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Beiträge mit Schlagwort “Found-Footage-Film

Filmkritik: „The Blackout Experiments“ (2016)

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THE BLACKOUT EXPERIMENTS

Story

 
 
 
Einige Filmemacher wollen zusammen mit freiwilligen Probanten das Mysterium über die Lust an der extremen Angst ergründen. Sie buchen den sogenannten BLACKOUT – eine schaurige Dienstleistung, die ein amerikanisches (wirklich existierendes Unternehmen) im Internet anbietet.
 
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Kritik

 
 
 
Woher kommt eigentlich die Vorliebe für Horrorfilme und warum gibt es immer mehr Filmfans, die eine regelrechte Sucht nach Mord, Angst und Grusel im Film entwickeln? Befragt man Psychologen, wird oft von Angstlust gesprochen. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Furcht und Wonne, die an eine Rückkehr zur Sicherheit gekoppelt ist. Dabei verlassen die Zuschauer nur in Gedanken die sichere reale Welt und setzen sich bewusst mit der Lust an virtuellen Gefahren aus, weil stets eine Rückkehr ins sichere Wohnzimmer möglich ist, wenn man den Fernsehapparat abschaltet. Leider scheint die Gier nach dem Nervenkitzel in Zeiten von Internet und Co. immer absurdere Dimensionen zu erreichen. So reicht Vielen das Grauen aus dem heimischen TV-Gerät nicht mehr aus, um die eigenen Grenzen erkunden zu können. Die suchen nach Extremen, um den ultimativen Kick zu erhalten. Für all jene gibt es ein Unternehmen, das sich auf sogenannte „Blackouts“ spezialisiert hat. Hierbei handelt es sich um Grenzerfahrungen, die mit Terror, Angst und Schikane bewirkt werden – insofern man dafür nötiges Kleingeld zahlt.
 
 
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Wenn Achter- und Geisterbahnen nicht mehr genügend Adrenalin ausschütten, müssen halt perfidere Methoden her, um den Puls rasen zu lassen. So existiert im amerikanischen Untergrund ein Unternehmen, das mit sogenannten „Blackouts“ Kohle macht. Auf der hauseigenen Webseite bucht man 30-minütige Quäl-Sessions, um zu einem vereinbarten Termin mit vorher besprochenen Ängsten konfrontiert zu werden. Mit dieser neuen, zweifelhaften Art der Perversion beschäftigt sich die Dokumentation THE BLACKOUT EXPERIMENTS, in der Probanten freiwillig Geld zahlen, um sich von Unbekannten zu Tode ängstigen zu lassen. So folgt diese unheimliche Doku einigen Teilnehmern mit der Kamera und versucht zu beantworten, warum sich Menschen dieser extremen Lust an der Angst aussetzen. Dabei werden die Probanten von den Filmemachern interviewt und heimlich bei der Teilnahme an Blackouts gefilmt. Zimperlich geht es da keinesfalls vonstatten, wie hektisch eingefangene Bilder von Überwachungskameras zeigen. Darauf ist zu sehen, wie unmenschliche Dinge angetan werden. Vom Blockieren der Atemwege bis hin zu Schikanen oder Waterboarding werden die Freiwilligen psychischem Terror ausgesetzt, der irgendwann nicht mehr auszuhalten ist. Manche Menschen haben schon absurde Leidenschaften.
 
 
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Echt oder fiktiv? Aufgrund der realistischen Aufmachung kommt schnell die Frage auf, ob das Gezeigte wirklich authentisch ist. Dem ist nur bedingt so. Auch wenn THE BLACKOUT EXPERIMENTS aussieht wie eine Dokumentation mit Hintergrund, nutzt der Film die gleichen Mechanismen, wie einst schon der Found-Footage-Hit THE BLAIR WITCH PROJEKT von 1999. Das bedeutet, dass besagtes Unternehmem tatsächlich existiert. Dennoch handelt es sich bei allen Menschen vor der Kamera um Schauspieler. Zudem wurden Handlungsverläufe oder Interviews zuvor in einem Drehbuch niedergeschrieben. Ein gewisser Realismus lässt sich aufgrund der glaubhaften Darstellerleistungen trotzdem nicht abstreiten, was vor allem zusätzlich durch den akribisch eingehaltenen Dokumentationsstil verstärkt wird. Der orientiert sich in seiner Machart an die reißerisch aufbereiteten Real-Life-Dokus aus Amerika, wo weniger der Inhalt zählt, als mehr der Unterhaltungsfaktor. Leider erreicht der Streifen trotz Doku-Charakter zu keiner Zeit die beunruhigende Wirkung der genannten Blair-Witch-Mockumentary. THE BLACKOUT EXPERIMENTS macht nämlich einen Fehler. Der Streifen verspricht im Trailer zu viel und hält nicht einmal annähernd, was reißerische Sprüche dort angedeutet haben. So enttäuscht was sich letztendlich auf der Mattscheibe abgespielt. Von groß angekündigter Schaufreudigkeit oder gar expliziter Quälerei ist kaum etwas zu sehen. Das dürfte vor allem Voyeure abschrecken, die sich hier mal wieder möglichst kompromisslose Filmgewalt erhofft haben. Die wenigen Erniedrigungen werden nur angerissen und der Zuschauer darf stets nur einen kurzen Blick erhaschen, bevor mit dem nächsten Interview fortgesetzt wird. Weil sich die Abläufe ständig wiederholen, stellt sich rasch Langeweile ein. Hinzukommt, dass hier eher einseitig berichtet wird. In diesem fiktiven Dokumentarfilm kommen weder Psychologen noch Experten zu Wort, um die Gier nach Angst wissenschaftlich zu beleuchten. Stattdessen werden Probanten immer wieder in die Höhle des Löwen geschickt, bis sie es nicht mehr aushalten. Anschließend werden sie nach ihren Eindrücken befragt und schildern, welche seelischen Spuren die Demütigungen hinterlassen haben. Wegen den ständig gleichen Abläufen und dem mangelnden Informationsgehalt dürften da schnell die Augen schwer werden. Demnach sollte man THE BLACKOUT EXPERIMENTS eher unter Horror verbuchen. Von ernstzunehmender Auseinandersetzung mit dem Thema Angst ist dieser Found-Footage-Streifen weit entfernt. Dazu riecht der Streifen zu sehr nach subtiler Werbung für ein Unternehmen, das mit zweifelhaften Methoden Geld verdienen möchte.
 
 
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THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfallsreicher und beunruhigender Angstmacher im Dokumentarstil mit raffiniertem Sound-Design und interessanter Thematik. Angst spielt in THE BLACKOUT EXPERIMENTS eine tragende Rolle, weil sich die fiktive Dokumentation mit der Gier nach Angst in seiner Extremform beschäftigt. Warum setzen sich Menschen freiwillig der Angst im Film aus? Und warum zahlen Menschen Geld dafür, um sich von Fremden zu Tode ängstigen zu lassen? Sonderlich aufschlussreiche Antworten erspart sich THE BLACKOUT EXPERIMENTS, was ihn relativ oberflächlich erscheinen lässt und ihn dann doch mehr in die Horrorschublade presst. THE BLACKOUT EXPERIMENTS will eher reißerisch unterhalten, statt wissenschaftlich zu untersuchen. Das macht ihn trotz der interessanten Ansätze irgendwie austauschbar. In Interviews erklärte Regisseur RICH FOX, wie ihm die Idee zum Film kam. Bei Recherchen über das Thema Angst stieß er auf einen Artikel über sogenannte „Extreme Haunts“, der seine Aufmerksamkeit erregte. So gibt es neben den beliebten Horror-Häusern in Amerika weitaus perfidere Dienstleistungen für die man Geld zahlt, um das Fürchten gelehrt zu bekommen. Einer dieser Extremformen bietet die Seite theblackoutexperience.com an. Dort werden sogenannte „Blackouts“ als ultimatives Horror-Erlebnis beworben. Man zahlt Geld dafür, um anschließend knapp 30 Minuten irgendwo in Los Angeles oder New York mit seinen schlimmsten Ängsten konfrontiert zu werden. Wird’s den Teilnehmern dann zu viel, haben die die Möglichkeit das teils rabiate Vorgehen mit einem vorher abgesprochenen Codewort zu beenden. Ins Leben gerufen wurde der fragwürdige Blödsinn von Josh Randall and Kristjan Thor, die sich mit dieser neuen Dimension der Angst ein goldenes Näschen verdient haben. Sachen gibt’s, die will man eigentlich gar nicht wissen.
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in THE BLACKOUT EXPERIMENTS nicht zu sehen. Hier werden in wenigen Einstellungen Menschen angeschrieen und schikaniert. Sollte der Film nach Deutschland finden, gibt es wohl eine FSK16 für diese Found-Footage-Dokumentation.
 
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Vatican Tapes (2015)

The Atticus Institute (2015)

Apollo 18 (2011)

Trollhunter (2010)

Mann beißt Hund (1992)

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Filmkritik: „Demonic“ (2015)

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DEMONIC

(HOUSE OF HORROR)

Story

 
 
 
Sechs Studenten (darunter SCOTT MECHLOWICZ aus UNDOCUMENTED) wollen in einem leerstehenden Haus mit Geistern Kontakt aufnehmen und lenken die Aufmerksamkeit einer bösen Macht auf sich, die nicht zu Scherzen aufgelegt ist..
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
 
JAMES WAN lässt mal wieder gruseln. Seit der Regisseur dem todgeweihten Geister-Genre mit INSIDIOUS und THE CONJURING neues Leben einverleibt hat, birgt der Name Wan für Qualität und wohldosierte Gänsehautschauer im Horror-Kino. Dass sich der Australier vor Aufträgen kaum noch retten kann, ist nach den Erfolgen genannter Horrortitel nicht verwunderlich. Umso logischer die Konsequenz mit seinem bekannten Namen zusätzlich Kasse zu machen. Seit dem Folter-Hit SAW produziert Wan nämlich auch Horrorfilme und fungierte neben ANNABELLE auch als Geldgeber für den vorliegenden DEMONIC der – wie hätte es auch anders sein sollen – ebenso im Geister-Genre beheimatet ist. Leider sollte man dieses cineastische Schauerwerk mit Vorsicht genießen, denn mittlerweile ist nicht mehr jeder Film auch gleichzeitig sehenswert, der mit WAN auf dem Cover wirbt oder von ihm produziert wird.
 
 
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Willkommen zur Light-Version von THE CONJURING. Zumindest versucht Regisseur WILL CANON in die großen Fußstapfen seines Produzenten zu treten, ohne jedoch nur ansatzweise dessen Sinn für atmosphärische Dichte zu erreichen. Für DEMONIC versucht Canon Geistergrusel, Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker und Verhör-Thriller miteinander zu kombinieren. Zwar ist das technisch gut gelöst (mit Wan im Hintergrund hätte man auch nichts anderes erwartet); dem Film mangelt es jedoch an neuen Ideen, um aus der Masse hervorzustechen zu können. Was hier geboten wird strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum, auch wenn DEMONIC zweifelsohne die visuelle Handschrift Wans ziert.
 
 
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Es sind mal wieder neugierige Studenten, die in ein leerstehendes Haus in Louisiana einsteigen, um paranormale Ereignisse zu untersuchen. Vor 25 Jahren starben hier fünf Menschen auf grausame und rätselhafte Weise nachdem sie Kontakt mit der Welt der Toten aufgenommen hatten. Ein tragischer Vorfall, den die jungen Geisterjäger mit neumodischer Technik untersuchen wollen. Das Haus wird mit Kameras gepickt und eine Seance soll anwesende Geister zum Plaudern anregen. Doch alles kommt anders. Eine böse Macht schlüpft in einen der Freunde und befördert die unwillkommenen Gäste ins Jenseits. Stunden später entdeckt die Polizei das Blutbad und findet auf der Suche nach Anhaltspunkte einen Überlebenden (DUSTIN MILLIGAN aus SHARK NIGHT 3D). Der wird in die Obhut von Polizeipsychologin Dr. Elizabeth Klein (MARIA BELLO aus A HISTORY OF VIOLENCE) gegeben und soll berichten, was sich Schreckliches im Haus zugetragen hat.
 
 
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Eigentlich sollte der französische Terror-Macher XAVIER GENS (FRONTIER(S) und THE DEVIDE) die Regie übernehmen. Der verlies die Produktion aber noch in der Planungsphase – vermutlich weil ihm das Drehbuch zu trivial gewesen ist. Gut für den bis dato noch unbekannten Canon, der mit HOUSE OF HORROR (so der anfängliche Arbeitstitel von DEMONIC) den großen Durchbruch witterte. Dass DEMONIC eigentlich bereits 2014 in die amerikanischen Kinos kommen sollte und dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, dürfte erfahrene Zuschauer aufschrecken lassen, schließlich bedeuten verschobene Filmstarts in den meisten Fällen nichts Gutes. Und in der Tat, DEMONIC ist weniger dämonisch als der Titel reißerisch verspricht. Regisseur WILL CANON hakt die Geschehnisse lustlos nach dem für Geister- und Spukfilme bekannten Schreckkatalog ab und macht sich damit keine Freunde. Lang braucht DEMONIC bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Fast eine Stunde vergeudet der Film mit langen Verhören und tempofreien Rückblenden, in denen das rekonstruiert wird, was sich Stunden zuvor zugetragen hat. Sonderlich aufregend ist das nicht, denn neben plötzlich vorbeihuschenden Schatten und laut zuschlagenden Türen darf selbstverständlich auch eine missglückte Kontaktaufnahme mit dem Jenseits nicht fehlen, die immerhin einer unerwarteten Filmwendung den Weg ebnet.
 
 
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Vorhersehbarer Klischeebrei mit Found-Footage verfeinert: Zwar wird DEMONIC aus der gewohnten Filmsicht erzählt; hin und wieder werden aber gefundenen Aufzeichnungen aus den Videokameras der ermordeten Studenten in die Handlung eingebaut, die von der Polizei am Tatort gefunden wurden. Wie in den meisten Found-Footage-Filmen gerät die ruhige Kameraführung in diesen Momenten sprichwörtlich aus dem Ruder, so dass sich vor Wackelei oft gar nichts erkennen lässt, was den Geisterjägern vor die Linse saust. Gott sei Dank kommt das kontroverse Stilmittel nur sehr selten zum Einsatz, so dass sich Gegner dieser Gattung Kino beruhigt in ihren Filmsessel lehnen und von den wenigen Schockmomenten erschrecken lassen können. Letztendlich klärt ein Film wie DEMONIC auf, dass zwei Arten Horrorfilme in der Schmiede des erfolgreichen JAMES WAN entstehen: die, die der Angstmacher selbst dreht und jene, die der Regisseur nur produziert. Bei Letzteren scheint wohl weniger Herzblut investiert zu werden. Untersucht man nämlich die ausschließlich von Wan produzierten Filme genauer fällt auf, dass für diese Horrorstreifen das recycelt wurde, was in Wans selbstgedrehten Streifen zu recht keinen Platz gefunden hat. Daher sollte man für die Sichtung von DEMONIC die Erwartungen weit herabschrauben, denn sonderlich gelungen ist dieser geistlose Spukquatsch nämlich nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsterer und wendungsreicher Dämonen-Thriller aus der Angstschmiede von JAMES WAN. DEMONIC ist ein weiterer, beliebiger Geisterfilm der Sorte „schon tausendmal gesehen“. Hier wird versucht mit dem immer noch sehr lukrativen Spuk- und Geistertrend zügig Kasse zu machen. Dass da mit THE COUNJURING und INSIDIOUS-Macher JAMES WAN auf dem Cover geworben wird, ist einfältiges Marketinggequassel, das im Falle von DEMONIC auch dringend benötigt wird, damit sich der Film überhaupt verkaufen lässt. Auch wenn Wan selbst als Geldgeber fungiert hat; qualitativ schwimmt der übernatürliche Mix aus Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker, Geisterfilm und Verhör-Thriller auf einer ganz anderen Welle. Gute und neue Ideen sind hier Mangelware. Erfahrene Zuschauer dürften sich demnach schnell gelangweilt fühlen, weil man die meisten der Schlüsselszenen bereits in weitaus besseren Spukstreifen zu sehen bekommen hat. Dass sich bei der immerhin visuell soliden Aneinanderreihung austauschbarer Geisterklischees Langeweile breit macht, dürfte verständlich sein. DEMONIC vergeudet zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten. Nach sechzig ereignislosen Minuten kommt der Film endlich auf den Punkt. Viel Zeit für ausufernden Spuk bleibt jedoch nicht, denn kaum mit dem Erschrecken begonnen, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Immerhin überzeugt ein überraschender Twist. Weil aber unerwartende Wendungen im Horrorfilm mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, reißt der Aha-Moment in DEMONIC leider auch nicht vom Hocker. DEMONIC ist handwerklich solider Spuk ohne nennenswerte Höhepunkte. Ein Film zum Einlegen, Ansehen und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
DEMONIC ist ein eher harmloser Vertreter des Geister-Genres. Bis auf einen Selbstmord durch erhängen werden die meisten Grausamkeiten nur angedeutet oder im Off zelebriert. Demzufolge hat der Film von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahre erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Blu-ray-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Großbritannien | USA 2015

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.11.2015 (KeepCase und Steelbook)

 

Demonic – Haus des Horrors [Blu-ray | KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DEMONIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM GMBH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hill (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Dark Summer (2015)
 
The Midnight Game (2013)
 


Kritik: „The Operator – Eine Marble Hornets Story“ (2015)

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THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY

(ALWAYS WATCHING: A MARBLE HORNETS STORY)

Story

 
 
 
Einige sensationshungrige Reporter entdecken bei Dreharbeiten in einem Keller merkwürdige Videobänder einer spurlos verschwundenen Familie, auf denen eine dürre Kreatur im Anzug ihr Unwesen treibt. Das Filmteam wittert eine packende Story und forscht nach.
 
 
 


 
 
 

THE OPERATOR – Kritik

 
 
 
Was lehrt uns das Horror-Genre immer wieder? Dass man besser nicht die Nase in fremde Angelegenheiten steckt, denn Neugierde wird oft in dieser Art von Filmen mit einem schrecklichen Ableben bestraft. Manchmal ist es besser, wenn man nicht im Leben fremder Menschen herumschnüffelt, denn gerade im Horrorkino ist das Böse begierigen Hobbydetektiven meist stets einen Schritt voraus – eine Weisheit, die den Freunden in THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY (Originaltitel: ALWAYS WATCHING – A MARBLE HORNETS STORY) womöglich das Leben gerettet hätte. Die drei Sensationsreporter gehören zu einem regionalen Nachrichtenteam und sind stets auf der Jagd nach möglichst reißerischen Titelgeschichten, um das Interesse der Zuschauer für sich gewinnen zu können. Während den Dreharbeiten zu einer Reportage über Zwangsvollstreckungen entdeckt man bei Streifzügen durch ein verlassenes Haus eine Kiste Videobänder im Keller. Auf denen beobachten die Freunde mysteriöse Dinge. Eine gesichtslose Gestalt im schwarzen Anzug scheint sich an die Fersen jener Familie geheftet zu haben, die bisher im Haus gewohnt hat. Schnell kommt man zu dem Schluss, dass die ehemaligen Eigentümer nicht von der Bank vertrieben wurden, sondern aus Angst vor einer unheimlichen Kreatur freiwillig das Weite gesucht haben. Was folgt, wird für das Reporter-Team kein gutes Ende nehmen. Sie wittern eine Topstory und versuchen das Geheimnis der Videobänder zu entschlüsseln, nichtsahnend, dass sie bald selbst ins Visier des „Operators“ geraten, der den Freunden die letzten Stunden ihres noch jungen Lebens zur Hölle machen wird.
 
 
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Sie sind wieder da: verwackelte Filmaufnahmen, die aus der Ego-Perspektive Horrorgeschichten erzählen. Was täte die Menschheit nur ohne die fiesen Schüttelorgien, die Zuschauer seit BLAIR WITCH PROJECT und PARANORML ACTIVITY regelmäßig zur Verzweiflung treiben? Vermutlich würden Hersteller von Kopfschmerzmedikamenten dann weitaus weniger Umsätze erzielen. Jegliche Kritik über die nicht enden wollende Flut an Found-Footage-Streifen scheint vergebens zu sein, denn die schwindelerregenden Filmdokumente werden wohl auch in den kommenden Jahren nicht von der Bildfläche verschwinden und weiterhin polarisieren. THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY ist waschechter Found-Footage, wie es im Buche steht und basiert auf der bekannten Webserie MARBLE HORNETS. Das Fanprojekt erfreute sich zwischen 2009 und 2014 im Netz großer Beliebtheit und machte sich dem Internet-Mythos des Slender Mans zu eigen. Weil sich um die Web-Reihe über Jahre eine internationale Fangemeinde gebildet hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Konzept der Serie ausgeschlachtet und irgendwie gewinnbringend auf die Leinwand gebracht werden musste.
 
 
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Zugegeben, die Macher der Kinoversion wissen wie sie Found-Footage-Fans zufriedenstellen müssen, denn THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY ist weitaus besser, als der schlechte Ruf jener Gattung Filme. Im Unterschied zur erfolgreichen Internetvorlage geht es in der Spielfilmumsetzung wesentlich flotter zugange, so dass kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. In einer Art Detektivspiel werden die neugierigen Protagonisten von einer Station zur nächsten getrieben und finden Anhaltspunkte, um das mysteriöse Verschwinden der eigentlichen Videotape-Eigentümer rekonstruieren zu können. Verfolgt werden sie dabei von einer gesichtlosen Kreatur im Anzug, die nur auf Videomaterial oder durch die Kamera selbst gesehen werden kann und selbstverständlich nichts Gutes im Schilde führt. Was in THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY passiert ist letztendlich nicht sonderlich originell. Zu sehen gibt es die fürs Genre bekannten, stets trivialen Schreckmomente (Stichwort: Filmhund!), die trotz Vorhersehbarkeit dennoch zusammenschrecken lassen. Zudem fehlen ebenso wenig Ton- und Bildausfälle, die immer dann auftreten, wenn das Böse mit seinen Opfern abrechnen möchte.
 
 
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Was den Film aber trotzdem über weite Strecken interessant macht, ist der zugrundeliegende Mythos des beängstigenden Slender Mans – ein fiktives Wesen, geschaffen in der modernen Internetkultur, das dank kreativer Nutzer durch Fotos, Videos, Computerspielen und dem Web selbst zu beachtlicher Popularität gekommen ist. Im Film wird die Kreatur schlicht als „Operator“ betitelt. Glücklicherweise wird über deren Herkunft kaum ein Wort verloren, so dass sich immer noch genügend Grauen im Kopf des Zuschauers entwickeln darf, damit dieser Gänsehaut bekommt. Vermutlich dürfte das Kopfkino aber nicht lang Bestand haben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass finanziell lukrative Horrorfilme in Serie gehen und ihrer Illusionen beraubt werden müssen. Da THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY genug Potenzial und Substanz für weitere Fortsetzungen besitzt, dürfte es nicht verwundern, wenn auch dieses Franchise so lang gemolken wird, bis es keiner mehr sehen möchte.
 
 
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THE OPERATOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gänsehaut verursachender Angstmacher: THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY (OT: ALWAYS WATCHING – A MARBLE HORNETS STORY) ist über weite Strecken wirklich gruselig und macht jene Filmfans hellhörig, die sich immer noch nicht an Found-Footage-Streifen sattgesehen haben. Zugegeben, viel Neues gibt es hier nicht zu sehen. Dafür orientiert sich der auf der berüchtigten Webserie MARBLE HORNETS basierende Horrorbeitrag zu sehr am Einmaleins für Wackelfilme aus der Egoperspektive. Interessant macht den Film aber das eigensinnige Filmmonster, über das nicht viele Worte verschwendet wird. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass fehlende Erklärungen meist das Kopfkino des Publikums beansprucht. Das ist auch in THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY der Fall und wirkt weitaus verstörender, als den Film bis ins Detail zu analysieren und zu erklären, damit der Filmfan ruhig schlafen kann. Kurzum: dieser Streifen gehört zu den besseren Vertretern der Schüttelschocker.
 
 
 


 
 
 

THE OPERATOR – Zensur

 
 
 
Splatter und Gore ist hier Mangelware. Ein Held erhängt sich selbst und wandelt später als lebender Toter durch den Film. Ein anderer Protagonist wird mit einem Gewehr erschlagen. Da in THE OPERATOR – EINE MARBLE HORNETS STORY kaum Gewalt gezeigt wird, hat der Streifen hierzulande auch eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE OPERATOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM PICTURES | SQUAREONE

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Always Watching: A Marble Hornets Story; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 11.12.2015

 

The Operator – Eine Marble Hornets Story [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE OPERATOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken liegen bei UNIVERSUM PICTURES und SQUAREONE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Marble Hornets (2009 – 2014)
 
The Slender Man (2013)
 
Smiley (2013)
 
The Den (2014)
 


Filmkritik: „Nightlight“ (2015)

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NIGHTLIGHT

Story

 
 
 
Fünf Kids spielen in einem geheimnisvollen Wald ein dummes Taschenlampenspiel und erzählen sich gruselige Geistergeschichten, ums sich gegenseitig Angst einzujagen. Dass um den Ort unheimliche Legenden ranken stört die Teenager nicht. Alles läuft nach Plan, bis die Mutprobe außer Kontrolle gerät und die Freunde um ihr Leben fürchten müssen …
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Kritik

 
 
 
Es ist wieder Zeit für einen Verriss und wer regelmäßig bei FILMCHECKER vorbeischaut, dürfte vermutlich schon ahnen zu welcher Sorte Film der hier besprochene NIGHTLIGHT gehört. Found-Footage heißt die Filmplage, die sich seit den Erfolgen von BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY wie ein Parasit durch die Horrorlandschaft frisst. Ende der 90er wurde das polarisierende Subgenre Dank innovativer Ideen aus der Versenkung geborgen – mittlerweile hat die Geldgeilheit Dollar-fixierter Produzenten dazu beigetragen, dass Found-Footage kaum noch zu ertragen ist. Keine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein weiterer dieser immer wieder gleich gestrickten Filme in die Läden gebracht wird, die mit schlecht ausgeleuchteten Bildern und unerträglichem Kameragewackel Zuschauern den Nerv rauben wollen. NIGHTLIGHT macht da keine Ausnahme. Die Regisseure SCOTT BECK und BRYAN WOODS stecken hinter diesem cineastischen Fiasko, für das sie hoffentlich in der Hölle schmoren werden, schließlich verläuft ihr konfuser NIGHTLIGHT nach dem bekannten Aufbau üblicher für Found-Footage-Ware und lässt erwartungsgemäß Originalität missen. LIONSGATE hat sich in den Staaten die Rechte an der Vermarktung des Rohrkrepierers gesichert und scheint mal wieder kein gutes Händchen bei der Filmauswahl gehabt zu haben. Überhaupt holt das einst für sehenswerte Schocker berüchtigte Medienunternehmen kaum noch gute Horrorstreifen ins Programm. Bis auf JESSABELLE und EXISTS (auch eines dieser Wackelcam-Movies) waren in den letzten Monaten keinen nennenswerten Grusler am Start, die es hätten verdient gesehen zu werden.
 
 
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Fünf nervige Kids stehen diesmal auf der Todesliste. Die verschlägt es in ein abgelegenes Waldgebiet, über das viele gruselige Legenden ranken. Vor einigen Wochen hat sich hier ein Mitschüler das Leben genommen. Für die Freunde ein Grund mehr das unheimliche Areal bei Nacht mit Taschenlampen genauer unter die Lupe zu nehmen. Leider wird schnell klar, dass die nächtliche Erkundungstour mit den mitgebrachten Taschenlampen keine so gute Idee gewesen ist. Aus der harmlosen Mutprobe entwickelt sich ein furchterregender Kampf ums Überleben, der für die Teenager erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen wird. Eine verbitterte Gestalt hat sich an die Fersen der Kids geheftet und will jetzt mit den Freunden ein grausames Spiel spielen, das leider nur einen Sieger kennt: den Tod.
 
 
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Willkommen in der Welt paranormaler Ereignisse und Epilepsie verursachendem Kamerageschüttels, für das die meisten Zuschauer nach gefühlt tausend ähnlicher Filme nur noch ein lauthalses Gähnen übrig haben. Nach einer Welle an mal mehr aber oft weniger gelungenen Found-Footage-Produktionen scheint für viele Liebhaber des phantastischen Films das Maß gestrichen voll zu sein. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach am Beispiel NIGHTLIGHT erkennen. Der in der Egoansicht gedreht Schauertrip vereint nämlich all jene Regeln gängiger Wackelkamera-Heuler, die dem Zuschauer allmählich die Lust am Schauen von Horrorfilmen nehmen. Hier wird die gesamte Laufzeit planlos durch Wald und Wiesen gehetzt, gekreischt, gewimmert und um Vergebung gebettelt. Dabei wäre die rettende Lösung doch so einfach gewesen. Rückzug lautet das Zauberwort, das den einfältigen Protagonisten hätte den Hintern retten können. Stattdessen bekommen es die Kids mit der Angst zu tun und flüchten vor einer übernatürlichen Bedrohung immer tiefer in den Wald hinein, um in einer nicht sonderlich einladenden Kirche Zuflucht zu suchen. In NIGHTLIGHT ist alles wie gehabt. Ob plötzlich vor der Kamera auftauchende Kreaturen, ausufernde Schüttelattacken oder plötzlich eintretende Bildausfälle; kaum eine Idee ist neu, außer vielleicht die, dass die Geschehnisse diesmal aus der Sicht einer Taschenlampe erzählt werden. Die purzelt ins Wasser, rammt gegen Steine und fällt Klippen hinunter – freilich ohne dabei zu zerspringen. Mit Logik tut sich NIGHTLIGHT schwer. Aber auch ein Spannungsbogen lässt sich nicht finden. Der wird von den sinnfreien Interaktionen der unsympathischen Filmfiguren im Keim erstickt, die sich teils so unfreiwillig komisch verhalten, dass man ihnen einen möglichst schnellen Tod wünscht. NIGHTLIGHT wurde für ein jugendliches Kinopublikum konzipiert, das sich mit dem Nötigen zufrieden gibt und kaum Horrorweitblick besitzt. Demzufolge sollten alteingesessene Horrorfans lieber Abstand halten, ist doch jede Filmsekunde in NIGHTLIGHT vergeudete Lebenszeit.
 
 
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NIGHTLIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach Filmen wie NIGHTLIGHT weiß man: Found-Footage hat die besten Zeiten längst hinter sich gelassen. Abermals gibt es einen überraschungsarmen Streifen in Egoansicht und Wackeleffekten zu sehen, der in seiner Machart so ausgelutscht ist, wie das Subgenre selbst. Neue Ideen sind hier Mangelware, denn NIGHTLIGHT setzt sich aus all jenen Klischees zusammen, die das Found-Footage-Genre so berüchtigt gemacht haben. Dazu gehört natürlich konfuses Kameragewackel genauso, wie eine nicht enden wollende Hetzjagd durch Wald und Gestrüpp bei der minutenlang Waldboden gefilmt werden muss. Das ist keineswegs spannend, auch wenn die Macher SCOTT BECK und BRYAN WOODS leidlich darum bemüht sind ihre Schlaftablette um reißerische Schreckeffekte zu bereichern. Wer sich 80-minütigen Irrlauf sparen und dennoch mitreden möchte, sollte sich den Trailer anschauen. Die besten Szenen bekommt man dort im Schnelldurchlauf zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Zensur

 
 
 
Eine Glasscherbe wird in einen Hals gerammt und einige Kids sausen die Klippen eines Felsens herab. Außerdem knirschen ein paar Knochen im Off. Mehr an Gewalt gibt es nicht zu sehen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Halloween (2013)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 
Grave Encounter 2 (2012)
 


Filmkritik: „The Atticus Institute“ (2015)

The-Atticus-Institute-2015
 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – TEUFLISCHE EXPERIMENTE

Story

 
 
 
„…Auf dieser Welt gibt es Dinge, die wir nicht erklären können und Judith Winstead ist eines dieser Dinge …“

Parapsychologen untersuchen die telekinetischen Fähigkeiten von Testobjekt Judith Winstead und entdecken, dass im Körper der Frau das Böse schlummert.

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Kritik

 
 
 
Dass mit Dämonen und Geistern nicht gut Kirschen essen ist und es im Horrorfilm immer wieder übermütige Protagonisten geben muss, die das Böse unnötig herausfordern, scheint eine der vielen Absurditäten im Genre zu sein, die sich in nahezu jedem Film dieser Art wiederholen. Seit jeher ist der Mensch vom Unerklärlichen fasziniert, was auch der Grund dafür sein dürfte, weshalb paranormal angehauchte Gruselwerke so viel Zuspruch erhalten und nicht mehr von der Bildfläche verschwinden wollen. Paranormales geht immer. Ob als Komödie, Drama oder im längst totgefilmten Found-Footage-Stil; seit PARANORMAL ACTIVITY im Kino zum Renner wurde, haben Filme mit unerklärlichen Phänomenen Hochkonjunktur.
 
 
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Ein weiterer in der Runde dieser Unbehagen verursachenden Mystery-Grusler ist das Schauererlebnis THE ATTICUS INSTITUTE in dem drei Filmzutaten miteinander kombiniert werden, die momentan die Horrorlandschaft dominieren. Regisseur CHRIS SPARLING hat vor einigen Jahren an den Drehbüchern zu BURIED (2010) und ATM (2012) geschrieben und vereint in seiner zweiten Regiearbeit Dämonen- und Exorzismus-Genre mit der Wackelkamera-Methode, damit alles authentischer wirkt. In dem als Dokumentarfilm getarnten Gruseltrip wird die telepathisch veranlagte Judith Winstead (sehr beängstigend verkörpert von RYA KIHLSTEDT) von Wissenschaftlern in einem kleinen Forschungslabor bei Pennsylvania untersucht. Sie kann Dinge mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen und verhält sich im Vergleich zu gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen nicht sonderlich normal. Es sind die späten 70er und die Erforschung paranormaler Ereignisse steckt noch in den Kinderschuhen, so dass es selbst erfahrenen Forschern nicht immer auf Anhieb gelingt Betrüger oder Scharlatane zu entlarven. Die meist abwesend und aggressiv auftretende Frau scheint da jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein. Ihre Präsenz verursacht bei Experten Gänsehaut und in Experimenten bestätigt sich die Vermutung, dass ihre Fähigkeiten nicht menschlicher Natur sein können. Schnell wird das Militär auf die sonderbare Gabe aufmerksam und erweckt im Körper der hilflosen Frau das Böse, das von der Regierung nun gezähmt werden möchte, um es für eigene Belange nutzen zu können.
 
 
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THE ATTICUS INSTITUTE gehört zur Gattung „Mockumentary“, was ein Filmgenre bezeichnet, in dem die Geschehnisse in einen gestellten Dokumentarfilm verpackt werden. Hier bekommt der Zuschauer auf echt getrimmte Interviews mit Angehörigen und Professoren vor die Linse, die von schrecklichen Ereignissen berichten und das grausames Vorgehen des Militärs beschreiben, das in diversen Experimenten versucht, den Willen eines widerspenstigen Dämons zu brechen. Der Hauptteil der Handlung wird jedoch von Hindergrundmaterial, Aktenaufzeichnungen und Archivaufnahmen getragen, in denen unmenschliche Versuche an einer labilen Frau protokolliert werden. Die sollen dazu dienen, um das Böse heraufbeschwören zu können, das sich hartnäckig in Protagonistin Judith Winstead versteckt hält. Lang dauert es jedoch nicht, bis der dämonischen Präsenz der Geduldsfaden reißt. Ganz unerwartet verwandelt sich die anfänglich verwirrte Patientin in eine unkontrollierbare Furie und scheint sichtlich Spaß daran zu haben Zuschauer, Militär und Professoren ausgiebig in Sachen Terror zu unterrichten – Mord und Totschlag inklusive.
 
 
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In Judith schlummert das Grauen, was angesichts des reichlich spektakulär geschnittenen Trailers niemand verwundern dürfte, zeigt der nämlich die besten Szenen am Stück und nimmt dem Zuschauer die Spannung. Demzufolge raten wir von der Sichtung des Trailers ab, der mal wieder viel zu viel verrät und dem Fan solcher Streifen das Filmsehen vermiest. Immerhin bahnt sich der Schrecken langsam seinen Weg durch die finsteren Versuchsräume und garantiert zumindest in den ersten dreißig Minuten wohlig altmodisches Gänsehautfeeling, was vor allem durch die auf alt getrimmten Videobänder verstärkt wird, die immer mal wieder längst vergessene VHS-Zeiten wach werden lassen. Leider kann Schocktherapie-Macher CHRIS SPARLING das hohe Grusel-Niveau der ersten halben Stunde nicht konstant halten, denn nach einem spannenden Einstieg dümpelt der Film lustlos auf der Stelle und quält mit immer haarsträubenderen Experimenten, die nur unnötig das Tempo bremsen. Was folgen wird ist vorhersehbar, denn die Absurdität der im Film gezeigten Ereignisse lässt darauf schließen, dass der jähzornige Dämon letztendlich nur mit einem Exorzismus bekämpft und die Menschheit so gerettet werden kann. Doch die Austreibung fruchtet nur bedingt und gipfelt mal wieder im ach so überraschenden Schlussgag, mit dem sich Horror-Regisseure in letzter Zeit scheinbar gegenseitig selbst übertrumpfen möchten.
 
 
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Dass THE ATTICUS INSTITUTE trotz Found-Footage-Gewand weitestgehend nach Film ausschaut, muss man Regisseur CHRIS SPARLING hoch anrechnen. Die für diese Art von Filmen bekannten und gehassten Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen bleiben aus, so dass THE ATTICUS INSTITUTE auch bei Gegnern von pseudodokumentarischen und auf echt getrimmten Schüttelfilmen Eindruck hinterlassen dürfte. Im Rahmen des Found-Footage-Genres gehört dieser Besessenheits-Spuk zu den besseren Vertretern jener Gattung Filme. Zumal es einige gut platzierte Schreckmomente schaffen, den Puls mutiger Filmfreunde nach oben zu treiben. Zusammen mit den gelungenen Spezialeffekten garantiert THE ATTICUS INSTITUTE auf jeden Fall kurzweilige Mystery-Unterhaltung von der man dennoch nichts Großes erwarten sollte.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Schocktherapie, die den Puls des Zuschauers nach oben treiben wird. In THE ATTICUS INSTITUTE sind dämonische Kräfte am Werk, die dem Mensch mal wieder klar machen wollen, dass man das Tor zur dunklen Seite besser verschlossen halten sollte. Regisseur CHRIS SPARLING kombiniert Exorzismus-, Dämonen- sowie Found-Footage-Genre und macht daraus eine finstere Geschichte im Mockumentary-Stil, die sich am derzeit immer noch beliebten Paranormal-Trend orientiert. Das anfänglich subtile Gruselkino verwandelt sich recht zügig zum schreckintensiven Besessenheits-Thriller, der leider im späteren Verlauf eine ziemlich absurde Metamorphose durchlebt. Immerhin beweist SPARLING ein gutes Gespür für treffende Schockmomente. Trotz Vorhersehbarkeit sitzen die sicher und machen THE ATTICUS INSTITUTE zur Mutprobe unter zartbesaiteten Gemütern. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass man sich gegen nervige Found-Footage-Klischees entschieden hat, die man vermutlich von pseudodokumentarischen Horrorflicks erwartet. THE ATTICUS INSTITUTE schaut mehr nach Film aus, weil man bewusst auf Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen verzichtet hat. Für den als Dokumentation getarnten Mystery-Grusler eine Bereicherung, können so auch Gegner mittlerweile nicht mehr ganz so beliebter Schüttelfilme endlich mal wieder in den Genuss gut getrickster Horrorware kommen.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE ATTICUS INSTITUTE ist typischer Mystery-Horror ohne großes Blutvergießen. Zu sehen gibt es nicht viel Gewalttätiges. Die vermutlich blutigste Szene ist die, in der die Besessene allein mit ihrer Gedankenkraft das Herz eines aufgeschnittenen Frosches zerfetzt. Ansonsten ist der Horror hier hauptsächlich subtiler Natur. THE ATTICUS INSTITUTE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und ist ungeschnitten veröffentlicht worden.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Atticus Institute; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 01.10.2015

 

The Atticus Institute – Teuflische Experimente [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte für die verwendeten Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 
The Vatican Exorcisms (2013)
 
The Bay (2012)
 
The Dinosaur Project (2012)


Filmkritik: „V/H/S: Viral“ (2014)

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V/H/S: VIRAL

Story

 
 
 
Der dritte Teil einer erfolgreichen Kurzgeschichtensammlung. Diesmal handeln die Episoden von einem mysteriösen Eiswagen, gefräßigen Zauberumhängen, Doppelgängern und mordenden Anhängern eines mysteriösen Kultes.

 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Kritik

 
 
 
Manchmal kann es nur von Vorteil sein, wenn man Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilmen nicht am Fließband produziert, sondern sich die nötige Zeit lässt, um gleichbleibende Qualität abliefern zu können. Nicht einmal drei Jahre ist es her, seit mit V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG (2012) ein neues Horror-Franchise ins Leben gerufen wurde mit dem das totgefilmte Found-Footage-Genre einen neuen Aufschwung erleben sollte. Weil der Streifen von Horrorfans gut angenommen wurde und es die Macher äußerst kreativ verstanden mit der unliebsamen Wackeldreingabe umzugehen, musste die obligatorische Fortsetzung her, die unter dem Titel S-VHS genau das auf Zelluloid bannte, was Fans der härteren Filmgattung von guten Horrorfilmen erwarteten. V/H/S 2 wurde ein internationaler Hit, staubte diverse Preise ab und war in allen Belangen sogar besser als der Vorgänger, so dass zügig an einem weiteren Ableger getüftelt werden musste, um die Kuh leer melken zu können. Leider ist V/H/S: VIRAL nicht das geworden, was man nach zwei hervorragenden Vorgängern vermutlich erwartet hätte, denn zu offensichtlich fällt der Zeitdruck ins Gewicht, mit dem sich die Macher konfrontiert gesehen haben müssen. Teil drei ist ein heilloses Durcheinander, wirkt übertrieben hektisch und reichlich gehetzt, so dass Zuschauer mit Hang zur Epilepsie besser drei mal überlegen sollten, ob sie sich der schnell geschnittenen Abfolge wirrer Kamerabilder und Störsignale aussetzen möchten.
 
Abermals zeichnen mehrere Filmschaffende aus der Horrorwelt verantwortlich, um sich der Umsetzung verschiedener Kurzgeschichten zu widmen, die letztendlich zu einem Machwerk verschmelzen. Diesmal haben sich GREGG BISHOP, MARCEL SARMIENTO, AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON sowie der Spanier NACHO VIGALONDO die Freiheit genommen, um ihre ganz eigenen Visionen verwackelter Kameraspielereien auf Film zu bannen. Wie in den meisten Anthologien jedoch üblich, ist es auch hier mal wieder der Fall, dass nicht alle Segmente gleich überzeugen können, denn nach einem fulminanten und effektreichen Einstieg zeichnet sich ein rapider Abwärtstrend ab. Im dritten Ableger der beliebten Filmserie steckt der Wurm, was nicht nur den qualitativen Unterschieden der einzelnen Kurzgeschichten zu schulden ist, sondern auch der unschlüssigen Machart mit der sich die Macher scheinbar irgendwie weg vom eigentlichen Found-Footage-Konzept bewegen wollen. Viel richtiges Found-Footage gibt es demzufolge in V/H/S: VIRAL nicht mehr sehen, weil im ständigen Perspektivenwechsel nicht mehr klar ersichtlich ist, wer hier überhaupt noch was und vor allem wen filmt. Während die Protagonisten das Geschehen in V/H/S und V/H/S 2 noch mit Hand-, Helm- und Handykameras anzufangen wussten, scheint die Kamera diesmal immer mal wieder frei im Raum zu schweben und lässt den Streifen mehr nach Film aussehen.
 
Trotzdem, der künstliche Einsatz altbekannter Störsignale, permanenter Bildausfälle und abrupter Szenenwechsel ist in V/H/S: VIRAL eine einzige Zumutung und hinterlässt vor allem während die Rahmenhandlung einen mehr als ungenießbaren Beigeschmack. Im hyperaktiven Schnittgewitter lässt sich kaum noch erahnen, was da überhaupt auf der Mattscheibe passiert zumal es dem Zuschauer von MARCEL SARMIENTO ohnehin unnötig schwer gemacht wird, den Sinn seiner etwas übereifrigen Rahmenhandlung verstehen zu können. Mit ebenso sinnbefreiter Unterhaltung geht es auch im letzten Segment BONESTORM zugange, in dem einige Skateboarder die Anhänger eines mysteriösen Kults verärgern und sich mit Skateboard und Pistole zu Wehr setzen müssen. Da wird zermatscht und geschlitzt ohne Rücksicht auf Verluste, was vermutlich das Interesse bluthungriger Gorehounds auf den Plan rufen dürfte, die mit dem trivialen Splatter-Reigen von AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON ihren Spaß haben werden. Weitaus mehr Gedanken hat sich da Regisseur GREGG BISHOP gemacht. Mit seinem Beitrag DANTE THE GREAT zeigt er zugleich die beste Geschichte der gesamten Trilogie und berichtet von einem Magier, der mit Hilfe eines geheimnisvollen Umhangs spektakuläre Illusionen zaubert. Leider ist das Zauberwerkzeug nur dann einatzfähig, wenn es regelmäßig Menschenfleisch zu fressen bekommt, was Dante dazu veranlasst für sein Arbeitsutensil über Leichen zu gehen.
 
Auch der Spanier NACHO VIGALONDO hat eine durchaus sehenswerte Kurzgeschichte beigesteuert, die wie auch schon die Zauberer-Episode nicht so recht in das V/H/S-Gesamtkonzept passen will, weil das Found-Footage-Prinzip hier nur sehr reduziert zum Einsatz kommt. VIGALONDO macht es mysteriös und erzählt in seinem zynischen PARALLEL MONSTERS von einem Tor in eine Parallelwelt, das der Hobbywissenschaftler Alfonso versehentlich öffnet. Dort trifft er auf seinen Doppelgänger und schlägt ihm vor die Seiten für 15 Minuten zu tauschen. Da es sich bei V/H/S: VIRAL um eine Horroranthologie handelt, darf davon ausgegangen werden, dass der Tausch zu schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten führen wird – auch wenn sich VIGALONDO mehr auf seinen grandiosen Twist konzentriert, statt blutiges Gemetzel zu zeigen. Letztendlich ist der Abschluss der erfolgreichen V/H/S-Reihe (vermutlich werden ohnehin noch weitere Teile folgen) eine kleine Enttäuschung, weil hier nichts so recht zusammenpassen will und zudem chaotisch aber auch unfertig wirkt. Dass aus anfänglich vier Episoden kurzum nur drei wurden zeigt, unter welchem Zeitdruck die Produktion gestanden haben muss. Filmemacher TODD LINCOLN (APPARATION – DUNKLE ERSCHEINUNG) war nämlich ein weiterer derer, die für den Streifen eine Kurzgeschichten beisteuern sollten. Im Netz kursieren seit Veröffentlichung von V/H/S: VIRAL die verschiedensten Gerüchte, weshalb LINCOLNS Beitrag GORGEOUS VORTEX kurzum aus dem Film gestrichen wurde. Schenkt man dem Produzenten Glauben, konnte die Episode nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Wir vermuten wohl eher, dass sie einfach nur schlecht war und das ungewöhnlich hohe Tempo des Streifens ausgebremst hätte.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasanter und blutreicher Abschluss einer erfolgreichen Horror-Trilogie. Für V/H/S: VIRAL wird ein gesunder Magen vorausgesetzt, weil die Episoden dieser Anthologie mit einer fast schon übertriebenen Hektik über die Bildschirm sausen, dass dem Zuschauer recht schnell schwindelig werden dürfte. Unter dem erheblichen Tempo leidet vor allem die Rahmenhandlung, weil sie derart konfus zusammengeschnitten wurde, dass es schwerfallen dürfte, deren Sinn zu entschlüsseln. Aber auch die übrigen drei Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität, wobei man aber immerhin sagen muss, dass die trickreiche Zauberumhang-Episode zu eine der besten Kurzgeschichten gehört, die die V/H/S-Reihe bisher hervorgebracht hat. Leider wird im dritten Teil der beliebten Wackelkamera-Serie der Schüttel-Gimmick etwas vernachlässigt, so dass die Bezeichnung „Found Footage“ nur bedingt richtig ist. Die meisten der Kurzgeschichten pfeifen auf die bis dato festgelegten Found-Footage-Regeln und die Kamera scheint sich wie von Geisterhand frei im Raum zu bewegen. Wer demzufolge immer Probleme mit der übereifrigen Schüttelei in Found-Footage-Filmen gehabt hat, für den dürfte V/H/S: VIRAL eine Offenbahrung sein. Nichtsdestotrotz ist das Finale der Trilogie nicht der Kracher geworden, den man vermutlich erwartet hätte. Trotz Schallgeschwindigkeit, wirkt der Film unfertig und nicht aus einem Guss. Dass eine Geschichte mit dem Titel GORGEOUS VORTEX vor Erscheinen kurzfristig aus dem Film gestrichen werden musste zeigt, dass die Macher unter einen erheblichen Zeitdruck gestanden haben müssen. Dennoch dürfte V/H/S: VIRAL seine Fans finden und dafür sorgen, dass eine weitere Fortsetzung folgen wird.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Zensur

 
 
 
Anders als im Vorgänger hält sich V/H/S: VIRAL in Sachen Gewalt zurück. Einzig in der letzten Episode, in der sich einige Skateboarder gegen einen Kult zur Wehr setzen müssen, wird reichlich gesplattert. Da werden mit den fahrenden Brettern Köpfe eingeschlagen und mit einer Pistole in die Körper von Sektenmitgliedern geschossen. Der dritte Teil wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Über Österreich wird es eine ungeprüfte Veröffentlichung geben. Diese beinhaltet die fehlende Episode GORGEOUS VORTEX.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (einfache Veröffentlichung)

 
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(c) OFDB Filmworks (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S: Viral; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Schuber und Wechselcover

Extras: Behind the scenes, Interviews, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, ”Gorgeous Vortex” (die der Kinofassung fehlende vierte Episode / ca. 15 Min.)

Release-Termin: 24.03.2015

 

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V/H/S – Viral [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)

Still 2 (2014)

 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Houses of Terror“ (2014)

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HOUSES OF TERROR

(THE HOUSES OCTOBER BUILT)

Story

 
 
 
Die fünf Freunde Bobby (Bobby Roe), Zack (Zack Andrews), Jeff (Jeff Larson), Brandy (Brandy Schaefer) und Mikey (Mikey Roe) beschließen eine Rundreise durch die Staaten zu machen, um die gruseligsten Horror-Attraktionen zu finden, die alljährlich im Oktober Hochkonjunktur haben. Doch die Reise wird bald zum Horrortrip, denn unter den Betreibern amerikanischer Geisterbahnen befinden sich auch einige Zeitgenossen, denen das Erschrecken ahnungsloser Besucher allein nicht mehr ausreicht …

 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Kritik

 
 
 
Es grenzt fast schon an Ironie, dass aus wirklich jeder halbwegs vernünftigen Idee – und sei sie auch noch so absurd – ein Horrorfilm gemacht werden muss. Diesmal sind es Geisterbahnen in Amerika, die für Gruselunterhaltung herhalten müssen. Die von Privatleuten betriebenen Spukhäuser erfreuen sich dort vor allem während der Halloween-Zeit großer Beliebtheit, weil sie oft ziemlich professionell aufgezogen werden und nur ein Ziel verfolgen: viel Geld mit dem Erschrecken anderer Leute verdienen. Der Horror-Thriller HOUSES OF TERROR (im Original: THE HOUSES OCTOBER BUILT) nimmt sich diesem typisch amerikanischen Grusel-Phänomen an. Dem folgen alljährlich Millionen Mutige in den Staaten, die in den zu Horrorkabinetten umgebauten Scheunen und Fabrikhallen den ultimativen Adrenalinkick suchen. Allmählich reichen jedoch wandelnde Skelette und lautes Kettengerassel nicht mehr aus, um Besucher zu Tode zu ängstigen. Wie im Horrorfilm des 21. Jahrhunderts gängig, macht man mittlerweile auch im wahren Leben von reißerischen Erschreckmethoden Gebrauch und lässt Motorsägen schwingende Irre und foltergeile Psychopathen auf nichtsahnende Gäste los.
 
 
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Hinter dem Filmprojekt steckt BOBBY ROE, der scheinbar eine Schwäche für diese beliebten Gänsehaut-Attraktionen besitzt und hier eine als Dokumentarfilm getarnte Horrorfilmgurke unter die Leute bringt. Zuschauer, die sich im Genre etwas auskennen, dürften vermutlich bereits ahnen was er mit HOUSES OF TERROR fabriziert hat, schließlich kann Horror in Verbindung mit Dokumentarstil meist nur eines bedeuten: Found-Footage. Grauenhaft geht es in diesem Grusler zugange, wobei hier aber nicht die zugrundeliegende Geschichte gemeint ist. ROES Wackeldesaster bringt nach all den unglaublichen miserablen Schüttelfilmen das Fass zum Überlaufen, denn dem Regisseur gelingt das Kunststück, dass es dem Zuschauer unmöglich gemacht wird der ohnehin kaum vorhandenen Handlung zu folgen. Selten hat man cineastische Sternstunden zu sehen bekommen in denen man das Gefühl nicht loswerden will, als würde man das Geschehen aus der Sicht eines an Parkinson erkrankter Kameramanns zu sehen bekommen. Die Kameraführung in HOUSES OF TERROR ist katastrophal, denn in diesem Film scheint es kaum eine Szene zu geben, in der nicht der unsäglich nervige Schüttel-Look Verwendung findet.
 
 
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Fünf Freunde ziehen los, um das Fürchten gelehrt zu bekommen. Sie reisen von Stadt zu Stadt, um sich von den Qualitäten berüchtigter Horrorhäuser zu überzeugen, die um Halloween Hochkonjunktur feiern. Zwar wird in den privaten Schauer-Einrichtungen reichlich geschrien; den Jungs reicht das dort Gebotene jedoch nicht aus – sie wollen die härtesten, schockierendsten und furchterregendsten Geisterbahnen im Lande aufspüren. Die Suche nach Nervenkitzel erreicht bald eine sonderbare Wendung, denn auf ihrer Reise passieren plötzlich seltsame Dinge. Einige der grotesken Kreaturen besuchter Attraktionen scheinen der Gruppe zu folgen und daran interessiert zu sein, dieses Halloween für alle unvergesslich zu machen. Was folgt entwickelt sich für die Clique zum Albtraum, denn einige Schausteller jener besuchten Geisterbahnen scheint das Erschrecken von Besuchern allein nicht auszureichen. Sie wollen terrorisieren und töten, koste es was es wolle.
 
 
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HOUSES OF TERROR dürfte wohl als sparsamste Schauerproduktion in die Geschichte des Horrorfilms eingehen. Regisseur BOBBY ROE hat nämlich tatsächlich existierende Horror-Attraktionen aufgesucht und die Macher gefragt, ob er deren Lokalitäten und verkleidete Mitarbeiter für seinen Found-Footage-Quatsch verwenden kann. Schenkt man ROE Glauben, waren alle Betreiber derart begeistert von diesem Projekt, dass man ohne Probleme einwilligte und als Statist teilnahm – natürlich ohne bezahlt zu werden. Gänzlich ohne Hintergedanken dürfte das Mitmachen nicht gewesen sein, schließlich hat man ganz unauffällig Werbung für die jeweiligen Attraktionen betrieben, die in Zukunft mit noch mehr Besuchern rechnen dürfen. Trotzdem, auch wenn man in HOUSES OF TERROR ziellos von einer Jahrmarktattraktion zu nächsten läuft, ist das Konzept hinter diesem Gruselmurks erheblich unausgegoren. Wir folgen fünf Protagonisten, die nur mit einer Kamera ausgerüstet von Geisterbahn zu Geisterbahn reisen, dort angekommen durch finstere Gänge laufen und von plötzlich auftauchenden Berufserschreckern überrascht werden. Da sprinten verkleidete Clownskiller durch Flure, geistern Kinder mit Porzellanköpfen durch dunkle Räume und ein Mann im Hasenkostüm jagt den Freunden einen furchtbaren Schrecken ein. ROE hat hier wahllos Szenen zusammenschneiden lassen, die mit einem Horrorfilm nur wenig am Hut haben. Stattdessen präsentiert er ein Best-of aller Grusel-Etappen, die man in Amerikas Horrorhäusern zu sehen bekommt. Immerhin kommt der Streifen so dem Doku-Konzept weitaus näher, als manch andere pseudo-dokumentarische Found-Footage-Produktion, die dem Zuschauer vorgaukelt echt zu sein.
 
 
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Lohnt HOUSES OF TERROR denn nun gesehen zu werden? Wir meinen nein, denn auch wenn im Film des Öfteren echte Interviews mit Besuchern und Initiatoren von Horrorhäusern eingeblendet werden und viele der tatsächlich existierenden Gruselattraktionen unheimlicher ausgestattet sind, als manch fiktiver Horrorfilm, fehlt hier eine richtige Handlung, die sich ihren Weg durch den gesamten Film bahnt. Dieser wird erst kurz vor Ende Beachtung geschenkt, wenn sich der Streifen zu konfusem Terrorkino entwickelt und sich die Freunde mit einer ominösen Bande gerissener Schausteller konfrontiert sehen, die Erschrecken mit Töten verwechseln. Ob der Zuschauer nach 90 Minuten ultimativer Wackelei überhaupt noch Lust hat, dem Treiben folgen zu wollen, dürfte fraglich sein. Wir vermuten, dass die meisten Filmfans ohnehin schon nach zehn Minuten ausgeschaltet haben, schließlich dürfte HOUSES OF TERROR als jener Found-Footage-Film gehandelt werden, der mit der nervigsten Kameraführung den Spaß am Horror verdirbt.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Fazit

 
 
 4 Punkte Final
 
 
 
Die ultimative Lektion in Sachen Horror, was in HOUSES OF TERROR (Originaltitel: THE HOUSES OCTOBER BUILT) hauptsächlich auf die unerträgliche Wackelei gemünzt ist, die das Schauen dieses neuen Found-Footage-Machwerks für den Zuschauer unzumutbar macht. Regisseur BOBBY ROE (der im Film übrigens auch gleich selbst spielt) verdeutlicht in seinen konfus gedrehten Horrorfilm, welch groteske Geldschneiderei mit dem Halloween-Brauch in Amerika veranstaltet wird. Da wird nicht nur mit Partys, Kostümen und Süßigkeiten Asche gemacht; mittlerweile haben auch 2500 private Schausteller den schnellen Dollar gewittert und bauen Scheunen und Fabriken zu Horror-Häusern um, in denen sich alljährlich 30 Millionen Amerikaner gegen Geld erschrecken lassen können. Leider ist die Konkurrenz unter den Attraktionen hart, so dass man sich immer perfidere Methoden einfallen lassen muss, um die Sensationsgeilheit manch Besuchers befriedigen zu können. Schenkt man den Aussagen im Film Glauben gab es sogar schon Betreiber, die ihre Gäste mit Terrormacherei unabsichtlich in den Tod getrieben haben. Genau jene Thematik liegt HOUSES OF TERROR zugrunde, die aber hier weitaus unspektakulärer abgehandelt wurde, als sich die Idee dahinter liest. Statt einen packenden Horrortrip zu inszenieren, hat BOBBY ROE vielmehr einen wirren Streifen gedreht, der sich im Grunde genommen als Werbefilm für die Berüchtigsten dieser Horrorhäuser entpuppt. Eine vernünftige Handlung wird gänzlich aus den Augen verloren und scheint in HOUSES OF TERROR eher nur lästiges Beiwerk zu sein. Stattdessen bekommt der Zuschauer ein nicht enden wollende Abfolge loser Best-of-Momente zu sehen, die einem als Gast in den diversen Attraktionen geboten werden. Immerhin kommt HOUSES OF TERROR so dem allmählich nervendem Found-Footage-Filmstil näher, als manch andere Produktion gleichen Kalibers, die dem Zuschauer weismachen will, dass gebotene Gruselware absolut authentisch und wahr ist. Als Amateur-Reportage über die vielen Geisterbahnen in Amerika geht ROES Filmprojekt deshalb in Ordnung – als Horrorfilm ist HOUSES OF TERROR jedoch eine filmische Katastrophe. Übrigens ist das Konzept hinter diesem Film nicht gänzlich neu. Bereits im Jahr 2013 warf man den THE BATES HAUNTING auf den internationalen Filmmarkt, der sich auch eine beliebte Gruselattraktion Amerikas zu eigen machte. Wer sich von den Qualitäten amerikanischer Horrorhäuser ein Bild machen möchte, sollte lieber zu diesem Horrorstreifen greifen, denn der ist bei Weitem besser als HOUSES OF TERROR.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Zensur

 
 
 
Auch wenn in HOUSES OF TERROR (OT: THE HOUSES OCTOBER BUILT) Kettensägen schwingende Berufserschrecker durchs Bild sausen, gibt es hier weder Gewalt noch Blut zu sehen. Am Ende bekommt der Zuschauer etwas seichten Terror geboten. Hierzulande hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Houses October Built; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 22.04.2016

 

Houses of Terror [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken & Packshots liegen bei Ascote Elite Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bates Haunting (2012)
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)
 
Gingerclown (2013)
 
Killer Holliday (2013)
 
Dark Ride (2006)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 


Filmkritik: „The Taking of Deborah Logan“ (2014)

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THE TAKING OF DEBORAH LOGAN

Story

 
 
 
Einige Studenten wollen eine Dokumentation über Alzheimer drehen und begleiten die daran erkrankte Deborah Logan. Leider ist die betagte Frau keine gewöhnliche Alzheimer-Patientin, wie sich bald herausstellen wird. Ihr Krankheitsverlauf scheint reichlich ungewöhnlich und den Ärzten völlig fremd zu sein …

 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die mit dem Begriff „Found-Footage“ (auf Deutsch: gefundenes Filmmaterial) nichts anzufangen wissen. Dabei findet jene Filmmethodik seit einigen Jahren verstärkt im Horrorfilm Verwendung und hat mittlerweile vielen Fans den Spaß am Schauen von Genre-Filmen genommen, weil nahezu jede zweite Horror-Produktion im kostengünstigen Wackel-Look gedreht wird. Alles soll so authentisch wie möglich über Leinwand und Bildschirm flimmern, denn vorgeheuchelte Echtheit scheint viele Zuschauer immer noch mehr zu beunruhigen, als unkonventionelle und fantasiereiche Gruselgeschichten. Das haben auch große Filmstudios gewittert, die nach dem kommerziell erfolgreichen THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) ähnliche Filme am Fließband produzierten, in denen Protagonisten nur mit einer Handkamera ausgerüstet auf Geister, Alien- und Monsterjagd gehen mussten. Unzählige dieser pseudo-authentischen Videodokumente sind so in den letzten 15 Jahren entstanden, von denen jedoch nur ganz wenige überhaupt dem Medium „Film“ gerecht werden konnten, weil die meisten von ihnen einfach nur billig abgedrehte Zeiträuber gewesen waren.
 
Viel Geld verdienen mit wenig Aufwand – eine wirtschaftliche Formel, die bei ausgefuchsten Produzenten auf Interesse stößt. Seit jeher ist das Wackelfilm-Genre für schnellen Geldsegen berüchtigt, lässt sich doch mit nur wenig Budget maximaler Umsatz generieren. So entstanden bereits Filme dieser Art, die allein mittels Handy gedreht wurden (HOOKED UP aus dem Jahr 2013) und trotzdem zahlungswillige Kunden zum Kauf anregen konnten. Eine groteske und beunruhigende Tatsache, verursachen doch viele dieser Werke durch hektische Schüttel-Attacken Schwindelgefühl und Augenkrebs statt Gänsehaut. Regieneuling ADAM ROBITEL mischt jetzt auch mit auf dem Wackelfilm-Markt und sorgt mit THE TAKING OF DEBORAH LOGAN für Nachschub in jenem Sub-Genre, das sich wie ein Virus durch die gesamte Filmlandschaft frisst. Vorab sollte man jedoch wissen, dass sein Debüt zu den wenigen positiven Randerscheinungen gehört, die der Found-Footage-Markt seit Bestehen hervorgebracht hat. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN gehört nämlich zu dieser Art Schüttelfilme, in denen das Stilmittel mit Bedacht eingesetzt und für den Zuschauer somit weniger als störend empfunden wird.
 
Der unheimliche Schauerflick erzählt von einer Gruppe Medizinstudenten, die sich für ihre Diplomarbeit etwas ganz besonderes haben einfallen lassen. Sie wollen die Auswirkung von Alzheimer in Form einer Dokumentation untersuchen und haben in der betagten Deborah Logan eine Teilnehmerin gefunden, die zusammen mit der fürsorgenden Tochter in einem rustikalen Anwesen auf dem Land lebt. Weil das Mutter-Tochter-Gespann dringend Geld benötigt, um das Gebäude unterhalten zu können, folgt ihnen fortan die Kamera auf Schritt und Tritt, um die Stadien der Krankheit auf Film festhalten zu können. Doch der Verlauf führt zu ungeahnten Komplikationen, denn die Symptome weichen deutlich vom üblichen Krankheitsverlauf ab. Alles hat den Anschein, als wäre die Rentnerin von etwas Bösem besessen, das den Körper der Greisin benutzt, um dunkle Machenschaften in die Tat umsetzen zu können. Was folgt ist nichts für schwache Nerven, den Deborah handelt plötzlich wie von Sinnen und lässt sich bei ihrem dämonischen Amoklauf von Nichts und Niemanden aufhalten.
 
Selbstverständlich wird die Alzheimer-Thematik in diesem Gänsehaut-Kino nur als Vorwand benutzt, um ein unheimliches Gruselsüppchen für Horrorfans kochen zu können, das von den gängigen Regeln der Found-Footage-Filmgattung Gebrauch macht. Schnell rückt die eigentliche Krankheit der Protagonistin in den Hintergrund und aus dem körperlichen und geistigen Verfall der Titelfigur wird ein gar gruseliges Schreckensszenario, wie man es leider viel zu selten auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Plötzlichen Erinnerungslücken folgen schmerzliche Selbstverstümmelungsversuche und telepathische Fähigkeiten lassen natürlich erahnen, dass Deborah Logan keine gewöhnliche Alzheimer-Betroffene ist. Die quasselt plötzlich in Sprachen, die sie nie erlernt hat und entführt eine minderjährige Krebspatientin aus dem Krankenhaus, um mit ihr durch dunkle Wälder zu hetzen und in ihrer Gegenwart seltsame Rituale durchführen zu können. Regisseur ADAM ROBITEL hält sich an die Wackelcam-Erfolgsformel und erzählt das Geschehen aus der bekannten Sicht von Hand, Überwachungs- und Handykameras. Eigentlich nicht der Rede Wert, würde nicht ein merkliches Gefühl von Unbehagen durch den gesamten Film schleichen, das aus 08/15-Found-Footage-Terror ziemlich angsteinflößenden Horrorstoff macht. Einen Großteil dessen ist der fragilen Hauptdarstellerin JILL LARSON zu verdanken, die für ihre Rolle als besessene Alzheimererkrankte an ihre Grenzen geht und dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die schreit, windet und lechzt sich prächtig durch das Szenario und durchlebt im Verlauf des Streifens eine erschreckende Metamorphose von der gesitteten Rentnerin hin zur Marionette des Bösen.
 
Apropos Metamorphose: Macher ROBITEL dürfte von der schauspielerischen Wandlungsfähigkeit seiner Hauptdarstellerin derart fasziniert gewesen sein, dass er hin und wieder vergisst von billigen Kamera-Spielereien Gebrauch zu machen, für die das Found-Footage-Genre berüchtigt ist. Sein Spielfilmdebüt kommt fast gänzlich ohne nervende Bildstörungen, verzehrtem Kamerabild und plötzlichem Totalausfall des Filmausrüstung aus, was dem Erzählfluss durchaus förderlich ist und den Streifen mehr nach Film aussehen lässt. Das macht THE TAKING OF DEBORAH LOGAN vermutlich auch bei Gegnern jener Filmgattung interessant, die hier eine in finstere Bilder getauchte Wandlung einer hilflosen Mittsiebzigerin zu sehen bekommen, deren körperliche Veränderung von sehenswerten Make-up-Künsten begleitet wird.
 
Leider vermasselt das etwas wirre und hastig gedrehte Finale den positiven Gesamteindruck. Das verliert sich nämlich mal wieder im regelrechten Schüttelrausch, was ein Folgen des Geschehen unmöglich macht. Da wird planlos durch die Dunkelheit geflitzt und der Zuschauer bekommt eine Aneinanderreihung plumper Schreckeffekte geboten, die den zuvor stetig steigenden Gruselfaktor im Nu zunichte machen – absolut bedauerlich.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film, den man sich allein im Dunkeln anschauen sollte. Auch unter Found-Footage-Streifen mag es hin und wieder Filme geben, denen es trotz der bekannten Wackel-Klischees gelingt Angst einzujagen. Mit seinem Spielfilmdebüt hat ADAM ROBITEL einen sehenswerten Beitrag der Gattung „pseudodokumentarisches Found-Footage“ abgeliefert, der bei Weitem besser ist, als der Ruf des allmählich nicht mehr ganz so beliebten Schüttel-Genres. Atmosphäre und wohldosierter Schauer sind die Geheimzutaten dieses Horrorfilms, denn ROBITEL gelingt es eine merklich unangenehme Stimmung entstehen zu lassen, die sich fast bis zum Ende durch den Film zieht. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist einer jener Streifen, der nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lange im Unklaren darüber lässt, welche Richtung er letztendlich einschlagen wird. Das Unheil wird langsam heraufbeschworen, was vor allem durch die erwähnenswerte Schauspieldarbietung von JILL LARSON gelingt, die im Film eine alte Dame verkörpert und eine beunruhigende Wandlung durchlebt. Die kommt schleichend und treiben die Spannung voran, schließlich will der Zuschauer wissen, was es mit dem merkwürdigen Verhalten der fragilen Alten auf sich hat. Dass Macher ROBITEL vom berüchtigten Wackel-Chaos fast gänzlich die Finger lässt und die Handlung mit „ruhiger“ Kamera einfängt, erntet Pluspunkte. So kann sich der Zuschauer auf ein stimmiges, verstörendes und beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis freuen, das wieder Lust auf mehr Found-Footage-Horror macht.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Zensur

 
 
 
THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist eher subtiler Found-Footage, der sich in Sachen Gewalt an der beliebten PARANORMAL ACTIVITY-Reihe orientiert. Viel Gemetzel gibt es demnach nicht zu sehen, wobei der körperliche Verfall der Hauptdarstellerin wohl immer noch das Härteste ist, was der Film zu bieten hat. Demzufolge wird THE TAKING OF DEBORAH LOGAN in Deutschland bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raised by Wolves (2014)
 

The Possession of Michael King (2014)

 


Filmkritik: „Exists“ (2014)

exists-2014
 
 
 

EXISTS

DIE BIGFOOT-LEGENDE LEBT!

Story

 
 
 
Fünf Freunde reisen zu einer Hütte in die Wälder, um sich eine Auszeit zu gönnen. Doch von Entspannung keine Spur, haust doch hier draußen ein Bigfoot, der auf Fremde gar nicht gut zu sprechen ist …

 
 
 


 
 
 

EXISTS – Kritik

 
 
 
Wenn Regisseure mit Erstlingswerken Erfolge feiern konnten und es ihnen später partout nicht gelingen will daran anzuknüpfen, ist es keine Seltenheit, dass jene Filmemacher noch einmal gleiche Erfolgszutaten hervorkramen, die das Debüt zum Kassenmagneten gemacht haben. EDUARDO SÁNCHEZ war mal ganz groß im Geschäft. Mit BLAIR WITCH PROJECT gelang es ihm nicht nur das mittlerweile unzumutbare Found-Footage-Genre salonfähig zu machen; zusammen mit Regie-Kollege DANIEL MYRICK drehte er zudem den rentabelsten Low-Budget-Horrorschocker aller Zeiten und bot unzähligen Filmschaffenden kreativen Input, die die Filmwelt mit ähnlichen Streifen verseuchen mussten. Leider gelang es dem gebürtigen Kubaner mit Folgewerken wie ALTERED (2006) und LOVELY MOLLY (2011) nicht, gleiche Aufmerksamkeit zu erhaschen, die ihm sein gefeiertes Debüt-Stück eingebracht hat, so dass er nun noch einmal die Wackelkamera hervorholen muss, um dem Zuschauer damit auf den Zünder zu gehen. Leider hat der Filmemacher aber vermutlich noch nicht verstanden, dass sich Found-Footage im Laufe der letzten Jahre zu einer regelrechten Plage entwickelt hat, mit der man sich unter Horrorfans keine Freunde macht. Trotzdem bleibt SÁNCHEZ dem altbewährten Schema treu und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Gefahren, auf der vor allem eines nicht fehlen darf: viel Kameragewackel.
 
EXISTS ist typisches Schüttel-Futter für all jene, die sich an der Shaky-Cam-Methodik nicht sattsehen können. In diesem Film wird das Geschehen erneut aus der Sicht von Helm, Handy- und Handkameras mit Infrarotfunktion protokolliert, wobei man aber immerhin sagen muss, dass SÁNCHEZ in Sachen Found-Footage ein sicheres Händchen beweist und sein Wackel-Debakel recht kurzweilig inszeniert hat. Ein neuer Horror-Hit ist ihm mit EXISTS dennoch nicht gelungen, dazu ist die Wackel-Expedition zu beliebig und bedient sich zu verkrampft jenen Rezepturen, die das Found-Footage-Genre in den letzten zehn Jahren zu dem gemacht hat, was es heute ist: eine nervende Abfolge der immer wieder gleichen Schreckmomente und Storyverläufe.
 
Wie schon im bekannten BLAIR WITCH PROJECT treibt es abermals fünf Freunde in die Wälder, die dort jedoch nicht nach der Hexe von Blair suchen, sondern ein entspanntes Wochenende in einer abgelegenen Hütte irgendwo im Südosten von Texas verbringen wollen. Auf dem Weg zur Wochenendsause wird das Auto von einem Tier gestreift, so dass die Gruppe einen Fußmarsch einplanen muss, um die morsche Unterkunft erreichen zu können. Selbstverständlich ist den Mittzwanzigern das Böse auf den Fersen, das sich in EXISTS als wütender Bigfoot entpuppt, der über den unangemeldeten Besuch rein gar nicht erfreut ist. Der aggressive Sasquatch beginnt die Freunde zu terrorisieren, zerstört das Auto und macht der Bande die kommenden Stunden zur Hölle. Leider sind Telefone – wie so oft im Horrorfilm – kaum von Nutzen, weil schlechter Empfang den Notruf unmöglich macht. So holt Matt seine Videokamera aus der Tasche und bannt jene Kreatur auf Film von der man glaubte, sie würde ausschließlich urbaner Legenden entspringen.
 
Kennste einen, dann kennste alle. Es sind immer wieder die gleichen Geschichten, die sich nach ähnlichem Schema mit nur anderen Bedrohungen abspielen. EXISTS macht da keine Ausnahme und folgt den allseits bekannten Regeln, mit denen gefühlt tausende ähnlicher Produktionen schnell Kasse machen wollten. Schreien, rennen und trotzdem permanent die Kamera aufrecht halten, damit jede Einzelheit des Überlebenskampfes von verängstigten Protagonisten auf Film festgehalten werden kann. Seit jeher sollte man bei Found-Footage-Streifen die Logik ausklammern, denn meist ist hier der Wille sensationsgeile Bilder von Geistern, Monstern und Aliens auf Film zu bannen stärker, als sich selbst in Sicherheit zu bringen. Was EXISTS dennoch ertragbar gestaltet ist das flotte Tempo mit der die minimalistische Geschichte an den Horrorfan gebracht wird. Die bietet zwar kaum Überraschungen und macht von wirklich jedem Found-Footage-Klischee Gebrauch; hat aber mit einem äußerst schlecht gelaunten Bigfoot ein ansprechendes Filmmonster in petto, das sich sogar ziemlich oft vor der Kamera zeigt.
 
EXISTS ist ziemlich ruppiger Bigfoot-Terror, in dem nicht lang gefackelt wird. Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ kommt recht schnell zum Punkt und lässt seine jungen Protagonisten nacheinander durch die Hand der launischen Kreatur über die Klinge springen. Die geht nicht zimperlich mit ihren Opfern um und wütet sich unerbittlich durch die überschaubare Filmhandlung bis auch der Letzte der Freunde den Tod gefunden hat. Lobenswerterweise wurde viel Herzblut in das Design des Monsters investiert, dessen Auftritte durch lautes Gebrüll und Gegrunze reichlich bedrohlich und furchterregend über den Bildschirm flimmern. Zwar steckt auch hier ein Mann im Monsterkostüm; die gebotenen Effekte können dennoch überzeugen, weil durch hektische Schwenks und bewusst eingesetzte Unschärfe manch Manko im Design der Kreatur im Verborgenen bleibt. Hinzukommt, dass EXISTS von permanenter Hektik vorangetrieben wird, so dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt, sich über Fehler im Film den Kopf zu zerbrechen.
 
EXISTS ist kein anspruchsvolles Horror-Kino, was womöglich auch niemand erwartet hat. Trotzdem bleibt auch das neuste Schaffen aus der Mache von Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ weit hinter den Erwartungen zurück, weil der Streifen einfach nichts Neues zu bieten hat, was man nicht schon in den letzten 15 Jahren Found-Footage-Grauen entweder im Kino oder auf dem heimischen Fernsehapparat gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bigfoot-Terror par excellence. EXISTS ist ein reichlich ruppiger und gnadenloser Monster-Heuler, der sich der mittlerweile nicht mehr ganz so beliebten Found-Footage-Machart bedient. Hier läuft ein äußerst schlechtgelaunter Sasquatch unter lautem Gebrüll Amok und gibt erst Ruhe, nachdem auch der letzte menschliche Eindringling im Revier das Zeitliche gesegnet hat. Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ ist nach dem gefeierten BLAIR WITCH PROJECT geübt im Umgang mit der Wackelkamera, vergisst aber seinem Schüttel-Ausflug um neue Ideen zu bereichern. Was in EXISTS gezeigt wird, hat man schon dutzende Male gesehen. Trotzdem überzeugt der Überlebenstrip, weil SÁNCHEZ mehrfach den Hektik- und Panikhebel in entscheidenden Momenten umlegt. Der hilft dem Streifen über manch Längen hinweg und machen EXISTS zu einer kurzweiligen Monster-Hatz, die zudem um einige ansprechend platzierten Gewaltspitzen bereichert wurde. Wer nichts mit Found-Footage anfangen kann, wird auch hier dankend abwinken. Zuschauer, die stattdessen nicht genug von jener zwiespältigen Filmware haben können, werden SÁNCHEZ für seinen temporeichen Schüttel-Streifen in den Himmel loben. Trottdem: Kann man sehen – muss man aber nicht!
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Zensur

 
 
 
EXISTS geht in die Richtung Terrorfilm nur mit dem Unterschied, dass statt Einbrecher oder Hobby-Sadisten diesmal ein wütender Bigfoot das Morden beginnt. Wirklich explizites Gemeuchel gibt es zwar nicht zu sehen, was aber nicht bedeutet, dass EXISTS nicht hart anzusehen ist. Zwar geschehen die meisten Gewaltakte im Off und schnelle Schnitte lassen nur erahnen was in puncto Gewalt auf der Mattscheibe passiert; trotzdem hat das alles für eine ungeschnittene FSK16 gereicht – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
exists-die-legende-lebt-bluray

(c) WVG Medien GmbH / Entertainment One

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Exists; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Französisch, Niederländisch

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.03.2015

 

Exists – Die Bigfoot-Legende lebt! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXISTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Wer – Das Biest in Dir (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 


Filmkritik: „Play: Tödliches Spiel“ (2014)

mockingbird-2014
 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL

(MOCKINGBIRD)

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Protagonisten werden Teilnehmer eines perfiden Spiels, dessen Ausgang im Desaster endet.

 
 
 


 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL – Kritik

 
 
 
Regisseur BRYAN BERTINO bleibt dem Home-Invasion-Genre treu und lässt nun nach dem in Fankreisen gefeierten THE STRANGERS (2008) erneut einige nichtsahnende Protagonisten in den eigenen vier Wänden ums Überleben bangen. PLAY – TÖDLICHES SPIEL (im Original als MOCKINGBIRD bezeichnet) heißt die neue Terror-Hatz, die im Grunde genommen nichts anderes ist, als eine Neuaufbereitung des erfolgreichen Zu-Hause-Horrors mit LIV TYLER. Dennoch ist dies keine Fortsetzung zu THE STRANGERS, obwohl sich im neusten Streifen des Regisseurs allerhand Parallelen zum Terror-Hit aus dem Jahr 2008 finden lassen. Mit PLAY – TÖDLICHES SPIEL macht sich BERTINO keine Freunde, denn der Verfechter der düsteren Filmgattung macht wenig originell Gebrauch vom mittlerweile nicht mehr ganz so beliebten Found-Footage-Stil, der sich auch in diesem Machwerk den gängigen Klischees jener Filmmethodik unterwirft. Da wird gewackelt als gebe es keinen Morgen mehr und verängstigte Protagonisten filmen ihren Überlebenskampf ganz selbstverständlich mit der Handkamera, damit jede Einzelheit ihres Ablebens auch ja auf Film gebannt werden kann. Das ist nicht nur ziemlich unglaubwürdig, sondern nervt gewaltig, weil BERTINO sich einen Deut darum schert sein uninspiriertes Kameragewackel um neue Ideen zu bereichern. Zudem leuchtet mal wieder nicht ein, wie die Hauptfiguren in Extremsituationen immer noch in der Lage sein können, eine Kamera zu halten, während ihnen ein Fremder nach dem Leben trachtet.
 
PLAY – TÖDLICHES SPIEL lässt Splatter-Herzen schneller schlagen, zumindest geizt die Eröffnungssequenz nicht mit grafischen Details, in der einem wimmernden Jungen recht unfein das Hirn weggeblasen wird. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck lautet hier die Devise, wobei der fragwürdige Kindermord vermutlich nur dazu dienen soll, um die Erwartungshaltung des Horrorfans zu wecken. Der dürfte aber recht schnell genervt aus seinem Filmsessel springen, weil PLAY vermehrt auf Terror setzt, statt viel Blut zu zeigen. Bis der jedoch zum Einsatz kommt, muss der Filmfreund reichlich Geduld aufbringen, schließlich lässt sich der Invasion-Terror-Flick eine geschlagene Stunde Zeit, bis es endlich mal interessant wird. Bis dahin klappert BERTINO die gröbsten Etappen üblicher Terror-Macherei ab. Dies langweilt leider schnell, weil die Szenenverläufe der gängigen Found-Footage-Machart entsprechen und sich ständig wiederholen: schreien, wackeln, rennen, wackeln.
 
Ähnlich wie in BERTINOS Debüt THE STRANGERS werden in PLAY einigen Familien von Fremden – diesmal jedoch in Clown-Maskierung – eingeschüchtert, manipuliert und terrorisiert bis sie sich am Ende selbst auslöschen, weil sie unwissend gegeneinander aufgehetzt werden. Das mag zwar durchaus vielversprechend klingen, ist aber im Grunde genommen nicht der Rede Wert, weil PLAY nichts anderes ist, als eine günstig gedrehte Shaky-Cam-Variante des besagten THE STRANGERS, der es einfach an Spannung und vor allem Schauwerten mangelt, die sich Horrorfans nun mal von solchen Streifen wünschen. Diese reduzieren sich auf den genannten Anfangsmord und ein erstaunlich knappes Finale, in dem kurzer Prozess veranstaltet wird. Zudem fehlt dem Terrorfilm einfach das Fünkchen Originalität, um aus der riesigen Masse ähnlicher Wackel-Produktionen hervorzustechen zu können. Demnach ist MOCKINGBRIRD (übrigens der Name der Straße, auf der sich am Ende ein Massaker ereignet) ein mehr als enttäuschendes Zweitwerk, das dem Vorgängerfilm des Regisseurs nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann.
 
 
 


 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Lass uns ein Spiel spielen: THE STRANGERS im Found-Footage-Gewand. Leidlich spannender und vor allem vollkommen überflüssiger Terrorfilm, bei dem das teils konfuse Gewackel erneut ziemlich störend in Erscheinung tritt. Zwar hat Regisseur BRYAN BERTINO ein ganz brauchbares Drehbuch geschrieben; die lästigen Found-Footage-Klischees berauben dem Streifen aber ganz schnell jeglicher Spannung, damit dem Filmfreund der Spaß um Zusehen vergeht. Die letztendliche Auflösung des gesamten Treibens wirkt aufgrund der halbherzigen Inszenierung erheblich aufgesetzt und hat man in derart Weise auch schon in Filmen wie dem französischen THEM (2006) gesehen. Daher meinen wir: PLAY – TÖDLICHES SPIEL (Originaltitel: MOCKINGBIRD) ist ein gemeiner Zeiträuber und muss man nicht gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL – Zensur

 
 
 
Aufgrund des recht ruppigen Mord an einem unschuldigen Jungen in der Eröffnungsszene wurde PLAY – TÖDLICHES SPIEL hierzulande direkt mit der blauen FSK-Kennzeichnung in den Handel gebracht. Zwar werden am Ende einige Protagonisten erschossen; abgesehen von einem toten Haustier gibt es sonst keinerlei Gewalt zu sehen, da PLAY – TÖDLICHES SPIEL eher auf psychischen Terror setzt, statt das Geschehen im Blut zu ersäufen. Die erhältliche FSK16-Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Play-Tödliches-Spiel-DVD

(c) Universal Pictures Home Entertainment

 

(Der Film ist hierzulande aus nicht bekannten Gründen vorerst nur als DVD erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mockingbird; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Sonstige

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 09.07.2015

 

Play – Tödliches Spiel (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PLAY: TÖDLICHES SPIEL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)

Them (2006)

Home Sweet Home (2013)

Rage (2010)

The Purge – Die Säuberung (2013)