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Filmkritik: „Die Mächte des Lichts“ (1982)

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DIE MÄCHTE DES LICHTS

(SORCERESS)

Story

 
 
 
Tatort: Eine bunte Fantasyfilm-Märchenwelt, in echt vermutlich im verdorrten Wüstenteil des südlichen Kaliforniens gelegen. Der tyrannische Bösling Traigon hat zwar schon die Zügel des Reichs in der Kralle, weiß aber – typisch Machtmensch – nicht, wo Schluss ist. Ein Deal mit satanischen Kollegen aus den Tiefen der Hölle verlangt den Ritualmord an den eigenen Zwillingstöchtern. Bevor Traigon zuschlagen kann, werden die Mädels zum Glück außer Landes geschafft und zu markigen Kämpfer-Prinzessinnen geschult. Das große Ziel natürlich: die Rache am durchgedrehten Vater.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Kritik

 
 
 
Wem der Plot in Gefangenschaft aufgezogener Schwertschwinger auf Blutwurstfeldzug bekannt vorkommt, der möge sich nicht länger den Schädel massieren. Natürlich ist´s auch hier John Milius übermächtiges 1982er Genre-Vorbild CONAN DER BARBAR, auf dessen Trittbrett DIE MÄCHTE DES LICHTS noch im selben Jahr um die Ecke getrittbrettert kommt. Die Schwarzenegger´sche Mär vom Barbaren und den Ungeheuern löst Anfang der Achtziger ein Revival des Sandalenfilms aus, mischt dessen gladiatorenschwere Zutaten mit Blut und Gummimonstern und erfreut weltweit Schwachsinnige und Trash-Bluthunde in Autokinos und Videotheken mit purer, die Birne auf Durchzug schaltende Unterhaltungs-Großartigkeit. Natürlich tut sich besonders Italien hervor. Auch der Barbarenfilm wird im Chef-Land des traditionsreichen Genreklaus wieder und wieder kopiert. DIE MÄCHTE DES LICHTS kommen allerdings aus den USA. Roger Corman persönlich setzt den altehrwürdigen Jack SPIDER BABY Hill auf den Regiestuhl und erhält als Belohnung den mit Abstand besten Fantasy-Reißer seines Studios. Tatsächlich nicht einfach, steht der gute Roger im Anschluss noch hinter einem ganzen Schwung wilder, meist in Argentinien gedrehter Schwert- und Grunz-Opern, die allesamt zu unterhalten wissen.
 
 
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Was diese Filme nicht haben ist die Hauptrollen-Anwesenheit zweier intellektuell erkennbar auf Sparflamme brutzelnder Playboy-Hasen mit strategisch völlig deplatzierten Silikonhupen südlich und leicht aus der Zeit fallenden Make-Up- und Haar-Arbeiten nördlich des Halses. Heute würde sich ein kalifornischer Schönheitschirurg für sowas enthauptet auf einer mexikanischen Müllkippe wiederfinden. Dafür machen die mighty Plastik Sisters ihren Job mit ungemeiner Freude und Verve. Man möchte meinen, die beiden sind beim Dreh davon ausgegangen, die Schauspielkarrieren sind nun in trockenen Tüchern. Naja. Zahlreiche amüsante Fantasy-Monster, auch hier wird das eher sportlich-schlanke Budget mit Spaß an der Arbeit wettgemacht, und flackerige Lasereffekte aus dem Eighties-Videostudio komplettieren ein Gesamtbild, das hier Pflicht und Kür des Fellbikini-Films mit glänzenden Noten belohnt bekommen sollte. Wie Ihr wisst kommen der FILMCHECKER himself und ich auch auch aus den dunkeln Tagen des Videofilm-Konsums. Nach dem Niedergang des Magnetbandes musste man sich DIE MÄCHTE DES LICHTS auf empfindlicher Thorn-EMI-VHS im Rahmen geldscheffelnder Filmbörsen organisieren. Seine Renaissance auf BluRay und DVD verdankt der Film wohl dem Erfolg von HBOs knackiger Fantasy-Gelddruckmaschine GAME OF THRONES, der gelungen ist, Fantasy mal wieder bei Leuten en vogue zu bringen, die selbst den HERRN DER RINGE nur aus Sheldon-Cooper-Zitaten kennen. Soll uns nur Recht sein, schließt sich hier doch sogar ein Kreis. Ein Film, der als Nachzügler einer Genre-Nummer-Eins entsteht, feiert ein Comeback im Fahrwasser der aktuellen Genre-Nummer-Eins.
 
 
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DIE MÄCHTE DES LICHTS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Lockere und unterhaltsame Barbarenfilm-Subgenre-Kolportage aus fähiger Hand. DIE MÄCHTE DES LICHTS erscheint endlich (erstmals nach der VHS-Zeit) als Schmuckstück fürs heimische Sudelregal. Hirn in den Kühlschrank legen, Film ab und bitte anerkennend rülpsen beim Schauen. Der Film wünscht sich das von Euch.
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Zensur

 
 
 
DIE MÄCHTE DES LICHTS war bereits zu VHS-Zeiten ungeschnitten und stand mit FSK16 in den Videotheken. Auch die nun erhältliche HD-Fassung ist komplett und besitzt ebenso den FSK16-Flatschen. Sammler seltener Klassiker aus den 1980ern können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media (Schuber-Auflage auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sorceress; Mexiko | USA 1982

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Originaltrailer (02:20 Min.), Retro-Trailershow (15:42 Min.): Herkules, Samson und Odysseus, Der Kampf um Troja, Die Rache der Gladiatoren, Samson und die weissen Sklavinnen, Die unbesiegbaren Drei

Release-Termin: 04.05.2017

 

Die Mächte des Lichts [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES LICHTS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conan der Barbar (1982)
 
Red Sonja (1985)
 
Die Barbaren (1987)
 
Drei Engel auf der Todesinsel (1984)


Filmkritik: „Herrscherin des Bösen“ (1974)

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HERRSCHERIN DES BÖSEN

(SEIZURE)

Story

 
 
 
Ein exzentrischer Horror-Autor genießt den unheimlichen Ruf, regelmäßig die mit Abstand realistischsten Bösewichter-Charaktere in seinen Büchern lebendig werden zu lassen. Als er einen Empfang in seinem Haus gibt, werden allerdings tatsächlich ein paar seiner Monstren lebendig, also lebendig lebendig, und beginnen, die angekommenen Gäste einen nach dem anderen zu dezimieren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Figuren der Schauerliteratur und vom schreibenden Menschen erschaffene Welten erwachen zum Leben und begehen Bluttaten in der Realität. Eine originäre Idee der Phantastik, die es schon zu fast vergessenen Weimarer Stummfilmzeiten gab und die später, aus verschiedenen Richtungen betrachtet, in Filmen von Granden wie HG Lewis oder John Carpenter aufgegriffen werden sollte. Zutiefst Freudianische Sache, das. Im Falle von DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN bedient man sich obendrein des Schnittmusters des Slasher-Films. Mit aller seinem Hang zur Nummernrevue. Nicht, dass das nicht unterhaltsam wäre. Ganz im Gegentum! Spätestens wenn Satansgnom Herve Villechaize als „Spider, der Zwerg“ anrückt und meuchelt, brechen die Dämme der geistigen Unversehrtheit.
 
 
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Eine gewisse, leider mit erstickender Ironie versehene Bekanntheit erlangt der Film, einige Jahre nach seiner Erscheinung wegen eines nicht unbedeutenden Details. Das ansonsten mehr an eine Folge von Gruselserien oder ein Anthologien-Segment erinnernde Filmchen darf sich rühmen, das Spielfilmdebüt des großen Oliver Stone zu sein. Sicher, die kanadische Auftragsarbeit ist nichts Persönliches und trägt somit auch nicht die Handschrift des New Yorkers, der bis heute der wohl politischste Filmemacher seiner Gewichtsklasse ist. Dazu noch als überzeugter Linker. DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN vereint die eigentümlich hübsche Hammer-Films-Darstellerin Martine Beswick (in der Titelrolle) mit Trash-Kultfiguren wie der großen Mary Woronov oder eben dem überliefertermaßen sexsüchtigen Wicht Herve Villechaize. Man könnte also eine Connection von klassischen Horrorfilmen der Alten Welt mit der Kunst-Traumwelt von Andy Warhols Factory herstellen. Diese Art der Überinterpretation überlassen wir bei FILMCHECKER aber lieber wichtigeren Leuten oder grässlichen Audiokommentar-Onanisten und erfreuen uns lieber an einem interessanten, unabhängig vom etablierten Studiosystem entstandenen Relikt aus unschuldigeren Horrorfilm-Zeiten.
 
 
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HERRSCHERIN DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Old-School-Grusler, der zu Unrecht nur als obskure Fußnote bekannt ist, da es sich um das Debüt Oliver Stones handelt. Tatsächlich muss man DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN aber 0als Verwandten der Sechziger/Siebziger-Horrorfilme Roger Cormans sehen, deren Regisseure ja auch gerne mal zukünftige Größen in Hollywood wurden.
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Auf der erhältlichen deutschen Blu-ray sind zwei Filmfassungen enthalten. Bei der Hauptfassung in HD handelt es sich um die restaurierte US-Fassung (PG Rating). Diese ist an Gewaltszenen – im Gegensatz zur deutschen VHS – ungekürzt. Ebenfalls auf der Blu-ray enthalten ist eine rekonstruierte Langfassung. Diese basiert auf der restaurierten US-Fassung und wurde zusätzlich mit fehlenden und alternativen Szenen der deutschen VHS ergänzt. Die damalige deutsche VHS war in zwei Gewaltszenen gekürzt, enthielt aber viele alternative Szenen, die in der US-Fassung nicht enthalten waren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seizure; Kanada | USA 1974

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Rekonstruierte Langfassung (SD, ca. 98 Min.), Bildergalerie, Trailer

Release-Termin: 06.07.2017

 

Herrscherin des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Reise zurück in die Zeit (1988)
 
Waxwork II: Lost in Time (1992)
 


Filmkritik: „Headshot“ (2016)

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HEADSHOT

Story

 
 
 
In einem indonesischen Krankenhaus wacht der Kopfschuss-Patient Abdi auf und kann sich nicht an sein bisheriges Leben erinnern. In der Stadt tobt ein Bandenkrieg zwischen den heimischen Gangstern und den Mordprofis des Chinesen Lee. Abdis Verbindung zu Lee wird ihm klar, als der ihm seine Killer in die Klinik schickt. Er ist eines der Kinder, die der Gangsterboss entführt und mit grausamen Methoden zur Tötungsmaschine umprogrammiert hat. Durch die Amnesie nach dem Kopfschuss weiß er jetzt, dass ein anderes Leben möglich ist. Der Kampf gegen den „Vater“ ist unvermeidlich.

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Kritik

 
 
 
Hinter HEADSHOT stecken einige Mitglieder jener indonesischen Action-Schmiede, die das unvorbereitete Publikum schon mit den THE RAID Filmen völlig atemlos in den Sessel rammen konnte. Diese Polizei-Klopper waren vor nicht allzu langer Zeit das Next Big Thing im Gewaltfilm-Sektor, nachdem der thailändische Actionmeister Tony Jaa mit seinen bahnbrechenden Filmen ab ONG BAK zu sehr ins Esoterische abgedriftet war und die hart erkämpfte Zuschauergunst an den nächsten hungrigen Wolf weiterreichen musste. THE RAID war noch Martial-Arts-Action mit sehr harter Kante und Blick in die Genre-Zukunft. Eben die Weiterentwicklung der trockenen Knie-und-Ellbogen-Barbareien der Thailänder. Teil zwei gefiel sich schon besser im selbstverliebten Feiern von Kampfchoreographien mit überraschender Liebe zu echten Splatter-FX. Interessanterweise musste sich der Film schon nicht mehr mit Zensur-Attacken plagen, die dem im Vergleich softeren Vorgänger aufgedrückt worden waren. Was allerdings HEADSHOT, dessen Handlung – freundlich formuliert – nun nicht wirklich neu ist – an super-direkten Gewalttätigkeiten auffährt, das hätte früher nicht mal mehr eine FSK18-Freigabe bekommen. Da hätte direkt der Staatsanwalt geklingelt. In Zeiten von NETFLIX und Co. fehlen den Behörden schlicht die Handhabe und die Macht, dem Konsumenten nur noch Rumpffassungen grafisch harter Filme zu lassen.
 
 
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Immer wieder mal versteht die Filmberichterstattung, dass es einen gemeinsamen Nenner bezüglich Horror- und Actionkino gibt. Damit ist jetzt nicht die Reaktion der Studios gemeint, einen der Helden des beliebten Knochenbrecher-Kinos gegen einen okkultistisch aufgestellten Serienmörder oder tumbe Diener des Pferdefüßigen in die Schlacht zu schicken, wie es schon seit den Siebzigern immer wieder zur Aufführung gebracht wird. Nein, ein Film wie HEADSHOT nutzt die bequem ausgelatschten Mechanismen des Action- hier: des Kampfsportfilms um einen in seiner Direktheit und Exploitationhaftigkeit fast menschenverachtend technoiden Blick auf die Idee des Body Horror zu bieten: Der menschliche Körper, reduziert auf die Möglichkeiten seiner Beschädigung. Fleisch ist zum zerrissen werden da, Haut zum Bluten, Knochen zum offenen Brechen. Einschüsse sind überdimensional und triefend. Cronenberg goes asiatische Prügel-Orgie. Jede Schlägerei endet mit dem zermatschten und verstümmelten Leib des Verlierers und der ebenfalls in Blut getunkten Visage des Siegers. Wände sind knallrot. Umherliegenden Gegenständen geht es ähnlich. Kein Tischbein, kein Ast, keine Glasscherbe, die nicht im Handumdrehen zum Mordwerkzeug umfunktioniert werden können.
 
 
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HEADSHOT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich brutale Action, die selbst einem geschulten Gorehound mit krasser Realitätsnähe und der fast manischen Missachtung menschlichen Lebens die Spucke zum Eintrocknen bringen dürfte. Es muss nicht immer Geisterhorror oder Torture-Porn sein. HEADSHOT geht stellenweise wirklich an die Substanz.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Zensur

 
 
 
HEADSHOT ist harter Tobak. Das sah auch die FSK ähnlich, die den Film wegen seiner brutalen Action-Szenen nicht ungeschnitten passieren lies und eine Freigabe in ungeschnittener Form verweigerte. Doch Anbieter KOCH MEDIA wollte nicht schneiden und reichte HEADSHOT bei den Juristen der SPIO ein. Das Urteil der SPIO/JK fiel erstaunlich milde aus. Dort erhielt der Actioner in ungeschnittener Form die Kennzeichnung: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung. Fans deftiger Gewalteinlagen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Headshot; Indonesien 2016

Genre: Action, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Behind the Scenes (ca. 18 Min.), Kinotrailer

Release-Termin: 08.06.2017

 

Headshot – Steelbook [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Headshot – KeepCase [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raid: Redemption (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 
Killers (2014)
 
Tyubeu (2003)
 
John Rambo (2008)
 
Dredd (2012)
 


Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

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KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
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KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

Kochendes Blut [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 


Filmkritik: „Maniac Cop“ (1988)

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MANIAC COP

Story

 
 
 

Der hier portraitierte Freund und Helfer hat einen an der Waffel. Ganz forensisch sogar. Unter den Polizisten New York Citys befindet sich einer, der den bekämpften kriminellen Widerlingen in nichts nachsteht. Dieser „Maniac Cop“ Matt Cordell mordet sich brutalst durch die schmierigen Neon-Nächte der Millionenstadt am Hudson und ist dabei gerissen genug, einen unschuldigen Kollegen, gespielt von Bruce Campbell persönlich, in den Fokus der Ermittlungen zu lavieren.

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Kritik

 
 
 
Seltsames Gefühl, wenn einem auffällt, welche kleinen Klassiker des Blut- und Gerölle-Kinos noch nicht in respektabler Heimkinoform zur Verfügung stehen. MAINAC COP, dieser nach grundsympathischem Schema F gezauberte Bullen-Slasher, ist auch so ein Titel. Nach dem meisterhaft übelkeiterregenden Schlitzer-Klassiker MANIAC, starring Klapsmühlen-Gottfigur Joe Spinell, muss man dessen Erschaffer William Lustig nicht erst dazu zwingen, diesen knackigen Namenszusatz des Wahnsinnigen ein weiteres, kassenklingelndes Mal zur Titel-Verwendung zu bringen. Der mit allen Porno-Wassern gewaschene Kleinstbudget-Regisseur aus New York weiß, was alle Augen auf die eigene Arbeit lenkt und spielt die Klaviatur des Eighties-Horrors wie ein ganz Großer. Ein Slasher für die Galerie! Zur Seite stehen dem späteren Independent-Studio-Chef (Anchor Bay, dann Blue Underground) neben einer Traumbesetzung des gehoben-groben Drive-In-Schotters wie Richard Roundtree, Bruce Campbell, Tom Atkins und William Smith auch der Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen. Der stramm linksliberale Filmemacher zeichnet unter anderem für exploitofonische Granaten wie die IT’S ALIVE! Monsterbaby-Reihe, den Quetzacoatl-Saurier-Irrsinn AMERICAN MONSTER, den Blaxploitationfilm erster Kategorie BLACK CAESAR („Der Pate von Harlem“) oder den bis heute nicht in deutscher Sprache erschienenen Ultra-Kultschocker GOD TOLD ME TO (1976) verantwortlich.
 
 
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Eine sicherlich irgendwo politisch motivierte Slasher-Parade über einen Mörder-Polizisten lässt er sich natürlich nicht entgehen. Jahre später würde Herr Lustig seinen alten Kollegen mit einer edlen DVD-Edition auf Blue Underground ehren. Hier, beim ersten Teil der mehrfach fortgesetzten Reihe MANIAC COP, gibt sich das findige Gespann alle Mühe, seine New Yorker Heimat so sleazy wie möglich erscheinen zu lassen und den uniformierten Baddie Robert Z’Dar mit genug monströser Bedrohlichkeit für zwei bis drei Leinwand-Unholde zu versehen. Ach, Robert! In über hundert Filmen variierender Rauheit als Schlägertyp, Psychopath oder psychopathischer Schlägertyp gecastet, macht der durch den seltenen Knochendefekt des Cherubismus verunstaltete Brocken von Mann das Beste aus den Vorgaben der Gene und lebt bis zu einem furchtbaren Setunfall, der ihn erst in den Rollstuhl und 2015 auf den Friedhof bringt, ganz ordentlich von seinen Zügen. Zu seinen Fans war er, wie es das Bösewichter-Klischee so will, immer zuckersüß und freundlich.
 
 
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MANIAC COP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Recht beliebtes Kult-Kino aus Genremeister-Hand. Den guten alten MANIAC COP kennen die meisten Horror-Nerds schon immer, die älteren sowieso. Für die Uneingeweihten empfiehlt sich, zurückgelehnt einen oder sieben auf Robert Z’Dar zu heben und das Dream Team Lustig/Cohen seine Grindhouse-Magie entfalten zu lassen.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch der MANIAC COP nicht leicht. Der wurde kurzerhand indiziert und durfte hierzulande nicht beworben oder im stationären , deutschen Handel verkauft werden. Das änderte sich aber vor einigen Jahren. MANIAC COP wurde im April 2013 vom Index genommen und im August 2016 durch die FSK neugeprüft. Bei dieser Neuprüfung erhielt der Film in seiner ungekürzten Fassung eine FSK 16-Freigabe. Diese darf nun regulär in jedem Fachmarkt oder Online Shop verkauft werden. Wie sich die Zeiten ändern. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz FSK16-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 999 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 666 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Futurepak – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac Cop; USA 1988

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook | Futurepak

Extras: Kinofassung (HD, ca. 85 Min.), Deutscher Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision Filmmagazin für die Kinofassung, Audiokommentar von William Lustig, Larry Cohen, Bruce Campbell und Jay Chattaway, Doomed Detective, Intro von Tom Atkins, Lady of the Night, Scripting a new Slasher Super Villian, TV-Szenen, Interview mit William Lustig, Bildergalerie, 2 TV-Spots, Deutsche Trailer zu allen drei „Maniac Cop“-Filmen, 4 Englische Trailer, Französischer Trailer | zusätzlich im Mediabook noch eine Soundtrack-CD und ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.10.2015 | KeepCase: 28.04.2017 | Futurepak: 27.01.2017

 
 
Neben vier limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet wurde der Film auch in einem edlem Blu-ray-Futurepak veröffentlicht. Seit April 2017 kann man MANIAC COP auch in Deutschland als Blu-ray KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

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MANIAC COP – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1992)
 
Mad Cop (1989)
 
Psycho Cop 2 (1992)
 


Filmkritik: „Die drei Welten des Gulliver“ (1960)

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DIE DREI WELTEN DES GULLIVER

(HERR DER DREI WELTEN | THE 3 WORLDS OF GULLIVER)

Story

 
 
 
Schiffsdoktor Lemuel Gulliver (Kerwin Matthews) erleidet den Untergang seines betreuten Kahns und strandet nacheinander in ganz und gar unwahrscheinlichen Inselreichen. Da gibt es Zwerge im Landfe Liliput, neben denen der Engländer ein wahrer Gigant ist und Riesen, neben denen er dann wieder zum Wichtelmann wird. Was die Völker eint, ist das nur allzu menschliche Streben nach der guten alten Rechthaberei. Bis hin zum Ausrufen des Kriegszustandes.
 
 
 


 
 
 

DIE DREI WELTEN DES GULLIVER – Kritik

 
 
 
Der Ire Jonathan Swift war selbst Arzt und obendrein noch evangelischer Pastor, somit bestens vertraut mit den verschiedenen Arten menschlichen Wunsch- und Heilsdenkens. Anfang des 18. Jahrhunderts veröffentlichte er seinen Roman GULLIVERS REISEN, eine frotzelnde Satire über die Gewohnheiten der Menschen verschiedener Stände und Kulturen – natürlich verpackt in die völlig irrealen Märchenreichsschilderungen von Liliput bis Blefusco und zurück. Das Buch ist auf perverse Art und Weise noch immer aktuell. Man kann sich leider nur allzu gut vorstellen, dass der aktuelle US-Präsident im Hoheitsanspruch über die Köpfungsweise des Frühstückseis Atomraketen losschickt.
 
 
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Jenen irrwitzigen Realitätsbezug beiseite, bietet GULLIVERS REISE seit jeher dankbares Phantastik-Verfilmungsfutter. Jede Generation von Hollywood-Effektkünstlern durfte sich am Stoff der klassischen Story, vorneweg natürlich den Groß-Klein-Darstellungen im Mittelpunkt, versuchen. Zuletzt der verblasste Grimassen-Stern Jack Black in einer gänzlich missratenen, wuchtig CGI-schweren Charade und vorher Hochhaar-Toupetgott Ted Danson in einer Neunziger-Adaption im Fahrwasser der plötzlich ausgebrochenen Kabelfernsehen-Fantasy-Welle, die auch die mauen Serien XENA und HERCULES hervorbrachte. Hierzulande auf RTL zu Schanden gesendet.
 
 
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Für diese Charles-Schneer-Produktion aus dem Jahr 1960 versammelten sich vor und hinter den Kameralinsen, was auch die Sindbad-Filme oder manches Jules-Verne- oder H.G.-Wells-Abenteuer in saftigstem Technicolor ausmachte. Unter der handwerkerartig-straffen Regie des Western-Fachmanns Jack Sher sehen wir einmal mehr Kerwin Matthews im Zentrum der Effektzaubereien Ray Harryhausens. Ja, auch heute stellen wir Euch wieder einen märchenhaften Kinderfilm-Höhepunkt mit Stop-Motion und anderer Tricktechnik aus der stilbildenden Hand des Spezialeffekt-Großmeisters vor. Das Eintauchen in die mystischen Illusions-Einfälle des beliebten Amerikaners funktioniert auch bei HERR DER DREI WELTEN so wunderbar wie es vielleicht ansonsten nur noch der zu Recht unsterbliche Walt Disney mit für so etwas offenen Zuschauer-Seelenwelten von Groß und Klein anzustellen vermag. Um beim Prädikat unsterblich zu bleiben: Harryhausen definitiv!
 
 
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DIE DREI WELTEN DES GULLIVER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine Story, die jeder kennt, im einzigen ihr angemessenen Verfilmungs-Kosmos: Bunte Farben, genial altmodische aber nicht antiquierte Effekte aus der Hand Ray Harryhausens und respektvolle Nähe zur Vorlage, wenn auch nicht hundertprozentige Werkstreue. Ein weiterer Fantasy-Klassiker für zu Hause.
 
 


 
 
 

DIE DREI WELTEN DES GULLIVER – Zensur

 
 
 
DIE DREI WELTEN DES GULLIVER lief bereits im Kino ungeschnitten frei ab 12 Jahren. Das hat sich nicht bei der DVD-Veröffentlichung geändert und ist auch bei der nun erhältlichen Blu-ray der Fall. Zensur wäre aber auch nicht von Nöten gewesen, denn was hier gezeigt wird bewegt sich im familienfreundlichen Rahmen.
 
 
 


 
 
 

DIE DREI WELTEN DES GULLIVER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media | Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The 3 Worlds of Gulliver; USA 1960

Genre: Abenteuer, Fantasy,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: The Harryhausen Chronicles (57:55 Min.), This is Dynamation Featurette (43:23 Min.), Interview with Ray Rayhausen (5:11 Min.),
Original Kinotrailer (3:19 Min., Englisch, ohne Untertitel), Trailer (3:09 min., Deutsch, ohne Untertitel), Bildergalerie (2:40 Min.)

Release-Termin: 09.03.2017

 

Die drei Welten des Gulliver [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DIE DREI WELTEN DES GULLIVER – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Explosive Media | Koch Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu (2010)
 
Gullivers Reisen (1977)
 
Gulliver in Lilliput (1982)
 
Gullivers Reisen (1996)
 


Filmkritik: „Der Kühlschrank“ (1991)

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DER KÜHLSCHRANK – EISKALT, MÖRDERISCH, GEFRÄSSIG!

(THE REFRIGERATOR)

Story

 
 
 
Im metropolen Moloch New York City an eine halbwegs annehmbare Bude zu kommen, raubt potentiellen Mietern seit bald hundert Jahren den letzten Nerv. Steve und Eileen Bateman, nicht verwandt oder verschwägert mit einem Patrick gleichen Nachnamens, geht das nicht viel anders und so kneifen die jung Verheirateten den Popo zusammen und übernehmen das ihnen angebotene Apartment mitsamt den im Mietvertrag aufgeführten Möbeln des Vorbesitzers. Ausgerechnet in der voluminösen Kühlmaschine in der Küche steckt das teuflische Häkchen am Wohnungsglück. Freund Kühlschrank will gefüttert werden. Bevorzugt Mieterfleisch. In Verbindung mit der kriselnden Beziehung der Batemans macht so ein kaltes Aggregat natürlich nur wenig Freude.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Kritik

 
 
 
Zwar als komödiantisch arrangierter Horrorfilm vermarktet, steckt hinter dem unabhängig auf die Beine gestellten Küchengeräts-Horror aus den frühen Neunzigern hier doch einiges mehr. Ja, durch die (damals wie heute) knallige Covergestaltung, die doch irrwitzige Thematik und das Herausstellen der überschaubaren Gore-Effekte scheint hier eine an die sympathisch-behämmerten Troma-Studios aus der New Yorker Nachbarschaft erinnernde Grusel-Klamaukiade vorzuliegen. Sogar an Frank Oz‘ Eighties-Remake von „Der kleine Horrorladen“ könnte man inhaltlich kurz denken. Beides nicht der Fall. Viel eher aber als bei den Herren Corman oder Kaufman, scheinen sich die Macher von DER KÜHLSCHRANK bei Andrzej Zulawskis POSSESSION umgeschaut zu haben. Auch bei diesem im geteilten Berlin angesiedelten Schizo-Meisterwerk ungemütlichen Horrors bricht der übernatürliche Wahnsinn wie eine satanische Kaltwetterfront über zwei längst nicht mehr im Leben stehende Eheleute herein. Spätestens, wenn der Fokus unseres Films hier vom oberflächlichen Thrill eines kannibalistischen Eiskastens zum aufreibenden Beziehungs-Zähneknirscher zwischen zwei stadt-amerikanischen Durchschnittsmenschen wechselt, ist das Element der Phantastik nur noch Werkzeug der Filmemacher. Ein Werkzeug, ihren lebensnahen Stoff ideenreich und genreartig aufzupeppen. Hier wird auch mit kurzen, heftigen Ausbrüchen zynischen Humors nicht gegeizt. Passt aber auch – denn schon bei Bergman und Fassbinder, zwei der großen Regie-Vorbilder in Sachen chirurgische Demontage von Lebensentwürfen, sitzen die Lacher oft an den bittersten und aufwühlendsten Stellen.
 
 
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Das sind jetzt viele Querverweise, die den einen oder anderen Leser vielleicht stutzig machen. Soll natürlich nicht sein. DER KÜHLSCHRANK ist eine nicht immer stilsichere aber von überzeugten Filmemachern in die Tat umgesetzte Mischung aus Genre-Trash und schauspieler-intensivem Independent-Kino mit genügend Hirnschmalz. Die Bilder der Weltmetropole vor Anbeginn der digitalen Gegenwart wirken heute fast schon exotisch und sind ein weiterer Grund, diesem jetzt fürs Heimkino veröffentlichten kleinen Film ein Zuhause im Regal zu bieten.
 
 
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DER KÜHLSCHRANK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schräges Filmdokument einer kreativen Zeit im Umbruch. Manchmal Horror, manchmal Beziehungsdrama, hier und da sogar Ausbrüche in schrägen Indie-Film-Humor. DER KÜHLSCHRANK knallt zwischen die Stühle glatter Genrezuteilung und trägt ein „Ich bin kein Film für Jedermann“-Schild vor der Brust. Entdecken lohnt sich.
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Zensur

 
 
 
Wie bereits im Kino, auf VHS und im Fernsehen ist DER KÜHLSCHRANK auch auf DVD ungeschnitten und bereits für Minderjährige zumutbar. Die erhältliche, digitale Heimkinoveröffentlichung ist frei an 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitierte DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Refrigerator; USA 1991

Genre: Trash, Horror, Komödie

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph | 16:9)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer (1:38 Min.), Wendecover ohne FSK Logo

Release-Termin: 02.02.2017

 

Der Kühlschrank – Eiskalt, mörderisch, gefräßig! [DVD – Limited Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pridyider (2012)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Die Rückkehr der Killertomaten (1988)
 


Filmkritik: „Die erste Fahrt zum Mond“ (1964)

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DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND

(FIRST MEN in THE MOON)

Story

 
 
 
Eine erstaunlich harmonisch orchestrierte Weltraumexpedition auf den Mond lässt die Astronauten nicht schlecht staunen. Da ragt aus dem Gestein des Erdtrabanten doch tatsächlich, verwittert wie ein Pflänzchen und doch erkennbar der Union Jack, die Fahne Großbritanniens! Man findet heraus, dass ein verrückter (aber harmloser) Professor und klassischer Vertreter englischen Exzentrikertums bereits eine halbwegs unfreiwillige Fahrt zum Mond unternommen hat. Bereits im Jahre 1899 führte den guten Mann eine selbstentwickelte Flugpaste auf den Nachbarstern, wo er und ein paar weitere Teilnehmer der Reise schier unglaubliche Abenteuer erlebten.
 
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Runde purer, fluffiger Sonntagsnachmittagszeitmaschinen-Karussellfahrt auf flacher Filmscheibe. Oder steckt hinter Nathan Jurans lockerer Literaturverfilmung DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND doch mehr? Tatsächlich ja, will man hier sagen. Dem britischen Science-Fiction-Urvater H.G. Wells einen gewissen, steifen Sinn für satirischen Humor abzusprechen, wäre ungerecht und auch in dieser Verfilmung seiner Story geht es das eine ums andere Mal fast ironisch zu. Wells´sche Kritik am Verhalten vermeintlich entwickelter Nationen gegenüber schwächeren kommt deutlich zur Geltung. Eine Note, mit der die Filmkritik Mitte der Sechziger mal so überhaupt nicht warm wurde – man wollte ausschließlich unterhalten werden. Auch der Waffen- und Fortschrittswahn der Kolonial- und schließlich immer wieder Kriegsmächte wird kritisch angeschnitten. Klasse! Weniger kritisch betrachtet, führt uns unser kleiner Gedankenausflug zurück an den Anfang des Textes hier. Jene Art von Zielgruppen-Filmen, eskapistische, im besten Sinne kindische und noch besseren Sinne Disney-artige Spielfilmunterhaltung, gelingt heute niemandem mehr. Und das obwohl zum Bleistift die Geldmaschinen-Kommandanten von Marvel (und auch wieder Disney) doch ausdrücklich auf Comic-Heftchen für achtjährige Knaben basieren. Charmant geht aber leider anders. Schlicht unschuldiger, für den Anfang.
 
 
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Wie sich die Zeiten doch ändern! Der Film DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND, der heute in einer speziell nach dem großen Stop-Motion-Effektmeister Ray Harryhausen benannten Edition erscheint, war damals der offizielle Grund seines Produktionsstudios Columbia, sich von ihm zu trennen. Es war natürlich eine herbe Enttäuschung für den Amerikaner und Bewunderer von H.G. Wells´, dass ausgerechnet eine Adaption des Sci-Fi-Pioniers das Ende einer Reihe finanziell eher weniger treffender Filme mit seiner Effekt-Arbeit bedeuten sollte. Trotzdem und mit der verklärenden Generationen-Distanz zwischen Kinoerscheinung und BluRay, bleibt hier ein Traum-Kinderfilm steampunkiger Fantasy-Brillanz! Wir wiederholen uns gern und empfehlen auch diesen Film all denen, die sich mit dem harmlosen Präparat Science-Fiction-Film zurück in eine Seifenblase der Kindheit transportieren können.
 
 
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DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Vollendete Fantasy-Klassik für kleine und besonders große Kinder. Harryhausens Mondbewohner und Erdenraketen zuckeln durchs bunte Breitwandbild und die Welt hält ein paar Stunden lang ihre böse Klappe. Zucker für die Seele.
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Zensur

 
 
 
Wie bereits zu seiner Kinoaufführung ist DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND auch heute noch frei ab 12 Jahren. Das hat sich auch bei der Blu-ray-Veröffentlichung (Ray Harryhausen Effects Collection) nicht geändert. Die Freigabe ist gerechtfertigt, denn Schauwerte – bis auf die gelungenen Spezialeffekte von RAY HARRYHAUSEN – werden keine geboten.
 
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media | Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: First Men in the Moon; Großbritannien 1964

Genre: Abenteuer, Science Fiction

Ton:Deutsch DTS-HD MA 4.0, Englisch DTS 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: Ray Harryhausen Chronicles, This is Dynamation, Original Kinotrailer

Release-Termin: 23.02.2017

 

Die erste Fahrt zum Mond / First men in the moon [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Explosive Media | Koch Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The First Men in the Moon (1919)
 
Die Erfindung des Verderbens (1958)
 
Lost Continent (1951)
 
Planet der Monster (1977)
 


Filmkritik: „Thirst – Blutdurst“ (1979)

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THIRST – BLUTDURST

Story

 
 
 
Yuppie-Lady Kate wird eines Tages Opfer einer Entführung. Hinter dem brutalen Akt steht „Die Brüderschaft“, ein steinalter Orden von Vampiren, der es über Generationen zu Macht und Reichtum gebracht hat und ganz verschwörungstheoretisch manchen gesellschaftlichen Faden zieht. In Kate haben die Finsterlinge eine Nachfahrin der grässlichen ungarischen Blut-Gräfin Bathory erkannt, die sie jetzt mit ihrer inneren Vampirin in Einklang bringen wollen. Notfalls mit Druck und Rauschmitteln. Auf nächtliche Halsjagden muss man hier übrigens nicht mehr gehen, stattdessen hat man seine Ressourcen in das wissenschaftlich überwachte und versteckte Züchten und „Melken“ gefangener und hypnotisierter Menschen gesteckt. Innerhalb der Sekte bilden sich Fraktionen heraus, die über das Zwangsrekrutieren vampirisch vorbelasteter Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Ende der sechziger Jahre hatte die Bewegung des New Hollywood eine großartige, neue Filmwelt arbeitswütiger Regie-Autoren geschaffen. Ursprünglich von den Franzosen der Nouvelle Vague beeinflusst, boten die Filme dieser jungen Wilden in der Traumfabrik ihrerseits auch wieder große Inspiration für die Filmwirtschaften weniger potenter Kino-Nationen. Deutschland, Italien, Japan, Skandinavien – ein Film war jetzt im Idealfall seinem Macher zuzuordnen. Das im Umsatzvergleich kleine Australien wurde Mitte der Siebziger vom wilden Autorenkäfer gebissen. Heiß geliebte Filme entstanden in bewundernswerter Häufigkeit. Tristesse dann viele Jahre später: Diese kreative Taustimmung der „Australian New Wave“ hat außerhalb von Festivals, akademischen Zirkeln und den Kinos der Heimat Down Under bis heute relativ wenig breiter gefasste Würdigung erfahren. Sicher, die noch zu Hause entstandenen Frühwerke großer Hollywood-Filmschaffender wie Peter Weir, Fred Schepisi oder Bruce Beresford, um nur drei von vielen zu nennen, sind in guten Cineasten-Kreisen für ihre Eigensinnigkeit geachtet, Mainstream aber sieht anders aus.
 
 
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Alle paar Jahre mal so scheint es, immer, wenn ein alter Aussie-Held wie George Miller zuletzt sich mal wieder ein Herz fasst und einen filmischen Treffer wie MAD MAX: FURY ROAD landet, oder wenn junge Landsmänner und -frauen sich ihrer heimisch gewachsenen Kino-Kultur erinnern, kommt die Sprache wieder auf die Neue Welle Australiens – eine Filmbewegung, in der die Grenzen zwischen Arthouse und Exploitation gerne einmal so gar nicht mehr klar auszumachen sind und in der man sich scheinbar mühelos schönster Versatzstücke unterschiedlichster Genres bedient, um sperrige und immer ganz klar australische Filmklassiker zu erschaffen. Beim leider sehr austauschbar betitelten „THIRST“ ist die Sachlage nicht anders. Man mag beim fabrikmäßigen Ausblutenlassen der Nahrungsmenschen an David Cronenberg denken. Auch an die gesellschaftlich getarnten Schlachthäuser von SOYLENT GREEN oder gar an die von Maschinen geschaffenen, furchterregenden Human-Kokon-Landschaften der MATRIX. Dann schlägt THIRST – BLUTDURST jedoch wieder einen Haken und führt sein Publikum wie den Bullen am Nasenring zurück in eine obskure Vampir-Story mit doppeltem Boden, wie sie, in dieser Modernisierung des klassischen Genrethemas des Blutsaugers, amerikanischen Horror-Serien entliehen sein könnte.
 
 
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Mit THIRST – BLUTDURST liefert Rod Hardy Ende der Siebziger ein regelrechtes Statement von Genrefilm ab, das trotzdem schwerer zu greifen ist, als ein geöltes Ferkel. Nicht gänzlich Horror-, nicht ausreichend Sci-Fi, um klare Kante erkennen zu lassen; nicht ernst genug, um als Stück phantastischer Gesellschaftskritik durchzugehen, aber auch wieder nicht schmierig genug, um ein reiner Drive-In-Schlocker zu sein. Diese Weigerung des Films, sich festnageln zu lassen, ist vermutlich der Hauptgrund für seine relative Obskurität. Geistesverwandt, auch was die sehr eigene und eigentümliche Stimmung angeht, ist hier vielleicht noch Jean Rollin mit seinem ungewöhnlichen LA NUIT DES TRAQUÉES (1980), in dem sich Horror-Atmosphäre und Gesellschafts- /Zukunftskritik ähnlich traumartig abwechseln wie bei Hardys vergessenem Vampirfilm-Update. Die Auftritte der einstigen Mod-Ikone David Hemmings aus Antonionis BLOW UP, damals noch nicht ganz so aus dem Leim gegangen und mit Karikaturen-Augenbrauen geschlagen, und des mächtigen Henry Silva sind dann wieder ein Zugeständnis, typisch australisch, an eine bewusste Exploitationhaftigkeit.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Um an dieser schönen Stelle gerade mal ganz laut auf die Pauke zu hauen: THIRST – BLUTDURST ist der vielleicht unbekannteste Super-Horrorfilm der späten Siebziger. Endlich aus dem Limbo vergessener Genreperlen befreit, wartet diese einzigartige Aussie-Melange aus Sci-Fi, Späthippie-Spott und Vampirhorror auf ihre Erst- und Wiederentdeckung.
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorklassiker hatte es auch der australische Vampirklassiker THIRST nicht leicht. Zu VHS-Zeiten wurde der Streifen indiziert und erst nach Ablauf der 25-Jahrefrist wieder vom Index gestrichen. Vor einigen Jahren erschien bereits eine ungeschnittene DVD. Diese kann jetzt gegen die Blu-ray aus dem Hause SCHRÖDER MEDIA ersetzt werden. Die HD-Fassung hat ein tolles Bild und ist zudem ungeschnitten. Ebenfalls erfreulich: Die Blu-ray kann man nun problemlos im Handel erstehen und muss keinen teurer Import aus dem deutschen Ausland vornehmen, um den Film sein Eigen nennen zu können. So macht das Sammeln von Horrorklassikern Spaß.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thirst; Australien 1979

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Rod Hardy und Antony I. Ginnane (Englisch, ohne Untertitel), Trailer & TV-Spots (SD, 2:55 Min., Englisch, ohne Untertitel), Deutscher Kino-Trailer zu Stadt der Toten (SD, 1:49 Min., Deutsch, ohne Untertitel)

Release-Termin: 02.02.2017

 

Thirst – Blutdurst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Begierde (1983)
 
The Lost Boys (1987)
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
Kiss of the Damned (2012)


Filmkritik: „Drei Engel auf der Todesinsel“ (1984)

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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL

(THE LOST EMPIRE)

Story

 
 
 
Es war einmal. Ein höchst bizarres Busenschwenkerinnen-Trio, wohlüberlegt zusammengecastet aus einer Polizistin mit Rachegedanken, einer taffen Gangsterbraut und der überdrallen Geisterwelt-Indianerin Whitestar schleust sich in die passend biblisch Golgatha getaufte Inselfestung eines irren Sektenchefs mit zwei Identitäten ein. Dessen gehörig üble Ideen der Weltherrschafts-Übernahme müssen freilich sofort unterbunden werden. Als Hindernisse legt der schizophrene Schuft den knusprigen Hüterinnen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung insektoide Monsterroboter, Killeraffen und den glatzköpfigen Stuntman und im Privatleben Motorradbanden-Kriminellen Bob Tessier (das Gesicht kennt jeder, mindestens aus dem A-TEAM und allen anderen Knaben-Actionserien der Eighties) in den Weg.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Kritik

 
 
 
Was. Für. Ein. Film. Als DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL vor wie im Fluge vergangenen 27 Jahren im Nachtprogramm deutscher Privatfernsehens-Hölle versendet wurde, fanden sich die unschuldigen Äuglein manches jugendlichen Zusehers und eventuell späteren Hardcore-Fans der schlockigen Seite des Kinos in Tränen quasireligiöser Erweckung stehend. Geiler Satz. Danke, danke. Das mehr als rassige Russ-Meyer-Sexungeheuer Raven De La Croix kämpft als Kriegerin aus dem Reich der Toten Seit‘ an Seit‘ mit zwei etwas weniger bebend brustlastigen Halbschauspielerinnen gegen die sicherlich sträflich unterbezahlten Heerscharen des Bösewichts. Den verkörpert, als wären alle anderen Freuden dieses kalten Büffets des Grindhouse-Irrsinns nicht schon befriedigend genug, Angus Scrimm – Fans des Horrorgenres als Tall Man aus den PHANTASM/DAS BÖSE-Filmen des sträflich unterschätzten Don Coscarelli bekannt. Dem jungen Filmemacher, welchem die Community des schmutzigen Entertainments diesen Eisbecher und auch Eisbrecher des internationalen Kopfschüttel-Kinos verdankt, sollte das Anheuern eigentlich verblühter B-Stars in gnadenlosen Rumpel-Filmen zum Markenzeichen werden. Neben todesmutiger Verachtung auch der einfachsten Regeln kommerziellen Drehens natürlich. Da sind die Special Effects auch mal eher unspeziell, die abenteuerliche Musik aus der Feder des Carpenter-Kollaborateurs Alan Howarth von eher plastikhafter Synthesizer-Qualität und die Herausstellungsmerkmale der Hauptdarstellerinnen im Textil ihrer Büstenhalter gefangen. Trotzdem, sehr verehrte Damen und Herren, liebe Kinder, erstrahlt hier ein Film auf dem Bildapparat des Heimkinos, der nach dem Anschauen mit einem fürsorglichen Gutenachtküsschen ins Regal gestellt werden muss.
 
 
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Ja, man mag’s sprichwörtlich nicht glauben – selbst wenn’s ja anders nicht geht. Logik und so. Auch ein vermeintlich seit Anbeginn der Sudelfilm-Zeitrechnung existierendes und operierendes Trashologismus-Regie-Schlachtross wie Jim Wynorski hat irgendwann mal seinen Erstling gedreht. Dass es sich bei seinem Einstieg via Chefsessel am Set um ein Feuerwerk des feierlich ausgerufenen schlechten Geschmacks wie DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL handelt, spricht natürlich Bände und ließ Freunde autokinotauglicher Leinwandreißer seinerzeit geradezu frohlocken. Über dreißig Video-Ferkeleien zwischen Monstern, Brüsten und Monsterbrüsten sollten folgen; nicht selten auch mal im Produktions-Tag-Team mit seinem nicht minder schmerzfreien Regisseurs-Kollegen Fred Olen Ray. Wir lehnen uns nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass die vorliegende Model-Möpse-Moonboot-Show zu den besten und unterhaltsamsten Filmen aus der Kralle des guten Jimbo W. zählt. Eine nicht zu leugnende Amerika-Feindlichkeit des hiesigen Trashfilm-Publikums führte zu seligen VHS-Zeiten zu einer gewissen blasierten Ignoranz gegenüber den Werken dieser Generation breit grinsender US-Regisseure ohne Budget. Es ist an der Zeit, diese Leute als das zu würdigen, was sie sind: Die Fackelträger sympathisch hemdsärmeliger B-Hollywood-Filmkunst in Zeiten millionenschwerer und doch seelenloser Giga-Produktionen. THE LOST EMPIRE, wie der Film im Original eher planlos betitelt ist, bietet dem hingerissenen Konsumenten fast alles, was einen standesgemäßen Exploitation-Film am Fuße der achtziger Jahre ausmacht. Amerikanisch verschämte Nackedideleien, comicstriphafte Action, ein debiles Quäntchen Fantasy und im Regelfall schmackiges Tempo. Da ist die angemessen perverse deutsche Synchronisation fast schon Ehrensache. Wir bei FILMCHECKER sind alte Männer und gehen auf keine Partys. Würden wir das doch tun, bekäme DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL von uns völlig unverblümt das Prädikat Partyfilm auf seine schwitzig-schmierige Backe geklebt.
 
 
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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hier beginnt die Karriere eines immer und immer wieder Resultate liefernden US-Trash-Meisters. Dieser Film ist ein Wirbelsturm knüppeldicker Exploitation mit Unterhaltungs-Versprechen und liegt obendrein in einer Referenz-Edition vor, die sogar Regisseur Jim Wynorski höchstselbst die Spucke wegbleiben ließ.
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Zensur

 
 
 
DREI ENGEL AUF DER TODEESINSEL hatte es in Deutschland nicht leicht. Noch im Veröffentlichungsjahr wurde der Film auf den Index verbannt und erst im Jahr 2009 „entlassen“. Weil niemand den indizierten Fantasyklassiker auf DVD veröffentlichen wollte, hat sich nun SCHRÖDER MEDIA erbarmt und im Zuge der Index-Listenstreichung eine Veröffentlichung direkt auf Blu-ray vorgenommen. Lobenswert. Jetzt kann man diesen seltenen Klassiker ohne Umwege und in bester Qualität im heimischen Wohnzimmer genießen.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lost Empire; USA 1984

Genre: Abenteuer, Action, Komödien

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Videopitch, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Kinopitch

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Bildergalerie (6:32 Min.), Retro-Trailershow (14:35 Min.): Starker Verkehr, Hell’s Angels ’70, Mandingo, Alles fliegt dir um die Ohren, Die Teuflischen 8

Release-Termin: 01.12.2016

 

3 Engel auf der Todesinsel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Herkules (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)