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Filmkritik: „Devil’s Gate“ (2017)

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DEVIL’S GATE

Story

 
 
 
Auf einer unheimlichen Farm passieren seltsame Dinge. Was die Polizei dort jedoch findet, geht weit über rationalen Menschenverstand hinaus.

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Kritik

 
 
 
Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Film von Festival zu Festival gereicht wird? Nicht selten steckt dahinter Kalkül. Viele Festival-Initiatoren zeigen sehenswerte Filme, um möglichst viele Besucher in die Vorstellungen locken zu können. Aber das Einreichen von Filmen kann auch einem anderen Zweck dienen. So kann es gut sein, dass Filme keinen Verleih finden und daher so lange auf diversen Festivals ihr Dasein fristen bis sich endlich ein Einkäufer findet. Im Falle von DEVIL’S GATE können wir aber Entwarnung geben. Auch dieser Streifen wurde auf einschlägigen Veranstaltungen wie dem FRIGHTFEST oder dem TRIBECA FILMFESTIVAL aufgeführt, vermutlich aber nicht mit dem Hintergrund unbedingt ein Käufer für die Heimkinoauswertung zu finden. Diesen dürfte erwähnter Indie-Horror ohnehin schnell gefunden haben, denn DEVIL’S GATE ist weit weg von schlecht und bringt gute Horrorunterhaltung ins gemütliche Wohnzimmer. Darauf dürfen sich Genre-Fans freuen.
 
 
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Was ist denn hier nicht in Ordnung? Das denkt sich auch FBI-Agentin Daria Francis (AMANDA SCHULL). Die muss sich im ländlichen Amerika mit einem Fall beschäftigen, der viele Fragen aufwirft. Im Fokus der Ermittlungen steht Familienvater Jackson Pritchard (MILO VENTIMIGLIA aus STATIC und KISS OF THE DAMNED). Seit einer Ewigkeit sind nämlich dessen Frau und der gemeinsame Sohn verschwunden. Man glaubt an Mord. Doch der ortsansässige Sheriff Conrad ‚Colt‘ Salter (SHAWN ASHMORE aus HATCHET 2 und FROZEN) kennt den Beschuldigten seit der Kindheit persönlich und vermutet andere Ursachen. Grund genug sich auf der heruntergekommenen Ranch besagter Familie umzuschauen. Dort stößt man auf das verstörte Familienoberhaupt, das über den Besuch der Gesetzeshüter so gar nicht erfreut ist. Offenbart versucht er die Farm vor etwas zu beschützen, das es mit der Familie nicht sonderlich gut meint. Und in der Tat. Im Keller erhält man erste Hinweise. Dort haust in einem Käfig ein Wesen, das keinesfalls menschlich ist. Da stellt sich glatt die Frage, was in diesem Heim nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Antwort darauf sucht man in dieser Kritik vergebens. Jeder noch so kleine Spoiler raubt nämlich DEVIL’S GATE die Spannung.
 
 
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Eine abgelegene Farm, bedrohliche Wolken, ein religiöser Fanatiker und der Teufel im Titel. Dieser Film muss mit dem Okkulten zu tun haben, was wohl das Interesse eines Exorzisten auf den Plan rufen dürfte, der hier mit Weihwasser und Kruzifix zu Tate schreiten muss. Überraschenderweise macht Regisseur CLAY STAUB alles anderes. DEVIL’S GATE ist im anderen Subgenre Zuhause und treibt mit unerwarteten Handlungsverläufen die Spannung voran. Leider beinhaltet der Streifen viele Rätsel und überraschende Wendungen, was es an dieser Stelle schwer macht den Film zu rezensieren. Jede Information zu viel zerstört den nicht uninteressanten Plot, der hier immer nur knappe Hinweise darüber liefert, was letztendlich des Pudels Kern ist. Der Zuschauer wird stets häppchenweise mit Antworten versorgt, die am Ende ein rundes Ganzes ergeben. Erst dort macht der Mystery-Plot Sinn und verinnerlicht einmal mehr, dass selbst bekannte Geschichten immer noch gut funktionieren, wenn man sie in einem unvorhersehbaren Drehbuch niederschreibt, das nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt. Dass die erste eigene Arbeit von Regisseur CLAY STAUB eine atmosphärische wie spannende Glanznummer geworden ist, scheint nicht von ungefähr zu kommen. Der Macher war nämlich zuvor an einigen Horror-Produktionen beteiligt, bei denen er wohl das Einmaleins des Angstmachens studiert hat. So stand er als Regisseur der zweiten Unit an der Neuverfilmung des Kultstreifens DAWN OF THE DEAD und dem Prequel zu Carpenters THE THING zur Seite. Immerhin erfolgreiche Filme, die besser waren, als die meisten Neuinterpretationen geliebter Kultklassiker. Qualitativ bleibt Macher CLAY STAUB zumindest seinem Kurs treu. DEVIL’S GATE kann sich sehen lassen und dürfte Freunde unabhängigen Gruselkinos bestens unterhalten. Dank guter (aus TV-Serien bekannter) Schauspieler, professionell getrickster Kreaturen-Effekte und durchdachter Erzählweise ist aus diesem kleinen Grusel-Indie definitiv ein Geheimtipp geworden. Sollte man sich auf die Filmliste setzen.
 
 
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DEVIL’S GATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bedrohlich-düsteres Indie-Kino, das sich nicht gleich durchschauen lässt und bis zum Ende fesselt. DEVIL’S GATE gelingt das Kunststück, welches immer wenigeren unabhängig produzierten Horrorfilmen gelingt. Der Streifen erzählt eine Geschichte, die schnell in den Bann zieht und von der man unbedingt wissen will, wie sie ausgeht. Grund hierfür: Man hat sich beim Verfassen des Drehbuchs Gedanken gemacht und an einem Plot gebastelt, der den Zuschauer anfangs versucht in die Irre zu führen. Wohin die Reise wohl gehen wird? Das bleibt bis zur Hälfte ungewiss. Ein guter Schachzug, um das Publikum bei Laune zu halten. Offenbar war im Falle von DEVIL’S GATE jemand am Regler, der selbst Horrorfan ist und weiß, was Genre-Fans wollen. Letztere dürstet es nach spannenden Geschichten, die gute Unterhaltung versprechen. Das ist Regisseur CLAY STAUB definitiv gelungen. Der zitiert hier Altmeister wie JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER. Die permanent bedrohliche Kulisse tut da ihr Übriges. Essentiell für einen Horrorfilm. Dieser Mysterythriller ist zweifelsohne sehenswert. Bitte mehr von diesen kleinen, qualitativen Low-Budget-Schockern.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt zeigt DEVIL’S GATE nicht. Ein Mann wird von einer Bärenfalle zerquetscht, Ein Bein wird mit einem metallischen Gegenstand durchbohrt, der Brustkorb eines Protagonisten wird aufgerissen und ein Gesicht wird ebenfalls weggeschossen. Hierzulande dürfte eine FSK16 drin sein.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Extraterrestrial (2014)
 
The Recall (2017)
 
Dark Skies – Sie sind unter uns (2013)
 

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Filmreview: „Kiss of the Damned“ (2012)

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KISS OF THE DAMNED

Story

 
 
 
Wenn Zwei sich lieben, ärgert das die Dritte. Djuna ist Blutsaugerin, verliebt sich in Paolo und macht ihn zum Vampir. Alles hätte so schön werden können, wäre da nicht Djunas kleine Schwester, die einfach nie auf das hören will, was die Große ihr sagt …
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Das waren noch Zeiten, als Eurohorror die Kinos unsicher machte und sich vor allem Vampire aus Großbritannien, Frankreich oder Italien von den oftmals eher züchtigen amerikanischen Blutsaugern abzuheben verstanden. In den 60er und 70er Jahren verging kein Jahr ohne Vampirfilm, wobei europäische Regisseure wie JESS FRANCO und HARRY KÜMEL versuchten dem angestaubten Vampirthema durch Beigabe von Sex und Gewalt neues Leben einzuhauchen. Regie-Neuling XAN CASSAVETES hatte schon immer eine Vorliebe für europäische Filme. Besonders jedoch haben sie die Werke von BERNARDO BERTOLUCCI und JEAN ROLLIN geprägt. Letzterer hatte Ende der 60er den französischen Vampirfilm LE VIOL DU VAMPIRE gedreht und rasch den Ruf des Schmuddel-Vampirfilm-Machers weg, weil sich in seinen Streifen bevorzugt schöne Frauen textilfrei vor der Kamera räkelten. Nicht wesentlich anders geht es in CASSAVETES Erstling KISS OF THE DAMNED zu. Drehbuchautorin, Regisseurin und Tochter des legendären JOHN CASSAVETES (Darsteller in ROSEMARY’S BABY oder TEUFELSKREIS ALPHA) hat sich recht unverfroren bei Klassikern wie Jess Francos ENTFESSELTE BEGIERDE (1973) und Tony Scotts THE HUNGER (1983) bedient. Schenkt man diversen Interviews Glauben, gehört VAMPYROS LESBOS (1971) zu einem der absoluten Lieblinsfilme der Newcomerin, die nun mit fast 50 Lenzen ihren ersten eigenen Film gemacht hat, der sich mit einer Mischung aus Erotikfilm und Vampirmythos vor den Euro-Trashern der 70er verbeugen möchte. Wie in genannten Schmuddelfilmchen wird auch in KISS OF THE DAMNED die erotische Anziehungskraft der Frau in den Mittelpunkt gerückt, schließlich gibt es kein Genre innerhalb des Phantastischen Films, das so sehr prädestiniert ist, Erotik mit Grusel zu verbinden wie der Vampirfilm.
 
Djuna (JOSEPHINE DE LA BAUME) trifft die Liebe ihres Leben in einer Videothek. Beim Stöbern durch die Filmregale lernt sie den attraktiven Drehbuchautoren Paolo (MILO VENTIMIGLIA) kennen, der den Reizen der mysteriösen Schönheit nicht widerstehen kann. Die beiden landen wenig später in der Kiste, wo der liebeshungrige Schönling mit dem Geheimnis seines Betthäschens konfrontiert wird. Djuna ist eine Vampirin, die zurückgezogen in einer Villa auf dem Land lebt und sich vom Blut wilder Tiere ernähren muss. Im Liebesrausch beißt die begehrenswerten Djuna den adretten Fremden, der fortan als Vampir an ihrer Seite lebt. Das Liebesglück scheint nahezu perfekt, wäre da nicht Djunas Schwester Mimi (ROXANE MESQUIDA), die den Turteltauben gleich mal die Freunde am Verliebtsein vermiesen muss. Sie quartiert sich in der abgelegenen Villa ein und streift nachts durch die Straßen der Großstadt, um ihren Durst nach Menschenblut zu stillen. Anders als die große Schwester will sich die rebellische Mimi nicht den Dogmen der Vampirgesellschaft unterwerfen, was Konflikte unter den Geschwistern schürt.
 
Satte Schwarz- und Blautöne treffen auf kräftiges Rot, das den weiblichen Blutsaugern vor allem gegen Ende ganz ungeniert aus den Mündern tropft. KISS OF THE DAMNED schaut wirklich über jeden Zweifel erhaben aus und schafft es, einen gewissen, künstlerischen Anspruch zurück ins Genre zu bringen. Der Zuschauer folgt langsamen Kamerafahrten und akkurat ausgeleuchtete Bildern, die von abwechslungsreichen Klängen begleitet werden. Mal lauscht der Zuschauer klassischen Tönen, die das romantische Schauern auf anspruchsvolle Weise unterstreichen; in einer anderen Szene sind es hämmernde Elektroklänge, die Erotik und Eleganz trefflich miteinander zu verknüpfen wissen. Optisch wird in KISS OF THE DAMNED einiges geboten, was nicht ausschließlich allein an den schönen Damen im Film liegen mag, die des Öfteren zur Freude des männlichen Horrorfans die Hüllen fallen lassen. KISS OF THE DAMNED ist definitiv ein Traum für die Sinne, was im Digitalzeitalter schon eine kleine Seltenheit darstellt, haben doch die Mehrzahl der letzten Horrorstreifen vornehmlich durch billigen Videolook, schlechte Effekte und geistlose Dramaturgie geglänzt. Regisseurin XAN CASSAVETES macht den Vampir-Klassikern alle Ehre und schafft es, zumindest atmosphärisch an die alten Kultschinken anzuknüpfen, vergisst jedoch bei soviel Liebe zum Old School, der Geschichte angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Die ist im Falle von KISS OF THE DAMNED schon etwas sehr dünn und arg trivial gestrickt, denn bis auf reichhaltig gekünstelt wirkender Erotik und einem vorhersehbaren Konflikt zwischen den Schwestern untereinander findet in dieser charmant gemeinten Blutsauger-Hommage kaum etwas Nennenswertes statt. Selbst die für das Filmthema obligatorischen Beißattacken sind überschaubar und werden ziemlich zurückhaltend eingesetzt. Zieht man ähnliche Vertreter aus letzter Zeit zum Vergleich heran, macht KISS OF THE DAMNED mit seinem nahezu kaum vorhandenen Härtegrad eine mehr als bescheidene Figur. Unterm Strich bleibt ein wirklich schön eingefangener Film, der visuell und akustisch vielen aktuellen Horrorfilmen weit voraus ist. Sieht man jedoch von der kunstvollen Umsetzung ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was sich dem Zuschauer nennenswert ins Gedächtnis brennen dürfte. Daher sei KISS OF THE DAMNED nur den Filmfans empfohlen, die für rund 90 Minuten in Erinnerungen schwelgen möchten und sich auf eine Zeitreise begeben wollen zu einer Dekade, in der man in Vampirstreifen mehr Haut als Horror zu sehen bekam.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine optisch beeindruckende Verbeugung vor den ganz Großen erotischen Vampirstreifen der 60er und 70er Jahre. KISS OF THE DAMNED schaut einfach fabelhaft aus, was vor allem deshalb überrascht, weil es sich hier um ein Regiedebüt handelt. Leider kann im Falle von KISS OF THE DAMNED selbst die schönste Optik nicht vom mageren Inhalt ablenken. Regisseurin XAN CASSAVETES hat nicht nur den Film gedreht, sondern auch gleich das Drehbuch verfasst. Leider wurde die Geschichte über Liebe und Intrigen geradezu künstlich auf Spielfilmlänge aufgebläht und erinnert nicht selten an schlimmstes Seifenoper-TV der Privatsender. Ärgerlich, dass hier nicht mit mehr Sorgsam an der Handlung gefeilt wurde, denn hätte CASSAVETES weniger Zeit an der Optik und dafür mehr in die Story investiert, hätte aus KISS OF THE DAMNED ein absoluter Kultkandidat werden können. So bleibt das Debüt weit hinter den Erwartungen zurück und beschert dem Zuschauer gerade einmal 90 prickelnde Minuten mit zwei durchaus schmucken Schönheiten, die ab und an nackt durch die Kamera huschen dürfen – mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
Brutal ist KISS OF THE DAMNED keineswegs. Am Ende werden ganz zaghaft einige Unwissende ausgesaugt. Ansonsten gibt es die üblichen Bisswunden zu sehen. In Deutschland wird der Streifen ungeschnitten mit FSK16 veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
KISS OF THE DAMNED-Blu-ray

(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kiss of the Damned; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Liebesfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Autorin und Regisseurin Alexandra Cassavetes, Interviews mit Schauspielerin Joséphine de La Baume und Roxane Mesquida und dem Schauspieler Milo Ventimiglia, Kinotrailer

Release-Termin: 25.04.2014

 
 
 

Kiss of the Damned [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyros Lesbos (1971)
 
Circus der Vampire (1972)
 
Draculas Hexenjagd (1972)
 
Bram Stoker’s Dracula (1992)
 


Filmreview: „Static – Bewegungslos“ (2012)

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STATIC – BEWEGUNGSLOS

Story

 
 
 
Mit dem plötzlichen Tod ihres kleinen Sohnes verändert sich das Leben des Schriftstellers JONATHAN und seine Frau ADDIE schlagartig. Trauer überschattet den Alltag. Keine Minute vergeht, ohne das sich die kleine Familie nicht an den Schicksalsschlag zurückerinnert sieht. Eines Abends klopft es energisch an der Türe und eine unbekannte Frau bittet das Paar um Hilfe. Mit Gasmasken vermummte Gestalten trachten nach dem Wohl der Fremden, so dass ihr JONATHAN und ADDIE bis zum nächsten Morgen Unterschlupf in den sicheren vier Wänden bieten. Doch die mysteriösen Männer verschaffen sich Zugang in das Haus des Schriftstellers und beginnen ein unangenehmes Katz- und Mausspiel mit den verschreckten Bewohnern …
 
 
 


 
 
 

STATIC – Kritik

 
 
 
Einmal mehr wird das Horror-Genre das Mekka für unerfahrene Filmemacher, die sich nach Lust und Laune kreativ ausprobieren können und dabei sogar nicht selten noch Filme schaffen, die sich von der breiten Masse dummer Mainstreamware abzuheben wissen. Mit einfachen Mitteln werden Gruselfilmchen produziert, die aus dem minimalem Budget das Maximum herauszukitzeln versuchen und es oftmals vortrefflich verstehen, denn Zuschauer mittels gemeiner Schocks und bluttriefendem Splatter das Fürchten zu lehren. Inzwischen legendäre Filmemacher wie SAM RAIMI, PETER JACKSON oder JOHN CARPENTER haben es eindrucksvoll vorgemacht und ihren Einstand mit kleinen Indie-Werken (u.a. DARK STAR, EVIL DEAD, BAD TASTE) gegeben, die ihnen den Weg für eine vielversprechende Karriere geebnet haben.
 
Der kommende Mystery Thriller STATIC – BEWEGUNGSLOS lässt ebenfalls auf Großes hoffen. Auch hier handelt es sich um das günstig gedrehte Erstlingswerk eines noch unbekannten Regie-Debütanten, der sich bisher durch Musikvideos hervorgetan hat und sich nun mit seinem ersten Low-Budget-Beitrag auch auf dem Spielfilmmarkt behaupten möchte. TODD LEVIN geht hierbei einen arg unkonventionellen Weg. Statt sich hier in einem munteren Blutbad zu ergehen, um die Aufmerksamkeit interessierter Horrorfilmfans für sich zu gewinnen, hat LEVIN sich bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm für die subtilere Variante entschieden. Gemeinen Mord und Totschlag sucht man hier vergebens. In STATIC zählen vorwiegend die leisen Töne und eine konsequent atmosphärische und ruhige Inszenierung, die sich zwar viel Zeit für ihre wenigen Figuren nimmt aber nicht darauf verzichtet, diese wenig später durch die Filmhölle gehen zu lassen. Schauspieler MILO VENTIMIGLIA (HEROES) spielt den gebeutelten Familienvater beeindruckend zermürbt und konnte bereits im Endzeit Thriller THE DIVIDE eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass er nicht nur den charmanten Burschen von nebenan mimen kann, sondern durchaus das Potenzial besitzt, fiesere und gemeine Rollen zu spielen. Ihm zur Seite steht Serien-Sternchen SARAH SHAHI (DAWSON´S CREEK, SUPERNATURAL, DAMAGES) als qualvoll leidende Mutter, die mit ihrem dauer-verängstigten Hundeblick auch den Grundton der Geschichte prägt. STATIC wird so von einer ziemlich depressiven und stark beunruhigenden Stimmung begleitet, die den Verlust des geliebten Kindes allgegenwärtig macht und die kleine Familie reinste Höllenqualen durchleiden lässt.
 
Erst nachdem Nachbarin RACHEL (SARAH PAXTON – THE INKEEPERS) an der Haustür klopft und um Hilfe bittet, da sie vermeintlich von Gasmasken-tragenden Fremden verfolgt wird und dringend Unterschlupf bis zum Morgen benötigt, wird der Film aus seiner Trauer-Lethargie gerissen und kommt allmählich in Fahrt. Einerseits hegt die Familie Misstrauen gegenüber der etwas seltsam anmutenden Unbekannten, andererseits bahnen sich wenig später jene maskierten Männer ihren Weg ins Haus und entführen die fragile RACHEL. Durch den Wandel vom erschütternden Drama zum hektisch geschnittenen Home-Invasion-Thriller gewinnt STATIC enorm an Tempo, was sich auch anhand der Spannungsschraube rasch bemerkbar macht, die im Verlauf der Handlung immer fester gezogen wird und den Zuschauer bis zum erlösenden Ende im Unklaren lässt, welche Intentionen die Eindringlinge den nun überhaupt hegen. Hierbei gelingt es Neuregisseur TODD LEVIN erstaunlich souverän, den Filmfan mit allerlei raffinierten Wendungen zu verwirren, was auch gut funktioniert und den überraschenden Schlusstwist so ziemlich unvorhersehbar gestaltet. Mehr über den handwerklich soliden und packend umgesetzten Thriller zu verraten, wäre dem interessierten Zuschauer gegenüber unfair.
 
Ein Million Dollar soll STATIC – BEWEGUNGSLOS gekostet haben. Eine Investition, die sich durchaus gelohnt hat. Auch wenn LEVIN kaum Budget zur Verfügung gestanden hat, um seine kleine, wendungsreiche Geschichte so effektiv wie möglich zu erzählen, überrascht dennoch, wie selbstsicher das Stück Zelluloid in Szene gesetzt wurde. Spannend ist STATIC allemal, wobei die hier bebilderte Umsetzung der Bezeichnung „Horrorfilm“ nur bedingt gerecht werden möchte. Mit modernem Terrorkino a la KIDNAPPED, HOME SWEET HOME oder gar FUNNY GAMES hat STATIC – BEWEGUNGSLOS kaum etwas gemein. Hier hält der Genre-Fan einen kleines, trauriges Mystery-Drama in Händen, das mit schön düsteren Bildern bestückt wurde und mit wirklich guten schauspielerischen Leistungen brillieren kann. Trotz aller Lobeshymnen mag man dann dennoch irgendwie nicht so recht verstehen wollen, warum STATIC – BEWEGUNGSLOS eigentlich anfänglich als kassenträchtiges 3D-Filmchen konzipiert wurde. Das mag zwar bei schön reißerisch und effekthascherisch umgesetzter Dutzendware funktionieren; das dreidimensionale Kino-Gimmick wirkt im Falle von STATIC schon irgendwie arg erzwungen. Nichtsdestotrotz ist STATIC 3D (so der Ursprungstitel) natürlich auch in seiner räumlichen Darstellung ein erstaunlich sehenswerter Beitrag, der sich vom blutigen und gewaltgeilen Splatter-Nonsens der letzten Monate positiv abzuheben versteht.
 
 
 


 
 
 

STATIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zermürbendes Home-Invasion-Drama mit unvorhersehbaren Wendungen und brillanten darstellerischen Leistungen. Pflichtprogramm für Freunde mysteriöser Gruselschocker!
 
 
 


 
 
 

STATIC – Zensur

 
 
 
Es handelt sich hier um ein eher zermürbendes Drama mit Home-Invasion-Elementen. Blut fliesst hier bis auf eine kleine Einschusswunde keines, so dass der Film in Deutschland frei ab 16 Jahren ist.
 
 
 


 
 
 

STATIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sunfilm / Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Static; USA 2012

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 7.1), Englisch (DTS-HD MA 7.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 03.04.2014

 
 
 
STATIC – BEWEGUNGSLOS wird in zwei verschiedenen Blu-ray-Veröffentlichungen in den Handel gebracht. Neben der 2D-Veriante gibt es auch noch eine 3D-Disc inklusive 2D-Fassung. Wer über das nötige Equipment verfügt, sollte nach der dreidimensionalen Filmfassung Ausschau halten.
 
 
 

Static – Bewegungslos [Blu-ray]

 

Static – Bewegungslos [3D Blu-ray + 2D Version]

 
 
 


 
 
 

STATIC – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2012)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Them (2006)