Filmkritik: „Così fan tutte – Eine unmoralische Frau“ (1992)

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COSÌ FAN TUTTE – EINE UNMORALISCHE FRAU

(COSÌ FAN TUTTE | ALL LADIES DO IT)

Story

 
 
 
Wie so oft in Filmen dieser Art ist aus der Ehe von Paolo und Diana ein wenig die Luft raus. Ein wenig viel sogar. Man liebt sich noch, in der Kiste aber ist nix mehr los. Diana, nicht gerade mit dem Kreuz der äußerlichen Hässlichkeit geschlagen, verfällt den Avancen eines scharfen Franzosen und therapiert ihr schlechtes Gewissen durch das Beichten der Sex-Abenteuer bei ihrem Gatten. Der glaubt natürlich, Frauchen denkt sich die Sauereien nur aus und freut sich über den aphrodisierenden Nebeneffekt ihrer Stories. Das kann nicht ewig gut gehen.

 
 
 


 
 
 

COSÌ FAN TUTTE – Kritik

 
 
Erzählwerke aus dem anerkannten westlichen Kunst-Kanon zum Handlungsgerüst fürs Erotikkino zu machen ist seit Anbeginn des Films Usus. Die alten Stoffe kosten kein oder nur wenig Lizenzgeld, das Publikum darf verlässlich mit einem „Aha!“-Wiedererkennungseffekt rechnen und im „schlimmsten“ Fall, nämlich dem eines eher stumpfsinnigen Sex- oder gar Pornofilms, bekommt eine prosaisch-derbe Aneinanderreihung von Rammelszenen zumindest einen thematischen und optischen Zusammenhang verliehen. Der amerikanische Erotikmeister Radley Metzger war ein ganz Großer dieses Stils. Der Porno-Chic-Meilenstein THE OPENING OF MISTY BEETHOVEN (1976), sein wohl bekanntester Film, bedient sich der Handlung von George Bernard Shaws PYGMALION, bzw. der des berühmten Musicals MY FAIR LADY, das selbst auch auf Shaw basiert. Metzgers meisterlicher Inszenierung und der Detailverliebtheit des Set Designs ist zu verdanken, dass Mitte der Siebziger die Säle gefüllt sind mit Normalbürgern, die sich interessiert einen Film zu Gemüte führen, in dem ununterbrochen und in teilweise gynäkologischen Großaufnahmen gebumst wird.
 
 
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Womit wir bei Tinto Brass angelangt wären. Der 1933 geborene Mailänder zählt – nach avantgardistischen Frühjahren und einer Cinecittà-Karriere in Filmen aller Couleurs – zu den Granden des europäischen Ferkelfilms und soll sogar die Regie für den Film übernehmen, der dann unter der Leitung Stanley Kubricks als UHRWERK ORANGE weltberühmt werden soll. Später steht Brass zum Beispiel hinter dem ebenso monumentalen wie größenwahnsinnigen Römer-Fickfilm CALIGULA (1979). Der ist auch aus der Porno-Chic-Ära, kommt aber bedeutend bestialischer daher. Seit den Achtzigern dreht Brass immer wieder Erotik-Komödien mit einem Charme und einer Leichtigkeit, in der sich Liebesszenen an der Grenze zum deutlichen Erwachsenensportfilm und mediterrane Boulevard-Filmkunst die schwitzigen Händchen reichen. Ein Erfolgsrezept, dem der erkahlende Zigarrenraucher noch ein ganz besonderes, persönliches Gewürz beifügt: Eine dem Fetisch nahe, ihn über alles ästhetisierende und erhöhende Betrachtung des weiblichen Hinterteils. Seine Filme feiern das Damengesäß auf eine Art – das hatten wir schon einmal erwähnt – wie Russ Meyer es zeitlebens mit der weiblichen Brust getan hat. Auch auf Achsel- und Schambehaarung legt der Meister immer großen Wert. Die Drastik seiner eigenen Art von Softsex-Film sichert ihm einen festen Platz im Herzen von Zensoren und Indizierungs-Wüterichen. Auch COSI FAN TUTTE muss in Kino, auf Video und DVD und im Fernsehen zahlreiche Schnitte ertragen.
 
 
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Die klassische Vorlage, die in Mozarts letztem, finanziell und gesundheitlich niedergemähtem Lebensjahr entstandene Oper COSI FAN TUTTE, lässt sich im Film eigentlich kaum noch erkennen. Beinahe nur noch im Titel, wenn wir ehrlich sind. In der Prämisse des Singspiels von 1790 schließen zwei Wüstlinge der neapolitanischen Armee im Kaffeehaus eine Wette ab, wer die treue Gattin des anderen zuerst vom Pfad der Tugend abbringen kann. Daraus entwickeln sich die üblichen Irrungen und einige von Mozarts bekanntesten Melodien entstehen. Tinto Brass Fokus liegt dagegen auf der Figur der Diana als Erzählerin erotischer Eskapaden, die ihren lustmüden aber doch noch von ihr geliebten Mann und die Regenmäntel im Kino gleichermaßen rattig machen sollen. Da ist die Attraktivität von Claudia Koll, der wirklich mal wieder sehr sorgfältig ausgewählten Hauptdarstellerin, einer Italienerin, wie sie heute nicht mehr in den Fabriken gebaut werden, natürlich von Vorteil.
 
 
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COSÌ FAN TUTTE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Pralle Popo-Erotik von einem, der weiß, wie’s geht. COSI FAN TUTTE, nur noch vage als Mozart-Adaption zu erkennen, ist ein wahres Chefwerk europäischen Ferkelkinos an der Grenze zum Porno, das die Vorzüge und die Ausstrahlung von Hauptdarstellerin Claudia Koll ganz hervorragend zu inszenieren versteht. Auch liegt mit dieser Veröffentlichung die bisher längste Fassung des von der Schere geschundenen Films vor. Das ist löblich.
 
 


 
 
 

COSÌ FAN TUTTE – Zensur

 
 
 
COSÌ FAN TUTTE – EINE UNMORALISCHE FRAU erschien in Deutschland auf VHS nur gekürzt. 1994 wurde die Videokassette von der BPjS indiziert und erst 2019 wieder vom Index gestrichen. Auch die DVD von LASER PARADISE war nicht komplett. Gleiches galt auch für die DVD von DONAU FILM, welche 2019 herausgebracht wurde. Doch nun hat das Warten endlich ein Ende. Im Zuge der deutschen HD-Premiere durch WICKED VISION kann COSÌ FAN TUTTE – EINE UNMORALISCHE FRAU endlich erstmals in Deutschland ungeschnitten bewundert werden. Hut ab! Die deutsche Blu-ray ist vollständig aber auch nicht FSK-geprüft.
 
 
 


 
 
 

COSÌ FAN TUTTE – Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked-Vision | Donau Film (Scanavo-Box Blu-ray – auf 1000 Exemplare limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Così fan tutte; Italien 1992

Genre: Drama, Erotik, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Italienisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Scanavo-Box

Extras: Alternatives Wendecover, Deutsche HD-Premiere und erstmals völlig unzensiert, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Thorsten Hanisch, Interview mit Regisseur Tinto Brass, Exklusives Interview mit Darstellerin Claudia Koll, Geschnittene Szenen, Trailer, Bildergalerie, DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: Scanavo-Box: 21.12.2020

 

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COSÌ FAN TUTTE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked-Vision | Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Paprika – Ein Leben für die Liebe (1991)
 
Emmanuelle – Die Schule der Lust (1974)
 
Emmanuelle 2 – Garten der Liebe (1975)
 

Filmkritik: „Roboman“ (1988)

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ROBOMAN

(ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA)

Story

 
 
 
Dschungelkrieg, Vietnam oder so. Strahlende, als Yankees verkleidete Italiener werden der Aufständischen Asiaten nicht mehr Herr. Da setzt das US-Militär den Kriegsroboter Omega-1/Robowar ein. Als dem metallischen Zornespfarrer die Sicherungen durchfliegen und er durch den Busch pflügt, ohne noch zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, landet Dr. Mascher, der Designer des Roboters, unter dem Geleitschutz von Captain Murphy Black (Reb Brown) und seinen Meistern der Martialität, im Grün des Todes.

 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Kritik

 
 
Italo-Urwald (Cast und Crew hospitieren auf den Philippinen) – Check. Ohne Rücksicht auf die guten Sitten zusammengeklaute Eighties-Actionhandlung – Check. Dem Zuschauer-Unterbewusstsein wohlbekannte Zuchthäusler-Visagen aus zahllosen Spaghetti-Krachfilmen der zweiten Garnitur – Check. Was kann der Fan stühlernen Bahnhofskinos aus europäischen Landen denn noch mehr verlangen? Vielleicht die Direktion des gesegneten Dilettanten Bruno Mattei? Selbst die ist gegeben. Reb Brown und seine Einheit knochenharter Buschwiesel in Basilikum geben dem blechernen Mordbrenner Saures. Hierbei grinst der ehemalige Footballer Brown gerne so dämlich, wie er es in Antonio Margheritis Ultra-Schlocker EINER GEGEN DAS IMPERIUM 1983 vor deliriösen Fantasy-Kulissen vielleicht am unappetitlichsten tun darf. Der cineastische „claim to fame“, den der blonde Athletikus vor sich her tragen kann und der 25 Jahre lang eigentlich niemanden interessiert hat, ist, dass er den Titelhelden in einer Früh-Version von CAPTAIN AMERICA spielen darf. Jener pinienkernige Superhero-Film von 1979 entsteht fürs amerikanische Fernsehen, wirft im gleichen Jahr noch ein Sequel mit Christopher Lee ab und kostet etwa insgesamt so viel wie das Abendcatering eines Marvel-Films an einem müden Donnerstag. In Italien schießen Browns geilste Videotheken-Exploitationer wie die Funghi aus dem Boden und er glänzt als tomatensoßige Kopie diverser Schwarzeneggers, Stallones und anderer zeitgenössischer Hollywood-Muskelböcke ohne Mienenspiel-Belastung. DIE VERWEGENEN SIEBEN, 1983 gedreht, ist einer von Browns ernsthafteren Leistungen und der Film selbst ein Meilenstein des US-Kriegsfilms, dessen Wiederentdeckung in der Moderne immer noch auf sich warten lässt.
 
 
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Den Roboter gibt Bruno Matteis Lehrling Claudio Fragasso, der neben der Schauspielerei auch als Regisseur tätig ist und ein paar der perversesten italienischen Sau-Filme auf dem Kerbholz hat. Allein sein Kinoverbrechen TROLL 2 (1990), in den Listen halbwissender Film-Nerds gerne mal als „schlechtester Film aller Zeiten“ geführt, hat zu gegen den Regisseur gefällten Todesurteilen auf drei Kontinenten geführt. Nein, das war jetzt erfunden. Zwei Kontinente.
 
 
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ROBOMAN, ein Name vom Film und Ungetüm, den man schnell wieder vergisst, treffen hier doch ein schon bei DOCTOR WHO zur Verwendung gekommener Titel, ROBOCOP und jeder Superheld US-amerikanischer Prägung aufeinander. Im Film selbst sind’s auch der berühmte Detroiter Blechbulle (inklusive der Wiederkunft seines Menschennamens „Murphy“ in Reb Browns Hauptfigur hier) plus die Dschungelabenteuer um den PREDATOR und sogar ein wenig UNIVERSAL SOLDIER. Bei letztgenanntem ist mal wieder Assessor Zufall am Werk, da Roland Emmerichs Zombie-Soldaten van Damme und Dolph ja erst vier Jahre später über die Leinwände toben. Wir wollen uns einmal nicht an jenem einst beliebten Nischenfilm-Paranoia-Game beteiligen, laut dem jeder zweite Mainstream-Hit dem Trashkino gestohlen wurde. Nächstes Mal wieder. Versprochen.
 
 
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Fast wie in alten Tagen, als Brutalo-VHS-Labels wie Mike Hunter noch den kompletten Film, einschließlich sämtlicher Tode und Handlungs-Twists, minutiös auf den Backcovers ihrer Videokassetten verbrieten, findet sich auf Amazon eine ähnliche Nacherzählung von ROBOMAN. Aber wie dem auch sei, schließlich braucht man nach dem Konsum eines durchschnittlichen, quälend langen Kinotrailers heutzutage auch keine zweieinhalb Stunden Lebenszeit mehr für den neuesten AVENGERS-Teil aufwenden. Wenn schon der Erwerb einer Pappschachtel für fünfzig Taler nötig scheint: Augen zu beim Einkaufs-Schmuh!
 
 
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ROBOMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Über die Debüt-LP der kalifornischen Hardcore-Punk-Urgesteine Suicidal Tendencies schrub mal ein Kritikaster: „Wenn morgen die Aliens landen und wissen wollen, was ist Hardcore?“, muss man ihnen bloß erwähnte Schallplatte vorspielen. ROBOMAN lässt den launigen Rezensenten diese Anekdote auf das Subgenre des italienischen Raubkopien-Actionfilms übertragen. Das Erscheinen von Bruno Matteis Vietnam-Androiden-Rasselbock von Film wird von uns ausdrücklich begrüßt.
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Zensur

 
 
 
ROBOMAN erschien hierzulande nur auf VHS und das sogar geschnitten – trotz einer FSK18. Diese geschnittene Fassung wurde zwischen 1991 bis 2016 indiziert. Auf DVD erschien der Film leider ebenso nur geschnitten. Das ändert sich jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 250 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 150 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Robowar – Robot da guerra; Italien 1988

Genre: Horror, Abenteuer, Action, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Alternative Intros, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 13.11.2020 | KeepCase: 23.12.2020

 

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Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ROBOMAN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Predator 2 (1990)
 
Predators (2010)
 

Filmkritik: „Der Kampfgigant“ (1987)

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DER KAMPFGIGANT

(DOUBLE TARGET)

Story

 
 
 
Bob Ross (Miles O’Keeffe) wird immer wieder an die Schauplätze amerikanischer Kriegskonflikte gejagt und überlebt diese Stahlbäder auch noch. Jetzt schickt ihn der Senat, verkörpert von Donald Pleasence, nach Nordvietnam, ein Nest von kommunistischen Schurken ausheben. Ross hat aber noch privaten Grund zur Anreise. Sein mit einer einheimischen Frau in die Welt gesetzter Sohn soll mit ihm heim nach Amerika kommen. Die feindlichen Schlagetote des sowjetischen Offiziers Galkin (Bo Svensson) würden die Gebeine des eisernen Super-Gis lieber im asiatischen Dschungelboden versumpfen sehen und lassen so richtig das Blei fliegen. In späteren Jahren, das wissen wir alle, ist Bob Ross zum Star seiner eigenen, hochmeditativen Malerei-Sendung geworden. Oder war das ein anderer?

 
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Kritik

 
 
Brutal, asozial, faschistoid. Das sind die Schlagworte zum Thema dieser Kategorie des nächtlichen Videothekenprogramms von einst. Die amerikanischen Cousins der Einzelkämpferfilme, nehmen wir als Beispiele nur den groben zweiten und dritten Teil der RAMBO-Filmreihe, werden seinerzeit als Propaganda-Werkzeug gegen die vermeintliche Bedrohung durch die Russen gesehen und vom Verteidigungsministerium mit großzügigen Finanzspritzen bedacht. Wie bei jeder auch nur halbwegs erfolgreichen Spielart Kino aus den Vereinigten Staaten ziehen auch die rüden Dschungelrattenfilme ihre Imitatoren aus Italien nach sich.
 
 
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So ist der auf den Philippinen abgedrehte DERE KAMPFGIGANT geradezu ein Faksimile besonders von RAMBO II – DER AUFTRAG oder diversen Chuck-Norris-Vehikeln, in denen der zähnefletschende Bodybuilder der Stunde in ehemalige Kriegsgebiete fliegt, dort eins mit seiner feindlichen Umwelt wird und jeden aufs Viehischste ausradiert, der sich wagt, die Hand gegen ihn zu erheben. Ist aber okay, schließlich beschreiben diese Filme ihrem Publikum den Feind schlicht als unter- bis unmenschliches Gewürm. Solche Schweinereien (die zeittypische Kneipengebrüll-Synchronisation ist dann noch das Sahnehäubchen auf dem Hass-Becher) abseits aller politischen Korrektheit sind heute undenkbar und wurden zum letzten Mal vielleicht bei Frank Millers Sparta-Gemetzel 300 (2007) gesichtet.
 
 
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Hauptdarsteller Miles O’Keeffe ist eigentlich gebürtiger Amerikaner, hat die für uns schönsten Jahre seiner Karriere aber in Italien verbracht. Nach dem Studium der Psychologie und passender Fachanstellung im Zuchthaus gibt O’Keeffe seinen Hollywood-Einstand 1981 als Playgirl-kompatibler Dschungelkönig im unsäglichen, die damalige Schönheitskönigin Bo Derek schwer hypenden Halberotik-Schinken TARZAN – HERR DES URWALDS. In Europa angelangt, gerät er in die Tentakel des mächtigen Perversen Joe D’Amato. Der macht in jenen Jahren wie immer das, was Kohle bringt – zu der Zeit Barbaren-Fantasyfilme – und hat mit den schlockigen Abenteuern des ATOR seinen eigenen CONAN-Clon im Rennen. Den darf der gute Miles dreimal spielen. Ein paar weitere lustige Genrefilme folgen. DER KAMPFGIGANT bedient die blutdurstigen Eighties-Filmfans, deren Gebetbuch das Evangelium nach RAMBO ist. Einzelkämpfer gegen den Rest der Sauwelt – mit dem Rücken zur Wand und die Eier straußengroß vor Testosteron. Miles gibt seinen Stallone so zuverlässig wie er bei ATOR vor sich hin schwarzeneggert. Auch wenn sich D’Amato retrospektiv über die schauspielerischen Fähigkeiten des US-Schönlings lustig macht. Als ob Arnold oder Sylvester ihre Laufbahnen bei der Royal Shakespeare Company begonnen hätten. Die Regie von Müllkommandant Bruno Mattei ist routiniertes Italo-Fast-Food, inklusive der von dem Mann gewohnten und liebgewonnenen inszenatorischen und handwerklichen Schlampereien und fordert von der Muskulatur seines Stars mehr ein als von seiner Mimik. Von dieser Arbeitseinteilung haben alle was. Ruggero Deodato, der Regisseur des legendären Kotztütenfilms CANNIBAL HOLOCAUST, hat dem Autor dieser Zeilen mal erzählt, wie fotogen und zur gleiche Zeit vollkommen unbegabt O’Keeffe, bei Deodato anno 1986 in der Endzeit-Silberzwiebel FLASH FIGHTER vor der Kamera tätig, war. Die alte deutsche Videokassette (Firma VPS) seines Films hat Signore Deodato dann auch postwendend von mir vererbt bekommen, hatte er ihn doch nach den Dreharbeiten nie mehr angeschaut. Das sind die Anekdoten!
 
 
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DER KAMPFGIGANT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Derber und alkoholpartytauglicher Dschungelkämpfer-Actiontrash von einem Italo-Kultregisseur der zweiten Garnitur. Vietnamveteranen-Stier Miles O’Keeffe kämpft gegen den Iwan und seine eigenen schauspielerischen Behinderungen. Die abgebrühteren Reihen der Videothekengeier-Brigade applaudieren diesem Flashback aus einfacheren Zeiten mit Gusto.
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DER KAMPFGIGANT lief ungeschnitten im Kino und kam auch ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der italienische Actionfilm von 1988 bis 2013 auf den Index gesetzt und war indiziert. Auf DVD erschien der Streifen nie. Das ändert sich aber jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 250 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 150 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Target; Indien | Italien | Philippinen 1987

Genre: Action, Thriller, Kriegsfilme

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Bildergalerie, alternative Intros, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet “Rambo auf italienisch – Ein Blick auf DER KAMPFGIGANT” von Nando Rohner. Im Mediabook Cover C ist zusätzlich noch eine DVD zu „DER KAMPFGIGANT 2“ enthalten

Release-Termin: Mediabooks: 30.10.2020 | KeepCase: 15.12.2020

 

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Der Kampfgigant [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DER KAMPFGIGANT – Trailer

 
 



 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nico (1988)
 
Rambo – First Blood (1982)
 
Das Phantom-Kommando (1985)
 

Filmkritik: „Slaughter“ (1972)

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SLAUGHTER

Story

 
 
 
Der heimgekehrte Vietnam-Gewaltspezialist Slaughter (Jim Brown) muss mit Schrecken feststellen, dass sein Vater einem Mafia-Attentat zum Opfer gefallen ist. Erstes Umschauen im kriminellen Untergrund führt Slaughter erst zum Erlegen eines Gangsters und infolgedessen in den Knast. Dort macht ihm der Geheimdienst – in Form des großen amerikanischen Übel-Schauspielers Cameron Mitchell – ein verlockendes Angebot. Als Gegenleistung für seine Freiheit soll er einen Mafioso umnieten, der in einer südamerikanischen Bananenrepublik sein Drogenimperium aufgebaut hat. Im unmittelbaren Dunstkreis des Bösewichts: Dominic Hoffo, der Mörder von Slaughters Vater.

 
 
 


 
 
 

SLAUGHTER – Kritik

 
 
Nachdem wir kürzlich mit ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS einen noch eher seriös aufgemachten Kriminalfilm als einen der Wegbereiter für das afroamerikanische Actionkino der Siebzigervorgestellt haben, dürfen wir Euch heute mit Jack Starretts SLAUGHTER einen Blaxploitation-Knaller reinsten Wassers an die Herzen legen.
 
 
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Hauptdarsteller Jim Brown, das Verkaufsmerkmal des Films, zählt, gemeinsam mit Fred „The Hammer“ Williamson, Richard Roundtree oder Jim Kelly zu den Ikonen dieser Art Film. Vor seiner Zeit als Schauspieler absolviert dieser Bison von einem Mann eine Karriere auf der Position des Fullbacks im American Football, von der die Experten dieses eigentümlichen und ruppigen Sports aus Übersee noch heute schwärmen. Wir reden hier tatsächlich von einem generationsübergreifend herausragenden Talent der Kategorie Pelé, Zidane oder Franz Beckenbauer, würden wir’s denn auf hiesige Verhältnisse übertragen wollen. Der Übergang vom Rasen auf die Bühne, bzw. vor die Kamera gelingt dem Athleten mit Bravour. Er spielt Haupt- und Nebenrollen in Dramen, Literaturverfilmungen, Thrillern und sogar progressiven Western, bevor er zu einem der Gesichter der Blaxploitation wird und sich hinter den populäreren Kollegen nicht verstecken muss. SLAUGHTER ist sein erster Film im Genre. Viele weitere Herrenfilme folgen und – so ist das bei Genres und ihren Spielregeln – ähneln sich schon alle ein wenig. Noch in den frühen Neunzigern reicht die Anwesenheit von Brown als Kommentator aus, um einer der ersten UFC-Shows die nötige sportliche Ernsthaftigkeit zu verleihen.
 
 
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Dem Strickmuster nach schießen, dreschen und bumsen sich die schwarzen Machos durch ihre Filme und haben es mit Gangstern, Hinterwäldlern, Ku-Klux-Klan-Rassisten und anderem Gesocks zu tun. Auch in SLAUGHTER sind die Mafia-Lumpen üble Rassenhasser. Besonders Vatermörder Dominic Hoffo kann die dunkelhäutigen Miteinwohner des Landes überhaupt nicht leiden. Das liegt auch daran, dass seine Freundin, das Gangsterbräutchen Ann (gespielt von einem verblühenden Starlet von einst, Stella Stevens) nur zu gern der sexuelle Lockvogel für den schwarzen Potenzprotz sein möchte. Rassismus-Motivation: Penisneid. Gibt’s bestimmt öfter. Die Tatsache, in Hoffos Rolle den gewohnheitsmäßig am Rad drehenden Charakter-Schreischauspieler Rip Torn (erst 2019 mit stolzen 88 Jahren abgetreten) zu sehen, erfüllt uns natürlich mit besonderer Dankbarkeit.
 
 
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Den Regisseur, Jack Starrett ist das, kennt der geneigte Bahnhofskino-Vorsteher als den Macher zahlreicher Biker-Filme wie RUN, ANGEL, RUN oder THE LOSERS. Als Schauspieler brilliert der texanische Stuntfachmann in der Rolle des unappetitlichen Hilfssheriffs im ersten RAMBO-Film und als in Prügelszenen eingesetzter Nebenrollen-Knecht in so ziemlich jeder Fernsehserie der Siebziger und Achtziger. SLAUGHTER ist sein erster von zwei Blaxploitation-Filmen. Im Folgejahr dreht er noch den knusprigen Damen-Actioner EIN FALL FÜR CLEOPATRA JONES. Im Horrorfilm ist er nur einmal aktiv und lässt 1975 den schrägen „Satansjünger in der Wüste“-Klopper VIER IM RASENDEN SARG aufs Publikum los.
 
 
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SLAUGHTER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
SLAUGHTER ist ein Aushängeschild des derberen Blaxploitation-Films, dem man seine Low-Budget-Herkunft zwar ansieht, daran aber nichts Negatives erkennen kann. Jim Brown in seiner ersten Genrerolle hat eine Präsenz ohne gleichen und Action-Regisseur Jack Starrett lässt professionell die Fetzen fliegen. Tipp!
 
 


 
 
 

SLAUGHTER – Zensur

 
 
 
SLAUGHTER erschien auf VHS in Deutschland nur in einer um 38 Sekunden geschnittenen Veröffentlichung. Wie die meisten Exploitationfilme in den 1980ern wurde auch SLAUGHTER auf dem Index gesetzt. Von 1983 bis 2008 war der Streifen indiziert. Auf DVD erschien der Kultfilm nie. Das ändert sich aber jetzt. Der Anbieter WICKED VISION hat SLAUGHTER neu prüfen lassen und erhielt für die ungeschnittene Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Diese befindet sich auf der erhältlichen DVD und Blu-ray. Geil!
 
 
 


 
 
 

SLAUGHTER – Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked-Vision (KeepCase Blu-ray – auf 1.500 Exemplare limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slaughter; USA 1972

Genre: Thriller, Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Scanavo-Box

Extras: Europäische HD-Premiere, Sammelschuber für 10 Filme mit Spottlack-Veredelung, Von LSP-Medien restauriertem Kinoton, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, Exklusiv: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Christopher Klaese,
Exklusiv: „Der Gangster als stilbewusster Antiheld“ Episode 1, Deutscher Kinovorspann, Originaltrailer, Bildergalerie, DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: Scanavo-Box: 18.12.2020

 

Slaughter [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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SLAUGHTER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked-Vision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Foxy Brown (1974)
 
In der Hitze der Nacht (1967)
 
Die Organisation (1971)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Dirty Harry (1971)
 

Filmkritik: „The Mangler“ (1995)

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THE MANGLER

Story

 
 
 
Unsympath Gartley (Robert Englund) betreibt in seinem Kaff eine herabgewirtschaftete Wäscherei. Als seine Nichte sich eines Tages schneidet und die Mangel mit Blut benetzt, erwacht ein archaischer Dämon im toten Industrieapparat zum Leben. Der schließt einen Pakt mit Grtley und den anderen Altvorderen des Orts. Sechzehnjährige Töchter gegen Reichtum. Alte Schule. Sapperlot! Da liefert die Maschinerie blütenweiße Ergebnisse und ist doch vom Leibhaftigen besprungen. Polizist Hutton (Ted Levine) und sein Schwager, der engagierte Dämonologe Jackson, machen sich auf, der Teufelsmangel den Scheitan auszutreiben. Der Exorzismus nach katholischem Ritus scheint schonmal Früchte zu tragen. Oder nicht?

 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Kritik

 
 
Tobe Hooper zählt zeitlebens zum erlauchten Kreis von Genrefilm-Regisseuren, deren Namen vor den Titeln auf den Filmplakaten stehen. Heute ist das Usus, einst muss der Name schon Romero, Carpenter oder eben Hooper lauten. All das aufgrund eines spröden Seventies-Studentenfilms mit dem klangvollen Namen THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Danach ist, außer in generell recht durchwachsenen Filmen aufflackernden kleinen Hoffnungsschimmern, nicht mehr viel Positives von den 2017 unerwartet verstorbenen Filmemacher zu berichten. Trotzdem: Unsere Kollegen der früher mal ruhmreichen deutschen Filmzeitschrift CINEMA können THE MANGLER seinerzeit so gar nicht leiden, treffen jedoch in einem Nebensatz mit der Beurteilung des Horrorgenres anno 1995 als „dauerhaft kränkelnd“ voll ins Schwarze. Die goldenen Slasher-Jahre der Achtziger sind lange passé, im Kino läuft Horror nur noch sporadisch. Hauptsächlich werden das wie geschmiert laufende Videothekengeschäft und dessen etwas blutrünstigere Kundenkreise beackert. Von der überraschend großen und kassenträchtigen, dafür eigentlich schon beleidigend uncoolen Behandlung des Horrorfilms als Opfer postmoderner Persiflage – via Wes Cravens üblem SCREAM und so weiter – sind wir bei THE MANGLER zum Glück noch befreit. Auch wenn die Ruhe nur noch ein Jahr währt.
 
 
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Auch unser Hauptdarsteller und Gewohnheitsbösewicht Robert Englund steckt 1995 noch in der misslichen Lage, aufgrund seiner berühmtesten Rolle als Fred Krueger keinen Job außerhalb des siechen Gruselkinos landen zu können. So nimmt er wohl oder übel einiges an mittelprächtig bezahlten Gigs in B-Ware an und hält sich im Geschäft. Im neuen Jahrtausend greift dann die Verliebtheit der Popkultur in ihre Vergangenheit in Form des Retro-Phänomens und Englund fühlt sich wieder wohl. Als seinen heldenhaften Gegenspieler dürfen wir Ted Levine, weg von seiner genialen Darstellung des Unholds Buffalo Bill in Ted Demmes Horror-Mainstream-Crossover-Megaerfolg DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und noch vor der neuen Karriere als MONK-Fernsehgesicht, bewundern.
 
 
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Kantiges Trash-Monsterkino vom alten Schlag oder Parodie? Wir müssen an dieser Stelle zugeben, uns selbst nicht einig zu sein. Kann ein Film über eine von Dämonen besessene Wäschereimaschine wirklich unkomödiantisch gemeint sein? Wenn die fiese Mangel ihre menschlichen Opfer am Schlafittchen packt und sie mit Dampf zu sauber gefalteten Bettlaken verwurstet, kann man das nur schwerlich ernst nehmen. Andererseits, wieso sollte man?
 
 
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THE MANGLER entspringt den Seiten von Stephen Kings erster Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT. Diese im amerikanischen Original 1978 und auf Deutsch 1984 erschienene Anthologie zuvor in Literaturmagazinen veröffentlichter Short Stories des Horror-Großschriftstellers aus Maine kann mit Fug und Recht als eine Petrischale seines Schaffens bezeichnet werden. So finden sich in NACHTSCHICHT die aus Platzgründen sehr kondensierten Urversionen von BRENNEN MUSS SALEM und THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT. Dazu einige Geschichten, die ungleich später zu Kino-Ehren kommen. Natürlich die (beinahe) titelgebende SPÄTSCHICHT, KINDER DES ZORNS, QUITTERS INC., MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER, RHEA M. – ES BEGANN OHNE WARNUNG und eben THE MANGLER. Der Film zum hier ebenfalls enthaltenen RASENMÄHERMANN hat bis auf den Titel ja leider nüscht mit der Vorlage zu tun.
 
 
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THE MANGLER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Angenehm unaufgeregter Horror-Trash aus jenen verlorenen Jahren, in denen Horror nur für sein damals kleines Stammpublikum und nicht das gezüchtete Multiplex-Publikum produziert wird. Robert Englund macht, was er am besten kann, nämlich böse und hinterhältig spielen und durch die ausnehmend gut gestalteten Kulissen huschen. THE MANGLER hätte auch gut in den Rahmen von sowas wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT gepasst. Das ist als Kompliment gemeint.
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Zensur

 
 
 
THE MANGLER erschien in Deutschland auf VHS in seiner ungekürzten R-Rated-Fassung mit einer FSK 18-Freigabe. Auch im TV wurde häufig genau diese ungeschnittene R-Rated-Fassung ausgestrahlt. Leider wurde uns in Deutschland die blutigere Unrated-Fassung stets vorenthalten. Dank dem Label NSM Records ändert sich das jetzt. Im Zuge diverse Blu-ray-Veröffentlichungen kommen nun auch deutsche Fans in den Genuss der Unrated-Filmfassung. Diese ist auf allein deutschen Blu-rays enthalten. Das zuvor fehlende Filmmaterial wurde mit deutschen Untertiteln versehen. NSM Records ließ THE MANGLER übrigens neu von der FSK prüfen. Kurioserweise attestierte das Prüfkremium für die Unrated-Fassung eine Jugendfreigabe. Diese ist jetzt ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E (Remastered Auflage))

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

The Mangler; USA 1995

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: R-Rated Version (Open Matte), Original-Trailer, Deutscher Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD und 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | Remastered Mediabook (Cover E) 11.09.2020 | BD-KeepCase: 30.10.2020

 

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THE MANGLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mangler 2 (2002)
 
Scream of the Banshee (2011)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 

Filmkritik: „Jason und die Argonauten“ (1963)

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JASON UND DIE ARGONAUTEN

(JASON AND THE ARGONAUTS)

Story

 
 
 
Der Thron Thessaliens ist vom Umstürzler Pelios übernommen worden, der dafür die halbe Königsfamilie ausradiert. Überlebender ist sein Neffe Jason, ein Liebling der Götter. Unter dem Schutz des Olymps macht sich der junge Krieger auf, das legendäre Goldene Vlies zu finden. Mit der Hilfe dieses magischen Widderfells will Jason den Bösewicht wieder absetzen. Für die gefährliche Seereise mit seinem Schiff, der Argo, rekrutiert er weitere Helden, die er für den Kampf mit goldenen Titanen, Harpyien, Skeletten und der Hydra auch braucht.

 
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Kritik

 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN ist die Verfilmung der griechischen Heldensage vom Goldenen Vlies. Somit ist das Drehbuch 2300 Jahre alt, könnte man witzeln. Penible Geschichts-, bzw. eher Altertums-Nerds werden bemerken, dass im Film andere Figuren über den Jordan gehen als in der Vorlage. Hat man seinen Gustav Schwab nicht verinnerlicht, stört diese Abweichung freilich kaum.
 
 
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Ein weiterer toller Film, der schon zu Kinozeiten, mehr aber noch durch die Verwertung als Homevideo und Fernsehausstrahlung und die daran gekoppelte Berichterstattung in Filmliteratur und -Journaille über die Stop-Motion-Effekte des Visual-Großzauberers von Hollywood, Ray Harryhausen ist natürlich gemeint, definiert wird. Letztes Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Nehmen wir nur den Schwertkampf mit der vielköpfigen Hydra und verwandeln uns wieder in Zehnjährige, die das Kino der Phantastik gerade neu für sich entdecken dürfen. Wie auch bei den SINDBAD-Filmen dieser Zeit folgt Harryhausens Technik, seine so unglaublich minutiös fotografierten, nach dem eigentlich simplen Prinzip des Daumenkinos funktionierenden Miniaturen und die antiken Traumlandschaften auf seinen Matte-Painting-Hintergründen, direkt auf die Arbeitsweise George Meliès, ist also der lineare Nachfolger des französischen Erfinders der Vision vom Kino als – im wahrsten Sinne des Wortes – Projektionsfläche des Staunens über vorgeführte Unmöglichkeiten.
 
 
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JASON UND DIE ARGONAUTEN ist auch jener Film, in dem die vielleicht bekannteste Sequenz aus der Traumerweckungs-Werkstatt des Meisters zu finden ist: Der Kampf gegen die aus den Zähnen der Hydra zum Leben erwachten Skelette. Allein diese, vier Monate der Kleinstarbeit beanspruchende Szene eines an herrlichen Ideen nicht gerade armen Films ist ein erklärter Meilenstein der Spezialeffekt-Geschichte und taucht als Zitat in unzähligen Filmen oder auch Videospielen auf.
Für Regisseur Don Chaffey ist der Film die Eintrittskarte für eine langjährige Karriere bei Walt Disney, wo er unter anderem den schrägen ELLIOT DAS SCHMUNZELMONSTER dreht. Auch beim Fernsehen und schließlich im Hause Hammer in England findet er Aufträge – wenn auch eher in den fürs Stamm-Horrorpublikum ungewohnten Fantasy- und Historienfilmen des beliebten Studios.
 
 
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In der Rolle des Herkules sehen wir Nigel Green, mehr oder minder die Definition eines Kultfilm-Schauspielers, Filmfreunden ist dieses höchstgradig britisch geschnittene Gesicht bekannt aus zahlreichen Abenteuerschinken wie DAS SCHWERT DES ROBIN HOOD, 1960, damals angesagten Agentenreißern (IPCRESS – STRENG GEHEIM, 1965 oder HEISSE KATZEN, 1967) und ganz besonders historischen Kriegsfilmen ZULU, 1964 oder KHARTOUM, 1966). Auch im Horrorgenre taucht Green immer mal auf. So etwa neben Vincent Price in SATANAS – SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, 1964 oder als männlicher Hauptdarsteller neben Ingrid Pitt in Hammers Gräfin-Bathory-Vampirfilm COMTESSE DES GRAUENS, 1971. Ein Jahr danach nimmt er sich leider mit Schlaftabletten das Leben. Auch Honor Blackman aus MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE und eines der ersten Bond Girls, ist, als Hera, mit von der Partie und stiehlt dem eher hölzernen Jason-Darsteller Todd Armstrong doch die Show. Meint man gar nicht, ist der doch in der Schauspielschule in Kalifornien ein Jahrgangskollege von Gene Hackman und Dustin Hoffman. 1992 greift er nach einer Schmerzmittelabhängigkeit zur Waffe und reiht sich in den tragischen Club der Filmstar-Selbstmörder ein.
 
 
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JASON UND DIE ARGONAUTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN ist ein weiteres Märchen- oder Sagenfilm-Meisterwerk aus bester Technicolor-Zeit. Der Star der Produktion ist erwartungsgemäß hinter den Kulissen zu finden. Ray Harryhausens wunderbar nostalgische Effektarbeit versetzt den Zuschauer in eine Gefühlswelt, die durch immer gleich aufgezogene Horror- oder Phantastikfilme der Gegenwart einfach nicht mehr erreicht werden kann. Erstklassiger Stoff.
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Zensur

 
 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN lief bereits ungeschnitten in den deutschen Kinos mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Das hat sich weder auf VHS, DVD oder Blu-ray geändert. Letztere ist ebenso ungeschnitten und besitzt den grünen FSK12-Sticker.
 
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media (KeepCase Blu-ray im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Jason and the Argonauts; Großbritannien | USA 1963

Genre: Fantasy, Abenteuer

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Instrumental DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover mit Schuber

Extras: Deutsche Blu-Ray Erstveröffentlichung von brandneuem HD Master mit tonnenweise Bonus-Material, Isolierte Musiktonspur, Audiokommentar von Ray Harryhausen & Tony Dalton, Audiokommentar von Peter Jackson & Randy Cook, Über Jason and the Argonauts (11:52 Min.), Harryhausens Verdienste (25:32 Min.), Herrmanns Musik (26:51 Min.), Hinter den Kulissen (11:47 Min.), Harryhausen Chronicles (57:55 Min.), This is Dynamation (3:23 Min.), US Kino Trailer 1 (1:23 Min.), US Kino Trailer 2 (3:00 Min.), Bildergalerie (62 Bilder, 3:47 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 03.12.2020

 

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JASON UND DIE ARGONAUTEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Explosive Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kampf der Titanen (1981)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Die geheimnisvolle Insel (1961)
 

Filmkritik: „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“ (1970)

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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS

(THEY CALL ME MISTER TIBBS!)

Story

 
 
 
Detective Virgil Tibbs ermittelt in San Francisco im Fall einer ermordeten Prostituierten. Im Kreis der Verdächtigen finden sich ein unsauberer Hausbesitzer mit Verbindungen ins Rotlichtmilieu und ein exaltierter Straßenprediger, der sich als zeitgemäßer Vermittler zwischen den Rassen und sozialen Schichten inszeniert. Nachdem die Spur fälschlicherweise zum Hausmeister der Wohnung des Opfers führt, muss Tibbs umdenken.

 
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Kritik

 
 
Geiler Seventies-Thriller mit einer knackigen Besetzung. Sidney Poitier ist das am härtesten gekochte Ei am Platz, der immer kurz vorm Überschnappen stehende Martin Landau stiehlt ihm als Mann Gottes fast die Show und mit den Baddies Ed Asner und Anthony Zerbe, rappelt auch die Nebenrollencrew im Karton. ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS ist die zweite von drei Verfilmungen der an die zehn Bücher über den schwarzen Polizisten des Titels. Verspätet, in den Achtzigern, erscheint – fast wie ein kleines Revival – noch eine Fernsehserie. Auf Sidney Poitier in der Hauptrolle muss hierbei aber, zu Gunsten von Howard Rollins, verzichtet werden. Dafür spielt Rod Steiger erneut seine Oscar-Rolle aus dem Original. Im Gegensatz zu IN DER HITZE DER NACHT, diesem legendären und vielfach mit Preisen prämierten Vorläufer, ermittelt Virgil Tibbs diesmal nicht im schwer rassistischen Backwoods-Setting des Bundestaates Mississippi. Er ist Detective bei der Polizei von San Francisco, was sich auch in der Filmmusik aus der Feder des großen afroamerikanischen Produzenten Quincy Jones widerspiegelt. Statt mit ländlichen, von heimeligem Countryklang beeinflussten Stücken wird die Action diesmal von rhythmischen Funk-Sounds, die besser zum urbanen Background der nordkalifornischen Metropole passen, unterstrichen.
 
 
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Aber nicht nur musikalisch und vom städtischen Handlungsort her wird einem ganz besonderen, beliebten Genre der Steigbügel gehalten: Blaxploitation, also das dezidiert schwarze Action- und Kriminalkino, das in den Siebzigern das große Ding in den Filmtheatern der Vereinigten Staaten wird, ist ohne eine emanzipierte Heldenfigur wie Sidney Poitiers hartgesottenem Bullen Virgil Tibbs kaum denkbar. Die Ursprünge von SHAFT, SUPERFLY und vielen anderen der von Kultstars wie Fred Williamson oder Jim Brown verkörperten Leinwandmachos liegen deutlich hier.
 
 
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Dazu passt auch hervorragend der Originaltitel des Films. Auf Englisch heißt er nämlich THEY CALL ME MISTER TIBBS. Der Satz ist die Antwort, die im ersten Teil der Redneck-Sheriff kassiert, nachdem er den schwarzen Kollegen herablassend fragt, wie ihn die Kollegen im Norden denn anreden. Ein solches Selbstbewusstsein gegenüber Weißen im noch nicht lange von der Segregation befreiten US-Süden ist 1967 ein absolutes Novum in der Popkultur und zeigt den noch immer menschenverachtend miserabel behandelten Schwarzen ihre gesetzlich zugesicherte, in der Realität allerdings längst nicht verankerte Gleichberechtigung auf. Heute, in Zeiten, die eine „Black Lives Matter“-Bewegung notwendig machen, könnte man denken, das Elend ist bis heute noch nicht ausgerottet. Da helfen auch acht Jahre unter der Regierung Obama nur oberflächlich. Vielleicht wird’s ja 2021 besser. Falls Führer Trump nicht noch zum atomaren Knopf langt.
 
 
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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehr schön. Wo IN DER HITZE DER NACHT anno 1967 noch eine Krimihandlung mit dem Hinweis zur Selbsthilfe fürs afroamerikanische Publikum verbindet, weiß Virgil Tibbs in der Fortsetzung vier Jahre später schon genau, was er zu melden hat und haupt dem Gesocks der Großstadt den Arsch voll. ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR MISTER TIBBS ist ein unterhaltsamer Blaxploitation-Vorläufer mit funky Soundtrack und für Fans sicher kein Fehlkauf.
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Zensur

 
 
 
ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS wurde 1970 ungeschnitten in den deutschen Kinos aufgeführt und lief anschließend regelmäßig ungeschnitten im Free-TV. Leider blieb dem Streifen in Deutschland eine VHS-Veröffentlichung verwehrt. Erst 2003 entschloss sich Anbieter MGM zu einer DVD-Veröffentlichung des Sequels. Dank WICKED VISION erfolgt nun eine weitere Heimkinoveröffentlichung – und zwar direkt auf Blu-ray. Die darauf enthaltende Filmfassung ist ebenso komplett und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked-Vision (KeepCase Blu-ray – auf 1.500 Exemplare limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Call Me Mister Tibbs!; USA 1970

Genre: Mystery, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Scanavo-Box

Extras: Europäische HD-Premiere, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Thorsten Hanisch, Exklusiv: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Christopher Klaese, Exklusiv: Featurette: „Von Mr. Tibbs zu John Shaft: Neue Stars und Perspektiven“, Originaltrailer, Bildergalerie, DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: Scanavo-Box: 18.12.2020

 

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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Trailer

 
 



 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked-Vision

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Foxy Brown (1974)
 
In der Hitze der Nacht (1967)
 
Die Organisation (1971)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Dirty Harry (1971)
 

Filmkritik: „Deathstalker 2 – Duell der Titanen“ (1987)

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DEATHSTALKER 2 – DUELL DER TITANEN

(MYSTOR – DER TODESJÄGER II / DEATHSTALKER 2)

Story

 
 
 
Barbar Mystor nimmt die üblichen Unwegsamkeiten des Fantasy-Mittelalters nicht immer so ernst wie eigentlich nötig. Er überlegt es sich erst dann anders, als er Prinzessin Evie kennenlernt. Sie hat der Hexenmeister Jarek von Thron gejagt und sie sucht nach Mitstreitern, um jetzt wiederum den wenig bezaubernden Zauberschurken in die Wüste zu schicken. Auf dem Weg dorthin wird ausgiebig gekämpft, gezaubert und menschenfressenden Amazonen vom Teller gesprungen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Kritik

 
 
Auch Roger Cormans letztes Werk aus seiner zackig hintereinander in Argentinien heruntergekurbelten Reihe von Fantasy-Krachern überzeugt mit allem, was diese Art des grellen Unfugskinos so schön macht. In der Hauptrolle stolziert der Fernsehschauspieler und heute vielbeschäftigte Serienregisseur John Terlesky durch die Pampa – dieses lockere Scherzchen ist hier sogar geographisch korrekt – und hat Spaß dabei und nicht nur das: Für die Rollen der knappbekleideten Sword-And-Sorcery-Babes bringt der Beach Boy gleich zwei seiner Exfreundinnen mit: Monique Gabrielle und Toni Naples, zwei Autoritäten auf dem Gebiet des Mopshüpfens und in den Jahrzehnten nach DEATHSTALKER 2 in einem halben Videothekenregal handlungsarmer Softsex-Schmonzetten zu bewundern. Mit der wuchtigen Dee Boher, die unter dem Namen Queen Kong Wrestlerin bei GLOW (der Wrestling-Show, nicht der Netflix-Serie) aktiv ist, hat er unseren Informationen zu Folge vor den Dreharbeiten kein Date gehabt. Den hexenden Unhold gibt John LaZar, ein hagerer, halbindianischer Charakterkopf, der einst bei Russ Meyer mitspielen durfte und schon in mancher Serie kriminelle Elemente verkörpert hat.
 
 
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Für die Aufgabe der Regie vor Ort kommandiert Corman, dieser ewige Impressario des B-Movies weltweit, seinen Einser-Schüler Jim Wynorski, einen ausgewiesenen Fachmann für wutziges und witziges Horror-, Science-Fiction- und sonstiges Gaga-Kino, ab. Bei uns habt ihr schon über einige seiner Filme gelesen. Alles in allem ein schätzenswerter Mann.
 
 
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Wynorski bestätigt später, was der geneigte Liebhaber des Achtziger-Jahre-Barbarenfilm-Booms bereits vermutet: Roger Corman kann sich nie so ganz verzeihen, dass Anfang der Achtziger andere Produzenten die Verfilmung von Robert E. Howards CONAN-Heftchen auf die Beine stellen und dreisterweise damit auch noch einen Welterfolg landen. Also will er wenigstens mit den gleichen Zutaten arbeiten und sein Stück vom Kuchen mitnehmen. Jene Zutaten stammen natürlich viel eher aus dem Regal des Discounters, machen den testosterongefüllten Zuschauer aber auch satt. Magische Fantasy-Reiche mit Muskelmännern, Titten, Schwertkampfgewalt und dem einen oder anderen Billig-Monster – was will man mehr? Was Wynorski als Bonus für seine Zuschauer gelingt, ist die Beimischung von Humor, der auf dem Papier nicht ins Genre passt. In der Praxis sieht das anders aus. Terlesky ist kein Schwarzenegger, weiß das aber. Genau wie seine Gefährten und Gegenspieler scheint der schwertschwingende Geck zu wissen, in was für einem Mumpitz er da herumstapft und die Zähne zeigt. Vom Regisseur stammt auch der so passende Spruch, dass man versehentlich eine aus der Zeit gefallene Komödie gedreht habe. Passt so.
 
 
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DEATHSTALKER 2 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch im zweiten Teil der spaßigen Reihe – insgesamt wurden derer vier auf die Welt losgelassen – werden keine Gefangenen genommen. Unter der Regie des Schlock-Meisterwerk-Garanten Jim Wynorski wandert der Todesjäger, wie ihn die deutsche Filmwirtschaft seinerzeit verkauft, durch eine halbe Persiflage auf Fantasyfilme, haut aber trotzdem in Schleifen, was ihm vor die Klinge springt. Essentieller Trash!
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Zensur

 
 
 
1989 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2019 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl und DVD ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Interessant: Neben der Kinofassung von DEATHSTALKER 2 befindet sich auf der Blu-ray / DVD auch der Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker 2; Argentinien | USA 1987

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar mit John Terlesky, Toni Naples & Jim Wynorski, Originaltrailer (1:45 Min.), Artworkgalerie (0:54 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 08.03.2019 | KeepCase: 27.11.2020

 

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DEATHSTALKER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathstalker – Der Todesjäger (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Deathstalker – Der Todesjäger“ (1983)

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DEATHSTALKER – DER TODESJÄGER

(DEATHSTALKER)

Story

 
 
 
Unser Titelheld ist ein umhervagabundierender Schwertmann, der lieber für das Gute antritt. Eine Hexe gibt ihm die Mission, verschiedene magische Relikte aufzutreiben, von denen sich zwei im Besitz des Magier-Diktators Munkar befinden. Auf dem Weg zu diesem Munkar schließen sich dem Deathstalker die knapp bekleidete Kriegerin Kaira und ein findiger Taschendieb an. Sie nehmen an Kampfturnieren teil, deren Sieger zur nächsten Turnier-Runde auf Munkars Festung eingeladen werden. Wäre doch gelacht, wenn unsere Eisenbeißer nicht alle Kräfte bemühen könnten, um dem üblen Hexer das Handwerk zu legen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Kritik

 
 
Passt alles. Die Gewalt ist ordentlich, Langeweile gibt’s nicht und man wird beim Anschauen des Films sofort wieder neun Jahre jung. Die Kaira spielt Lana Clarkson, jene ultra-amerikanisch aussehende Amazone, die in so manchem dieser Filme zu bewundern ist und 2003 von ihrem Mann, dem legendären Musikproduzenten Phil Spector, über den Haufen geballert wird. Angestachelt vom Erfolg des DEATHSTALKER lässt Produzent Roger Corman (ja, an dem Mann führt nix vorbei – niemals!) die Zelte am argentinischen Drehort gleich stehen und improvisiert der fitten Lana den auch geilen BARBARIAN QUEEN auf den knusprigen Leib. Prinzessin Codille wird von Barbi Benton gegeben, die eine ähnliche Biographie vorzuweisen hat, jedoch nicht erschossen wurde. Bisher noch nicht zumindest. Hach, die Barbarenfilm-Welt der frühen Achtziger! Ausgelöst vom Erfolg des geilsten aller Schwarzenegger-Böller, CONAN DER BARBAR, entfaltet sich eine regelrechte Schattenindustrie der Muskelidioten-Meisterwerke. Eine Schattenindustrie, der man noch heute jeden Abend ein Kerzchen anzünden und ein Käsebrot opfern sollte, aus Dank für all die so mordsmäßig unterhaltsamen Trash-Raketen, deren Ästhetik zwischen World Wrestling Federation, den Pulp-Gemälden Frank Frazettas und Dungeons & Dragons-Rollenspielen zuhause ist.
 
 
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Wie bei DEATHSTALKER! Man denkt, es habe zwischen 1982 und etwa 1988 ein inoffizieller Wettstreit bestanden. Ein Turnier, in dem die rücksichtslosesten Regie-Söldner aus den USA, Italien, bis rüber auf die Philippinen beweisen müssen, wer den geilsten Muckibude-gegen-Plastikmonster-Sudelfilm aufs von jeder inneren Qualitätskontrolle befreite Publikum loslassen kann. Wer dieses Turnier auf Produzentenseite für sich entscheiden konnte, wissen wir nicht. Was wir allerdings wissen, ist der erste Platz auf dem Siegertreppchen für den Zuschauer.
 
 
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Kinder, es gibt an manchen Tagen nichts Besseres, als Filme, in denen Bodybuilder ohne Schauspielerfahrung mit weiß glänzenden Raubtierzähnen durch das kalifornische oder römische Hinterland stapfen. Dort treffen sie auf ehemalige Playboy-Bunnys mit unglaublich hochgesprühten Mähnen, G-Strings und manchmal sogar Silikonhupen der garstigen Achtziger-Herstellungsweise – also zwei bewegungslos unter gespannter Haut steckende Tennisbälle, durch deren Mitte ein Motorrad fahren könnte. Dann noch ein Dieb, Elf, Zwerg, untalentierter Zauberer oder anderer Standard-Fantasy-Nebencharakter und die Sache kann losgehen. Gemeinsam muss die Crew wahlweise eine Prinzessin befreien, einen tyrannischen Herrscher stürzen oder einem schlecht in Stop-Motion, Pappmaché oder Pappmaché-Stop-Motion verwirklichtes Riesenmonster Mores lehren.
 
 
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Barbarenfilme sind immer gleich. Ja, gegen den variationsarmen und eigentlich nicht zu begreifend immer unterhaltsamen Stumpfsinn nach Conan sind Genres wie Italo-Western, Kung-Fu-Filme oder Porno-Best-Ofs Blumensträuße der Abwechslung. Trotzdem: Auf der Beerdigung des Rezensenten wird neben LSD-Zwang, einer Free Jazz Band und einem Ringkampfturnier auf ein 48-Stunden-Barbarenmarathon laufen.
 
 
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DEATHSTALKER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Ihr seht, heute steht hier der Text eines Genre-Liebhabers. Im vollbesetzten Umkleidepuff der Barbarenfilme trägt DEATHSTALKER, der erste von insgesamt vier Teilen, eine Kapitänsbinde. Wer Fantasy mag, die statt ätherischer Tolkien-Pose lieber rülpst und ihrem Nächsten auf die Nase haut, der kommt an dieser gut gelaunten Sonnencreme-Rakete von einem Film nicht vorbei.
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Zensur

 
 
 
1985 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2018 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker; Argentinien | USA 1983

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Originaltrailer (2:03 Min.), Artworkgalerie (2:42 Min., 27 Bilder) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 24.08.2018 | KeepCase: 23.10.2020

 

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DEATHSTALKER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystor – Der Todesjäger II (1987)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
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Amityville II – Der Besessene (1982)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)