Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Christian Ladewig

Kritik: „She – Eine verrückte Reise in die Zukunft“ (1982)

she-eine-brutale-reise-in-die-zukunft-poster
 
 
 

SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT

(SHE | SHE – EINE BRUTALE REISE IN DIE ZUKUNFT)

Story

 
 
 
Neulich in der Post-Apokalypse. Einmal mehr hat die dämliche Menschheit atomar gezündelt, sich den rettenden Ast unterm Hinterteil weggebombt. Klingt angesichts der gegenwärtigen Wendungen der menschlichen Saukomödie gar nicht mehr so abwegig. Die Ödlande sind nach dem großen Knall in die Hände sich meistens bekriegender Amazonenclans gefallen. Also weiter Kampf. Als der Wasteland-Cowboy Tom die Entführung seiner Schwester erleben muss, tritt ihm die Kämpferin „She“, verstrahlt verkörpert von Tänzerinnen-Hardbody und Schwarzenegger-Co-Star Sandahl Bergman, zur Seite.
 
 
 


 
 
 

SHE – Kritik

 
 
 
SHE ist nicht die intellektuelle Sci-Fi-Dystopie eines Philip K. Dick oder der endlos einflussreichen Schriftsteller-Gebrüder Strugatsky. Paten stehen hier eher Schnellfilm-Ungeheuer wie Joe D’Amato oder David A. Prior. Das Projekt SHE, entstanden als italienisch-amerikanische Co-Produktion, orientiert sich wenig überraschend an den trendigen Endzeitfilmen jener Jahre, wie sie auf beiden Seiten des Großen Teichs kostengünstig auf ausrangierten Steinbrüchen und in kargen Waldlandschaften entstehen. Regisseur Avi Nesher verbindet auf virtuose Art die Schwachsinnigkeit der Genrefilme von USA und ITA. Ein World-Cup-Unentschieden, könnte man sagen. Im Stil einer Comic-Erstausgabe bietet der Film Herkunftsgeschichten der Figuren, um sie final aufeinandertreffen zu lassen. Nüchtern betrachtet, entfaltet sich vorm Auge des geneigten Schlockfilm-Glotzers ein Potpourri aus allem, was schon einzeln zündet: Science-Fiction, Action, nackte Möpse, Spaß. Ein sicherer Treffer für Freunde des guten schlechten Geschmacks. Kommen wir hiermit zum Ende der halbwegs seriösen Faktenbeschreibung dieses schönen Films, der, möglich gemacht durch das Abgrasen noch nicht vergebener Lizenzen, über dreißig Lenze nach Entstehung auf DVD erscheint. Eine VHS im schicken, roten VPS-Cover gab es hierzulande mal.
 
 
she-eine-brutale-reise-in-die-zukunft-bild-1
 
 
Was SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT vor vielen Jahren zum Liebling bierseliger Videoabende macht, ist, wie so oft im VHS-Zeitalter, die deutsche Synchronisation. Zu den großangelegten Mechanismen der Alltags-Straffung gehört das strenge Einsortieren und Benennen jedeweder Sache. Filmgenres entstehen auf Blogs und an den Vermarktungsschreibtischen der Hersteller bereits nach der Sichtung von drei Filmen mit sich ähnelnden Handlungselementen. Ärgerlich alberne tags wie Home-Invasion-Film versprechen Vereinfachung des Konsums und Schonung der grauen Zellen. Dieser Arbeitsweise benutzen wir heute auch einmal und ordnen SHE einem ganz besonderen Genre zu: Filme, in denen kein normaler Satz gesprochen wird. Einsamer Rekordhalter dieses Konstrukts ist der italienische Barbaren-Irrsinn SUPERMÄNNER GEGEN AMAZONEN, zufälligerweise damals auch bei VPS veröffentlicht. Avi Neshers Apokalypsen-Klopper hier braucht sich hinter dem aber nicht zu verstecken. Ein Fest.
 
 
she-eine-brutale-reise-in-die-zukunft-bild-2
 
 


 
 
 

SHE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie muss es sich für den Videothekenpilger in den späten Achtzigern angefühlt haben, verleitet von Covergestaltung und dem Hunger nach dem nächsten TERMINATOR, dem nächsten MAD MAX, Avi Neshers unglaublicher Trash-Atomrakete auf den Leim gegangen zu sein? Der Zuseher des Jahres 2018 kann den exotischen Hasscocktail aus Enttäuschung und Hirnverknotung quasi auf der Zunge schmecken, trotzdem nur ahnen und sich glücklich schätzen, SHE bewusst ausgewählt zu haben. Ein Film, den man mit dem Sticker „Das ist Trash“ mit einer Sonde ins All schießen müsste, auf dass unsere außerirdischen Herrscher in spe wissen, worauf sie sich hier unten einlassen.
 
 


 
 
 

SHE – Zensur

 
 
 
Im Kino und auf VHS gab es SHE nur gekürzt. Im digitalen Zeitalter ist das jetzt anders. Die erhältliche DVD beinhaltet die ungeschnittene Fassung. Fans und Sammler trashiger Perlen aus den 1980ern dürfte das freuen. Aber Obacht: SCHRÖDER MEDIA hat den Titel geändert. Auf dem Cover steht nun nicht mehr SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT. Das „verrückte“ wurde gegen „brutale“ ausgetauscht.
 
 
 


 
 
 

SHE – Deutsche DVD

 
 
 
she-eine-brutale-reise-in-die-zukunft-dvd

(c) Schröder Media (DVD auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She; USA | Italien 1982

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Ausgetauschte Szene (1:38 Min.), Genauso bekloppt! („Mission Force“-Trailer, 6:09 Min.), Damals war alles besser (Trailershow, 15:47 Min.)

Release-Termin: 07.09.2017

 

SHE – Eine brutale Reise in die Zukunft [Limited DVD Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conan der Barbar (1982)
 
Red Sonja (1985)
 
Die Barbaren (1987)
 
Drei Engel auf der Todesinsel (1984)

Advertisements

Filmkritik: „Neon Maniacs“ (1986)

neon-maniacs-poster
 
 
 

NEON MANIACS

(MANIACS – DIE HORRORBANDE)

Story

 
 
 
Aus den Tiefen der Hölle, einer anderen Dimension oder dem schwefelsauren Planeten Rotktraut 9 flutschen zwölf blutgierige Mutanten in die Welt der Menschen und töten, was ihnen vors vielfältige Waffenarsenal läuft. Die Begegnung verschiedener unwichtiger Menschlein mit den NEON MANIACS findet ihren Höhepunkt auf einer Battle-Of-The-Bands-Show.

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Kritik

 
 
 
Viel Handlung is‘ da nich. Da wollen wir auch keine schrägen Behauptungen in andere Richtungen aufstellen. Was soll auch groß an Plot-Twists und narrativen Vielschichtigkeiten aufgefahren werden, wenn in Prinzip auf dem Tapet steht, ein gutes Dutzend sagenhaft maskierter Unholde auf blödes Teenager-Kanonenfutter loszulassen? Darum geht’s, sonst um nicht viel. NEON MANIACS bringt praktisch auf den Punkt, was man in den Achtzigern und frühen Neunzigern mittels durchgerittener Vorspultasten herbeizaubern musste. Monster metzeln Menschen. Und das mit Volldampf und obendrein im Rahmen eines Bandwettbewerbs, der glatt aus HOWARD THE DUCK stammen könnte. Wahnsinn.
 
 
neon-maniacs-bild-3
 
 
Gigantischer Pluspunkt dieses Films, der in vielen Momenten wirkt, als habe man im Hause TROMA vergessen, ihn für die eigene Distribution zu lizensieren, ist die Arbeit der Make-Up-Abteilung. Mit echter, zweifellos als amerikanisch zu erkennender Latex- und Gummi-Prop-Kunst erschafft der Film einen fantastischen Kanon von Bösewichtern als Dreh- und Angelpunkt, wie sie in einer derartigen Tiefe vielleicht noch in Clive Barkers seinerzeit völlig zu Unrecht untergegangenem Monster-Feuerwerk CABAL zu finden ist. Jede dieser fleischgewordenen Monsterpuppen hat eigene Merkmale in Optik und Verhalten, ruft praktisch nach einer Verwertung als detailgetreue Action Figures fürs Regal des Horror-Fans von echtem Schrot und Korn. Eine Liebe zum Detail, die fast vermuten lässt, es mit dem ersten Film einer avisierten Reihe zu tun zu haben. Leider wurde NEON MANIACS nicht fortgesetzt.
 
 
neon-maniacs-bild-1
 
 
Regisseur Joe Mangine war maßgeblich Kameramann, stand bei einigen sehr undergroundigen Produktionen seiner New Yorker Heimat seit jungen Jahren hinter der Linse. In seiner Filmographie stehen neben Exploitationern wie einem sudeligen Krokodil-Horrorfilm auch Ausflüge in die Welt des Bumskinos – CAPTAIN LUST aus dem Jahre 1977 etwa. Somit ist der Mann seinerzeit irgendwie prädestiniert für die Leitung der Aufnahmen zu einem Genre-Destillat, wie es NEON MANIACS darstellt. Genug fiese Handlungsarmut für einen schmissigen Grindhouse-Kracher, genug Effekt-Brutalität für einen Splatter-VHS-Hit, der mehr Zuschauer verdient hätte. Mit diesem neuen Release des Films hierzulande wünschen wir dem Film neue Popularität. Verdient hat er’s seit Jahrzehnten. Motherfuckers.
 
 
neon-maniacs-bild-2
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wir wünschen uns eine Sekunde was von Euch. Ausnahmsweise. Seid tolerant gegenüber einer Horde ältlicher Horror-Geeks, wenn sie einem Film, der andernorts das sprichwörtliche Fell über die Ohren gezogen bekommt, mehr Lorbeeren ans gummige Hälschen werfen als rational zu begründen. NEON MANIACS macht auf der Schiene von Logik und Spannungskurve manch‘ unbotmäßigen Fehler, leider. Dann aber diese Figuren. Diese Masken! Schmacht! Ein Horrorfilm, Kind seiner Zeit und doch aus der Zeit gefallen. Wie wunderbar!
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch NEON MANIACS in Deutschland nicht leicht. Der Streifen wurde zwar ungeschnitten auf VHS-Kassette veröffentlicht, anschließend jedoch auf den Index gesetzt. NEON MANIACS war von 1988 bis 2013 indiziert. Erst 2013 wurde die trashige Komödie aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Mittlerweile kann er ohne Probleme im Kaufhaus gekauft werden – ungeschnitten und mit FSK18-Flatschen. Letzterer wirkt für heutige Verhältnisse ungerechtfertigt. Bei einer Neuprüfung würde vermutlich eine FSK16 rausspringen.
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
neon-maniacs-mediabook

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 666 Stück)

Neon Maniacs - mediabook-b

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

neon-maniacs-blu-ray

(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Neon Maniacs; USA 1986

Genre: Komödie, Horror, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Booklet, Original Trailer, Interview mit Special Make-Up Artist Allan Apone, Isolated „Music Only“ Track, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer

Release-Termin: 08.12.2017

 

Neon Maniacs (Mediabook – Cover A mit Blu-ray und DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Neon Maniacs (Blu-ray im Keepcase) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (1990)
 
Cabal – Die Brut der Nacht (1990)
 
Atomic Hero (1984)
 


Filmkritik: „Stephen Kings Stark“ (1993)


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK

(THE DARK HALF)

Story

 
 
 

Schöngeist Thad Beaumont verfasst Horror-Romane, deren blutrünstigste niedergeschriebene Aussetzer er unter dem Nome de plume George Stark veröffentlicht. Als ein schmieriger Neider Beaumont erpressen will, es geht um die Enttarnung des Pseudonyms, werfen wir einen Blick in die sonderbare medizinische Vergangenheit des ach so harmlosen Autoren und werden Zeugen einer gänzlich andersartigen Manifestation des Unholds Mr. Stark.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Kritik

 
 
 
Als erstes ist STARK, das sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock, Stephen Kings Variation einer der bekanntesten Horrorliteratur-Ideen überhaupt: Der böse Zwilling, der Doppelgänger, das andere Ich. Populärstes Exempel R.L. Stevensons Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Direkter Einfluss der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Erfolgsgeschichte der Psychoanalyse Siegmund Freuds auf das Genre des Schauerromans. Unter dieser ersten, inhaltlichen Oberfläche bekommt es der Leser, hier besser gesagt und fortgesetzt: der Zuschauer, mit dem möglicherweise am stärksten autobiographisch gefärbten Stoff des Meisters aus Maine zu tun. Schreiben, Saufen, Schreiben, Saufen, Ohnmacht, Saufen, Schreiben. Heute weiß man, wie heftig die Todeskämpfe mit König Alkohol getobt haben müssen, der besonders in der ersten Lebenshälfte Kings mehr und mehr Kontrolle über seine Person und sein kreatives Ich gewinnen sollte. Mit ein paar Jahrzehnten Distanz spricht der im Zweifel wichtigste Horror-Romancier nicht nur der Gegenwart offen, ehrlich und sogar ironisch von jenen Jahren, in denen zwar unbestrittene Meisterwerke des Horrors wie CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER entstanden, über die er jedoch vom herbeigesoffenen Filmriss bedingt keinerlei Erinnerung besitzt. Man kann sagen, Stephen King sind die misslichen Abenteuer seines Buchhelden Beaumont mit dem hemmungslosen Herrn Stark nur all zu bekannt. So lohnt sich mehrfaches Beschäftigen mit STARK ungemein, möchte man nicht nur hervorragend unterhalten werden, sondern auch noch intime Einblicke ins Unterbewusstsein seines Schöpfers gewinnen. Hier können jetzt Beaumont und King gemeint sein. Viele Häute hat die Zwiebel.
 
 
stephen-kings-stark-bild-2
 
 
Der erst jüngst – das wisst Ihr natürlich – abgetretene George A. Romero war nicht nur selbst langjähriger guter Freund der Whiskeyflasche, er teilte den Rausch auch regelmäßig mit seinem Bruder im Geiste King. Bei den Dreharbeiten zu CREEPSHOW etwa, waren beide nur mit vier Promille an Bord. Trotzdem oder gerade deswegen brachte die hochprozentige Zusammenarbeit der beiden Ostküsten-Spritmeister immer wieder schöne Ergebnisse mit sich. STARK ist ein Höhepunkt. Er funktioniert als Horror-Reißer und unterhält wirklich ganz prächtig. Dazu ist er einer der stärksten Filme, die Kings real life diabolischer Zwilling George abseits seiner ersten „…OF THE DEAD“- Zombie-Kultwerke hinbekommen würde, machen wir uns da mal nichts vor. Bei aller Verbundenheit zu Einkaufszentren in Pittsburgh.
 
 
stephen-kings-stark-bild-1
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Stephen Kings sehr persönlicher Stoff, verständnisvoll und doch effektiv von seinem echten Freund George A. Romero auf die Leinwand gebracht. Hier wurde tatsächlich mal alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Zensur

 
 
 
STEPHEN KINGS STARK hatte es bisher in Deutschland nicht leicht. Wenige Monate nach der Veröffentlichung landete der Gruselstreifen im Jahr 1994 auf dem Index. Die Indizierung besteht bis heute. Neben der ungeschnittenen, indizierten Fassung wurde eine FSK-geprüfte Filmversion auf VHS veröffentlicht. Diese musste knapp sechs Minuten geschnitten werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Im Jahr 2017 feierte der King-Klassiker seine HD-Premiere. OFDB FILMWORKS erwarb die Rechte und warf den Streifen in einer limitierten Sonderausgabe auf den Markt. Diese Filmversion ist ungeschnitten, ist aber wegen der Indizierung nur in einschlägigen Onlineshops erhältlich und darf nur an volljährige Filmfans verkauft werden. Weil sich Sehgewohnheiten geändert haben, ist die Indizierung jedoch ungerechtfertigt. Für heutige Verhältnisse befinden sich die Gewaltakte im Film aus FSK16-Niveau. Sollte die Indizierung irgendwann aufgehoben und STARK neu geprüft werden, ist eine Jugendfreigabe nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stephen-kings-stark-digipack-front

(c) OFDB Filmworks (Digipack – Front)

stephen-kings-stark-digipack-backcover

(c) OFDB Filmworks (Digipack – Rückseite)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark Half; USA 1993

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Film: Deutsch, Englisch | Extras: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Ungeprüfte Fassung – indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack – limitiert auf 2000 Stück

Extras: Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Directors: George A. Romero – Dokumentation über den Regisseur, The Sparrows Are Flying Again – The Making of „The Dark Half“, Deleted Scenes, Behind The Scenes Footage: Special Effects, Behind The Scenes Footage: On The Set, Vintage Making of Featurette, Vintage Interviews, deutscher und englischer Kino-Trailer, TV-Spot, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Veröffentlichung: Digipack: 07.07.2017

 
 
stephen-kings-stark-digipack-ausgepackt
 
 

Stephen Kings Stark [3-Disc Digipak mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Schwestern des Bösen (1973)
 


Filmkritik: „Spuk am Lagerfeuer“ (1990)

spuk-am-lagerfeuer-1990-poster
 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER

(GRIM PRAIRIE TALES)

Story

 
 
 

So direkt am Lagerfeuer spukt es nicht wirklich. Im gesponnenen Cowboy-Garn (ähem…) allerdings schon. Wenn man diese Bilder aus den Tiefen der Americana-Folklore kennt, müssen schon Generationen von Menschen am muckelig-warmen Campfire gesessen haben um ihrem jeweiligen Gegenüber die Schweißperlen der Furcht unters Mützchen zu zaubern. Hier sind´s die Westmänner James Earl Jones und Brad Dourif, die sich mit vier gar schaurigen Stories die Nacht um die Ohren hauen. Da geht es um den Trip einer Frau durch die Wüste, oder die missliche Lage eines Fallenstellers auf einem Indianerfriedhof. Alles natürlich einhundert Prozent wahr und stimmig.


 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Kritik

 
 
 
Schöne Ideen, tolles Setting und eine erstklassige Besetzung obendrein. Wo kam 1990 die Kohle her, einen, wie der Hammer/Amicus-Liebhaber sagt, Omnibus-Horrorfilm im Cowboy-Setting zu realisieren? Ehrlich, James Earl Jones und Brad Dourif nur fürs Rahmengeflecht der erzählenden Frontiersmen? Möglicherweise unter Zuhilfenahme amerikanischer Fernsehgelder entstanden, entführt uns SPUK AM LAGERFEUER ins Herz der vielleicht staubigsten Western Gothic Fiction der Filmgeschichte. Ohnehin interessant, bedenkt man, dass allein in den letzten drei Jahren hervorragende US-Bücher zum Phänomen des übernatürlichen Westernfilms erschienen sind, man hierzulande aber selbst als Super-Filmfan oder herber gestrickter Allesglotzer nur ein paar versprengte Beispiele in deutscher Synchro aufzählen kann. Noch am ehesten im Rahmen ebenfalls als Anthologie konzipierter Prestige-Fernsehserien wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT oder Spielbergs UNGLAUBLICHE GESCHICHTEN wagten sich die vielbeschäftigten Geschichtenschreiber auch mal aufs Terrain des Spuks im Old West.
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-bild-2
 
 
Zurück zum vorliegenden Filmchen. Die vier Stories sind atmosphärisch und standesgemäß bedeutungsschwanger aufgezogene Angsteinflößer, wie sie Jung und Alt gleichermaßen ins Gebein fahren können. Wenn man ihnen denn die Chance gibt. Großes Vorbild dieser Geschichten ist natürlich der spätere „MAD“-Erfinder Bill Gaines mit seinen EC-Comics, deren schwarzhumorige und groteske Horror-Fabeln regelmäßig mit ihre Protagonisten moralisch zurechtweisenden Pointen versehen waren und, der Kreis schließt sich, in den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT ein Denkmal gesetzt bekommen sollten. Man hört auch beinahe schon den berühmten Zyniker-Gummipuppen-Arsch Cryptkeeper lachen und Danny Elfmans Musik galoppieren, wenn sich zum Beispiel in Lagerfeuer-Geschichte Nummer drei ein unbedarfter Wildwest-Siedler zwischen dem Wohlergehen der Familie und dem eigenen Moralkompass entscheiden muss. Geschenkt. Knallharter Körperhorror für Erwachsene sieht gewiss anders aus, aber wenn man sich als Genrefan nicht ausschließlich über die unpenetrierbare Stahlmantel-Legierung der eigenen Magenwände definiert, wird man an diesem wie aus einer anderen Zeit des Filmemachens gefallenen Grusel-Anthologie seinen Spaß haben.
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-bild-1
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD-Fassung von SPUK AM LAGERFEUER ist genauso wie die VHS-Fassung ungeschnitten trotz FSK16. Die Freigabe ist gerechtfertigt. Sonderlich brutal ist der Anthologie-Horror nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Deutsche DVD

 
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-dvd

(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grim Prairie Tales: Hit the Trail… to Terror; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller, Western

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Originaltrailer

Veröffentlichung: KeepCase: 21.07.2017

 
 

Spuk am Lagerfeuer [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1993)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Geschichten aus der Gruft (1989 – 1996)
 


Filmkritik: „In den Krallen des Hexenjägers“ (1971)

in-den-krallen-des-hexenjaegers-poster
 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS

(THE BLOOD ON SATAN’S CLAW)

Story

 
 
 

Oh Handlung, kleine Handlung. Im England des frühen 18. Jahrhunderts buddelt ein Farmer den unirdischen, noch nicht in Gänze verwesten Schädel eines vorzeitlichen Monstrums aus. Die örtliche Elite, angeführt vom Richter, sieht sich bald den Einflüssen des Dämons ausgeliefert, der sich der Kinder und Jugendlichen bemächtigt. Die mutieren zu pelzigen Höllen-Bälgern und revoltieren gegen ihre Altvorderen.


 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Kritik

 
 
 
Sehen wir hier ein perverses Märchen? Einen betont europäischen Monsterfilm? Oder soll das gar eine Sozial-Metapher (die Alten gegen die Jung-Generation) sein? Wurscht. Was hier auf uns hereinbricht ist all das und mehr. Ein – in Ermangelung eines schöneren Wortes – Horrorfilm, wie er nur zu genau dieser Zeit und in genau jenem Landstrich entstehen konnte. So britisch, so exzentrisch, so selbstbewusst unverwechselbar in jeder Einstellung. BLOOD ON SATAN´S CLAW, wie Piers Haggards Meisterwerk des ländlich-psychedelischen Verrücktmacher-Horrors in seiner Heimat heißt, genießt dort nicht umsonst einen Ruf, der nur noch vom sagenhaften THE WICKER MAN in den Schatten gestellt wird. Ja, ländlicher Horror („rural horror“, „folk horror°), ein kleines Subgenre, eher fast schon eine filmgewordene Empfindung, besonders im englischen Genrekino, die in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde und in den ersten, noch independent produzierten Filmen des genialen Wahnsinnigen Ben Wheatley ein kleines Revival feiern konnte. Etwa KILL LIST oder A FIELD IN ENGLAND. Empfehlung an dieser Stelle!
 
 
in-den-krallen-des-hexenjaegers-bild-1
 
 
Die hübsche Linda Hayden, in der Rolle der vom Ungetüm verführten Unschuld mit Namen Angel, spielt hier schon früh die ikonengleiche Rolle ihres Lebens und spornt die restliche Ensemble-Besetzung zu unglaublichen Leistungen an. Persönlich denke ich bei ihr oft an die Titelfigur meines Lieblingsfilms VALERIE – EINE WOCHE VOLLER WUNDER, kurz vorher in der damaligen Tschechoslowakei gedreht. Viel ist über IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS geschrieben worden, meist zu Hause freilich. Die Betrachtung dieses Druidenfelsen von Film kann aber der schönste und aufrichtigste Beweihräucherungs-Text nicht ersetzen. Tony Tenser, der Sparfuchs am Ruder bei Tigon, der produzierenden Firma, konnte seinerzeit nicht viel anfangen mit Haggards Film. Zu abseitig und in einer eigenen Welt stattfindend kam ihm vor, was er eigentlich als günstiges Rip-Off der damals kassenträchtigen Hexen- und Hexenjäger-Filme aus England und Kontinentaleuropa in Auftrag gegeben hatte. Man kann seine Sicht auch nachvollziehen. IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS ist ein Film ohne Vergleichsmöglichkeit in direkter Nachbarschaft. Nur so: Der stimmige Soundtrack ist vor rund zehn Jahren auf Trunk-Records erschienen und kostet inzwischen auch schon die meine oder andere Münze.
 
 
in-den-krallen-des-hexenjaegers-bild-2
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Zensur

 
 
 
IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS lief im Kino geschnitten und erschien auf VHS nicht ganz komplett. Erst Koch Media veröffentlichte 2004 eine ungekürzte Fassung auf DVD. Auch die nun erhältliche Blu-ray ist bereits für Jugendliche geeignet und natürlich ungeschnitten: FSK16.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
in-den-krallen-des-hexenjaegers-bluray-keepcase

(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

in-den-krallen-des-hexenjaegers-mediabook-cover-a

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

in-den-krallen-des-hexenjaegers-mediabook-cover-b

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

in-den-krallen-des-hexenjaegers-mediabook-cover-c

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Blood on Satan’s Claw; Großbritannien 1971

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Video-Synchronisation von 1982, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Kino-Synchronisation von 1972

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin, Audiokommentar von Piers Haggard und Linda Hayden und Robert Wynne-Simmons, Alternative deutsche Synchronisation, Originaltrailer, Interview mit dem Regisseur, Interview mit Linda Hayden, Making of, Filmographien, Bildergalerien | zusätzlich im Mediabook: ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 24.02.2017 | KeepCase: 27.10.2017

 
 
NSM hat drei limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2017 kann man IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Hexen – Geschändet und zu Tode gequält (1973)
 


Filmkritik: „Die Mächte des Lichts“ (1982)

die-maechte-des-lichts-poster
 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS

(SORCERESS)

Story

 
 
 
Tatort: Eine bunte Fantasyfilm-Märchenwelt, in echt vermutlich im verdorrten Wüstenteil des südlichen Kaliforniens gelegen. Der tyrannische Bösling Traigon hat zwar schon die Zügel des Reichs in der Kralle, weiß aber – typisch Machtmensch – nicht, wo Schluss ist. Ein Deal mit satanischen Kollegen aus den Tiefen der Hölle verlangt den Ritualmord an den eigenen Zwillingstöchtern. Bevor Traigon zuschlagen kann, werden die Mädels zum Glück außer Landes geschafft und zu markigen Kämpfer-Prinzessinnen geschult. Das große Ziel natürlich: die Rache am durchgedrehten Vater.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Kritik

 
 
 
Wem der Plot in Gefangenschaft aufgezogener Schwertschwinger auf Blutwurstfeldzug bekannt vorkommt, der möge sich nicht länger den Schädel massieren. Natürlich ist´s auch hier John Milius übermächtiges 1982er Genre-Vorbild CONAN DER BARBAR, auf dessen Trittbrett DIE MÄCHTE DES LICHTS noch im selben Jahr um die Ecke getrittbrettert kommt. Die Schwarzenegger´sche Mär vom Barbaren und den Ungeheuern löst Anfang der Achtziger ein Revival des Sandalenfilms aus, mischt dessen gladiatorenschwere Zutaten mit Blut und Gummimonstern und erfreut weltweit Schwachsinnige und Trash-Bluthunde in Autokinos und Videotheken mit purer, die Birne auf Durchzug schaltende Unterhaltungs-Großartigkeit. Natürlich tut sich besonders Italien hervor. Auch der Barbarenfilm wird im Chef-Land des traditionsreichen Genreklaus wieder und wieder kopiert. DIE MÄCHTE DES LICHTS kommen allerdings aus den USA. Roger Corman persönlich setzt den altehrwürdigen Jack SPIDER BABY Hill auf den Regiestuhl und erhält als Belohnung den mit Abstand besten Fantasy-Reißer seines Studios. Tatsächlich nicht einfach, steht der gute Roger im Anschluss noch hinter einem ganzen Schwung wilder, meist in Argentinien gedrehter Schwert- und Grunz-Opern, die allesamt zu unterhalten wissen.
 
 
die-maechte-des-lichts-bild-2
 
 
Was diese Filme nicht haben ist die Hauptrollen-Anwesenheit zweier intellektuell erkennbar auf Sparflamme brutzelnder Playboy-Hasen mit strategisch völlig deplatzierten Silikonhupen südlich und leicht aus der Zeit fallenden Make-Up- und Haar-Arbeiten nördlich des Halses. Heute würde sich ein kalifornischer Schönheitschirurg für sowas enthauptet auf einer mexikanischen Müllkippe wiederfinden. Dafür machen die mighty Plastik Sisters ihren Job mit ungemeiner Freude und Verve. Man möchte meinen, die beiden sind beim Dreh davon ausgegangen, die Schauspielkarrieren sind nun in trockenen Tüchern. Naja. Zahlreiche amüsante Fantasy-Monster, auch hier wird das eher sportlich-schlanke Budget mit Spaß an der Arbeit wettgemacht, und flackerige Lasereffekte aus dem Eighties-Videostudio komplettieren ein Gesamtbild, das hier Pflicht und Kür des Fellbikini-Films mit glänzenden Noten belohnt bekommen sollte. Wie Ihr wisst kommen der FILMCHECKER himself und ich auch auch aus den dunkeln Tagen des Videofilm-Konsums. Nach dem Niedergang des Magnetbandes musste man sich DIE MÄCHTE DES LICHTS auf empfindlicher Thorn-EMI-VHS im Rahmen geldscheffelnder Filmbörsen organisieren. Seine Renaissance auf BluRay und DVD verdankt der Film wohl dem Erfolg von HBOs knackiger Fantasy-Gelddruckmaschine GAME OF THRONES, der gelungen ist, Fantasy mal wieder bei Leuten en vogue zu bringen, die selbst den HERRN DER RINGE nur aus Sheldon-Cooper-Zitaten kennen. Soll uns nur Recht sein, schließt sich hier doch sogar ein Kreis. Ein Film, der als Nachzügler einer Genre-Nummer-Eins entsteht, feiert ein Comeback im Fahrwasser der aktuellen Genre-Nummer-Eins.
 
 
die-maechte-des-lichts-bild-1
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Lockere und unterhaltsame Barbarenfilm-Subgenre-Kolportage aus fähiger Hand. DIE MÄCHTE DES LICHTS erscheint endlich (erstmals nach der VHS-Zeit) als Schmuckstück fürs heimische Sudelregal. Hirn in den Kühlschrank legen, Film ab und bitte anerkennend rülpsen beim Schauen. Der Film wünscht sich das von Euch.
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Zensur

 
 
 
DIE MÄCHTE DES LICHTS war bereits zu VHS-Zeiten ungeschnitten und stand mit FSK16 in den Videotheken. Auch die nun erhältliche HD-Fassung ist komplett und besitzt ebenso den FSK16-Flatschen. Sammler seltener Klassiker aus den 1980ern können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
die-maechte-des-lichts-bluray

(c) Schröder Media (Schuber-Auflage auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sorceress; Mexiko | USA 1982

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Originaltrailer (02:20 Min.), Retro-Trailershow (15:42 Min.): Herkules, Samson und Odysseus, Der Kampf um Troja, Die Rache der Gladiatoren, Samson und die weissen Sklavinnen, Die unbesiegbaren Drei

Release-Termin: 04.05.2017

 

Die Mächte des Lichts [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conan der Barbar (1982)
 
Red Sonja (1985)
 
Die Barbaren (1987)
 
Drei Engel auf der Todesinsel (1984)


Filmkritik: „Herrscherin des Bösen“ (1974)

herrscherin-des-boesen-poster
 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN

(SEIZURE)

Story

 
 
 
Ein exzentrischer Horror-Autor genießt den unheimlichen Ruf, regelmäßig die mit Abstand realistischsten Bösewichter-Charaktere in seinen Büchern lebendig werden zu lassen. Als er einen Empfang in seinem Haus gibt, werden allerdings tatsächlich ein paar seiner Monstren lebendig, also lebendig lebendig, und beginnen, die angekommenen Gäste einen nach dem anderen zu dezimieren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Figuren der Schauerliteratur und vom schreibenden Menschen erschaffene Welten erwachen zum Leben und begehen Bluttaten in der Realität. Eine originäre Idee der Phantastik, die es schon zu fast vergessenen Weimarer Stummfilmzeiten gab und die später, aus verschiedenen Richtungen betrachtet, in Filmen von Granden wie HG Lewis oder John Carpenter aufgegriffen werden sollte. Zutiefst Freudianische Sache, das. Im Falle von DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN bedient man sich obendrein des Schnittmusters des Slasher-Films. Mit aller seinem Hang zur Nummernrevue. Nicht, dass das nicht unterhaltsam wäre. Ganz im Gegentum! Spätestens wenn Satansgnom Herve Villechaize als „Spider, der Zwerg“ anrückt und meuchelt, brechen die Dämme der geistigen Unversehrtheit.
 
 
herrscherin-des-boesen-bild-2
 
 
Eine gewisse, leider mit erstickender Ironie versehene Bekanntheit erlangt der Film, einige Jahre nach seiner Erscheinung wegen eines nicht unbedeutenden Details. Das ansonsten mehr an eine Folge von Gruselserien oder ein Anthologien-Segment erinnernde Filmchen darf sich rühmen, das Spielfilmdebüt des großen Oliver Stone zu sein. Sicher, die kanadische Auftragsarbeit ist nichts Persönliches und trägt somit auch nicht die Handschrift des New Yorkers, der bis heute der wohl politischste Filmemacher seiner Gewichtsklasse ist. Dazu noch als überzeugter Linker. DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN vereint die eigentümlich hübsche Hammer-Films-Darstellerin Martine Beswick (in der Titelrolle) mit Trash-Kultfiguren wie der großen Mary Woronov oder eben dem überliefertermaßen sexsüchtigen Wicht Herve Villechaize. Man könnte also eine Connection von klassischen Horrorfilmen der Alten Welt mit der Kunst-Traumwelt von Andy Warhols Factory herstellen. Diese Art der Überinterpretation überlassen wir bei FILMCHECKER aber lieber wichtigeren Leuten oder grässlichen Audiokommentar-Onanisten und erfreuen uns lieber an einem interessanten, unabhängig vom etablierten Studiosystem entstandenen Relikt aus unschuldigeren Horrorfilm-Zeiten.
 
 
herrscherin-des-boesen-bild-1
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Old-School-Grusler, der zu Unrecht nur als obskure Fußnote bekannt ist, da es sich um das Debüt Oliver Stones handelt. Tatsächlich muss man DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN aber 0als Verwandten der Sechziger/Siebziger-Horrorfilme Roger Cormans sehen, deren Regisseure ja auch gerne mal zukünftige Größen in Hollywood wurden.
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Auf der erhältlichen deutschen Blu-ray sind zwei Filmfassungen enthalten. Bei der Hauptfassung in HD handelt es sich um die restaurierte US-Fassung (PG Rating). Diese ist an Gewaltszenen – im Gegensatz zur deutschen VHS – ungekürzt. Ebenfalls auf der Blu-ray enthalten ist eine rekonstruierte Langfassung. Diese basiert auf der restaurierten US-Fassung und wurde zusätzlich mit fehlenden und alternativen Szenen der deutschen VHS ergänzt. Die damalige deutsche VHS war in zwei Gewaltszenen gekürzt, enthielt aber viele alternative Szenen, die in der US-Fassung nicht enthalten waren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
herrscherin-des-boesen-bluray

(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seizure; Kanada | USA 1974

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Rekonstruierte Langfassung (SD, ca. 98 Min.), Bildergalerie, Trailer

Release-Termin: 06.07.2017

 

Herrscherin des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Reise zurück in die Zeit (1988)
 
Waxwork II: Lost in Time (1992)
 


Filmkritik: „Headshot“ (2016)

headshot-poster
 
 
 

HEADSHOT

Story

 
 
 
In einem indonesischen Krankenhaus wacht der Kopfschuss-Patient Abdi auf und kann sich nicht an sein bisheriges Leben erinnern. In der Stadt tobt ein Bandenkrieg zwischen den heimischen Gangstern und den Mordprofis des Chinesen Lee. Abdis Verbindung zu Lee wird ihm klar, als der ihm seine Killer in die Klinik schickt. Er ist eines der Kinder, die der Gangsterboss entführt und mit grausamen Methoden zur Tötungsmaschine umprogrammiert hat. Durch die Amnesie nach dem Kopfschuss weiß er jetzt, dass ein anderes Leben möglich ist. Der Kampf gegen den „Vater“ ist unvermeidlich.

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Kritik

 
 
 
Hinter HEADSHOT stecken einige Mitglieder jener indonesischen Action-Schmiede, die das unvorbereitete Publikum schon mit den THE RAID Filmen völlig atemlos in den Sessel rammen konnte. Diese Polizei-Klopper waren vor nicht allzu langer Zeit das Next Big Thing im Gewaltfilm-Sektor, nachdem der thailändische Actionmeister Tony Jaa mit seinen bahnbrechenden Filmen ab ONG BAK zu sehr ins Esoterische abgedriftet war und die hart erkämpfte Zuschauergunst an den nächsten hungrigen Wolf weiterreichen musste. THE RAID war noch Martial-Arts-Action mit sehr harter Kante und Blick in die Genre-Zukunft. Eben die Weiterentwicklung der trockenen Knie-und-Ellbogen-Barbareien der Thailänder. Teil zwei gefiel sich schon besser im selbstverliebten Feiern von Kampfchoreographien mit überraschender Liebe zu echten Splatter-FX. Interessanterweise musste sich der Film schon nicht mehr mit Zensur-Attacken plagen, die dem im Vergleich softeren Vorgänger aufgedrückt worden waren. Was allerdings HEADSHOT, dessen Handlung – freundlich formuliert – nun nicht wirklich neu ist – an super-direkten Gewalttätigkeiten auffährt, das hätte früher nicht mal mehr eine FSK18-Freigabe bekommen. Da hätte direkt der Staatsanwalt geklingelt. In Zeiten von NETFLIX und Co. fehlen den Behörden schlicht die Handhabe und die Macht, dem Konsumenten nur noch Rumpffassungen grafisch harter Filme zu lassen.
 
 
headshot-bild-1
 
 
Immer wieder mal versteht die Filmberichterstattung, dass es einen gemeinsamen Nenner bezüglich Horror- und Actionkino gibt. Damit ist jetzt nicht die Reaktion der Studios gemeint, einen der Helden des beliebten Knochenbrecher-Kinos gegen einen okkultistisch aufgestellten Serienmörder oder tumbe Diener des Pferdefüßigen in die Schlacht zu schicken, wie es schon seit den Siebzigern immer wieder zur Aufführung gebracht wird. Nein, ein Film wie HEADSHOT nutzt die bequem ausgelatschten Mechanismen des Action- hier: des Kampfsportfilms um einen in seiner Direktheit und Exploitationhaftigkeit fast menschenverachtend technoiden Blick auf die Idee des Body Horror zu bieten: Der menschliche Körper, reduziert auf die Möglichkeiten seiner Beschädigung. Fleisch ist zum zerrissen werden da, Haut zum Bluten, Knochen zum offenen Brechen. Einschüsse sind überdimensional und triefend. Cronenberg goes asiatische Prügel-Orgie. Jede Schlägerei endet mit dem zermatschten und verstümmelten Leib des Verlierers und der ebenfalls in Blut getunkten Visage des Siegers. Wände sind knallrot. Umherliegenden Gegenständen geht es ähnlich. Kein Tischbein, kein Ast, keine Glasscherbe, die nicht im Handumdrehen zum Mordwerkzeug umfunktioniert werden können.
 
 
headshot-bild-2
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich brutale Action, die selbst einem geschulten Gorehound mit krasser Realitätsnähe und der fast manischen Missachtung menschlichen Lebens die Spucke zum Eintrocknen bringen dürfte. Es muss nicht immer Geisterhorror oder Torture-Porn sein. HEADSHOT geht stellenweise wirklich an die Substanz.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Zensur

 
 
 
HEADSHOT ist harter Tobak. Das sah auch die FSK ähnlich, die den Film wegen seiner brutalen Action-Szenen nicht ungeschnitten passieren lies und eine Freigabe in ungeschnittener Form verweigerte. Doch Anbieter KOCH MEDIA wollte nicht schneiden und reichte HEADSHOT bei den Juristen der SPIO ein. Das Urteil der SPIO/JK fiel erstaunlich milde aus. Dort erhielt der Actioner in ungeschnittener Form die Kennzeichnung: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung. Fans deftiger Gewalteinlagen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
headshot-bluray

(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

headshot-bluray-steelbook

(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Headshot; Indonesien 2016

Genre: Action, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Behind the Scenes (ca. 18 Min.), Kinotrailer

Release-Termin: 08.06.2017

 

Headshot – Steelbook [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Headshot – KeepCase [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raid: Redemption (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 
Killers (2014)
 
Tyubeu (2003)
 
John Rambo (2008)
 
Dredd (2012)
 


Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

kochendes-blut-1970-poster
 
 
 

KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
kochendes-blut-1970-bild-1
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
kochendes-blut-dvd

(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

Kochendes Blut [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 


Filmkritik: „Maniac Cop“ (1988)

maniac-cop-poster
 
 
 

MANIAC COP

Story

 
 
 

Der hier portraitierte Freund und Helfer hat einen an der Waffel. Ganz forensisch sogar. Unter den Polizisten New York Citys befindet sich einer, der den bekämpften kriminellen Widerlingen in nichts nachsteht. Dieser „Maniac Cop“ Matt Cordell mordet sich brutalst durch die schmierigen Neon-Nächte der Millionenstadt am Hudson und ist dabei gerissen genug, einen unschuldigen Kollegen, gespielt von Bruce Campbell persönlich, in den Fokus der Ermittlungen zu lavieren.

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Kritik

 
 
 
Seltsames Gefühl, wenn einem auffällt, welche kleinen Klassiker des Blut- und Gerölle-Kinos noch nicht in respektabler Heimkinoform zur Verfügung stehen. MAINAC COP, dieser nach grundsympathischem Schema F gezauberte Bullen-Slasher, ist auch so ein Titel. Nach dem meisterhaft übelkeiterregenden Schlitzer-Klassiker MANIAC, starring Klapsmühlen-Gottfigur Joe Spinell, muss man dessen Erschaffer William Lustig nicht erst dazu zwingen, diesen knackigen Namenszusatz des Wahnsinnigen ein weiteres, kassenklingelndes Mal zur Titel-Verwendung zu bringen. Der mit allen Porno-Wassern gewaschene Kleinstbudget-Regisseur aus New York weiß, was alle Augen auf die eigene Arbeit lenkt und spielt die Klaviatur des Eighties-Horrors wie ein ganz Großer. Ein Slasher für die Galerie! Zur Seite stehen dem späteren Independent-Studio-Chef (Anchor Bay, dann Blue Underground) neben einer Traumbesetzung des gehoben-groben Drive-In-Schotters wie Richard Roundtree, Bruce Campbell, Tom Atkins und William Smith auch der Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen. Der stramm linksliberale Filmemacher zeichnet unter anderem für exploitofonische Granaten wie die IT’S ALIVE! Monsterbaby-Reihe, den Quetzacoatl-Saurier-Irrsinn AMERICAN MONSTER, den Blaxploitationfilm erster Kategorie BLACK CAESAR („Der Pate von Harlem“) oder den bis heute nicht in deutscher Sprache erschienenen Ultra-Kultschocker GOD TOLD ME TO (1976) verantwortlich.
 
 
maniac-cop-1988-bild-2
 
 
Eine sicherlich irgendwo politisch motivierte Slasher-Parade über einen Mörder-Polizisten lässt er sich natürlich nicht entgehen. Jahre später würde Herr Lustig seinen alten Kollegen mit einer edlen DVD-Edition auf Blue Underground ehren. Hier, beim ersten Teil der mehrfach fortgesetzten Reihe MANIAC COP, gibt sich das findige Gespann alle Mühe, seine New Yorker Heimat so sleazy wie möglich erscheinen zu lassen und den uniformierten Baddie Robert Z’Dar mit genug monströser Bedrohlichkeit für zwei bis drei Leinwand-Unholde zu versehen. Ach, Robert! In über hundert Filmen variierender Rauheit als Schlägertyp, Psychopath oder psychopathischer Schlägertyp gecastet, macht der durch den seltenen Knochendefekt des Cherubismus verunstaltete Brocken von Mann das Beste aus den Vorgaben der Gene und lebt bis zu einem furchtbaren Setunfall, der ihn erst in den Rollstuhl und 2015 auf den Friedhof bringt, ganz ordentlich von seinen Zügen. Zu seinen Fans war er, wie es das Bösewichter-Klischee so will, immer zuckersüß und freundlich.
 
 
maniac-cop-1988-bild-1
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Recht beliebtes Kult-Kino aus Genremeister-Hand. Den guten alten MANIAC COP kennen die meisten Horror-Nerds schon immer, die älteren sowieso. Für die Uneingeweihten empfiehlt sich, zurückgelehnt einen oder sieben auf Robert Z’Dar zu heben und das Dream Team Lustig/Cohen seine Grindhouse-Magie entfalten zu lassen.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch der MANIAC COP nicht leicht. Der wurde kurzerhand indiziert und durfte hierzulande nicht beworben oder im stationären , deutschen Handel verkauft werden. Das änderte sich aber vor einigen Jahren. MANIAC COP wurde im April 2013 vom Index genommen und im August 2016 durch die FSK neugeprüft. Bei dieser Neuprüfung erhielt der Film in seiner ungekürzten Fassung eine FSK 16-Freigabe. Diese darf nun regulär in jedem Fachmarkt oder Online Shop verkauft werden. Wie sich die Zeiten ändern. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz FSK16-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
maniac-cop-bluray

(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

maniac-cop-mediabook-cover-a

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 999 Stück limitiert)

maniac-cop-mediabook-cover-b

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 666 Stück limitiert)

maniac-cop-mediabook-cover-c

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

maniac-cop-mediabook-cover-d

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

maniac-cop-futurepack

(c) NSM Records (limitiertes Futurepak – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac Cop; USA 1988

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook | Futurepak

Extras: Kinofassung (HD, ca. 85 Min.), Deutscher Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision Filmmagazin für die Kinofassung, Audiokommentar von William Lustig, Larry Cohen, Bruce Campbell und Jay Chattaway, Doomed Detective, Intro von Tom Atkins, Lady of the Night, Scripting a new Slasher Super Villian, TV-Szenen, Interview mit William Lustig, Bildergalerie, 2 TV-Spots, Deutsche Trailer zu allen drei „Maniac Cop“-Filmen, 4 Englische Trailer, Französischer Trailer | zusätzlich im Mediabook noch eine Soundtrack-CD und ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.10.2015 | KeepCase: 28.04.2017 | Futurepak: 27.01.2017

 
 
Neben vier limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet wurde der Film auch in einem edlem Blu-ray-Futurepak veröffentlicht. Seit April 2017 kann man MANIAC COP auch in Deutschland als Blu-ray KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Futurepak mit 3D Lenticular auf AMAZON kaufen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im KeepCase auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover A auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover B auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover C auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover D auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1992)
 
Mad Cop (1989)
 
Psycho Cop 2 (1992)