bebildert.
 
 
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Außerdem wird „Gaia – Grüne Hölle“ überraschend gut gespielt. Es gibt nur vier Darsteller zu sehen, doch von diesen liefern alle ab. Anthony Oseyemi ist zwar leider nur wenig zu sehen, aber Carel Nel und Alex van Dyk übernehmen größere Rollen und machen das souverän. Am ehesten sollte man jedoch die starke Monique Rockman nennen, welche die Hauptaufgabe bekommen hat und das eindringlich spielt. Für eine tiefere Figurenzeichnung ist hier allerdings leider kein Platz. Die wenigen Charaktere bekommen schon ihren kleinen Hintergrund, bleiben ansonsten jedoch blass. Das ist der Machart zu verschulden und eigentlich nicht so dramatisch, nur bleiben die Figuren kaum hängen und echte Sympathien entstehen hier ebenfalls nicht.
 
 
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Sowieso hat „Gaia – Grüne Hölle“ ein paar Probleme mit seinem Unterhaltungswert. Der Anfang ist noch sehr ruhig und in der ersten halben Stunde lässt man sich Zeit, das Geschehen aufzubauen. Dass dies nicht langweilig ausgefallen ist, liegt vor allen Dingen daran, dass man trotzdem sofort in ein ominöses Szenario geworfen wird. Danach variiert das Erzähltempo desöfteren, ist mal schneller und mal langsamer, aber innerhalb der 97 Minuten Laufzeit kommt es dann doch zu ein paar Längen. Ist das Geheimnis nämlich erst mal gelüftet und man hat die Monster gesehen, zieht sich das Geschehen etwas zu sehr. Hier hätte der Film ruhig noch länger warten dürfen, bis er dem Zuschauer gewisse Dinge zeigt. Die etwas actionvolleren Szenen passen nicht unbedingt zum restlichen Erzählstil und Spannung will leider kaum aufkommen. Sowieso wirkt der Film manchmal etwas zu trocken, aber gerade weil er so schön anzuschauen und anzuhören ist, wiegt das nicht zu schwer. Einen Großteil der Laufzeit über ist man nämlich doch relativ gebannt.
 
 


 
 
 

GAIA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Gaia – Grüne Hölle“ ist auf jeden Fall ein erfrischend anderer Horrorfilm, der aus vielen Zutaten besteht, einige Vorbilder besitzt und sich daraus eine interessante, eigenständige Story bastelt, die zwar nicht perfekt ist, aber große Ambitionen erkennen lässt. Sowieso ist der Film toll gemacht. Die Bilder sehen hervorragend aus, der Sound hört sich stark an und audiovisuell ist das eine ganz schöne Wucht. Leider kann der Unterhaltungswert daran nicht anknüpfen, denn Spannung kommt selten auf und ein paar Längen sind hinterher schon vorhanden. Dafür entschädigen ordentliche Darsteller und solide Effekte. Das böse Ende weiß ebenfalls zu überzeugen und unterstreicht die Öko-Botschaft noch mal fett. Die Macher haben sich durchaus Gedanken gemacht und liefern mit „Gaia – Grüne Hölle“ keinen stumpfen Horrorfilm ab, sondern einen sehr abwechslungsreichen, atmosphärischen Streifen, den man sich als Fan der etwas anderen Filmkost nicht entgehen lassen sollte!
 
 


 
 
 

GAIA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Gaia – Grüne Hölle“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

GAIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne Entertainment / Leonine (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gaia; Südafrika 2021

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Gaia – Grüne Hölle [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment / Leonine)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Auslöschung (2018)
 
The Green Inferno (2013)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 

Filmkritik: „Truck Turner – Chicago Poker“ (1974)

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TRUCK TURNER – CHICAGO POKER

(TRUCK TURNER | BLACK BULLET)

Story

 
 
 
Truck Turner (Isaac Fucking Hayes) verdingt sich nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Football-Karriere in Los Angeles als Kopfgeldjäger. Auf der Suche nach dem flüchtigen Luden Gator gerät Turner in einen Revierkampf zwischen brutalen Zuhälterfraktionen. Der fieseste unter den Nuttenhauern ist Harvard Blue (Yaphet Kotto), der sich gerne den Kopf des Kopfgeldjägers über den Kamin hängen würde.

 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Kritik

 
 
Ein Film aus dem Fundus der American International Pictures (AIP) könnte nicht mal dann enttäuschen, wenn er es versucht. Was nicht heißen soll, dass TRUCK TURNER eine Enttäuschung wäre. Im Gegenteil! Roger Cormans langjähriges Heimatstudio versteht in den Seventies auch, die innerstädtischen Kinos, maßgeblich von einem schwarzen Publikum besucht, mit perfekt aufgezogenen Billigreißern zu beliefern. Dabei wird das Script des Films anfänglich für einen weißen Schauspieler geschrieben. Lee Marvin oder Ernest Borgnine sind im Gespräch für den Part des Bounty Hunters. Knarzige Altherren-Action also. Interessant, so aber besser.
 
 
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TRUCK TURNER funktioniert nach den liebgewonnenen Mustern des Black-Action-Cinema. Kampf der afroamerikanischen Alpha-Wasserbüffel in grausigen Garderoben vor urbaner Kulisse. Die Herren sind gleichermaßen gewaltbereit und übercool und selbst im Angesicht wildester Schlägereien wäre, wenn nötig, genug Hoden-Überdruck vorhanden, eine der scharfen Afro-Schnitten zu bespaßen, die mindestens genau so tough redet und handelt wie die Herren der Schöpfung. Das Betrachten eines Blaxploitation-Films dürfte in jedem feministischen Universitätsfilmclub zu spontanen Selbstentzündungen im Publikum führen.
 
 
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TRUCK TURNER (hierzulande übrigens früher CHICAGO POKER, obwohl er in LA spielt. Deutschland, meine Damen und Herren, Deutschland!) läuft in den USA als tatsächlicher B-Film (also Film Nummer zwei eines Double Features) für den genialen FOXY BROWN, ist aber auch separat ein Knüppel. Bei dieser Besetzung ja auch nicht weiter verwunderlich.
 
 
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Isaac Hayes (1942 – 2008), sagenhaft kreativer Musiker und Songschreiber des besseren Soul und Funk, landet mit seinem „Theme From Shaft“ Anfang 1971 einen Crossover-Hit, der nicht nur die Charts stürmt, sondern auch noch die Soundtrack-Blaupause zum Blaxploitation-Genre wird. Es folgen Jahre des Prominenz-Exzesses, Kokain, schlechte Weiber und schlechtere Finanzberatung. Dafür aber auch Auftritte in Kultprogrammen wie John Carpenters DIE KLAPPERSCHLANGE, wo er den Gangsterboss Duke Of New York spielt. Die Musik von TRUCK TURNER übernimmt er natürlich auch.
 
 
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Später Comeback-Erfolg ist dem Mann mit der tiefen Stimme als Chefkoch im wilden Erfolgs-Cartoon SOUTH PARK vergönnt. Er spricht und singt die Parts des stets potenten Cafeteria-Küchenmeisters mit jederzeit hörbarer Freude an der Sache ein. Seine immer deutlich unter der Gürtellinie landenden Sprüche sind wichtiger Beitrag zum frühen Erfolg der langlebigen Serie von Matt Stone und Trey Parker bis sich der bekennende Scientologe mit den beiden Machern überwirft. Grund ist natürlich eine Folge über L. Ron Hubbards kontroverse Science-Fiction-Sekte aus Kalifornien.
 
 
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Nichelle Nichols, die echte Uhura aus RAUMSCHIFF ENTERPRISE spielt mit, dann als blutgeiler Pimp der gewohnt intensiv agierende Yaphet Kotto, den’s ja leider auch dieses Jahr erwischt hat. Turners Auftraggeber spielt Dick Miller, den jeder Filmfan in mindestens fünf Filmen gesehen hat, wofür man ihm die Filmbiografie THAT GUY DICK MILLER geschenkt hat.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Populärer Blaxploitation-Standardfilm in großartiger Qualität. Isaac Hayes, der sich auf einem Plattencover auch mal ordentlich größenwahnsinnig Black Moses nannte, erfreut den Bahnhofskino-Freund als lässiger Sex- und Fressevoll-Gott im brütenden Los Angeles der Wilden Siebziger. TRUCK TURNER ist ein Beispiel für einen Genrefilm, bei dem tatsächlich alles stimmt.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Zensur

 
 
 
TRUCK TURNER ist ein Kultfilm, der während der Blaxploitation-Welle in den 70er-Jahren erschien und in Deutschland um zehn Minuten gekürzt auf VHS-Kassette veröffentlicht wurde. Diese Fassung wurde im Jahr 1984 indiziert. 20 Jahre stand der Streifen auf dem Index. Erst im September 2011 erfolgte eine Neuprüfung, die dem Kultfilm eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung attestierte. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt einen roten FSK-Flatschen. Der Grund ist im von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial zu suchen, denn der Streifen selbst besitzt eine Jugendfreigabe. Die Blu-ray-Fassung des Streifens ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-rays + DVDs in 6 Mediabooks)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Bullet; USA 1974

Genre: Thriller, Krimis, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Die ehemaligen nachsynchronisierten Fehlstellen wurden 2020 nochmal neu nachsynchronisert und ersetzen die bisherige Nachsynchro, Trailer, Radio-Spots | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet mit Text von Mike Blankenburg, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021 | Mediabook: 18.12.2020

 

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hammer (1972)
 
Wenn es Nacht wird in Manhattan (1970)
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 

Filmkritik: „Die Todeskandidaten 2“ (2015)

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DIE TODESKANDIDATEN 2

(THE CONDEMNED 2)

Story

 
 
 
Will Tanner (WWE-Wrestling-Lumpenhund Randy Orton) ist Teil eines desaströsen Einsatzes gegen die Veranstalter eines perversen Menschenjagd-Games, das seinen kriminellen Machern im Netz dicke Dollars macht. Er kehrt zurück in die karge Kulisse seiner ländlichen US-Heimat und leckt sich die Wunden. Als plötzlich Anschläge auf Tanners Leben stattfinden, muss der Kämpfer feststellen, dass die Zielpersonen ganz genau wissen, wer es auf sie abgesehen hatte und jetzt den nächsten Schritt unternehmen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Kritik

 
 
Als die Welt noch nicht ganz am Arsch war, ist man für solche Filme in die Videothek seines Vertrauens eingekehrt und durfte auf der heimischen Couch des Schicksals Stunden stumpfsinniger Herren-Zufriedenheit verleben. Schauspielende Kampfsport-Bestien zeigen gegen Armeen gesichts- und charakterloser Bösewichter, was der Mann vom Fach mit Fäusten, Tritten und einem vernünftigen Waffenarsenal anrichten kann und sind sich im besten Falle darüber im Klaren, auch diese Saison nicht im Rennen um den Oscar anzutreten.
 
 
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Menschenjagd-, und Einer-gegen-alle-Filme wie DIE TODESKANDIDATEN 2 sind – jetzt lassen wir mal den Filmwissenschaftler raushängen – seit 1932 eine der Säulen des Actionkinos. Da hetzt nämlich bereits der übergeschnappte Aristokrat Zaroff seine Opfer über die Sets des Original-KING-KONG-Films. Ach ja, der Film heißt natürlich GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN, Original: THE MOST DANGEROUS GAME und ist grob geschätzt 300 mal neu verfilmt worden. Meistens inoffiziell, mal offiziell (jetzt gerade auf Amazon Prime, liebe Kinder).
 
 
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Hier ist’s Kopfgeldjäger Will Tanner, der eigentlich einer mafiösen Gang von Mordshow-Veranstaltern das Geschäft versauen will. Der Einsatz verunglückt und zurück in der Redneck-Idylle seiner amerikanischen Heimat wird der Jäger, wie man so schön sagt, selbst zum Gejagten. Routiniert reißt er dem prämiengeilen Gesindel die Ärsche auf bis zum Nacken und hält sich nicht mit Kinkerlitzchen wie charakterlicher Tiefe und ausziseliertem Minenspiel auf. Weil er es auch nicht muss, verdammt noch eins! Irrwitzige Buddy-Movie-Einsprengsel gibt’s als Bonus, wenn Tanners Vater, gegeben von der mittlerweile One-Man-Exploitation-Show Eric Roberts, anrückt und seinem Junior das Leben schwer macht. Er meint es ja nur gut.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 als Sequel des gleichnamigen Reißers von 2007 zu sehen, kann nur nach hinten losgehen. Wenn im Erstling „Stone Cold“ Steve Austin als verdeckter Ermittler die übelsten Mörder des Planeten eigenhändig zur Schlachtbank führt, findet das dermaßen knüppelhart und in den Actionszenen fast schon so cartoonhaft brutal statt, wie man es von einem „so nebenbei“ erschienenen Actionfilm mit Wrestling-Connection absolut nicht erwarten konnte. Ja, THE CONDEMNED dürfte der beste Film sein, den die Film-Tochter vom World Wrestling Entertainment bis dato hinbekommen hat.
 
 
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Diesen Elefanten aus dem Raum gescheucht, kann man DIE TODESKANDIDATEN 2 als den soliden Teller Action-Hausmannskost nach alter Väter Sitte genießen, der er ist. Ring-Sauhund Randy „The Viper“ Orton in der Hauptrolle hat definitiv Film-Potential, wäre aber in einer Rolle als Bad Guy deutlich besser aufgehoben. Der Kerl strahlt auch als Held einfach eine spezielle, vollendete Arschlochhaftigkeit aus, die er – so konnte ich als Nicht-Kenner modernen Wrestlings eruieren – in seiner Haupt-Karriere seinem Publikum auch seit Jahren meisterlich vor den Latz knallt.
Da sind die Baddies, denen Orton hier im Film die Leviten liest, beinahe farblose Bodycount-Kandidaten. Bis auf die beiden Chefs natürlich! Wes Studi, amerikanischer Indianer (ja, das sagt man eigentlich nicht mehr), ist seit Jahrzehnten auf der Leinwand zu sehen und liefert auch hier Qualität ab. Der Big Boss des Todesspiel-Programms ist Baccaro. Der wird gespielt von Steven Michael Quezada, den man hauptsächlich als Drogencop Steve in der Über-Serie BREAKING BAD kennt. Sein Turn zum skrupellosen Business-Psycho in DIE TODESKANDIDATEN 2 weist ihn als fähigen Schauspieler aus. Macht Spaß.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Vielleicht ist das eine angenehme Nebenerscheinung des gegenwärtig atemlos geschlagenen Kampfs um die Erhältlichkeit eines jeden Filmes zu jeder Zeit, wenn sich unter dem Radar millionenteurer Großproduktionen und aufwändig ausgestatteter Neu-Editionen großer Titel ein neues, verlässliches B-Action-Spielfeld entwickelt! DIE TODESKANDIDATEN 2 ist ein unterhaltsames, saftiges Männerfilm-Steak alter Schule und tut, was getan werden muss: Unterhalten!
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Die Todeskandidaten 2“ erscheint sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal synchronisiert in Deutschland über NSM RECORDS. Der Film ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Anders als sein Vorgänger blieb ihm die Indizierung erspart. Actionfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned 2; USA 2015

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dominik Starck, Hinter den Kulissen: Drones, Hinter den Kulissen: Fight, deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet von Nando Rohner, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 27.08.2021 | Mediabook: 26.02.2021

 

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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Running Man (1987)
 
The Hunt (2020)
 

Filmkritik: „Spell“ (2020)

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SPELL

Story

 
 
 
Auf dem Weg zur Beerdigung seines Vaters, stürzt Marquis mit seiner Familie im Privat-Flugzeug ab und als er erwacht, befindet er sich in den Fängen einer verrückten Hoodoo-Sekte.

 
 
 


 
 
 

SPELL – Kritik

 
 
Voodoo wird natürlich gerne für okkulte Horrorfilme als Vorbild benutzt. Eine solche Prämisse kann man 2020 also schon mal nicht mehr originell nennen, selbst wenn es in „Spell“ selbst um Hoodoo und nicht um Voodoo geht. So ähnlich die Aussprache, so wenig originell der Filmtitel, so wenig überraschend das Ergebnis. „Spell“ punktet in erster Linie mit seiner Optik, hat inhaltlich allerdings kaum etwas zu bieten.
 
 
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Star-Anwalt Marquis erhält plötzlich die Nachricht vom Tod seines Vaters. Also macht er sich zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Privat-Flugzeug auf den weiten Weg nach West Virginia. Als ein Unwetter aufkommt, stürzt die Maschine ab und als Marquis erwacht, befindet er sich auf einem Dachboden mit Verletzungen. Eine hilfsbereite Frau ist auch dort, aber es dauert nicht lange, bis Marquis bemerkt, dass Eloise nichts Gutes im Schilde führt. Das Ganze hat mit Hoodoo zu tun und Marquis versucht schon bald eine Flucht zu planen. Ob nun Hoodoo oder Voodoo spielt dabei eigentlich keine Rolle. Es gibt Parallelen, aber „Spell“ versucht dem Zuschauer diese Magie sowieso nicht näher zu bringen. Die Prämisse ist lediglich zweckdienlich und wird nicht weiter ausgearbeitet. Dabei hätten ein paar frische Ideen definitiv nicht geschadet. Das Drehbuch tut so, als würden wir uns noch in den 90er Jahren befinden und kommt ziemlich ideenarm daher. Nicht mal Hintergründe erfährt der Zuschauer hier. Erstaunlich, dass dafür Kurt Wimmer zuständig war, der mal Drehbücher für z.B. „Equilibrium“ schrieb. Wirklich überzeugend ist diese Geschichte nicht.
 
 
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Dafür kann die Optik punkten. Regisseur Mark Tonderai, der ansonsten überwiegend für’s Fernsehen arbeitet, liefert nämlich schon ab. In „Spell“ wird viel mit Filtern, Close-ups und Zooms gespielt. Das macht das Schauen zwar manchmal ein wenig anstrengend, aber da es gekonnt gestaltet wurde, macht das Ergebnis schon etwas her. Alleine die ganzen Farbfilter geben dem Werk einen hübschen Anstrich. Auch über die Schauplätze kann man sich nicht beklagen, denn hier wirkt alles authentisch und eine gewisse Atmosphäre entsteht so ebenfalls. Man bekommt es zwar nur mit einem typischen, okkulten Horrorfilm zu tun, aber phasenweise ist die Stimmung dennoch schön bedrohlich und dass es konsequent ernst zur Sache geht, passt ebenfalls.
 
 
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Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus den Darstellern. Omari Hardwick spielt seine Rolle durchaus glaubwürdig und gibt sich alle Mühe. Auch Loretta Devine erledigt ihre Aufgabe solide und die ganzen, kleinen Nebenrollen sind ebenfalls ordentlich besetzt. Aus schauspielerischer Sicht ist „Spell“ also gelungen, aber leider mangelt es erheblich an einer funktionierenden Figurenzeichnung. Die Wandlung von Marquis wirkt noch halbwegs glaubwürdig, doch viel erfährt man über seinen Charakter nicht. Alle anderen Figuren trifft es noch schlimmer. Über die Motive von Eloise kann man nur rätseln und manche Personen tauchen anfangs kurz auf, nur um dann vom Film vergessen zu werden. So hätte man die Familie von Marquis auch gleich weg lassen können. Nichtssagende Charaktere sind mit Sicherheit störend, aber warum man überhaupt nichtssagende Charaktere einführt, nur um sie dann zu vergessen, ist rätselhaft.
 
 
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Da „Spell“ inhaltlich wenig zu bieten hat, stellt es sich auch nicht als sonderlich interessant heraus, dem Geschehen zu folgen. Obwohl die Atmosphäre immer mal wieder schön dicht ist und sich der Überlebenskampf von Marquis als halbwegs spannend herausstellt, ist im Endeffekt viel zu wenig los, um den Zuschauer gut zu unterhalten. Das liegt allerdings auch mit daran, dass die Charaktere einfach zu farblos bleiben. Überwiegend geht es relativ ruhig zur Sache und viele Effekte braucht man nicht zu erwarten. Abgesehen von ein, zwei schmerzhaften Szenen spielt auch Gewalt keine so große Rolle. Nur das Finale dreht dann plötzlich etwas durch und bietet deutlich mehr Action. Das ist an sich unterhaltsam, nur passt der Wechsel im Ton so gar nicht zum vorherigen Geschehen. Außerdem offenbaren sich so ein paar CGI-Effekte, die man nicht unbedingt gebraucht hätte. Der Score klingt passend und ist brauchbar.
 
 


 
 
 

SPELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Spell“ ist so durchschnittlich, wie der einfallslose Titel es schon vermuten lässt. Dabei hätte aus dem Streifen durchaus etwas werden können, denn die handwerkliche Arbeit ist solide, die Inszenierung überzeugt und die Optik weiß zu gefallen. Außerdem sind die Darsteller völlig brauchbar und die Atmosphäre besitzt ordentliche Momente. Leider hat das Drehbuch allerdings nichts zu bieten. Man hatte keine kreativen Einfälle, durchleuchtet keinerlei Motive und bietet so im Endeffekt auch eine sehr nichtssagende Figurenzeichnung. Große Spannung kann so keine entstehen. Die Laufzeit von guten 90 Minuten langweilt zwar nicht durchgehend, aber so richtig unterhaltsam will das Treiben auch nie werden. Außerdem passt das actionreiche Finale nicht zur vorherigen Gangart. Alles in einem ist „Spell“ nicht schlecht, aber man verpasst auch nichts!
 
 


 
 
 

SPELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Spell“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich blutig ist der Streifen nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

SPELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Piuctures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spell; Südafrika | USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.09.2021

 

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SPELL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Piuctures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery

Der verbotene Schlüssel