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Filmreview: „The Ward“ (2011)

John Carpenter, ein wegweisender Filmregisseur, Produzent, Komponist und Drehbuchautor.

Bereits 1974 startete er seine Filmkarriere mit kleinen Filmproduktionen, wie „Dark Star“ und dem (erst Jahre später zum Kultstatus avancierten) „Assault – Anschlag bei Nacht“.

Erst Ende der 70er erlangte er Weltrum mit einer kleinen Low – Budgetproduktion, die dem bis dato verstaubten Horrorfilmgenre neue Impulse gab: „Halloween“.

Halloween“ revolutionierte nicht nur das Nischenprodukt „Horrorfilm“, es machte den Horrorfilm auch mainstreamtauglicher und erschuf zeitgleich den Genrebegriff „Slasher“.

Zig Film(reihen) versuchten mehr oder weniger überzeugend an die Erfolge von „Halloween“ anzuknüpfen, indem sie das Thema „Slasherfilm“ bis an die Grenzen ausreizten.

Bekannte Vertreter und würdige „Halloween“ – Nachfolger sind dabei „Freitag der 13.“, die „Sleepaway“ – Reihe, die „Nightmare on Elm Street“- Serie, sowie die „Scream“- Quadrologie.

Auch nach „Halloween“ blieb Carpenter dem Horrorgenre treu und drehte unzählige einflussreiche Werke („The Fog – Nebel des Grauens, „Halloween 2“, „Halloween 3“, „Christine“), die ebenfalls unter Horrorfilmfans große Beachtung erhielten und Kultstatus erlangten.

Carpenters größter Kino-Flop stellte dabei 1982 die filmische Umsetzung des Remakes „The Thing“ dar, das zeitgleich mit Spielbergs „E.T. – der Außerirdische“ durch den Vertrieb UNIVERSAL Pictures in den Kinos anlief.

Das Amerikanische Kinopublikum war über den zeitgleichen Release dermaßen schockiert, dass man sogar „The Thing“ – Kinovorstellungen boykotierte.

Für die meisten Kinogänger der damaligen Zeit war es unverständlich, warum man parallel zu einem derart zuckersüßen Kinohit, wie „E.T. – Der Außerirdische“ einen derart grausamen, blutgierigen und tristen Film wie „The Thing“ anlaufen lies.

Dennoch, über die Jahre wurde auch Carpenters Science Fiction – Ausflug zu einem Kultfilm, der vor allem mit den, für damalige Verhältnisse, revolutionären Spezialeffekten punkten konnte.

Mitte der 80er Jahre probierte sich Carpenter in diversen anderen Genres aus. Vor allem im Bereich „Actionfilm“ wurde er mit „Die Klapperschlange“, „Big Trouble in litte China“ und „Flucht aus L.A.“, der Fortsetzung seines Kinohits „Die Klapperschlange“, legendär.

Leider gelang es ihm mit seinen Werken in den 90ern nicht mehr an die Erfolge seine Schaffens der 80er Jahre anzuknüpfen.

Seine Produktionen wurden von Kritikern gnadenlos verrissen.

Das Dorf der Verdammten“, „Vampire“ und „Ghosts of Mars“ sind nach wie vor zwar gute Filme, waren aber an den Kinokassen leidlich rentabel.

Nach der Regie von „Ghosts of Mars“ zog sich Carpenter 2001 aus der Kinolandschaft zurück und führte einzig für die TV-Serie „Masters of Horror“ für 2 Episoden Regie.

Nun, 10 Jahre nach seinem letzen Kinofilm, ist Carpenter wieder zurück mit „The Ward“.

The Ward“ ist dabei ein typisches Old – School – Gruselfilmchen geworden, das weniger durch Innovationen überrascht, als vielmehr durch stille Kamerafahrten und subtilen Schockeffekte.

Völlig verstört und desorientiert erwacht Kirsten (Amber Heard) eine Abends in der örtlichen Nervenheilanstalt. Der leitende Arzt konfrontiert sie mit den Geschehnissen: Kirsten soll eine Scheune in Brand gesetzt haben – kann sich aber an rein gar nichts erinnern.

In einem speziellen Programm versucht der Psychiater (Jared Harris) Kristens Barriere zu durchdringen und ihr zu helfen.

Doch irgendwas scheint mit der Klinik nicht zu stimmen. Immer wieder wird Kirsten von einem furchterregenden Geist verfolgt.

Nachdem der Geist höchst unangenehm mehrere Mitpatientinnen ins Jenseits befördert hat, beschließt Kristen den Geschehnissen in der Klinik auf den Grund zu gehen.

Da ist er nun, der in der Horror-Filmszene mit Vorfreude erwartete Comeback-Versuch Carpenters. Ein Film, der unspektakulärer hätte nicht sein können.

Und auch diesmal, wie in seinen Werken ein Jahrzehnt zuvor, werden sich auch an „The Ward“ die Geister und Kritiker scheiden.

Schlecht ist „The Ward“ natürlich nicht geworden – gut leider auch nicht. Irgendwo zwischen sehenswert und belanglos plätschert Carpenters aktuelle Produktion vor sich dahin.

Dabei findet man wirklich wenig innovatives in diesem kleinen Spukfilmchen.

Carpenter arbeitet professionell. Alles wirkt genau durchdacht und routiniert gefilmt. Vielleicht auch etwas zu sauber.

Er lässt dem Zuschauer viel Zeit sich in der Klinik zurecht zufinden  und die Charaktere zu durchleuchten, bevor er mit dem Holzhammer zuschlägt.

The Ward“ ist demnach auch sehr „still“ geworden und verlangt ordentlich Sitzfleisch vom Zuschauer ab. Bis zur die Hälfte des Filmes muss sich der Zuschauer gedulden, bis letztendlich überhaupt irgendwas passiert.

Carpenter setzt bei seinem aktuellen Schocker mehr auf traditionellen Grusel, als auf explizites Gemetzel (was jetzt aber nicht heißen soll, dass es nicht die ein oder andere geschmackvoll in Szene gesetzte Splatterszene gibt). Gerade wenn es arg still wird und Kirsten hinter der nächsten Ecke den Geist vermutet, wird dieser höchst effektvoll und laut in Szene gesetzt. Man könnte Carpenter vorwerfen, er hätte neuerdings den „lauten“ Schockeffekt für sich entdeckt. In keinen seiner bisherigen Filme kommen diese Schocker besser und effektiver zur Geltung, als in „The Ward“.

Diese effektvolle und akustische Untermalung von Höhepunkten und das Spielen mit Schocks könnte mir gefallen. Mehr als einmal habe ich bemerkt wie ich zusammengezuckt bin. Hoffe Herr Carpenter behält diese Methode, Zuschauer bei Stange zu halten, in seinen folgenden Filmen bei.

Ebenfalls Beachtung sollte man dem, wieder einmal trefflich selbstkomponierten und auf den Punkt gebrachten, Soundtrack Carpenters schenken.

Stille Töne, Kinderchorgeträller, Klavierkompositionen – das alles fügt sich passend in den Kontext des Filmes ein und unterstreicht den Grundton von „The Ward“ enorm.

Weniger passend jedoch die Charakterauswahl. Keine Ahnung was Carpenter da geritten hat. Natürlich sind bis auf das Klinikpersonal, wie könnte es auch anders sein, alle Hauptcharaktere von unmenschlich schöner Attraktivität geplagt und durch die Klischeeschraube gestampft wurden. Bis auf Hauptdarstellerin Amber Heard (Kristen) bleiben alle Insassinnen recht blass und unwichtig. Da interessiert es letztendlich auch niemanden, wenn Eine nach der Anderen über den Jordan gemeuchelt wird.

Fazit: 6,5/ 10 Punkte

Routinierter, stiller und Schockreicher Old – School – Grusler. Leider will man nicht so recht glauben, dass da Carpenter „drin ist“, obwohl Carpenter „draussteht“.

Hellraiser80

 

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