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Filmkritik: „Spuk am Lagerfeuer“ (1990)

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SPUK AM LAGERFEUER

(GRIM PRAIRIE TALES)

Story

 
 
 

So direkt am Lagerfeuer spukt es nicht wirklich. Im gesponnenen Cowboy-Garn (ähem…) allerdings schon. Wenn man diese Bilder aus den Tiefen der Americana-Folklore kennt, müssen schon Generationen von Menschen am muckelig-warmen Campfire gesessen haben um ihrem jeweiligen Gegenüber die Schweißperlen der Furcht unters Mützchen zu zaubern. Hier sind´s die Westmänner James Earl Jones und Brad Dourif, die sich mit vier gar schaurigen Stories die Nacht um die Ohren hauen. Da geht es um den Trip einer Frau durch die Wüste, oder die missliche Lage eines Fallenstellers auf einem Indianerfriedhof. Alles natürlich einhundert Prozent wahr und stimmig.


 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Kritik

 
 
 
Schöne Ideen, tolles Setting und eine erstklassige Besetzung obendrein. Wo kam 1990 die Kohle her, einen, wie der Hammer/Amicus-Liebhaber sagt, Omnibus-Horrorfilm im Cowboy-Setting zu realisieren? Ehrlich, James Earl Jones und Brad Dourif nur fürs Rahmengeflecht der erzählenden Frontiersmen? Möglicherweise unter Zuhilfenahme amerikanischer Fernsehgelder entstanden, entführt uns SPUK AM LAGERFEUER ins Herz der vielleicht staubigsten Western Gothic Fiction der Filmgeschichte. Ohnehin interessant, bedenkt man, dass allein in den letzten drei Jahren hervorragende US-Bücher zum Phänomen des übernatürlichen Westernfilms erschienen sind, man hierzulande aber selbst als Super-Filmfan oder herber gestrickter Allesglotzer nur ein paar versprengte Beispiele in deutscher Synchro aufzählen kann. Noch am ehesten im Rahmen ebenfalls als Anthologie konzipierter Prestige-Fernsehserien wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT oder Spielbergs UNGLAUBLICHE GESCHICHTEN wagten sich die vielbeschäftigten Geschichtenschreiber auch mal aufs Terrain des Spuks im Old West.
 
 
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Zurück zum vorliegenden Filmchen. Die vier Stories sind atmosphärisch und standesgemäß bedeutungsschwanger aufgezogene Angsteinflößer, wie sie Jung und Alt gleichermaßen ins Gebein fahren können. Wenn man ihnen denn die Chance gibt. Großes Vorbild dieser Geschichten ist natürlich der spätere „MAD“-Erfinder Bill Gaines mit seinen EC-Comics, deren schwarzhumorige und groteske Horror-Fabeln regelmäßig mit ihre Protagonisten moralisch zurechtweisenden Pointen versehen waren und, der Kreis schließt sich, in den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT ein Denkmal gesetzt bekommen sollten. Man hört auch beinahe schon den berühmten Zyniker-Gummipuppen-Arsch Cryptkeeper lachen und Danny Elfmans Musik galoppieren, wenn sich zum Beispiel in Lagerfeuer-Geschichte Nummer drei ein unbedarfter Wildwest-Siedler zwischen dem Wohlergehen der Familie und dem eigenen Moralkompass entscheiden muss. Geschenkt. Knallharter Körperhorror für Erwachsene sieht gewiss anders aus, aber wenn man sich als Genrefan nicht ausschließlich über die unpenetrierbare Stahlmantel-Legierung der eigenen Magenwände definiert, wird man an diesem wie aus einer anderen Zeit des Filmemachens gefallenen Grusel-Anthologie seinen Spaß haben.
 
 
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SPUK AM LAGERFEUER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD-Fassung von SPUK AM LAGERFEUER ist genauso wie die VHS-Fassung ungeschnitten trotz FSK16. Die Freigabe ist gerechtfertigt. Sonderlich brutal ist der Anthologie-Horror nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grim Prairie Tales: Hit the Trail… to Terror; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller, Western

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Originaltrailer

Veröffentlichung: KeepCase: 21.07.2017

 
 

Spuk am Lagerfeuer [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1993)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Geschichten aus der Gruft (1989 – 1996)
 

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Filmkritik: „Monsterland“ (2016)

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MONSTERLAND

Story

 
 
 

Eine weitere Horror-Anthologie, in der buchstäblich die Monster los sind. Die wollen der Menschheit nichts Gutes und treiben einen Überlebenden in ein menschenleeres Kino, in dem unheimliche Filme über die Leinwand flimmern.

 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Kritik

 
 
 
Kennst Du noch den satirischen Horror-Erfolg THE CABIN IN THE WOODS, in dem verschiedene Horrorwesen aus ihren Käfigen gelassen wurden und am Ende ein Blutbad in den unterirdischen Räumen einer geheimen Organisation anrichteten? Die Kurzgeschichtensammlung MONSTERLAND spinnt diese Geschehnisse weiter und zeigt, was quasi passieren könnte, wenn Monster die Herrschaft über die Menschheit übernehmen würden. Postapokalyptische Bilder stimmen ein, wohin die Reise gehen soll. Doch die Macher des Films haben anderes im Sinn. Ein Kino steht im Mittelpunkt. In das flüchtet der einzige Überlebende einer Kleinstadt, um sich vor Horden aggressiver Mutanten und bizarrer Kreaturen in Sicherheit zu bringen. Doch statt im Theater Verteidigungspläne zu schmieden, will er lieber Filme gucken und Popcorn vertilgen – macht ja auch Sinn. Unheimlich. So wirft sich der Flüchtende in den Kinosessel und lässt zehn Kurzfilme auf sich einprasseln, die von sonderbaren Ereignissen und grotesken Wesen berichten. Leider können davon nur wenige halbwegs überzeugen.
 
 
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Los geht es mit DON’T GO INTO THE WATER, in dem sich die üblichen Jugendlichen beim Baden Streiche spielen. Leider lauert in den Tiefen etwas Böses, das einen teuflischen Hunger nach Menschenfleisch verspürt. Man kann sich ausmalen, wie dieser Badeausflug ausgehen wird. Was hier klingt wie die zigste Kopie von „DER WEISSE HAI“, ist ziemlich kalter Kaffee. Die Geschichte ist gerade einmal vier Minuten lang, kann sich nicht entwickeln und wirkt unfertig. Zudem gibt’s außer Blutfontänen keine Monster zu sehen. Demzufolge bleibt unklar, was da im Wasser lauert, denn des Rätsels Lösung wird nicht geklärt. Ein schwacher Auftakt.
 
Besser wird es mit THE GREY MATTER. Hier versucht ein Büroangestellter, bei einer attraktiven Kollegin zu landen – leider vergebens. Eines Tages passieren seltsame Dinge. Er wacht eines Morgens mit einem riesigen Loch im Hinterkopf auf. Darin wohnt neuerdings ein Parasit, der ihm wertvolle Tipps gibt, bei Frauen landen zu können. Was skurril klingt, ist ziemlich schwarzhumorig und erinnert hin und wieder an Frank Henenlotters Neo-Trashfilm ELMER, in dem sich ein ähnlich wurmartiges Ungetüm am Hirn seines Wirtes zu schaffen macht. Dennoch nur Durchschnittsware.
 
 
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Episode 3 heißt CURIOSITY KILLS und ist einer der besten Beiträge dieser Geschichtensammlung. Darin macht ein kleiner Junge im Arbeitskoffer des Vaters eine rätselhafte Entdeckung. Zwei seltsame Flüssigkeiten hat der von seiner Arbeit mit nach Hause gebracht. Es handelt sich um radioaktive Substanzen. Die werden heimliche an das Haustier verfüttert, das sich in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Was folgt macht Laune, denn eine nuklear verseuchte Ratte saust unaufhaltsam durch die Wohnung und sorgt dabei für allerhand Situationskomik. Slapstick- und Blödelhumor ist hier Programm. Was passiert wird derart abgefahren und überspitzt dargestellt, dass laute Lacher nicht ausbleiben werden. Der junge PETER JACKSON hätte daran wohl seine helle Freude gehabt.
 
 
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Weniger spaßig geht es in HAG zugange, der sich einem mysteriösem Thema widmet, das bereits die Dokumentation THE NIGHTMARE beleuchtet hat: Schlaflähmung. In dieser Episode sucht ein Paar Rat beim Psychologen. Während einer Eheberatung soll geklärt werden, warum der Gatte unter quälenden Albträumen leidet. Der glaubt des Nachts von einer dämonischen Fratze im Bett attackiert zu werden, doch des Rätsels Lösung ist erschreckender als er wohl je vermutet hätte. HAG erinnert mit makabrem Ausklang an die vielen Gruselgeschichten der Horror-Reihe GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Leider ist die Auflösung trotz reichlich Hokuspokus Blödsinn, auch wenn mal wieder DER EXORZIST fürs Zitieren herhalten musste. Immerhin gibt es ein Widersehen mit JOHN FRANKLIN. Der hatte 1982 im Originalfilm zu KINDER DES ZORNS den bösartigen Sektenführer Isaac verkörpert. Das markante Gesicht des mittlerweile als Lehrer tätigen Wichts vergisst man nicht so schnell. Schön es mal wieder gesehen zu haben.
 
Der wohl schlechteste Kurzfilm wird mit MONSTER MAN geboten. In diesem stümperhaft animierten Zeichentrickfilm nimmt es ein betagter Mann mit einem Monster auf. Dieses wird ohne Widerworte mit der Gehhilfe des Rentners zur Strecke gebracht. Leider erwecken die einfach gehaltenen Animationen den Anschein, hier habe jemand am heimischen PC herumexperimentiert und mit günstiger Software einen Fünfminüter zusammengeschnitten. Auch wenn der Titel großes Monsterkino verspricht, kann MONSTER MAN nicht überzeugen. So etwas darf unseretwegen gern bei YouTube hochgeladen werden. In einem Spielfilm, der auch noch auf großer Leinwand gezeigt wird, hat so etwas nichts zu suchen.
 
Gott sei Dank bietet MONSTERLAND anschließend mehr Gehalt, denn in der Geschichte HOUSE CALL kommen endlich auch einmal die Gorehounds auf ihre Kosten. Hier wird ein Zahnarzt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Ein junger Mann klingelt an dessen Tür und behauptet ein Vampir zu sein. Demzufolge soll der Arzt ihm die Eckzähne ziehen. Leider sind Bohrer und Zange in der Praxis, weshalb improvisiert werden muss. Gegenstände aus dem Baumarkt kommen zum Einsatz und die Kamera hält reißerisch drauf. Für Zartbesaitete definitiv zu viel des Guten. Für diese Zahnextraktion sind geübte Nerven Voraussetzung. HOUSE CALL ist eine der gelungenen Beiträge dieser Sammlung, was vor allem der bitterbösen Pointe zu verdanken ist, die beim Horrorfan Freude aufkommen lässt. Sehenswert!
 
 
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Leider kann die hervorragende Qualität nicht beibehalten werden, die mit dieser Vampirepisode geboten wird. Im darauf folgenden HAPPY MEMORIES wurmt es nämlich gewaltig. Hierbei handelt es sich um einen bizarren Handpuppenfilm für den man reichlich Phantasie mitbringen sollte, um überhaupt verstehen zu können, was sich da vor den Augen des Zuschauers abspielt. Abstruse Monster aus einer anderen Welt foltern hier ein kleines Wesen, das am Ende der Geschichte wiedergeboren wird. HAPPY MEMORIES ist verworren und unschlüssig – nimmt sogar fast schon surrealistische Züge an. Liebhaber des Experimentellen kommen da wohl als einzige auf ihre Kosten. Fürs Otto-Normal-Publikum ist dieser Kurzfilme leider schwer zugänglich.
 
Leichter zu verdauen ist hingegen STAY AT HOME DAD. Darin will ein Mann der Liebsten beim Stillen des Nachwuchses behilflich sein. Er erfährt von einem ominösen Experiment, das ihm Brüste wachsen lässt. Die gedeihen prächtig und sorgen anschließend für jede Menge Lacher, weil der Milchfluss nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Doch der Spaß hat bald ein Ende. STAY AT HOME DAD schließt nämlich mit einem makabren Finale ab. Handgemachte Spezialeffekte kommen da zum Einsatz und erinnern in ihrem grotesken Ausmaß an die Werke des legendären Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Der Kurzfilm aus der Mache von ANDRW KASCH und JOHN SKIPP ist eine runde Sache und gehört zu den wenigen Höhepunkten von MONSTERLAND.
 
Trotzdem kommt das Beste zum Schluss. Mit HELLYFISH gibt es herrlich sinnfreien Trash zu bewundern, der intellektuell auf gleicher Welle schwimmt wie die dreidimensionale Fortsetzung zum Remake-Horror PIRANHA von 2012. Im Filmsegment wird ein Badestrand von übergroßen Quallen heimgesucht, die sich über die Badegäste hermachen und verputzen. Der Kurzfilm wurde bereits auf diversen Filmfestivals gefeiert und bietet edles CGI in Kombination mit pumpenden Beats und schrägen Ideen. Was anmutet wie ein F/X-Demonstrationsvideo ist unterm Strich hirnfreies Invasionsgemetzel, das dem Horrorfan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
 
 
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Ausverkauf und Resterampe. Man sollte wissen, dass die Kurzfilme von MONSTERLAND nicht extra für diese Anthologie angefertigt wurden. Fast alles, was man hier zu sehen bekommt, gab es nämlich schon mal – auf Filmfestivals und im Internet. MONSTERLAND ist eine wahllose Zusammenstellung von Kurzfilmen, die man wohl eingekauft und zusammengeschnitten hat, um flink Geld für was auch immer zu verdienen. Das einzige, was neu gedreht wurde ist die Rahmenhandlung. Die hält die jeweiligen Segmente zusammen, strotz aber nicht gerade vor Einfallsreichtum. Wer ein Herz für Horror-Anthologien besitzt, kann gern mal einen Blick riskieren, sollte aber die Erwartungen herunterschrauben. So grandios wie es der Trailer verspricht ist MONSTERLAND keineswegs. Hier handelt es sich um Fast-Food-Horror mit nicht sonderlich herausragenden Gruselgeschichten. Bis auf den Quallen-Trash und den Ratten-Slapstick bleibt kaum etwas in Erinnerung. Angesichts der Tatsache, dass hier eine stattliche Anzahl von zehn Kurzfilmen über den Bildschirm flimmern, ist das schon ziemlich deprimierend.
 
 
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MONSTERLAND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spaßiger Zeitvertreib für Fans des Anthologie-Horrors. Leider kann MONSTERLAND Horrorsammlungen wie ABCS OF DEATH oder der V/H/S-Reihe nicht annähernd das Wasser reichen. Angesichts der Tatsache, dass Genre-Anthologien derzeit Hochkonjunktur erleben, ist MONSTERLAND nämlich eine kleine Enttäuschung. Hier sind leider nur wenige Kurzgeschichten gelungen. Zwar sind die gebotenen Kurzfilme abwechslungsreich, wirken aber wahllos zusammengestellt. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Fast alle Geschichten liefen bereits auf Festivals oder im Internet. Das bedeutet, dass bis auf die Rahmenhandlung kaum etwas für diese Sammlung eigens gedreht wurde. Offensichtlich ist bei der engeren Auswahl der Ausschuss gelandet. Bis auf wenige Ausnahmen (allen voran die Quallen-Episode) sind die meisten Filme durchwachsen und schnell wieder vergessen. Daher ist MONSTERLAND nur eingefleischten Fans von Geschichtensammlungen zu empfehlen. Netter Spaß für Zwischendurch, aber ohne Tiefgang und mit nur wenig Herzblut.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Zensur

 
 
 
MONSTERLAND ist keine Splattergranate. Bis auf die Zahnarztepisode HOUSE CALL wird hier kaum harter Stoff gezeigt. Demzufolge dürfte es die Anthologie hierzulande sehr leicht haben mit einer Freigabe. Man kann jetzt schon sagen, dass MONSTERLAND bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei RLJ Entertainment | Dread Central)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Holidays – Surviving Them Is Hell“ (2016)

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HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL

(HOLIDAYS)

Story

 
 
 

Neun Regisseure berichten in acht boshaften Kurzgeschichten von ahnungslosen Menschen denen an geläufigen Feiertagen schlimme Dinge zustoßen.

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Kritik

 
 
 
Feiertage haben so an sich, manchmal in Stress auszuarten. Die ungeliebten Verwandten kommen zu Besuch, Stau sorgt für Chaos auf den Straßen und der Feststagsschmaus verkohlt ungewollt im Backofen. Festtage können also zum blanken Horror werden, was seit Jahrzehnten das Interesse von Filmemachern auf den Plan ruft, die besondere Anlässe in filmgewordene Albträume umformen. So hat das moderne Horror-Genre gezeigt, dass Feiertage nicht nur der Inbegriff von Besinnlichkeit, Nächstenliebe und Familienzusammenführung sein müssen. Im Horrorfilm sind es immer mal wieder gern diese Entschleunigungs-Tage, an denen die schlimmsten Tragödien passieren und das meiste Blut vergossen wird. Ob Valentinstag, Halloween oder Muttertag – nahezu jedes dieser Feste hat über die Jahre seinen eigenen Film-Schocker spendiert bekommen, was einmal mehr bekräftigt, dass die fleißigen Handlanger der Hölle einfach keinen Ruhetag kennen. Sie meucheln, fressen und foltern sich bevorzugt an freien Tagen durch das Fleisch ahnungsloser Menschen und stoßen damit auf Zustimmung beim Publikum, dem es trotz Festzeit gar nicht blutig und hart genug auf der Kinoleinwand zugehen kann.
 
 
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Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Der buhlt unter dem Titel HOLIDAY (deutscher Titel: HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL) um die Gunst der Horrorfans und hat acht knackige Episoden zu bieten, die schockieren, erheitern und unterhalten wollen. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd KEVIN SMITH, der sich zuletzt mit Filmen wie TUSK und mit RED STATE sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. Auch dort mit ordentlich schwarzen Humor, der einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen konnte. Gleiche Humorschiene wird in HOLIDAYS beibehalten, der definitiv nichts für jene ist, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Späßen, die viele Episoden der bekannten Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung rufen. Dort endete jede der halbstündigen Geschichten mit einem möglichst makabren Höhepunkt und machte die Serie über Nacht zum Pflichtprogramm unter Horrorfans. So ähnlich wird das auch in der folgenden Anthologie gehandhabt. Fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten gibt es nämlich auch in HOLIDAYS zu sehen. Die werden nacheinander erzählt und müssen diesmal leider ohne Rahmenhandlung auskommen, welche die einzelnen Segmente in den meisten Filmen dieser Art miteinander verknüpft. Jede Geschichte trägt die (visuelle) Handschrift des jeweiligen Filmemachers und gipfelt in einem Überraschungstwist. Das bringt Abwechslung in die Horrorsammlung und macht die Angelegenheit kurzweilig.
 
 
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Ein starker Auftakt wird mit der ersten Geschichte VALENTINE’S DAY geboten. Darin hat sich ein weibliches Mobbing-Opfer unsterblich in den Schulsportlehrer verliebt und zeigt ihm ihre Zuneigung auf gar blutige Weise. Okkultismus-Horror wird in ST. PATRICK’S DAY an den Zuschauer gebracht. Hier wird eine Grundschullehrerin aus heiterem Himmel schwanger und erlebt eine Geburt des Grauens – ROSEMARIES BABY lässt grüßen. Die dritte und schwächste Episode handelt von einem kleinen Mädchen, das sich Gedanken über die Ursprünge des Osterfestes gemacht hat. Des Nachts bekommt das Kind Besuch von einer grotesken Kreatur – halb Osterhase, halb Jesus – die von dem Mädchen Furchtbares fordert. In MOTHER’S DAY gerät eine verzweifelt Frau in die Fänge einer ominösen Gruppe, die seltsame Fruchtbarkeitszeremonien in der Wüste betreibt, während in der darauffolgenden Kurzgeschichte eine schaurige Schnitzeljagd Gänsehaut bereitet. Die nennt sich FATHER’S DAY und ist sogleich eines der unheimlichen Highlights von HOLIDAYS. Das Segment berichtet von einer Mittzwanzigerin, die vom verstorbenen Vater mittels Kassettenaufzeichnung zu einem geheimnisvollen Ort navigiert wird, an dem sich beide endlich wieder in die Arme schließen können. Schonungslos emanzipiert geht es in HALLOWEEN weiter. Die von KEVIN SMITH inszenierte Folter-Episode rückt drei Camgirls in den Mittelpunkt, die die Launen und Demütigungen ihres Bosses satt haben. Sie überwältigen ihren kriminellen Arbeitgeber und erteilen dem frauenverachtenden Macho eine blutige Lektion. Weitaus unblutiger geht es in CHRISTMAS zugange. Ein Weihnachtsgeschenk bringt darin die dunklen Geheimnisse einer Familie ans Tageslicht, mit denen selbst der Zuschauer nicht gerechnet haben dürfte. Wer Splatter und Gematsche bevorzugt, muss zwar lange warten, wird aber am Ende mit NEW YEARS EVE entschädigt. Hier verabredet sich ein Frauenmörder über ein Chatportal mit einer Unbekannten. Leider verläuft das Date anders als erhofft, was – zur Freude der Gewaltfraktion – haarsträubend grotesk und blutrot endet. Ein bitterböser Abschluss für eine gelungene Kurzfilmsammlung.
 
 
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Es ist erstaunlich, was für eine hohe Beliebtheit Horror-Anthologien seit den überraschenden Erfolgen von V/H/S und THE ABCs OF DEATH in Fankreisen genießen. Die beiden Filmreihen waren quasi maßgeblich dafür verantwortlich, dass dem längst vergessenen Kurzfilm-Horror neues Leben eingehaucht werden konnte. Seither sind viele weitere Episoden-Filme (hervorragend: SOUTHBOUND) entstanden, die von der Frischzellenkur profitiert haben. Leider ist es wie so oft bei Filmtrends: jeder will mitverdienen. Da wird kopiert und nachgeeifert, als gebe es keinen Morgen mehr, was nicht immer auf Zuspruch stößt. Schnell und lieblos abgedrehte Horror-Anthologien (zuletzt: TOM HOLLAND’S TWISTED TALES) verheißen nämlich schon lange nichts Gutes mehr, denn oftmals muss aufgrund mangelnden Budgets auf Qualität verzichtet werden. Das trifft im Fall von HOLIDAYS aber nicht zu. Hier wird Liebe zum Detail geboten, schließlich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. SCOTT STEWART – DARK SKIES und NICHOLAS MCCARTHY – AT THE DEVIL’S DOOR) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspaß sehen möchte. Eine Fortführung der Idee wäre wünschenswert. Nur schade, dass der Kalender nicht so viele verschiedene Festtage hergibt.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Zynisch, makaber und rabenschwarz. HOLIDAYS ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat! Vergesst demnach CREEPSHOW und V/H/S. Der neue Kurzgeschichten-Horror-Hit heißt HOLIDAYS und macht Lust auf mehr. HOLIDAYS hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines TALES FROM THE CRYPT lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist HOLIDAYS Königsliga und abwechslungsreich. Von subtil bis blutig ist alles vertreten. Neun (horrorerprobte) Regisseure waren am Ball und haben albtraumhafte Visionen des Grauens filmisch verarbeitet, die sich durch gemeine Ideen und reichlich Herzblut ins Gedächtnis brennen. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass HOLIDAYS zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest Eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Zensur

 
 
 
HOLIDAYS, der in Deutschland unter dem Titel HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL veröffentlicht wurde, hält sich mit Gewalt zurück. Die meisten Gewalttaten werden nur angedeutet oder die Kamera blendet weg. Demzufolge hat HOLIDAYS von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Das ist etwas merkwürdig, weil in der letzten Episode dann doch etwas zeigefreudig Beil und Metzgermesser geschwungen wird. Vor einigen Jahren wäre eine FSK16 dafür undenkbar gewesen. Die deutsche Veröffentlichung von HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS- Deutsche Blu-ray

 
 
 
Holidays - Surviving them is hell-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

Holidays - Surviving them is hell-Mediabook

(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Holidays; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Holiday-Clips, Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich nur im Mediabook: Booklet und Film in DVD-Version

Release-Termin: 15.07.2016

 

Holidays – Surviving them is hell – [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Holidays – Surviving them is hell (Uncut) [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Southbound“ (2015)

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SOUTHBOUND – HIGHWAY TO HELL

Story

 
 
 

Auf dem Highway ist die Hölle los. Das bekommt auch eine Gruppe Durchreisender am eigenen Leib zu spüren, als sie auf einem Highway-Abschnitt durch die Mojave-Wüste schreckliche Dinge erleben.

 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Kritik

 
 
 
Man nehme makabre Kurzgeschichten, lasse sie von bekannten Genre-Regisseuren verfilmen und knüpfe sie mit einer plausiblen Rahmenhandlung zusammen, auf dass alles Hand und Fuß bekommt. Fertig ist gruseliger Anthologien-Spaß, wie er seit ein paar Jahren wieder schwer im Kommen ist. Einer der Gründe, warum sich Episoden-Horror aktuell wieder großer Beliebtheit erfreut, ist der überraschende Erfolg der V/H/S-Trilogie (Besprechungen zu Teil 2 und 3), die praktisch die Rückkehr gruseliger Kurzgeschichtensammlungen eingeläutet hat, um einer neuen Generation von Horrorfans beweisen zu können, dass auch knapp erzähltes Grauen ein flaues Gefühl in der Magengegend bescheren kann. Umso erfreulicher, dass sich die Macher genannter Anthologien-Serie ein weiteres Mal zusammengetan haben. Offensichtlich hatte man noch so manche Idee im Kopf, die man dem Zuschauer nicht vorenthalten wollte. So reihte man für SOUTHBOUND erneut deftig gewürzte Horror-Episoden aneinander, welche aber diesmal ohne das Found-Footage-Stilmittel auskommen mussten – Gott sein Dank!
 
 
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Mit dabei sind DAVID BRUCKNER und die vier kreativen Köpfe von RADIO SILENCE. Die hatten bereits jeweils ein Segment in V/H/S verfilmt und wollen noch einmal mit gleicher Rezeptur ähnliche Erfolge feiern. Neu auf dem Regiestuhl ist ROXANNE BENJAMIN. Die trat zuvor als Produzentin der Trilogie in Erscheinung und feiert mit einem selbst inszenierten Segment in SOUTHBOUND ihr Regiedebüt. Löblicherweise hat man sich bei dem neuen Horrorprojekt für herkömmlichen Filmlook entschieden und die wackelige Handkamera-Optik weggelassen. Deren exzessiver Einsatz hatte vielen V/H/S-Fans auf den Magen geschlagen, weil konfuse Kameraführung für Kopfschmerzen und Schwindel sorgten. Die wurde aus dem Film verbannt, was aber nicht heißen soll, dass SOUTHBOUND nun weniger Unruhe verursacht. Ganz im Gegenteil. Auch wenn vom Schüttelstil Abstand gehalten wurde, setzt auch das neue Werk der V/H/S-Macher einen gesunden Magen voraus. Das hat auch einen Grund, denn im Film geht es zur Freude der Gorehounds keineswegs zimperlich zu – Halleluja.
 
 
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SOUTHBOUND erzählt von der unheilvolle Reise diverser Reisender, die auf einen Highway-Abschnitt in der Mojave-Wüste mit seltsamen Vorkommnissen konfrontiert werden. So müssen zwei blutverschmierte Männer gegen fliegende Skelette kämpfen, die den Flüchtenden ans Leder wollen. Als wäre das nicht bereits sonderbar genug, verirrt sich eine Mädchenband nach einer Autopanne in das Haus ominöser Herrschaften, die – trotz spießiger Attitüde – nichts Gutes im Schilde führen. Weiter geht es mit einem tragischen Autounfall, dessen Verursacher von Mitarbeitern der Notrufzentrale am Telefon aufgefordert wird, das Leben des Unfallopfers durch eine wichtige Operation zu retten. In der Halbzeit legt sich ein bewaffneter Mann mit einer Gruppe Einheimischer an, der in einem staubigen Wüstenkaff nach der eigenen Schwester sucht. Den krönenden Abschluss bildet Home-Invasion-Horror der etwas anderen Sorte. Hier überfallen maskierte Einbrecher eine nichtsahnende Familie ohne zu wissen, dass sie mit der schrecklichen Tat das Tor zu Hölle öffnen.
 
 
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SOUTHBOUND ist ein makabrer Mix aus THE TWILIGHT ZONE und OUTER LIMITS, der genau das besitzt, was man von einem Horrorfilm neueren Datums erwartet. So gibt es neben schwarzem Humor und abgefahrenen Ideen selbstverständlich auch jede Menge Blut, handgemachte Effekte und viel unappetitliches Zeug zu sehen, das genau den Nerv des Horrorfilmfans treffen dürfte. Abwechslungsreichtum wird in diesem Episodenfilm groß geschrieben. Die Macher vermischen unterschiedliche Subgenres und vereinen Mystery-Schauer, Okkult-Horror, Home-Invasion-Thriller und Elemente des Road Movies zu schwer unterhaltsamer Horror-Unterhaltung, die kaum Längen hat. Die Segmente sind kurz und knackig, konzentrieren sich aufs Wesentliche und beeindrucken mit teils überraschendem Ausgang. Hin und wieder bleibt einem sogar das Lachen im Halse stecken, weil Gezeigtes dann doch mehr verstört als zu fesseln. So sei an dieser Stelle die Episode THE ACCIDENT genannt, in der ein übel zugerichtetes Unfallopfer nach einer grausigen Operation von seinen Leiden befreit wird. Der Goregehalt dieses Segments ist hoch, der Blutzoll deftig. Ungeübte Zuschauer halten sich am besten die Augen zu.
 
 
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Trotz unterschiedlicher Inszenierungsstile und des Gebrauchs verschiedener Subgenres wirken die einzelnen Segmente aus einem Guss. Das rührt vor allem daher, weil die Geschichten nahtlos ineinander übergehen und miteinander verknüpft sind. Alle Hauptfiguren der jeweiligen Episoden verbindet ein Schicksal. So stehen Themen wie „Schuld“ und „Vergeltung“ im Mittelpunkt der Segmente, die dem Zuschauer kurzweiliges Grauen bescheren werden. Letztendlich ist SOUTHBOUND gerade wegen der außergewöhnlichen atmosphärischen Wüstenkulisse ein Highlight unter der mittlerweile stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Horror-Anthologien. Demzufolge sprechen wir auch eine Empfehlung aus. Wer es kurz, knackig und blutig will, sollte diesen vom Teufel heimgesuchten Highway einen Besuch abstatten. Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Rabenschwarz, abwechslungsreich und ganz schön blutig. Mit makabrem Horror kriegt man den Zuschauer. Nach V/H/S nun SOUTHBOUND, der vom gleichen Team gemacht wurde und dann doch irgendwie in der Summe mehr überzeugt, als die stark verwackelten Videokassetten-Anthologien. Der Grund liegt in der anderen Machart und den kruden Spezialeffekten, die da ziemlich unverfroren auf der Mattscheibe zelebriert werden. Die Episoden sind abwechslungsreich, rasant und packend inszeniert. Zudem laufen die Segmente nahtlos ineinander und machen erst am Ende Sinn, wenn man dem Zuschauer die Auflösung präsentiert. Wer eine Vorliebe für fiese Scherze hat, ist mit SOUTHBOUND gut beraten. Wie in den vielen Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe mündet jede Story in einem fiesen Finale. Umso trauriger, dass der spannende wie zynische SOUTHBOUND bereits nach 90 Minuten zu Ende ist. Aber kein Grund zur Panik. Man darf davon ausgehen, dass eine teuflische Fortsetzung folgen wird. Mit noch mehr Blut und Innereien könnte es DIE Kurzgeschichtensammlung werden, an der sich alle künftigen Filme dieser Art messen lassen müssen.
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Zensur

 
 
 
Kein Film für Zartbesaitete. Gerade in der dritten Episode wird es sehr unangenehm. Dort wird ein Körper aufgeschnitten und daran eine makabre Operation vorgenommen. Weiterhin gibt es aufgeschlitzte Münder, zerfetzte Köpfe, abgeschossene Hände und diverse Stichwunden zu sehen. Hierzulande hat der Film ungeschnitten eine Erwachsenenfreigabe erhalten: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Southbound; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 13.10.2016 (BD KeepCase | Mediabook)

 

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SOUTHBOUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „All Hallows‘ Eve“ (2013)

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ALL HALLOWS‘ EVE

Story

 
 
 
Horror- Anthologien sind wieder schwer in Mode. Seien es die sehr erfolgreichen „VHS“-Filme, die die Struktur der Horror-Kurzgeschichtenfilmchen kurzerhand mit dem Found Footage-Genre kreuzte, das „Theatre Bizarre“ oder die „ABCs of Death“. Und auch „All Hallows Eve“ möchte auf dieser Erfolgswelle mitschwimmen. Und das gelingt zumindest teilweise ganz gut. Wie es bei solchen Anthologien üblich ist, werden auch hier die drei Kurzgeschichten in eine Rahmenhandlung verpackt. Diese folgt der Babysitterin Sarah, die an Halloween auf zwei Kids aufpassen soll. Als diese vom Süßigkeiten sammeln nach Hause kommen finden sie in ihren Beuteln eine unbeschriftete VHS-Kassette. Neugierig was darauf zu sehen ist, schieben sie diese in ihren Videorekorder. Als das Treiben auf der Mattscheibe zu blutig und brutal wird schaltet Sarah das Videoband ab und schickt die beiden nörgelnden Kids ins Bett. Doch die gesehenen Bilder haben ihre Wirkung hinterlassen und so sieht sich Sarah das Videoband weiter an, nicht ahnend, dass sie dabei die Aufmerksamkeit einer ganz bestimmten Filmfigur, die auf dem Videoband zu sehen ist, auf sich zieht.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS‘ EVE – Kritik

 
 
 
Gleich zu Beginn fallen der wirklich gut gelungene Soundtrack und die ein oder andere Anspielung an diverse Horrorklassiker auf. Die Rahmenhandlung samt Babysitting an Halloween erinnert dabei natürlich sofort an Carpenters gleichnamigen Klassiker. Aber auch die Hausnummer 237 dürfte eingefleischte Horrorfans an „Shining“ erinnern. Die unpassende deutsche Synchronisation dürfte jedoch schnell für Ernüchterung sorgen, weshalb dazu geraten wird den Film unbedingt im O-Ton zu konsumieren.
 
 
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Die erste der drei präsentierten Geschichten spielt vorzugsweise in dunklen Kellergewölben und bebildert ein satanisches Ritual, dass mit tollen Monstermasken und dem ein oder anderen herben Splattereffekt punkten kann. Eine logische , stringente oder nachvollziehbare Handlung sollte man in dieser Episode aber besser nicht erwarten. Stattdessen wirkt der herrlich düstere Bilderreigen eher wie ein fragmentarischer Alptraum. Die zweite Episode erinnert in ihrem Storyansatz der „Alien Abduction Slumber Party“ aus dem Fortsetzungsfilm „S-VHS“, wobei hier allerdings nie und nimmer eine ähnliche Qualität erreicht wird. Diese Episode ist definitiv der Schwachpunkt dieses Films. Denn auch wenn der Score weiterhin unheilvoll wabert, sich sogar ein schönes „The Fog“ Zitat eingeschlichen hat (die Macher stehen wohl auf Carpenter) wird spätestens mit dem Auftauchen des „Aliens“ sämtliche Atmosphäre zerstört. Selten hat man ein dermaßen billiges Alien Kostüm bewundern können. Und anstatt aus der Not eine Tugend zu machen und die Alien Figur schön zurückhaltend in Szene zu setzten, halten die Macher die Kamera vollkommen unvorteilhaft auf diesen schlecht verkleideten Schauspieler, so dass diese Episode leider in unfreiwilliger Komik untergeht.
 
 
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Die dritte Episode reißt es dann aber raus und bietet ein schön-fieses Szenario, in dem eine Frau von einem monströsen Killerclown verfolgt wird. Diese Episode nimmt in kürzester Zeit Fahrt auf und lässt bis zum bitteren, wirklich bösen Schluss auch nicht mehr locker. Der Härtegrad dieser Episode ist beachtlich und die allgemeine Optik wurde sehr gekonnt auf „alt“ getrimmt. Auch hier ist der Soundtrack wieder sehr gelungen und trägt zur Terror-Atmosphäre dieser Episode bei, die ganz klar das Highlight des Films darstellt. Aber auch die Rahmenhandlung wird auf eine Art und Weise zu Ende erzählt, die man gut und gerne als gelungen betrachten kann, denn zum Schluss verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und der monströse Killerclown scheint nicht nur auf dem Video zu existieren. Das alles mündet in einem wirklich hundsgemeinen Schlussbild, das es in der Konsequenz schon lange nicht mehr gegeben hat.
 
 
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ALL HALLOWS‘ EVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Insgesamt kann sich „All Hallows Eve“ durchaus sehen lassen. Die Rahmenhandlung ist gelungen und zwei der drei Episoden können voll und ganz überzeugen. Vor allem die dritte Episode und ihr Einfluss auf die Rahmenhandlung stellen ganz klar die Highlights in diesem Episodenhorrorfilm da. Lediglich die zweite Episode darf getrost ignoriert werden, fällt sie doch qualitativ überdeutlich ab.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS‘ EVE – Zensur

 
 
 
„All Hallows Eve“ ist in Deutschland vollkommen ungekürzt auf DVD und Blu-ray erschienen. Die Filmfassung wurde von der FSK mit einer 16er-Freigabe abgesegnet. Dennoch wurde die Heimkinovariante mit rotem KJ-Sticker in den Handel gebracht. Der Grund ist mal wieder beim Bonusmaterial zu suchen.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS‘ EVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
all-hallows-eve-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: All Hallows Eve; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 26.09.2014

 

All Hallows‘ Eve – Komm raus und spiel! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS‘ EVE – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

(Die Rechte aller verwendeten Grafiken in dieser Review liegen bei MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S: Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „V/H/S: Viral“ (2014)

V-H-S-Viral-2014
 
 
 

V/H/S: VIRAL

Story

 
 
 
Der dritte Teil einer erfolgreichen Kurzgeschichtensammlung. Diesmal handeln die Episoden von einem mysteriösen Eiswagen, gefräßigen Zauberumhängen, Doppelgängern und mordenden Anhängern eines mysteriösen Kultes.

 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Kritik

 
 
 
Manchmal kann es nur von Vorteil sein, wenn man Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilmen nicht am Fließband produziert, sondern sich die nötige Zeit lässt, um gleichbleibende Qualität abliefern zu können. Nicht einmal drei Jahre ist es her, seit mit V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG (2012) ein neues Horror-Franchise ins Leben gerufen wurde mit dem das totgefilmte Found-Footage-Genre einen neuen Aufschwung erleben sollte. Weil der Streifen von Horrorfans gut angenommen wurde und es die Macher äußerst kreativ verstanden mit der unliebsamen Wackeldreingabe umzugehen, musste die obligatorische Fortsetzung her, die unter dem Titel S-VHS genau das auf Zelluloid bannte, was Fans der härteren Filmgattung von guten Horrorfilmen erwarteten. V/H/S 2 wurde ein internationaler Hit, staubte diverse Preise ab und war in allen Belangen sogar besser als der Vorgänger, so dass zügig an einem weiteren Ableger getüftelt werden musste, um die Kuh leer melken zu können. Leider ist V/H/S: VIRAL nicht das geworden, was man nach zwei hervorragenden Vorgängern vermutlich erwartet hätte, denn zu offensichtlich fällt der Zeitdruck ins Gewicht, mit dem sich die Macher konfrontiert gesehen haben müssen. Teil drei ist ein heilloses Durcheinander, wirkt übertrieben hektisch und reichlich gehetzt, so dass Zuschauer mit Hang zur Epilepsie besser drei mal überlegen sollten, ob sie sich der schnell geschnittenen Abfolge wirrer Kamerabilder und Störsignale aussetzen möchten.
 
Abermals zeichnen mehrere Filmschaffende aus der Horrorwelt verantwortlich, um sich der Umsetzung verschiedener Kurzgeschichten zu widmen, die letztendlich zu einem Machwerk verschmelzen. Diesmal haben sich GREGG BISHOP, MARCEL SARMIENTO, AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON sowie der Spanier NACHO VIGALONDO die Freiheit genommen, um ihre ganz eigenen Visionen verwackelter Kameraspielereien auf Film zu bannen. Wie in den meisten Anthologien jedoch üblich, ist es auch hier mal wieder der Fall, dass nicht alle Segmente gleich überzeugen können, denn nach einem fulminanten und effektreichen Einstieg zeichnet sich ein rapider Abwärtstrend ab. Im dritten Ableger der beliebten Filmserie steckt der Wurm, was nicht nur den qualitativen Unterschieden der einzelnen Kurzgeschichten zu schulden ist, sondern auch der unschlüssigen Machart mit der sich die Macher scheinbar irgendwie weg vom eigentlichen Found-Footage-Konzept bewegen wollen. Viel richtiges Found-Footage gibt es demzufolge in V/H/S: VIRAL nicht mehr sehen, weil im ständigen Perspektivenwechsel nicht mehr klar ersichtlich ist, wer hier überhaupt noch was und vor allem wen filmt. Während die Protagonisten das Geschehen in V/H/S und V/H/S 2 noch mit Hand-, Helm- und Handykameras anzufangen wussten, scheint die Kamera diesmal immer mal wieder frei im Raum zu schweben und lässt den Streifen mehr nach Film aussehen.
 
Trotzdem, der künstliche Einsatz altbekannter Störsignale, permanenter Bildausfälle und abrupter Szenenwechsel ist in V/H/S: VIRAL eine einzige Zumutung und hinterlässt vor allem während die Rahmenhandlung einen mehr als ungenießbaren Beigeschmack. Im hyperaktiven Schnittgewitter lässt sich kaum noch erahnen, was da überhaupt auf der Mattscheibe passiert zumal es dem Zuschauer von MARCEL SARMIENTO ohnehin unnötig schwer gemacht wird, den Sinn seiner etwas übereifrigen Rahmenhandlung verstehen zu können. Mit ebenso sinnbefreiter Unterhaltung geht es auch im letzten Segment BONESTORM zugange, in dem einige Skateboarder die Anhänger eines mysteriösen Kults verärgern und sich mit Skateboard und Pistole zu Wehr setzen müssen. Da wird zermatscht und geschlitzt ohne Rücksicht auf Verluste, was vermutlich das Interesse bluthungriger Gorehounds auf den Plan rufen dürfte, die mit dem trivialen Splatter-Reigen von AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON ihren Spaß haben werden. Weitaus mehr Gedanken hat sich da Regisseur GREGG BISHOP gemacht. Mit seinem Beitrag DANTE THE GREAT zeigt er zugleich die beste Geschichte der gesamten Trilogie und berichtet von einem Magier, der mit Hilfe eines geheimnisvollen Umhangs spektakuläre Illusionen zaubert. Leider ist das Zauberwerkzeug nur dann einatzfähig, wenn es regelmäßig Menschenfleisch zu fressen bekommt, was Dante dazu veranlasst für sein Arbeitsutensil über Leichen zu gehen.
 
Auch der Spanier NACHO VIGALONDO hat eine durchaus sehenswerte Kurzgeschichte beigesteuert, die wie auch schon die Zauberer-Episode nicht so recht in das V/H/S-Gesamtkonzept passen will, weil das Found-Footage-Prinzip hier nur sehr reduziert zum Einsatz kommt. VIGALONDO macht es mysteriös und erzählt in seinem zynischen PARALLEL MONSTERS von einem Tor in eine Parallelwelt, das der Hobbywissenschaftler Alfonso versehentlich öffnet. Dort trifft er auf seinen Doppelgänger und schlägt ihm vor die Seiten für 15 Minuten zu tauschen. Da es sich bei V/H/S: VIRAL um eine Horroranthologie handelt, darf davon ausgegangen werden, dass der Tausch zu schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten führen wird – auch wenn sich VIGALONDO mehr auf seinen grandiosen Twist konzentriert, statt blutiges Gemetzel zu zeigen. Letztendlich ist der Abschluss der erfolgreichen V/H/S-Reihe (vermutlich werden ohnehin noch weitere Teile folgen) eine kleine Enttäuschung, weil hier nichts so recht zusammenpassen will und zudem chaotisch aber auch unfertig wirkt. Dass aus anfänglich vier Episoden kurzum nur drei wurden zeigt, unter welchem Zeitdruck die Produktion gestanden haben muss. Filmemacher TODD LINCOLN (APPARATION – DUNKLE ERSCHEINUNG) war nämlich ein weiterer derer, die für den Streifen eine Kurzgeschichten beisteuern sollten. Im Netz kursieren seit Veröffentlichung von V/H/S: VIRAL die verschiedensten Gerüchte, weshalb LINCOLNS Beitrag GORGEOUS VORTEX kurzum aus dem Film gestrichen wurde. Schenkt man dem Produzenten Glauben, konnte die Episode nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Wir vermuten wohl eher, dass sie einfach nur schlecht war und das ungewöhnlich hohe Tempo des Streifens ausgebremst hätte.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasanter und blutreicher Abschluss einer erfolgreichen Horror-Trilogie. Für V/H/S: VIRAL wird ein gesunder Magen vorausgesetzt, weil die Episoden dieser Anthologie mit einer fast schon übertriebenen Hektik über die Bildschirm sausen, dass dem Zuschauer recht schnell schwindelig werden dürfte. Unter dem erheblichen Tempo leidet vor allem die Rahmenhandlung, weil sie derart konfus zusammengeschnitten wurde, dass es schwerfallen dürfte, deren Sinn zu entschlüsseln. Aber auch die übrigen drei Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität, wobei man aber immerhin sagen muss, dass die trickreiche Zauberumhang-Episode zu eine der besten Kurzgeschichten gehört, die die V/H/S-Reihe bisher hervorgebracht hat. Leider wird im dritten Teil der beliebten Wackelkamera-Serie der Schüttel-Gimmick etwas vernachlässigt, so dass die Bezeichnung „Found Footage“ nur bedingt richtig ist. Die meisten der Kurzgeschichten pfeifen auf die bis dato festgelegten Found-Footage-Regeln und die Kamera scheint sich wie von Geisterhand frei im Raum zu bewegen. Wer demzufolge immer Probleme mit der übereifrigen Schüttelei in Found-Footage-Filmen gehabt hat, für den dürfte V/H/S: VIRAL eine Offenbahrung sein. Nichtsdestotrotz ist das Finale der Trilogie nicht der Kracher geworden, den man vermutlich erwartet hätte. Trotz Schallgeschwindigkeit, wirkt der Film unfertig und nicht aus einem Guss. Dass eine Geschichte mit dem Titel GORGEOUS VORTEX vor Erscheinen kurzfristig aus dem Film gestrichen werden musste zeigt, dass die Macher unter einen erheblichen Zeitdruck gestanden haben müssen. Dennoch dürfte V/H/S: VIRAL seine Fans finden und dafür sorgen, dass eine weitere Fortsetzung folgen wird.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Zensur

 
 
 
Anders als im Vorgänger hält sich V/H/S: VIRAL in Sachen Gewalt zurück. Einzig in der letzten Episode, in der sich einige Skateboarder gegen einen Kult zur Wehr setzen müssen, wird reichlich gesplattert. Da werden mit den fahrenden Brettern Köpfe eingeschlagen und mit einer Pistole in die Körper von Sektenmitgliedern geschossen. Der dritte Teil wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Über Österreich wird es eine ungeprüfte Veröffentlichung geben. Diese beinhaltet die fehlende Episode GORGEOUS VORTEX.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (einfache Veröffentlichung)

 
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(c) OFDB Filmworks (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S: Viral; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Schuber und Wechselcover

Extras: Behind the scenes, Interviews, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, ”Gorgeous Vortex” (die der Kinofassung fehlende vierte Episode / ca. 15 Min.)

Release-Termin: 24.03.2015

 

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V/H/S: VIRAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)

Still 2 (2014)

 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Still 2 – Tai Hong Tai Hien“ (2014)

Tai-Hong-Tai-Hien-still2-2014
 
 
 

STILL 2

(TAI HONG TAI HIEN)

Story

 
 
 
Eine weitere Kurzgeschichtensammlung aus Thailand: In vier unheimlichen Halbstündlern, wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die sich nicht grundlos an den Lebenden vergehen …
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Kritik

 
 
 
Die Thailänder produzieren fleißig Anthologien. Neben 4BIA (2007), dessen Fortsetzung PHOBIA 2 (2009) und dem vor einigen Jahren veröffentlichten TAI HONG (2010) folgt Letzterem nun auch ein Sequel, welches man für den internationalen Filmmarkt zum besseren Verständnis in STILL 2 (Originaltitel: TAI HONG TAI HIEN) umbenannt hat. Wie bereits im Vorgänger werden erneut vier Kurzgeschichten in den Fokus gerückt, die von tatsächlichen Schlagzeilen aus der thailändischen Presse inspiriert wurden und dem Zuschauer nun wohlverdiente Schauer in Form einer unheimlichen Gruselsammlung garantieren sollen. Mit knapp zwei Stunden ist die dann aber auch recht lang geraten, was nicht immer von Vorteil sein muss – vor allem dann nicht, wenn der Qualitätsgehalt der einzelnen Geschichten eher durchwachsen ist. Nach einem vielversprechenden und knackig inszenierten Einstieg geht STILL 2 nämlich erst einmal die Puste aus. Was folgt ist typisch asiatisches Geister-Einerlei dem es vor allem an einem mangelt: Originalität. Der Zuschauer bekommt die Wut zorniger Geister zu spüren, die selbstverständlich immer dann ganz unbemerkt vor die Kamera sausen, wenn es der Horror-Freund nicht erwartet hat. So dürfte das Nervenkostüm all jener reichlich strapaziert werden, die mit Asia-Horror bisher noch nicht so oft zu tun gehabt haben. Kennt man stattdessen die wichtigsten Geisterfilme aus Fernost, verlieren auch die wenigen Schreckmomente im Film an Wirkung, schließlich läuft das konventionelle Erschrecken hier nach bekanntem Schema ab und hat nicht selten mit Vorhersehbarkeit zu kämpfen. Immerhin hält man in dieser Horror-Anthologie Abstand von nervigen Gören, die aus Brunnen und TV-Apparaten krabbeln. Pitschnasse und stinkwütende Geisterplagen haben seit den RINGU-Erfolgen in den 90ern ziemlich oft für Chaos im asiatischen Horror-Kino gesorgt. Mittlerweile scheint der internationale Filmmarkt genug davon gesehen zu haben, so dass die Zahl jener Spukfilme rückläufig geworden ist. In STILL 2 wandeln die etwas anderen Geister durchs Heimkino, welche oftmals sogar mit Zombies gleichzusetzen sind, da sie hier in jener körperlichen Verfassung durch die Kulisse spuken, wie sie letztendlich den Tod gefunden haben. Bis auf die Optik hat sich aber auch in thailändischen Geisterfilmen nicht viel geändert. Nach wie vor beschränkt sich auch hier ihr körperloses Dasein auf das Rächen und Töten. Da den rastlosen Seelen zu Lebzeiten Schlimmes angetan wurde dürfte verständlich sein, dass nun Vergeltung ausgeübt werden muss, um endlich Ruhe finden zu können.
 
Interessanterweise haben die vier thailändischen Regisseure ihre ganz eigene Methode entwickelt, wie sie die vier Rachegeschichten an den Zuschauer bringen wollen. So macht es Regisseur THAMMANOON SAKULBUNTHANOM subtil, während es THANADOL NUALSUTH mit seinem Segment blutig bevorzugt. STILL 2 bietet die gewohnte Abwechslung, die Horror-Anthologien nun mal ausmachen – auch wenn die Grusel-Fortsetzung mit ihrem recht trägen und gemächlichen Tempo nicht unbedingt zu den Schnellsten dieser Gattung von Filmen gehört.
 
Los geht es mit dem subtilen und wohl besten Segment der gesamten Sammlung namens „14“. Das wurde von THAMMANOON SAKULBUNTHANOM solide aber spannend in Szene gesetzt und erzählt von der Büroangestellten Ant, die nach zig Überstunden entscheidet am späten Abend mit einem Sammel-Taxi nach Hause zu fahren, weil ihr betrügender Boy-Friend Pope mal wieder andere Frauen im Kopf hat, statt die eigene Freundin von der Arbeit abzuholen. Nachdem Ant im Taxi Platz genommen hat, entwickelt sich für sie die Heimfahrt zum Albtraum, schließlich folgt ihr ein rachsüchtiger Geist auf Schritt und Tritt mit dem nicht gut Kirschen essen ist.
 
Weiter geht es mit einem eher überzogenen und bewusst um Slapstick bereicherten Beitrag von ACHIRA NOKTHET. Der berichtet in seinem „16“ von drei pubertären Kids, die sich in einem mysteriösen Bordell mit „Nr. 16“ vergnügen wollen – einer attraktiven Dame, die wohl nicht ganz freiwillig hier Freiern ihre Dienste anbieten muss. Als die Teenager dem Mädchen zur Flucht verhelfen wollen, geht einiges schief.
 
Den leichten Lachern folgt die wohl zäheste Geschichte der Anthologie. Regisseur POJ ARNON begleitet in „15“ einem adretten Helden in ein Hotelzimmer mit gleicher Nummer. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn in jüngster Vergangenheit hat sich hier Tragisches ereignet. Bald schon wird die Aufmerksamkeit eines ruhelosen Geistes auf den Plan gerufen, der in den Räumlichkeiten ein grausames Ende gefunden und mit dem neuen Hotelgast noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Nach klassischem Geiserspuk geht es ins Finale, wo STILL 2 noch einmal zu Hochtouren aufläuft. Hier kommen sogar Fans blutiger Metzelstreifen auf ihre Kosten, denn der abschließende „13“ geizt nicht mit unangenehmen Schauwerten. THANADOL NUALSUTH erzählt hier von der ermordeten Kin, die als Geistergestalt in die Welt der Lebenden zurückkommt, weil ihr Freund sie brutal getötet und in eine Kiste gequetscht hat. Da die Ermordete mit ihrem unfreiwilligen Ableben gar nicht einverstanden ist, macht sie genau das, was wohl jeder Geist in ihrer Situation tun würde: sie folgt ihrem mörderischen Freund auf Schritt und Tritt und quält ihn durch die Filmhölle, damit dieser die gleichen Qualen zu spüren bekommt, die sie selbst einst erdulden musste. Was folgt ist nichts für Zartbesaitete. Es werden Zähnen mit Hilfe eines Teppichmessers abgesägt, Arme gebrochen und Zungen zerfetzt – den Splatterfan freut es.
 
Vier Geschichten über Liebe, Hass, Enttäuschung und Tod. STILL 2 erzählt vom Schmerz der Liebe und rastlosen Seelen, die zwischen Dies- und Jenseits wandeln, um auch nach dem Tode dem Pfad der Liebe folgen zu können. Das Regie-Quartett schielt mit STILL 2 nach ähnlich gestrickter Ware wie V/H/S 2 oder THE ABC’S OF DEATH, die aus der Horrorfilmwelt mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Im Unterschied zu den bekannten Anthologie-Erfolgen aus Übersee verblasst STILL 2 dagegen deutlich, denn dazu mangelt es dem Streifen einfach an richtigen guten Ideen und Tempo, um im Gedächtnis bleiben zu können. Auch wenn sich thailändische Mädchen an den sportlichen Knaben im Film vermutlich nicht sattsehen konnten (STILL 2 wurde offensichtlich für ein jüngeres Publikum gemacht), dürften hiesige Filmfans trotz blutigem Rot und einigen Schreckmomenten nur ein müdes Lächeln für diese Grusel-Anthologie übrig haben. STILL 2 ist verschenktes Potenzial und leider nur Durchschnittshorror.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein stimmiger Mix aus Blut, Schocks und Gänsehaut. Die Fortsetzung des thailändischen Horrorerfolgs TAI HONG (2010) ist typisch asiatisches Geisterkino, das vorwiegend vom subtilen Angstmachen lebt. In vier vollkommen unterschiedlichen Geschichten wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die mit der Liebe abgerechnet haben und nun Vergeltung für das fordern, was ihnen von den Partnern zu Lebzeiten angetan wurde. Wie in Anthologien üblich, unterscheiden sich die Segmente von der Machart, schließlich steckt hinter jedem Halbstündler ein anderer Regisseur. Die versuchen mit individueller Handschrift etwas Abwechslung in die Horror-Sammlung zu bringen. Gelungen ist ihnen das nur bedingt, denn das Erzähltempo ist teils ziemlich langsam, so dass STILL 2 vor allem in der Halbzeit mit einigen Längen zu kämpfen hat. Immerhin gibt es neben subtilen Gänsehautmachern auch deftige Hausmannskost zu bestaunen. Die letzte Geschichte geizt nämlich nicht mit unangenehmen Schauwerten. So bietet STILL 2 unterm Strich für jeden etwas, bleibt aber trotzdem nur Durchschnittsware, schließlich will man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass man das hier Gebotene schon irgendwo mehrfach gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Zensur

 
 
 
Geschichte Nummer vier reißt alles heraus. Hier werden ziemlich derbe Spezialeffekte gezeigt, die STILL 2 in der deutschen Fassung eine KJ-Freigabe bescheren dürften. Insofern sich ein Verleih daran wagt den Film hierzulande zu veröffentlichen (asiatische Horrorfilme finden bekanntlich immer seltener den Weg in deutsche Händlerregal), wird STILL 2 erst für ein erwachsenes Publikum freigegeben werden – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 


Filmkritik: „Tom Holland’s Twisted Tales“ (2013)

Tom-Hollands-Twisted-Tales
 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES

Story

 
 
 
Altmeister TOM HOLLAND präsentiert neun Geschichten, kurz und reich an Wendungen, die von allerlei Horror-Kram erzählen …
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Kritik

 
 
 
Produzent, Autor, Regisseur und Schauspieler TOM HOLLAND tut es dem Crypt Keeper aus der kultigen TALES FROM THE CRYPT-Reihe gleich. Als makabrer Geschichtenerzähler lässt er nämlich seine eigene Web-Serie auf die Horrorgemeinde los, die nun als TOM HOLLAND’S TWISTED TALES fürs Heimkinomedium gepresst wurde und unter die Leute gebracht werden soll, schließlich sind Horror-Anthologien derzeit so gefragt wie schon lange nicht mehr. In neun mehr oder weniger brauchbaren Kurzgeschichten findet all jenes Verwendung, was im gegenwärtigen Horrorfilm seine Runden dreht. Ob Racheplot, Vampirgurke oder der Deal mit dem Teufel – HOLLAND persönlich hat sich zu knapp 140 Minuten Horror-Trash hinreisen lassen, der zwar zwischenzeitlich ganz gut unterhält, aber kaum Tiefgang bietet. Ursprünglich war das Projekt als Web-Serie für die Horrorseite FEARnet angedacht, was dann auch erklärt, warum TOM HOLLAND’S TWISTED TALES so verdammt kostengünstig ausschaut. Viel Geld war nicht vorhanden, so dass das Resultat nicht einmal ansatzweise den Standards aktueller TV-Serien entspricht. Dennoch hat es HOLLAND irgendwie geschafft, eine Elite der Genre-Schauspielerschaft um sich zu scharen, damit sein Projekt beim Anhänger makabrer Unterhaltung auf möglichst breite Aufmerksamkeit stößt. Neben HALLOWEEN-Sternchen DANIELLE HARRIS, die immer mal wieder selbst in unterirdischem Horror-Abfall vorbeischaut, bekommt der Zuschauer sogar I SPIT ON YOUR GRAVE-Opfer SARAH BUTLER und MAY-Darstellerin ANGELA BETTIS vor die Linse, die die teils etwas unausgereiften Geschichten erträglich halten. Letztere hatte Glück. BETTIS hat sich die Hauptrolle der wohl besten Episode der gesamten Grusel-Sammlung ergattert. In SHOCKWAVE muss sie gemeinsam mit Lover, Haushälterin und Freunden ums Überleben bangen. Eine elektromagnetische Schockwelle rast auf Los Angeles zu und weckt den Überlebenswillen jedes Einzelnen. Ein Schutzraum soll Unterschlupf bieten; darin ist aber nur Platz für zwei. Am Ende der Geschichte wird der Zuschauer mit harscher Gesellschaftskritik und bitterbösem Schluss-Gag konfrontiert, den man so nicht kommen gesehen hat.
 
Ebenso bitterböse enden die Episoden im übrigen samt und sonders. Denn wie der Titel der Anthologie bereits verrät, handelt es sich hier um twistreiche Segmente, die zumeist mit zynischem Abschluss an die beliebte TALES FROM THE CRYPT-Serie erinnern. Für die hatte HOLLAND bereits in den 90ern drei Folgen beigesteuert, bevor sich der Regisseur endgültig aus der Kinolandschaft verabschiedet hat. Leider hat sich der Filmemacher mit seinem unfreiwilligen Leinwand-Ende auch von filmischer Qualität verabschiedet. Vorbei die Zeiten, als HOLLAND Horrorfanherzen im Sturm erobern konnte. Fast dreißig Jahre nach grandiosen Kultwerken wie EINE RABENSCHWARZE NACHT – FRIGHT NIGHT (1985) und CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE (1988) geht er den gleichen Weg, wie viele einst gefragte Altmeister des modernen Horrorkinos. Statt im Kino das Fürchten zu lehren, verdient man sich das Geld mit bedeutungsloser Low-Budget-Massenware. Denn was in den 80ern noch gut angenommen wurde, entlockt Kids von heute nur noch ein müdes Lächeln. Auch HOLLAND’S TWISTED TALES fühlt sich wie Horror aus einer längst vergessenen Zeit an. Der gut gemeinten Hommage an TWILIGT ZONE und TALES FROM THE CRYPT fehlt es an frischen und vor allem zeitgemäßen Ideen. Viele der hastig heruntergedrehten Kurzgeschichten erinnern in ihrer billig wirkenden Inszenierung an schlimmstes VHS-Futter, das dem Filmfreund zu Hochzeiten des Video-Booms in den Videotheken angedreht wurde. Weitaus erschreckender sind jedoch all die minderwertigen CGI-Effekte, für deren dilettantische Umsetzung sich kaum Worte finden lassen. Immerhin sind Horror-Junkies die wohl fehlertolerantesten Fans der Welt. Auch wenn TOM HOLLAND’S TWISTED TALES weit weg ist von perfekter Samstagabendunterhaltung wird auch dieser Billig-Trash seine Liebhaber finden. Im direkten Vergleich zu den üblichen Anthologie-Verdächtigen der letzten Zeit, zieht diese etwas unausgereift Horror-Sammlung auf jeden Fall den Kürzeren.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine makabre Horror-Sammlung für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch. TOM HOLLAND-Anhänger dürften jedoch mit dieser Sammlung zynischer Geschichten das kalte Grausen bekommen und sich leider eingestehen müssen, dass der einst gefragte CHUCKY-Regisseur die besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat. Mit TOM HOLLAND’S TWISTED TALES hat der Filmemacher neun teils wirklich gehaltlose Kurzgeschichten gedreht, die weniger durch Inhalt glänzen sondern vielmehr die Frage aufkommen lassen, warum man auf Biegen und Brechen eine Serie drehen muss, wenn dafür ohnehin kaum Geld zur Verfügung steht. Der herzlosen Anthologie mangelt es an allem. So ärgert am meisten der fiese Video-Look und die teils haarsträubend-miserablen Bluescreen-Effekte, die manchmal sogar noch mieser umgesetzt wurden als das, was man in Streifen der Schundschmiede ASYLUM zu sehen bekommt. Geiz ist nicht immer geil, vor allem dann nicht, wenn ein großer Name auf dem Cover lockt und das Resultat nicht einmal ansatzweise dem gerecht wird, wofür HOLLAND in den 80ern gefeiert wurde. Zwar wurden die semiprofessionellen Geschichten mit Starauftritten bekannter Horrorgesichter bereichert; sieht man allerdings von der Episode mit der BETTIS in der Hauptrolle ab, kann kein Segment wirklich überzeugen. Unterm Strich bleibt eine überflüssige Horror-Anthologie, die man wohl besser als Web-Serie belassen hätte und für die TOM HOLLAND mit Sicherheit keine Lobgesänge erhalten dürfte, auch wenn er sich die Mühe gemacht hat, vor jeder Geschichte als Moderator in Erscheinung zu treten. Daher: 08/15 Fast Food-Horror von der Stange, der nur Hardcore-Fans zusagen dürfte.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Zensur

 
 
 
TOM HOLLAND’S TWISTED TALES ist nicht sonderlich grausamer Schrecken der hierzulande auf Heimkinomedium mit dem roten KJ-Stempel veröffentlicht wurde. Natürlich ungeschnitten – kein Wunder, bleibt großartiges Gemetzel und blutgeiles Gewaltgematsche fast gänzlich aus.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twisted Tales; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p – Full HD)

Laufzeit: ca. 148 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 5 Making of, 3 Trailer

Release-Termin: 24.03.2015

 

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TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Phobia (2009)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)
 


Filmreview: „P.O.E. Project of Evil“ (2012)

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P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse „verschönert“ hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Leider wird der Streifen hierzulande nicht veröffentlicht. Das Filmprojekt wurde im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und kann leider nur auf Filmbörsen oder in auf Horrorfilme spezialisierte Onlineshops erworben werden.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POE – Project Of Evil; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS HD 2.0, Deutsch DTS HD 5.1, Englisch Dolby Digital 2.0,, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,32:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 (BD) / ca. 91 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, 2 Kurzfilme (je ca. 10 Minuten), Trailershow mit drei weiteren Veröffentlichungen des Labels, 84-seitiges Booklet mit den deutschen Übersetzungen aller im Film gezeigten Original-Kurzgeschichten aus der Feder von Edgar Allan Poe

 
 
 
Man muss ILLUSIONS UNLTD. films an dieser Stelle einmal für die mutige Veröffentlichungspolitik loben, denn das österreichische Label bringt seit geraumer Zeit nicht ausschließlich nur Klassiker als deutsche HD-Ersterscheinungen auf den Horror-Markt. Mittlerweile erscheinen in regelmäßigen Abständen sogar neuere Produktionen im deutschsprachigen Ausland, die vermutlich ohnehin keine Freigabe hier in Deutschland erhalten würden. Nach den Splatterstreifen CROSS BEARER, THE CEMETERY und demnächst FIST OF JESUS hat sich das Horror-Label erneut die Rechte an einem äußerst „speziellen“ Indie-Film gesichert, der zur Abwechslung die Marke „Anspruch“ trägt. Auch der experimentale P.O.E. – PROJECT OF EVIL wird mit einer ansprechenden Aufbereitung im Mediabook gehuldigt, wobei man sagen muss, dass diese Veröffentlichung vermutlich die beste weltweit sein dürfte, denn neben eine schicken Verpackung hat sich der Anbieter etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Inneren des Buches befindet sich ein 84-seitiges Booklet mit den deutschen Erstübersetzungen jener EDGAR ALLAN POE Geschichten, die dem Film zugrunde liegen. So können alle Segmente des Streifens mit die Original-Vorlage verglichen werden. Dass sich ILLUSIONS im Gegensatz zu österreichischen Heimkino-Kollegen, wie NSM und XT nicht nur ausschließlich auf Verpackungswahn konzentriert, zeigt einmal mehr die technische Aufbereitung der gebotenen Scheiben. P.O.E. – PROJECT OF EVIL wurde nicht nur mit ansprechender deutscher Übersetzung ausgestattet (von Porno-Übersetzung keine Spur); das Unternehmen hat selbst die Titeleinblendungen der jeweiligen Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzen lassen und an deutschsprachige Untertitel für den Hauptfilm gedacht. Zudem stimmt ein ansprechend gestaltetes Bewegtmenü auf den Hauptfilm ein. Doch all das ist natürlich längst nicht alles, denn Bonus hat es selbstverständlich auch auf die Veröffentlichung geschafft. Zu sehen gibt es neben den obligatorischen Filmtrailer auch zwei Kurzfilme (je rund 10 Minuten), die ebenfalls deutsche Untertitel erhalten haben. Drei Programmvorschauen weiterer Streifen des Publishers sind in einer Trailershow zu finden. Wer Horrorfilme jenseits des Mainstream sucht, ist mit P.O.E – PROJECT OF EVIL gut beraten, zumal sich die Veröffentlichung aus dem Hause ILLUSIONS UNLTD. durchaus gut im Sammlerregal macht. Übrigens erscheint das Mediabook in drei verschiedenen Covermotiven. Jedes Buch ist auf 666 Stück limitiert und kommt in bekannter DVD/Blu-ray-Combo daher. Schnell zugreifen heißt da die Devise, bevor das bevorzugtes Motiv ausverkauft ist und zu Mondpreisen gehandelt wird.
 
 
 
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P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
The Bunny Game (2010)


Review: „The Penny Dreadful Picture Show“ (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den „Biss“, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem „Füllstoff“ auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)