Filmkritik: „Gelosia – Vendetta D’amore“ (2017)

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GELOSIA – VENDETTA D’AMORE

Story

 
 
 
Einem Ehemann kommt es teuer zu stehen, dass er seine Frau betrügt.

 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Kritik

 
 
Ab und zu kann man im deutschen Amateur-Underground schon ein paar Perlen entdecken. Was die Deutschen im höher budgierten Horror-Bereich oftmals vermasseln, können sie tatsächlich ganz gut, wenn nur wenig Geld hinter einem Projekt steckt. „Gelosia – Vendetta D’amore“ stellt Alberto Barones erste Gehversuche im Filmbusiness dar und ist dafür schon ziemlich ambitioniert gemacht, nebenbei aber leider auch sehr belanglos.
 
 
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Thomas ist Alkoholiker und sexsüchtig. Nach einem Autounfall, den er verursacht hat, findet er seine Frau nicht mehr attraktiv, denn ihr Gesicht ist verbrannt. Also müssen andere Frauen her, um den Trieb von Thomas zu befriedigen. Dies soll sich rächen. Gelosia ist das italienische Wort für Eifersucht und wie das Ganze ausgehen wird, lässt sich früh erahnen. Sicherlich muss ein Kurzfilm nicht mit einer total ausgefeilten Geschichte dienen, aber was uns hier geboten wird, ist doch arg dünn. Es gibt keine Pointe, keine echte Wendung.
 
 
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Dafür viel Sex. Der Einsatz von nackter Haut ist weniger plakativ geraten, als man vermuten hätte dürfen und wirkt in einer Szene sogar leicht erotisch. Wer auf Splatter setzt, wird hingegen enttäuscht. Es gibt am Ende nur eine brutale Szene, aber diese wurde nicht besonders toll getrickst und ist allgemein wenig originell. Es ist etwas schade, dass die nackte Haut klar dominiert, denn eine ausgewogenere Mischung hätte nicht geschadet.
 
 
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Tatsächlich wird „Gelosia – Vendetta D’amore“ ganz ordentlich gespielt. Mit Milton Welsh in der Hauptrolle ist da sogar ein ziemlich bekannter Darsteller mit dabei, der seine Sache gut macht. Weitere, nicht so unbekannte Gesichter dürften Manoush und Kristina Kostiv sein. Alle Schauspieler passen gut in ihre Rollen und hier kann man sich echt nicht beschweren. Dass es innerhalb der kurzen Laufzeit zu keiner echten Figurenzeichnung kommt, sollte jedem klar sein.
 
 
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Nach knapp 28 Minuten ist der Film nämlich schon wieder vorbei und wirklich langweilen, kann er somit nicht. Einen Mehrwert hat er einem innerhalb dieser Zeit jedoch ebenfalls nicht geboten. Barone macht seine Sache als Regisseur gar nicht so schlecht, wobei die ganzen Filter schon etwas so wirken, als hätte man sie am Privatrechner mit Gratis-Software hergestellt. Trotzdem ist die Optik in Ordnung und die Kamera-Arbeit solide. Nur lässt das eben (noch) keine eigene Handschrift erkennen. Der Score hört sich sehr passend und gut an.
 
 


 
 
 

GELOSIA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Freunde von Kurzfilmen und deutschen Amateur-Streifen können sich „Gelosia – Vendetta D’amore“ ruhig mal anschauen. Der Film ist schnell vorbei, bietet viel nackte Haut und ein wenig Gewalt, ansonsten jedoch nicht viel. Die Handlung ist zu simpel und es geschieht nichts, was man nicht schon besser gesehen hätte. Aus handwerklicher Sicht gibt es da noch deutliches Verbesserungspotenzial, aber sauber gemacht wurde das Werk schon. Außerdem sind die Darsteller überraschend bekannt und gut besetzt. So gesehen kein schlechter Einstieg in die Filmwelt, aber auch nichts, was man länger als fünf Minuten in Erinnerung behält!
 
 


 
 
 

GELOSIA – Zensur

 
 
 
Der italienische (S)Exploitation-Kurzfilm „Gelosia – Vendetta D’amore“ erschien 2018 in Deutschland ungeschnitten im Mediabook. Sammler und Fans von Underground-Filmen können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Endless Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gelosia – Vendetta D‘ Amore; Italien 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama, Erotik, Kurzfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 28 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Originaltrailer, Audiokommentar, Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 29.03.2018

 
 

Gelosia – Vendetta D’amore [Blu-ray und DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GELOSIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Endless Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rossa Venezia (2003)
 
Exitus Interruptus – Der Tod ist erst der Anfang (2006)
 

Filmkritik: „Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ (1998)

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – ANGRIFF DER WELTRAUMVAMPIRE

(TEENAGE SPACE VAMPIRES)

Story

 
 
 
Eine friedliche Kleinstadt wird von außerirdischen Vampiren angegriffen. Kann der Teenager Billy die Katastrophe abwenden?

 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Kritik

 
 
Normale Vampire gab es ja schon oft genug. Warum sollte man diese Wesen nicht also einfach mal mit Außerirdischen kombinieren? Neu ist diese Idee nicht, denn bereits 1976 schrieb der Autor Colin Wilson die Geschichte „The Space Vampires“, die von Tobe Hooper 1985 sogar verfilmt wurde unter dem Titel „Lifeforce“. Hier mit solchen Titeln und Namen um sich zu werfen, kann jedoch ganz schnell falsche Erwartungen wecken, denn bei „Teenage Space Vampires“ bekommt man es mit einem günstigen Fernsehfilmchen zu tun, welches nicht viel zu bieten hat.
 
 
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Billy wird eines nachts Zeuge davon, wie ein UFO abstürzt und zusammen mit einem Team von SETI erforscht er die Sache. Nebenbei verhalten sich die Einwohner der Kleinstadt, in der Billy lebt, immer seltsamer. Das liegt an außerirdischen Vampiren, welche die Sonne zerstören wollen und die Menschen zu ihren Sklaven machen wollen. Nur Billy kann sie davon abhalten. Das Drehbuch bietet reichlich viel Unsinn und versucht erst gar nicht, die schwache Grundidee authentisch zu verkaufen. Dass man sich ganz schön an „The Faculty“ orientiert hat, ist zu jedem Zeitpunkt erkennbar, aber eigene Ideen besitzt „Teenage Space Vampires“ kaum und wenn, dann sind diese echt bescheuert. Trotzdem lässt es sich mit der dümmlichen Geschichte noch leben.
 
 
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So wie man dem Werk allgemein nicht so böse sein kann, weil er doch einen gewissen Charme versprüht. Wenn man mal nebenbei ein Nickerchen machen möchte und friedliche Unterhaltung laufen soll, dann taugt „Teenage Space Vampires“ jedenfalls etwas. Die deutsche Synchronisation lässt sich erstaunlicherweise gut anhören und ist hochwertiger, als die gesamte handwerkliche Arbeit. Dass es sich hierbei nämlich um einen direkt fürs Fernsehen produzierten Film handelt, kann man stets erkennen. Die Optik geht zwar klar, aber die Effekte könnten simpler kaum sein. Der böse Haupt-Alien-Obervampir sieht total lächerlich aus mit seiner Maske. Das kann sich jeder für wenig Geld selbst kaufen und man durfte an Halloween wohl privat schon deutlich gruseligere Masken betrachten. Daneben gibt es sehr billige Effekte aus dem Computer und so lässt sich hier schon mal nichts ernst nehmen. Brutal wird es übrigens ebenfalls so gut wie gar nicht und die deutsche Freigabe ab 16 Jahren erscheint nahezu übertrieben. Für Kinder würde „Teenage Space Vampires“ als Horrorfilm aber vielleicht noch funktionieren.
 
 
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Immerhin versteht er sich selbst nicht gerade als ernster Film, was sich immer wieder durch eine Portion Humor beweist. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, doch das gesamte Werk ist dermaßen locker und entspannt, dass es schon wieder ganz sympathisch erscheint. Wer jedoch auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung ist, schaut in die Röhre, denn in „Teenage Space Vampires“ ist fast nie etwas los. Es gibt sehr wenig Action und überhaupt keine Spannung. Nicht mal das Finale gewinnt an Tempo. Überwiegend besteht das Treiben aus Dialogen, die sich wenigstens nicht schmerzhaft anhören und naiven Handlungen. Dass über dem Ganzen stets eine große Trash-Atmosphäre schwebt, dürfte niemanden verwundern. So kommen Fans von diesem immerhin noch etwas auf ihre Kosten, wobei einem hier deutlich zu wenig geboten wird. Da ist das Nickerchen nebenbei dann schon angebracht und wenn man 20 Minuten später wieder aufwacht, hat man sowieso nichts verpasst.
 
 
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Regisseur Martin Wood ist überwiegend fürs Fernsehen tätig und hat auch schon bei einigen Serien Episoden gedreht. Sein Budget war sicherlich sehr gering und deshalb gibt es an „Teenage Space Vampires“ auch überhaupt nichts Erwähnenswertes. Die Kulissen sind okay, die Kleinstadt-Atmosphäre kommt sogar solide durch, aber das ist aus handwerklicher Sicht alles dermaßen belanglos, dass nichts davon in Erinnerung bleiben wird. Selbst dann nicht, wenn die Darsteller doch noch einigermaßen okay sind. Einige von ihnen sind nicht mal komplett unbekannt, wie z.B. Robin Dunne und Lindy Booth. Die Leistungen sind zwar schwach, hier jedoch noch brauchbar. Und der Figurenzeichnung ist man im Endeffekt auch gar nicht mal so böse. Die Charaktere könnten zwar austauschbarer kaum sein, stören überraschenderweise allerdings nicht. Der Score stört dann schon eher, weil er wirklich sehr billig klingt.
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Teenage Space Vampires“ ist zwar total ereignislos und im Endeffekt auch ganz schön langweilig und dennoch wirkt er zuweilen ganz sympathisch. Auf jeden Fall ist das der perfekte Sonntagmittag-Nickerchen-Film, wenn man eigentlich gar keine Lust hat aufzupassen, nebenbei aber dennoch etwas laufen soll. Der simplen und bescheuerten Handlung zu folgen, ist schon mal nicht schwer, Schauwerte gibt es sowieso keine und das Ganze ist dermaßen locker, dass der Trash-Faktor niemals zu anstrengend wird. Die handwerkliche Arbeit ist nicht erwähnenswert, weder im positiven, noch im negativen Sinne und von den Darstellern lässt sich das ebenfalls behaupten. Die „Effekte“ animieren zum Schmunzeln und wenn nicht mal das Finale Tempo entstehen lässt, weiß man, dass die Augen ruhig geschlossen bleiben können. Absolut nicht gut, aber auch nicht ärgerlich!
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Zensur

 
 
 
„Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ feierte in Deutschland seine Premiere im Pay-TV und wurde dort ungeschitten ab 16 Jahren gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und ebenso FSK16.
 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Teenage Space Vampires; USA 1998

Genre: Horror, Komödie, Grusel, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 09.07.2021

 
 

Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
The Faculty (1998)
 

Filmkritik: „Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte“ (1978)

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – DRACULAS HEISSE NÄCHTE

(DRACULA SUCKS)

Story

 
 
 
Dass Dracula nicht einfach nur Blut will, sondern sich auch gerne sexuell vergnügt, zeigt uns der pornographische Horrorfilm „Liebling, du beisst so gut“, der in Deutschland allerdings um seine freizügigsten Szenen erleichtert wurde.

 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Kritik

 
 
Die Vorlage „Dracula“ von Bram Stoker wird nicht nur heutzutage in allerlei Variationen benutzt, sondern erfreute sich auch früher schon großer Beliebtheit. Es ist nicht mehr zählbar, wie viele Vampirfilme es mittlerweile gibt und wenn man den ganz klassischen Stoff bedient, ist es natürlich nicht leicht noch irgendwelche Alleinstellungsmerkmale zu besitzen. Nun war es in den 70er und 80er Jahren ziemlich populär Pornofilme mit richtiger Handlung anzureichern und nahezu „richtige“ Filme daraus zu machen, aber auch in Sexploitations-Werken (oftmals italienischer Herkunft) wurden Hardcore-Szenen eingefügt, um besonders provokant zu wirken. Also durfte 1978 auch Dracula höchstpersönlich mal dran und bekam den im Original betitelten „Dracula sucks“ spendiert.
 
 
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In seiner entschärften Variante bekam der Film bei uns den Titel „Liebling, du beisst so gut“ und wurde nun erstmals auf DVD veröffentlicht. Die gekürzte Version läuft nur noch 78 Minuten, aber insgesamt gibt es weltweit ganz schön viele verschiedene Fassungen. Da noch den Überblick zu behalten, fällt schwer. Auf der deutschen DVD ist sogar eine Langfassung enthalten, die auf der Hardcore-Version basiert, aber in den Hardcore-Szenen geschnitten wurde. Will man das komplett uncut schauen, braucht man schon die Laufzeit von 95 Minuten. Dann gibt es hier und da ein wenig pornographisches Material, welches allerdings niemals den Rahmen sprengt und welches es auch gar nicht mal zwangsläufig gebraucht hätte. Ansonsten gibt es natürlich reichlich nackte Haut zu sehen, die meistens ganz ansprechend serviert wird und ein wenig Erotik aufkommen lässt. Doch was hat „Liebling, du beisst so gut“ sonst noch so zu bieten?
 
 
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Handlungstechnisch ist das Treiben reichlich simpel ausgefallen, aber dass Dracula sein Unwesen in einer psychiatrischen Klinik treibt, ist sicher nicht die schlechteste Idee, die man haben kann. Van Helsing darf selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen und während man versucht das Böse zu bekämpfen, wird halt immer mal wieder gerammelt. Dabei ist der Anblick von einem weiblichen Vampir, der in einen erigierten Penis beißt, sicherlich nichts, was man jeden Tag zu sehen bekommt, aber eben auch nur in der völlig ungeschnittenen Fassung vorhanden. Nein, viel Reiz besitzt es ansonsten nicht der Geschichte zu folgen, denn sie hat nicht gerade viel zu bieten. Die Sexszenen bremsen das Geschehen sogar unnötig aus, sorgen aber immerhin für die leicht kuriose Note.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man „Liebling, du beisst so gut“ sicher keine großen Vorwürfe machen. Früher sahen solche Filme qualitativ meistens noch sehr ordentlich aus und das ist auch hier der Fall. Die Kulissen mögen etwas einfallslos wirken, erfüllen jedoch ihren Zweck und die Inszenierung ist brauchbar. Was dem Werk jedoch völlig fehlt, ist eine ansprechende Atmosphäre. In der deutschen Fassung wurde das halbwegs lustig vertont und man fühlt sich hier schon fast wie in einer schlüpfrigen Komödie und auch die Original-Version nimmt sich keineswegs so ernst, aber von einer echten Parodie kann auch nicht die Rede sein. Dafür fehlen einfach die Gags und mit Horror braucht man nun echt nicht zu rechnen. Dracula ist hier nicht dazu da, um für eine Bedrohung zu sorgen. Bis auf etwas rote Farbe, die vergossen wird, ist eigentlich keine Gewalt zu sehen und Effekte braucht der Film ebenfalls nicht. Wenn, dann sind die Tricks sehr simpel gehalten. Lediglich ein paar Szenen in der Nacht sorgen mit ihrem Sound für ein wenig Stimmung.
 
 
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Die Darsteller stammen logischerweise überwiegend aus dem Porno-Bereich, aber damals konnte man auch als Porno-Darsteller halbwegs ernst genommen werden. Die Leistungen sind durchaus zu gebrauchen, wenn auch überhaupt nichts Weltbewegendes. Mit Reggie Nalder ist noch ein Schauspieler mit dabei, der gerade Fans von Exploitation ein Begriff sein könnte. Leider ist die Figurenzeichnung reichlich lahm ausgefallen. Hier wäre mehr drin gewesen, wenn man die Charaktere markanter gestaltet hätte. Dann hätte es vielleicht auch etwas mehr Spaß gemacht das Geschehen zu verfolgen. Hat man sich nämlich erst mal an die Kombination mit pornographischen Material gewöhnt, ist das Geschehen ganz schön einseitig. Etwas Handlung, ein paar Dialoge, kurze Sexszene und von vorne. Das Konzept ermüdet sich mit der Zeit und das kleine, relativ unspektakuläre Finale kann daran ebenfalls nichts ändern. Der Score hört sich brauchbar an und wurde gut eingesetzt.
 
 
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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Im Endeffekt ist „Liebling, du beisst so gut“ nichts anderes, als ein handlungstechnisch auf ein Minimum reduziertes Sexfilmchen, welches eben Dracula benutzt, daraus jedoch so gut wie keinen Horror bezieht. Ist das in der deutschen Fassung alles noch ein wenig auf lustig getrimmt und nur schlüpfrig, bekommt man in der völlig ungeschnittenen Fassung immer wieder kurze Hardcore-Szenen zu sehen. Zwar wirken ein paar Szenen in dieser Mischung leicht skurril, doch viel Mehrwert besitzt das Geschehen leider kaum. Das ist alles okay, aber eben nie mehr. So ist die Inszenierung in Ordnung, die Darsteller stören nicht und die Kulissen gehen gerade noch so als brauchbar durch. Highlights sind jedoch sehr rar gesät und mit der Zeit beginnt man sich zu langweilen, weil die Geschichte nicht viel zu bieten hat und keinerlei Spannung aufkommen lassen will. Gewitzt geht es aber ebenfalls nicht zur Sache. Man verpasst hier also nichts!
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Zensur

 
 
 
Der Vampir-Erotik-Horrorfilm „Liebling, Du beißt so gut“ hat eine sehr komplizierte Fassungsgeschichte. Der Schmuddelfilm existiert nämlich in einer Softcare- und in einer Hardcore-Version. Beide Versionen beinhalten Szenen, die in der jeweils anderen Version nicht enthalten sind. Zudem ist bei beiden Filmfassungen die Handlungsabfolge ähnlich – allerdings wurde diese bei beiden Filmfassung komplett neu zusammengeschnitten. Aufgrund des Hardcore-Contents ist die Veröffentlichungspolitiik in diversen Ländern problematisch, denn das Werk kam weltweit in verschieden gekürzten Fassungen heraus.

In die deutschen Kinos und bei den VHS-Auswertungen wurden zumeist die Hardcoreszenen entschärft. Trotzdem schaffte es der Horror-Trash „Liebling, Du beißt so gut“ von 1982 bis 2007 auf dem Index. Da die gekürzte Fassung in Deutschland mittlerweile von der Liste der „bösen Filme gestrichen wurde“, hat sich das Label Mr. Banker Films / Cargo Records hierzulande die Rechte an „Liebling, Du beißt so gut“ gesichert und bereits im April 2022 auf DVD herausgebracht. Auch wenn der Release laut Cover erst für Erwachsene geeignet ist und das alte FSK-Zeichen besitzt: So wirklich komplett ist die Veröffentlichung aber nicht. Immer noch fehlen Hardcore-Szenen.

Die erhältliche DVD-Fassung von „Liebling, Du beißt so gut“ aus dem Hause Mr. Banker Films / Cargo Records beinhaltet zwei Fassungen. Einmalig die nachgebaute deutsche Kinofassung (77:50 Minuten) sowie die erweiterte Langfassung (ca. 89:54 Minuten). Letztere ​basiert auf der Hardcore Version. Die Hardcore-Szenen wurden aber rausgeschnitten. Immerhin kann man froh sein, dass ein so seltener Film überhaupt in Deutschland irgendwie legal erscheint.
 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – limitiert auf 1000 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dracula sucks; USA 1978

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Sex, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase mit Schuber

Extras: Originaltrailer, Langfassung, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCases: 15. April 2022

 
 

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyres (1974)
 
Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula (1971)
 
Lips of Blood (1975)
 

Filmkritik: „Return of the Living Dead – Virus Bloodbath“ (2014)

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RETURN OF THE LIVING DEAD – VIRUS BLOODBATH

(BOMBSHELL BLOODBATH)

Story

 
 
 
Um seine verstorbene Frau ins Reich der Lebenden zurück zu holen, experimentiert ein Wissenschaftler mit Leichen herum, was schreckliche Konsequenzen nach sich zieht.

 
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Kritik

 
 
In den 80ern gab es die herrliche Zombie-Komödie „The Return of the Living Dead“, welche noch zwei gelungene Fortsetzungen nach sich zog, bevor man 2005 zwei billige Pseudo-Fortsetzungen produzierte. Was das jetzt mit „Bombshell Bloodbath“ aus dem Jahre 2014 zu tun hat? Nun, sieben Jahre nach Erscheinen des Low-Budget-Zombiefilms wurde er einfach noch mal auf den Markt geschmissen, aber dieses Mal unter dem Titel „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“. Na wenn das mal nicht nach Etikettenschwindel riecht. Leider ist diese Information auch schon die interessanteste, die man über den Film berichten kann, denn der Rest verpufft im reinen Durchschnitt.
 
 
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Doktor Carter hat seine Frau verloren und will sich damit nicht abfinden. Mit einem eigens entwickelten Serum will er seine Frau wieder lebendig machen, doch zuvor muss er seine Chemikalie testen und das macht er mit Leichen vom Friedhof. Tatsächlich funktioniert sein Serum, nur dummerweise werden alle Test-Objekte zu aggressiven, fleischfressenden Zombies. Als sich dann auch noch Carters Tochter mit dem Zeug infiziert, wird die Lage gefährlich. Die Story bedient sich ganz klar an „Re-Animator“ und hat leider überhaupt nichts Neues zu erzählen. Das Drehbuch ist definitiv der Schwachpunkt von „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“, denn man kennt das Szenario in- und auswendig und Ideen, um das Ganze etwas eigenständiger zu gestalten, hatte man keine. Und weil die Geschichte sowieso schon enorm simpel ist, wird sie noch mit ein paar Nebenhandlungen angereichert, die belangloser nicht sein könnten und für den Verlauf der Story überhaupt nicht wichtig sind.
 
 
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Trotzdem besitzt der Film auch eine große Stärke und diese betrifft die Optik. „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ soll wie ein alter Film aussehen und die Filter, die hier benutzt wurden, erreichen dieses Ziel vollkommen. Man fühlt sich sofort wie in einem Werk der 70er oder 80er Jahre und optisch macht das deshalb auch echt etwas her. Sowieso hat Regisseur Brett Mullen, der hiermit sein Debüt gab, seine Sache nicht verkehrt gemacht. Gerade bei den recht langweiligen Schauplätzen erkennt man zwar, dass er nicht gerade viel Budget zur Verfügung hatte, doch in Sachen Zombie-Einsatz hat Mullen seine Hausaufgaben gemacht und hier geht es schon relativ effektiv zur Sache. In manchen Szenen fühlt man sich an alte Größen wie Lucio Fulci erinnert und das darf man natürlich als Kompliment verstehen. Sobald die Zombies auftauchen, besitzt das Werk seine atmosphärischen Momente.
 
 
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Nur leider ist dies eben nur dann der Fall und es gibt auch recht viele Szenen, die mit Zombies nichts zu tun haben. Dieses Füllmaterial ist langweilig ausgefallen und sowieso lässt die platte Story keinerlei Spannung zu. Da hört man lange Zeit austauschbaren Figuren bei belanglosen Dialogen zu. Die bescheidene, deutsche Synchronisation macht es nicht gerade besser. Die Charaktere sind viel zu eindimensional gezeichnet und interessieren den Zuschauer wohl kaum. Die Darsteller passen sich dem an und agieren überwiegend gelangweilt. Namen braucht man hier keine zu erwähnen, denn mit seiner Leistung bleibt sowieso niemand in Erinnerung, weder im Positiven, noch im Negativen, denn unerträglich schlecht, ist das nun auch nicht gespielt.
 
 
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Zum Glück wurde die Laufzeit mit knapp 80 Minuten recht kurz gehalten, so dass sich die Längen verkraften lassen. Unterhaltsam wird „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ eigentlich immer nur dann, wenn die Zombies auftauchen und für Splatter sorgen. Immerhin ist dies manchmal der Fall und dann geht es auch gar nicht mal so harmlos zur Sache. Zwar gibt es im Gore-Bereich nichts Besonderes zu betrachten, doch blutig genug ist das auf jeden Fall und die von handgemachten Effekte sehen gelungen aus. Auch die Zombie-Masken können sich sehen lassen. Positiv abgerundet wird das Treiben von einem guten Score, der wohl nicht nur zufällig etwas an Großtaten der Gruppe Goblin erinnert.
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ besitzt eine echt schicke Grindhouse-Optik, die einen in die 70er/80er Jahre zurückversetzt. Die Zombies sehen klasse aus, der Splatter-Gehalt stimmt und zusammen mit dem Score ergeben sich durchaus atmosphärische Momente. Schade ist hingegen, dass die Geschichte maßlos ausgelutscht erscheint und für keinerlei Spannung sorgen kann. Die Figuren sind völlig austauschbar und es gibt zu viel belangloses Material, so dass ab und zu Langeweile entsteht. Wenn man allerdings gerne Low-Budget-Zombiefilme schaut, bekommt man einen handwerklich gut gemachten Streifen serviert, der jetzt zwar frech mit falschem Titel lockt und im Endeffekt höchst durchschnittlich ist, dafür aber in den wichtigen Dingen einigermaßen punkten kann!
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Zensur

 
 
 
„Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ erschien in Deutschland bereits 2015 unter dem Titel „Bombshell Bloodbath“ ungeschnitten auf DVD und Blu-ray. Das hat sich trotz Titel-Umbenennung auch jetzt nicht geändert. Die Fassung ist ebenso komplett, wie es bereits 2015 der Fall war. Auf dem Cover befindet sich demnach auch wieder ein roter FSK-Flatschen, der mitteilt, dass „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ erst für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet ist.
 
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover B / auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bombshell Bloodbath; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Trailer (4:23 Min.) englisch

Release-Termin: KeepCases: 14.05.2021

 
 

Return of the Living Dead – Virus Bloodbath [DVD – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Return of the Living Dead – Virus Bloodbath [DVD – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Re-Animator (1985)
 
Planet Terror (2007)
 

Filmkritik: „Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ (1999)

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PHANTOM TOWN – SPUKSTADT DES SCHRECKENS

(PHANTOM TOWN)

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihren Eltern geraten drei Geschwister in eine Geisterstadt, die von einer geheimnisvollen Bedrohung beherrscht wird.

 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Kritik

 
 
Der Titel wird schleimgrün eingeblendet und auch sonst dominiert die Farbe grün, wenn es um Effekte geht. Zudem spielen Kinder die Hauptrolle. Nein, die Rede ist nicht von der Fernsehserie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, selbst wenn man das bei „Phantom Town“ sofort denken könnte. Tatsächlich wirkt dieser kostengünstig produzierte Horrorfilm wie eine überlange Folge der früher erfolgreichen Gruselserie für Kinder. Doch obwohl selbst diese sich auf TV-Niveau befand und sicher keine Meisterleistung handwerklicher Arbeit darstellte, besaß sie eine deutlich höhere Qualität als dieser Murks hier.
 
 
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Die Eltern der Geschwister Reeves waren unterwegs, weshalb die drei Teenager auch gleich mal eine schicke Party geschmissen haben. Doch als ihre Eltern anrufen und die Verbindung unterbrochen wird, machen sich die Kids Sorgen. Die Polizei will nicht behilflich sein, also müssen es die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Dabei geraten sie in eine Geisterstadt, die man nur im Schlaf betreten kann. Werden sie hier ihre Eltern finden? Die Story taugt nichts, aber wirklich so gar nicht. Auf dem Papier klingt das Szenario um eine Geisterstadt, die ihre Besucher verschlingt noch einigermaßen reizvoll, aber was man daraus gemacht hat, gleicht einer Schande. Das gesamte Szenario wird total wirr und unlogisch dargeboten. Absolut nichts ergibt hier einen tieferen Sinn und auch die Ideen, die verwurstet werden, kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen. „Phantom Town“ mischt sich aus allen Ecken etwas zusammen, braut daraus jedoch überhaupt nichts Brauchbares. Nein, da hatten selbst die simplen Geschichten aus „Gänsehaut“ deutlich mehr Reiz.
 
 
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Diese filmische Katastrophen-Kuriosität wird noch dadurch skurriler, dass sie in Deutschland früher tatsächlich mal erst ab 18 Jahren freigegeben war. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist einfach nur noch traurig. Mittlerweile hat „Phantom Town“ eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Wenn die Rückseite der DVD dann aber mit einem Spruch wie „…einen gruseligen, spannenden und harten Schocker…“ wirbt und einen nebenbei der grüne Sticker anlacht, dann kann man nur noch lachen oder eben weinen. Man hat es hier eindeutig mit einem Film zu tun, der sich an Kinder und nicht an Erwachsene richtet. Das sieht man schon sehr klar daran, dass zwei Hauptdarsteller selbst Kinder sind. Blut wird hier überhaupt nicht vergossen. Stattdessen gibt es ab und zu grünen Schleim zu sehen. Die Effekte sind unter aller Sau und sehen maßlos billig aus. Davon profitiert aber immerhin der Trash-Faktor und wenn man „Phantom Town“ nicht mit Humor nimmt, hat man sowieso echt schlechte Karten.
 
 
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Das gesamte Szenario ist nämlich so unsinnig, plump, hölzern und blöd, dass hier stets eine unfreiwillige Komik herrscht. Manchmal will der Film aber selbst auch noch komisch sein und wenn es albern wird, ist die Peinlichkeit kaum noch auszuhalten. Von einem Horrorfilm kann übrigens einfach keine Rede sein. Vielleicht gruselt man sich hier von sechs bis zehn Jahren, doch selbst zwölfjährige dürften für diesen Quatsch bereits zu abgeklärt sein. Die versprochene Western-Stimmung kommt auch nur ganz selten mal durch. Es ist wirklich kaum zu fassen, dass sich Jeff Burr für „Phantom Town“ verantwortlich zeigte. Sicherlich ist der Mann nicht gerade für die höchste Qualität bekannt, aber mit den Fortsetzungen zu „Stepfather“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Puppet Master“ und „Pumpkinhead“ hat der Mann doch noch etwas mehr Qualität geboten. Die Inszenierung ist wirklich miserabel, weil der gesamte Film miserabel ist. Hier will nichts zusammenpassen, die Kulissen sind billig und optisch bekommt man fast gar nichts geboten.
 
 
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Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch sehr untalentierte Darsteller zu betrachten, für die das Wort „belanglos“ erfunden geworden zu sein scheint. Mit Kindern in solchen Werken ist das immer so eine Sache. Manchmal geht die Rechnung auf, hier stören sie einfach. Die Erwachsenen machen ihre Sache jedoch mitnichten besser und wirken allesamt gelangweilt. Ebenso langweilig ist die Figurenzeichnung ausgefallen und in „Phantom Town“ kommen null Sympathien auf. Stattdessen verhalten sich die Personen unlogisch und doof. Das Ganze muss man dann über 90 Minuten durchhalten, was für den simplen Plot viel zu lange ist. Wäre es doch nur eine Episode von „Gänsehaut“ gewesen, dann hätte der Spuk nach einer knappen halben Stunde ein Ende gehabt. Dafür wäre diese dumme Geschichte auch noch ausreichend gewesen. So zieht sich das Treiben quälend in die Länge. Keine Spannung, kaum Action, dummer Humor. Nicht mal der Score stimmt versöhnlich. Und wenn für das Finale dann noch die alte Puppenkiste durchstöbert wurde, resigniert man entweder schon, ist total betrunken, eingeschlafen oder lacht müde darüber.
 
 
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PHANTOM TOWN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Phantom Town“ ist ein billiger, unkreativer und sinnfreier Film, der sich ganz klar nur als Horror bezeichnen lässt, wenn man die 12 Jahre noch nicht überschritten hat. Doch während Filme für die ganze Familie selbst dem Erwachsenen Freude bereiten können, bekommt man hier lediglich Unvermögen zu betrachten. So viel, dass es selbst dem Trash-Fan zu viel werden könnte, da die permanente unfreiwillige Komik anstrengend wird. Nun, lächerliche Momente gibt es so immerhin genügend zu sehen und alleine die „Effekte“ sind eine Frechheit. Ein schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller und eine komplett nichtssagende Inszenierung runden das passend ab. Dann doch lieber noch mal die 90er Fernsehserie „Gänsehaut“ anschauen, denn die war wenigstens noch ansatzweise gruselig und bot mehr Kreativität!
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Zensur

 
 
 
„Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ feierte in Deutschland seine Premiere im TV und wurde dort ungeschitten gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und FSK12.
 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Phantom Town; Kanada | USA | Rumänien 1999

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Grusel

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 11.06.2021

 
 

Phantom Town – Spukstadt des Schreckens [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gänsehaut (2015)
 
R.L. Stine – Geisterstadt: Kabinett des Schreckens (2015)
 
Gänsehaut – Die Stunde der Geister (1995)

Filmkritik: „Rock’n’Roll Nightmare“ (1987)

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE

(IM ANGESICHT DER HÖLLE | THE EDGE OF HELL)

Story

 
 
 
Wenn eine Heavy-Metal-Band den Kampf mit dem Teufel höchstpersönlich antreten muss, dann ist großes Trash-Kino nahezu vorprogrammiert.

 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Kritik

 
 
Ja, der ewige Kampf gegen das Böse wird nicht einfach nur von Normalos ausgetragen. Gerade der Metal eignet sich doch perfekt dem Teufel den Kampf anzusagen, selbst wenn dieser von gewissen Spielarten ja eher verehrt wird. Das macht aber nichts, denn „Rock’n’Roll Nightmare“ ergibt sowieso überhaupt keinen Sinn. Der Film ist ein Fest des schlechten Geschmacks und bietet ein Finale, welches man schlichtweg nie mehr vergessen wird. Davor herrscht jedoch viel zu lange Leerlauf und leider verhindert diese Tatsache das Trash-Highlight.
 
 
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Eine Heavy-Metal-Band zieht für ein paar Tage aufs Land in ein abgelegenes Haus, um Material für eine neue Platte zu sammeln. Hier draußen ohne Ablenkung erhofft man sich, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Aus dem Plan wird jedoch nichts, denn dämonische Mächte herrschen im Haus und überfallen die Band-Mitglieder mit ihren Freundinnen. Nur Triton selbst, der Frontmann der Gruppe, scheint dagegen gewappnet zu sein. Das Drehbuch ist großer Blödsinn und kommt ohne Sinn und Verstand daher. Fühlt man sich anfangs noch wie in einer weitaus billigeren Variante von „Evil Dead“, schießt spätestens der finale Twist den Vogel vollends ab. An sich ist die Idee alleine ja ganz nett, in ihrer Umsetzung jedoch haarsträubend und dermaßen unlogisch, dass eine Flasche Whiskey auf Ex nicht mehr Hirnschäden anrichten könnte.
 
 
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Jon Mikl Thor zeigte sich für die dämliche Geschichte selbst verantwortlich, scheint aber sowieso auf einem Ego-Trip gewesen zu sein, als „Rock’n’Roll Nightmare“ entstand. Der Mann war mal erfolgreicher Bodybuilder und ist zudem auch im wahren Leben Frontmann einer Heavy-Metal-Band namens „Thor“. Also muss man doch auch als Darsteller wahrgenommen werden. Als solcher ist Thor an unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten. Gibt er sich lange Zeit noch relativ normal und fällt damit wenig auf, zieht er im Finale dermaßen übertriebene Grimassen, dass man geneigt ist dem Mann Hilfe zu wünschen. Die anderen „Darsteller“ machen es allerdings keinen Deut besser. Hier sind fast alle Laien, die danach kaum noch etwas mit dem Film-Business zu tun hatten. Dementsprechend darf man sich ihre Leistungen vorstellen, die plump und hölzern geraten sind. Von einer Figurenzeichnung braucht man gar nicht erst anfangen. Thor stellt sich selbst als grandios dar, alle anderen Charaktere könnten belangloser gar nicht sein.
 
 
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Für die Musik sorgte Thor natürlich ebenfalls selbst. Das ist simpler Heavy Metal mit Glam-Ansätzen, wie man ihn in den 80er Jahren haufenweise serviert bekam. Etwas Besonderes stellt diese Musik nicht dar, wenn man solcher jedoch nicht abgeneigt ist, kann man sie sich schon anhören. Recht präsent ist sie jedenfalls. Wenn die „Darsteller“ dann allerdings live performen, sieht das so künstlich aus, dass jede Darbietung einer Luft-Gitarre echteres Feeling aufkommen lässt. Sowieso muss man auf eine ansprechende Atmosphäre zu lange warten. Regisseur John Fasano, der im selben Jahr den schlechten „Zombie Nightmare“ realisierte, fällt da in der Inszenierung einfach nicht viel ein. Die handwerkliche Arbeit ist jedenfalls wenig zu gebrauchen und die Kulissen sehen sehr einfallslos aus.
 
 
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Sowieso bieten die 80 Minuten Laufzeit ungefähr eine Stunde Leerlauf. Ist man bei der Hütte angekommen, gibt es belanglose und überhaupt nicht passende Sex-Szenen zu sehen. Für nackte Haut ist somit zwar gesorgt, unterhaltsam ist das jedoch nicht. Die Dialoge sind dumm und es geschieht einfach viel zu wenig. Ab und zu schaut mal eine Handpuppe mit Peniskopf vorbei, doch solch skurrile Momente sind sehr rar gesät, weshalb Langeweile aufkommt. Der Trash-Fan muss für die volle Dröhnung schon auf das Finale mit seinem unsagbar dämlichen Twist warten. Wenn dieses erreicht ist, macht „Rock’n’Roll Nightmare“ plötzlich allerdings so viel Spaß, dass es schon schade ist, dass er dies zuvor nicht getan hat. Es ist einfach der pure Wahnsinn, wie schlecht der Showdown gemacht wurde und wie unfreiwillig komisch das Ganze wirkt. Von den „Effekten“ will ich gar nicht erst anfangen. Alleine dafür lohnt sich die Sichtung dann eben doch.

 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ ist wirklich so schlecht, dass er fast schon wieder gut ist und Trash-Fans sollten das nicht verpasst haben. Leider ist in der ersten Hälfte zu wenig los und hier kommen deutlich zu viele Längen auf. Viel nackte Haut ändert daran nichts. Auf seine Kosten kommt man erst im Finale, dann aber richtig. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben! Die Story ist dämlich und die Wendung am Ende könnte unlogischer kaum sein. Dazu gibt es Laiendarsteller zu sehen und eine handwerklich unterdurchschnittliche Arbeit. Die Atmosphäre ist lächerlich und bietet gerade am Ende viel unfreiwillige Komik, weil sich „Rock’n’Roll Nightmare“ scheinbar selbst auch noch ganz schön ernst nimmt. Immerhin gibt es passable Musik zu hören und die „Effekte“ sollten ein Lächeln auf das Gesicht eines jeden Trash-Fans zaubern. Wäre die Party des schlechten Geschmacks schon mal früher in die Gänge gekommen, hätte das hier das Zeug für den ultimativen Trash-Tip gehabt, so bleiben leider nur 20 phänomenale Minuten!
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Zensur

 
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ erschien in Deutschland ungeschnitten auf VHS. Kurze Zeit später wurde der Streifen von der BPjS indiziert. Die Indizierung hielt 25 Jahre an. 2013 erfolgte die Listenstreichung. Seitdem wurde „Rock’n’Roll Nightmare“ bereits mehrfach auf DVD veröffentlicht. Auch die beiden im Jahr 2022 veröffentlichten KeepCase-Auflagen des Streifens aus dem Hause „Mr. Banker Films“ sind uncut und FSK18. Bleibt abzuwarten, wenn endliche eine HD-Auswertung erfolgt.
 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover B / auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rock ’n‘ Roll Nightmare; Kanada 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Alter deutscher Videotrailer ca. 3 Minuten

Release-Termin: KeepCases: 28.01.2022

 
 

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freakshow (1988)
 
Studio 666 (2022)
 
Evil Dead (2013)
 
Deathgasm (2015)
 

Filmkritik: „13 Fanboy“ (2021)

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13 FANBOY

Story

 
 
 
Ein maskierter Killer hat es auf Schauspieler abgesehen, die einst eine Rolle in Horrorfilmen spielten.

 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Kritik

 
 
Für was könnte man wohl prädestiniert sein, wenn man den Nachnamen Voorhees trägt? Nun, wenn man sich nicht gerade selbst eine Hockey-Maske aufsetzt und sich durch die Gegend meuchelt, liegt es wohl auf der Hand, dass man in einem Teil der „Freitag der 13.“ Reihe mitspielen sollte. Und genau das tat Deborah Voorhees 1985 auch, als sie im fünften Teil „Ein neuer Anfang“ eine Rolle ergatterte. Nun wollte Frau Voorhees aber wohl noch einen ganzen Schritt weitergehen. „13 Fanboy“ ist ein Meta-Slasher über eine der berühmtesten Reihen von diesem Subgenre. Doch taugt das Ganze deshalb auch etwas? Leider so gut wie gar nicht!
 
 
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Als Kind wurde die kleine Kelsie Zeugin, wie ihre Großmutter von einem maskierten Killer brutal ermordet wurde. Das Skurrile an der Sache war, dass die Großmutter einst als Schauspielerin in einem Slasher mitgespielt hatte. Seitdem sind viele Jahre vergangen und Kelsie versucht sich nun selbst als Schauspielerin. Doch plötzlich häufen sich wieder Morde. Der Killer von damals scheint zurück zu sein und er tötet am liebsten Schauspieler, die mal in einem Slasher zu sehen waren. Kelsie muss sofort Dee Wallace (als sie selbst) warnen, denn sie war damals die beste Freundin ihrer Großmutter. Die Idee der Handlung könnte man schon fast als smart bezeichnen. Es ist natürlich schon lange nicht mehr besonders originell Meta-Horrorfilme zu drehen, doch die Nachfrage scheint gegeben zu sein und wenn man es gut macht, kann das Ganze schon ordentlich funktionieren. Leider bleibt es bei „13 Fanboy“ bei der guten Grundidee, denn die Umsetzung ist alles andere als gelungen. Es mangelt dem Geschehen in der ersten Hälfte nahezu komplett an einem roten Faden. Da hangelt sich das Treiben von Szene zu Szene, wirkt gar episodenhaft und hat keine echte Hauptrolle zu bieten. Dies diente wohl vor allen Dingen möglichst viele bekannte Gesichter unterbringen zu können, nur zweckdienlich ist dies kaum ausgefallen.
 
 
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Wobei man sagen muss, dass „13 Fanboy“ hieraus seine einzige Daseinsberechtigung bezieht. Und ja, es macht zumindest für ein paar Minuten Spaß die vielen bekannten Gesichter wiedersehen zu dürfen. Da werden einem z.B. Deborah Voorhees selbst, C.J. Graham, Judie Aronson, Lar Park Lincoln, Tracie Savage, Ron Sloan und Jennifer Banko geboten, die sich alle selbst spielen und alle zumindest in einem Teil der großen „Freitag der 13.“ Reihe zu sehen waren. Nun werden sich sicher nur absolute Hardcore-Fans an alle Gesichter erinnern und deshalb reibt es einem der Film auch ordentlich unter die Nase mit wem man es zu tun hat, indem es Texteinblendungen gibt. Das wirkt dermaßen gewollt, dass der nette Effekt irgendwie schon wieder verpufft. Zum Glück gibt es aber auch noch bekanntere Namen. So darf ein Kane Hodder garantiert nicht fehlen und Corey Feldman schaut ebenfalls kurz vorbei. Scream-Queen-Ikone Dee Wallace übernimmt sogar eine Hauptrolle. „13 Fanboy“ lebt allerdings eher von seinen Namen, als von richtig gutem Schauspiel. Sucht man dieses, hat man in diesem Subgenre aber wohl sowieso nichts verloren.
 
 
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Dass der Film von seiner gewitzten Grundidee und den ganzen Darstellern aus alten „Freitag der 13.“ Filmen kaum einen Nutzen ziehen kann, liegt vor allen Dingen an der langweiligen, teilweise schon fast unstrukturierten Machart. Den Anfang kann man sich noch schmecken lassen und es wirkt kurz fast so, als könnte hier Freude aufkommen, doch dann verliert sich die erste Hälfte in Belanglosigkeiten, die schnell ermüdend wirken. Erst in den folgenden 50 Minuten kümmert man sich dann richtig um die Handlung, doch selbst hier muss man enttäuscht sein. Es ist zwar überraschend, wie ernst sich „13 Fanboy“ gibt, nur bringt das überhaupt nichts, wenn trotzdem nicht der Hauch von Spannung entsteht. Der Film versteht sich nicht als Komödie und gesellt sich somit nicht zu den spaßigeren Vertretern der Meta-Slasher. Dabei hätte ihm etwas Humor nicht geschadet und das lustlose Szenario auflockern können. Alleine der Twist um die Identität des Killers ist nämlich dermaßen vorhersehbar, dass man schon fast der Meinung sein könnte, der Film wolle es dem Zuschauer bereits vor dem Finale so offensichtlich verraten.
 
 
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Leider kann die Inszenierung nicht viel retten. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass Regisseurin Deborah Voorhees nicht viel Budget zur Verfügung hatte. Allerdings hätte man selbst dieses Geld nutzen können, um eine lustvollere Inszenierung vorzulegen. „13 Fanboy“ ist einfach von vorne bis hinten langweilig gestaltet. Die Optik kann nicht überzeugen und vor allem der Sound wird schlecht eingesetzt. In manchen Mord-Szenen fragt man sich echt, ob einem gerade die Lautsprecher im Stich lassen. Immerhin wird es etwas blutig. Die Effekte sind reichlich simpel getrickst, kommen jedoch ohne billiges CGI-Blut aus und gehen deshalb in Ordnung. Für eine Schlachtplatte hat das geringe Budget allerdings keineswegs gereicht. Das Finale zieht sich dann unnötig in die Länge, so wie eigentlich der gesamte Film. Warum es gleich rund 100 Minuten Laufzeit sein mussten, weiß der Geier. Eine knappe halbe Stunde weniger hätte für die simple Prämisse ebenfalls ausgereicht und ein flotteres Tempo hätte so manch eine Länge dezimieren können.
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Was auf dem Papier sympathisch und kreativ klingt, erweist sich leider mal wieder als Flop, weil eine gute Idee alleine eben noch lange keinen guten Film macht. Man kann schon gestehen, dass vor allen Dingen „Freitag der 13.“ Fans hier zuweilen auf ihre Kosten kommen, denn die ganzen Original-Darsteller von früher, die man hier gewinnen konnte, machen kurzzeitig schon etwas her. Allerdings suhlt sich „13 Fanboy“ in diesem einzigen, positiven Aspekt auch so sehr, dass der Effekt schon wieder leicht zerstört wird. Ansonsten hat der günstige Film kaum etwas zu bieten. Die Handlung ist langweilig, die Laufzeit zu hoch und Splatter zu wenig präsent. Weder taugt die handwerkliche Arbeit viel, noch kann die Atmosphäre etwas erreichen. Das Werk nimmt sich viel zu ernst, was an sich nicht so negativ gewesen wäre, wenn denn wenigstens Slasher-Stimmung aufgekommen wäre. Stattdessen quält man sich durch belanglose 100 Filmminuten, von denen höchstens ein Viertel ganz solide ausgefallen ist. Beinharte Hardcore-Freitag-der-13.-Fans können ja mal ein Auge riskieren, aber insgesamt ist das hier ein Schuss in den Ofen, so sympathisch die Grundidee auch sein mag!
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Zensur

 
 
 
„13 Fanboy“ hat in Deutschland von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 13 Fanboy; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Booklet, Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 10.06.2022

 
 

13 Fanboy [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

13 FANBOY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Behind the Mask (2006)
 
You Might Be the Killer (2018)
 

Filmkritik: „Aporia“ (2019)

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APORIA

Story

 
 
 

„Aporia“ zeigt den Überlebenskampf von zwei Menschen, die sich erst gegen ihre Entführer behaupten und danach aus einer Grube entkommen müssen.

 
 
 


 
 
 

APORIA – Kritik

 
 
 
Horror aus Aserbaidschan steht nun ganz sicher nicht auf dem Tagesprogramm von Genre-Liebhabern. Man durfte also durchaus auf „Aporia“ gespannt sein. Dabei liefert Regisseur Rec Revan einen Genre-Mix ab, der von seinen einzelnen Zutaten her sicher kaum originell erscheint, in seiner Mixtur aber eigenständig genug wirkt, um dem Zuschauer ansprechende Kost servieren zu können.
 
 
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Arvin und Ejla befinden sich mit anderen Menschen auf der Ladefläche eines Trucks. Allesamt wurden entführt und geheimnisvollen Tests unterzogen. Keiner weiß, wie es nun weitergehen wird. Für Arvin ist klar, dass nur eine Flucht Überleben bedeuten kann. Und so gelingt es ihm zusammen mit Ejla auch den sadistischen Entführern zu entkommen. Doch auf der Flucht stürzen beide in eine tiefe Grube, aus der es kein Entkommen mehr zu geben scheint. Und nicht nur die Natur wird nun zum Feind. Auch die geheimnisvollen Tests sollen zur Gefahr werden. Das Drehbuch, welches Revan selbst schrieb, lebt vor allen Dingen von seinen verschiedenen Zutaten, die einzeln allesamt schon etliche Male da waren, in dieser Kombination jedoch frisch erscheinen. Unschuldige Opfer, die wegen irgendwelchen Tests der Regierung nach dem Tod nicht richtig tot bleiben wollen, erinnern sofort an Zombies und wenn zwei Menschen sich aus einer Falle befreien müssen, fühlt man sich an „127 Hours“ oder „Buried“ erinnert. Um das Warum geht es „Aporia“ dabei eher weniger. Man ist anfangs so schlau, wie alle Opfer und wird einfach in dieses Szenario hineingeschmissen und daran ändert sich im weiteren Verlauf auch nichts. Erklärungen sind bei der relativ simplen Grundprämisse jedoch gar nicht zwangsläufig nötig.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich nicht beklagen. Sind es anfangs noch einige, inklusive eines richtig schön fiesen Bosses, schrumpft die Anzahl schon bald auf zwei. Dann sind fast nur noch Perviz Ismayilov und Aysel Yusubova als Arvin und Ejla zu sehen. Beide machen ihre Sache solide und können den Film schon ganz gut tragen. Die Figurenzeichnung gibt sich mit Erklärungen so bedeckt, wie auch die Handlung. Dass man anfangs nichts über die beiden Hauptcharaktere erfährt, macht schon Sinn, doch im weiteren Verlauf wäre es nicht verkehrt gewesen, wenn man geklärt hätte, in welchem Verhältnis die Beiden denn nun wirklich zueinander stehen. Da werden nämlich stets nur Andeutungen gemacht. Trotzdem wirken diese beiden Figuren sympathisch genug, um mit ihnen Mitfiebern zu können. Schön ist auch, dass sie sich niemals zu dämlich verhalten.
 
 
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Dass Regisseur Rec Revan sein Handwerk versteht, bemerkt man ziemlich schnell, selbst wenn der Mann zuvor nur zwei Kurzfilme realisierte. Bereits die ersten Bilder werden eindrucksvoll eingefangen und die Inszenierung wirkt überwiegend überraschend hochwertig. Selbst wenn der Spielraum hinterher sehr begrenzt ist, gelingt es dem Regisseur für genügend Dynamik in diesem Szenario zu sorgen, auch wenn „Aporia“ zwischenzeitlich die Luft auszugehen droht. Dass es sich hier um einen günstigeren Film handelt, sieht man ihm negativ eigentlich nur dann an, wenn es CGI-Blut zu betrachten gibt. Und dies ist gerade am Anfang leider oftmals der Fall. Damit kann man jedoch leben, was auch an der dichten Atmosphäre liegt. Diese ist von Anfang bis Ende düster, hoffnungslos und absolut ernst. Humor sucht man vergebens und an ein Happy End wagt man kaum zu glauben. Über weite Strecken ist das ein schonungsloser Survival-Thriller, der aber eben immer mal wieder mit einer kleinen Portion Horror dient und schon alleine deshalb abwechslungsreich erscheint.
 
 
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Dabei überrascht gerade am Anfang das hohe Tempo. Ohne Einleitung geht es direkt los und nach spätestens zehn Minuten ist auch die Gangart geklärt, denn zimperlich geht „Aporia“ mit seinen Figuren definitiv nicht um. Das enorm hohe Tempo wird erst nach einer knappen halbe Stunde so langsam gedrosselt und dann hat der Film leider auch mit ein paar Längen zu kämpfen, was im Endeffekt jedoch nicht so schlimm ist. Während der mittlere Teil ein wenig vor sich hin plätschert, wird es im letzten Drittel noch mal reichlich effektiv. Das besitzt doch einige Spannungs-Elemente, die gekonnt arrangiert wurden. Auch an Action-Momenten mangelt es nicht, obwohl es überwiegend schlicht und simpel zur Sache geht. Bei einer Laufzeit von sowieso nur 86 Minuten (mit Abspann) ist für Langeweile also kaum Platz. Und ein paar deftige Gewaltausbrüche gibt es nebenbei ebenfalls noch zu bewundern. Wurden die Effekte von Hand gemacht, können sich diese echt sehen lassen. Der Score erfüllt seinen Zweck sehr solide und begleitet das Geschehen passend, hätte jedoch nicht nahezu auf Dauerschleife laufen müssen.
 
 


 
 
 

APORIA – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Aporia“ stellt einen gelungenen Mix aus knallhartem Survival-Thriller und Horrorfilm dar. Die Handlung ist simpel, lebt jedoch von dieser Mischung und hält sich erst gar nicht mit Erklärungen auf. Das sorgt für ein anfangs rasend hohes Tempo, welches so vielversprechend ist, dass der Rest dieses hohe Niveau nicht ganz halten kann. Trotzdem gibt es genügend spannende Szenen, die allesamt ordentlich inszeniert wurden. Die Regie hat also ganze Arbeit geleistet, die Darstellerleistungen sind ebenfalls solide und den Ballast einer Figurenzeichnung braucht hier wohl sowieso niemand. Das CGI-Blut sieht mies aus, doch der Rest macht optisch etwas her und die Atmosphäre könnte böser wohl kaum sein. Selbst wenn sich im mittleren Teil ein paar Längen eingeschlichen haben, überrascht dieses Werk aus Aserbaidschan mit wirklich ordentlicher Qualität und ein paar echt brutalen Momenten!
 
 
 


 
 
 

APORIA – Zensur

 
 
 
Gewalt steht nicht im Vordergrund. Aber gerade das erste Drittel ist thematisch äußerst derb und ein paar Gore-Einlagen fehlen nicht. Wenn die FSK keinen großzügigen Tag hat, könnte „Aporia“ ein 18er-Kandidat werden.
 
 
 


 
 
 

APORIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Media Move)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (2010)
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Crazies (2010)
 

Filmkritik: „Slumber Party Massacre“ (2021)

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SLUMBER PARTY MASSACRE

Story

 
 
 

Der Driller Killer ist zurück und darf auch im Jahre 2021 eine Pyjama-Party von jungen Mädels stören.

 
 
 


 
 
 

SLUMBER PARTY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Im nicht enden wollenden Remake-Reboot-Fortsetzungs-Wahn trifft es irgendwann wohl jeden Streifen mal. „Slumber Party Massacre“ entstand 1982 zur Blütezeit des amerikanischen Slashers, besitzt heutzutage einen gewissen Kultstatus, gilt aber sicherlich nicht als großer Klassiker des Subgenres. Dabei war er ursprünglich mal als feministische Parodie auf den Slasher geplant, hatte eine Regisseurin und eine Drehbuchautorin und alleine dies war zumindest damals echt unüblich. Doch das Projekt lag zwischenzeitlich auf Eis und von der ursprünglichen Idee war am Ende wohl nicht mehr so viel übrig, weshalb ein ziemlich normaler Slasher entstand, der sich wohl am ehesten damit auszeichnen kann, dass er die Grenzen von freiwilliger und unfreiwilliger Komik verschwimmen ließ. In den Jahren danach kam es noch zu zwei Fortsetzungen, von denen nur die erste noch einigermaßen sehenswert war. Und jetzt, da ja sowieso alles, was mal nur ein wenig bekannt war, neu aufgesetzt wird, trifft es auch „Slumber Party Massacre“ mit einem Remake.
 
 
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Interessant ist dabei die Tatsache, dass erneut eine Regisseurin und eine Drehbuchautorin das Werk realisierten und was ihr Plan war, ist nicht schwer zu erkennen. Scheinbar wollte man nun die Version drehen, die damals mit hoher Wahrscheinlichkeit in ähnlicher Art und Weise bereits geplant war. Das heißt, man bekommt es mit einer feministischen Version eines Slashers zu tun und dieses Mal wurde das auch konsequent umgesetzt. Da schwenkt die Kamera auf nackte Männerhaut, wie sie es sonst im Slasher wohl eher bei weiblichen Protagonisten machen würde. Plötzlich dürfen die Männer eine Kissenschlacht veranstalten und die Frauen bekleiden durchweg starke, kämpferische Figuren. Dieses Spiel mit Geschlechter-Klischees und allgemein mit Klischees des Horrorfilms, speziell vom Slasher, bringt schon ein paar amüsante Ansätze mit sich, doch das alleine reicht natürlich noch nicht für einen guten Film aus. Also was taugt der Rest?
 
 
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Zu der Handlung an sich braucht man wohl nicht viele Worte zu verlieren. Jeder, der nur einen Slasher in seinem Leben gesehen hat, kann sich bei den Worten „Hütte“, „Pyjama-Party“ und „Killer“ wohl genau denken, wie das Ganze aussehen wird. Und so macht es auch erst mal den Anschein, nachdem man einen kleinen Rückblick in die Vergangenheit hatte. Hier überlebt Trish als einzige die Attacken des Driller Killers Russ Thorn. 30 Jahre Später hat sie selbst eine Tochter, die sich auf einem Mädelstrip befindet. Doch das Auto hat eine Panne und so kommt man in einer Hütte im Wald unter. Und natürlich ist Russ nicht, wie von allen vermutet, tot, sondern er will auch weiterhin fleißig junge Frauen mit seiner überdimensionalen Bohrmaschine killen.
 
 
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Selbst wenn man es zu schätzen weiß, dass 80er-Jahre-Slasher fast immer nach dem fast selben Schema verlaufen, geht „Slumber Party Massacre“ von 2021 völlig eigene Wege. Mit dem Original hat der Film kaum noch etwas zu tun, höchstens anfangs. Es dauert nur eine halbe Stunde, bis der erste Twist herausgehauen wird, der das Geschehen in ein völlig neues Licht wirft. Doch damit hat das Drehbuch sein Pulver noch nicht verschossen, denn hinterher folgt eine weitere, große Wendung. Das ist alles kaum vorhersehbar und spielt mit den Regeln des Genres. So ein bisschen Meta-Ebene wird dadurch ebenfalls erreicht. Diese ganzen verspielten Ideen machen die Story auf jeden Fall sehenswert und hochwertiger, als man sie von einem Slasher erwarten dürfte.
 
 
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Die Darsteller agieren allesamt solide, können das hohe Niveau des Drehbuchs jedoch nicht halten. Am Anfang nerven ein paar der Frauenfiguren, doch im weiteren Verlauf stellt sich dies zum Glück ein. Mit den Leistungen kann man in diesem Bereich durchaus leben, wobei das Original hier mehr Charme zu bieten hatte. Auch der Killer kam dort besser herüber. Sowieso ist die Figurenzeichnung kein Highlight von „Slumber Party Massacre“. Dies bei einem Slasher zu schreiben ist zwar eigentlich überflüssig, doch gerade weil man es doch anders machen wollte, wäre es schön gewesen, wenn hier ein paar mehr Sympathieträger vorhanden gewesen wären. Die meisten Frauenfiguren wirken dann aber doch belanglos und so richtig markant will hier keiner herüberkommen, weshalb hier, wie üblich für das Genre, die größte Schwäche liegt.
 
 
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Diese kann Regisseurin Danishka Esterhazy jedoch mit ihrer gelungenen Inszenierung wieder gut machen. Esterhazy hat schon so einige Dinge gedreht und hat selbst im Horrorbereich schon Erfahrungen gesammelt. Beim Slasher hat sie ihre Hausaufgaben scheinbar ebenfalls gemacht. Obwohl sich das Geschehen ganz anders entwickelt, als man anfangs vermuten darf, gibt es nämlich trotzdem noch genügend konventionelle Momente, die man genau so auch haben möchte. Außerdem gibt es ein paar hübsch versteckte Anspielungen auf die Original-Reihe, die man natürlich nur entdecken kann, wenn man diese bereits gesehen hat. In Deutschland werden das wahrscheinlich nicht so viele sein, weil diese Reihe noch immer nicht in deutschem Ton veröffentlicht wurde. Für die Sichtung von der 2021er Version ist das aber auch absolut nicht notwendig. Auch so kann man seinen Spaß mit der gänzlich anderen Herangehensweise haben.
 
 
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Bei den ganzen Wendungen kann innerhalb der 87 Minuten Laufzeit gar keine Langeweile aufkommen. Immer wenn man sich fragt, was denn jetzt noch kommen soll, geht es überraschend weiter und am Ende wird das alles sogar relativ schlüssig aufgeklärt. Von Spannung kann hier zwar keine Rede sein, aber das ist ja sowieso eher selten der Fall beim Slasher. Dafür lebt das Treiben von Tempo und einer guten Portion Action. Und selbstverständlich darf der Splatter nicht fehlen. „Slumber Party Massacre“ hat schon einige deftige Momente zu bieten und ist natürlich deutlich derber, als das Original. Die Effekte sind nicht immer alle großartig, stammen aber meistens von Hand und sehen solide aus. Außerdem machen sie Spaß. Dieser steht sowieso an erster Stelle. Zu ernst nimmt sich das Ganze nicht, weshalb auch der feministische Ton niemals zu aufdringlich erscheint. Da kann man schon fast von einem Fun-Splatter sprechen. Der Score erfüllt seinen Zweck, hätte aber ruhig noch mehr mit Retro-Sounds aufwarten dürfen.
 
 


 
 
 

SLUMBER PARTY MASSACRE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Ob der „Slumber Party Massacre“ von 1982 ursprünglich mal so ähnlich gedacht war, wie diese Version von 2021 wird man wohl nicht mehr erfahren, aber qualitativ ist die neue Variante auf jeden Fall weit vorne. Das liegt vor allen Dingen an einer gut durchdachten Story, die mit Wendungen und Twists nahezu nur so um sich wirft und dabei trotzdem stets nachvollziehbar bleibt. Außerdem ist die Parodie hier doch deutlich besser zu erkennen, als im alten Film und der feministische Ansatz ergibt durchaus Sinn. Die Darsteller sind zwar gut, werden mit ihren Leistungen jedoch nicht in Erinnerung bleiben und die Figurenzeichnung wirkt auch etwas zu wenig markant. Dafür bekommt man eine ordentliche Inszenierung zu betrachten. Handwerklich ist das ordentlich gemacht und die Atmosphäre verbreitet in erster Linie Spaß. Es splattert reichlich, die Effekte sind überwiegend gut gelungen und der Unterhaltungswert ist bei dem hohen Tempo nahezu immer ordentlich. Von daher lässt sich an alle Slasherfans eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!
 
 
 


 
 
 

SLUMBER PARTY MASSACRE – Zensur

 
 
 
Es gibt viel Splatter und Gore zu sehen. Ein hoher Bodycount und zerfetzte Gesichter sind inklusive. So etwas muss ab 18 Jahren freigegeben werden!
 
 
 


 
 
 

SLUMBER PARTY MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slumber Party Massacre (1982)
 
Slumber Party Massacre 2 (1987)
 
Slumber Party Massacre 3 (1990)
 
The Last Slumber Party (1987)
 

Filmkritik: „The Boy Behind The Door“ (2020)

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THE BOY BEHIND THE DOOR

Story

 
 
 
Die Freundschaft von Bobby und Kevin wird auf eine harte Zerreißprobe gestellt, als sie an einem sonnigen Tag gekidnappt werden und nur Bobby es schafft, zu entkommen.

 
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Kritik

 
 
Das Debüt des Regie-Gespanns David Charbonier und Justin Powell, die in der Zwischenzeit bereits den übernatürlichen Horrorfilm „The Djinn“ nachgeliefert haben, auch mit dem selben Cinematographen, Soundtrack-Komponisten und jungen Hauptdarsteller versehen übrigens, kann sich definitiv sehen lassen. Bei Filmen, in denen es jungen Jugendlichen oder gar Kindern statt sündigen Studenten oder voll ausgewachsenen Menschen an den Kragen geht, ist die Frage nach dem Mehrwert dieser Drehbuchentscheidung meiner Meinung nach immer am interessantesten – denn klar: Grundsätzlich wird das Geschehen erst einmal dadurch intensiviert und spannender gemacht, dass wir hier mit einem unschuldigen Minderjährigen mitleiden und nicht etwa mit einem Antihelden, der selber Dreck am Stecken hat. Die zu überwältigenden Antagonisten und Hürden wirken übermächtig, die Situation besonders aussichtslos – doch ob die kindliche Kreativität und Unbefangenheit, die in Einzelsituationen hilfreiche, kleinere Körpergröße oder auch die humorigen Aspekte der Konfrontation Kind vs. Erwachsener – wie bei „The Aggression Scale – Der Killer in dir“ oder „Becky“ – berücksichtigt und integriert werden, oder es sich um eine oberflächliche Ein-Satz-Prämisse als USP handelt, das gilt es durch ein genaueres Hinsehen zu ergründen….so dachte ich zumindest.
 
 
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Ähnlich wie „Don’t Breathe“ startet „The Boy Behind the Door“ mit dem Vorwegnehmen einer späteren Situation, das imo weder spannungsfördernd, noch überraschend oder für sich sonderlich motiviert wirkt. Die dröhnenden Drohnenfahrten der nebligen Wälder und knarzenden Öl-Bohranlagen sorgen zwar schnell für eine bedrohliche, rustikal ländliche Atmosphäre, doch dass hier nach wenigen Minuten geknebelte und gefesselte Kinder – unsere Hauptprotagonisten vom Cover nämlich – im Kofferraum entdeckt werden, war halt vom Erhalt der Blu-ray an bereits offensichtlich. Wie dem auch sei, eine „6 Stunden vorher“-Einblendung später werden unsere Protagonisten Kevin und Bobby vorgestellt, zwei sympathischeu und solide spielende Jungs aus ärmlichen Verhältnissen, die zusammen nach Kalifornien flüchten wollen, vorher aber zwischen idyllisch eingefangenen, im Wind wippenden Baumkronen ihren Baseball verlieren – und daraufhin ausgeknockt werden.
 
 
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Sofort befinden wir uns zurück im Kofferraum und wofür genau diese paar Minuten jetzt nötig waren, bleibt schleierhaft – so galant gefilmt einige der Einstellungen nämlich auch sind, so holprig fühlt sich die Erzählstruktur an. Dass von nun an jedoch sowohl chronologisch, als auch größtenteils dialogarm erzählt wird, gilt es dem Film hoch anzurechnen: Zwar kommt Bobby innerhalb kürzester Zeit allzu unrealistisch einfach und problemlos frei – doch da sein Freund noch immer in den Fängen ihrer Entführer steckt, entscheidet er sich zurück zu kehren. Außenaufnahmen mit extrem kleinen Schärfebereichen, knackendes und nahe gehendes Sounddesign sowie eine filmische und kühle, aber trotzdem realistisch und nie künstlich wirkende Beleuchtung lassen das behutsame, langsame Rumlaufen durchs alte Haus, das ich in diversen langweiligen Spukhaus-Pseudohorrorfilmen ja gerne kritisiere, zu vergnüglichen und spannenden Minuten werden. Statt einer unsinnigen Geister-Übermacht sicht man sich hier mit einem sehr realen und greifbaren Antagonisten konfrontiert, statt eines blassen, dämlich handelnden Erwachsenen mit einem cleveren und gerissenen Kind, das eine klare Motivation an die Hand bekommen hat, statt einfach nur sinnlos durch alte Gemäuer zu schreiten.
 
 
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Woran diese Umstände nur leider nichts ändern, das ist die Tatsache dass auch dieses Katz-und-Maus-Spiel den allzu gewöhnten Regeln folgt, was heißt dass ich nachfolgende mehrfach „Schade“ in meinen Notizen vermerken musste, da auch hier zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt bleiben, dem Schrecken schnell und effektiv ein Ende zu setzen. Ein paar coole, moderne und hübsch gefilmte Ideen für kleinere Hindernisse oder problematische Situationen, die auch oftmals mit Bobbys Alter und der unvertrauten Umgebung, nicht so viel mit klassischer Thrillerunterhaltung zu tun haben, können sich in der folgenden Stunde noch sehen lassen: So muss Bobby sich in etwa mit der Bedienung eines Autos herumschlagen, oder muss Tipps zur Bedienung eines Telefons mit Wählscheibe erhalten, um überhaupt Hilfe holen zu können – doch während der erste Akt an sich spannend und kurzweilig daherkommt und der zweite durch eben solche Ideen aufgepeppt wird, so zerfällt das Kartenhaus dann leider ein gutes Stück weit, wenn wir uns im letzten Drittel aufhalten.
 
 
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Denn so unfassbar schmerzend, explizit, heftig und unangenehm eine einzelne, etwa 3-sekündige Szene bisher schon war, die mich ungläubig auf das FSK-16 Logo starren und wirklich zusammenzucken hat lassen, so lahm, harmlos, generisch und vorhersehbar kommen dann doch leider Finale und Ende daher. Zusammen mit einigen allzu unlogischen und konstruierten Spannungsszenen, ungenutzen Möglichkeiten bezüglich der Situation und Protagonisten und zu generischen, häufig gesehenen Szenenkonstrukten reicht das leider nur noch für eine schwache Empfehlung, wenn man denn Fan schicker, tighter, schnörkelloser Thriller ist, die sich mehr für eine emotionale Resonanz und eine Unmittelbarkeit der Situation interessieren, als für Logik oder eine ausgereifte Story.
 
 
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Loben sowie warnen vor muss ich nun noch die Ernsthaftigkeit und Erwachsenheit, mit der hier Gewalt gegen Kinder inszeniert wird. Ohne dass es wie perverse Selbstgefälligkeit rüberkommt oder aber durch Ironie aufgefedert und einfacher goutierbar gemacht wird, befinden wir uns als Zuschauer größtenteils in reiner Misere, leiden mit zwei entführten Kindern mit, die in dem heruntergekommenen Haus eines skrupellosen Gewalttäters überleben müssen. Keine leichte Kost, und das sollte sie auch offensichtlich nie sein – Respekt dafür.
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Humorfreier, hübscher, solide gespielter sowie inszenierter Thriller mit düsterer, ernster Thematik und spannender ersten halben Stunde, die nur leider mit mehr und mehr unlogischen Stellen und Klischees enttäuscht.
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Zensur

 
 
 
„The Boy Behind The Door hat in Deutschland eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The Boy Behind The Door Blu-ray

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

The Boy Behind The Door Mediabook

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Boy Behind The Door; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Gag Reel, Alternatives Ende, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 25.03.2022

 
 

The Boy Behind The Door [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Boy Behind The Door [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghostland (2018)
 
Day 13 – Das Böse lauert nebenan (2020)
 
The Aggression Scale – Der Killer in dir (2012)