Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Horror-Thriller

Filmkritik: “Nightlight” (2015)

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NIGHTLIGHT

Story

 
 
 
Fünf Kids spielen in einem geheimnisvollen Wald ein dummes Taschenlampenspiel und erzählen sich gruselige Geistergeschichten, ums sich gegenseitig Angst einzujagen. Dass um den Ort unheimliche Legenden ranken stört die Teenager nicht. Alles läuft nach Plan, bis die Mutprobe außer Kontrolle gerät und die Freunde um ihr Leben fürchten müssen …
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Kritik

 
 
 
Es ist wieder Zeit für einen Verriss und wer regelmäßig bei FILMCHECKER vorbeischaut, dürfte vermutlich schon ahnen zu welcher Sorte Film der hier besprochene NIGHTLIGHT gehört. Found-Footage heißt die Filmplage, die sich seit den Erfolgen von BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY wie ein Parasit durch die Horrorlandschaft frisst. Ende der 90er wurde das polarisierende Subgenre Dank innovativer Ideen aus der Versenkung geborgen – mittlerweile hat die Geldgeilheit Dollar-fixierter Produzenten dazu beigetragen, dass Found-Footage kaum noch zu ertragen ist. Keine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein weiterer dieser immer wieder gleich gestrickten Filme in die Läden gebracht wird, die mit schlecht ausgeleuchteten Bildern und unerträglichem Kameragewackel Zuschauern den Nerv rauben wollen. NIGHTLIGHT macht da keine Ausnahme. Die Regisseure SCOTT BECK und BRYAN WOODS stecken hinter diesem cineastischen Fiasko, für das sie hoffentlich in der Hölle schmoren werden, schließlich verläuft ihr konfuser NIGHTLIGHT nach dem bekannten Aufbau üblicher für Found-Footage-Ware und lässt erwartungsgemäß Originalität missen. LIONSGATE hat sich in den Staaten die Rechte an der Vermarktung des Rohrkrepierers gesichert und scheint mal wieder kein gutes Händchen bei der Filmauswahl gehabt zu haben. Überhaupt holt das einst für sehenswerte Schocker berüchtigte Medienunternehmen kaum noch gute Horrorstreifen ins Programm. Bis auf JESSABELLE und EXISTS (auch eines dieser Wackelcam-Movies) waren in den letzten Monaten keinen nennenswerten Grusler am Start, die es hätten verdient gesehen zu werden.
 
 
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Fünf nervige Kids stehen diesmal auf der Todesliste. Die verschlägt es in ein abgelegenes Waldgebiet, über das viele gruselige Legenden ranken. Vor einigen Wochen hat sich hier ein Mitschüler das Leben genommen. Für die Freunde ein Grund mehr das unheimliche Areal bei Nacht mit Taschenlampen genauer unter die Lupe zu nehmen. Leider wird schnell klar, dass die nächtliche Erkundungstour mit den mitgebrachten Taschenlampen keine so gute Idee gewesen ist. Aus der harmlosen Mutprobe entwickelt sich ein furchterregender Kampf ums Überleben, der für die Teenager erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen wird. Eine verbitterte Gestalt hat sich an die Fersen der Kids geheftet und will jetzt mit den Freunden ein grausames Spiel spielen, das leider nur einen Sieger kennt: den Tod.
 
 
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Willkommen in der Welt paranormaler Ereignisse und Epilepsie verursachendem Kamerageschüttels, für das die meisten Zuschauer nach gefühlt tausend ähnlicher Filme nur noch ein lauthalses Gähnen übrig haben. Nach einer Welle an mal mehr aber oft weniger gelungenen Found-Footage-Produktionen scheint für viele Liebhaber des phantastischen Films das Maß gestrichen voll zu sein. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach am Beispiel NIGHTLIGHT erkennen. Der in der Egoansicht gedreht Schauertrip vereint nämlich all jene Regeln gängiger Wackelkamera-Heuler, die dem Zuschauer allmählich die Lust am Schauen von Horrorfilmen nehmen. Hier wird die gesamte Laufzeit planlos durch Wald und Wiesen gehetzt, gekreischt, gewimmert und um Vergebung gebettelt. Dabei wäre die rettende Lösung doch so einfach gewesen. Rückzug lautet das Zauberwort, das den einfältigen Protagonisten hätte den Hintern retten können. Stattdessen bekommen es die Kids mit der Angst zu tun und flüchten vor einer übernatürlichen Bedrohung immer tiefer in den Wald hinein, um in einer nicht sonderlich einladenden Kirche Zuflucht zu suchen. In NIGHTLIGHT ist alles wie gehabt. Ob plötzlich vor der Kamera auftauchende Kreaturen, ausufernde Schüttelattacken oder plötzlich eintretende Bildausfälle; kaum eine Idee ist neu, außer vielleicht die, dass die Geschehnisse diesmal aus der Sicht einer Taschenlampe erzählt werden. Die purzelt ins Wasser, rammt gegen Steine und fällt Klippen hinunter – freilich ohne dabei zu zerspringen. Mit Logik tut sich NIGHTLIGHT schwer. Aber auch ein Spannungsbogen lässt sich nicht finden. Der wird von den sinnfreien Interaktionen der unsympathischen Filmfiguren im Keim erstickt, die sich teils so unfreiwillig komisch verhalten, dass man ihnen einen möglichst schnellen Tod wünscht. NIGHTLIGHT wurde für ein jugendliches Kinopublikum konzipiert, das sich mit dem Nötigen zufrieden gibt und kaum Horrorweitblick besitzt. Demzufolge sollten alteingesessene Horrorfans lieber Abstand halten, ist doch jede Filmsekunde in NIGHTLIGHT vergeudete Lebenszeit.
 
 
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NIGHTLIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach Filmen wie NIGHTLIGHT weiß man: Found-Footage hat die besten Zeiten längst hinter sich gelassen. Abermals gibt es einen überraschungsarmen Streifen in Egoansicht und Wackeleffekten zu sehen, der in seiner Machart so ausgelutscht ist, wie das Subgenre selbst. Neue Ideen sind hier Mangelware, denn NIGHTLIGHT setzt sich aus all jenen Klischees zusammen, die das Found-Footage-Genre so berüchtigt gemacht haben. Dazu gehört natürlich konfuses Kameragewackel genauso, wie eine nicht enden wollende Hetzjagd durch Wald und Gestrüpp bei der minutenlang Waldboden gefilmt werden muss. Das ist keineswegs spannend, auch wenn die Macher SCOTT BECK und BRYAN WOODS leidlich darum bemüht sind ihre Schlaftablette um reißerische Schreckeffekte zu bereichern. Wer sich 80-minütigen Irrlauf sparen und dennoch mitreden möchte, sollte sich den Trailer anschauen. Die besten Szenen bekommt man dort im Schnelldurchlauf zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Zensur

 
 
 
Eine Glasscherbe wird in einen Hals gerammt und einige Kids sausen die Klippen eines Felsens herab. Außerdem knirschen ein paar Knochen im Off. Mehr an Gewalt gibt es nicht zu sehen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Halloween (2013)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 
Grave Encounter 2 (2012)
 


Filmkritik: “Let Us Prey” (2014)

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LET US PREY

Story

 
 
 
Ein mysteriöser Fremder kehrt in ein schottisches Provinzstädtchen ein und stellt eine Polizeiwache auf den Kopf. Dort hat soeben die neue Polizistin Rachel ihren Dienst angetreten und erlebt in den folgenden Stunden eine Nacht, die sie vermutlich so schnell nicht wieder vergessen wird …
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm das Blut spritzt, dann freut das so manchen Fan härterer Filme, schließlich scheint mittlerweile Horrorstoff nur noch dann Aufmerksamkeit zu erhalten, wenn er die richtige Dosis Grausamkeiten beinhaltet. Statt gute Geschichten zu schreiben, liegt das Augenmerk vermehrt auf möglichst kaltschnäutziges Ausradieren. Dabei scheint es nicht mehr wirklich relevant zu sein, warum Menschen getötet werden – Hauptsache Innereien fallen zu Boden und der Lebenssaft fließt. Nichts Neues hat da LET US PREY zu erzählen. Hier wird von BRIAN O’MALLEY ein kaum vorhandenes Stück Handlung auf Spielfilmlänge geblasen, das einzig darauf hinausläuft den Fan der deftigeren Unterhaltung mit ein paar gemeinen Szenen den Tag zu versüßen. Dabei wäre eigentlich mehr möglich gewesen, denn LET US PREY reißt mit biblischer Problematik von Sünde und Vergeltung ein durchaus interessantes Thema an, dem es aber leider zu oft an nachvollziehbarer Logik, Tiefe und Glaubwürdigkeit mangelt.
 
 
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Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen in die Hölle. Von Letzteren scheint es in dieser schottisch-irischen Koproduktion ganz schön viele zu geben, denen von einem wortkarger LIAM CUNNINGHAM die Leviten gelesen werden müssen. Der kehrt als schweigsamer Fremder in ein schottisches Provinzkaff ein, um dort all jene Seelen mit dem Tod zu bestrafen, die in ihrem Leben reichlich Unfug getrieben haben. Doch der selbsternannte Richter ist nicht allein. In Powerfrau Rachel sieht er eine Verbündete. Leider hat die Gute erst vor einigen Stunden ihren ersten Arbeitstag als Polizistin angetreten und ist vom Blutbad, das sich soeben auf dem Revier zuträgt, alles andere als begeistert.
 
 
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Dass LET US PREY nicht sonderlich intelligent geschrieben wurde, wird an der Vorhersehbarkeit der Ereignisse deutlich. Lang dauert es nicht, bis der Zuschauer die Fährte gewittert hat und versteht, dass die Fieslinge im Film bestraft werden müssen. Damit ist er den Figuren stets einen Schritt voraus, deren Vergehen im Verlauf der späteren Handlung ans Tageslicht kommen, damit im Finale das obligatorische Blutbad zelebriert werden kann. Bis dahin werden Logiklöcher mit trivialen Dialogen und dick aufgetragenen Bibelzitaten gestopft, damit das Publikum erst gar nicht in Erwähnung zieht die Ungereimtheiten des Films zu hinterfragen. Da steht am Ende ein Polizeigebäude in Flammen, aber kein Einheimischer lässt sich blicken und Polizisten planen Morde, ohne Gedanken an die rechtlichen Konsequenzen ihres fragwürdigen Treibens zu verschwenden. Weitaus unglaubwürdiger fällt jedoch die Tatsache ins Gewicht, dass jeder zweite Einwohner des Städtchens die Lust am Töten für sich entdeckt hat und Familienmitglieder aufschlitzt, Liebhaber erschlägt oder Passanten mit dem Auto überfährt. Die Fehler sind offensichtlich und trüben den Sehgenuss. Immerhin stimmt die Optik. Die Bilder sind unbequem und bewirken ein anhaltendes Gefühl des Unbehagens. Zudem verbeugt sich Regisseur BRIAN O’MALLEY im Film vor Altmeister JOHN CARPENTER. Dessen ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wird in LET US PREY nicht nur musikalisch zitiert – auch die Kulisse ist dem Klassiker nicht unähnlich. Trotzdem, so ambitioniert und blutig der Filmemacher mit seinem ersten Langfilm auch unterhalten möchte; das Niveau jenes Maestros den er zitiert erreicht er mit seinem Debüt zu keiner Minute – da ist leider noch viel Luft nach oben.
 
 
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LET US PREY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Atmosphärischer Gewalt-Trip, der es aber nicht immer so genau mit der Logik nimmt. So sollte erst gar nicht hinterfragt werden, warum sich ausgerechnet eine schottische Kleinstadt als Vorort zur Hölle entpuppt, in dem scheinbar jeder zweite Einwohner schon einmal einen Mitmenschen ermordet hat. Die Figuren sind flach, die Handlung rudimentär und die Dialoge auch nicht sonderlich geistreich. Was den Streifen jedoch zu passabler Genre-Unterhaltung macht ist die morbide Atmosphäre und einige krude Gewaltspitzen. Denkt man die sich weg, wäre O’ MALLEYS Debüt vermutlich auch nur austauschbares Horrorkino von der Stange. Demzufolge ist LET US PREY ein eher mittelprächtiger Genre-Beitrag aus einem Land, in dem das Genre von den HAMMER STUDIOS einst mit Gothic-Horror aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Mittlerweile sind einige Jahrzehnte vergangen – leider!
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Zensur

 
 
 
PIERROT LE FOU bringt den Streifen in dreifacher HD-Ausführung auf dem Markt. Einerseits erscheint der Film in seiner ungeschnittenen Fassung mit SPIO/JK-Freigabe im limitierten Mediabook (Auflage: 5000 Stück). Ebenfalls liegt eine ungeschnittene KeepCase-Variante in den Videotheken aus. Zudem wurde LET US PREY auch noch einmal für die Kaufhäuser von der FSK geprüft. Die geschnittene Fassung ist 37 Sekunden kürzer und besitzt den roten FSK-Flatschen auf dem Cover. Immerhin sind die Schnitte in der ungeschnittenen Filmversion nicht offensichtlich. Ob man diese Fassung als Horrorfan sein Eigen nennen möchte, ist dagegen fraglich.
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (geschnittene FSK-Fassung)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene SPIO/JK-Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Let Us Prey; Großbritannien, Irland

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min. (uncut) / ca. 89 Minuten (cut)

FSK: SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung), Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (geschnittene Fassung), Mediabook (ungeschnittene Fassung)

Extras: Making of, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, Poster mit alternativem Cover-Motiv als Beilage / 50 Poster aus der Erstauflage mit Unterschrift vom Regisseur und Hauptdarsteller!

Release-Termin: 27.03.2015

 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Mediabook

 
 
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Nach dem Frauenprügler RAZE, dem Horror-Remake SILENT NIGHT und dem kontroversen Foltermurks DADDY’S LITTLE GIRL erscheint nun mit LET US PREY Nummer 4 der hauseigenen Mediabook-Serie des Rechteinhabers PIERROT LE FOU. Diese beinhaltet wie gewohnt nicht nur den Film ungeschnitten auf DVD und Blu-ray. Auch ein informativer Buchteil lässt das Sammlerherz schneller schlagen und bereichert die Veröffentlichung durch Hintergrundinformationen zum Film. Diesmal kann in einem umfangreichen Artikel aus dem Genre-Magazin DEADLINE geschmökert werden, zudem liegt ein kleines Filmposter bei. Das Besondere hierbei: PIERROT LE FOU hat einen kleinen Teil dieser Poster vom Regisseuren Brian O’Malley und Hauptdarsteller Liam Cunningham signieren lassen. Die unterschriebenen Exemplare liegen jedem hundertsten Mediabook (Auflage: 5000 Stück) bei. Demzufolge gehört ein wenig Glück dazu, dieses einzigartige Sammlerstück ergattern zu können. Technisch ist die Blu-ray nicht zu verachten. Nur beim Bonusmaterial wurde gegeizt. Bis auf Trailer und einem knapp zehnminütigen Making-of lässt sich nichts auf der Blu-ray finden. Sammler dürfte das wohl weniger stören, fügt sich auch Nummer 4 hervorragend in die bisherige Mediabook-Reihe des Anbieter PIERROT LE FOU ein.
 
 

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LET US PREY – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)


Filmkritik: “Backcountry” (2014)

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BACKCOUNTRY

Story

 
 
 
Glückliches Pärchen gerät beim Campen in das Jagdgebiet eines hungrigen Schwarzbären und muss ums Überleben bangen …
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Kritik

 
 
 
Ernstzunehmende Tier-Horrorfilme sind mittlerweile ziemlich rar im Kino geworden. Entweder werden die am Fließband von selbsternannten Trash-Studios wie THE ASYLUM produziert oder wollen dem Zuschauer im nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Stil auf den Wecker gehen. Lang ist es her seit Spielberg mit seinem DER WEISSE HAI einen regelrechten Boom des Tier-Horrors einläutete und eine ganze Flut sehenswerte Tier-Schocker folgen lies, von denen wohl in den letzten Jahren nur Ajas dreidimensionales PIRANHA-Remake (2010) und der packende Tiger-Schocker BURNING BRIGHT (2010) bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. Nach viel unterirdischem Trash der letzten Zeit scheinen aber dennoch Regisseure darin bestrebt zu sein, dem Tier-Horror wieder die nötige Ernsthaftigkeit zurückgeben zu wollen, die das Subgenre auch verdient hat. Einer dieser ambitionierten Filmemacher ist ADAM MACDONALD. Der versucht mit dem unbequemen Bären-Terror namens BACKCOUNTRY klarzustellen, dass er nicht nur vor der Kamera eine gute Figur machen kann. Nach kleinen Rollen in Streifen wie WOLVES oder HOME SWEET HOME war es für ihn an der Zeit, auch sein Können als Drehbuchschreiber und Regisseur unter Beweis zu stellen. So drehte er mit wenig finanziellen Mitteln einen hochgradig verstörenden Film, in welchem dem Menschen mal wieder die Unberechenbarkeit von Mutter Natur vor Augen geführt werden muss – wenn auch mit kleinen Fehlern.
 
 
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MACDONALD beschreibt sein Leinwand-Debüt als eine Art OPEN WATER in den Wäldern für das er sich von wahren Begebenheiten inspirieren lies. Während den ersten Recherchen zum Drehbuch kam er mit Campern und Wanderern ins Gespräch, die bereits unfreiwillig Bekanntschaft mit Schwarzbären im Hinterland Nordontarios gemacht hatten. Schnell stieß er so auf die tragische Geschichte eines jungen Pärchens, das während einer Bärenattacke tödlich verwundet wurde. MACDONALDS war von dem Vorfall derart erschütterte, dass er darin die Idee zum Film sah, in dem ebenfall ein Paar in den Wäldern Kanadas ums Überleben bangen muss. MISSY PEREGRYM und JEFF ROOP spielen in BACKCOUNTRY Jenn und Alex, die es in die kanadische Wildnis zum Campen zieht. Doch Alex hat anderes im Sinn, als die Natur zu genießen. An einem idyllischen See will er der Liebsten einen Antrag machen und verzichtet absichtlich auf Karte und Kompass, weil er den Weg dahin aus dem Gedächtnis kennt. Natürlich verläuft die Wanderung nicht nach Plan. Nach drei Tagen Fußmarsch ist kein Ziel in Sicht. Die Vorräte sind aufgebraucht und das Paar muss sich eingestehen, vom rechten Weg abkommen zu sein. Nun ist guter Rat teuer, denn ohne Karte und Telefon erweist sich die Rückkehr als unmöglich. Schlimmer als die Einsicht sich verirrt zu haben ist jedoch die Tatsache, dass sich Alex und Jenn in das Territorium eines hungrigen Schwarzbären verirrt haben, der sich mit leeren Magen an die Fersen des Liebenden heftet. Rasch entbrennt ein grausamer Kampf zwischen Mensch und Tier, der am Ende nur einen Sieger kennt: Mutter Natur.
 
 
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Macher ADAM MACDONALD outete sich in einem Interview als großer Fan des Schaffens von ROB ZOMBIE (HALLOWEEN, LORDS OF SALEM) und DEREK CIANFRANCE (THE PLACE BEYOND THE PINES) bei deren Filmen er reichlich Ideeninput für sein Erstlingswerk sammeln konnte. Entstanden ist ein sehenswerter Überlebens-Thriller, der sich authentisch mit den Urängsten der Menschheit auseinandersetzt und belehrend aufzeigt, wie sehr der Mensch die Gefahren der Natur unterschätzt. Nahezu unvernünftig handeln die beiden Helden im Film. Dass deren Torheit bitter bestraft werden muss, ist im Falle von BACKCOUNTRY kein Genre-Gesetz, sondern bittere Realität. In ungeschönten Bildern protokolliert MACDONALD den Überlebenskampf zwischen Mensch und Tier, wobei sich der Regieneuling als guter Erzähler erweist und ein geschicktes Gefühl für Spannung und Atmosphäre an den Tag legt. Langsam bahnt sich die bevorstehende Bedrohung ihren Weg durch den Film und schlägt in den letzten 30 Minuten mit gnadeloser Härte zu. Hier gerät dann auch das ruhige Erzähltempo aus den geregelten Bahnen und aus dem netten Naturfilm mit falschen Fährten entsteht knüppelharter Tier-Terror mit unappetitlichen Szenen. Durch den Einsatz hektischer Kameraschwenks wird Panik bewirkt, die leider auch den logischen Menschenverstand der Protagonisten ausschaltet. Nach einer gefährlichen Bärenattacke verhalten die sich reichlich sonderbar und handeln im Schockzustand nur selten nachvollziehbar. Immerhin hielt man für den Film Abstand von Getier aus dem Rechner. Für BACKCOUNTRY kamen lobenswerterweise zwei echte Bären vor die Kamera – vermutlich auch deshalb, weil MACDONALD seinen Erstling so realistisch wie möglich inszenieren wollte. Geglückt ist sein Vorhaben allemal, denn auch wenn am Ende vor gekünstelter Hektik nicht immer alles logisch scheint, gehört BACKCOUNTRY ohne Zweifel zu den besseren Tier-Horrorfilmen, die das Subgenre bis dato hervorgebracht hat.
 
 
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BACKCOUNTRY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
OPEN WATER nur in den Wäldern. Erschütternder Überlebenskampf vor traumhafter Naturkulisse mit fiesen Spezialeffekten und pulstreibendem Finale. ADAM MACDONALD ist noch unerfahren im Filmemachen und hat mit seinem Leinwanddebüt gleich was wirklich Sehenswertes hervorgebracht. In BACKCOUNTRY wird die Unberechenbarkeit der Natur auf recht unangenehme Weise zum Thema gemacht, welche den törichten Menschen mal wieder in seine Schranken weisen muss. Nach einem gemächlichen Einstieg zieht Drehbuchautor und Regisseur ADAM MACDONALD die Spannungsschrauben minutiös fester und tritt den Zuschauer mit einer derart gemeinen Wendung in die Magengrube, wie man sie schon lange nicht mehr im Subgenre der Tier-Horrorfilme zu sehen bekommen hat. Erschütternd und gerade deswegen sehenswert, auch wenn die Protagonisten am Ende vor lauter Panik fernab des rationalen Menschverstandes handeln.
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Zensur

 
 
 
Es gibt im Finale einige reichlich ungemütliche Szenen zu sehen, in denen jedoch die Kamera derart hektisch wackelt, dass die wenigen Gewaltmomente nicht so schnell zu durchschauen sind. Ein Protagonist wird von einem Bären zerfleischt. Hierbei geht es nicht zimperlich zur Sache. In einer anderen Szene werden Arme und Beine von der Bärenpranke verletzt. Zwar blutig, da die Gewalt hier jedoch von Tieren ausgeht, kann mit einer FSK16 gerechnet werden.
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Claws (1977)
 
Red Machine (2014)
 
Grizzly (1976)
 
Grizzly Park (2007)
 


Filmkritik: “An American Terror” (2014)

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AN AMERICAN TERROR

Story

 
 
 
Die Außenseiter Ray (Joe Abplanalp), Josh (Graham Emmons) und Sammy (Taylor Hulett) haben die Nase von den Schikanen der Mitschüler gestrichen voll. Sie wollen sich an ihren Mitschülern rächen und planen einen Amoklauf. Doch bei der Planung ihrer Tat kommt alles anders.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Kritik

 
 
 
In Zeiten des schnellen, technischen Fortschritts wird es selbsternannten Filmemachern immer einfacher gemacht Filme zu drehen, die am Ende sogar den Weg in den Handel finden. Alles was dafür benötigt wird, lässt sich auf Händlerplattformen wie Ebay oder Amazon finden, wo HD-Kameras und Schnittprogramme zu mittlerweile erschwinglichen Kursen angeboten werden. Selbst eigene Horrorfilme zu machen stellt im Jahr 2015 keine Herausforderung mehr dar, schließlich hat sich der unabhängige Horrormarkt zu einer wahren Goldmiene entwickelt und unzähligen Hobby-Regisseuren den Sprung ins Rampenlicht ermöglicht, von denen es sogar einige bis nach Hollywood geschafft haben. Hinter dem für schmales Geld gedrehten AN AMERICAN TERROR steckt HAYLAR GARCIA. Der hat bereits mit 17 Jahren erste Alben aufgenommen und als kreativer Produzent reichlich Erfahrungen im Musikbusiness sammeln können. Vermutlich hat ihm die Musik allein nicht ausgereicht. Wie einst auch ROB ZOMBIE, der sich vor der kommerziellen Kino-Neuauflage HALLOWEEN (2009) hauptsächlich durch laute Gitarrenklänge einen Namen machen konnte, versucht sich nun auch GARCIA ein zweites Standbein aufzubauen und versucht neben der Musik auch im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Mit AN AMERICAN TERROR hat er seinen ersten Horrorfilm inszeniert für den er auch gleich das Drehbuch schrieb, das nicht unwesentlich bei Filmen wie THE FINAL und dem Folter-Murks HOSTEL stibitzt hat. Entstanden ist ein kleiner Indie, der zwar sein mageres Kapital nicht verbergen kann und dem der Charakter von amateurhaften Garagenproduktion anhaftet; nichtsdestotrotz kommt dem Film die ungeschliffene Low-Budget-Optik gelegen, weil der kostengünstige Look zum zweifelhaften Kontext der Geschehnisse passt.
 
 
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Im Film geht es um drei Außenseiter, die es an der High School nicht leicht haben. Die Freunde werden immer wieder Opfer von Schikanen ihrer Mitschüler und beschließen die gesamte Meute während eines Schulballs in die Luft zu jagen. Um an scharfe Munition zu kommen ist man erfinderisch. Sprengkörper werden mit Hilfe von Bauanleitungen aus dem Internet selbst zusammengestellt. Nur bei Schusswaffen macht ihnen das Gesetz einen Strich durch die Rechnung. Doch die Jungs wissen sich zu helfen. Unter einem Schrottplatz entdecken sie ein geheimes Waffenlager eines äußerst zwielichtigen Zeitgenossen. Der sammelt nicht nur gefährliche Schießeisen, sondern frönt hier unten ganz speziellen Freizeitaktivitäten. Mit scharfem Folterwerkzeug quält er bevorzugt Teenager, um sich an ihrem Leid Befriedigung zu erhoffen. Keine erfreulichen Nachrichten für die wütenden Freunde, muss der geplant Racheakt auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
 
 
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Ein Film mit kontroversem Hintergrund? In einem Interview verriet Macher HAYLAR GARCIA, dass er sich von den schrecklichen Ereignissen des Amoklaufs an der Columbine High School inspirieren lies, bei dem im Jahr 1999 zwei Schüler einen Lehrer und zwölf Schüler erschossen. Die pubertären Protagonisten in AN AMERICAN TERROR haben ähnliches vor. Dennoch verliert die heikle Thematik schnell an Gewichtung, weil GARCIA kurzum beschließt andere Wege zu gehen. Er selbst bezeichnet seinen Film als “Anti-Amoklauf”, weil sich der Film nach überraschender Wendung zum Folterstreifen entwickelt und seine anfangs akribisch geplante Tat aus den Augen verliert. Die rachsüchtigen Teenager finden sich in einer unterirdischen Todesarena wieder. Hier gilt es sich aus den Klauen eines widerwärtigen Serienmörders zu befreien, der in seiner geheimen Folterzelle Halbwüchsige zu Hackfleisch verarbeitet. Dass in Zeiten des Überlebens aus Feinde Verbündete werden, scheint die logische Konsequenz zu sein. So schließen sich die Außenseiter mit jener selbstbewussten Cheerleaderin zusammen, die sich Stunden zuvor noch über die Jungs lustig gemacht hat. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen eine abscheuliche Kreatur in Menschengestalt auf, liegen sich am Ende sogar in den Armen und legen den geplanten Amoklauf ad acta.
 
 
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Schmerzhaftes Foltern auch ohne Budget: man sollte sich nicht vom semiprofessionellen Look abschrecken lassen, der bereits zu Beginn ins Auge springt. Trotz Low-Budget-Status und einer kleinen Anzahl unbeholfener Schnitte hat AN AMERICAN TERROR einige Überraschungen zu bieten. So gibt es nach einer plötzlichen Wendung für Fans der härteren Gangart diverse Gemeinheiten zu bestaunen, die geschickt in Szene gesetzt werden. GARCIAS blendet weg, wenn es ernst wird, lässt den Ton aber weiter laufen. Für ungeübte Zuschauer schwer verdaulich, entwickelt sich das Kopfkino geschwind zur unerträglichen Tour de Farce. Weitaus erschreckender: der Filmbösewicht. Dessen Identität bleibt bis zum Abspann im Verborgenden, seine Beweggründe ungeklärt. Mit einer Art Pestmaske scheint er immerhin Freude daran zu haben, vorlauten Teenagern Augenlider abzuschneiden oder im Säurebad sich selbst zu überlassen. Die fiesen Spezialeffekte haben es in sich und sind trotz einfacher Machart nicht so leicht zu durchschauen. Zusammen mit der morbiden Atmosphäre gelingt es AN AMERICAN TERROR so ohne weiteres, den ganz großen Schmuddelfilmen des Tortur-Genres das Wasser zu reichen.
 
 
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Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Irgendwie mag man in AN AMERICAN TERROR das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe HAYLAR GARCIA versucht zwei Geschichten in einem Film unterzubringen. Aus einem Rachefilm wird ein Folter-Schocker, der in den letzten Minuten einen Fehler macht und sein anfängliches Thema erneut aufgreift. Der Rattenschwanz wirkt überflüssig und zieht den Film nur unnötig in die Länge. Das ist bedauerlich, hätte AN AMERICAN TERROR unter erfahrener Hand und mit mehr Kapital ein richtiger Horror-Hit werden können. So bleibt ein solides Tortur-Machwerk mit fieser Stimmung, bösen Momenten und viel Luft nach oben. Wer übrigens bis nach dem Abspann wartet wird mit einem Cliffhanger belohnt. Horror-Debütant HAYLAR GARCIA liebäugelt wohl mit einer Fortsetzung. Ob und wann die kommen wird dürfte die Zukunft zeigen. Mit Sicherheit spielt da wohl der Verkauf des Heimkinomediums eine wesentliche Rolle, steuert doch in den meisten Fällen die Nachfrage das Angebot. Man darf gespannt sein!

 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein unangenehmer Filmalbtraum irgendwo zwischen kontroversen Machwerken wie THE FINAL, IF… und ELEPHANT. Anders als in den beiden letztgenannten verirrt sich AN AMERICAN TERROR dann doch mehr im Horrorgenre und verstört mit perverser Folterthematik nach allen Regeln der Kunst. Trotz Low-Budget-Look sorgt Regisseur und Drehbuchautor HAYLAR GARCIA für atmosphärische Bilder. Einige schmuddelige Gewalteskapaden und der unbequeme Ton des Treibens erinnern in den besten Momenten sogar an Horror-Mainstream aus der Schmiede eines MICHAEL BAY: TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING. Trotzdem ist es nicht gelungen aus AN AMERICAN TERROR einen Hit zu machen. Anders als im glattgebügelten Prequel des Kettensägen-Remakes mangelt es dem Streifen an Professionalität. Die Schauspieler agieren solide, scheinen aber noch reichlich grün hinter den Ohren zu sein. Zudem wirken die letzten 15 Minuten überflüssig, weil die Story von AN AMERICAN TERROR unnötig weitergesponnen wird, obwohl der widerwärtige Filmbösewicht längst zur Strecke gebracht wurde. Immerhin entschädigen fiese Spezialeffekte, die zwar einfach gestrickt, aber nicht weniger schmerzhaft in Szene gesetzt wurden. Wer daher ein Herz für Horrorfilme in der Machart eines HOSTEL oder SAW 3 besitzt, wird gut unterhalten werden. The Show must go on: Schenkt man einer Szene nach dem Abspann Glauben, könnte eine Fortsetzung bald kommen.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Zensur

 
 
 
Wer auf abgefahrenes Zeug wie abgeschnittene Augenlider oder Körperteile abfährt, wird an AN AMERICAN TERROR sicherlich Freude haben. Trotzdem; ein unerträgliches Brutalowerk im Stile eines HOSTEL ist der Mix aus Folter- und Rachethriller nicht geworden. Die meisten Gewalttaten werden im Off zelebriert, was aber nicht minder hart anzuschauen ist. Sollte der Streifen hierzulande veröffentlicht werden, kann man mit einer ungeschnittenen Fassung rechnen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Final (2010)
 
Elephant (2003)
 
If…. (1968)
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Hostel (2005)
 


Filmkritik: “The Hybrid” (2014)

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THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
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Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
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Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
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THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem “Keine Jugendfreigabe”-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 


Filmkritik: “Hayride 2″ (2015)

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HAYRIDE 2

Story

 
 
 
Halloween: ein maskierter Killer richtete ein grausames Blutbad in einem verschlafenen Städtchen an, konnte aber in letzter Minute von zwei Brüdern zur Strecke gebracht werden. Doch der Psychopath ist nicht tot. Bei seinem Abtransport in ein naheliegendes Krankenhaus kann er entkommen (Carpenters HALLOWEEN 2 lässt grüßen) und setzt sein blutiges Treiben fort, um mit jenen ein Huhn zu rupfen, die Stunden zuvor noch versucht haben dem Mörder das Handwerk zu legen.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das Slasher-Genre wohl entwickelt, wenn nicht wegweisende Klassiker wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN gewesen wären, die dem populären Teenager-in-Angst-Kino zum Erfolg verholfen haben. Vermutlich hätten wir dann solche Filme wie HAYRIDE 2 nie zu Gesicht bekommen, die fast schon zwanghaft jene vordiktierten Filmregeln abhaken, die einst CARPENTER und CUNNINGHAM auf Zelluloid festgehalten haben. Der Slasher ist auch weit über ein viertel Jahrhundert seit Bestehen nicht aus der Horrorlandschaft wegzudenken und bewegt immer wieder ambitionierte Nachwuchsregisseure zur Umsetzung möglichst ähnlicher Geschichten, die sich mittlerweile nur noch am unterschiedlichen Blutzoll voneinander unterscheiden.
 
 
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Mit HAYRIDE 2 ergänzt TERRON R. PARSON die lange Liste der immer wieder gleichen Filme, in denen Dinge passieren, für die man mittlerweile keine Inhaltsangabe mehr benötigt. Hier macht eine unaufhaltsame Killermaschine Jagd auf Menschen, die sich mit abwechslungsreichem Mordutensil durch Körper, Köpfe und Gedärm arbeitet. Bereits 2012 versuchte der damals noch unerfahrene PARSON mit HAYRIDE ein neues Horror-Franchise zu etablieren, für das er ganz schonungslos bei den ganz Großen des langlebigen Slasher-Genres stibitze. Es dürfte daher kein Zufall sein, dass sein Filmmörder eine unverwechselbare Ähnlichkeit mit Kultschnitzer JASON VOORHEES besitzt, der in den ersten drei FREITAG-Filmen nur mit einem Kartoffelsack maskiert, Teenager um die Ecke brachte. Doch auch Carpenters HALLOWEEN kommt nicht zu kurz. So trägt der zu ermittelnde Polizist im Film ähnlichen Namen, wie einst DONALD PLEASENCE in HALLOWEEN, der sich in fünf Fortsetzungen als Psychiater eines gar wütenden MICHAEL MEYERS einen Ehrenplatz in den Herzen der Zuschauer sichern konnte.
 
 
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Mit HAYRIDE 2 knüpft TERRON R. PARSON nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an und gibt in kurzen Rückblenden zu Beginn des Streifens allen Filmfans Nachhilfe, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, sich den miserablen Erstling anzusehen. Verpasst hat man nichts, denn die langatmige Geschichte hielt kaum Überraschungen parat und verwirrte den Zuschauer mit drei parallel erzählten Handlungssträngen, die am Ende mehr Fragen aufwarfen, als Antworten zu liefern. Immerhin macht PARSON den Einstieg für Neulinge leicht. Dank Meuchelzusammenfassung des ersten Teils kann man sich die Sichtung des schlechten Vorgängers sparen und folgt in der Fortsetzung Killer PITCHFORK in ein Krankenhaus, wo er sich an die Arbeit macht all jene auszulöschen, die bisher seiner Opferliste entkommen konnten. Auch die Brüder Corey (JEREMY SANDE) und Steven (JEREMY IVY) wähnen sich dort mit Freundin Amanda (SHERRI EAKIN) in Sicherheit. Die drei konnten dem erbarmungslosen Amoklauf des unaufhaltsamen Schlächters in einer amerikanischen Kleinstadt entkommen und bangen nun erneut ums Überleben, als der Killer durch die unheimlich ausgeleuchteten Flure des Hospitals schlendert und eine Spur des Grauens hinterlässt. Was folgt ist bekannt, auch ohne den Film gesehen zu haben. Es wird geschrien, gestolpert, gestorben und ermordet – ganz so, wie es in hunderten von gleich gestrickten Slashern der Fall gewesen ist. Neu ist hier nichts, außer vielleicht die Tatsache, dass HAYRIDE 2 zu den wenigen Fortsetzungen im Genre gehört, die besser sind, als das Original.
 
 
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Überhaupt macht PARSON im Sequel vieles besser, als noch im Teil zuvor, was vermutlich auf mehr Startkapital zurückzuführen ist, das dem Regisseur zur Verfügung stand. Die finstere Kulisse bewirkt Atmosphäre, visuell erfährt das noch junge Franchise eine deutliche Steigerung und geschickt gewählte Kamerafahrten verursachen sogar hin und wieder merkliches Unbehagen. Killer PITCHFORK darf sich nach Herzenslust austoben und bei seinem Amoklauf von allerhand Mordwerkzeugen Gebrauch machen, die das Töten kreativer gestalten sollen. Da kommen Messer ebenso wie Heugabeln zum Einsatz, die mit Hilfe von guten Spezialeffekten durch die Körper der Opfer gejagt werden, damit Fans der ruppigen Unterhaltung etwas Gewalt zu sehen bekommen. Auch wenn HAYRIDE 2 weitaus professioneller in Szene gesetzt wurde, fehlen dem Streifen Struktur und nennenswerte Höhepunkte. Dem Drehbuch mangelt es an Einfallsreichtum, dem mit viel Gequassel entgegengewirkt wird. Dem schlitzfreudigen Star des Films bleibt da nicht mehr viel Screentime, um sich um Kopf und Kragen zu metzeln. Dessen Auftritte reduzieren sich auf Beginn und Finale. Dazwischen ringen die Überlebenden nach Antworten, wühlen in Kindheitserinnerungen und lassen den Erzählfluss ins stottern geraten, weil mal wieder eine erzwungene Weiterentwicklung der Handlung in den Mittelpunkt gerückt werden muss, die dem Film die ohnehin magere Spannung raubt. Letztendlich schaut HAYRIDE 2 für eine unabhängige Filmproduktion ziemlich gut aus. Dennoch vergeudet Regisseur reichlich Potenzial, weil er sich zu gründlich auf Handlungsstränge konzentriert, die kaum Relevanz für den Fortgang der Geschichte besitzen. Dass vor lauter Gequassel die bösen Momente zu kurz kommen, dürfte Slasher-Fans gar nicht schmecken, schließlich zählen seit einigen Jahren nicht mehr Hintergrundgeschichten im Slasher, sondern der Gewaltpegel.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HALLOWEEN meets FREITAG DER 13.! Eine der wohl wichtigsten Regel im Horror-Slasher besagt, dass der Filmkiller – egal wie oft er schon getötet wurde – immer wieder zurückkehren muss. Wer hätte je daran gedacht, dass Film-Schlitzer PITCHFORK nach seinem ersten Leinwandausflug im Jahr 2012 doch noch mal auf die Leinwand zurückkehren würde und allen beweist, dass er es besser kann. HAYRIDE war kein guter Slasher. Obwohl sich der Streifen rigoros an Klassikern wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN verging, mangelte es dem Machwerk an Professionalität, Kapital und neuen Ideen. Die Fortsetzung hinterlässt da schon einen besseren Eindruck. Auf technischer Ebene erlebt der Slasher eine deutliche Steigerung, was wohl auch auf mehr Budget zurückzuführen ist. Der teils düstere Look gefällt, einige Kamerafahrten bewirken sogar Atmosphäre. Dennoch ist HAYRIDE 2 kein Film, der lang im Gedächtnis bleibt. Dafür wurden die raren Auftritte von Psychopath PITCHWORK zu unspektakulär in Szene gesetzt. Außerdem verschenkt Regisseur TERRON R. PARSON viel Potenzial, weil das Drehbuch mal wieder mit vielen Längen zu kämpfen hat. Letztendlich überrascht das durchwachsene Endergebnis wenig, schließlich zeichnet hier mal wieder jemand für Regie und Drehbuch verantwortlich, der noch reichlich grün hinter den Ohren ist.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Zensur

 
 
 
HAYRIDE 2 ist kein neuer HATCHET 3. Zwar gibt es einige für Slasher-Streifen typische Mordmomente; dennoch sind diese rar gesät, kurz und knackig. Hierzulande dürfte es keine Probleme mit der FSK geben. HAYRIDE 2 wird demnach bedenkenlos mit dem rotschen Freigabestempel die Prüfbehörde passieren.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
GirlHouse (2014)
 
Billy Club (2013)
 
Warte, bis es dunkel wird (2014)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Filmkritik: “Daughter of Darkness” (1990)

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DAUGHTER OF DARKNESS

Story

 
 
 
Cathy wird in ihrer amerikanischen Normalo-Heimat von fiesen Albträumen gepiesackt. Immer wieder deutet man ihr im Schlaf an, sich nach Rumänien abzusetzen, von wo ihr Vater, der allerdings schon vor Jahren verschütt’ gegangen ist, stammt. Im gerade nicht mehr kommunistischen Ostblock gelandet, macht die Touristin Bekanntschaft mit de Handwerksmeister Anton, einem alten Freund ihres Vaters. Dieser Anton kann ihr auch von den mysteriösen Umständen um das Verschwinden ihres alten Herrn erzählen. Es macht den Eindruck, dass ihre Familie sehr eng und sehr übernatürlich mit dem transsylvanischen Landstrich verbunden ist…
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Kritik

 
 
 
Nachdem auch in Rumänien die Sache mit dem Sozialismus an der Idiotie ihrer Vorbeter ein Ende gefunden hatte, zog es immer wieder Filmteams in die immerhin historisch relevanten Höhen Transsylvaniens, wo man in heruntergewirtschafteten Studios oder authentischen Außenlocations für fast nüscht drehen konnte. Das ist bis heute so, auch wenn inzwischen eher ehemalige Action-Stars wie Wesley Snipes oder Steven Seagal im alten Ostblock herumpurzeln. Anfang der Neunziger waren es aber die Horror-Filmer, jemand wie Charles Band etwa hatte eine gute Chemie mit der Gegend und konnte für seine Full Moon Studios manchen annehmbaren Kleinfilm verwirklichen. DAUGHTER OF DARKNESS allerdings ist mit Stuart Gordon von jemandem gedreht, der eigentlich mehr kann. Oder können sollte. Es sei denn, man gibt sich dem ernüchternden Gedanken hin, dass die großen und stilbildenden Arbeiten Gordons eher Glückstreffer gewesen sein könnten. Filme wie dieser lassen einen die Qualitäten eines RE-ANIMATOR fast als nie gesehen erscheinen. Schade,gibt aber mehr große Regisseursnamen, die unter diesem Syndrom leiden. Tobe Hooper, anyone?
 
 
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Schön reißerisch nach altem Schlag kommt die Tagline auf dem DVD-Cover der MARITIM PICTURES-Scheibe daher: „Unheimlich…mysteriös…lebensgefährlich“ Um den großen amerikanischen Z-Film-Produzenten David F. Friedman zu zitieren, wird hier definitiv einmal mehr das Brutzeln verkauft und nicht das Steak. Die mehrfache Bezugnahme auf Hitchcocks PSYCHO, vermutlich aufgrund der Anwesenheit des armen Anthony Perkins kurz vorm Elendstod durch AIDS, ist allerdings fast strafenswert. In der Hauptrolle aber Mia Sara. Die richtig hübsche Eighties-Braut aus FERRIS MACHT BLAU und diversen weniger erfolgreichen Filmen im Anschluss, huscht durch so etwas wie eine verlängerte GESCHICHTE AUS DER GRUFT und findet genauso wenig Spannung oder Horrorwert wie der geneigte Zuschauer im Besitz der Scheibe hier. Wirklich schöner Bonus der erhältlichen DVD von MARITIM PICTURES, wenn auch mehr für die Mühe als für den Inhalt, ist die draufgepackte deutsche Videofassung, die ein paar andere Schnitte bringt und zwei Minütchen länger läuft.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
DAUGHTER OF DARKNESS ist ein Vorreiter der vielen in Rumänien gedrehten Billig-Horrorreißer der Neunziger. Für sehr wenig Geld in den Nachwehen eines zusammenklappenden Systems gedreht, was man einem eigentlich auf Stimmungen und Atmosphäre bauenden Grusler leider zu jedem Zeitpunkt ansieht. Hier gilt trotz der Regie Stuart Gordons das Prädikat „für Wahllose oder Komplettisten“.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Zensur

 
 
 
Bereits bei seiner Ersterscheinung auf Videoband war DAUGHTER OF DARKNESS ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Auch die nun erhältliche DVD ist komplett – kein Wunder, viel Gewalt gibt es nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daughter of Darkness; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray, FSK-freies Wendecover mit alternativem Design

Extras: Deutsche Videofassung (89 Minuten)

Release-Termin: 24.11.2014

 
 
Die erhältliche DVD besitzt zwei Filmfassung. Der Hauptfilm entspricht der amerikanischen TV-Version, welche um ein paar Blut- und Nacktszenen erleichtert wurde. Als Bonusmaterial ist die ungeschnittene deutsche Videoversion auf der Scheibe enthalten, die aber bildtechnische etwas schlechter ist. Hierbei handelt es sich wohl um einen VHS-Rip. Zwar bedauerlich aber dennoch eine nette Dreingabe des Rechteinhabers.
 
 

Daughter of Darkness (DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Marie – Eine Frau mit Biß (1992)
 
The Lost Boys (1987)
 
Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (1987)
 


Kritik: “Macabre – Die Küsse der Jane Baxter” (1980)

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MACABRE

Story

 
 
 
New Orleans. Jane Baxter hat Probleme mit den Plänen des Schicksals. Beim Date mit dem Lover passiert dem alleingelassenen Nachwuchs daheim ein fürchterliches Unglück. Tod. Als würde das nicht reichen, erleidet die Ärmste sogleich einen Autounfall, der ihren Liebhaber mit Schmackes enthauptet. Nachvollziehbarerweise landet Jane in der Klapsmühle. Etwas erholter bezieht sie die ehemalige Bumswohnung, die mal ihr kopfloser Liebhaber inne hatte und lebt in der Nachbarschaft ihres blinden und merkbar verknallten Vermieters. Nach und nach kommt dieser auf den Plan, dass Jane sich Herrenbesuch kommen lässt oder gar unlautere Beziehungen zu ihrem Verflossenen unterhält. Aber der ist doch nicht bloß tot, sondern etwa 35 Zentimeter kürzer.. Oder etwa nicht?
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Kritik

 
 
 
Lamberto Bava ist der Sohn des legendären italienischen Genre-Regisseurs Mario Bava. Das Gefühl dieses Filmemachers für Bildkomposition und Farbgebung ist bis in die heutige Zeit stilbildend, nicht nur für den Horror. Auch inhaltlich verdankt die Fanschaft dem alten Römer einiges, gehen auf seine Kappe doch die Blaupausen für das Giallo-Kino (THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH oder BLUTIGE SEIDE) Slasher (IM BLUTRAUSCH DES SATANS) glitzeriges Pop-Art-Comic-Kino, von dem Marvel unbewusst noch heute zehrt (GEFAHR: DIABOLIK!) und last but not least mit PLANET DER VAMPIRE ein Film, dessen ALIEN-haftigkeit anderthalb Jahrzehnte vor ALIEN Ridley Scott immer noch die Schamesröte ins bärtige Lehrergesicht treiben dürfte. Wieso diese kurze Einleitung zu den Meriten des älteren Bava? Natürlich um darauf hinzuweisen, wie schwer es sein Junior (der inzwischen auch schon stolze 70 Lenze zählt) sein Lebtag haben musste, nicht für jeden Pups, der ihm entfleuchte, mit seinem alten Herrn verglichen zu werden.
 
 
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MACABRO oder MACABRE, wie die DVD in Anlehnung an den britischen Titel jetzt auch hier heißt, war 1980 Bavas erste eigene Regiearbeit nach der Assistenz beim Vater und sollte so etwas wie ein Befreiungsschlag werden. Weg von den historischen und gotischen Zelluloid-Malereien des Familiennamens, mehr hin zum Ekelhorror als Schlag in die Magengrube. In Zeiten der Fulcis und Argentos in Italien auch nur zeitgemäß. Trotzdem lebt MACABRE noch von den Antäusch-Gruseleien der Genretradition und es wird eben nicht graphisch dem Leichengeknatter gefrönt, wie es unter der Regie eben erwähnter Kollegen und im Sinne des Schockwerts vielleicht passiert wäre. Nein, es geht Atmosphäre vor Gore-Sauereien; und das ist dem Film zu Gute zu halten. Ruhig gefilmte Sequenzen des pittoresken New Orleans mit seiner Melange aus Katholizismus und Südstaaten-Voodoo sind seit jeher treffliche Zutaten guter Schauerstücke. In einem solchen Setting fällt es dem Publikum leichter, sich auf die Seite derer zu setzen, die Jane für eine Nekrophile halten oder doch lieber einer Protagonistin beim Durchdrehen zuschauen. Dazu trägt den Film, der vielleicht ein bisschen unter dem Anfängerfehler leidet, dem Zuschauer ein paar Handlungsstreckminuten zuviel zuzumuten, Anklänge an Hitchcock (PSYCHO natürlich) aber auch die trashigen Thriller eines William Castle, in denen auch regelmäßig Damen die Hölle heiß gemacht wurde.
 
 
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MACABRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MACABRE – DIE KÜSSE DER JANE BAXTER ist kein unumstößlicher Meilenstein italienischen Horrorkinos aber ein Brückenschlag zwischen der Gotik-Atmosphärik der Bava-Tradition und modernen Schockern, wie sie die Achtziger noch zuhauf liefern sollten.
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Zensur

 
 
 
Der ehemals indizierte Klassiker wurde bereits im Jahre 2007 von der BPjM wieder freigegeben. Zuvor war der Streifen knapp 25 Jahre auf der Liste für indizierte Medien zu finden. Mittlerweile kann der Film ungeschnitten im Handel erworben werden.
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Edel Germany / Paragon Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Macabro; Italien 1980

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray, FSK-freies Wendecover mit alternativem Design, das dem der UK-DVD von Arrow Video gleicht

Extras: Trailer

Release-Termin: 30.01.2015

 

Macabre – Die Küsse der Jane Baxter(DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MAKABRE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf (1979)
 
Nekromantik (1987)
 


Filmkritik: “Cut!” (2014)

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CUT!

Story

 
 
 
Zwei Freunden sind ihren Job leid. Sie versuchen ihr Glück als Regisseur und nehmen die Dreharbeiten zu einem Low-Budget-Horrorfilm auf, in dem sie Menschen aus dem realen Leben vor der Kamera ermorden.

 
 
 


 
 
 

CUT! – Kritik

 
 
Von Kritikern hochgelobt und in der IMDB mit ausschließlich besten Noten bewertet: im Falle von CUT scheint einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein. Die überschwänglichen Kritiken, die sich in der internationalen Filmdatenbank finden lassen, müssen auf eine Schnittfassung zurückzuführen sein, die uns vermutlich vorenthalten wurde. Ein Schelm wer da Sabotage vermutet, schließlich ist auch die weltweit bekannte Internetplattform nicht vor manipulierten Bewertungen gefreit, die nichtsahnende Nutzer zum Kauf minderwertiger Horrorfilme bewegen sollen. Wenn wenig Budget zur Verfügung steht, wähle eine kontroverse Thematik, um maximale Aufmerksamkeit erhalten zu können. Jene Prämisse hat sich bereits für viele Indie-Produktionen bezahlt gemacht. Ob A SERBIAN FILM (2010), HUMAN CENTIPEDE (2009) oder RAMPAGE (2009) – all jene Filme folgten dem Weg der Kontroverse und weckten mit zweifelhaften Filmstoffen die Neugierde des Zuschauers.
 
 
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Regisseur, Produzent und Schauspieler DAVID ROUNTREE wagt den Versuch auf gleichem Wege. In seinem CUT macht er jenes Subgenre zum Mittelpunkt seines Filmes, das bereits in 8MM (1999) sowie dem spanischen TESIS (1995) für reichlich Furore gesorgt hat und Jugendschützer auf die Barrikaden gehen lies. Es ist die Thematik von Snuff-Filmen, die Horrorfans hellhörig machen soll, verspricht die doch in dem meisten Fällen genug Elend im Heimkino, um Zuschauer mit Hang zum Sadismus Freudentränen bescheren zu können. Doch die anfängliche Euphorie dürfte schnell einen Dämpfer erhalten. CUT gehört nämlich zu jener Art von Filmen, die zwar viele böse Momente versprechen, den Mund dabei reichlich voll nehmen, jedoch enttäuschend wenig Gewalt einsetzen, um das Herz des Horrorpublikums für sich gewinnen zu können.
 
 
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Im Film versuchen zwei Nachwuchsfilmemacher den Sprung nach ganz oben. Vom Erfolg der Kinohits THE BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY getrieben, wollen die beiden jetzt auch einen Horrorstreifen mit minimalen Mitteln drehen. Die Arbeit in einem Film-Utensilien-Verleih ermöglicht Requisiten für lau, doch für den Durchbruch fehlen den Anfängern zündende Ideen, damit das No-Budget-Werk an den Mann gebracht werden kann. Die sind jedoch schnell gefunden, denn treu der Devise “Gewalt geht immer” beginnen die beiden Hobby-Regisseure damit, unschuldige Leute zu ermorden und die Taten mit der Videokamera festzuhalten. Doch je mehr grausame Verbrechen auf Film gebannt werden, umso weiter entfremden sich die Kumpels voneinander. Bis die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird.
 
 
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Wie um alles in der Welt konnte es einem Film wie CUT nur gelingen auf Filmfestivals diverse Preise abzustauben? Darunter sogar die Auszeichnung als “Bester Film”! Eine durchaus berechtigte Frage, die vermutlich auf ewig unbeantwortet bleiben dürfte, schließlich verschafft sich CUT allein Daseinsberechtigung durch die zweifelhafte Snuff-Film-Problematik, zeigt jedoch davon im Film überraschend wenig. Die Kamera blendet in entscheidenden Momenten weg und überlässt die meisten Gemeinheiten – vermutlich auch aus Kostengründen – der Phantasie des Zuschauers. Weil CUT jedoch viel zu viel Zeit vertrödelt, um endlich zum Punkt zu kommen und dazu noch mit zeigefreudiger Gewalt geizt, dürfte sich das Interesse der Horrorfans ohnehin in Grenzen halten. CUT hat einige Defizite mit denen sich viele unkommerzielle Produktionen konfrontiert sehen. Das Gebotene ist nicht aus einem Guss. Die Dialoge sind fade, das Drehbuch wirkt konfus und der Entwicklung der Figuren mangelt es am Feinschliff. Zudem stieß man mit dem mageren Budget schnell an die kreativen Grenzen und musste Abstriche bei den Spezialeffekten machen. Immerhin werden alteingesessene Horrorfilm-Gucker mit Gastauftritten bekannter Horror-Ikonen entschädigt. Regisseur DAVID ROUNTREE konnte SUZE LANIER-BRAMLETT (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) und die Tochter von DEE WALLACE (DAS TIER und CUJO) überreden in CUT kurze Rollen zu übernehmen. Wer aber noch nicht lange Horrorfilme schaut, dürfte mit den Anspielungen an diverse Horrorklassiker ohnehin wenig anfangen können.
 
 


 
 
 

CUT! – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
CUT ist der unbeholfener Versuch eines verzweifelten Regisseurs mit reißerischer Snuff-Film-Problematik endlich die Gunst der Horrorfans für sich gewinnen zu können. Wie seine Protagonisten im Film, will auch Regisseur DAVID ROUNTREE mit nur einfachen Mitteln und verkaufsfördernder Thematik Erfolge feiern und schnelles Geld machen. Leider hat er das Ziel verfehlt, denn statt ein neues schockierendes Dokument abartiger Perversion für Horrorfans zu kreieren, ist das was CUT letztendlich zu bieten hat, nicht einmal ein Gähnen wert. Manche Indie-Regisseure können es, andere wiederum nicht. Macher DAVID ROUNTREE hat nach diversen Schauspielausflügen in TV-Serien und Horrorfilmen (darunter STAUNTON HILL) bereits mehrmals den Versuch gewagt als Regisseur von unabhängigen Produktionen auf sich aufmerksam zu machen. Leider hat es keines der bisher von ihm verbrochenen Filmwerke weiter als bis in die Aktions-Wühlboxen amerikanischer Kaufhausketten geschafft. Sein neustes Schaffen wird gleichen Weg gehen, schließlich handelt es sich abermals um bedeutungslosen Billigquatsch, von dem zu Recht die Mehrheit der Sammler nicht einmal weiß, dass es ihn gibt. Gewalt ist rar, die Produktionsbedingungen bescheiden und der semiprofessionelle Videolook macht auch keine Freude. Immerhin gibt es ein paar Gastauftritte verschollen geglaubter Horrorsternchen zu sehen und den obligatorischen Überraschungstwist. Ob das allein den Kauf von CUT rechtfertigt, sollte jeder Fan selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass die Fortsetzung mit dem Titel RE-CUT angeblich schon in der Mache sein soll – Halleluja!
 
 


 
 
 

CUT! – Zensur

 
 
 
Trotz Snuff-Film-Thematik gibt es hier neben einem abgetrennten Kopf (CGI!) und einem Mann der absichtlich mit einem Auto überfahren wird, nicht sonderlich viel Gewalt zu sehen, die eine hohe Altersfreigabe rechtfertigen würde. Sehr züchtig geht es in CUT zu. Demzufolge dürfte der Film locker mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

CUT! – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bunny Game (2010)

8MM (1999)

Tesis (1995)

The Last Horror Movie (2003)

A Serbian Film (2010)


Filmkritik: “Clown” (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans “böser” Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich dürfte das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem kann man davon ausgehen das der Film ungeschnitten in Deutschland erscheinen wird: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 


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