Filmkritik: „Foxy Brown“ (1974)

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FOXY BROWN

Story

 
 
 
Foxy Brown, eine selbstbestimmte junge Frau, nimmt einen Job als hochklassige Prostituierte an, um sich an den Gangstern zu rächen, die ihren Freund ermordet haben.

 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Kritik

 
 
„That’s my sister baby and she’s a whole lot of woman!“
 
Die längsten Reviews sind meist die, in denen man vom allgemeinen Konsens abweicht, eine Außenseitermeinung einnimmt und diese argumentativ belegen muss, um nicht als Troll abgestempelt zu werden – jeder weiß, dass gewisse Werke als großes Kulturgut und guter Film angesehen wird, also warum ellenlang ins immer gleiche Horn blasen? Loblieder über Jack Hills kultigen Blaxploitationklassiker „Foxy Brown“, Abhandlungen über seine Priorität im us-amerikanischen-Indiekino sowie den Gegenpol zur chauvinistisch-rassistischen Repräsentation schwarzer Frauen im Kino zur Zeit gibt es bereits zu Genüge, auch habe ich nicht viel an diesem Werk zu bemängeln – wir können uns also kurz halten.
 
„Baby, jail is where some of the finest people I know are these days.”
 
Vor Jahren bereits einmalig auf DVD gesehen und als nett, aber schwächer als „Coffy“ abgetan, war „Foxy Brown“ nun, auf Blu-ray, definitiv eine Neuentdeckung wert und genau die Art Film, die man sich vermutlich immer vorstellt. Im bunt leuchtenden Intro wird zu der wunderbar lebendigen, funkigen Score von Willie Hutch silhouettenhaft sowie erotisch getanzt, was folgt sind 88 Minuten reinrassige Rachekost, die Sozialkritik gerne direkt und unverblümt in griffigen Dialogen auf den Punkt bringt und abseits davon, gerade auf Blu-ray, mit einem wunderbaren Set- und Kostümdesign punktet, das den Zeitgeist nur so atmet. Pam Grier spielt die toughe badass mama charismatisch und wird immer wieder in bildhübschen Kleidern präsentiert, im Nebencast sind gerade die wunderbar gemeinen Antagonisten zu nennen, die natürlich zwischen korrupten Anzugträgern und sexuell aufgeladen devianten, pseudonoblen, stinkreichen Karikaturen schwanken.
 
„We’re gonna kill us a couple of niggas!“
 
O-Ton-Pflicht und Slang sind natürlich allgegenwärtig, Sid Haig im sportlichen 70s-Dress hat sichtlich Spaß daran, von Grier angeflirtet zu werden und in diesem so kleinen und unschuldigen und doch so stilprägendem Film Geschichte zu schreiben. „I don’t know, vigilante justice?“ – „It’s as American as apple pie!“ lautet die schlagkräftige Devise unserer Pistole im Afro versteckenden Heldin und wenn es nach einem recht gemütlichem Aufbau mal zu Action kommt, macht diese auch tatsächlich Spaß: Foxy verpügelt eine ganze Kneipe, kaum ist das überlebt kommt annährend blutige Action und bei allen exploitation-Wurzeln kommt der Film insgesamt überraschend zahm daher und driftet nie in eklig selbstzweckhafte Gefilde ab, ohne dass es negativ auffalle. So wird Pam Griers nackter Körper z.B. immer wieder geteast, unscharf oder im Hintergrund oder halb erhascht man ihre Brust, doch gieriges, ewiges Verweilen der Kamera, auffallend voyeuristische Perspektiven oder leere Sex/Gewaltszenen, die nur eben dafür existieren und den Flow des Films aufhalten, sucht man Gott sei Dank vergeblich. Geschmackvoll erotisch, selbstbewusst, frech, mutig, spaßig und kurzweilig als Gesamtpaket, hätte Foxy Brown imo als 80-Minüter doch besser geklappt, da sich szenenweise immer wieder leichte Längen einschleichen – auch das Schauspiel hapert natürlich hier und da, nicht jede Zeile passt perfekt – doch es stört nicht, denn für gelackte Perfektion schau ich diese Filme sicher nicht.
 
 
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Sozial ungerecht behandelte Underdogs in bunt leuchtenden Farben rächen sich zwischen fiesen Kapitalisten und leicht bekleideten Damen gegen den korrupten Staat, dazu Ohrwurm-Funk und Soul zum Mitsingen, so gelungen restauriert dass man jede Wimper zählen kann – was gibt es daran nicht zu mögen? Mehr noch, abseits des offensichtlichen Plots und der starken Protagonistin könnte man gar noch von einem feministischen Rape & Revenge-Film reden, da auch hier tatsächlich eine Vergewaltigung vorkommt, aber nie ausgebeutet oder gezeigt wird – die Konsequenzen bzw. Rache aber sehr wohl, in drastischen Bildern. Das Finale mag vielleicht etwas zu comichaft übertrieben sein, auch die Szene mit dem Richter ggf. etwas zu albern – aber genau diese Mischung macht den Film auch aus, er hat das Herz am rechten Fleck und sollte von jedem Filmfan mit –ploitation-Interesse mal gesehen werden.
 
 
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FOXY BROWN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Foxy Brown ist kein perfekter Film, einen Tacken zu lang und natürlich ein Stück weit vorhersehbar – aber gleichzeitig immer noch genau so cool, funky, kurzweilig, kick-ass, wichtig und sehenswert wie vor mittlerweile fast 50 Jahren. Knappe 8/10.
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Zensur

 
 
 
Alle Veröffentlichungen von „Foxy Brown“ waren bisher ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das hat sich auch bei der HD-Auswertung des Titels nichts geändert. Die deutsche Blu-ray besitzt den roten FSK-Sticker und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Jakob GmbH (Blu-ray im Mediabook auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Foxy Brown; USA 1974

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet, Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 28.03.2020 | KeepCase: 24.04.2020

 

Foxy Brown [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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FOXY BROWN – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 
Superfly (2018)
 
Shaft (2019)
 
Ein Fall für Cleopatra Jones (1973)
 
Jackie Brown (1997)
 
Black Dynamite (2009)
 

Filmkritik: „Das Biest – The Bat“ (1959)

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DAS BIEST – THE BAT

(THE BAT)

Story

 
 
 

Cornelia van Gorder schreibt Kriminalromane und mietet sich zur besseren Konzentration in ein schmuckes und abends nicht mehr ganz so harmloses Sommerhäuschen ein. Das Haus gehört dem örtlichen Bankdirektor, der gerade finanzielle Schwierigkeiten mit seinem Hausarzt hat. Im Ort geht ein Serienmörder um: Das Biest (The Bat, wie der Originaltitel des Films). Der reißt seinen weiblichen Opfern mit einer Stahlklaue die Kehle durch.Nach einigen Irrungen und Wirrungen finden sich unterschiedlichste Charaktere auf Cornelias Schreibe-Exil ein.

 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Kritik

 
 
 
Was folgt ist eine hochgradig charmante, in Horror-Ideen getunkte Variation von Agatha Christies oft bemühtem Rezept AND THE THERE WERE NONE, der als Buch und Film auf Deutsch ganz und gar Millenial-Lappen-inkompatibel ZEHN KLEINE NEGERLEIN heißt. Will sagen, der Fledermaus-Unhold geht um im alten Gruselhäuschen und erntet Leben. Der Zuschauer ist angehalten, Nägel kauend mitzurätseln, wer sich hinter der Maske des brutalen Schlitzers mit Fledermaus-Persona verbirgt. Erwartungsgemäß ist eine Theateradaption aus den späten Fünfzigern heute nicht mehr wirklich dazu in der Lage, den hartgesottenen Gore-Apostel an irgendwas anderem als seinem ungesunden Abendessen kauen zu lassen. Nö, DAS BIEST ist (selbst coloriert) was für Fans von schwarzweißen Gruselfilmen, die nicht ganz den filmhistorischen Qualitätsstandard von Universals Klassikern aus den Dreißigern erreichen. Da gab es ja einiges. Geht von weniger erfolgreichen Thrillern der großen Studios, bis zu äußerst günstig produzierten Reißern der wohlweißlich schon so genannten „poverty row“ Studios – in denen sich gerne mal Bela Lugosi sein Morphium-Geld verdient. Wenn man das weiß – und das setzen wir hier einfach mal an unser Publikum glaubend voraus – kann man an diesem alten Schinken seinen Spaß haben.
 
 
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…und mittendrin die verkannte Diva Agnes Moorehead, mit ihrer einzigartigen Optik und einer Rolle – endlich sogar mal eine Hauptrolle für die Charakterdarstellerin erster Kajüte – als Krimi-Schriftstellerin, der das wahre Leben gerade die harten Sachen serviert. Bisschen wie die betuliche Serie MORD IST IHR HOBBY oder so. Könnte man denken. In den USA ist DAS BIEST 1959 ein Double-Feature mit dem ersten MUMMY-Film der britischen Hammer Studios. Der Film ist die damals vierte Adaption eines leicht gruseligen Krimi-Theaterstücks der Autorin Mary Roberts Rinehart, das die 1920 auf ihrem eigenen Roman basierend veröffentlicht. Man merkt, wie sehr das Drehbuch auf einer Theatersituation beruht. Szenenaufbau, Auftritte und Abgänge der Figuren. Alles wirkt, als könnte gelegentlich ein Vorhang fallen. Neben der Meisterleistung von Madame Moorehead darf natürlich, wie könnte es anders sein, die schauspielerische Großartigkeit des mächtigen Vincent Price nicht unerwähnt bleiben. Der tollste aller klassischen Horrorschurken ist mal wieder ein Ausbund an Schmierigkeit, Zwielichtigkeit und allgemeiner Antipathie. Man muss ihn einfach lieben. Auch wenn er erneut einen Bösewicht spielt. Aber das kennt man ja aus 85 Prozent seiner Auftritte.
 
 
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DAS BIEST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
In einem ächzenden Häuschen angesiedelter Gruselkrimi alter Schule. Hier haben Freunde der Universal Studios bestimmt ihren Spaß. Auch Agatha-Christie- oder Edgar-Wallace-Fans machen bei einem Zehn-kleine-Negerlein-Film inklusive Mitratemöglichkeit vermutlich nix falsch. Und Vincent Price ist sowieso immer willkommen.
 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung von DAS BIEST – THE BEAST ist komplett ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sammler alter Horrorfilmklassiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (DVD im Amaray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Bat; USA 1959

Genre: Horror, Mystery, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 Stereo, Englisch DD 2.0 Stereo

Untertitel:

Bild: 1,33:1 (4:3)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Erstmals in kolorierter sowie einer restaurierten s/w Fassung

Release-Termin: 27.03.2020

 

Das Biest -The Bat inkl. kolorierter Fassung [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DAS BIEST – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bat Whispers (1930)
 
The Bat (1915)
 
The Bat (1927)
 

Filmkritik: „Romeo Is Bleeding“ (1993)

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ROMEO IS BLEEDING

Story

 
 
 

Verzwickte Sache. ROMEO IS BLEEDING ist ein klassischer Fall von Film, dessen allzu ausführliche Inhaltsangabe dem neuen Zuschauer den Spaß komplett verderben würde. Also dann in knapp: Gary Oldman spielt den in alle Richtungen korrupten Polizisten Jack Grimaldi, der sich mit der falschen Mafia-Killerin einlässt. Diese tödliche Dame ist nicht nur im Umgang mit Schusswaffen gefährlich, sondern versteht sich auch im Verwenden von Informationen, mit denen sie dem moralisch wackelig dastehenden Gesetzeshüter das Leben völlig zerstören kann.

 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Kritik

 
 
 
Seinerzeit kann ROMEO IS BLEEDING so gut wie gar nicht einsortiert werden. In der Konsequenz sind die Zuschauerzahlen in den Kinos fürchterlich niedrig – erst in der nachfolgenden Videotheken-Verwertung sieht die Sache besser aus. Wohlwollend gestimmte Kritiker zumindest sehen in Peter Medaks Film einen Wegweiser in Richtung verschiedener ultra-brutaler und sich der vorausgegangenen Filmgeschichte bewusster Thriller, wie sie kurz darauf, in der Nachfolge von PULP FICTION zum Rückgrat der Filmindustrie werden sollten. Genauestens beobachtete, am Film Noir geschulte Handlungsfäden, die sehenden Auges in die Vernichtung der Charaktere führen, münden in exzessiven Gewaltausbrüchen. Eine graphisch präsentierte Brutalität, die das Publikum 1993 schlicht so kalt erwischt, dass der nach einem Song des unbesiegbaren und damals noch nicht unbedingt gehypten Tom Waits benannte Film regelrecht unter negativer Mundpropaganda zu leiden hat. Es ist eine Schande, findet hier doch bereits die Verbindung zwischen wasserdicht gescripteten Noir-Strukturen und sadistischen Austickern statt, die 1995 mit dem Fifties-Remake KISS OF DEATH zu Aufmerksamkeit und 1997 mit L.A. CONFIDENTIAL gar zu Oscar-Ehren kommen wird. Vom Elefanten im Raum, Quentin Tarantinos PULP FICTION nämlich, ganz zu schweigen.
 
 
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Gary Oldman, heute natürlich anerkannt als einer der größten lebenden Charakterdarsteller des Kinobetriebs, stellt sich in jenen Tagen, erste Hälfte der Neunziger, ein Portfolio von Rollen zusammen, auf denen sich sein späterer Ruhm begründen wird. Da wäre unstrittig seine Interpretation des Grafen DRACULA – in allen Mutationen, die er in Coppolas Film durchläuft, der grausam-psychotische Dreadlock-Zuhälter Drexel in TRUE ROMANCE oder der noch irrere Junkie-Bulle in LEON – DER PROFI. Sein Officer Grimaldi hier weist in seiner Hilflosigkeit und schließlich fatalen Zerrissenheit schon auf seine ruhiger angelegten Rollen der Zukunft hin und demonstriert die schauspielerische Tiefe und Vielseitigkeit des Iren.
Peter Medak, der in Ungarn geborene Regisseur am Werke, ist eigentlich in so gut wie jedem Genre zuhause. Ein echter Routinier kann man sagen. Sein größter Treffer im Horror-Genre ist 1980 THE CHANGELING, ein bei uns als DAS GRAUEN vermarkteter Geisterfilm mit dem großen George C. Scott, der nicht zu Unrecht als einer der gruseligsten seiner Zunft gilt.
 
 
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ROMEO IS BLEEDING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Peter Medaks schweinisch harter Versuch, den Film Noir in die 90er zu übertragen, sieht nach fast dreißig Jahren besser aus denn je. Damals stellt er sein Publikum vor ein Rätsel. Heute – dreihundert echte und gefälschte Tarantino-Filme später – dürfte die historische Rolle des Thrillers unbestreitbar sein: So gut wie jeder moderne Gangster- oder Polizeifilm, der sich drastischer Gewaltsequenzen bedient, trägt Spuren von ROMEO IS BLEEDING in seiner DNS.
 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Zensur

 
 
 
ROMEO IS BLEEDING erhielt für eine Kinoaufführung im Jahre 1994 eine Erwachsenenfreigabe (FSK18). Diese war ungeschnitten. Später folgte eine ebenso ungeschnittene Fassung auf VHS. Neben dieser lies man auch eine um fünf Minuten gekürzte Version anfertigen, für welche man eine FSK16 erhielt. Diese fand man ziemlich oft in den Videoregalen der Kaufhäuser. Eine noch stärker geschnittene TV-Fassung lief sogar im Fernsehen. Bei dieser fehlten geschlagene zehn Minuten an Filmmaterial. Mit dem Siegeszug der DVD erschien ROMEO IS BLEEDING im Jahr 2000 über EUROVIDEO wahlweise in einer gekürzten FSK16- oder eine ungeschnittenen FSK18-Version auf DVD. Nun hat es der Thriller auch ins HD-Zeitalter geschafft. Erst brachte NSM RECORDS den Streifen ungeprüft im Jahr 2019 im Blu-ray/DVD-Mediabook. Danach ließ das Label den Film neu prüfen und bekam von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form. Diese Filmfassung befindet sich im praktischen Blu-ray-Steelbook, das man nun im deutschen Handel kaufen kann.
 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Romeo Is Bleeding; Großbritannien | USA 1993

Genre: Thriller, Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook | Mediabook

Extras: Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16 seitiges Booklet mit Text von Daniel Wagner und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabooks: 30.04.2019 | Steelbook: 31.01.2020

 
 
NSM hat vier limitierte und von der FSK ungeprüfte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht. Seit Januar 2020 kann man ROMEO IS BLEEDING auch in Deutschland als Blu-ray im Steelbook im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten und ist frei ab 16 Jahren.
 
 

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Romeo is Bleeding [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Romeo is Bleeding [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Romeo is Bleeding [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Kiss of Death (1995)
 
L.A. Confidential (1997)
 

Filmkritik: „Dark Crimes“ (2016)

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DARK CRIMES

(TRUE CRIMES)

Story

 
 
 

Ein Ermittler kurz vor der Pensionierung nimmt sich einen Mordfall in der SM-Szene vor und gerät in einen Strudel aus Gewalt und Perversion, bei dem ein ominöser Autor seine Finger mit im Spiel hat.

 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Kritik

 
 
 
Wenn ein Film gute zwei Jahre lang im Giftschrank verweilt, bis er dann doch hervorgekramt wird, ist das selten ein gutes Zeichen. „Dark Crimes“ entstand schon 2016, wurde jedoch jetzt erst veröffentlicht und vor allen Dingen kann man hier natürlich mit einem Jim Carrey in einer ernsten Rolle werben. Bringen tut das allerdings alles nichts, denn man hat es mit einem sehr uninspirierten Werk zu tun.
 
 
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Der Ermittler Tadek muss im Archiv arbeiten, weil er in der Vergangenheit einen Fall ruiniert hat. Bald steht die Pensionierung an, doch Tadek will erhobenen Hauptes gehen und sichert sich einen neuen Fall, bei dem es um einen ermordeten Geschäftsmann geht, der sich in der SM-Szene bewegte. Seltsamerweise gibt es da den Autoren Kozlow, der in einem Buch den scheinbar identischen Mord beschrieben hat. Also ist sich Tadek sicher, dass Kozlow der Täter sein muss, doch so einfach ist die Sache dann natürlich nicht. Inspiriert wurde das Drehbuch wohl von wahren Begebenheiten, aber das ist nur eine Randnotiz und überhaupt nicht weiter wichtig. Die Story verlässt sich auf die Seh-Gewohnheiten des Krimizuschauers, bietet ein paar falsche Fährten und am Ende ist dann sowieso alles anders, als gedacht. So weit, so gut, nur dummerweise ist diese Geschichte völlig langweilig. Die Auflösung mag noch halbwegs schlüssig sein, wird jedoch keine „Aha“ und „Wow“ Stürme auslösen können. Schlimmer wiegt da schon die Tatsache, dass der Weg zur Auflösung sehr uninteressant gestaltet wurde und es wirklich keine Zutaten gibt, die es nicht schon wesentlich besser gegeben hat.
 
 
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Jim Carrey ist zwar als Grimassenschneider bekannt, aber er hat einige Male bewiesen, dass er auch die ernsten Rollen gut beherrscht. In „Dark Crimes“ kann er allerdings nicht überzeugen. Fast ohne sämtliche Mimik spielt er sich durch das langweilige Drehbuch und wirkt dabei ebenfalls gelangweilt. Wenn man den einstigen Spaßvogel hier so beobachtet, kann man schon den Eindruck gewinnen, dass er die Freude an der Schauspielerei verloren hat. Marton Csokas ist als Gegenspieler aber keineswegs besser. Seine arrogante Rolle lässt keinerlei Sympathien zu und Csokas vermittelt das mit seinem stets ekeligen Grinsen zwar eigentlich passend, jedoch genauso lustlos. Das Talent einer Charlotte Gainsbourg wird in einer Nebenrolle zusätzlich ziemlich verschenkt. Passend zu den bestenfalls passablen Darstellerleistungen gesellt sich eine Figurenzeichnung, die keinerlei eigene Identität besitzt. Die Charaktere langweilen, besitzen kaum Profil und sind einfach nur so da, ohne den Zuschauer jemals irgendwie berühren zu können.
 
 
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„Dark Crimes“ hat den Emotionen aber scheinbar sowieso abgeschworen. Man bekommt es mit einem gänzlich unterkühlten Film zu tun, der keinerlei Gefühl besitzt. Problematisch wird das gerade deshalb, weil man hier auch etwas Drama bieten will und das funktioniert so einfach nicht. Wenn es da diese farblosen Bilder zu sehen gibt, die von einem düsteren, sphärischen Score unterlegt werden, dann kommt eine Finsternis auf, die der Inszenierung leider gar nicht gewachsen ist. Regisseur Alexandros Avranas fällt nämlich überhaupt nichts ein, wie er die Zutaten packend servieren könnte. Oftmals wird einfach nur auf die Gesichter der gelangweilten Schauspieler gezoomt. Daraus kann nichts werden. Zudem mangelt es an Schauwerten, die Kulissen sind ebenfalls langweilig und man wird den Eindruck nie los, dass „Dark Crimes“ ganz schön billig ist. Ein bisschen nackte Haut, reißerisch verpackt, macht das auch nicht gerade unterhaltsamer. Mit einer Laufzeit von rund 90 Minuten ist das eigentlich nicht zu lang ausgefallen und dennoch macht sich schon bald Langeweile breit, die bis zum Schluss einfach nicht verschwinden will.
 
 
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DARK CRIMES – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„Dark Crimes“ will viel, kann im Endeffekt aber kaum etwas bieten. Die Story besitzt ein paar solide Einfälle, ist aber so schrecklich uninteressant geschrieben, dass hier niemals Spannung aufkommen kann. Hinzu gesellen sich Darsteller, die zwar an sich nicht schlecht sind, aber trotzdem nie überzeugen können. Und Jim Carrey kann es auf jeden Fall viel besser. Abgerundet wird der schlechte Eindruck von einer langweiligen Inszenierung und einer Atmosphäre, die so wahnsinnig gerne abgrundtief düster wäre, es aber nie hinbekommt, dem Zuschauer dies zu vermitteln. Das Resultat ist am Ende schlichtweg langweilig!
 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Zensur

 
 
 
„Dark Crimes“ – der übrigens im Original „True Crimes“ heißt – hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Hinzukommt, dass der Film in Deutschland ungeschnitten zu haben ist.
 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: True Crimes; Großbritannien | USA | Polen 2016

Genre: Thriller, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 14.06.2019

 

Dark Crimes [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zodiac – Die Spur des Killers (2007)
 
Hangman – The Killing Game (2017)
 
Schneemann (2017)
 

Filmkritik: „First House on the Hill“ (2017)

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FIRST HOUSE ON THE HILL

(1ST HOUSE ON THE HILL)

Story

 
 
 

Wenn Tarotkarten den Tod bringen: Vier Freunde mieten ein Anwesen, um dort das Wochenende verbringen zu können. Was sie dort aber erwartet, werden sie ihr Lebtag nicht wieder vergessen. Nachdem man ein mysteriöses Tarotkartenspiel findet, geht das Sterben los.

 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Kritik

 
 
 
Es gehört im Horror-Genre seit Jahren zum guten Ton, dass man sich vor Zeiten verbeugt, die das Genre maßgeblich geprägt und es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Da werden gern mal bekannte Rezepturen aus Klassikern stibitzt und namhafte Regie-Legenden zitiert, mit denen man aufgewachsen ist und die man lieben gelernt hat. Der Horror-Thriller FIRST HOUSE ON THE HILL ist so ein Herzensprojekt eines Filmemachers, der das huldigt, was er am liebsten mag: den Giallo. Regisseur MATTEO SARADINI macht keinen Hehl daraus, dass er ein großer Verfechter genannter Filmgattung ist, die in den 1960ern durch MARIO BAVA begründet wurde und in den 1970ern ihren Höhepunkt hatte. In einem exklusiven Interview mit FILMCHECKER erklärte Regisseur MATTEO SARADINI, dass dieser in FIRST HOUSE ON THE HILL versucht zeitgenössischen Teenie-Slasher mit dem italienischen Giallo der 1970er zu verschmelzen. Dafür holte er sich bei bekannten Altmeistern kreativen Input. So standen für seinen interessanten Genre-Mix bekannte Kult-Gialli wie Bavas BLUTIGE SEIDE und IM BLUTRAUSCH DES SATANS Pate. Aber auch Argentos PROFONDO ROSSO oder Ercolis FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT haben den Filmemacher maßgeblich beeinflusst. Angesichts der vielen Vorbilder macht das Resultat neugierig. Leider bleibt das ambitionierte Projekt hinter den Erwartungen zurück. Sein FIRST HOUSE ON THE HILL hat nämlich ein großes Spannungsproblem. Das ist dahingehend enttäuschend, weil der Filmemacher schon an diversen Horror-Produktionen aus dem Hause BLUMHOUSE beteiligt gewesen ist und vermutlich auch weiß, was Horrorfans wollen. So arbeitete er bereits an erfolgreichen Filmen wie GET OUT, VIRAL oder DER KULT. Spannende Hochglanzware, die kurzweilige Unterhaltung bot. Von der ist FIRST HOUSE ON THE HILL – man muss es leider sagen – weit entfernt. Bedauerlich.
 
 
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Die Geschichte von FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich umfangreich. Es geht um vier junge Leute, die in einer prunkvollen Villa im amerikanischen Malibu das Wochenende verbringen wollen. Die Hauseigentümerin verhält sich zwar etwas seltsam bei der Übergabe der Schlüssel, aber das beunruhigt die Freunde nicht. Man will baggern und flirten, was bei der schüchternen Valerie nicht so gut ankommen will. Die wurde religiös erzogen und hat andere Dinge im Kopf, als Männer und Sex. Doch die Lust am anderen Geschlecht schwindet, als man im oberen Stockwerk eine übel zugerichtete Leiche findet. Was ist hier passiert? War es Selbstmord? Der Fund beunruhigt, doch Telefone funktionieren nicht, weil jemand die Handys unbrauchbar gemacht hat. Somit kann keine Hilfe gerufen werden, was die Freunde dazu veranlasst Ruhe zu bewahren und auf den Morgen zu warten. Währenddessen findet man mysteriöse Tarotkarten, die ausprobiert werden müssen. Ein fataler Fehler, denn kaum hat man Kontakt mit dunklen Mächten aufgenommen, geht es in der Villa drunter und drüber. Was folgt, ist ein Kampf um Leben und Tod, denn offenbar meint es das Schicksal nicht gut mit unseren Freunden. Ob man die Nacht heil überstehen wird?
 
 
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Was für ein Augenschmaus. FIRST HOUSE ON THE HILL schaut verdammt gut aus. Ausgefallene Kamerawinkel, schnelle Zooms, atmosphärische Kamerafahrten und jede Menge Farbspielereien sorgen für Stimmung. Hier hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und italienische Giallis studiert, um deren Erfolgsrezeptur auch auf seinen Film übertragen zu können. Der Giallo FIRST HOUSE ON THE HILL macht den Vertretern dieser Gattung Film alle Ehre. Fast schon möge man meinen, dass Amerika den Giallo für sich wiederentdeckt hat und ihm ein kleines Revival spendiert. Doch so schnell wie die Euphorie gekommen ist, verschwindet sie auch schon wieder. Hinter schönen Bildern schlummert nämlich gähnende Leere. FIRST HOUSE ON THE HILL hat außer der atmosphärischen Bilderflut kaum etwas zu bieten, was wohl daran liegt, dass man sich beinahe krampfhaft am Zitieren festklammert. Das hat zur Folge, dass die Geschichte auf der Strecke bleibt. Die kommt hier kaum in Fahrt, was das Folgen der Handlung erschwert. Da werden Augenlider schnell schwer, weil Regisseur MATTEO SARADINI zu lange damit beschäftigt ist, seine Figuren und die rudimentäre Handlung einzuführen. Demzufolge dauert es lang, bis endlich etwas passiert und die ersten Morde geschehen. Die sind immerhin handgemacht und lassen in ihrer für heutige Verhältnisse bewusst dilettantischen Inszenierung kurz das italienische Horror-Kino der 1970er Revue passieren. Dennoch, bei soviel Herzblut tut es in der Seele weh FIRST HOUSE ON THE HILL als durchschnittlich bewerten zu müssen. Irgendwie ist dieser Neo-Giallo weder Fisch noch Fleisch, denn Gebotenes wirkt leider nur halbgar. Die Darsteller sind unsympathisch und deren Ableben macht gleichgültig. Kein gutes Aushängeschild für einen Horrorfilm. Allen Giallo-Fans wird das aber egal sein. Die werden vermutlich rasch in Erinnerungen schwelgen und FIRST HOUSE ON THE HILL zum neuen Kult-Giallo deklarieren. Demzufolge ist dieser Ausflug ins italienische Horror-Kino der 1970er nur jenen zu empfehlen, die mit so Namen wie DARIO ARGENTO, SERGIO MARTINO oder DUCCIO TESSARI etwas anfangen können. Fürs hochglanzverliebte Mainstream-Publikum hingegen ist FIRST HOUSE ON THE HILL vermutlich eher eine Fehlinvestition und Zeitverschwendung. Aber wie sagt man so schön: Jeder Film findet irgendwann schon seine Fans.
 
 
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FIRST HOUSE ON THE HILL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckende Hommage an die Spaghetti-Slashers der 1970er. Der gerade einmal in zehn Tagen und mit kaum Budget gedrehte Neo-Giallo entpuppt sich als ambitioniertes Projekt eines Italieners, der zweifelsohne ein großes Herz fürs Giallo-Kino besitzt. Alles sieht tatsächlich so aus, als wäre es in den 1970ern aus Italien exportiert worden. Das freut einerseits, doch FIRST HOUSE ON THE HILL ist ein sehr zähes Giallo-Erlebnis, weil er einfach zu lange benötigt, um endlich mal zum Punkt zu kommen. Einen richtigen Spannungsbogen gibt es nicht. Stattdessen hält sich der Streifen ausschließlich mit Zitaten und kunstvoll inszenierten Bildern über Wasser. Im Interview erklärte uns Regisseur MATTEO SARADINI, dass er die Geschichte zum Film zusammen mit Hauptdarsteller KRISTIAN MESSERE schrieb und sich für seine Thriller von so Größen wie BAVA, ERCOLI und ARGENTO inspirieren ließ. Zudem wurde das Projekt maßgeblich vom tschechischen New-Wave-Kino der späten 60er Jahre geprägt und Meister der Vintage-Music CARLO PODDIGHE hat mit alten Keyboards aus den 70ern und 80ern komponiert, um die Atmosphäre jener Zeit einfangen zu können. Das sind Zutaten, die jedem Giallo-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auf visueller Ebene gelingt das dem Neo-Giallo zweifelsohne. Mit dem Drehbuch und den unsympathischen Darsteller tut sich FIRST HOUSE ON THE HILL aber keinen Gefallen. Die sind leider nicht das Gelbe vom Ei und schmälern den Sehgenuss. Schade!
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Zensur

 
 
 
FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich brutal. Die Morde werden sehr übertrieben und künstlich zelebriert. Das ist aber so gewollt, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um einen Giallo aus den Spätsiebzigern handelt. Sollte der Streifen eine deutsche Auswertung erhalten, dürfte problemlos eine FSK16 möglich sein. Wer den Film auf der großen Leinwand sehen möchte, kann ihn im April 2018 auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL sehen. Dort wird er in einer vom Regisseur überarbeiteten Fassung aufgeführt werden. Inwieweit diese sich von jener Filmversion unterscheidet, die uns zur Besprechung vorlag, können wir leider nicht sagen.
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nocturnal Eye Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
Tulpa – Dämonen der Begierde (2012)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Amer (2009)
 

Filmkritik: „Muse“ (2017)

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MUSE – WORTE KÖNNEN TÖDLICH SEIN

(MUSA | MUSE)

Story

 
 
 

Dante verfiel Beatrice, Petrarca schmachtete nach Laura und Shakespeare verging nach seiner Dark Lady. Seit jeher inspirieren Musen das Schaffen von Künstlern und Dichtern. Doch was wäre, wenn sich hinter unbeschreiblichen Schönheiten mörderische Kreaturen verstecken würden, die durch die Macht der Poesie töten? Im Film MUSE haben einige Musen berühmter Dichter einen geheimen Hexenbund geschlossen. Sie binden Menschen mit der Macht des Wortes und benutzen zu Reim und Papier gebrachte Emotionen als tödliche Waffen. Ein traumatisierter Literaturprofessor kommt dem mysteriösen Zirkel auf die Schliche und fordert das Böse heraus.

 
 
 


 
 
 

MUSE – Kritik

 
 
 
Filmemacher JAUME BALAGUERÓ ist wieder da. Der hat sich in letzter Zeit rar gemacht und musste offenbar nach den letzten größeren Produktionen etwas Kraft tanken. Ganz unbegründet ist der kleine Boxenstopp jedoch nicht. Der spanische Regisseur war nämlich an den wichtigsten größeren Horror-Produktionen der letzten zehn Jahre beteiligt, die im Land des Stierkampfs und der Paella entstanden sind. So gehen auf sein Regie-Konto nicht nur die Filme [REC], [REC]² und [REC] – Teil 4. Auch am Evil-Dead-Klon CAMP – TÖDLICHE FERIEN sowie dem Remake zum Home-Invasion-Horror INSIDE war der Spanier beteiligt. Letzterer kam leider bei Kritikern und Fans gar nicht gut an – zu Recht! Mit MUSE kehrt der Regisseur zu den Anfängen zurück. Statt Gore und Splatter, knüpft er mit MUSE da an, wo er mit den Filmen DARKNESS und FRAGILE einst den Fuß ins Horror-Business bekommen hat. Das bedeutet: subtiles Grauen – weit weg von plakativer Gewalt. Ob er damit erfolgreich sein wird?
 
 
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Was für ein Schock für den erfolgreichen Literaturprofessor Samuel Solomon. Gerade eben lag der noch mit Freundin Beatriz glücklich im Bett und gestand ihr seine unerbittliche Liebe. Im Moment darauf ist sie tot. Todesursache: Selbstmord. Die Gründe bleiben schleierhaft. Bis plötzlich seltsame Dinge geschehen. Samuel wird nämlich von Albträumen geplagt, die den Tod einer mysteriösen Frau vorhersagen. Als diese dann tatsächliche tot aufgefunden wird, zweifelt der Gelehrte an seinem Verstand. Da geht doch etwas nicht mit rechten Dingen zu. Ein Grund mehr den Tatort ausfindig zu machen und nach Antworten zu suchen. Ein Fehler, denn statt Erleuchtung zu erlangen, werfen Nachforschungen weitere Fragen auf. So begegnet Samuel am Ort des Geschehens der attraktiven Rachel, die von den gleichen geplagt wird und nun ebenfalls nach Antworten sucht. Sie tut sich mit dem Literaturprofessor zusammen und entfacht dabei einen Strudel von Umständen, der das Leben beider maßgeblich verändern wird.
 
 
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FRANKA POTENTE in einer spanischen Genre-Produktion aus dem Hause FILMAX? Ja, man hat richtig gelesen. Die, durch LOLA RENNT auch international bekannte Deutsche, ist mit von der Partie und hat sich eine Nebenrolle ergattert, in der sie auf relativ skurrile Weise ihr Leben lassen muss. Aber nicht nur die Potente verblüfft durch ihr Erscheinen. Auch Altstar CHRISTOPHER LLOYD lässt sich kurz blicken und scheint offenbar Gefallen an Auftritten in Produktionen gefunden zu haben, die weit weg von Hollywood entstehen. So sah man den Schauspieler zuletzt im Indie-Horror I AM NOT A SERIAL KILLER, der Eindruck hinterließ, weil der ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Star darin bewies, dass er weit mehr kann als lustig. Gleiches trifft auch im übernatürlichen Thriller MUSE zu, der den in die Jahre gekommenen Schauspieler von einer ganzen anderen, verstörten Seite zeigt, die ihm aber ziemlich gut steht. Dass beide Schauspielgrößen hier mitwirken, ist aber wohl nicht zufällig. MUSE (im Original MUSA) ist nämlich die Kinoadaption eines erfolgreichen Romans aus der Feder des ehemaligen Psychiaters JOSÉ CARLOS SOMOZA, der sich in Literaturkreisen durch ungewöhnliche Kriminalromane einen Namen machen und damit auch einige Preise abräumen konnte. Seine Geheimrezeptur: provokante Szenen in Kombination mit philosophischen Elementen. Gleiches trifft auch auf den Mystery-Thriller DIE DREIZEHNTE DAME zu, der hier quasi als Grundlage diente und bereits Leseratten schlaflose Nächte bereiten konnte.
 
 
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Ganz so spannungsgeladen wie der Roman kommt die filmische Adaption leider nicht daher. MUSE beginnt stark, ebbt aber ab Filmmitte ziemlich schnell ab. Irgendwie schafft es Regisseur JAUME BALAGUERÓ nicht das Spannungslevel bis zum Schluss konstant zu halten. Das ist schade, weil MUSE mit seiner düsteren Bildsprache durchaus Gänsehautpotenzial besitzt und auch hinsichtlich Atmosphäre groß auffährt. Offenbar scheint Filmemacher JAUME BALAGUERÓ während der Dreharbeiten die Lust verloren zu haben. Was nämlich ambitioniert und spannend beginnt, verwandelt sich nach der Halbzeit in einen konfusen und beliebigen Mystery-Krimi, der nur noch ein Ziel hat: irgendwie zum Ende zu kommen. Da wird plötzlich die zuvor bedachte Entwicklung der Figuren vernachlässigt, die nun von Ort zu Ort getrieben werden, um ein unheimliches Rätsel zu lösen. Das hat zur Folge, dass deren Schicksal gleichgültig macht und die überraschende Auflösung des Spuks gar nicht mehr so vor den Kopf stößt, wie es zuvor noch dem Roman gelang. MUSE ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jedes Buch auch unbedingt auf die Leinwand muss. Manchmal ist es doch besser das Kopfkino beim Lesen von Büchern anzuknipsen. Das beschert nicht selten mehr Gänsehaut, als auf Zwang festgehaltenes Grauen auf Zelluloid.
 
 
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MUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Mystery-Thriller mit hervorragender Besetzung. Der spanische Film MUSE hätte großartiges Gruselkino werden können, wenn man sich mehr Gedanken darüber gemacht hätte, wie man den spannenden Buchstoff gleichwertig auf die Leinwand transportieren könnte. Die Kinoadaption des Romans DIE DREIZEHNTE DAME hat nämlich so seine Probleme mit dem Spannungsaufbau. Was spannend beginnt, wird ab Filmmitte irgendwie beliebig und vor allem konfus. Erklärungen und Hintergrundinformationen? Fehlanzeige! Stattdessen werden hier ahnungslose Figuren von Anhaltspunkt zu Anhaltspunkt getrieben, um ein unausgereiftes Puzzle zu lösen, dem das Folgen schwergemacht wird. Zwar sieht alles atmosphärisch aus, aber unter der schönen Hülle wird schnell klar, dass MUSE auch nur ein weiterer unheimlicher Thriller ist, der dem Zuschauer mit leicht durchschaubaren Taschenspielertricks das Geld aus der Brieftasche ziehen möchte. Besser das Buch lesen. Das hat mehr Substanz
 
 
 


 
 
 

MUSE – Zensur

 
 
 
MUSE ist mehr subtiler Gruselfilm mit unheimlichen Bildern statt Schlachtplatte. Die meisten Morde passieren im Off. Was man zu sehen bekommt: aufgeschnittene Pulsadern und eine zerfleischt Katze. Zudem knabbert sich eine Filmfigur die Hände blutig. Der Körper einer anderen Filmfigur wird mit Sprüchen verstümmelt. Hierzulande hat MUSE problemlos die FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

MUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Muse; Belgien | Frankreich | Irland | Spanien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 09.10.2018

 

Muse – Worte können tödlich sein [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 
 


 
 

MUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Filmax International | Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt (2006)
 
Wir sind die Nacht (2010)
 
Suspiria (1977)
 
Mother of Tears (2007)
 

Filmkritik: „I Remember You“ (2017)

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I REMEMBER YOU

(Ég man þig)

Story

 
 
 
Im ländlichen Island geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das Verschwinden eines kleinen Jungen bringt einen mysteriösen Mordfall ins Rollen, der selbstverständlich gelöst werden muss.

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Kritik

 
 
 
Jedes Jahr um die Sommerzeit zieht ein Fest durch Deutschland, das Genre-Fans hellhörig werden lässt. Dort nämlich werden aktuelle Filme aus den Bereichen Horror, Thriller und Fantasy auf die Leinwand gebracht, die es nach der Aufführung gern mal auf DVD und Blu-ray schaffen. Die Rede ist vom FANTASY FILMFEST, das sich mittlerweile zur ersten Adresse bei Fans des phantastischen Kinos entwickelt hat, weil die Veranstalter Spreu vom Weizen trennen. Statt üblen Low-Budget-Unfug und austauschbare Billigware zu zeigen, versuchen die Macher Filme aufzuführen, die auch einem gewissen Qualitätsstandard entsprechen. Wohl auch ein Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung, weil das Fest vor Augen führt, dass unabhängiges Genrekino weit mehr kann, als das was uns Hollywood versucht vorzugaukeln.
 
 
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Weg vom bekannten Gruseleinerlei hin zu unkonventioneller Angstmacherei. Mit genau jenem Konzept konnte auch das isländische Mysterydrama I REMEMBER YOU glänzen, das sich auf genannter Veranstaltung als Publikumsliebling entpuppte. Während das FANTASY FILMFEST nämlich in verschiedenen Städten eine Reihe von Genrestreifen im Kino zeigt, darf das Publikum die Besten der Besten küren. Dabei mauserte sich genannter Island-Export schnell zum Geheimtipp und kletterte mit seiner etwas anderen Machart an die Spitze der beliebtesten Gruselfilme des FANTASY FILMFEST 2017. Ganz unbegründet ist die Entscheidung der Zuschauer nicht. I REMEMBER YOU ist nämlich wirklich gut, aber zweifelsohne nichts fürs Kommerzpublikum. Allein dessen ist dieser isländische Genre-Beitrag aber schon mal eine Sichtung wert.
 
 
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I REMEMBER YOU beansprucht die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hier werden nämlich zwei Geschichten erzählt, die offenbar miteinander verbunden sind. So wollen drei junge Leute auf einer isländischen Insel ein Haus auf Vordermann bringen, um es zahlenden Touristen als Bed-and-Breakfast-Hotel zur Verfügung zu stellen. Die Arbeiten sind mühselig, hat seit über 60 Jahren kein Mensch mehr hier gewohnt. Doch die Renovierungsarbeiten stehen unter keinem guten Stern. In der Hütte scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen und auch zwischen den Anwesenden beginnt es bald zu brodeln, weil private Konflikte ans Tageslicht kommen. Währenddessen wird Kilometer weiter ein seltsamer Selbstmord untersucht. Dort hat sich eine alte Dame das Leben genommen auf deren Körper man sonderbare Verletzungen findet. Der ermittelnde und selbst von Sorgen zerfressende Psychologe Freyr beginnt zu forschen und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihm bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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Auf Island kommt man langsam in die Gänge. Nach dem unheimlichen Abschiedsdrama RIFT folgt nun ein weiterer Gruselfilm, der gekonnt die Kulisse isländische Abgeschiedenheit nutzt, um daraus düstere Unterhaltung mit Anspruch zu machen. Offenbar nimmt man sich Schweden als Vorbild, wo selbst die Traumfabrik vor der unkonventionellen Machart den Hut zog und sich Rechte für Genre-Ware krallte, um daraus neu interpretiertes Kinomaterial im amerikanische Stile zu produzieren. Gleiches könnte auch mit I REMEMBER YOU passieren, denn der Film besitzt eine verschachtelte Geschichte, die gleichzeitig auch die Quintessenz dieses etwas anderen Geisterfilms ist. Spuk ist hier zwar vorhanden, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen seltsame Todesfälle, die gelöst werden müssen. Passender Stoff also für Hobby-Detektive und leidenschaftliche Krimifans, denn I REMEMBER YOU ist bei genauerer Betrachtung eher ein spannender Kriminalfall, welcher an skandinavische TV-Thriller erinnert und sich erst am Ende im Geisterfach verirrt, um etwas Gänsehaut bescheren zu können. Dabei nimmt sich Regisseur ÓSKAR THÓR AXELSSON besonders viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und analysiert dabei auch die Sorgen seiner authentischen Hauptdarsteller, die ohnehin schon von Schicksalsschlägen gebeutelt sind. Das macht I REMEMBER YOU auch auf emotionaler Ebene brauchbar und glaubhaft, was vor allem Schauspieler JÓHANNES HAUKUR JÓHANNESSON zu verdanken ist, der hier als Psychologe wegen des verschwundenen Sohns durch die Höhle geht. Mit ihm fühlt man mit, weil der unter dem kuriosen Verschwinden seines Kindes leidet. Der begegnet dem Sohnemann plötzlich an den undenkbarsten Orten und folgt ihm auf eine Spur, die am Ende des Rätsels Lösung ist. Berührend – auch wenn erst nach und nach viele Puzzleteile ein plausibles Ganzes ergeben.
 
 
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Der langsam und bedacht inszenierte I REMEMBER YOU beweist einmal mehr, dass es kein Blut oder reißerischer Spezialeffekte bedarf, um spannende Geschichten zu erzählen. Hier wird unheimliche Stimmung auf anderem Wege hervorgerufen. Der Film bewirkt gespenstiges Unbehagen durch einfache Mittel, wie sporadische Belichtung, trostlose Kulissen und grummelnden Sound. Letzterer dürfte Besitzer von Heimkinoanlagen das Fürchten lehren, weil der Subwoofer just in jenen Momenten besonders aktiv wird, wenn drohendes Unheil naht. Effektive Gruselzutaten, um einen sehenswerten Genrefilm zu inszenieren. Das ist I REMEMBER YOU mit Sicherheit.
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die isländische Version des gefeierten Geisterklassikers WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN. Was hier wie eine Folge CSI:Rejkjavik beginnt, mausert sich ganz schnell zu einem fesselnden Mysterythriller, der vor allem wegen seiner verworrenen Handlung und der für Gruselfilme eher ungewöhnlichen Kulisse auf ganzer Linie überzeugt. Karge Landschaften treffen auf nicht minder karg eingerichtete Häuser und von Sorgen geplagte Figuren, die Teil eines ungewöhnlichen Genre-Mixes sind, der auf einem bekannten Bestseller beruht. Den Plot zum Film hat sich nämlich die vielfach ausgezeichnete Kriminalautorin YRSA SIGURÐARDÓTTIR ausgedacht, die mit dem zugehörigen Roman „Ég man þig“ einen isländischen Krimi verfasst hat, der angeblich bei Erscheinen im Jahr 2010 so viele isländische Leser nächtelang wach gehalten hat, wie wenige Bücher zuvor. Ganz unbegründet ist die Hype nicht. Auch die Verfilmung ist nicht ohne und fesselt mit mehreren Erzählebenen bis zum Schluss. Schnell ist man mittendrin und kann sich dem Mysterium nicht mehr entziehen, das sich im Film wie eine Schlaufe um alle Beteiligten zieht. I REMEMBER YOU besitzt zwar einen unterkühlten Look, ist aber zutiefst emotional und atmosphärisch stimmig. Da sag noch einer, die Isländer würden von der übrigen Welt nichts mitbekommen. In Sachen Genrefilm hat man auf der Insel im Norden offenbar einiges dazugelernt. I REMEMBER YOU zumindest ist eine Glanzleistung in Sachen Mysterykino. Geheimtipp für anspruchsvolle Cineasten!
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Zensur

 
 
 
I REMEMBER YOU hat eigentlich kaum Gewalt zu bieten. Zwei Protagonisten werden von herabfallenden Steinen erschlagen und verenden an ihren Verletzungen. Zudem gibt es eine mumifizierte Kinderleiche und tote Körper mit seltsamen Wundmalen zu sehen. Hierzulande hat der isländische Horrorfilm eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ég man þig; Island 2017

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Isländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 18.01.2018

 

I Remember You [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Go On (2016)
 
Devil in the Dark (2017)
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)
 

Filmkritik: „Sacrifice – Todesopfer“ (2016)

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SACRIFICE – TODESOPFER

(SACRIFICE)

Story

 
 
 

Eine Frauenärztin verschlägt es samt ihres Gatten in die Provinz, wo sie einem mysteriösen Kult auf die Schliche kommt.

 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Kritik

 
 
 
Totgeglaubte leben länger! Filmemacher PETER A. DOWLING war vor vielen Jahren mal kurzzeitig ziemlich gefragt. 2008 zeichnete der für die Regie des Horrorfilms STAGE NIGHT verantwortlich und steuerte einige Zeit zuvor sogar das Drehbuch zum Thriller FLIGHTPLAN mit JODIE FOSTER bei. Danach war plötzlich Funkstille. Lange war es still um den Regisseur – jetzt ist er wieder da und zwar mit einem Beispiel für derzeit so beliebten Okkult-Horror. Wer jetzt aber glaubt, dass mit SACRIFICE beunruhigende Dämonenaustreibungen oder blutige Rituale über den Fernseher sausen, der irrt. Viel mit Horror hat der Streifen nämlich nicht am Hut. SACRIFICE ist eher im Thriller-Genre beheimatet und richtet sich mit Puzzle- und Rätseltaktik an ein eher knobelerprobtes Krimi-Publikum, das mehr an Detektivarbeit interessiert ist und weniger blutiges Einerlei auf der Mattscheibe sehen will. Demzufolge steht ein okkultes Ratespiel über mysteriöse Ritualmorde im Mittelpunkt, das es zu lüften gilt. Kinogänger mit Vorliebe fürs Grobe dürfte so etwas natürlich langweilen.
 
 
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Wieder mal verirrt sich Schauspielerin RADHA MITCHELL in einen Film fernab von Liebe und Herzschmerz. Sie scheint Gefallen an Kinostreifen gefunden zu haben, wo es gerne mal deftig und düster zur Sache geht. Zuletzt war das mit dem Mystery-Film THE DARKNESS der Fall. Aber auch in der Videospielverfilmung SILENT HILL und dem Found-Footage-Schocker EVIDENCE schlug sie sich wacker als Heldin durch ungemütliche Albtraumszenarien. Auch im mysteriösen Sekten-Thriller SACRIFICE hat sie die Heldenrolle ergattert und verkörpert Tora, eine Frau mittleren Alters, die zwar als Frauenärztin Schwangere berät, aber selbst keine Kinder bekommen kann. Nach einer weiteren Fehlgeburt, entscheidet Gatte Duncan (RUPERT GRAVES), dass das Leben auf dem Land weitergeht. Fernab der Großstadthektik soll auf den schottischen Shetland-Inseln ein Gang heruntergefahren werden. Das Leben scheint hier stillzustehen und auch der angeschlagenen Tora geht es langsam wieder besser. Leider schreibt das Leben manchmal die sonderbarsten Geschichten. Als Tora hinter dem Haus im Boden den Körper einer übel zugerichteten Frau entdeckt, ist Schluss mit Erholung. Der Leichenfund wirft Fragen auf. Nicht nur, dass auf der Haut der Toten rätselhafte Symbole eingeritzt wurden; auch das Herz der Frau wurde offenbar bei lebendigem Leibe entfernt. Leider werden die Akten bald geschlossen, denn Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Moorleiche bereits seit Jahrhunderten ihr Dasein unter der Erde fristet. Doch Frauenärztin Tora ist da anderer Meinung. Die vermutete einen frischen Mord, stellt eigene Ermittlungen an und wittert das Werk eines ominösen Kultes, der seit Jahrhunderten auf den Inseln sein Unwesen treibt.
 
 
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Spannende Sonntagabendunterhaltung – simpel gestrickt, aber immerhin kurzweilig. Leider hat SACRIFICE ein großes Problem. Der Film ist leicht zu durchschauen und wirkt an vielen Stellen vorhersehbar. Wieder einmal ist es eine Kleinstadt, die zusammenhält. Hier kennt jeder jeden und Traditionen sind dazu da, um sie aufrechtzuerhalten. Demzufolge weiß natürlich niemand von nichts – obwohl von Anfang an klar ist, dass auf dieser Insel der Teufel zu Hause ist. SACRIFICE orientiert sich an den typischen Vertreter der Gattung Kleinstadt-Okkult-Horror, wie er Anfang der Siebziger in Robin Hardys legendärem THE WICKER MAN seine Vorlage für die Ewigkeit fand. Wer zu viele Fragen stellt wird ausradiert – ebenso die, die beim Auflösen behilflich sind. Doch die Heldin ist hartnäckig und zeigt, was eine Harke ist. Sie kommt beim Recherchieren zwar nur schleppend voran, enttarnt aber am Ende die hinterlistige Saubande. Mit Originalität hat das nichts im Entferntesten zu tun. So geht es gradlinig voran und Anhaltspunkte werden schlüssig kombiniert. Leider wirkt das Detektivspiel teils sehr konstruiert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass man unterhalten wird. SACRIFICE erinnert an die vielen skandinavischen Thriller, die in den letzten Jahren vor allem des kühl-trostlosen Filmlooks wegen auffallen und öfters auf den Öffentlich Rechtlichen TV-Sendern gezeigte werden. Wenn man also schön gefilmten, aber anspruchslosen Stoff fürs Abendprogramm benötigt, ist man hier gut aufgehoben. Richtige Nervennahrung oder gar Suspense-Horror sieht aber anders aus!
 
 
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SACRIFICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SACRIFICE basiert auf dem erfolgreichen Roman von Autorin SHARON J. BOLTON, ist aber nichts Großes. Hinter dem geradlinig erzählter Sekten-Thriller ohne Überraschungen steckt einfach gut verdauliche Detektivarbeit, bei der man irgendwie nicht das Gefühl loswerden möchte, als wollte man hier anfänglich was fürs Fernsehen drehen. Demzufolge ist Gezeigtes nicht sonderlich anspruchsvoll, glänzt aber immerhin mit typisch schottischer Kulisse. Leider hat SACRIFICE nur wenig mit Horror am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem vielversprechenden Filmtitel ein kurzweiliger Okkult-Krimi mit Thriller-Elementen, den man sich anschauen kann, wenn mal gerade nichts in der Glotze kommt. Man macht aber auch nichts falsch, wenn man SACRIFICE einfach mal auslässt. Von missraten kann hier zwar nicht die Rede sein. Trotzdem kommt – wenn man das so sieht – mal wieder die Erkenntnis in den Kopf, dass manche Bücher nicht zwingend verfilmt werden müssen. SACRIFICE gehört ins Buchregal, aber nicht auf die Mattscheibe.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Zensur

 
 
 
Wer jetzt glaubt, dass hier Gewalt zelebriert wird, der irrt. SACRIFICE ist relativ harmlos. Es gibt nahezu kaum etwas zu sehen. Am Ende bekommt ein Bösewicht einen Dolch in den Körper gejagt. Wegen der düsteren Thematik über Morde und Rituale hat es aber immerhin für eine FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sacrifice; Deutschland | Irland | USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @50 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 20.04.2017

 

Sacrifice – Todesopfer [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 
Rosemaries Baby (1968)
 

Filmkritik: „Thief – Der Einzelgänger“ (1981)

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THIEF – DER EINZELGÄNGER

Story

 
 
 

Frank (James Caan) kommt aus der Hölle der amerikanischen Unterklasse. Als Waise aufgewachsen in brutalen Kinderheimen und als junger Kerl von älteren Gangstern wie dem Meisterdieb Okla (Country-Sänger Willie Nelson) beeinflusst und geformt, ist Frank inzwischen professioneller Diamantenräuber mit großem Namen in der Unterwelt. Sein gemachtes Geld wäscht er mit seinem eigenen Autohaus und einer kleinen Bar in Chicago. Im Portemonnaie trägt er eine Postkarte, auf der er all das geklebt hat, was er sich für sein Leben, abseits der aufgeschweißten Tresorräume und geknackten Alarmanlagen wünscht: Eine Frau plus Familie, Frieden, genug Kohle und die Nähe des Ersatzvaters Okla. Der sitzt im Gefängnis und hat nicht mehr lange zu leben. Frank sieht die Zeit an sich vorüberziehen und setzt sich unter Druck. Wie besessen forciert er eine Beziehung mit einer hübschen Diner-Bedienung. Währenddessen gerät er in den Dunstkreis einer lokalen Gangsterbande, die seine Dienste für einen Raub von noch nicht da gewesener Präzision, am anderen Ende der USA, in Kalifornien, gewinnen möchte. Im Spagat zwischen Mafia, der Polizei und dem erträumten Familienleben droht Frank zu zerreißen.

 
 
 


 
 
 

THIEF – Kritik

 
 
 
THIEF – DER EINZELGÄNGER war 1981 Michael Manns (ROTER DRACHE, HEAT) erste Regiearbeit im Kino. Seinen Stil bringt der Regisseur bereits in seinem Debütfilm beeindruckend souverän auf den Punkt.
 
 
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Was Kritiker des Filmemachers gerne gegen diesen US-Ästheten ins Feld führen ist die irrwitzig doofe Behauptung, in seinen Filmen ginge Form über Inhalt, Style over Substance. Sogar der Vorwurf. MMs Filme sähen aus wie TV-Serien aus den achtziger Jahren. Au contraire. Die Fernseh-Eighties sahen aus wie Michael Manns Filme! Schließlich ist der Gute ganz nebenbei der Erfinder des modewilden Krimi-Schlachtrosses MIAMI VICE mit all seinen in New-Age-Synthesizer-Scores getunkten Breitwand-Panoramen Floridas, vor denen sich die windigen Schönlings-Bullen in grässlichen, hochgekrempelten Designer-Sakkos fläzen durften. Lustig, dass Manns eigenes Remake zu MIAMI VICE, mit Colin Farrell und Jamie Foxx vor ein paar Jahren im Kino gelaufen, so gar nicht recht zünden will.
 
 
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In THIEF – DER EINZELGÄNGER finden wir diese essentiellen Bausteine Manns auch schon. Angenehmerweise exerziert er seine optischen Trademarks noch nicht so selbstbewusst, vielleicht sogar selbstverliebt durch wie in späteren Jahren. Nein, Manns Stil ist zwar gewichtend, was seine Wiedererkennungsmerkmale angeht, aber doch reduziert aufs Wesentliche. Hier sind die glasklaren und doch wie gemalt komponierten und auf der vorliegenden DVD/BD in Referenzqualität leuchtenden Bilder des Films noch Mittel zum Zweck. Die Fahrten durch die nächtliche Großstadt fangen zwar die Neon-Traurigkeit eines ausgehenden Jahrzehnts phantastisch ein, wirken aber noch nicht wie jene erstickend ausgedehnten Bildaufbau-Tableaus, die man später so eindeutig mit Michael Mann verbinden sollte. Fast wie in den Argento-meets-Hitchcock-Meisterwerken Brian De Palmas wirken hingegen Einstellungen wie das starre Herauffilmen aus einem Aufzugsschacht, in den die herausgebrochenen Stücke der Decke bröckeln. Diese Referenz kann man auch bezüglich der Shootouts nennen. Da wird geblutet wie bei Peckinpah und man wähnt Michael Mann kurz als einen Geistesverwandten des ebenfalls schändlich unterschätzten Herrenregisseurs Walter Hill. Der super-dichte, stets dräuende Soundtrack von THIEF – DER EINZELGÄNGER stammt von den Berliner Tasten-Pionieren TANGERINE DREAM. Drunter gab sich der Filmemacher nicht zufrieden. Wenn schon schwelende Moog-Plucker-Orgien, dann bitte von den verrückten Deutschen, die das mit erfunden haben.
 
 
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Dazu gelingt es dem talentierten Regisseur auch noch ganz vorzüglich, den imaginären Hut vor ein paar seiner offensichtlichen Thriller-Vorbilder zu ziehen. Die Gruppe der Mafiosi, die sich Franks Freiheit zu eigen machen wollen, findet man so ähnlich in manchem Film Noir der späten Vierziger mit ihren Ehrencodes von guten Gangstern gegen böse. Frank selbst, mit seiner fatalistischen Reaktion auf das „alles, was Du bist und was Du hast, gehört mir!“ seines Auftraggebers erinnert an die müden Unterweltler, wie sie Jean-Pierre Melville für das französische Kriminalkino der Fünfziger und Sechziger in Szene setzte. Nur dass Frank am Ende doch deutlich amerikanischer zupackt als Alain Delon in Melvilles beispielhaftem DER EISKALTE ENGEL etwa. Auch in Frankreich: RIFIFI, ein stilbildender Euro-Noir des Exil-Amerikaners Jules Dassin, schaffte 1955 nicht nur, die Spielregeln für das Gangsterfilm-Untergenre des „Heist“-Movies deutlicher zu definieren, zu dem streckenweise auch unser gerade behandelter Film gezählt werden darf. Der erste Diamantenraub in THIEF zitiert sogar RIFIFIS bekannteste Szene: Den Einbruch, während dessen Durchführung die Räuber kein Wort wechseln. Bloß dass aus den 32 Minuten des Originals bei Michael Mann knackig heruntergeköchelte zehn werden.
 
 
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Michael Manns Vorliebe für ein festes Ensemble von Schauspielern oder zumindest wiederkehrende Mimen beginnt schon 1981. In einer Minirolle bekommt William Peterson eins auf die Nase. Der heute in Krimiserien etablierte Theaterschauspieler sollte in ROTER DRACHE, Manns den Anfang der Hannibal-Lecter-Filme markierendem Horror-Flick, die Hauptrolle spielen. Man erkennt ich aber nur, wenn man genau darauf achtet. Faszinierend als Franks Sidekick Barry: James Belushi, damals noch mit mehr Haupthaar und speckiger als heute – das genaue Ebenbild seines kurz darauf den Drogentod sterbenden Bruders John.
 
 
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So liegt also mit THIEF – DER EINZELGÄNGER die makellose Veröffentlichung eines essentiellen Stücks amerikanischen Genrekinos vor. Ein Film für unterschiedliche Grüppchen. Erstens die Freunde kerniger Männerfilme, gedreht während einer der spannendsten Epochen überhaupt – den Jahren, in denen sich das „New Hollywood“ gerade etabliert hatte und in denen jemand wie der verbissene James Caan Publikumsmagnet war. Heute undenkbar. Leider. Frank stellt übrigens Caans liebste Rollenleistung dar, genau wie THIEF der favorisierteste Film des tougen Method Actors ist. Auch den zahlreichen Liebhabern Nicholas Winding Refns legen wir Michael Manns Debüt ans Herz. Nach DRIVE und ONLY GOD FORGIVES konnte man gar nicht schnell genug flüchten vor den verrückten Lobeshymnen auf den Dänen, der mit seiner farblosen Muse Ryan Gosling gerade angeblich das Kino neu erfunden haben sollte. Die fetischisierten Autofahrten, die Gewaltausbrüche und nicht zuletzt die Stimmungsmanipulation durch den Score (Synthesizer-Wände hier wie dort) finden wir in THIEF – DER EINZELGÄNGER bereits in großzügigem Maß.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein Seventies-Crime-Thriller wie in Marmor geschlagen. Schauspiel-Kettensäge James Caan frisst sich ins Fleisch einer Handlung, die sich keine Schnörkel leistet und das Publikum konsequent und im Stil traditioneller Vorgänger an der Hand zum Abgrund führt. Ganz nebenbei gibt Regisseur Michael Mann den Look des Genres für Film und TV des folgenden Jahrzehnts vor.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Zensur

 
 
 
THIEF war in Deutschland zu VHS-Zeiten nur geschnitten erhältlich. Das änderte sich erst mit Erscheinen der DVD-Ausgabe. Auch die nun erhältlich Blu-ray Disc des Films ist angeschnitten – aber erst für Erwachsene freigegeben (keine Jugendfreigabe). Filmfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thief; USA 1981

Genre: Thriller

Ton: Blu-ray: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1) | DVD: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: Blu-ray: 1,85:1 (1080p) | DVD: 1,85:1 (16:9)

Laufzeit: Blu-ray: 125 Min | DVD: 120 Min

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Digipack im Schuber

Extras: Hauptfilm in 3 verschiedenen Versionen: Überarbeitete Director’s Cut-Fassung von einem brandneuen 4K-Transfer, erstellt in Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Mann [Blu-ray und DVD], Original-Kinofassung [Blu-ray und DVD], „Special Director’s Edition“ aus dem Jahre 1995 [nur DVD], Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann und Hauptdarsteller James Caan, Audiokommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Isolierte Musik- und Effektspur bei der Kinofassung, The Directors: Michael Mann – Dokumentation über den Filmemacher, Stolen Dreams – Neues Interview mit James Caan, Hollywood USA: James Caan – Episode der französischen TV-Serie „Ciné regards“ über den Schauspieler James Caan, The Art of the Heist – Ausführliche Analyse des Films mit Schriftsteller und Kritiker F.X. Feeney, Kinotrailer, Booklet mit einem Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, gefaltetes Filmposter

Veröffentlichung:11.03.2016

 
 
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(c) OFDB Filmworks

Rechteinhaber OFDB Filmworks hat am 11. März 2016 eine Sonderveröffentlichung von THIEF veröffentlicht. In einer prall gefüllten Ultimate Edition stecken 5 Discs, die in einem stabilen Digipack untergebracht wurden. Auf diesen Scheiben befinden sich:

  • Director‘ Cut auf DVD und Blu-ray
  • Kinofassung auf DVD und Blu-ray
  • Special Director’s Edition auf DVD

Zudem glänzen die Scheiben durch umfangreiches Bonusmaterial. Hier hat sich der Rechteinhaber nicht lumpen lassen. Wer alles sehen möchten, dürfte vermutlich einige Tage einplanen. Großartig!
 
 

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THIEF – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Heat (1995)
 
Hundstage (1975)
 
The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab (1969)
 

Kritik: „The Girl in the Photographs“ (2015)

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THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS

Story

 
 
 

Die Bewohner der kleinen Stadt Spearfish werden in Angst und Schrecken versetzt. Zwei maskierte Killer treiben ihr blutiges Unwesen und haben es auf die Verkäuferin Colleen (CLAUDIA LEE) abgesehen.

 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Kritik

 
 
 
Eine traurige Nachricht ereilte Horrorfans im Sommer 2015. Am 30. August starb Horrorlegende WES CRAVEN mit 76 Jahren in Los Angeles an einem Hirntumor. Craven hatte als Regisseur wegweisender Klassiker wie NIGHTMARE ON ELM STREET, THE HILLS HAVE EYES oder SCREAM Generationen von Horrorfans das Fürchten gelehrt. Zu einer der letzten Arbeiten des beliebten Filmemachers gehörte THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS. Für den zeichnete Craven als ausführender Produzent verantwortlich und überließ das Regiezepter NICK SIMON. Der schrieb bereits mit am Drehbuch zum Pyramiden-Grusler THE PYRAMID: GRAB DES GRAUENS und bleibt nach seinem ersten Spielfilm REMOVAL – EINFACH AUFGEWISCHT dem Horrorgenre treu. Glaubt man den vielen Interviews, die zur Veröffentlichung von THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS die Internet-Runde machten, fungierte Craven nicht nur als Geldgeber. Er war für den noch unerfahrenen NICK SIMON ein Mentor und überwachte vom Casting bis zum Drehbuchfeinschliff nahezu jeden Schritt der Produktion. Vermutlich dürfte das auch der Grund sein, weshalb THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS eine individuelle Handschrift des Regie-Newcomers missen lässt und unterm Strich doch mehr an die vielen Schauerstreifen aus der Angstschmiede von WES CRAVEN erinnert. Das mag sich auf den ersten Blick interessant lesen. Leider bleibt THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS weit hinter eventuellen Erwartungen zurück, denn der Film nervt mit unsympathischen Figuren und lässt viele Fragen offen. Ob sich der perfektionistisch veranlagte Altmeister den unerwarteten Abgang so glanzlos gewünscht hätte?
 
 
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THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS rückt die selbstbewusste Colleen in dem Mittelpunkt. Die fristet als Kassiererin eines Supermarktes im verschlafenen Ort Spearfish ein gelangweiltes Dasein. Doch das perspektivlose Leben erhält plötzlich frischen Wind, als die Mittzwanzigerin am schwarzen Brett des Geschäfts eine erschreckende Fotografie vorfindet, auf der eine ermordete Frau (KATHARINE ISABELLE aus SEE NO EVIL 2, GINGER SNAPS oder TORMENT) abgelichtet wurde. Schnell ist die Polizei vor Ort. Doch die glaubt an einen makabren Scherz. Immerhin berichten bald Onlinemedien über den Vorfall und rufen das Interesse von Starfotograf Peter Hemmings (deplaziert und kaum zu ertragen KAL PENN) auf den Plan. Der glaubt in der Stellung der abgelichteten Leiche Parallelen zu eigenen Arbeiten zu erkennen und reist mit seinen Mitarbeitern von L.A. nach Spearfish, um den ominösen Killer herauszufordern. Dort angekommen sind mittlerweile weitere Fotos verstümmelter Leichen aufgetaucht und bereiten Colleen Sorgen. Das ist auch kein Wunder, ist sie doch die vom Killer Auserwählte, die als erstes die grausigen Bilder zu sehen bekommt. Doch wer ist der brutale Mörder, der Menschen abschlachtet und sie dann fotografieren muss? Eine Frage, deren Antwort die junge Frau näher ist, als ihr lieb sein dürfte.
 
 
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Konstruiert wirkende Schnitzeljagd mit aufgezwungenem Humor. Das Gelbe im Ei ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS keineswegs, denn irgendwie fehlt dem Streifen das gewisse Etwas, das aus der Grauen Masse an immer einfallsloseren Slashern hervorstechen lässt. Simons zweites Langwerk hat erhebliche Problem mit Glaubwürdigkeit und ist nicht gerade das, was sich in Filmkreisen originell schimpft. So treiben zwei Killer ein grausames Spiel, doch niemand weiß so recht weshalb. Zudem wird die Identität der beiden Bösewichte bereits nach einer halben Stunden gelüftet, aber über ihre Beziehung zueinander zu keiner Minute ein Wort verloren. Plausible Antworten sind in THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS Mangelware, was angesichts des überschaubaren Geschichte unverständlich ist. Die passt eigentlich auf einen Bierdeckel, konzentriert sich aber in erster Linie auf unerträgliche Protagonisten, die den düsteren Film mit eigenwilligem Humor versorgen sollen. Vermutlich wollte man den Slasher auf Zwang in die SCREAM-Schublade pressen, schließlich kam dort der Mix aus Selbstironie und Suspense an Kinokassen gut ankam. Auch der Rollenname Hemmings ist ein filmhistorischer Inside-Joke in Richtung von Michelangelo Antonionis Foto-Thriller BLOW UP aus den Sechzigern. Trotzdem geht die ironische Rechnung nicht auf, was in erster Linie daran liegt, weil die unsympathischen Nebenfiguren irgendwie nicht in den Film passen wollen und kaum Identifikationsmöglichkeiten bieten. Sie nerven mit geschmacklosen Sprüchen, dienen aber ohnehin nur als Kanonenfutter, damit der Zuschauer auch etwas Gewalt zu sehen bekommt. So gibt es am Ende zwar ein Blutbad zu sehen; viele Fragen bleiben dennoch unbeantwortet, weil nicht für ausreichend Informationen gesorgt wurde. Das legt nahe, dass wohl mit einer Fortsetzung geliebäugelt wurde die Aufschluss geben soll. Angesichts weniger Schocks, fehlender Überraschungen und mangelnder Alleinstellungsmerkmale, dürfte THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS aber beim Zuschauer keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, um ein Sequel zu rechtfertigen.
 
 
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Immerhin sorgt der visuelle Still für atmosphärische Momente. Vor allem dann, wenn die zwei Killer durch wenig ausgeleuchtete Gänge und Zimmer schleichen, um ihren ahnungslosen Opfern aufzulauern und brutal zuschlagen, wächst THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS zu eigentlicher Größe heran. Die Kameraführung versteht es ungemütliche Bilder einzufangen, was aber auch kein Wunder ist, weil Kameramann DEAN CUNDEY sein Handwerk versteht. Der stand bereits in Carpenter-Meilensteinen wie THE THING, HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS und THE FOG hinter der Kamera und hat dort für unheilvolle Bilder gesorgt. Dass Cundey in THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS erneut für visuelle Schauer sorgen sollte, kam nicht von ungefähr. Regisseur NICK SIMON bezeichnet sich nämlich selbst als einer der größten Carpenter-Fans und beteuert, dass dessen DIE KLAPPERSCHLANGE am meisten Eindruck hinterlassen hat. So kam er wegen der Mutter schon früh mit Carpenter-Streifen in Berührung. Die war großer Liebhaber von Horrorfilmen und lies Simon bereits in jungen Jahren sämtliche Schocker der 1980er schauen, die heute Kultstatus genießen. Das hatte prägenden Einfluss auf den Filmemacher, der THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS als Reminiszenz an das Kino dieser Zeit beschreibt. Er wollte einen Horrorstreifen drehen, der sich auch so anfühlt, wie die vielen Filme mit denen er aufgewachsen ist. Das ist leider nur bedingt gelungen, denn trotz Herzblut und gutem Willen ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS dann doch nur ein weiterer ästhetisch gefilmter aber dennoch beliebiger Slasher geworden, an den sich morgen leider niemand mehr erinnern wird.
 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Durchaus interessant für Slasherfans, denn THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS ist düster, atmosphärisch und am Ende recht blutig. Regisseur NICK SIMON beschreibt seinen zweiten Langfilm selbst als ungemütliche Symbiose aus HALLOWEEN und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER. Horrorfans sollten sich nicht von diesem vielversprechenden Lobgesang blenden lassen, denn was der Filmemacher da in einem Interview verlauten hat lassen, ist dann doch etwas sehr hochgegriffen. Vielmehr versteckt sich hinter dem Slasher nur eine weitere Light-Version von SCREAM. Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Das ist auch kein Wunder, denn SCREAM-Schöpfer WES CRAVEN höchstpersönlich war an der Produktion beteiligt. THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS trägt eindeutig die Handschrift des Altmeisters. So beginnt der Streifen mit einem deftigen Opener, streift etwas Sozialkritik (Frauenbilder in den Medien, Gleichberechtigung der Geschlechter am Arbeitsplatz) an, macht von Humor Gebrauch und hat selbstverständlich schöne Menschen zu bieten, die Slasher-typisch ums Überleben winseln. Leider war Drehbuchautor KEVIN WILLIAMS nicht mit an Bord, der vielen Teenager-in-Angst-Filmen der 1990er mit einem Mix aus Grauen und oft allzu selbstverliebter Selbstironie zum Kassenerfolg verholfen hat. So ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS nicht gerade das geworden, was man sich unter einem gelungenen Slasher vorstellt. Vieles im Film macht keinen Sinn und wirft Fragen auf, die aber nicht beantwortet werden. Das frustriert, vor allem auch deshalb, weil sich der Fokus auf unsympathische Figuren richtet, die unnötigen Blödsinn erzählen. Bei einem so unausgereiften und eher bescheidenen Slasher kann man nur hoffen, dass der 2015 verstorbene Horror-Altmeister WES CRAVEN in seinem Grab trotzdem friedlich ruhen kann.
 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Zensur

 
 
 
Eigentlich ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS hinsichtlich Gewalt kaum der Rede wert, wäre da nicht der rabiate Schluss, in dem diverse Protagonisten auf sehr deftige Art in den Filmhimmel befördert werden. Da werden Messer mehrmals in Brustkörbe gejagt und Kehlen aufgeschlitzt, was einem Massaker gleichkommt, weil die Morde sehr blutig zelebriert werden. Vor 20 Jahren wäre ein Film allein dadurch vermutlich auf dem Index gelandet. Heute dürfte es dafür eine umgeschnittene Erwachsenen-Freigabe (keine Jugendfreigabe) geben.

 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bastard (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 
Warte, bis es dunkel wird (2014)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)