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Filmkritik: “Anarchy Parlor” (2015)

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ANARCHY PARLOR

Story

 
 
 
Sechs amerikanische Rucksacktouristen (darunter Jordan James Smith aus ZOMBIE NIGHT und Anthony Del Negro aus DEAD SOULS sowie DEEP IN THE DARKNESS) reisen für Party, Sex und Alkohol nach Litauen und treffen dort auf einen geheimnisvollen Tattoo-Künstler, der sich im Keller seines Studios mit fragwürdigen Machenschaften etwas Geld dazuverdient.
 
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Kritik

 
 
 
Was ist die Erfolgsformel für Horrorfilme? Natürlich Sex, Gewalt und reichlich Blut. Zutaten, die in ANARCHY PARLOR sehr zeigefreudig zum Einsatz kommen und ein nervenstarkes Filmpublikum ansprechen sollen. Die Aufmerksamkeit jener soll geweckt werden, die bereits mit Roths HOSTEL ihren Spaß hatten. Der brutale Folterstreifen sorgte vor zehn Jahren für allerhand Furore und macht das Foltern im Kino massentauglich. Seither finden Hobbysadisten immer öfters Torture Porn in den Händlerregalen – wenn auch in Deutschland nicht immer ungeschnitten. ANARCHY PARLOR macht da weiter, wo sich HOSTEL im Jahr 2011 mit einem überflüssigen Video-Sequel von der Mattscheibe verabschiedet hat. Die beiden Regisseure DEVON DOWNS und KENNY GAGE haben sich nämlich sehr offensichtlich bei gleichem Gewaltkonzept bedient, mit dem es bereits ELI ROTH (CABIN FEVER und AFTERSHOCK) gelang ziemlich viele Dollar in die leeren Kinokassen zu schwemmen.
 
 
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Abermals reisen einige amerikanische Studenten nach Osteuropa in die hinterste Walachei, um dort nicht etwa die litauische Kultur kennenzulernen, sondern ausgelassen zu feiern. Schnell rückt eine geheimnisvolle Fremde in den Mittelpunkt, die zwei der Freunde in ihr Tattoo-Studio lockt. Dort wartet “der Künstler” (in seiner Gelassenheit sehr beängstigend: ROBERT LASARDO) auf die unvorsichtigen Touristen und bringt sie mit Hilfe von Drogen unter seine Kontrolle. Als man wieder zu sich kommt, passiert das Unvorstellbare. Den Protagonisten wird die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen. Die soll als Leinwand verwendet werden, um darauf Portraits malen zu können – ein Luxus den sich Gutbetuchte des Landes gönnen. Was folgt, war bereits in HOSTEL Programm. Die übrigen Kumpels gehen dem Verschwinden ihrer Freunde auf dem Grund und geraten ebenso in die Fänge des geheimnisvollen Künstlers, welcher sich mit Häutungen ein lukratives Nebengeschäft aufgebaut hat und den Horrorfan mit unappetitlichen Szenen beglückt.
 
 
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Die sind im Übrigen nicht ganz ohne, denn wie bereits im genannten Folter-Hit wird dem möglichst zeigefreudigen Quälen viel Zeit eingeräumt. So werden die wenigen Häutungsszenen in ANARCHY PARLOR geradezu genüsslich zelebriert und unnötig lang hinausgezögert, um all die Filmfans zufriedenstellen zu können, denen es nicht blutig genug in Horrorfilmen zugehen kann. Immerhin befinden sich die gezeigten Grausamkeiten technisch auf sehr beachtlichem Niveau, denn was hier an abartigen Spezialeffekten geboten wird, setzt einen gesunden Magen voraus. Bei so viel Liebe zum groben Handwerk dürfte er vermutlich nicht verwundern, dass mehr Leidenschaft in die Ekeleffekte investiert wurde und die eigentliche Handlung zu kurz kommt. Regisseur KENNY GAGE hat sich mal wieder am Drehbuch ausprobiert. Auf seinem Mist wuchs bereits der Frauen-Prügler RAZE, mit dem deutschen Zensurbehörden zu Recht keinen Spaß verstanden. Wer den Streifen gesehen hat, dürfte sich ein Bild von jener Richtung machen können, die ANARCHY PARLOR einschlägt. Das bedeutet stumpfe Gewalt, sinnfreie Handlung und schablonenhafte Figuren, die sich nicht sonderlich klug verhalten.
 
 
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Die Logikbarrieren sind offensichtlich. Schenkt man einigen Festivalberichten Glauben, konnten sich Besucher ein lautes Lachen während der Sichtung nicht verkneifen, weil der Film sich damit brüstet auf wahren Begebenheiten zu beruhen, obwohl die Geschichte nur so vor Unglaubwürdigkeit strotzt. So handeln amerikanische Protagonisten aus Prinzip nicht klug und Osteuropäer werden mal wieder als ungebildete Schlächter deklariert, denen Gewalt und Gewissenlosigkeit des schnöden Mammons wegen keine Fremdwörter sind. Wer über engstirniges Schubladendenken hinwegsehen kann und eine Vorliebe für schroffe Tortur-Orgien besitzt, wird dennoch gut unterhalten werden, schließlich wird sich in ANARCHY PARLOR nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten. Recht früh wird der Fleischwolf angeworfen damit der Film im Blut ersäuft. Die meisten Horrorfans dürften damit wohl kein Problem haben.
 
 
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ANARCHY PARLOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HOSTEL 2.0. – ANARCHY PARLOR ist ein äußerst harter Vertreter skrupelloser Folterfilme, der einen gesunden Magen und Nerven wie Drahtseile voraussetzt. Was in diesem Film an perversen Schlachtmethoden gezeigt wird ist nicht leicht zu verdauen, denn einmal mehr verkommt der menschliche Körper zur lukrativen Hehlerware. Statt amerikanische Touristen zu foltern oder ihrer Organe zu berauben, hat man es diesmal auf deren Haut abgesehen. Diese wird ihnen recht schmerzhaft mit Hilfe von erschreckend realistisch in Szene gesetzten Spezialeffekten vom Körper gezogen damit darauf Bilder gemalt werden können. Trotz Echtheitshinweis zu Beginn des Streifens ist das was in ANARCHY PARLOR gezeigt wird ziemlich haarsträubend. Die Handlung ist unglaubwürdig und die Figuren handeln mehr nach Regeln moderner Horrorfilme, statt nach gesundem Menschenverstand. Die beiden Regisseure DEVON DOWNS und KENNY GAGE fackeln nicht lang und klären zügig auf, was in ihrem gemeinsamen Horrorwerk Programm ist. Das ist die Zurschaustellung von Gewalt in ihrer Reinform – mehr nicht. Aufmerksame Zuschauer werden übrigens schnell erkennen, wer die Macher inspiriert haben dürfte. Kein geringerer als ELI ROTH stand Pate, der mit dem überbewerteten Folterkrimi HOSTEL den wohl bekanntesten Streifen seiner bisherigen Karriere zimmerte. Da wundert es wohl niemanden, dass ANARCHY PARLOR verdächtig ähnlich nach gleichem Schema abgespult wird und es die Regisseure darauf abgesehen haben, Zuschauer mit harter Gewalt zu verstören. Immerhin stimmt der Gewaltpegel, mehr darf man von ANARCHY PARLOR jedoch nicht erwarten.
 
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Zensur

 
 
 
Aufgrund der sehr drastischen Häutungsszenen wird es ANARCHY PARLOR hierzulande bei deutschen Zensurbehörden sehr schwer haben eine Freigabe zu erhalten. Zudem wird kurz vor Ende auch noch in die Köpfe diverser Teenager geschossen, so dass wir davon ausgehen, dass der Film in Deutschland nur geschnitten erscheinen wird.
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 
Caged (2010)
 
Territories (2010)
 
An American Terror (2014)
 
The Scarehouse (2014)
 
Blood Widow (2014)
 
Daddy’s Little Girl (2012)
 
Omnivoros – Das letzte Ma(h)l (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Slasher in the Woods (2013)
 


Filmkritik: “The Redwood Massacre” (2014)

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THE REDWOOD MASSACRE

Story

 
 
 
Wenn Jason Voorhees auf Leatherface trifft, erlebt man vermutlich THE REDWOOD MASSACRE. Dieser britische Slasher berichtet einmal mehr von abenteuerlustigen Campern, die den Schauplatz eines Vebrechens aufsuchen und feststellen müssen, dass der Killer von einst immer am Leben ist.

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Kritik

 
 
 
Mit THE REDWOOD MASSACRE wird die lange Liste günstig gedrehter Backwood-Slasher um einen weiteren Vertreter bereichert und erfüllt Liebhaber grober Schlachtfilme mit Freude, schließlich darf sich endlich mal wieder ein Film mit „Massaker“ im Titel brüsten in dem es dann auch wirklich deftig zur Sache geht. Umso verwunderlicher, was die Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) dazu bewegt haben muss THE REDWOOD MASSACRE ungeschnitten für deutsche Horrorkonsumenten freizugeben. Vermutlich saß wohl selbst ein Anhänger der ungemütlichen Filmunterhaltung im Prüfgremium und hatte Erbarmen mit deutschen Slasher-Fans, die sich gierig die Hände nach möglichst blutigen Meuchelwerken reiben – insofern sie denn ungerupft in die Händlerregale kommen.
 
 
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Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht: Regisseurs DAVID RYAN KEITH bedient sich reichlich unverfroren bei den ganz Großen. So muss neben Cunninghams Schitzerepos FREITAG DER 13. auch Hoopers Terrororgie TEXAS CHAINSAW MASSACRE für nicht sonderlich klug gestrickte Low-Budget-Schlitzerei herhalten, die dann wenig eigenständig nach Schema F abgehandelt wird. Kluge Wendungen und kreative Todesarten sind Mangelware. Stattdessen lässt der Britte einen übermenschlichen Killer nach amerikanischem Vorbild auf abenteuerlustige Touristen los, die genau dort campen und feiern wollen, wo sich vor vielen Jahren ein grausames Blutbad ereignet hat. Anfangs noch zu Scherzen aufgelegt, geht es denn Endzwanzigern bald an den Kragen. Der Übeltäter von damals ist zurück und macht das, was er wohl am besten kann: töten, sägen und zerstückeln. Der fleischgewordene Albtraum aus LEATHERFACE und JASON VOORHEES hat unbeschreiblichen Blutdurst und ein ausgeprägtes Verlangen nach unmenschlicher Folterei. Mit spitzem Werkzeug jagt er seine Beute durch die Wälder und stapelt Menschen in seiner Hütte, die irgendwie niemand zu vermissen scheint.
 
 
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Nicht über Filmfehler nachdenken und sich vom Blutrausch berieseln lassen. THE REDWOOD MASSACRE ist erwartungsgemäß nichts Hochgeistiges, sondern will vor allem jene ansprechen, deren Herz bei Old-School-Slashern schneller zu schlagen beginnt. Ganz wie in den guten alten Zeiten ist man um dreckige Atmosphäre und möglichst unangenehme Spezialeffekte bemüht, die übrigens alle handgemacht sind. Schauspieler und Geschichte kommen leider zu kurz und erhalten keine Tiefe – ein Manko, das in einer Zeit ewig gleicher Horrorstreifen den meisten Meuchelfilmen das Genick bricht. Auch THE REDWOOD MASSACRE ereilt gleiches Schicksal, denn die austauschbare Handlung und die schablonenhaften Figuren dürften dafür sorgen, dass dieses Massaker so schnell aus den Köpfen der Horrorfans verschwunden sein wird, wie die meisten Gewinner deutscher Castingshows.
 
 
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THE REDWOOD MASSACRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Blutreicher Splatter-Exkurs im englischen Hinterland. Die FSK schien bei der Beurteilung ihrer Freigabe nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, denn der Blutgehalt von THE REDWOOD MASSACRE ist dermaßen hoch, wie schon lange nicht mehr in einem von der Behörde geprüften Horrorfilm. So dürfte es Willkür gewesen sein, dass dieser Slasher ungeschnittenen durch die Prüfung gewandert ist – ganz zur Freude der Fanmeute, die bedenkenlos zugreifen kann. Der Britte DAVID RYAN KEITH macht es bekannten Kultmeuchlern gleich. Nach amerikanischem Vorbild und in bekannter FREITAG DER 13.-Manier wird menschliches Kanonenfutter durch den Fleischwolf gejagt, damit sich der Zuschauer am langsamen Ableben erfreuen kann. Sonderlich neu ist das nicht und das ist das eigentliche Problem dieses britischen Low-Budget-Massakers. Viel zu oft hat man seit Bestehen des Slasher-Genres derart Verbrechen zu sehen bekommen, so dass sich schnell Langeweile breit macht, weil auch THE REDWOOD MASSACRE nur die fürs Subgenre bekannte Klischeeliste abharkt. Die Protagonisten verhalten sich dämlich, der wortkarge Killer tötet skrupellos und die obligatorische Screamqueen nimmt am Ende den Kampf gegen ein maskiertes Monster ufn, das selbstverständlich am Ende in die Kamera blinzelt, damit eine Fortsetzung kommen kann. Aufgrund der routinierter Machart, vielen blutigen Kills und einigen atmosphärischen Einstellungen gibt es trotzdem noch fünf Klappen. Allen Anhängern des rauen 80er-Slashers dürfte die mangelnde Abwechslung vermutlich keine Sorgen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Zensur

 
 
 
Ein recht blutiger Vertreter im Slasher-Genre in dem sogar auch etwas gefoltert wird. Hierzulande gab’s dafür erstaunlicherweise den roten 18er-Flatschen von der FSK – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Redwood Massacre; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of

Release-Termin: 24.04.2015

 

The Redwood Massacre [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Wolf Creek 2 (2014)

Hatchet 3 (2013)

Freitag der 13. (2009)


Filmkritik: “Prom Ride” (2015)

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PROM RIDE

Story

 
 
 
Der Abschlussball steht für einige Schüler bevor, die sich zur Feier eine Limousine gemietet haben, um darin heil zum Ball gebracht zu werden. Leider sitzt ein Killer am Steuer und hat mit den oberflächlichen Freunden ein Hühnchen zu rupfen …
 
 
 


 
 
 

PROM RIDE – Kritik

 
 
 
Horrorfilme scheinen seit einigen Jahren vor allem dann besondere Aufmerksamkeit zu ernten, wenn sie auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen. Fiktive Geschichten sind rar geworden, wird doch Zuschauern immer häufiger zu Beginn klar gemacht, dass sich folgende Erzählung so wirklich zugetragen haben soll. Ob das wirklich der Fall ist, lässt sich in den meisten Fällen nicht eindeutig klären. Fakt jedoch ist, dass man schon lange nicht mehr glauben kann, was sich kreative Marketingstrategen einfallen lassen, damit sich Horrorfilme besser verkaufen lassen. Denn ob Geister, Aliens oder Serienkiller – schenkt man dem Wahrheitsgehalt vermeintlich wahrer Geschichten Glauben, lebt man in dieser Zeit gefährlich. Besonders haarsträubend und einfältig geht es in PROM RIDE zu – einem Terrorfilm, dessen Gegebenheiten so grotesk sind, dass man sich vom Echtheitsslogan im Intro nicht blenden lassen sollte. Die dargestellten Grausamkeiten sollen sich wirklich so ereignet haben, nur die Namen der Beteiligten wurden zum Schutze der Angehörigen geändert. Wer’s glaubt, wird seelig!
 
 
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Der Sensenmann lädt ein zur letzten Autofahrt durch Los Angeles. Damit die Todesfahrt unvergesslich wird, dürfen feierfreudige Teenager in einer weißen Limousine Platz nehmen und darin auf den Tod warten. Die haben sich für den besonderen Abend richtig herausgeputzt und möchten eigentlich nur zum Abschlussball kutschiert werden. Leider findet die aufregende Fahrt ein frühes Ende, denn das Steuer wird von einem Mörder übernommen. Der Unbekannte bringt den Chauffeur um die Ecke und beginnt mit den Jugendlichen ein gemeines Spiel zu spielen. An diesem Abend sollen unbequeme Geheimnisse aufgedeckt werden. Die Wahrheit soll ans Tageslicht kommen und die Kids müssen indiskrete Fragen aus ihrem Privatleben beantworten, die aus Freunden kurzum Feinde machen. Wer sich weigert muss sterben, wer sie beantwortet ebenso. Können die intriganten Teenager gerettet werden, noch bevor sie sich selbst die Augen auskratzen?
 
 
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Wenn man sich amerikanische Horrorfilme der letzten Jahre anschaut, so könnte man meinen, dass sich die Protagonisten in diesen Filmen nicht mehr ohne digitalen Camcorder aus dem Haus trauen. Alltägliches muss nach immer gleichem Konzept auf Film festgehalten werden, damit der Zuschauer pseudoauthentische Horrorfilme zu sehen bekommt, die in Ego-Ansicht und mit meist semiprofessioneller Machart Schrecken verursachen soll. PROM RIDE bedient sich ebenfalls dem erfolgreichen Found-Footage-Konzept, das Horrorfans mittlerweile in zwei Lager spaltet: die, die nach wie vor nicht genug von dieser Sorte Filmen bekommen können und jene, die schon beim Wort „Schüttelfilm“ das kalte Grausen bekommen. PROM RIDE ist kompromissbereit und versucht beide Fanlager zufriedenzustellen. Der Streifen mixt Found-Footage mit gewohnter Filmansicht und lässt spätestens im Diskriminierungspart fast vollständig die Hände von unnötiger Filmwackelei, damit der Zuschauer die gezeigten Abartigkeiten besser beobachten kann.
 
 
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Ähnlich wie in den bereits vor einiger Zeit besprochenen UNTER FREUNDEN oder WOULD YOU RATHER wird auch in PROM RIDE das Bestrafungsprinzip in den Mittelpunkt gerückt. Die meisten der hier in einer Limousine eingesperrten Kids haben so ihre Probleme mit der Ehrlichkeit, so dass der Begriff „Freundschaft“ an diesem Abend eine gänzliche neue Bedeutung für die Anwesenden erhält. Die Wahrheit deckt auf, was lang im Verborgenen versteckt gehalten wurde. Dumm nur, dass dem Zuschauer Mitleid erspart bleibt, denn Sympathien bleiben aus. Eine Identifikationsfigur gibt es nicht. Stattdessen bekommt man oberflächliches Geschnatter von Generation Facebook zu sehen, das das erfahrene Publikum rasch zur Weisglut treiben dürfte. Apropos Weisglut: bleibt zu erwähnen, dass man während der Sichtung von PROM RIDE logischen Menschenverstand ausknipsen sollte. Die aufgescheuchten Hühnchen handeln alles andere als nachvollziehbar. Spätestens jetzt sollte jedem vernünftig denkenden Zuschauer klar sein, dass wohl das Echtheitsprädikat nur eine Farce ist, um PROM NIGHT bei Horrorfans interessant machen zu können. Wir meinen: trivialer Bestrafungs-Terror mit leidlich talentierten Schauspielern und nicht gerade vor Konsequenz strotzenden Bestrafungen.
 
 
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PROM RIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine unbequem-perverse Todesfahrt für Freunde fieser Quälfilme. In PROM RIDE kommt Verborgenes zu Tage, was für alle Beteiligten unangenehme Folgen hat. Mittels fragwürdiger Bestrafungsmethoden werden Teenager psychisch gequält und anschließend mit dem Todesschuss von ihren Leiden befreit. Die Idee zum Film findet bei Fans solcher Filme vermutlich Anklang. Dennoch, so unmenschlich sich die Geschichte auch liest, sonderlich gut ist PROM RIDE leider nicht. Das mag einerseits an den unzugänglichen Charakteren liegen, die sich durch Oberflächlichkeiten und Arroganz beim Zuschauer unbeliebt machen. Andererseits handeln die jugendlichen Protagonisten derart hölzern, dass man froh darüber ist, wenn sie dann endlich das Zeitliche segnen. Dass PROM RIDE auf wahren Begebenheiten beruhen soll, scheint ein schlechter Scherz zu sein. Der teils im Found-Footage-Stil gefilmte Psychothriller ist mit seiner überraschenden Wendung so unglaubwürdig inszeniert, dass der Zuschauer nicht auf den Echtheitshinweis zu Beginn des Films reinfallen dürfte. PROM RIDE ist Durchschnittshorror ohne Tiefe, Thrill und Überraschungen und nur für Allesseher geeignet, die sich allein des Zeitvertreibes wegen, jeden Quatsch reinziehen müssen.
 
 
 


 
 
 

PROM RIDE – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, welche Freigabe PROM RIDE in Deutschland erhalten wird. Für eine Jugendfreigabe ab 16 Jahren werden zu viele fragwürdige Dinge gezeigt. Für eine Erwachsenenfreigabe ist das Gebotene zu harmlos. Die meisten Protagonisten werden mit einem Pistolenschuss in die ewigen Jagdgründe befördert. Dabei spitzt das Blut recht zeigefreudig. Wir rechnen dennoch mit einer Freigabe für volljährige Zuschauer: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

PROM RIDE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Einige für die Kritik verwendeten Grafiken stammen von der offiziellen Internetseite zum Film.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Unter Freunden – Komm, lass uns spielen (2012)
 
Would you Rather (2012)
 
Truth or Dare (2011)


Filmkritik: “Bedlam” (2015)

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BEDLAM

Story

 
 
 
Weil dem verunsicherten George seltsame Stimmen durch den Kopf geistern, beschließt er sich vom gleichen Arzt untersuchen zu lassen, der einst auch schon die psychisch kranke Mutter behandelt hat. Der diagnostiziert am Patienten Schizophrenie und verspricht in seiner Klinik Heilung. George unterschreibt die Behandlungspapiere, wird in eine Irrenanstalt eingewiesen und erfährt bald am eigenen Leibe, dass der Arzt ganz eigene Untersuchungsmethoden anwendet, um die Leiden seiner Patienten lindern zu können.
 
 
 


 
 
 

BEDLAM – Kritik

 
 
 
Die Jungs von AFTER DARK FILMS melden sich zurück. Der Filmfestveranstalter hat eine Leidenschaft für gruselige Unterhaltung und versorgt die weltweite Fangemeinde mit abwechslungsreichem Horror, der nun schon seit geraumer Zeit sogar im eigenen Produktionsstudio hergestellt wird. Wie im vergangenen Jahr war man auch 2015 nicht untätig und bringt mit dem dem Psycho-Thriller BEDLAM einen weiteren Streifen einer ganzen Reihe selbstgemachter Horrorfilme in die internationalen Wohnzimmer, von denen die Mehrzahl (darunter CHILDREN OF SORROW und ASYLUM) bereits im vergangenen Jahr ausgewertet und dem Horror-erprobten Zuschauer Gänsehaut beschert haben.
 
 
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Der neuste Beitrag aus der beliebten AFTER DARK FILM-Schmiede geht es ebenso finster an, wie die bisherigen Filme aus dem noch jungen Produktionsstudio und orientiert sich thematisch an Psycho-Trips, wie dem erst kürzlich besprochenen ENTER THE DANGEROUS MIND, in dem der Zuschauer Einblicke in die Gedankenwelt eines psychisch gestörten Mannes erhält. Der nennt sich in BEDLAM George (GUY EDMONDS) und begibt sich nach dem tragischen Tod der Mutter in psychiatrische Behandlung, weil ihm böse Stimmen im Kopf das Leben zur Qual machen. Kaum die Diagnose Schizophrenie erhalten, findet sich George in der Psychiatrie wieder und soll mit fragwürdigen Experimenten von seinem Leiden befreit werden. Dem ahnungslosen Patienten wird jedoch schnell bewusst, dass in dieser Klinik der Heilung psychisch Erkrankter nur wenig Beachtung geschenkt wird. Stattdessen werden aus Patienten Versuchskaninchen, die von Arzt und Wärtern so lang erniedrigt, gefoltert und gequält werden, bis der Tod die unfreiwilligen Probanden von ihren Qualen erlöst.
 
 
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Unbequemes Filmmaterial kommt da auf den Zuschauer zu, das angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen soll, die sich so ähnlich in den 60er Jahren zugetragen haben sollen. BEDLAM spielt in einer Zeit in der die moderne Behandlung psychisch Erkrankter noch in den Kinderschuhen steckte, kaum Nutzen brachte und stattdessen mehr Schaden bei Betroffenen anrichtete, als ihnen Linderungen zu versprechen. PETER MCALLUM spielt hier einen erbarmungslosen Arzt mit nationalsozialistischen Gedankengut, der fest der Überzeugung ist, dass psychische Krankheiten durch Masturbation und Unzucht ausgelöst werden. Mit gnadenloser Härte injiziert er starke Medikamente, führt fragwürdig Operationen durch und setzt Patienten unter Strom, um ihnen die Gehirne zu waschen. Widerstand ist zwecklos, denn den Insassen – ob nun wirklich krank oder nicht – wird mit unmenschlichen Methoden Respekt eingejagt. Zwei erbarmungslose Aufseher handeln nach eigenen Gesetzen, vergewaltigen und prügeln damit Horrorfans auch die nötige Dosis Gewalt zu sehen bekommen. Die ist natürlich Mittel zum Zweck, denn eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit der Psyche des Filmhelden wird ziemlich früh aus den Augen verloren. Das anfängliche nicht uninteressant erzählte Psychogramm eines als Kind sexuell missbrauchten Mannes muss sich recht bald den Regeln moderner Horrorware unterwerfen. So verkommt die Psychoanalyse zum plumpen Anstalts-Thriller in dem Patienten wahllos gefoltert werden, damit sie sich am Ende rächen können.
 
 
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Geübte Zuschauer erkennen schnell Parallelen zu den reißerisch inszenierten Frauengefängnisfilme der 70er Jahre, in denen Sex, Folter und Gewalt publikumswirksam auf Zelluloid festgehalten wurde und so dem Exploitationfilm zu zweifelhaftem Ruhm verhalten. Nicht wesentlich anders geht es in BEDLAM zu, der sich viel zu versteift auf barbarische Untersuchungspraktiken konzentriert, statt sich mit der zweifelhaften Thematik ernsthaft zu beschäftigen. So dürfte es wenig wundern, dass der Film seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit besitzt, schließlich war Regisseur CHEW BARKER dann doch mehr darum bestrebt Zuschauer mit platten Foltermomenten zu schockieren, statt sie mit den Protagonisten mitleiden zu lassen. Protagonist George glänzt in jeder Szenen mit frisch getrimmten Dreitagebart und Patienten Sofia (CASSANDRA SWABY) hat zwischen all den unmenschlichen Erniedrigungen immer noch genügend Zeit, um sich stets perfekt schminken und frisieren zu können. Die meisten der eindimensionalen Charaktere wirken befremdlich, handeln nicht nach Verstand, sondern nach den mittlerweile gängigen Regeln für möglichst hölzerne Horrorfilme. Dass die kontroverse Thematik aufgrund der wirren Erzählung und den unzugänglichen Stereotypen schnell an Reiz verliert ist bedauerlich. Vermutlich wäre es wohl besser gewesen, wenn BEDLAM ein einauthentisches Drama geworden wäre. Als Horrorfilm zumindest überzeugt der Film keineswegs. Wenigstens kommt die gewalthungrige Fan-Fraktion auf ihre Kosten – auch wenn viel Sitzfleisch vorausgesetzt wird, bis man erste Quälereien zu sehen bekommt.
 
 


 
 
 

BEDLAM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockierender Filmstoff mit Echtheitszertifikat. AFTER DARK FILMS ist wieder da. Der ehemalige Festivalbetreiber macht jetzt selbst Filme und ist mit einer Reihe neuer Horror-Schocker am Start. Leider versemmelt man im hauseigenen Produktionsstudio gleich den ersten Beitrag der neuen Staffel und bringt einen leidlich spannenden Film in die Heimkinos, in dem man sich mit grotesken Methoden zur Behandlung psychischer Erkrankungen beschäftigt. Zwar wirbt man gleich zu Beginn damit, dass das aktuelle Machwerk aus der AFTER DARK FILMS-Schmiede auf wahren Ereignisse beruhen soll. So authentisch einige der Behandlungsmethoden auch in Szenen gesetzt werden – BEDLAM mangelt es an Glaubwürdigkeit und Zugänglichkeit. Die Protagonisten wirken befremdlich und unsympathisch. Ein Mitfiebern wird demzufolge unmöglich gemacht. Zudem versucht Regisseur CHEW BARKER sein Filmdebüt zu verkrampft in die Horrorschublade zu pressen, obwohl es dort vollkommen deplatziert ist. BEDLAM handelt von obskuren Praktiken zur Heilung psychisch Erkrankter, die zu jener Zeit noch in den Kinderschuhen steckten, in welcher der Streifen spielt. Eine kontroverse Thematik, die vermutlich besser in Form eines Dramas aufgehoben gewesen wäre. Leider konzentriert sich BARKER zu sehr auf die Abhandlung diverse Folterpraktiken, so dass er im wirren Gewaltreigen die Entwicklung seiner Figuren aus den Augen verliert. Das macht BEDLAM ziemlich anstrengend, zumal der Film mit 100 Minuten Laufzeit etwas arg lang geraten ist.
 
 
 


 
 
 

BEDLAM – Zensur

 
 
 
Trotz Foltermethoden ist BEDLAM keine Schlachtplatte. Es werden Zähne gezogen, Patienten ausgepeitscht und vergewaltigt. Dennoch dürften die Schauwerte hierzulande dafür ausreichen, dass BEDLAM von der FSK keine Jugendfreigabe erhalten und mit rotem Flatschen in die Händlerregale gebracht werden wird.
 
 


 
 
 

BEDLAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Antisocial Behavior (2014)
 
Hemorrhage (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Found (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 


Filmkritik: “An American Terror” (2014)

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AN AMERICAN TERROR

Story

 
 
 
Die Außenseiter Ray (Joe Abplanalp), Josh (Graham Emmons) und Sammy (Taylor Hulett) haben die Nase von den Schikanen der Mitschüler gestrichen voll. Sie wollen sich an ihren Mitschülern rächen und planen einen Amoklauf. Doch bei der Planung ihrer Tat kommt alles anders.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Kritik

 
 
 
In Zeiten des schnellen, technischen Fortschritts wird es selbsternannten Filmemachern immer einfacher gemacht Filme zu drehen, die am Ende sogar den Weg in den Handel finden. Alles was dafür benötigt wird, lässt sich auf Händlerplattformen wie Ebay oder Amazon finden, wo HD-Kameras und Schnittprogramme zu mittlerweile erschwinglichen Kursen angeboten werden. Selbst eigene Horrorfilme zu machen stellt im Jahr 2015 keine Herausforderung mehr dar, schließlich hat sich der unabhängige Horrormarkt zu einer wahren Goldmiene entwickelt und unzähligen Hobby-Regisseuren den Sprung ins Rampenlicht ermöglicht, von denen es sogar einige bis nach Hollywood geschafft haben. Hinter dem für schmales Geld gedrehten AN AMERICAN TERROR steckt HAYLAR GARCIA. Der hat bereits mit 17 Jahren erste Alben aufgenommen und als kreativer Produzent reichlich Erfahrungen im Musikbusiness sammeln können. Vermutlich hat ihm die Musik allein nicht ausgereicht. Wie einst auch ROB ZOMBIE, der sich vor der kommerziellen Kino-Neuauflage HALLOWEEN (2009) hauptsächlich durch laute Gitarrenklänge einen Namen machen konnte, versucht sich nun auch GARCIA ein zweites Standbein aufzubauen und versucht neben der Musik auch im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Mit AN AMERICAN TERROR hat er seinen ersten Horrorfilm inszeniert für den er auch gleich das Drehbuch schrieb, das nicht unwesentlich bei Filmen wie THE FINAL und dem Folter-Murks HOSTEL stibitzt hat. Entstanden ist ein kleiner Indie, der zwar sein mageres Kapital nicht verbergen kann und dem der Charakter von amateurhaften Garagenproduktion anhaftet; nichtsdestotrotz kommt dem Film die ungeschliffene Low-Budget-Optik gelegen, weil der kostengünstige Look zum zweifelhaften Kontext der Geschehnisse passt.
 
 
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Im Film geht es um drei Außenseiter, die es an der High School nicht leicht haben. Die Freunde werden immer wieder Opfer von Schikanen ihrer Mitschüler und beschließen die gesamte Meute während eines Schulballs in die Luft zu jagen. Um an scharfe Munition zu kommen ist man erfinderisch. Sprengkörper werden mit Hilfe von Bauanleitungen aus dem Internet selbst zusammengestellt. Nur bei Schusswaffen macht ihnen das Gesetz einen Strich durch die Rechnung. Doch die Jungs wissen sich zu helfen. Unter einem Schrottplatz entdecken sie ein geheimes Waffenlager eines äußerst zwielichtigen Zeitgenossen. Der sammelt nicht nur gefährliche Schießeisen, sondern frönt hier unten ganz speziellen Freizeitaktivitäten. Mit scharfem Folterwerkzeug quält er bevorzugt Teenager, um sich an ihrem Leid Befriedigung zu erhoffen. Keine erfreulichen Nachrichten für die wütenden Freunde, muss der geplant Racheakt auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
 
 
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Ein Film mit kontroversem Hintergrund? In einem Interview verriet Macher HAYLAR GARCIA, dass er sich von den schrecklichen Ereignissen des Amoklaufs an der Columbine High School inspirieren lies, bei dem im Jahr 1999 zwei Schüler einen Lehrer und zwölf Schüler erschossen. Die pubertären Protagonisten in AN AMERICAN TERROR haben ähnliches vor. Dennoch verliert die heikle Thematik schnell an Gewichtung, weil GARCIA kurzum beschließt andere Wege zu gehen. Er selbst bezeichnet seinen Film als “Anti-Amoklauf”, weil sich der Film nach überraschender Wendung zum Folterstreifen entwickelt und seine anfangs akribisch geplante Tat aus den Augen verliert. Die rachsüchtigen Teenager finden sich in einer unterirdischen Todesarena wieder. Hier gilt es sich aus den Klauen eines widerwärtigen Serienmörders zu befreien, der in seiner geheimen Folterzelle Halbwüchsige zu Hackfleisch verarbeitet. Dass in Zeiten des Überlebens aus Feinde Verbündete werden, scheint die logische Konsequenz zu sein. So schließen sich die Außenseiter mit jener selbstbewussten Cheerleaderin zusammen, die sich Stunden zuvor noch über die Jungs lustig gemacht hat. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen eine abscheuliche Kreatur in Menschengestalt auf, liegen sich am Ende sogar in den Armen und legen den geplanten Amoklauf ad acta.
 
 
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Schmerzhaftes Foltern auch ohne Budget: man sollte sich nicht vom semiprofessionellen Look abschrecken lassen, der bereits zu Beginn ins Auge springt. Trotz Low-Budget-Status und einer kleinen Anzahl unbeholfener Schnitte hat AN AMERICAN TERROR einige Überraschungen zu bieten. So gibt es nach einer plötzlichen Wendung für Fans der härteren Gangart diverse Gemeinheiten zu bestaunen, die geschickt in Szene gesetzt werden. GARCIAS blendet weg, wenn es ernst wird, lässt den Ton aber weiter laufen. Für ungeübte Zuschauer schwer verdaulich, entwickelt sich das Kopfkino geschwind zur unerträglichen Tour de Farce. Weitaus erschreckender: der Filmbösewicht. Dessen Identität bleibt bis zum Abspann im Verborgenden, seine Beweggründe ungeklärt. Mit einer Art Pestmaske scheint er immerhin Freude daran zu haben, vorlauten Teenagern Augenlider abzuschneiden oder im Säurebad sich selbst zu überlassen. Die fiesen Spezialeffekte haben es in sich und sind trotz einfacher Machart nicht so leicht zu durchschauen. Zusammen mit der morbiden Atmosphäre gelingt es AN AMERICAN TERROR so ohne weiteres, den ganz großen Schmuddelfilmen des Tortur-Genres das Wasser zu reichen.
 
 
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Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Irgendwie mag man in AN AMERICAN TERROR das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe HAYLAR GARCIA versucht zwei Geschichten in einem Film unterzubringen. Aus einem Rachefilm wird ein Folter-Schocker, der in den letzten Minuten einen Fehler macht und sein anfängliches Thema erneut aufgreift. Der Rattenschwanz wirkt überflüssig und zieht den Film nur unnötig in die Länge. Das ist bedauerlich, hätte AN AMERICAN TERROR unter erfahrener Hand und mit mehr Kapital ein richtiger Horror-Hit werden können. So bleibt ein solides Tortur-Machwerk mit fieser Stimmung, bösen Momenten und viel Luft nach oben. Wer übrigens bis nach dem Abspann wartet wird mit einem Cliffhanger belohnt. Horror-Debütant HAYLAR GARCIA liebäugelt wohl mit einer Fortsetzung. Ob und wann die kommen wird dürfte die Zukunft zeigen. Mit Sicherheit spielt da wohl der Verkauf des Heimkinomediums eine wesentliche Rolle, steuert doch in den meisten Fällen die Nachfrage das Angebot. Man darf gespannt sein!

 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein unangenehmer Filmalbtraum irgendwo zwischen kontroversen Machwerken wie THE FINAL, IF… und ELEPHANT. Anders als in den beiden letztgenannten verirrt sich AN AMERICAN TERROR dann doch mehr im Horrorgenre und verstört mit perverser Folterthematik nach allen Regeln der Kunst. Trotz Low-Budget-Look sorgt Regisseur und Drehbuchautor HAYLAR GARCIA für atmosphärische Bilder. Einige schmuddelige Gewalteskapaden und der unbequeme Ton des Treibens erinnern in den besten Momenten sogar an Horror-Mainstream aus der Schmiede eines MICHAEL BAY: TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING. Trotzdem ist es nicht gelungen aus AN AMERICAN TERROR einen Hit zu machen. Anders als im glattgebügelten Prequel des Kettensägen-Remakes mangelt es dem Streifen an Professionalität. Die Schauspieler agieren solide, scheinen aber noch reichlich grün hinter den Ohren zu sein. Zudem wirken die letzten 15 Minuten überflüssig, weil die Story von AN AMERICAN TERROR unnötig weitergesponnen wird, obwohl der widerwärtige Filmbösewicht längst zur Strecke gebracht wurde. Immerhin entschädigen fiese Spezialeffekte, die zwar einfach gestrickt, aber nicht weniger schmerzhaft in Szene gesetzt wurden. Wer daher ein Herz für Horrorfilme in der Machart eines HOSTEL oder SAW 3 besitzt, wird gut unterhalten werden. The Show must go on: Schenkt man einer Szene nach dem Abspann Glauben, könnte eine Fortsetzung bald kommen.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Zensur

 
 
 
Wer auf abgefahrenes Zeug wie abgeschnittene Augenlider oder Körperteile abfährt, wird an AN AMERICAN TERROR sicherlich Freude haben. Trotzdem; ein unerträgliches Brutalowerk im Stile eines HOSTEL ist der Mix aus Folter- und Rachethriller nicht geworden. Die meisten Gewalttaten werden im Off zelebriert, was aber nicht minder hart anzuschauen ist. Sollte der Streifen hierzulande veröffentlicht werden, kann man mit einer ungeschnittenen Fassung rechnen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Final (2010)
 
Elephant (2003)
 
If…. (1968)
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Hostel (2005)
 


Filmkritik: “The Scarehouse” (2014)

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THE SCAREHOUSE

Story

 
 
 
Jetzt wird abgerechnet: Die ehemaligen Studentinnen Corey und Elaina zahlen es ihren Ex-Verbindungsschwestern heim und locken die Mädchen in eine zur Geisterbahn umfunktionierten Lagerhalle, wo ihnen eine tödliche Lektion erteilt wird.

 
 
 


 
 
 

THE SCAREHOUSE – Kritik

 
 
 
Es ist Halloween und zwei Mädchen funktionieren im Horrorfilm THE SCAREHOUSE eine leerstehende Halle zu einer dieser Geisterhäuser um, die sich seit einigen Jahren in Amerika großer Beliebtheit erfreuen. Während die Kleinen von Haus zu Haus ziehen, um Süßigkeiten zu sammeln, zieht es erwachsene Amerikaner in diese privaten Geisterbahnen, um dort das Fürchten gelehrt zu bekommen. In THE SCAREHOUSE wird dieser neumodische Brauch jedoch zweckentfremdet. Die titelgebende Geisterbahn ist hier nur Dekoration in der nicht erschreckt, sondern munter drauflos gefoltert wird. Rache steht auf dem Plan, wobei diesmal die Herren der Schöpfung Sendepause haben. Stattdessen stellt das weibliche Geschlecht endlich auch mal unter Beweis, das es mindestens genauso talentiert mit Folterutensilien umgehen kann, wie die männlichen Filmschurken in Horrorschockern wie HOSTEL, SAW & Co.
 
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Corey (SARAH BOOTH) und Elaina (KIMBERLY-SUE MURRAY) haben einen Pakt mit dem Sensenmann abgeschlossen. Zwei Jahre mussten sie für ein Verbrechen im Gefängnis absitzen, zu dem sich von ihren Studentenfreundinnen angestiftet wurden. Endlich in Freiheit, sollen die für ihre rücksichtslose Tat bestraft werden. In einer zur Geisterbahn umfunktionierten Lagerhalle wird ihnen die Party ihres Lebens versprochen, welche sich die verwöhnten Studentinnen natürlich nicht entgehen lassen wollen. Doch von der feierfreudigen Partygemeinschaft ist weit und breit keine Spur. Stattdessen geben sich Corey und Elaina als sarkastische Foltermeister zu erkennen und töten die ehemaligen Freundinnen – eine nach der anderen.
 
 
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Hinter THE SCAREHOUSE versteckt sich im Grunde genommen ein weiterer Folterfilm, wie man sie vor einigen Jahren viel zu oft gesehen hat. Trotzdem muss man Regisseur GAVIN MICHAEL BOOTH zugute heißen, dass er hier mit magerem Budget einen halbwegs akzeptablen Horrorfilm gemacht hat, der sich dann doch etwas vom Tortur-Einheitsbrei abhebt. Seine Antiheldinnen morden nicht ausschließlich, um Fans des Schlachthandwerks Schauwerte bieten zu können. Sie überraschen mit pechschwarzem Humor und haben beim Foltern stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. Kreatives Um-die-Ecke-bringen lautet die Devise, wobei man erwähnen muss, dass man in THE SCAREHOUSE die vermutlich ausgefallensten Morde der Filmgeschichte zu sehen bekommt. Neben einer äußerst blutigen und nicht minder makabren Kissenschlacht, bildet den Höhepunkt ein Tod bringendes Folter-Korsett, das seinem Träger sprichwörtlich die Luft zum Atmen nimmt.
 
 
 
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Dass Regisseur GAVIN MICHAEL BOOTH schon früh lernen musste, bei seinen Arbeiten mit wenig Geld auszukommen, scheint sich mit THE SCAREOUSE bezahlt gemacht zu haben. Der Film schaut teurer aus, als er vermutlich gewesen ist, was vor allem an den gut gewählten Schauspielerinnen liegen dürfte, die hervorragend in die zugewiesenen Rollen passen und manch Holprigkeit in der Inszenierung vergessen lassen. BOOTH, der sich zuvor als Regisseur von diversen Musikvideos einen Namen machen konnte, musste improvisieren. Statt im Studio zu drehen, wählte er die kostengünstige Alternative und verlagerte die Dreharbeiten nach Windsor (Ontario), wo er seinen Revenge-Thriller im “Scarehouse Windsor” drehen durfte – eine der vielen Geisterbahnen, die an Halloween in Amerika Rekordumsätze erzielen. Ein gelungener Schachzug, der sich in punkto Atmosphäre bezahlt gemacht hat. Dank finsterer Gänge und dreckiger Kellergewölbe erhält THE SCAREHOUSE einen besonders morbiden Look und macht immerhin aus beliebigem No-Budget-Horror kurzweilig-atmosphärischen Tortur Porn mit einigen bösen Momenten.
 
 
 


 
 
 

THE SCAREHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Pechschwarzer Folter-Thriller, der mit den wohl kreativsten Foltermethoden überrascht, die die Horrorwelt bis dato gesehen hat. Wer meint, dass Zynismus, Humor und Tortur keine Einheit bilden können, der irrt. THE SCAREHOUSE ist nämlich ein äußerst schwarzhumoriger Vertreter der Gattung Rachefilm und überzeugt mit kurzweiligem Zickengegeifer, das zudem einige unerwartete Wendungen zu bieten hat. Hier wird sprichwörtlich am Fließband gefoltert, weil einige unartige Studentinnen reichlich Dreck am Stecken haben und dafür bestraft werden müssen. Zwei ausgefuchste Antihelden kümmern sich um blutige Bestrafungsmaßnahmen und morden in einem Mix aus kaltblütigem Tortur Porn und zuckersüßen Popmelodien. Auch wenn Folter-Horror in letzter Zeit kaum nennenswerte Neuerungen erlebt hat, machen Fans solcher Filme nichts falsch, wenn sie sich in diese Geisterbahn wagen – ganz im Gegenteil, schließlich ist THE SCAREHOUSE trotz bekannter Gewaltmatscherei immerhin so kurzweilig geschnitten, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Man sollte sich im Übrigen mal den Spaß machen und die bösen Wörter im Film zählen. Selten hat man die Wendungen “Slut” und “Bitch” in einem Horrorfilm so oft zu hören bekommen, wie es in diesem Schocker der Fall ist.
 
 
 


 
 
 

THE SCAREHOUSE – Zensur

 
 
 
Kreatives Morden steht auf dem Plan. Für Jugendliche ist das natürlich ungeeignet. Anfänglich noch etwas zaghaft, geht es in Sachen Tortur im Verlauf des Films ziemlich deftig zu. Zu sehen gibt es ausgerissene Fingernägel und Wimpern, Messereinstiche, Stromfolter und den bereits genannten Korsettmord. Hierzulande gibts dafür mit Sicherheit den roten FSK-Stempel: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE SCAREHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Die für die Review genutzten Grafiken stammen von der Seite scarehousemovie.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Girls against Boys (2012)
 
Big Driver (2014)
 
I spit on your Grave 2 (2013)
 
Savaged (2013)
 


Filmkritik: “Poker Night” (2014)

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POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 


Filmkritik: “Big Bad Wolves” (2013)

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BIG BAD WOLVES

Story

 
 
 
Etwas ist gewaltig faul im Staate Israel. Ein Mörder der besonders üblen Sorte geht um und treibt sein scheußliches Werk vor den Augen der ohnmächtigen Polizei. Sein Ziel sind junge Mädchen, die er einer höchst unschönen Behandlung aussetzt bevor er sie schließlich enthauptet und ihre kopflosen Leichen öffentlich zur Schau stellt. Im Zentrum von BIG BAD WOLVES stehen drei Männer, die sich im Strudel der Gewalt und ihren Konsequenzen verfangen haben. Darunter der Polizist Micki (Lior Ashkenazi), der dank seiner groben Vorgehensweise kürzlich vom Dienst suspendiert wurde, und der Lehrer Dror (Rotem Keinan), der als Hauptverdächtiger nicht nur mit sozialem Ausschluss zu kämpfen hat. Die Wege der Männer kreuzen sich und auf der Suche nach der Wahrheit wird kaum ein Mittel ungenutzt gelassen.

 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Kritik

 
 
 
Auf dem Cover der Blu-Ray fällt zunächst eine der wohl beeindruckendsten Lobhymnen auf, die ein Film sich verdienen kann. „Bester Film des Jahres!“ heißt es, zitiert wird niemand geringerer als beliebter Regisseur und Gewalt- und Fußfanatiker Quentin Tarantino. Es ist nicht schwer zu sehen, warum der amerikanische Filmnerd einen Narren an diesem israelischen Thriller-Krimi-Komödien-Hybriden gefressen hat. Die ungewöhnliche Herangehensweise von BIG BAD WOLVES an seine heikle Thematik ist das Erste, was ins Auge sticht. Der Mix von pädophilen Sexualdelikten, extremer Folter und witzigen Elementen ist einer, den man in der internationalen Kinolandschaft selten zu Gesicht bekommt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Film seine konträren Elemente ohne Sinn, Verstand und Geschmack zusammenwirft. Das Gerüst von BIG BAD WOLVES bildet die simple und spannend inszenierte Geschichte eines Verbrechens und der kompromisslosen, blutigen Suche nach dem Schuldigen. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, ist der Verlauf gespickt mit interessanten Wendungen, die ihren Zuschauer bis zum Ende im Dunkeln lassen. Die humoristischen Einlagen kommen hauptsächlich als kurze Ausflüge aus der Haupthandlung daher, die den Film sparsam und überraschend effektiv würzen. Obwohl man nicht selten zu einem Schmunzeln oder vollmundigen Lachen animiert wird, hat man nie das Gefühl, dass Pädophilie, Kindermord oder Gewalt an sich ins Lächerliche gezogen werden. Es ist ein schwieriger Spagat, den BIG BAD WOLVES sich zum Ziel nimmt und ohne großes Stolpern hinlegt. Einen Umweg in die Gebiete der Sozialkritik und der Auseinandersetzung mit den moralischen Bedenken der Selbstjustiz deutet der Film zwar an, lässt ihn aber weitgehend ungenutzt. Trotz der kontroversen Vermischung seiner gegensätzlichen Genres bleibt BIG BAD WOLVES im Kern ein schmutziger, perfider, blutiger Krimi und funktioniert als solcher außerordentlich gut.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht viele Filme versuchen, Kinderschändung, Folter und Komödie unter einen Hut zu bringen, und das ist wohl auch besser so. Im Fall des israelischen BIG BAD WOLVES allerdings gelingt es den Filmemachern, einen schrägen, ungewöhnlichen aber trotzdem spannenden und sehr unterhaltsamen Ausnahmefilm zu konstruieren. Mit den komplexen moralischen Verwicklungen seiner Thematik hält er sich zwar nur kurz auf, aber als perfider, böser Krimi gehört BIG BAD WOLVES zu den besseren Exemplaren der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Zensur

 
 
 
BIG BAD WOLVES ist in Deutschland ungeschnitten mit einer KJ erschienen. In Anbetracht der behandelten Themen wirkt dies sogar etwas großzügig. Ohne die solide Inszenierung, in der sich alle gegensätzlichen Elemente angemessen entfalten können, wäre der Film in Deutschland vermutlich nicht freigegeben worden.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Bad Wolves; Israel 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Hebräisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1, (1080p)

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of (ca. 17 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in deutsch (ca. 2 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in hebräisch (ca. 2 Min.)

Release-Termin: 27.11.2014

 

Big Bad Wolves [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
8mm (1999)
 
Cheap Thrills (2013)
 
Hard Candy (2005)
 


Kritik: “Gefesselt – Liebe. Ehre. Gehorsam.” (2014)

Deadly-Virtues-Love.Honour.Obey.-2014
 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM.

(DEADLY VIRTUES: LOVE.HONOUR.OBEY.)

Story

 
 
 
Ein ungebetener Besuch mit Folgen: Ein Einbrecher verschafft sich Zutritt zum Haus von Tom und Alison, die wenig später die Schikanen eines ominösen Eheberaters über sich ergehen lassen müssen …

 
 
 


 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. – Kritik

 
 
 
Viele Jahre ist es her, seit der holländische Regisseur ATE DE JONG nach Hollywood zog, um sich dort ausprobieren zu können. Lang hat er es dort jedoch nicht ausgehalten, denn nach dem Horrorfilm HIGHWAY ZUR HÖLLE (1991) und der schwarzen Komödie MEIN BÖSER FREUND FRED (1995) kehrte er nach Europa zurück, um sich hier dem eher unkommerziellen Filmemachens zu widmen. Nach eher unbedeutender TV-Ware hat er sich zur Freude der Horrorfans mal wieder im Genre ausgetobt und lockt mit Psycho-Horror Marke “Home-Invasion”, der aber bei angsthungrigen Zuschauern auf Ernüchterung stoßen dürfte. Der Grund hierfür ist ganz einfach, denn GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. (im Original DEADLY VIRTUES: LOVE.HONOUR.OBEY.) will anders sein, als die vielen ähnlich gestrickten Werke vor ihm. Statt übertriebendem Einsatz von Sex, Tortur und Gewalt spielt Macher ATE DE JONG ein etwas anderes, seichteres Spiel und entdeckt dabei seine Vorliebe für makabre Wendungen. Bis die jedoch zum Einsatz kommen, hält sich GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. mit unspektakulären Light-Terror über Wasser, für den der Zuschauer vor allem eines benötigt: Geduld.
 
Tom und Alison sind eigentlich ein glückliches Paar – zumindest hat es denn Anschein, denn nach außen hin verkörpern sie das perfekte Eheglück. Doch die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt, als sich ein Fremder Zutritt zum Haus verschafft und die beiden bei einem Schäferstündchen im gemeinsamen Schlafzimmer überrascht. Der Gatte wird gefesselt, in die Badewanne gezerrt und eines Fingers entledigt. Alison weiß nicht wie ihr geschieht und findet sich wenig später ebenfalls festgeknotet in der Küche wieder. Der Fremde namens Aaron hat Lust auf Terrorspiele und das ein ganzes Wochenende lang. Doch seine Opfer verstehen die Spielregeln nicht, was den mysteriösen Einbrecher dazu treibt, härter durchgreifen und bestrafen zu müssen.
 
Regisseur ATE DE JONG macht es psychologisch und lässt den Zuschauer zappeln. Dem will nämlich anfangs nicht so richtig einleuchten, was der ominöse Fremde mit seinem subtilen Psychogehabe bezwecken will. Während Ehemann Tom sein Dasein im Bad fristen und in regelmäßigen Abständen physische Gewalt über sich ergehen lassen muss, wird der traumatisierten Alison die Rolle der Heldin zuteil, die mal wieder die obligatorischen Erniedrigungen über sich ergehen lassen muss. Wer aber hofft, dass sich ATE DE JONG von platter Exploitation bedient, der irrt. Im Gegensatz zu den meisten Home-Invasion-Streifen jüngeren Datums hat der Drehbuchautor MARK ROGERS Erbarmen mit seinem weiblichen Filmopfer und verhilft der verwirrten Alison ganz nebenbei zur Erleuchtung. Anders als erwartet, lebt die ohnehin schon seit Jahren in Angst vor den täglichen Schikanen des tyrannischen Ehegatten. Der bekommt hier natürlich am Ende sein Fett weg, weil DE JONG im späteren Handlungsverlauf die Sympathiepunkte neu verteilt und aus Opfern Täter macht. Eigentlich kein schlechter Twist, wäre da nicht die zähe Vorgeschichte vom manipulierenden Richter, der sein weibliches Opfer durch langweiliges Psychospiel erst auf den richtigen Pfad bringen muss, damit selbiges sich den engen Fesseln einer quälenden Beziehung entledigen kann. Schenkt man ATE DE JONG Glauben, soll sein GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. der erste Teil einer langen Filmserie werden; sechs Teile sollen gegebenenfalls folgen. Interessant, denn technisch wie schauspielerisch hinterlässt der Auftakt keinen schlechten Eindruck – nur am Spannungspegel muss dringend Feinschliff betrieben werden. Zudem wären deftigere Gewaltmomente wünschenswert.
 
 


 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die etwas andere Eheberatung: Krankes Psychospiel mit raffinierten Wendungen, die man so nicht kommen gesehen hat. Leider hat man sich im Falle von GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. (im Original DEADLY VIRTUES: LOVE.HONOUR.OBEY.) etwas zu eifrig auf den wahrhaftig überraschenden Twist konzentriert, so dass der Rest der Geschichte etwas ins Abseits geraten ist. Zwar beherrscht der niederländische Regisseur ATE DE JONG die gängigen Schock-Taktiken des berüchtigten Invasions- und Terror-Kinos; der epochale Horror-Schocker ist GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. leider nicht geworden, was vor allem am mangelnden Härtegrad liegen mag, den man seit KIDNAPPED und dem französischen INSIDE von Home-Invasions-Filmen nun einmal erwartet. Stattdessen macht es der holländische Filmemacher auf die Psychotour und lässt seine Opfer von einem Einbrecher erniedrigen, der am Ende zum unfreiwilligen Eheberater avanciert. GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. ist etwas zäher Light-Terror, der so seine Probleme mit der Spannungskurve besitzt. Die steigt erst gegen Ende und setzt Geduld voraus. Immerhin ist der Streifen für Zuschauer geeignet, die so ihre Schwierigkeiten mit zu deftigen Folterszenen im Film besitzen. Für alteingesessene Gewaltfans ist dieser Psycho-Beitrag dagegen unbrauchbar.
 
 
 


 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. – Zensur

 
 
 
Bis auf zwei abgetrennte Finger, einige Schnittwunden und einem Hammer, der in einen Kopf geschlagen wird, zeigt GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. nicht viel Gewalt. Die meisten Grausamkeiten des Streifens sind psychischer Natur. Hierzulande ist der Film daher locker mit „Keine Jugendfreigabe“ durch die FSK gekommen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Gefesselt - Liebe. Ehre. Gehorsam. Blu-ray

(c) Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deadly Virtues: Love.Honour.Obey.; Großbritannien | Niederlande 2014

Genre: Drama, Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p/50i HD)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar vom Regisseur & Produzent

Release-Termin: 03.09.2015

 

Gefesselt – Liebe. Ehre. Gehorsam. [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

GEFESSELT – LIEBE. EHRE. GEHORSAM. – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
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Filmreview: “Pig” (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn “Fütterungszeit” ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

(Zum Anschauen auf “Watch on Vimeo” klicken)

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
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