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Filmkritik: „The Strangers: Opfernacht“ (2018)

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THE STRANGERS: OPFERNACHT

(THE STRANGERS 2 | THE STRANGERS: PREY AT NIGHT)

Story

 
 
 

Auf in Runde 2: Nachdem in THE STRANGERS ein ahnungsloses Paar mit Beziehungsproblemen von maskierten Fremden terrorisiert wurde, muss sich in THE STRANGERS: OPFERNACHT eine vierköpfige Familie mit den gleichen Gestalten auseinandersetzen. Diese wird vom personifizierten Bösen in einem Trailerpark verfolgt und muss dort ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Kritik

 
 
 
2008 war ein gutes Jahr für Regisseur BRYAN BERTINO. Mit gerade einmal zehn Millionen Dollar dreht der damals noch unerfahrene Newcomer einen fiesen Horrorstreifen, der am Ende über das achtfache an den Kinokassen einspielen konnte. Der Terrorfilm THE STRANGERS kam gut an und erhielt sogar von der Fachpresse positives Feedback. Dass da eine obligatorischen Fortsetzung gedreht werden musste, lag auf der Hand. Seltsamerweise kam die trotz erfolgreicher Auswertung leider nie. Das ändert sich aber jetzt. Zehn Jahre nach dem Erfolg von THE STRANGERS hatte man mit Fans Erbarmen und arbeitete an einem Sequel, das nahtlos an den Geschehnissen des Erstlings anknüpfen sollte. Treu der Devise „Mehr Leichen, mehr Action und mehr Gewalt“ hakte man die Erfolgsformel für Horrorfilm-Fortsetzungen ab und verzettelte sich dabei leidlich. THE STRANGERS: OPFERNACHT – so der deutsche Titel des zweiten Teils – hinkt dem Originalfilm in allen Belangen hinterher. Aus einem Terrorfilm ist nun ein Slasher geworden, der vor allem mit zwei Problemen zu kämpfen hat: der Dummheit seiner Protagonisten und der vorhersehbaren Handlung. Das sind keine guten Voraussetzungen für spannende Horrorunterhaltung, zumal THE STRANGERS 2 gleiche Geschichte erzählt, wie der Vorgänger und dabei auch nichts hinzuzufügen hat. Fans sollten sich auf das Schlimmste gefasst machen.
 
 
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Ein konventionell gewerkelter Hochglanz-Schnarcher für die Generation NETFLIX: Im zweiten Teil von THE STRANGERS geht es einer vierköpfigen Familie an den Kragen. Die Eltern wollen die rebellische Tochter Kinsey (BAILEE MADISON) in ein Internat bringen und machen unterwegs Halt in einem Trailerpark, der von Verwandten betrieben wird. Doch zum Rasten kommt man erst gar nicht. Kaum angekommen, klopft es an der Tür und drei vermummte Gestalten machen den Familienangehörigen das Leben zur Hölle. Die beginnen die ahnungslosen Opfer zu jagen und scheinen offenbar Freude daran zu haben mit den ahnungslosen Auserwählten boshafte Spiele zu spielen. Wie bereits im Originalfilm bleibt die Identität der Bösewichte ungeklärt. Neu hingegen ist, dass sich ihre neuen Opfer zu wehren wissen. Endlich bekommt das Böse auch mal den Marsch geblasen.
 
 
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Ist das ein Remake? Zumindest geht THE STRANGERS: OFERNACHT den gleichen Weg, wie die meisten amerikanischen Hochglanz-Horrorfilme neueren Datums. Viele Fortsetzungen erfolgreicher Hollywood-Streifen werden so konzipiert, dass sie für sich allein stehen können. Das hat zur Folge, dass Sequels quasi gleiche Geschichte erzählen wie ihre Vorgänger, um so den Einstieg für jene zu erleichtern, die die Vorgängerfilme nicht gesehen haben. Was für den einen Segen ist für den anderen ein Fluch. THE STRANGERS: OFERNACHT fühlt sich an, wie ein überflüssiger Nachschlag eines beklemmenden wie hochspannenden Horrorstreifens, der gerade wegen seiner dialogarmen Handlung und messerscharfem Psychoterror zu einem der besten Home-Invasion-Schocker unserer Zeit avancierte. Große Fußstapfen, in die nun Teil 2 treten muss und dabei kläglich scheitert. Viel Neues hat die Fortsetzung nämlich nicht zu erzählen. So wurden einzig Figuren und Schauplätze ausgetauscht. Der Rest ist identisch zum Originalfilm und wurde wenig packend auf Zelluloid gebannt. Das ist dahingehend enttäuschend, weil Regisseur JOHANNES ROBERTS zuletzt gezeigt hat, dass er es eigentlich kann. So drehte er mit THE OTHER SIDE OF THE DOOR und 47 METERS DOWN zwei gelungene Genre-Beiträge, die auch bei Kritikern und Publikum bestehen konnten. THE STRANGERS: OFERNACHT ist dagegen enttäuschend und erweckt den Eindruck, als habe der Filmemacher schnell unter Druck irgendwas drehen müssen. Das Drehbuch wurde dahingeschludert und lässt seine wenigen Figuren nur selten klug handeln. Das erhöht schnell den Nervfaktor beim Publikum, dem es erst gar nicht gelingt, Sympathien für die Protagonisten zu entwickeln, weil diese so irrational handeln. Was bleibt, ist ein wenig origineller Horrorfilm, der offenbar nur deswegen gedreht wurde, um noch einmal schnell Kasse zu machen. Was Horrorfilmfans wollten, war den Machern dabei aber egal. Normalerweise landet sowas wie THE STRANGERS: OFERNACHT direkt auf dem Videomarkt. Weil ein bekanntes Franchise dahintersteckt, musste es trotz qualitativer Schwächen auf Biegen und Brechen ins Kino gebracht werden. Damit macht man sich keine Freunde, zumal vielen weitaus besseren Filmen ein Kinostart vorenthalten wird.
 
 
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THE STRANGERS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS: OFERNACHT ist die Horrorenttäuschung des Jahres 2018. Während THE STRANGERS von 2008 noch ein Horrorfilm war, der mit erbarmungsloser psychologischer Härte schockieren konnte, ist die Fortsetzung ein schnell aufgewärmtes Horrorlüftchen, das offenbar der schnellen Mark wegen ins Lichtspielhaus gebracht wurde. Die Macher haben sich nach zehn Jahren Wartezeit nicht einmal ansatzweise Gedanken darüber gemacht, wie man den kompromisslosen Originalfilm würdig fortsetzen könnte. Warum hat man im zweiten Teil nicht versucht, die Geschehnisse aus der Sicht der Täter zu erzählen? Die bekommen zwar in der Fortsetzung ihr Fett weg, verhalten sich aber oftmals dümmer als ihre aufgescheuchten Opfer. So entpuppt sich das Ergebnis als beliebiger Horror-Slasher von der Stange, der weder Spannung aufbauen kann, noch Mitleid oder Sympathien für seine Opfer entstehen lässt. Statt Einfälle und Neuerungen gibt es noch einmal Aufgewärmtes. Erfahrene Horrorfilmkenner werden da schnell gelangweilt sein, zumal die Abläufe so schablonenartig abgearbeitet werden, dass die Fremden schnell zu Nervensägen avancieren, die hoffentlich bald vom Blitz getroffen werden. Immerhin hat es ein nennenswertes Stilmittel in die Fortsetzung geschafft. THE STRANGERS 2 schaut nämlich aus, wie ein Horrorfilm der 1980er, was offenbar zu verstehen geben soll, dass die Macher ein Herz für die Filme jener Zeit und vor allem für Altmeister JOHN CARPENTER haben. Letzterer dürfte für diesen zwanghaft konventionell gestickten Blödsinn nicht mal ein Lächeln übrig haben. Verständlich!
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist die Fortsetzung von THE STRANGERS in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger. Hier kommt das obligatorische Messer ebenso zum Einsatz, wie Axt und Schrotgewehr. Das alles ist aber derart schnell geschnitten, dass sich die Gewaltmomente nicht so hart anfühlen wie noch im Originalfilm. Hierzulande hat THE STRANGERS: OPFERNACHT eine FSK16 erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Strangers: Prey at Night; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 26.10.2018

 

The Strangers – Opfernacht [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM | SQUAREONE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
Them (2006)
 
You’re Next (2012)

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Filmkritik: „Das Geheimnis von Marrowbone“ (2017)

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DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE

(MARROWBONE | EL SECRETO DE MARROWBONE)

Story

 
 
 

Vier Geschwister erleben auf einem abgelegenen Landsitz, das Grauen auf Erden. Offenbar spukt es hier, was die Kinder dazu veranlasst, die Spiegel im Haus mit Tüchern zu verdecken.

 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE – Kritik

 
 
 
Wer oft auf FILMCHECKER liest und die Vorlieben des Personals kennt, dürfte vermutlich mitbekommen haben, dass es uns nach Anspruch dürstet. Nicht, dass wir nicht auch gern mal einen sinnbefreiten Splatterfilm in den Player schieben würden. Dennoch sieht die Horrorwelt mit all den immer wieder gleichen Geschichten und Verläufen nicht mehr ganz so rosarot aus, wie wir sie noch als junge Hüpfer bewundert haben. Gott sei Dank belehrt uns Spanien gern mal eines besseren. Von dort gehen nämlich immer mal wieder Filme um die Welt, die Genre-Fans wachrütteln und zeigen, dass es auch anders gehen kann. Offenbar legt man in Spanien immer noch Wert auf das Erzählen von unverbrauchten Geschichten, die nicht nur allein mit Gewalt und Hochglanzbildern bei Laune halten wollen. Spanische Filmemacher versuchen mit Substanz, Qualität und Anspruch, dem zweifelhaften Ruf des Horror-Genres entgegenzuwirken. Mit einigen Filmen ist das zweifelsohne gelungen. Titel wie SHREW’S NEST, JULIA’S EYES oder TIMECRIMES wurden von Presse und Kritikern gelobt. Genau jene Reihe von hochwertiger Exportware setzt man nun mit dem Mysterydrama DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (Originaltitel: EL SECRETO DE MARROWBONE) fort. Ein melancholischer und schön gefilmter – aber auch zutiefst trauriger Gruselfilm, wie wir finden.
 
 
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Neues Leben, neues Glück. Eine Familie will im England der 1960er ein neues Leben beginnen. Nach einem traumatischen Ereignis legt die alleinerziehende Mutter Rose Fairbairn (NICOLA HARRISON) den alten Namen ab und bezieht mit ihren Kindern ein altes Anwesen in ländlicher Idylle. Doch der Neuanfang steht unter keinem guten Stern. Das Familienoberhaupt erkrankt plötzlich und stirbt wenige Tage später. Zurück bleiben die Kinder Jack (GEORGE MACKAY), Billy (CHARLIE HEATON), Jane (MIA GOTH) und Sam (MATTHEW STAGG), die nun allein über die Runden kommen müssen. Doch das Leben ohne Eltern ist schwieriger als gedacht. Niemand darf nämlich vom Tod der Mutter erfahren. Um nicht getrennt zu werden und das Dasein im Waisenhaus fristen zu müssen, suggeriert man Besuchern die heile Welt. Doch im Schutze des Anwesens passieren bald seltsame Dinge. Offenbar geht es nicht mit rechten Dingen zu, was die Kinder vor Probleme stellt. Die können niemanden um Hilfe bitten, ohne dass erwähntes Familiengeheimnis gelüftet wird. Da ist guter Rat teuer.
 
 
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Dass dieses Gruseldrama großes Kino werden würde, war abzusehen. Hinter der spanischen Produktion steckt nämlich jemand, der sich mit subtilem und wendungsreichen Horror auskennt. DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE wurde von SERGIO G. SÁNCHEZ inszeniert und zu Papier gebracht. Der hatte vor einigen Jahren das Drehbuch zum erfolgreichen Mysterythriller DAS WAISENHAUS geschrieben, welcher international gut angenommen wurde und über 79 Millionen US-Dollar einspielen konnte. Offenbar wollte der spanische Meister des Subtilen allen zeigen, dass er sich nicht nur gute Gruselgeschichten ausdenken kann. Mit DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE feiert der Filmemacher sein Regiedebüt und zieht alle Register modernen Gruselkinos ohne dabei zu langweilen. Das Resultat kann sich sehen lassen und entpuppt sich als großartiges Verwirrspiel, das von Manipulationstaktik Gebrauch macht. Die findet bei Mysterystreifen neueren Datums mittlerweile ziemlich oft Verwendung und versucht mit falschen Fährten für Verwirrung zu stiften. Nicht anders sieht das bei DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE aus, der dem Zuschauer am Ende Illusionen raubt. Was nämlich wie Spukhaus-Horror beginnt, verwandelt sich im Verlaufe des Films zu etwas ganz anderem. Da darf natürlich ein unerwarteter Twist nicht fehlen, der spätestens seit THE SIXTH SENSE im Mystery-Genre nicht fehlen darf und DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE in eine ganz andere Richtung lenkt. Die überraschende Wendung sieht man nicht kommen und zeigt, dass SERGIO G. SÁNCHEZ ein hervorragendes Gespür für das Erzählen fesselnder und tiefgründiger Geschichten besitzt, die sich fernab der Eindimensionalität bewegen, mit der man im Horror-Genre seit Jahren gequält wird. Da können sich Drehbuchautor aus Hollywood und natürlich auch viele Möchtegern-Horrorfilm-Regisseure eine Scheibe abschneiden. Geschichte und Figuren sind eben alles.
 
 
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DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Großartiges Mysterykino, das am Ende die Katze aus dem Sack lässt. DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE hat alles, was man von einem Gruselfilm erwartet. Der Film kann mit hervorragendem Jung-Cast überzeugen, der hier nicht engagiert wurde, um von Schockmoment zu Schockmoment getrieben zu werden. Die talentierten Schauspieler verkörpern verunsicherte Figuren, die mit inneren Konflikten zu kämpfen haben und deshalb authentisch und zugänglich wirken. Doch weitaus bemerkenswerter als die Darsteller ist die Geschichte zum Film selbst, die nicht das ist, was sie dem Zuschauer versucht vorzugaukeln. Was als atmosphärischer Spukfilm beginnt, verirrt sich bald in andere Gefilde und fällt am Ende doch zermürbender aus, als anfangs vermutet. Da sitzt man am Ende verstört im Kinosessel und braucht was Hochprozentiges zum Verdauen. Großartig, tiefgründig, unvorhersehbar, sehenswert!
 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE – Zensur

 
 
 
DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE hat kaum Schauwerte zu bieten. Erst am Ende gibt es davon etwas zu sehen, das aber sehr zurückhaltend eingesetzt und nur angedeutet wird. Wegen der permanent unheilvollen Atmosphäre, einigen Gruselmomenten und dem doch etwas sehr krassen Twist hat die spanische Produktion eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El secreto de Marrowbone; Spanien 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 26.10.2018

 

Das Geheimnis von Marrowbone [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Filmmo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Within (2016)
 
Das Waisenhaus (2007)
 
The Others (2001)
 
The Disappointments Room (2017)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 


Filmkritik: „The Midnight Man“ (2016)

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THE MIDNIGHT MAN

Story

 
 
 
Ist da eine Erwachsenenversion des Kultfilms JUMANJI? Eine junge Frau öffnet die Büchse der Pandora. Auf dem Dachboden der Oma findet sich beim Stöbern ein altes Spiel. Kaum zu spielen begonnen, öffnet sich das Tor zu Hölle. Bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Nein, das hier ist kein weiterer Abstecher in das beliebte HELLRAISER-Universum.

 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm Spiele gespielt werden, denkt man vermutlich an die Horror-Serie SAW. Dort wurden bitterböse Spiele gespielt bei denen Teilnehmer nur dann gewinnen konnten, wenn sie dazu bereit waren an körperliche Grenzen zu gehen. Unterm Strich eine blutrote Sache, denn die meisten der dort zelebrierten Spielereien endeten für die unfreiwilligen Überlebenskämpfer mit dem Tod. Ganz anders geht es da im folgenden Horrorfilm weiter. Statt die Splatter-Keule zu schwingen, will man in THE MIDNIGHT MAN den Horror auf klassische Weise heraufbeschwören. Das bedeutet: Weniger Gewalt – dafür zurück zum alten Handwerk. Löbliche Ziele also, die Regisseur TRAVIS ZARIWNY verfolgt. Der Filmemacher hatte vor einigen Jahren bereits von sich hören lassen. Mit dem Remake zu CABIN FEVER bot er Zündstoff und lieferte Horror ab, der sich nicht gerade durch Kreativität auszeichnete. Das Resultat war enttäuschend. Seine Neuinterpretation über einen Menschenfleisch fressenden Virus fiel bei Fans und Kritikern durch und verschwand schnell in der Versenkung. Nicht unbegründet, sah zwar die Neuauflage zu CABIN FEVER verdammt gut aus. Dennoch klammert sich die Neuverfilmung zu sehr am bekannten Stoff und machte das Remake überflüssig. THE MIDNIGHT MAN ist da aus ähnlichem Holz geschnitzt. Auch hier bringt es folgende Floskel auf den Punkt: Außen hui – innen pfui. Manche Filmemacher haben eben kein glückliches Händchen bei der Auftragsauswahl oder einfach nur ein falsches Verständnis für Horror, der das Blut in en Adern gefrieren lassen soll.
 
 
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Bevor man Spiele spielt, sollte man auch deren Anleitung studieren. Leider kommt der Ratschlag für die attraktive Alex zu spät. Die macht sich Sorgen um die an Alzheimer erkrankte Großmutter und zieht daher in das Haus der alten Dame, um sich um das verwirrte Familienmitglied zu kümmern. Doch in der schlecht beleuchteten Hütte geht bald der Horror los. Die Enkelin findet nämlich auf dem Dachboden eine Kiste und darin ein seltsames Spiel. Natürlich ist da die Neugierde groß. Und so kommt was kommen muss. Let’s play a Game: Alex ruft beim ersten Spielzug den boshaften MIDNIGHT MAN herbei, der ebenfalls Lust auf eine Runde Monopoly hat. Doch die Gestalt ist nicht an fairen Spielrunden interessiert. Stattdessen ist ihr Ziel der Tod aller Mitspieler – und sei es mit Lug und Betrug. Weil es Alex bald mit der Angst zu tun bekommt, weiht sie den Liebsten und eine Freundin ein. Ein fataler Fehler, denn somit stehen auch die auf der Todesliste des MIDNIGHT MAN. Was folgt, hätte man besser machen können. Die verängstigten Spielteilnehmer müssen es mit einem nichtmenschlichen Gegner aufnehmen, der alles daran tut, um seine Opfer mit deren Ängsten zu konfrontieren. Leider verhält sich der „Mitternachtsmann“ nicht annähernd so fies, wie anfangs gedacht. Etwas mehr Raffinesse beim Schummeln hätte man schon von einer Gestalt aus der Welt des Übernatürlichen erwartet. Der Drehbuchautor war eben nicht der Ausgeschlafenste
 
 
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Immer wieder kommen uns Filme auf die Mattscheibe, die zwar atmosphärisch inszeniert wurden und Dank ansprechender Optik Eindruck hinterlassen. Blickt man aber hinter die „schöne“ Fassade, bekommen erfahrene Horrorkenner gern mal das kalte Grausen. THE MIDNIGHT MAN ist so ein Kandidat. Hier hat man sich fürs Visuelle so richtig ins Zeug gelegt. Zu sehen gibt es stimmungsvolle Kamerafahrten und eine unheimliche Bilderflut, die gerade wegen minimalistischer Beleuchtung angenehme Schaueratmosphäre bewirkt. Leider hat man sich am gruseligen Bilder-Mix schnell stattgesehen. Deshalb muss Plan B her. Dumm nur, dass auf den verzichtet wurde. THE MIDNIGHT MAN hat außer Optik nur wenig zu bieten. Die Substanz fehlt, denn bei genauerer Betrachtung spult der Streifen eine Geschichte ab, die auf einen Bierdeckel passt und zu oft von Drehbuchschreibern zu Papier gebracht wurde, das sie schnell langweilt. Was woanders im Zuge einer Anthologie Verwendung gefunden hätte oder als Kurzfilm auf Festivals aufgeführt worden wäre, hat man im Falle genannten Gruselstreifens auf Spielfilmlänge geblasen, damit das Resultat auf Blu-ray gepresst werden kann. Ein Schelm, wer da Geldgier vermutet. Dabei ist Gebotenes weit weg von originell. THE MIDNIGHT MAN erinnert nämlich in seiner Machart an so Gruselfilme wie THE BYE BYE MAN oder DER FLUCH DER HEXE. Das sind Filme in denen das Böse versehentlich gerufen wurde und danach einen möglichst heimtückischen Tod für jenen fordert, der es aus dem Schönheitsschlaf gerissen hat. Weil es mittlerweile zu viele dieser Streifen gibt, sind Abläufe relativ vorhersehbar. Die Opfer müssen Wege finden, um der herbeigerufenen Gefahr entkommen zu können. Leider müssen einige von ihnen das Zeitliche segnen, denn ohne Todesopfer verkaufen sich Horrorfilme nur schleppend. Gleiches Erfolgsrezept verfolgt auch THE MIDNIGHT MAN, der mit leichtem Inhalt sein kommerzverwöhntes Publikum nicht überfordern möchte. Der gradlinige Film spult belanglos ab, was ohnehin jeder kennt. Demzufolge bleiben Überraschungen aus. Der einfache Weg ist eben nicht immer der beste.
 
 
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THE MIDNIGHT MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärische Geisterbahn mit erschreckend dünner Story. Mehr als düstere Bilder voller Unbehagen besitzt THE MIDNIGHT MAN leider nicht. Da macht sich schnell Langeweile breit, zumal sich der Streifen auch noch ziemlich viel Zeit nimmt seine ohnehin schon überschaubare Geschichte zu erzählen. Statt originell und überraschungsreich setzt man auf Altbewährtes. Das bedeutet, dass man eher den konventionellen Weg einschlägt und Horror aus der Klischee-Kiste serviert. Da fragt man sich doch glatt, wie sich zwei Horrorikonen im Film verlaufen haben. Keine Geringeren als ROBERT ENGLUND und LIN SHAYE sind zu sehen. Letztere ist im Horrorgenre Dauergast und tritt in gefühlt jeder zweiten Horror-Produktion auf. Offenbar gab’s im Falle von THE MIDNIGHT MAN anständige Gage. Anders lassen sich die Cameos genannter Horror-Altstars nicht erklären. Besser wird der Film trotz Kurzauftritte leider nicht. Dazu fehlt es THE MIDNIGHT MAN eindeutig an Ideen und Neuerungen. Standard-Gruselware ohne Überraschungen. Irgendwie überflüssig!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Zensur

 
 
 
Der Hauptfokus in THE MIDNIGHT MAN liegt auf subtilen Horror. Viel Gewalt wird nicht gezeigt. Zu Beginn werden einige Kinder von einer unsichtbaren Macht getötet. Danach ist hinsichtlich Gewalt Funkstille. Erst im Finale gibt’s noch kurze Schauwerte zu sehen. Das hat THE MIDNIGHT MAN eine FSK16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Midnight Man; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Featurette: Behind the Scenes

Release-Termin: 09.03.2018

 

The Midnight Man [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bye Bye Man (2017)
 
The Midnight Game (2013)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Boogeyman 3 (2008)
 


Filmkritik: „Shut In“ (2016)

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SHUT IN

Story

 
 
 
Nach einem tragischen Verkehrsunfall versucht Kinderpsychologin Mary den Tod ihres Mannes zu verarbeiten, während sie zudem die Pflege ihres in eine Art Wachkoma gefallenen Stiefsohnes übernimmt. An einem eingeschneiten Ort, bei dem das Wort Abgeschiedenheit noch untertrieben scheint, beginnt die Überforderte, nachdem sich unheimliche Ereignisse mehren, zunehmend an ihrem Verstand zu zweifeln …

 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Kritik

 
 
 
„Shut In“, was übersetzt soviel wie „ans Haus bzw. Bett gefesselt“ bedeutet, gehört zu den Filmen, die nur dann Spaß machen, wenn man wenig bis nichts über sie weiß. Diesem Umstand wird versucht beim Schreiben der Kritik zu entsprechen. Doch soviel sei verraten: Sechs Monate nach dem traumatischen Ereignis wird Mary noch immer von Gewissensbissen geplagt. Nachdem sie sich in der Vergangenheit weder als neue Mutter noch Therapeutin dem enthemmt pubertierenden Stiefsohn aus gewachsen fühlte, zehrt nun auch dessen tägliche Betreuung nach einer schweren Behinderung an den Nerven. Obendrein wird die psychotherapeutische Praxis weiter betrieben, in der sie ein junger Patient (dargestellt durch Jacob Tremblay, der bereits in „Before I Wake“ als Unheil ankündigendes aber knuffig ins Herz spielende Kind brilllierte) auch an ihre beruflichen Grenzen stoßen lässt. Als dessen Therapie beendet wird und der neunjährige Junge trotzdem in der Nacht unvermittelt vor ihrer Tür steht, beschließt sie ihm auch gegen übergeordnete Entscheidungen zu helfen. Doch dazu kommt es nicht, denn ebenso plötzlich ist er wieder verschwunden. Erneut psychisch erschüttert, da sie davon ausgehen muss, dass der kleine Kerl in der eisigen Einsamkeit erfroren ist, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihre Wahrnehmungen. Als optische und akustische Halluzinationen sie zu quälen beginnen, stellt sich unabwendbar die Frage, ob sie noch „Herrin ihrer Sinne“ ist.
 
 
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Die horrorerprobte Naomi Watts (Ring / Ring II / Kinder des Zorns IV) schlägt sich tapfer und erotisch ansprechend durch die bereits auf den ersten Blick hochwertig wirkende Produktion. Optik, Cast, Score usw. stimmen und auch wenn sich die Handlung langsam entwickelt, entsteht keine Langeweile. Dafür sorgen recht wirkungsvoll gesetzte kleine Schreckmomente, die eine ansprechend bedrohliche Stimmung untermalen. Doch reicht die Story, die wohl über mehrere Jahre auf der sogenannten Black List für „die besten unverfilmten Drehbücher“ stand, aus, um Horrorfans bei der Stange zu halten? „Shut In“ gelingt es lange Zeit, den Zuschauer ebenso wie seine gebeutelte Hauptprotagonistin in die Irre zu führen. Was ist Wahn? Was Wirklichkeit? Oder bekommt man es am Ende gar mit einem übernatürlichen Phänomen zu tun?
 
 
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Diese Unklarheit hat durchaus ihren Reiz und auch die Twistauflösung nach cirka der Hälfte der Laufzeit funktioniert durchaus erfreulich. Leider begibt sich der Streifen danach aber eher in arg konventionelle, das heißt schon wiederholt gesehene Gefilde, ohne neue Akzente zu setzen. Dass sich dabei unlogische Situationen häufen, sei verziehen, wenn man bedenkt in welchem Genre man sich befindet. In puncto Body Count, Tempo und bebildertem Schrecken hätte man die Handbremse allerdings durchaus mehr lockern können, wenn nicht müssen, um Begeisterungsstürme auszulösen. Das relativ unaufgeregte Ende hätte zudem eindeutig etwas mehr Innovation vertragen, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Zudem wirkt die Schlussszene unangenehm harmonisch und, nachdem was sich zuvor an Grauen ereignet hat, auch deplatziert unglaubwürdig.
 
 
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SHUT IN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Shut In“ ist für einen kuschlig stimmungsvollen Schmusegruselabend nahezu prädestiniert, während er als Partyhorror mit Kumpels wohl nicht die erste Wahl sein dürfte. In der ersten Hälfte begeistert die Geschichte mit einer cleveren Grundidee, welche sich bis zum Abschluss immer mehr in vorhersehbaren Entwicklungen verliert, was verdammt schade ist. Wer gepflegtem psychologischen Nervenkitzel ohne allzu laute Töne etwas abgewinnen kann, müsste an dem atmosphärischen Kammerspiel dennoch seine Freude haben.
 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Zensur

 
 
 
Neben dosierten Gewaltspitzen wie Messerattacken oder Schlägen an den Kopf bewegt sich das Gezeigte in einem Bereich, der die FSK friedlich gestimmt hat. Der Streifen lief in den Kinos bereits mit FSK16. Das hat sich auch bei der Heimkinoauswertung nicht geändert. „Shut In“ hat den blauen FSK16-Flatschen bekommen.
 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA | Kanada | Frankreich 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Interviews mit Cast & Crew

Release-Termin: 21.04.2017

 

Shut In [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHUT IN – Trailer

 
 

 
 
 

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(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Babycall (2011)
 


Filmkritik: „The Eloise Asylum“ (2017)

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THE ELOISE ASYLUM

(ELOISE | THE HAUNTING OF ELOISE)

Story

 
 
 
Wegen einer Sterbeurkunde verirren sich vier Freunde in eine verlassene Irrenanstalt. Selbstverständlich spukt es darin.

 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Kritik

 
 
 
Immer mal wieder in Horrorfilmen zu sehen: Verlassene Kranken- oder schaurige Irrenhäuser. Letztere ziehen vor allem im Grusel-Genre ihren Reiz daraus, dass dort nicht selten unethische Experimente an ahnungslosen Probanden vorgenommen werden, die in der Regel zum Tod der Patienten führen. Was folgt, kennen gruselerprobte Zuschauer aus dem FF. Kaum stehen genannte Gemäuer leer, manifestiert sich darin das Böse. Da ziehen jene durch Gänge und Flure, die dort grausam ihr Leben lassen mussten und wollen denen an den Kragen, die die Gebäude aus Neugierde erkunden möchten. Auch für den Spukstreifen THE ELOISE ASYLUM trifft ebensolches Gruselmuster zu. Dahinter verbirgt sich mal wieder einer dieser Horrorfilme, dem ein realer Background zugrunde liegt. Die psychiatrische Anstalt im Film namens „Eloise“ gibt es wirklich und befindet sich im amerikanischen Michigan. Im Jahr 1982 wurde die riesige Gebäudeanlage (die sogar über eine eigene Polizeistation, Bäckerei und ein Postamt verfügte) geschlossen. Seither ranken viele Legenden und Schauergeschichten um den stillgelegten Klinik-Komplex, die geradezu prädestiniert dafür sind, daraus was Unheimliches fürs Kino zu drehen.
 
 
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Was man für Geld nicht alles tut. Im Film THE ELOISE ASYLUM (der im Original übrigens ELOISE heißt) erlebt der smarte Jacob Martin (CHACE CRWAFORD) ein Wechselbad der Gefühle. Dessen Vater hat sich mit einem Rasiermesser die Kehle aufgeschnitten, was der Mittzwanziger relativ gefasst aufnimmt. Der Grund dafür offenbart sich recht schnell. Der Vater hat dem Sohn nämlich ein stattliches Erbe vermacht mit dem es sich gut leben lässt. Leider hat die Sache nur einen Haken. Um an das Erbe zu kommen, benötigt der Frauenschwarm den Totenschein seiner verstorbenen Tante, von der er nicht einmal wusste, dass es sie gab. Um den jedoch erhalten zu können, muss er den Behördenweg gehen und die Dokumente beantragen. Weil aber Behördenmühlen bekanntermaßen langsam mahlen, will man sich die Papiere auf schnellerem Wege besorgen. Jacob bricht mit seinen Kumpels einfach in jene Anstalt ein, in der die Tante zu Lebzeiten behandelt wurde. Keine gute Idee, denn dort geht es nicht mit rechten Dingen zu. Leider kommen Ratschläge zu spät. Kaum in die Nervenheilanstalt eingebrochen, erwachen die Seelen jener aus dem Tiefschlaf, die innerhalb der Anstaltsmauern bei einem verheerenden Brand ums Leben gekommen sind. Ein extravaganter Plot – wie wir meinen – den man so vermutlich noch nie zu sehen bekommen hat.
 
 
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Auch Filmemacher müssen mutig sein. Um den Film möglichst gruselig erscheinen zu lassen, drehte man am Originalschauplatz. Die Dreharbeiten zu THE ELOISE ASYLUM erfolgten in genau jener psychiatrischen Heilanstalt im amerikanischen Michigan, die einst mit über 78 Gebäuden zu den größten psychiatrischen Einrichtungen der Welt gehörte. Das lässt die Geschehnisse gespenstiger erscheinen, gerade auch deshalb, weil echte Grundmauern dann doch authentischer wirken als bemalte Kulissen aus Gips und Pappe. Trotz gut gemeinter Absichten, ist THE ELOISE ASYLUM aber kein Gruselkracher geworden. Was nützen atmosphärische Kulissen, wenn man Gebotenes vorausahnen kann. Der Film ist nicht sonderlich originell und spult hastig ab, was man schon in Filmen wie HAUNTED HILL, GRAVE ENCOUNTERS, SESSION 9 oder HOUSE OF DUST zu sehen bekommen hat. Das bedeutet, dass sich die Freunde plötzlich mit der Vergangenheit der Anstalt auseinandersetzen müssen und ins Amerika der 1970er Jahre katapultiert werden. In einer Art Geister-Parallelwelt treffen sie auf Terminator 2-Bösewicht ROBERT PATRICK, der auch hier wieder als Unruhestifter unterwegs ist. Im Namen der Medizin konfrontiert er Insassen mit den eigenen Ängsten und macht dabei nicht vor Folterei halt. Weil fürs Operieren stets frisches Material benötigt wird, müssen die ungebetenen Einbrecher dran glauben. Einige von denen landen auf dem Untersuchungstisch des Herrn Professor, der auch als Geist weiß wie man das Skalpell blutige schwingen muss.
 
 
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Hilfe hier spukt’s – und das nicht gerade einfallsreich. THE ELOISE ASYLUM ist typisch amerikanisches Gruselfutter mit schönen Menschen, Hochglanzoptik und überschaubarer Handlung, die übrigens kaum Schockmomenten parat hält. Stattdessen werden Unglaubwürdigkeiten und Logiklücken aufgetischt. Nun gut, mag so mancher meinen – im Horrorfilm ist das die Regel. Dennoch sollte eine gewisse Grundglaubwürdigkeit vorhanden sein, um Filme überhaupt ernst nehmen zu können. So finden die Protagonisten von THE ELOISE ASYLUM allerhand haarsträubendes Zeug in einer verlassenen Psychiatrie, das da eigentlich nicht hingehören sollte. Schränke mit Patientenakten sind für jedermann zugänglich, Folterfotos von Insassen schmücken Wände und Strom scheint über 30 Jahre nach Anstaltsschließung immer noch aktiv zu sein. Das mutet mehr als seltsam, vor allem auch deshalb, weil der gesamten Gebäudekomplex vom Gesetzeshüter mit Klebeband abgesperrt wurde. Hat man hier nach Polizeiuntersuchungen aus Bequemlichkeit nicht aufräumen wollen? Nur Korrekturlesen kann helfen. Zumindest hätte man dann die offensichtlichsten Filmfehler aus dem Drehbuch radieren können. So läuft die Filmfehlersuche der Gruselei den Rang ab und macht THE ELOISE ASYLUM zum unfreiwilligen Lacher. Shit happens machmal.
 
 
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THE ELOISE ASYLUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nett gefilmter Geisterfilm mit schönen Menschen, vielen Geheimnissen sowie allerhand Filmfehlern und Logiklücken. THE ELOISE ASYLUM (Originaltitel: ELOISE) muss man nicht gesehen haben, denn geboten wird nichts Neues. ROBERTO LEGATO hat den überraschungsarmen Gruselstreifen inszeniert. Bisher konnte der sich als Spezialist für visuelle Effekte bei Filmen wie AVATAR, SHUTTER ISLAND und HUGO CABRET einen Namen machen. Visuelle Effekte sind zwar in THE ELOISE ASYLUM nur selten zu sehen – dafür hinterlässt der Streifen visuell aber einen guten Eindruck. Die Kulisse ist stimmungsvoll, die Kameraarbeit passt und nach 45 Minuten wird auch das Tempo straffer. Nennenswerte Höhepunkte gibt es kaum. Dafür überrascht ein Kurzauftritt von ROBERT PATRICK. Als Gruselsnack für Zwischendurch eignet sich THE ELOISE ASYLUM perfekt. Nachdruck hinterlässt der Film aber keineswegs. Sobald der Abspann über die Mattscheibe flimmert, hat man Gesehenes schon wieder vergessen. Das zeichnet keinen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Zensur

 
 
 
THE ELOISE ASYLUM ist Gruselkino wie man es kennt. Das bedeutet in der Regel, dass von schaufreudigen Gemetzel kaum etwas zu sehen ist. In diesen Filmen geht es eher subtil und zurückhaltend zu, was auch für THE ELOISE ASYLUM zutrifft. Eine Spritze wird mehrmals in den Arm einer Insassin gerammt und eine Behandlung mit Stromschlägen gibt es auch zu sehen. Weitaus ungemütlicher: Wie ein Gegenstand in ein Auge gehämmert wird. Hierzulande hat es dafür eine FSK16 gegeben. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne | Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eloise; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 31.03.2017

 

The Eloise Asylum [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne | Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunted Hill (1999)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)
 
House of Dust (2013)


Filmkritik: „The Autopsy of Jane Doe“ (2016)

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THE AUTOPSY OF JANE DOE

Story

 
 
 
Der Körper der toten Jane Doe (so wie nicht identifizierte Personen in den USA genannt werden) stellt Pathologe Tommy Tilden (BRIAN COX aus MINDSCAPE) und dessen Sohn Austin Tilden (EMILE HIRSCH) vor große Herausforderungen. Die sollen die Todesursache finden und bekommen es dabei schnell mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Kritik

 
 
 
Keine Lust mehr auf schlechte Horrorfilme, die Lebenszeit rauben und die Laune verderben? Das Jahr 2016 hat sich im Angstkino nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele miserable Horrorfilme haben das Licht des Zelluloidhimmels erblickt, die den Zuschauer in der Regel mit Langeweile und schlechten Effekten gestraft haben. Offenbar hat das der Regisseur ANDRÉ ØVREDAL erkannt. Der brachte im Jahr 2010 mit TROLLHUNTER eine originelle Mockumentary in die Kinos und hinterließ wegen spektakulärer Effekte selbst in Hollywood Eindruck. Den hinterlässt der Norweger nun auch sechs Jahre nach seiner beeindruckenden Trolljagd. Statt Fabelwesen und Wackelkamera geht es der Filmemacher diesmal subtiler an. In THE AUTOPSY OF JANE DOE möchte er den Zuschauer das Fürchten lehren und ist darin wirklich gut. Selten hat man solch knisternde Hochspannung im Horrorfilm ertragen müssen. Deshalb erscheint es auch nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass THE AUTOPSY OF JANE DOE zum Besten gehört, was 2016 im Kino zu bieten hatte.
 
 
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Der Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE ist nichts für die Splatter- und Gewaltfraktion. Darin findet die Polizei in einem Haus Erschütterndes. Übel verstümmelten Leichen lassen auf einen Mehrfachmord schließen. Doch im Keller stößt man auf weitaus Schlimmeres. Dort ziehen die Beamten den Körper einer mysteriösen Schönheit aus einer Grube, den zuvor wohl jemand im Boden vergraben wollte. Zwei Pathologen sollen den unversehrten Körper untersuchen und die Todesursache bestimmen. Leider stellen sich die Untersuchungen als großes Problem heraus, denn offenbar stimmt etwas mit dem Leichnam nicht. Hand- und Fußgelenke sind gebrochen. Auch die Zunge fehlt. Zudem findet man im Magen der Toten ein Tuch mit mysteriösen Schriftzeichen. Was anfänglich wie ein Mord an einer Frau ausschaut, die von Menschenhändlern zum Sex gezwungen wurde, entwickelt sich bald zum Mysterium. Je weiter die Männer in den Körper der geheimnisvollen Schönheit vordringen, desto mehr Fragen fallen auf. Was musste diese Frau ertragen? Antworten, die schon bald das Leben der beiden Pathologen in Gefahr bringen wird, weil sich plötzlich seltsame Dinge ereignen.
 
 
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Wenn ein lebloser Körper auf dem Seziertisch liegt. Das weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Streifen. Unter dem Titel DIE LEICHE DER ANNA FRITZ wurde bereits 2016 ein spanischer Psychothriller in die Läden gebracht, der sich einer ähnlichen Ausgangssituation bediente. Auch in diesem Streifen stieß man auf die Leiche einer mysteriösen Schönheit, der wenig später für Chaos sorgte. Während sich dort jedoch drei Freunde am toten Körper einer bekannten Schauspielerin vergingen und sich aus Angst vor Konsequenz gegenseitig an die Gurgel sprangen, überzeugt THE AUTOPSY OF JANE DOE durch weniger kontroversen Inhalt. Dieser Streifen verfolgt andere Intensionen. Der Gruselthriller will Angst einjagen und ist zu aller Überraschung damit auch noch äußerst erfolgreich. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes übernatürlich zu. Was anfänglich wie eine normales Leichensezierung beginnt, entwickelt sich im späteren Verlauf für die beiden Hauptprotagonisten zum nicht enden wollenden Albtraum. Dabei orientiert sich THE AUTOPSY OF JANE DOE beim Aufbau am klassischen Horror. Das bedeutet, dass sich Regisseur ANDRÉ ØVREDAL weniger den lauten Schocks und Jump Scares widmet. Stattdessen spielt er virtuos mit Licht und Schatten. Eine unheilverkündende Geräuschkulisse tut ihr Übriges.
 
 
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Der Hauptfokus in THE AUTOPSY OF JANE DOE liegt aber nicht ausschließlich auf Angst und Grusel. Ein stetig steigender Spannungsbogen ist hier die eigentliche Geheimzutat, denn Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hält lang geheim, was es denn nun eigentlich mit dem makellosen Frauenkörper auf sich hat. Erst nach und nach kommen die beiden Pathologen hinter das Mysterium und entschlüsseln dabei ein Rätsel, das eiskalt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Mehr über den packenden Plot zu verraten, wäre unfair all jenen gegenüber, die sich endlich mal wieder im (Heim)Kino vor Angst in die Hosen machen wollen. THE AUTOPSY OF JANE DOE schafft das ohne Weiteres. Da kann man nur ehrfürchtig seinen Hut ziehen, denn THE AUTOPSY OF JANE DOE ist definitiv einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Chapeau!
 
 
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THE AUTOPSY OF JANE DOE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Eine schaurige Glanzleistung! Ohne Zweifel der beste Horrorfilm aus dem Jahr 2016. Europa zeigt Hollywood einmal mehr eindrucksvoll, wie man anständige Gruselstreifen inszeniert. Statt Gewalt und ausgeklügelte Spezialeffekte aus dem Computer, reichen in der Regel Licht und Schatten aus, um möglichst effektives Grauen heraufbeschwören zu können. Zudem sind nach wie vor gute und vor allem neue Ideen die Quintessenz für sehenswerte Horrorfilme, denn niemand möchte stets recycelten Blödsinn vor die Linse bekommen, den man schon in zig anderen Filmen zu sehen bekommen hat. Der britische Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE zeigt allen wie es geht. Spannung ist alles und die kommt eben nur dann zustande, wenn man sein Handwerk beherrscht und sich auch mal den Kopf über neue Geschichten zerbricht. Somit gehören die ersten 50 Minuten dieses Horrorthrillers zum Besten, was man seit zehn Jahren im Horror-Genre zu sehen bekommen hat. Wer eine empfindliche Blase besitzt, sollte demzufolge vor Filmbeginn noch einmal auf die Toilette gehen. THE AUTOPSY OF JANE DOE zieht wegen seiner geheimnisvollen Handlung so in den Bann, dass ein Toilettengang danach unmöglich sein wird. Weil der norwegische Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hier ganze Arbeit geleistet hat, darf man davon ausgehen, dass bald Produzenten aus Hollywood klingeln werden. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn europäische Indie-Filmemacher plötzlich Horrorfilme in der Traumfabrik drehen. Der bisher erfolgreichste Horror-Export aus Europa: ALEXANDRE AJA. Dem Franzosen hat sein Beitrag zur neuen französische Terror-Welle den Weg nach ganz Oben geebnet. Mal sehen, wie weit ANDRÉ ØVREDAL kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film kaum zu sehen. Ein Messer wird in einen Brustkorb gerammt und eine Axt kommt versehentlich zum Einsatz. Weiterhin gibt es übel zugerichtete Leichen zu Beginn zu sehen und ein Mann erliegt an den Verletzungen eines Sturzes aus großer Höhe. Die eigentlichen Schauwerte reduzieren sich auf die Obduktion einer Leiche. Die hier gezeigten Spezialeffekte dürften nichts für Zartbesaitete sein, denn in THE AUTOPSY OF JANE DOE wird äußerst realistisch der Körper einer Frau geöffnet. Trotz Leichenöffnung hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Autopsy of Jane Doe; Großbritannien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 20.10.2016

 
 

The Autopsy of Jane Doe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aftermath (1994)
 
Die Leiche der Anna Fritz (2015)
 
The Body (2012)
 


Filmkritik: „47 Meters Down“ (2016)

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47 METERS DOWN

(IN THE DEEP)

Story

 
 
 

Zwei Schwestern steigen in einen speziellen Käfig und lassen sich in die Tiefe des Meeres hinabgleiten, um dort Haie beobachten zu können. Leider kommt es zu einem folgenschweren Unfall.

 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN – Kritik

 
 
 
Endlich dürfen Haie im Horrorfilm wieder böse sein. Zuletzt meinte man es nicht sonderlich gut mit den gefräßigen Raubfischen, denen dank gnadenlosen Kleinstudios wie SYFY oder THE ASYLUM der Schrecken genommen und gegen käsige Comichaftigkeit getauscht wurde. Ob fliegende Riesenhaie oder mutierter Dreiköpfer – keine Absurdität war den Bossen genannter Studios zu schade, um ebenso sensationslüstern wie bescheuert mit der Angst vor den maritimen Killern Kasse zu machen. Nur, äh, gut, dass es Hollywood gibt. Dort wird zwar ebenso regelmäßig schrottreifer Filmnonsens verbrochen; ab und an verbirgt sich dahinter aber auch mal eine Überraschung. Das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Zu diesen nennenswerten Fabrikaten made in Traumfabrik gehört 47 METERS DOWN – definitiv unbequemer Hai-Horror. Der will Herzklopfen bescheren und zur Abwechslung ganz ohne Trash-Willen, Selbstironie oder miese Effekte auf sich aufmerksam machen. Offensichtlich findet eine Rückbesinnung zu Altbewährtem statt. So wandelte man bereits mit dem erst kürzlich erschienen THE SHALLOWS auf den Pfaden, die anno 1975 Steven Spielbergs DER WEISSE HAI vorgegeben hatte. Das bedeutet weniger Quatsch – stattdessen tödlicher Ernst. Horrorfans, die Probleme mit kompromisslosen Filmszenarien haben, sind an dieser Stelle gewarnt. 47 METERS DOWN setzt gute Nerven voraus und ist nichts für Zuschauer mit Angststörungen. Behauptet nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt.
 
 
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In der Tiefe hört dich niemand schreien. Diese Erfahrung müssen auch zwei Schwestern durchleben, die sich auf ein ganz besonderes Abenteuer einlassen. Bekannte laden die beiden zum Käfigtauchen ein. Haie können auf diese Art in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet und studiert werden. Ein Angebot, dass die Geschwister Kate (CLAIRE HOLT) und Lisa (MANDY MOORE) nicht ausschlagen wollen. Doch die Freude erhält bald einen Dämpfer. Kaum im Kutter Platz genommen und aufs Meer gefahren, kommen beim Anblick des klapprigen Käfigs erste Zweifel auf. Stabil sieht anders aus und auch die Sicherheitsvorkehrungen haben schon bessere Tage gesehen. Doch die attraktive Begleitung überzeugt durch Charme und lässt alle Ängste vergessen. So steigen die Schwestern in ihre Tauchausrüstung und lassen sich samt Käfig in die Tiefe abseilen. Keine gute Entscheidung, denn die anfänglichen Zweifel werden bald bittere Realität. Die Seilwinde bereitet erste Probleme und der Käfig stürzt ins Dunkel des Meeres. Doch der Unfall wird schnell zum kleineren Übel. Hier unten lauern Haie und auch die Luft in den Gasflaschen wird knapp. Leider ist der Funkkontakt unterbrochen und Panik macht sich breit. Da stellt sich glatt die Frage, ob man noch rechtzeitig auf Hilfe hoffen kann.
 
 
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Du leidest unter Klaustrophobie, hast Angst vor spitzen Tierzähnen und wirst von schwerer Atemnot geplagt? Dann solltest Du 47 METERS DOWN möglichst meiden. Ein Film, der gezielt mit menschlichen Urängsten spielt und üble Bauchschmerzen hinterlässt. Wieder einmal begeben sich Menschen in Extremsituationen und müssen sich aus verzwickten Szenarien befreien, die man nicht alle Tage erlebt. 47 METERS DOWN macht genau von dem Konzept Gebrauch, das sich bereits mit besagtem THE SHALLOWS und den Überlebensthrillern OPEN WATER sowie dessen Fortsetzung in die Erinnerung der Zuschauer gebrannt hat. Einmal mehr unterschätzt der Mensch die Unberechenbarkeit der Natur. Die Belehrung folgt auf dem Fuß – Unachtsamkeit muss mit Überlebenskampf bestraft werden. Der flimmert hier äußerst schonungslos über die Leinwand und belastet knapp 90 Minuten das Nervenkostüm des Zuschauers. Mit einfachen Mitteln wird andauernde Panik heraufbeschworen. Erst ist es allgegenwärtige Dunkelheit und Klaustrophobie, weil der schützende Käfig zum Gefängnis wird. Später kommen Luftknappheit und hungrige Haie dazu, die nur darauf warten, dass die Heldinnen Fehler begehen. Die Rettung lässt vergebens auf sich warten. Wer die Schwestern retten möchte, wird radikal zu Fischfutter verarbeitet. Angesichts der vielen Hürden bleibt fraglich, ob ein Entkommen überhaupt noch möglich ist. Dennoch wird gekämpft, schließlich fördert der Überlebenswillen manche Raffinesse zutage, die natürlich am Ende mit der Freiheit belohnt wird.
 
 
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Dass 47 METERS DOWN kein Schnellschuss ist, wird deutlich, wenn man schaut, wer für den Film verantwortlich zeichnet. Regisseur JOHANNES ROBERTS kennt sich mit Horror aus. Er wagte erste Ausflüge in Angstfach mit dem TV-Trasher ROADKILL und dem Horrorthriller F-LONDON HIGHSCHOOL MASSAKER, perfektionierte seine Gruselfähigkeit aber mit dem THE OTHER SIDE OF THE DOOR, der es sogar in die Kinos schaffte. Einen weitaus höheren Bekanntheitsgrad dürften aber die Produzenten in Horrorkreisen besitzen. Die ehemaligen Chefs des Studios Miramax, BOB und HARVEY WEINSTEIN und der Franzose ALEXANDRE AJA werden im Vorspann als Geldgeber genannt. Letzterer hat ein goldenes Händchen für Horror-Hits und brachte mit Neuverfilmungen zu THE HILLS HAVE EYES oder PIRANHA frischen Wind ins kommerzielle Genrekino. Auch wenn es 47 METERS DOWN vermutlich nicht zum Hit bringen wird, muss das nicht zwangsläufig Schlechtes bedeuten. Der anfänglich als INTO THE DEEP betitelte Überlebensthriller tut es anderen sehenswerten Hai-Schockern gleich. Der Film ködert mit Schocks, Action und Adrenalin. Die Rechnung geht auf. Die packend inszenierte Taucherei zieht einen von der ersten Minute an in den Bann. Dennoch sollte man wissen worauf man sich einlässt. 47 METERS DOWN ist nichts für Anfänger. Weil viele Flucht- und Erkundungstouren gerade wegen schlecht ausgeleuchteter Szenen durch den dunklen Meereskorridor ausweglos und unerträglich wirken, könnte das den einen oder anderen Horrorfan verstören. Spätestens hier hat Macher JOHANNES ROBERTS das eigentliche Ziel eines jeden Horrorfilmen erreicht: Angst bereiten.
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unerträglich aber ultraspannend – klaustrophobischer Überlebenskampf in den Tiefen der Meere, der einen garantiert mitnimmt und nicht kalt lässt. Statt auf dem Wasser muss nun tief unter der Wasseroberfläche ums Überleben gekämpft werden. 47 METERS DOWN (Alternativtitel INTO THE DEEP) ist Haifisch-Horror, wie man ihn sich wünscht. Die Situation scheint ausweglos, denn Luftknappheit, Klaustrophobie und Haie machen den beiden Hauptdarstellerinnen zu schaffen. Die bekommen es in der Tiefe des Meeres mit der Angst zu tun, finden aber nicht ohne Weiteres an die Oberfläche zurück. Panik und Puls heißt der effektive Film-Mix, der in diesem Hai-Horror dafür sorgen wird, dass sich zartbesaitete Zuschauer des Öfteren die Hände vor die Augen halten. Das ist auch berechtigt, denn Regisseur JOHANNES ROBERTS fordert seinen Heldinnen und dem Publikum einiges ab. Letzteres dürfte sich immerhin sicher im trockenen Filmsessel wähnen, während die beiden Hauptprotagonistinnen vergebens nach einem Ausweg aus dem feuchten Gefängnis suchen. Trotzdem kommt auch der Zuschauer nicht so einfach davon. Auch dem tut nach dem Film eine erfrischende Dusche gut. Die ist nämlich angesichts des von Panik durchschwitzen T-Shirts auch dringend von Nöten. 47 METERS DOWN ist packend inszenierter Überlebens-Horror, der Kompromisse gnadenlos scheut. Sehenswert und nur mit geübten Nerven zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN – Zensur

 
 
 
In 47 METERS DOWN gibt es kaum reißerische Fressmomente zu sehen. Die wenigen Attacken passieren so schnell, dass Liebhaber fürs Grobe kaum auf ihre Kosten kommen werden. Im Finale wird immerhin einer Protagonistin sehr unsanft ins Bein gebissen. Gezeigtes hat eine FSK12 erhalten. Klingt nach einem Kinderfilm. Wir können aber beruhigen: 47 METERS DOWN ist alles andere – nur nicht das! Übrigens: Wegen höher eingestuftem Bonusmaterial auf der DVD / Blu-ray befindet sich darauf ein FSK16-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 47 Meters Down; Dominikanische Republik | Großbritannien 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Film: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist die BD: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 01.12.2017

 

47 Meters Down [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Shallows (2016)
 
Deep Blue Sea (1999)
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 


Filmkritik: „Green Room“ (2015)

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GREEN ROOM – ONE WAY IN. NO WAY OUT

Story

 
 
 

Auf der Tournee der Ain’t Rights ist Chaos vorprogrammiert. Die Band, die aus jungen Punkrockern und Rebellen besteht, zieht eine Schneise aus Alkoholmissbrauch und schlechtem Verhalten durch die ländlichen USA. Als obskure Punk-Band ohne Social-Media-Auftritt sind sie stolz darauf, abseits des Radars zu leben und zu musizieren. Nach der jüngsten verkaterten Nacht finden sie sich allerdings etwas zu weit neben dem verhassten Mainstream wieder. Ein Kontakt hat ihnen einen lukrativen Auftritt organisiert, der allerdings auch seine Schattenseiten mit sich bringt. Dass die Location mitten im verlassenen Nirgendwo einer Waldlichtung liegt, ist noch das kleinste Problem. Die Spannung steigt merklich, als die rotzigen Punker vor einer Meute Skinheads spielen müssen, die von der Message der Ain’t Rights offenbar nicht begeistert sind. Gerade noch so kommt die Band mit dem Schrecken davon, doch dann werden die Mitglieder unfreiwillig Zeuge einer unfassbaren Tat hinter der Bühne. Kein gutes Omen für die Musiker, die nun um ihr Leben bangen müssen. Eingeschlossen in den ranzigen Mauern des Hinterwald-Nazi-Clubs beginnt ein blutiges Duell ums Überleben: Punks gegen Skinheads.

 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Kritik

 
 
 
Schon mit seinem Zweitwerk „Blue Ruin“ etablierte der amerikanische Indie-Regisseur Jeremy Saulnier seine Visitenkarte. Der Film um einen ängstlichen Mann und dessen Wunsch nach blutiger Rache lief auf dem Filmfestival in Cannes und avancierte in Filmkreisen schnell zum Geheimtipp – vor allem unter Freunden rabiater Thriller. Mit dem Stichwort „rabiat“ lässt sich Saulniers Stil und vor allem seine Art und Weise, filmische Gewalt zu inszenieren, gut umschreiben. In seinen Filmen verfängt er sich nicht im Gemetzel, häuft keine riesigen Bodycounts an und vergießt auch keine grotesken Mengen an Kunstblut. Seine Form von Gewalt ist eine, die nicht bei den Augen aufhört, sondern direkt an die Nieren geht. Die filmischen Gewaltspitzen erzielen mit ihrer nüchternen, distanzierten Inszenierung nicht selten den Effekt, dass man als Zuschauer solidarisch mitleidet – und das nicht gerade wenig.
 
 
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Natürlich ist das subtile Gewaltkonzept auch in Saulniers neuen Film „Green Room“ präsent, wobei diesmal von allem etwas mehr geboten wird, denn wer erfolgreich polarisierende Horrorfilme drehen möchte, muss sich auch in Sachen Filmgewalt weiterentwickeln. War es in “Blue Ruin” noch eine intimen Geschichte über einen Mann und seine Rachegelüste, die es verstand zu beunruhigen, ist es in “Green Room” gleich ein ausgewachsener Kleinkrieg zwischen Links und Rechts, der an die Substanz geht. Auf der einen Seite die Vertreter des ansässigen Hakenkreuz-Fanclubs, auf der anderen Seite eine chaotische Gruppe junger Musiker, deren Sounds sich aus linken Parolen und viel Geschrei zusammensetzen. Dadurch, dass Saulnier mit seinen beiden Parteien in Extreme abschweift, entwischt ihm das feine Gespür für Charaktere, das noch in „Blue Ruin“ Programm gewesen war. Weder die Nazis noch die Steinewerfer sind wirklich sympathisch, ein tatsächliches Drama ergibt sich in „Green Room“ keineswegs. Abgesehen von den Auftritten der Schauspieler Macon Blair (der Protagonist aus „Blue Ruin“) und Patrick Stewart (der übrigens mit voller Kraft gegen seinen Typ spielt), bleiben die Figuren weitgehend blass und das schauspielerische Talent ungenutzt. Vor allem die Darsteller Imogen Poots und Anton Yelchin gehören zu den größeren Talenten ihrer Altersklasse. Leider können sie ihre schauspielerischen Fähigkeiten im Film kaum unter Beweis stellen.
 
 
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Was bleibt ist ein gemeiner, stylischer aber doch irgendwie generischer Thriller. Wenn man von der effektiven und expliziten Inszenierung der Gewalt im Film absieht, ist Saulniers dritter Spielfilm dennoch kaum mehr als ein gewöhnlicher Slasher-Film, in dem die Figuren in schöner Regelmäßigkeit ins Jenseits befördert werden. Nichts davon macht den Streifen jedoch schlecht. Ganz im Gegenteil – Fans der härteren Gangart werden gut unterhalten, denn mit beunruhigenden Bildern zieht der Film trotz Oberflächlichkeiten schnell in den Bann. „Green Room“ ist ein weiterer Erfolg für Jeremy Saulnier, der seinen Status als stilsicherer und mutiger Indie-Regisseur zementiert. Er liefert dem hungrigen Horrorpublikum einen spannenden und kurzweiligen Thriller, der zwar hinter den Erwartungen zurückbleibt, aber trotzdem eine Menge Spaß bereitet. Packende und harte Unterhaltung ist garantiert.
 
 
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GREEN ROOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Im Horrorthriller „Green Room“ verlegt „Blue Ruin“-Regisseur Jeremy Saulnier sein Talent in ein abgelegenes Nazi-Clubhaus, füllt das mit Skinheads sowie Punks und strickt daraus ein Pulverfass. Auf der Drehbuch-Ebene lässt der Film zwar zu wünschen übrig. Auf seiner Plus-Seite glänzt der Streifen durch grobe Inszenierung von Gewalt – was mit Sicherheit Fans härterer Filmproduktionen zusagen dürfte. Zudem bleibt der Film wegen charismatischer Auftritte von Macon Blair und Patrick Stewart im Gedächtnis. „Green Room“ ist ein durchgestylter, schmutziger, schneller und rücksichtsloser Thriller, für den man ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen kann.
 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Zensur

 
 
 
Der Film lief bereits im Frühsommer 2016 über UNIVERSUM FILM ungeschnitten in den deutschen Kinos. Da der Film mitunter recht hart ans Eingemachte geht, hat „Green Room“ in ungeschnittener Form eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Allerdings werden die brutalen Exzesse zu keiner Zeit so grotesk oder übertrieben zelebriert, dass sie eine Indizierung oder Freigabeverweigerung der später erscheinenden Heimkinoveröffentlichung rechtfertigen. Diese ist ebenfalls ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen: keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Green Room; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Featurettes

Release-Termin: 07.10.2016

 

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GREEN ROOM – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blue Ruin (2013)
 
Don’t Breathe (2016)
 
The Invitation (2015)
 


Filmkritik: „Shark Lake“ (2015)

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SHARK LAKE

Story

 
 
 
Willkommen zum gefühlt tausendsten Horrorfilm über hungrige Killerfische: DOLPH LUNDGREN kämpft in einem Badesee gegen aggressive Riesenhaie und rettet am Ende die Menschheit. Gott habe ihn selig.

 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Kritik

 
 
 
Manche Menschen sind einfach nicht zum Drehbuchschreiben geboren. Eine Weisheit, die für viele selbsternannte Drehbuchautoren von Horrorfilmen zutrifft. Von denen gibt es mittlerweile Unzählige und die meisten von ihnen wollen nur eins: dem Liebhaber von Horrorfilmen Lebenszeit rauben. Zwei dieser üblen Geschichtenerzähler sind GABE BURNSTEIN und DAVID ANDERSON. Die haben SHARK LAKE zu Papier gebracht und kommen hoffentlich dafür in die Hölle, schließlich verbirgt sich hinter dem faden Hai-Horror einer der wohl schlechtesten Tier-Horrorfilme der letzten Jahre. Zu sehen gibt es nicht viel. So vermiesen nicht nur eine hanebüchene Story und miserable Spezialeffekte aus dem Computer die gute Laune; auch Action-Legende DOLPH LUNDGREN stellt einmal mehr unter Beweis, dass er kein sonderlich begabter Schauspieler ist und statt Dialoge zu büffeln, lieber Fäuste im Film sprechen lässt.
 
 
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SHARK LAKE ist Horrorkino zum Abgewöhnen. Während die Schrottpresse THE ASYLUM regelmäßig bewusst schlechte Filme mit sogar fliegenden Haifischen (SHARKNADO) produzieren lässt, sind abgefahrene Ideen in dem von JERRY DUGAN inszenierte Tier-Schnarcher Mangelware. Der Regisseur stand bisher nur für einige Kurzfilme hinter der Kamera und feiert mit besagtem Hai-Thriller seinen Regieeinstand. Statt jedoch mit dem Debüt für Lacher zu sorgen, um so Defizite verschleiern zu können, nimmt sich sein Erstling bierernst. In Anbetracht der unsagbar schlechten Umsetzung keine gute Idee, denn SHARK LAKE gleicht einer filmischen Katastrophe. DER WEIßE HAI stand wie so oft Pate. Ein Klassiker, der vor 40 Jahren gezeigt hat, wie furchteinflößender Fisch-Horror aussehen muss. Leider schien wohl keiner der am Film Beteiligten Lust gehabt zu haben, den von Spielberg gedrehten Kult-Schocker etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. So verläuft zwar SHARK LAKE nach ähnlichem Muster; die für diese Art von Filmen berüchtigten Adrenalin-Momente bleiben jedoch aus. Stattdessen quält sich der Streifen damit, eine mehr als ausgelutschte Geschichte zu beleuchten, die im Grunde das erzählt, was zuvor schon hundert ähnliche gestrickte Horrorfilme berichtet haben. Überraschungsmomente? Fehlanzeige!
 
 
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Im Mittelpunkt steht die junge Polizistin Meredith Hernandez (SARA MALAKUL LANE), die seltsamen Vorkommnissen auf den Grund gehen muss. In einer friedlichen Kleinstadt gehen seltsame Dinge vor sich. Eine Leiche mit abgerissenem Arm wird am Ufer eines Sees gefunden und Bären für die Attacke verantwortlich gemacht. Doch die wahren Übeltäter sind nicht an Land zu finden. In einem nahe liegenden See haben es sich zwei Haie gemütlich gemacht, denen die kleinen Heringshappen im Wasser nicht mehr ausreichen. Der Mensch steht nun auf dem Speiseplan und Badegäste werden von den gierigen Raubtieren in Stücke gerissen. Natürlich sind Presse, Polizei und DOLPH LUNDGREN vor Ort. Letztgenannter macht mit den Fischen kurzen Prozess, schließlich verirrt sich auch bald dessen Tochter versehentlich ins Gewässer und sieht sich mit den hungrigen Kreaturen konfrontiert. Da muss Papa natürlich einschreiten.
 
 
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Kennste einen, kennste alle. Es scheint oftmals schleierhaft, als welchen Gründen Horrorfilme gedreht werden, wenn man doch nichts Neues zu erzählen hat. Weitaus unverständlicher ist jedoch die Tatsache, warum Horrorabfall wie SHARK LAKE knapp zwei Millionen Dollar kosten konnte. Dem Film sieht man das üppige Kapital zu keiner Minute an. Das beschämt vor allem viele unabhängige Horrormacher, die den Dollar beim Drehen von Genre-Streifen zweimal umdrehen müssen und dennoch weitaus bessere Horrorfilme auf Zelluloid bannen. Demzufolge sollte man vorsichtig sein. Auch wenn mit DOLPH LUNDGREN auf dem Cover geworben wird (viel Screentime hat er im Film übrigens nicht) handelt es sich bei diesem Hai-Thriller um austauschbaren und vor allem ereignislosen Media-Markt-Wühltisch-Müll, dem man besser keine Beachtung schenken sollte.
 
 
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SHARK LAKE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
DOLPH LUNDGREN tritt in die Fußstapfen von ROY SCHEIDER und – oh Wunder – scheitert. Der einstige Actionstar hält sich seit den großen Erfolgen in den 80er und 90ern mit hauptsächlich günstige produzierten Horror- und Actiontiteln über Wasser und lies es sich natürlich nicht nehmen in SHARK LAKE mit Haifischen zu ringen. Leider handelt es sich bei diesem Tier-Horror um überflüssigen Videoschund, der mit – für heutige Verhältnisse – fast schon beschämenden Effekten schnellen Herzschlag bescheren will. Die wurden mehr als bescheiden am Computer erstellt und lassen die animierten Kreaturen aus den meisten SYFY und ASYLUM-Werken dagegen Oscar-verdächtig erscheinen. Für knapp zwei Millionen Dollar wurden 90 Minuten Langeweile auf Zelluloid gebannt, die dem Zuschauer Lebenszeit rauben. Die Effekte sind schlecht, die Geschichte mies und schauspielerisch wird auf Sparflamme geköchelt. Wer den Nervenkitzel sucht ist hier falsch, denn in SHARK LAKE passiert nicht viel. So werden ein paar Menschen unter Wasser gezogen – dazwischen herrscht das ermüdende Grauen. Das ist beschämend – vor allem deswegen, weil vor 40 Jahren einer der besten Hai-Horrorfilme gedreht wurde und es Regisseur JERRY DUGAN nicht einmal ansatzweise geschafft hat, wenigstens eine Szene aus DER WEIßE HAI ansprechend zu kopieren. Wir meinen: Ein Armutszeugnis!
 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Zensur

 
 
 
Zu sehen gibt es einen abgerissenen Arm, etwas Pixelblut aus dem Rechner und viel rot gefärbtes Wasser. Fans üppiger Gewaltorgien kommen zu kurz, denn in SHARK LAKE wird mit blutigen Gemeinheiten gegeizt. Hierzulande erscheint der Film ungeschnitten mit FSK16 im Handel. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shark Lake; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 06.04.2017

 

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SHARK LAKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bait (2012)
 
Shark Night 3D (2011)
 


Filmkritik: „It Follows“ (2014)

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IT FOLLOWS

Story

 
 
 
Es sind die 80er, es ist Detroit und die junge, attraktive Jay (Maika Monroe) ist verliebt. Während einer Verabredung mit der rebellischen Flamme ist es schließlich soweit: der taffe Teenager verliert seine Jungfräulichkeit. Was jedoch danach folgt ist nicht sonderlich romantisch. Der Liebhaber betäubt die Filmheldin und verschleppt sie in eine heruntergekommene Lagerhalle. Dort fesselt er sein Opfer an einen Stuhl und sagt ihm ein schreckliches Schicksal voraus. Das Mädchen wurde durch das Schäferstündchen mit einem mysteriösen Fluch belegt. Fortan muss Jay mit offenen Augen durchs Leben gehen, um nicht vom Bösen in die ewigen Jagdgründe befördert zu werden.

 
 
 


 
 
 

IT FOLLOWS – Kritik

 
 
 
Seit seiner Premiere auf dem Filmfestival in Cannes ist der amerikanische Horrorfilm IT FOLLOWS gut herum- und angekommen. Unter anderem lief er auf dem Fantasy Filmfests 2014 und wurde dort von Horrorfans und Kritikern mit großartigen Kritiken bedacht. Zu Recht, denn der Film von David Robert Mitchell verpasst dem ermüdeten Horrorgenre einen überfälligen Schuss Adrenalin und Originalität. Die Gefahr im Film ist eine, die man so bislang nicht gesehen hat. Wie der Titel verrät, wird Filmheldin Jay fortan verfolgt. Nicht von einem geisteskranken Axtmörder, einem Rudel wilder Hunde oder einem besessenen Ex-Freund. Stattdessen ist die Bedrohung, die nur von Jay selbst wahrgenommen werden kann, allgegenwärtig, unermüdlich und nicht mit herkömmlichen Waffen zu bekämpfen. Dies nutzt Mitchell, um IT FOLLOWS mit einer fesselnden Grundspannung auszustatten, die sich durch den gesamten Film zieht.
 
 
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Eine derartige Grundspannung, die kontinuierlich aufrecht gehalten und gesteigert wird, ist alles, was ein Horrorfilm benötigt, um das Publikum im Kinosessel halten zu können. Es braucht keine brutalen Exzesse oder gewalttätige Tötungsszenen, um ihn funktionieren zu lassen. Unterstrichen wird die angespannte Stimmung des Films von blassen Bildern und einem ungeheuerlichen Synthie-Soundtrack (JOHN CARPENTER lässt grüßen), der an viele Horrorstreifen aus den 1980en erinnert. Der fügt sich perfekt in das Setting eines außergewöhnlichen Gruseltrips ein, den man als aufgeschlossener Filmfan unbedingt gesehen haben sollte.
 
 
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IT FOLLOWS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
IT FOLLOWS ist eine Perle in einem Genre, das sich mehr und mehr durchs Zeigen von Blut und Gewalt identifiziert. Der Film bringt klassische Spannung ins Gruselkino zurück, die man schon Jahre nicht mehr in dieser Form auf der großen Leinwand erlebt hat. Zusammen mit seiner stilsicheren Umsetzung ist mit IT FOLLOWS einer der erfrischendsten Horrorfilme der letzten Jahre entstanden, der vor allem jenen Zuschauern zusagen dürfte, die von Schauerware einen gewissen Anspruch erwarten. Kultkandidat!
 
 
 


 
 
 

IT FOLLOWS – Zensur

 
 
 
In Deutschland wurde „It Follows“ ungeschnitten ab 12 Jahren freigegeben. Das weitgehende Fehlen von brutalen Szenen ist dieser Freigabe angemessen. Aufgrund der Bonusmaterialien wurde die Heimkinoveröffentlichung jedoch mit einer FSK16 versehen.
 
 
 


 
 
 

IT FOLLOWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: It Follows; USA 2014

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar von Filmkritiker Scott Weinberg, Interview mit Soundtrack-Komponist Disasterpeace, Trailer

Release-Termin: 21.11.2015

 

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IT FOLLOWS – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei WELTKINO

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
The Entity (1982)
 
Schocker (1989)
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)