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Mysterie-Horror

Filmkritik: “Dark Was the Night” (2014)

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DARK WAS THE NIGHT

Story

 
 
 
Etwas Böses terrorisiert die keine Stadt Maiden Woods. Zerfetzte Körper werden gefunden und seltsame Dinge geschehen. Sheriff Paul Shields (KEVIN DURAND) will den Bewohnern die Angst nehmen und geht den mysteriösen Ereignissen auf den Grund.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Kritik

 
 
 
Monsterfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – und das ist auch gut so. Seit einiger Zeit sind ambitionierte Filmemacher daher bestrebt, dummen Monsterstreifen so etwas wie Anspruch einzuhauchen. Entstanden sind so herausragende Horrordramen wie SPRING oder LATE PHASES, die auf eindrucksvolle Weise zeigten, dass sich Kreaturen-Horror nicht zwangsläufig in eine Schublade packen lässt. Auch BAD MILO– und STATIC-Produzent JACK HELLER versucht mit seinem DARK WAS THE NIGHT Tiefe in die Materie der Monsterheuler zu bringen. Statt Augenmerk auf Böses zu richten, sind ihm seine Figuren wichtig. Die haben in erster Linie mit Schicksalsschlägen und inneren Dämonen zu kämpfen – gefräßige Monster haben zu warten.
 
 
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KEVIN DURAND spielt den sensiblen Sheriff Paul Shields, der entgegen dem stereotypen Bild des Helden auch einmal weinen darf und sogar Angst kennt. Er hat kein einfaches Los gezogen und befindet sich nach dem tragischen Unfalltod des Sohnemanns in einer Lebenskrise. Das Familieleben leidet darunter, denn der Zweitgeborene hat erkannt, dass sich die Eltern nach dem Ableben des Bruders voneinander entfernt haben. Als plötzlich Dinge im Ort geschehen, muss der Sheriff aus seiner Lethargie erwachen. Er soll dem Mysterium auf den Grund gehen, denn die Bewohner seiner Stadt Maiden Woods vermuten, dass etwas Böses aus den Wäldern gekommen ist und nichts Gutes im Schilde führt. Für den rational denkenden Gesetzeshüter eine Herausforderung. Der muss sich nämlich bald eingestehen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die sich nicht so einfach erklären lassen.
 
 
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Deprimierende Familientragödie mit Monstern: eigentlich macht Regisseur JACK HELLER fast alles richtig. DARK WAS THE NIGHT besitzt Tiefgang, authentische Protagonisten, unwohlige Atmosphäre und einen ständig wachsenden Spannungsbogen. Auch räumt man Publikum und Figuren genügend Zeit ein, damit sich Charaktere entwickeln und Zuschauer mit den Geschehnissen vertraut machen können. Was trotzdem übel aufstößt ist die Tatsache, dass das Monster nicht vor die Linse darf. Das tritt den blutigen Rachefeldzug gegen die Menschheit bereits im Prolog an – in voller Pracht wird es nur für wenige Sekunden im Finale gezeigt. Filmemacher JACK HELLER übertreibt das Spiel mit der Andeutung. Das Monster scheint allgegenwärtig zu sein und dennoch bekommt der Zuschauer nur dunkle Schatten zu sehen oder vernimmt unheilverkündendes Stampfen. Warum das so ist, wird im Endkampf klar. Ein rigoroser Sparkurs zwang die Produktion in die Knie. Um wirtschaften zu können, musste der Filmbösewicht am Rechner geboren werden – leider mehr schlecht als recht. Die Animationen wirken unglaubhaft und das Wesen derart künstlich, das es nicht in die Szenerie passen will. Dass da das Gänsehautgefühl in den Keller saust und aufgebaute Illusionen zu Staub verpuffen, ist nur die logische Konsequenz. Da kann auch der rabenschwarze Schlussgag nichts reißen, der die Tür für eine mögliche Fortsetzung offen hält. DARK WAS THE NIGHT ist eine Enttäuschung und das trotz Tiefgang. Wer demzufolge in Monsterstreifen fressgierige Bestien sehen will, sollte sich fern halten – dieser Film macht’s eher subtil.
 
 
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DARK WAS THE NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Monster-Grusler alter Schule. Bei diesem Indiestück handelt es sich in erster Linie um ein deprimierendes Drama, das sich als Monsterfilm tarnt. Statt blutige Fressorgien oder hektische Hetzjagden zu zelebrieren, geht es Regisseur JACK HELLER ruhiger an und beschäftigt sich in erster Linie mit seinen Protagonisten, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben. Dennoch; was hätte DARK WAS THE NIGHT für ein großartiger Film werden können – wenn mehr Geld zur Verfügung gestanden hätte! In diesem Monsterfilm steckt zwar Hirn; weil Budget knapp war musste man wohl improvisieren und auf subtile Weise Gänsehaut heraufbeschwören. DARK WAS THE NIGHT ist ein Monsterfilm ohne Monster. Nicht, dass es nicht da wäre. Ganz im Gegenteil, die Filmkreatur ist allgegenwärtig. Dennoch wird sie erst am Ende für wenige Sekunden gezeigt wohl, weil man keine Dollars für ausuferndes Creature-Design übrig hatte. Mit den miserablen CGI-Effekten verpuffen auch die Illusionen, die Regisseur JACK HELLER zuvor mit viel Liebe für Oldschool-Horror aufgebaut hat. Übrigens: dieser Film ist nichts für die Liebhaber hektisch geschnittener Hochglanzfilme aus der Mache eines Michael Bay. DARK WAS THE NIGHT ist langsam erzählte Gruselware, die den Anspruch bewahrt. Zuschauer, die nichts mit Horror der alten Schule anfangen können, dürften gelangweilt abschalten.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Sonderlich zeigefreudig ist DARK WAS THE NIGHT nicht. Die meisten Gewaltmomente passieren im Off. Zudem setzt der Streifen vordergründig auf subtilen Horror. Hierzulande dürfte es dafür eine FSK16 geben.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Indigenous (2014)
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Leprechaun: Origins (2014)
 


Filmkritik: “Private Number” (2014)

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PRIVATE NUMBER

Story

 
 
 
Ein erfolgreicher Autor wird von mysteriösen Anrufen aus dem Jenseits gequält, die ihm beinahe den Verstand rauben.
 
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Kritik

 
 
 
Guten Zeiten sind für Hobbygeisterjäger angebrochen, denn nach der Slasher, Folter- und Found-Footage-Welle erlebt nun auch der Geisterfilm ein kleines Comeback. Der macht seit wenigen Jahren Kinosäle aber auch Wohnzimmer unsicher und hat mit THE CONJURING oder der erfolgreichen INSIDIOUS-Saga sogar brauchbare Vertreter jüngeren Datums hervorgebracht. Den Filmemachern sind beim Angstmachen kaum Grenzen gesetzt. Trotzdem gehen nur wenige den unkonventionellen Weg und versuchen sich an Geschichten fernab des Mainstreams. Nicht anders macht das LAZRAEL LISON. Der hat sein eigenes Drehbuch verfilmt und will mit altbekannter Gruselformel zartbesaiteten Zuschauer ein paar unheimliche Momente bescheren. Trotz handwerklich solider Umsetzung ist es nur beim Versuch geblieben. Der Gruselfaktor in PRIVATE NUMBER ist nämlich äußerst gering. Stattdessen wird seichter Mystery geboten, in dem ein erfolgreicher Autor mysteriösen Stimmen folgt und so ein schreckliches Geheimnis lüftet.
 
 
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Eigentlich hätte für Autor Michael Lane (HAL OZSAN) alles so gut laufen können. Nach dessen erfolgreichen Roman KNIGHT FIRE soll nun die Fortsetzung entstehen, doch leider wird die Arbeit von einer Schreibblockade gestört. Dass Gattin Katherine (NICHOLLE TOM) auch noch ihre biologische Uhr ablaufen sieht und ans Kinderkriegen denkt, setzt den Schriftsteller zusätzlich unter Druck. Da mehren sich plötzlich seltsame Anrufe, die nicht nur den Frieden stören, sondern das Paar vor unüberwindbare Probleme stellt. Michael scheint den Verstand zu verlieren, versucht er seinen Mitmenschen weismachen zu wollen, dass die Opfer eines Serienmörders mit ihm telefonisch Kontakt aufnehmen wollen. Weil ihm niemand glauben möchten, beginnt er selbst nach Antworten zu suchen, ohne zu wissen, dass er damit die Büchse der Pandora öffnet.
 
 
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Warum in Gottes Namen können Geister im Horrorfilm eigentlich nie Tacheles reden? Statt am Telefon eindeutige Hinweise zu geben, müssen Kontaktpersonen aus der Welt der Lebenden stets aufmerksam nachforschen, um das meist tragische Ablebenden jener Geister ans Tageslicht zu bringen von denen sie penetrant geärgert werden. PRIVATE NUMBER reiht sich ohne Probleme in jene Reihe Filme ein, in denen das Gruselkonzept zugunsten akribischer Detektivarbeit weichen muss. So folgt der Rätselthriller ähnlichem Handlungsstrang, wie so viele ähnlich gestrickte Pseudo-Grusler der letzten Jahre. Während die meisten jedoch mit gut platzierten Schreckmomenten für kurzes Herzklopfen sorgen können, macht sich in PRIVATE NUMBER schnell Langeweile breit. Regisseur LAZRAEL LISON konzentriert sich zu versteift auf den nervlichen Abstieg seines Filmhelden und fokussiert dabei zu detailliert den Bruch einer einst glücklichen Beziehung, dass die Gruselmomente etwas zu kurz kommen. Immerhin gewinnt der Streifen kurz vor der Ziellinie etwas an Fahrt und versucht mit überraschender Wendung zu verblüffen. Erfahrene Zuschauer wittern jedoch schnell die Fährte, denn sonderlich geistreich ist die Auflösung des Spuks leider nicht. So bleibt ein beliebiger Mysterfilm mit guten Darstellern und vorhersehbarer Geschichte, der schnell sein Dasein in den Wühltischen bekannter Elektrofachmärkte fristen wird.
 
 
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PRIVATE NUMBER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Mysterythriller mit überraschendem Ende für Zuschauer, die gern mitraten wollen. Im Falle von PRIVATE NUMBER wollte Macher LAZRAEL LISON vermutlich schnell noch im Zuge erfolgreicher Geisterfilme Kasse machen, bevor der Trend wieder am Abklingen ist. PRIVATE NUMBER ist trotz überraschender Auflösung einer dieser Gruselfilme, von denen man irgendwie schon zu viele gesehen hat. Der Zuschauer folgt einem verworrenen Rätselplot, der kaum Gruselmomente zu bieten hat. Gänsehaut bleibt aus und die Spannung hält sich auch in Grenzen. Stattdessen liegt der Fokus auf ereignisreiche Detektivarbeit, damit die Ursachen von Spuk und Geistererscheinungen aufgedeckt werden können. Handwerklich ist PRIVATE NUMBER durchaus solide inszeniert und die Schauspieler agieren ordentlich. Dennoch fehlen dem Streifen Drive und die für das Genre obligatorischen (Er)Schreckmomente. Wer eine Leidenschaft für seichte Mysteryfilme besitzt könnte sich durchaus unterhalten fühlen. Dennoch werden auch diejenigen PRIVATE NUMBER schnell vergessen haben, denn Höhepunkte bleiben aus. Ob das letztendlich einen guten Film ausmacht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Wir meinen: lieber den thematisch ähnlichen ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT anschauen. Dort stimmt wenigstens das Verhältnis zwischen Grusel- und Rätselanteil.
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Mysteryfilme gehört, gibt es nicht sonderlich viel Gewalt zu sehen. Bis auf einige Polizeifotos hingerichteter Menschen und einer Traumsequenz in der Held und Küche in Flammen stehen, sucht man nach brutalen Momenten im Film vergebens. Hierzulande wird PRIVATE NUMBER ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes (2014)
 
The Last House on Cemetery Lane (2015)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 


Filmkritik: “Demon Baby” (2014)

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DEMON BABY

(WANDERING ROSE)

Story

 
 
 
Rose (Carina Birrell) und Theo (David Wayman) wollen die kränkelnde Beziehung in den Bergen Schottlands auffrischen. Bis Rose ällmählich dem Wahnsinn verfällt und sich der friedliche Campingausflug zum Albtraum entwickelt.
 
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Kritik

 
 
 
Achtung Mogelpackung im Anmarsch, denn im Falle von DEMON BABY wird der Zuschauer mal wieder äußerst geschickt hinters Licht geführt. Die Filmtitel suggeriert nämlich das, was der Streifen gar nicht ist: teuflischer Okkult-Horror in dem der Leibhaftige wiedergeboren wird. Warum der anfänglich betitelte WANDERING ROSE eine reißerische Umbenennung erhalten musste, wirft Fragen auf. Man darf aber davon ausgehen, dass die Marketingabteilung des Produktionsstudios eine wesentliche Rolle bei der Neukreation des Titels gespielt haben dürfte, um den Film international besser vermarkten zu können.
 
 
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Statt einem teuflischen Kinovergnügen steht psychologischer Horror auf der Tagesordnung. Für den zeichnet einmal mehr jemand Unbekanntes verantwortlich, der erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Filmemachens beginnt zu sammeln. Das ist bei Indie-Horrorfilmen mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr und hat bisher manch unentdecktes Talent zum Vorschein gebracht, das nun für große Studios in Hollywood Kinoerfolge am Fließband fabriziert. Doch kann CORRIE GREENOP legendären Regiegrößen wie SAM RAIMI oder PETER JACKSON das Wasser reichen, denen ebenso kleine Indie-Produktionen die Tür zur Traumwerkstatt geöffnet haben?
 
 
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In seinem ersten Film sind Rose (CARINA BIRRELL) und Theo (DAVID WAYMAN aus NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND) ein unverheiratetes Paar, das im Nordosten Schottland versucht zueinander zu finden. Die Beziehung liegt im Argen und Rose ist im dritten Monat schwanger, so dass die angeschlagene Bindung bei einem gemeinsamen Campingausflug etwas aufgefrischt werden soll. Leider wird das Liebesglück vor unerwartete Herausforderungen gestellt, denn inmitten der Wildnis fühlt sich Rose furchterregenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein geisterhaftes Wesen scheint der verunsicherten Frau auf Schritt und Tritt zu folgen und die Begegnung mit einem Polizisten schürt Misstrauen. Als die werdende Mutter beginnt eine seltsame Paranoia gegenüber der eigenen Schwangerschaft zu entwickeln, kommt es zur Katastrophe.
 
 
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DEMON BABY ist erschütterndes Kopfkino, bei dem sich das Grauen im Kopf des Zuschauers manifestiert. Die mitleiderregende Figur der Rose erlebt im Film eine tragische Verwandlung, die Schuldgefühlen und Ängsten den Weg weist. Regisseur CORRIE GREENOP arbeitet mit Metaphern und Mehrdeutigkeiten – schlüssige Erklärungen werden nicht geliefert und die Vergangenheit der traumatisierten Filmheldin nur spartanisch beleuchtet. Wie sich im Verlauf des Streifens herausstellen wird, hat sich Rose für eine Abtreibung des Kindes entschieden und ist umso überraschter als der nichtsahnende Liebste beim Kuscheln von kleinen Schlägen unter der Bauchdecke seiner Freundin berichtet. Das lässt die Kindsmutter zweifeln, die plötzlich nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann und dem Wahnsinn verfällt.
 
 
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Mit Horror im herkömmlichen Sinne hat DEMON BABY nichts am Hut. Vielmehr verfolgt der Filmfreund den mentalen Abstieg einer jungen Frau, die in der Vergangenheit Schlimmes erlebt haben muss und alles dafür tut, dass der Partner nichts davon erfährt. Rose scheint ein unnatürliches Misstrauen gegenüber dem männlichen Geschlecht aufgebaut zu haben. Hier ist wohl auch der Grund des plötzlichen Schwangerschaftsabbruchs zu suchen. Hat Rose die Treue in ihrer Beziehung nicht ernst genommen oder wurde sie Opfer eines sexuellen Missbrauchs? Eine plausible Erklärung gibt CORRIE GREENOP nicht. Stattdessen spielt er mit Rückblenden und räumt dennoch genug Interpretationsspielraum ein, damit sich der Zuschauer am Ende – trotz überraschendem Twist – ein eigenes Urteil bilden kann.
 
 
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Dass DEMON BABY dann doch tiefgründiger ist, als der reißerische Titel vermuten lässt kommt nicht von Ungefähr. In einem Interview erklärte der Regisseur, dass er ein großer Fan südkoreanischer und japanischen Horrorfilmen ist, die nicht durch Splatter auffallen sondern durch psychologisches Grauen bewegen wollen. Ungewöhnlicherweise zählt er neben asiatischen Genre-Perlen wie THE EYE oder TALE OF TWO SISTERS auch den australischen THE BABADOOK zu seinen Favoriten. Letzterer ist dem Aufbau von DEMON BABY nicht unähnlich, erreicht aber nicht einmal ansatzweise dessen zermürbende Intensität. Wer sich trotzdem mit diesem psychologischen Horrordrama auseinandersetzen möchte, sollte sich nicht von dem auf Horror getrimmten Trailer und dem irreführenden Filmplakat verwirren lassen. Wie schon bei genanntem THE BABADOOK aus dem Jahre 2014 wurde auch das Marketing für DEMON BABY unglücklich geplant, das unheimlichen Geisterhorror verspricht. Leider sucht man Spuk und Gänsehaut im Film vergebens!
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Genrefilm, der sprichwörtlich unter die Haut geht. DEMON BABY ist verstörendes Kopfkino mit tragischem Ausgang vor traumhafter Naturkulisse. Anders als der Titel und das Filmplakat vermuten lassen ist DEMON BABY jedoch kein Film in der Machart des Polanski-Klassikers ROSEMARIES BABY. Vielmehr protokolliert dieses Debütwerk den mentalen Abstieg einer von Schuldgefühlen zerfressenen Frau, die von den Dämonen ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dabei verwendet Regisseur CORRIE GREENOP immer wieder Elemente aus asiatischen Geisterfilmen und legt so falsche Fährten. Die versuchen nicht nur den Zuschauer zu verwirren, sondern auch die scheinschwangere Protagonistin, die bald nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Demzufolge sollte man DEMON BABY (der mit WANDERING ROSE anfänglich einen anderen und weitaus plausibleren Titel besaß) mit dem Wissen sehen, dass es sich hier um keinen waschechten Horrorfilm handelt. Nur mit dieser Erwartungshaltung wird man nicht enttäuscht werden.
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in DEMON BABY nicht zu sehen. Kein Wunder, handelt es sich hier eher um psychologischen Horror der nicht viel Blut zum Verstören benötigt. Die Protagonistin verletzt sich in der Dusche selbst und am Ende gibt es einen unerwarteten Mord zu sehen. Der wird aber nicht explizit gezeigt, denn die Kamera blendet weg. Sollte DEMON BABY hierzulande veröffentlicht werden erhalt er ohne Probleme eine FSK16.
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The Devil Incarnate (2013)
 


Filmkritik: “Hungerford” (2014)

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HUNGERFORD

Story

 
 
 
Die kleine Stadt Hungerford bekommt überraschend Besuch aus dem All und der ist nicht friedlich gestimmt. Kleine gemeine Alienkäfer kriechen in die Körper der Bewohner und funktionieren sie zu aggressiven Killermaschinen um. Zum Glück hat Cowen Rosewell soeben ein Uni-Bewerbungsprojekt gestartet und hält die nächsten sieben Tage auf Film fest. Er nimmt auf, was sich in den Strassen und Gassen der Stadt ereignet. Zusammen mit seinen Freunden sucht er nach der Ursache allen Übels und weiß sich mit Ungezieferspray gegen ungebetenen Besuchern zur Wehr zu setzen.
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Kritik

 
 
 
Eigentlich ist HUNGERFORD ein weiter Found-Footage unter so vielen, wäre da nicht die Tatsache, dass Co-Autor, Hauptdarsteller und Regisseur DREW CASSON gerade einmal 19 Jahre alt ist. Während Gleichaltrige gerade die Schule abzuschließen und versuchen ihren Weg zu finden, hat der Engländer bereits ein souveränen inszeniertes Horrordebüt abgeliefert, das die Möglichkeiten des nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Genres aufzeigt. CASSON hat verstanden wie es geht. Der Found-Footage-Stil ist hier nur Beiwerk. Vielmehr konzentriert er sich auf Geschichte und Figuren, statt die für das Genre beliebten Klischees abzuarbeiten. HUNGERFORD ist zur Abwechslung keine dieser vorhersehbaren Zeiträuber, die bereits erahnen lassen, was passieren wird. Der Film lässt sich Zeit und versorgt den Zuschauer immer nur häppchenweise mit Informationen. Da gibt es zu Beginn eine Explosion zu sehen, die die Menschen in Aufruhr bringt. Später legen Bewohner seltsames Verhalten an den Tag, das auf eine Zombieinvasion schließen lässt. Doch nachdem man seltsame Wundmale im Nacken vermeintlich Infizierter entdecken und daraus riesige Parasiten krabbeln ist klar: die Ursache hierfür ist nicht durch Menschenhand gemacht.
 
 
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Verwirrende Fährten und unerwartete Wendungen. HUNGERFORD zollt Filmen wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN und INVASION VOM MARS Tribut. Findige Zuschauer dürften schnell die vielen Anspielungen an diverse Science-Fiction-Klassiker entdecken. Die wurden mit reichlich Sinn für Ironie in die Handlung integriert, was HUNGERFORD positiv aus der Masse an beliebigen Schüttelfilmen hervorstechen lässt. Für einen Low-Budget-Film agieren zudem die Darsteller äußerst authentisch und erfahren, scheinen sogar des Öfteren zu improvisieren – und das ausnahmsweise richtig gut. Anders als in den meisten amerikanischen Horrorfilmen entsprechen die keinen Stereotypen, sondern benehmen sich nachvollziehbar und sympathisch. Leider hat HUNGERFORD wie so viele ambitionierte Indie-Produktionen ein großes Problem mit dem Kapital. Knapp 20.000 Britische Pfund soll der Streifen gekostet haben. Geld, das wohl nur für einen kleinen Teil der vielen Ideen ausgereicht haben muss. Immer wieder zwängt sich der Gedanke auf, dass mehr möglich gewesen wäre, wenn mehr Budget zur Verfügung gestanden hätte. So mussten viele Spezialeffekte aus dem Boden gestampft werden – gut erkennbar an den Kokons in den Endszenen des Films. Die haben nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Kunst-Spinnennetzen aus dem Halloween-Shop und rauben dem Film die Illusionen.
 
 
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Trotzdem, HUNGERFORD ist ein spannendes Science-Fiction-Spektakel mit wenig Geld, das sich wegen seines knappen Budgets nicht in die Schranken weisen lässt. Das ehrgeizige Projekt ist zwar nicht perfekt besitzt aber das, was vielen Found-Footage-Filmen neueren Datums fehlt: Charme und Unterhaltungswert. Da sieht man gern über einige holprig umgesetzte Spezialeffekte hinweg.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von COLVERFIELD – Schweißtreibender Found-Footage-Wahnsinn der besseren Sorte. Man nehme eine Priese CLOVERFIELD, mische etwas INVASION OF THE BODY SNATCHERS dazu, würze das Ganze mit THE CRAZIES nach und schmecke mit Found-Footage ab. Fertig ist HUNGERFORD – ein weiterer Nachzügler der lukrativen Schüttelfilme, die seit BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY nahezu wöchentlich in die Händlerregale gebracht werden. Im Unterschied zu den meisten desaströsen Schundproduktionen dieser Art ist HUNGERFORD eine seltene Randerscheinung, die ausnahmsweise wirklich sehenswert ist. Regisseur DREW CASSON verrät nämlich nicht zu viel und lässt den Zuschauer im Dunkeln tappen. Der weiß nie mehr als die Protagonisten und folgt den Helden sprichwörtlich auf Schritt und Tritt. Dass der nervende Wackelstil diesmal nicht plakativ zum Einsatz kommt gefällt. Der unliebsame Schüttelgimmick wird dezent eingesetzt und kommt nur sehr selten zum Einsatz, schließlich richtet CASSON das Hauptaugenmerk auf Charaktere und Geschichte, statt HUNGERFORD in Found-Footage-Klischees zu ertränken. Das macht sich bezahlt, denn HUNGERFORD ist einer der wenigen Filme jener Gattung, die so geschickt zusammengeschnippelt wurden, dass man unbedingt wissen will wie es ausgeht. Das Spiel mit der Spannungsschraube beherrscht der erst 19-jährige Regisseur sicher. Da kann man gespannt darauf sein, was der Britte in Zukunft drehen wird, schließlich gehört HUNGERFORD in die Kategorie: Horror-Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Zensur

 
 
 
Für einen Found-Footage-Streifen geht es doch recht blutig zu, wobei gerade gegen Ende einige Köpfe weggeschossen werden – CGI sei Dank. Man darf davon ausgehen, dass HUNGERFORD hierzulande erst für Volljährige geeignet sein wird: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cloverfield (2008)
 
Starship Troopers (1997)
 
Invasion vom Mars (1986)
 
Invasion of the Body Snatchers (1978)
 


Filmkritik: “Mirror Mirror” (1990)

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MIRROR MIRROR

Story

 
 
 
Schon länger ist das Gruselhaus mitten in der amerikanischen Vorstadt unbewohnt. In einer Stube dort steht nämlich ein antiker Spiegel, in dem mindestens ein Dämon steckt. Wenn nicht gar das Böse an sich. Neue Mieter schicken sich an, ein wenig Leben in die verlassene Bude zu bringen. Diese Mieter wären Nervenärztin Susan (die unvergessene Karen Black) und ihre Tochter Megan (Rainbow Harvest – klingt wie eine Spielzeugmarke oder eine Haschischsorte), die im neuen Heim ein wenig Abstand zum bisherigen Leben nehmen wollen. Die Psychiaterin benutzt ihre beruflichen Fähigkeiten sehr unredlich und macht ihrer Tochter die Pubertät ganz fürchterlich schwer. Megan hat’s aber auch unterwegs nicht leicht, wird in der Schule von ihren Mitschülerinnen-Mistviechern deftig gemobbt. Man könnte sie das verhassteste Mädchen der Schule nennen. Zuhause spricht sie dann der Spiegel an und verleiht ihr fiese Kräfte, mit denen sie mit ihrer Mutter und den Pausenhof-Peinigern aufräumt. Es stellt sich die Frage, ob das Böse im Spiegel nicht doch aus Megan kam und der Spiegel nur das tat, was ein Spiegel so tut: Reflektieren.

 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Kritik

 
 
 
Meine Herren! Vier Durchgänge gibt’s von der Spiegelshow. Eine Reihe, „Franchise“, wie man so sagt, die zu den eher obskuren der Horrorfilmgeschichte zählen dürfte. Bis in die frühen Zweitausender hatten leidlich talentierte Regissorios Freude an der Story um das besessene Antikmöbel. Spürbare Veränderungen: Der Grad an harmloser Softerotik wurde von Folge zu Folge höher, der Horrorgehalt wich einer Hinwendung zum Thriller mit okkulten Untertönen. Dazu kamen eben die Einflüsse von seinerzeit beliebten Nackig-Schockern wie BASIC INSTINCT. MIRROR MIRROR, der vorliegende Ersteintrag der Serie ist ein Cocktail aus guten Zutaten, die schon andere Filme zu Erfolg und Liebhaberei von Seiten ihres Publikums führen konnten. Da ist der von finsteren Mächten in Besitz genommene Teil des unangenehmen Hauses. Den hat man direkt aus Tobe Hoopers eigentlich von Spielberg gedrehtem Klassiker POLTERGEIST gelüpft.
 
 
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Der Haupthandlungsfaden, der mit dem getriezten Mädel, das irgendwann die Faxen dicke hat und den zuständigen Teenager-Abschaum plus manipulativer Frau Erziehungsberechtigter erledigt, ist natürlich aus Brian De Palmas Verfilmung von Stephen Kings Debüt CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER „geliehen“. Dazu kommt ein gerüttelt Maß an Slasherfilm-Stimmung, wenn die kleinen Bösewichter einer nach dem anderen auf phantasievolle Weise ins Gras beißen müssen. Diese erwartungsgemäß regelrecht zelebrierten Gewaltszenen sind dann auch stilecht blutig und detailliert, weswegen die Besitzer der alten deutschen Videokassette mit ein paar Zensurschnitten zu leben hatten. Ein leider großes Problem von MIRROR MIRROR ist sein gemächliches Tempo. Bis Megan endlich auf die Kacke haut und den ekelhaften Mitschülern das Fell über die Ohren zieht, vergeht ein ganzes Stündchen Laufzeit. Das ist zuviel, sogar für Zuschauer, die entschleunigte Genreware aus alten Tagen gewohnt sind. Spaßig hingegen ist die Besetzung. Neben Horror-Ikone und Schrottqueen Karen Black läuft William Sanderson auf. Den kennen Fans besonders ruppiger Exploitationfilme aus AUSBRUCH ZUR HÖLLE von 1977, in dem er den entkommenen Zuchthäusler Jesse Lee Kane gibt und im halbimprovisierten Schauspielstil so durchgedreht und rassistisch am Rade dreht, dass er sich heute dafür schämt.
 
 
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MIRROR MIRROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Manchmal etwas zu träger CARRIE-Nachzügler mit tapfer zusammengeklauten Handlungsideen und kurzen, effektiven Splatterszenen. Vielleicht eines der letzten Aufflackermomente des liebgewonnenen Horrorfilmstils der Achtziger Jahre und gar nicht übel – wenn da nicht das arg gemütliche Tempo wäre.
 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Zensur

 
 
 
Glaubt man den Einträgen im Internet, soll die deutsche VHS-Fassung leicht gekürzt gewesen sein. Die nun erhältliche DVD des Anbieters MARITIM PICTURES enthält jedoch trotz des alten FSK-Stickers die ungeschnittene Filmfassung und ist nicht indiziert. Somit können Sammler und Nostalgie-Fans im Kaufhaus bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mirror Mirror; USA 1990

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit alternativem Wendecover. Das besitzt das alte VHS-Motiv.

Extras: Trailer “Mirror Mirror” (2:20 Min.) englisch, Trailer “Devil Dance” (1:50 Min.) englisch

Release-Termin: 27.03.2015

 

Mirror Mirror (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oculus (2013)
 
Mirrors (2007)
 
Mirrors 2 (2010)
 
Dark Mirror (2007)
 


Filmkritik: “Echoes” (2014)

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ECHOES

Story

 
 
 
Eine von Albträumen geplagte Drehbuchautorin wird von einem hartnäckigen Geist verfolgt, der der Leidgeplagten auf nicht sonderlich vertrauenserweckender Weise mitteilen möchte, dass ihm zu Lebzeiten etwas Tragisches passiert ist.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
Nichts ist grausamer, als die Rache einer betrogenen Ehegattin. Weitaus beängstigender ist jedoch die Rache einer betrogenen Ehefrau, die schon längst das Zeitlich gesegnet hat. Rastlose Seelen, denen es nach Vergeltung dürstet sind im Spuk- und Geistergenre längst keine Seltenheit mehr. Dabei sind der Hartnäckigkeit und dem Einfallreichtum verbitterter Geisterwesen keine Grenzen gesetzt, schließlich gehört es mittlerweile auch im Geister-Genre zum guten Ton, wenn der Besuch aus dem Jenseits kreativ und schonungslos bestraft. Klassischer Rache-Spuk von der Stange kommt mit ECHOES in die Heimkinos, der von Autor und Regisseur NILS TIMM fabriziert wurde. Der ambitionierte Regieneuling inszenierte bisher nur Kurzfilme und hat nun endlich seinen ersten Langfilm gedreht, der leider ohne Umwege direkt auf Heimkinomedium ausgewertet wird. Der Grund für die gestrichene Kinoauswertung liegt auf der Hand. Was in ECHOES gezeigt wird, hat man bereits dutzende Male gesehen, will nicht sonderlich fesselnd und dürfte vermutlich auch keinen Originalitätspreis gewinnen.
 
 
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Anna (KATE FRANZÖSISICH) ist erfolgreiche Bloggerin und angehende Drehbuchautorin. Also ihr neues Drehbuch nicht gut vom Studio angenommen wird und erneut von der Autorin umgeschrieben werden soll, schlägt Freund Paul (STEVEN BRAND) vor hinaus in sein Glashaus zu fahren, um fernab von Trubel und Hektik etwas Entspannung zu finden. Für Anna eine gute Gelegenheit etwas Abstand zu gewinnen und neue Ideen zu sammeln. Doch auch im großzügig eingerichteten Luxusanwesen irgendwo in der Wüste kommt die strebsame Schriftstellerin nicht zur Ruhe. Albträume plagen sie und eine höhere Macht scheint ihr auf Schritt und Tritt zu folgen. Als Paul zu einem Geschäftstermin muss und Anna allein in seinem Glaskasten zurücklässt, überschlagen sich die Dinge. Etwas versucht mit der verängstigten Frau Kontakt aufnehmen zu wollen und hinterlässt Botschaften, die bald ein schockierendes Ganzes ergeben.
 
 
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ECHOES bietet klassischen Geisterstoff und versucht mit falschen Fährten für Verwirrung zu stiften. So wird die Protagonistin von einer unsichtbaren Kraft attackiert, quält sich mit seltsamen Albträumen und wird Zeuge unheimlicher Ereignisse für die sie keine rationalen Erklärungen findet. Was die Heldin bis dato noch nicht weiß, ist dem Zuschauer nach einer langen Liste ähnlich gestrickter Gruselstreifen einleuchtend. Ein Geist hat sich an die Fersen von Anna geheftet und er will ihr klar machen, dass ein tragisches Ereignis für seinen Tod verantwortlich ist. Was folgt gleicht einem Detektivspiel, schließlich geben Geister in solchen Machwerken bekanntlich erst dann Ruhe, wenn die Gründe für das frühzeitige Ableben ans Tageslicht kommen. So muss die Heldin tief in der Entstehungsgeschichte des gläsernen Wohnkastens stöbern und ein Puzzle aus Hinweisen rekonstruieren, weil ein zorniger Geist mal wieder nur spuken und nicht Tacheles reden möchte.
 
 
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Für seinen ersten Geisterfilm hat sich NILS TIMM für eine eher ungewöhnliche Kulisse entschieden, die man vermutlich in erster Linie nicht mit Spuk, Rache- und Poltergeistern in Verbindung bringen würde. Bis in staubige Wüstenlandschaft verfolgt Heldin Anna das Grauen, das sogar bei Tag nichts unversucht lässt, um die Protagonistin mit Rätseln zu verwirren. Die Suche nach Antworten erfolgt dabei nach bekanntem Muster. Anfängliche Visionen, Wahnvorstellungen und nichterklärbare Ereignisse münden in Besessenheit. Der Geist schlüpft in Anna und rächt sich durch die Hand der unwissenden Autorin. Aufgrund der vorhersehbaren Handlung nicht sonderlich interessant, wagt der Film keine Experimente, sondern orientiert sich beim Gruselkonzept vornehmlich an den Regeln konventionell gestrickter Mystery-Thriller in denen übernatürliche Dinge eine wesentliche Rolle spielen. Demzufolge bietet ECHOES nichts Neues und erinnert in der Machart an Filme wie ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT oder SCHATTEN DER WAHRHEIT. Im Gegensatz zum Erstling aus der Mache von NILS TIMM konnten genannte Horror-Thriller mit Suspense und Gänsehaut überzeugen. Zutaten, die im hier besprochenen ECHOES schmerzlich vermisst werden.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Rätselraten mit überraschenden Wendungen. ECHOES ist klassischer Geisterspuk vor außergewöhnlicher Kulisse, dem es jedoch an Phantasie mangelt. Wer schon einige Geisterfilme auf dem Bildschirm hatte, dürfte allmählich erkannt haben, dass Geister den Lebenden meist Botschaften überbringen und von ihrem plötzlichen Ableben berichten wollen. Nichts anderes erzählt die Geschichte dieses immerhin handwerklich souverän inszenierten Debüts. Der Zuschauer begleitet in ECHOES eine verwirrte Heldin, die aus diversen Puzzleteilen ein tragisches Ereignis rekonstruiert, das die Grundlage für seichten Geister-Rachestoff bietet. Kein überragendes Meisterwerk. Dafür bietet ECHOES zumindest Mystery-Fans kurzweilige 90 Minuten Schauerunterhaltung. Leider werden all jene mit diesem teils vorhersehbaren Gruselfilm nichts anfangen können, die bisher schon einige Geisterfilme im Heimkino gesehen haben. Neue Ideen sucht man in ECHOES vergebens, was für Kenner des Geister-Genres schnell langweilig werden könnte.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
ECHOES ist subtiler Mystery-Thriller in dem nicht viele Grausamkeiten gezeigt werden. Einem Charakter werden die Augen ausgedrückt. In einer anderen Szene sehen wir wie ein schlafender Protagonist mit einem Messer von der besessenen Anna erstochen wird. Insofern der Film in Deutschland ausgewertet wird, dürfte er ohne Probleme die FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren passieren.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Nightlight (2015)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 


Filmkritik: “Nightlight” (2015)

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NIGHTLIGHT

Story

 
 
 
Fünf Kids spielen in einem geheimnisvollen Wald ein dummes Taschenlampenspiel und erzählen sich gruselige Geistergeschichten, ums sich gegenseitig Angst einzujagen. Dass um den Ort unheimliche Legenden ranken stört die Teenager nicht. Alles läuft nach Plan, bis die Mutprobe außer Kontrolle gerät und die Freunde um ihr Leben fürchten müssen …
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Kritik

 
 
 
Es ist wieder Zeit für einen Verriss und wer regelmäßig bei FILMCHECKER vorbeischaut, dürfte vermutlich schon ahnen zu welcher Sorte Film der hier besprochene NIGHTLIGHT gehört. Found-Footage heißt die Filmplage, die sich seit den Erfolgen von BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY wie ein Parasit durch die Horrorlandschaft frisst. Ende der 90er wurde das polarisierende Subgenre Dank innovativer Ideen aus der Versenkung geborgen – mittlerweile hat die Geldgeilheit Dollar-fixierter Produzenten dazu beigetragen, dass Found-Footage kaum noch zu ertragen ist. Keine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein weiterer dieser immer wieder gleich gestrickten Filme in die Läden gebracht wird, die mit schlecht ausgeleuchteten Bildern und unerträglichem Kameragewackel Zuschauern den Nerv rauben wollen. NIGHTLIGHT macht da keine Ausnahme. Die Regisseure SCOTT BECK und BRYAN WOODS stecken hinter diesem cineastischen Fiasko, für das sie hoffentlich in der Hölle schmoren werden, schließlich verläuft ihr konfuser NIGHTLIGHT nach dem bekannten Aufbau üblicher für Found-Footage-Ware und lässt erwartungsgemäß Originalität missen. LIONSGATE hat sich in den Staaten die Rechte an der Vermarktung des Rohrkrepierers gesichert und scheint mal wieder kein gutes Händchen bei der Filmauswahl gehabt zu haben. Überhaupt holt das einst für sehenswerte Schocker berüchtigte Medienunternehmen kaum noch gute Horrorstreifen ins Programm. Bis auf JESSABELLE und EXISTS (auch eines dieser Wackelcam-Movies) waren in den letzten Monaten keinen nennenswerten Grusler am Start, die es hätten verdient gesehen zu werden.
 
 
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Fünf nervige Kids stehen diesmal auf der Todesliste. Die verschlägt es in ein abgelegenes Waldgebiet, über das viele gruselige Legenden ranken. Vor einigen Wochen hat sich hier ein Mitschüler das Leben genommen. Für die Freunde ein Grund mehr das unheimliche Areal bei Nacht mit Taschenlampen genauer unter die Lupe zu nehmen. Leider wird schnell klar, dass die nächtliche Erkundungstour mit den mitgebrachten Taschenlampen keine so gute Idee gewesen ist. Aus der harmlosen Mutprobe entwickelt sich ein furchterregender Kampf ums Überleben, der für die Teenager erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen wird. Eine verbitterte Gestalt hat sich an die Fersen der Kids geheftet und will jetzt mit den Freunden ein grausames Spiel spielen, das leider nur einen Sieger kennt: den Tod.
 
 
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Willkommen in der Welt paranormaler Ereignisse und Epilepsie verursachendem Kamerageschüttels, für das die meisten Zuschauer nach gefühlt tausend ähnlicher Filme nur noch ein lauthalses Gähnen übrig haben. Nach einer Welle an mal mehr aber oft weniger gelungenen Found-Footage-Produktionen scheint für viele Liebhaber des phantastischen Films das Maß gestrichen voll zu sein. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach am Beispiel NIGHTLIGHT erkennen. Der in der Egoansicht gedreht Schauertrip vereint nämlich all jene Regeln gängiger Wackelkamera-Heuler, die dem Zuschauer allmählich die Lust am Schauen von Horrorfilmen nehmen. Hier wird die gesamte Laufzeit planlos durch Wald und Wiesen gehetzt, gekreischt, gewimmert und um Vergebung gebettelt. Dabei wäre die rettende Lösung doch so einfach gewesen. Rückzug lautet das Zauberwort, das den einfältigen Protagonisten hätte den Hintern retten können. Stattdessen bekommen es die Kids mit der Angst zu tun und flüchten vor einer übernatürlichen Bedrohung immer tiefer in den Wald hinein, um in einer nicht sonderlich einladenden Kirche Zuflucht zu suchen. In NIGHTLIGHT ist alles wie gehabt. Ob plötzlich vor der Kamera auftauchende Kreaturen, ausufernde Schüttelattacken oder plötzlich eintretende Bildausfälle; kaum eine Idee ist neu, außer vielleicht die, dass die Geschehnisse diesmal aus der Sicht einer Taschenlampe erzählt werden. Die purzelt ins Wasser, rammt gegen Steine und fällt Klippen hinunter – freilich ohne dabei zu zerspringen. Mit Logik tut sich NIGHTLIGHT schwer. Aber auch ein Spannungsbogen lässt sich nicht finden. Der wird von den sinnfreien Interaktionen der unsympathischen Filmfiguren im Keim erstickt, die sich teils so unfreiwillig komisch verhalten, dass man ihnen einen möglichst schnellen Tod wünscht. NIGHTLIGHT wurde für ein jugendliches Kinopublikum konzipiert, das sich mit dem Nötigen zufrieden gibt und kaum Horrorweitblick besitzt. Demzufolge sollten alteingesessene Horrorfans lieber Abstand halten, ist doch jede Filmsekunde in NIGHTLIGHT vergeudete Lebenszeit.
 
 
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NIGHTLIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach Filmen wie NIGHTLIGHT weiß man: Found-Footage hat die besten Zeiten längst hinter sich gelassen. Abermals gibt es einen überraschungsarmen Streifen in Egoansicht und Wackeleffekten zu sehen, der in seiner Machart so ausgelutscht ist, wie das Subgenre selbst. Neue Ideen sind hier Mangelware, denn NIGHTLIGHT setzt sich aus all jenen Klischees zusammen, die das Found-Footage-Genre so berüchtigt gemacht haben. Dazu gehört natürlich konfuses Kameragewackel genauso, wie eine nicht enden wollende Hetzjagd durch Wald und Gestrüpp bei der minutenlang Waldboden gefilmt werden muss. Das ist keineswegs spannend, auch wenn die Macher SCOTT BECK und BRYAN WOODS leidlich darum bemüht sind ihre Schlaftablette um reißerische Schreckeffekte zu bereichern. Wer sich 80-minütigen Irrlauf sparen und dennoch mitreden möchte, sollte sich den Trailer anschauen. Die besten Szenen bekommt man dort im Schnelldurchlauf zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Zensur

 
 
 
Eine Glasscherbe wird in einen Hals gerammt und einige Kids sausen die Klippen eines Felsens herab. Außerdem knirschen ein paar Knochen im Off. Mehr an Gewalt gibt es nicht zu sehen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Halloween (2013)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 
Grave Encounter 2 (2012)
 


Filmkritik: “Spring” (2014)

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SPRING

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl “schönsten” Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gibt’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)
 


Filmkritik: “The Hybrid” (2014)

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THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
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Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
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Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
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THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem “Keine Jugendfreigabe”-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 


Filmkritik: “Clown” (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans “böser” Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich dürfte das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem kann man davon ausgehen das der Film ungeschnitten in Deutschland erscheinen wird: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 


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