Filmkritik: „Unearth“ (2020)

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UNEARTH

Story

 
 
 
In „Unearth“ gibt es eine weitere Variante zu sehen, was passieren kann, wenn der Mensch schlecht mit seinem Heimatplaneten umgeht.

 
 
 


 
 
 

UNEARTH – Kritik

 
 
Es scheint momentan relativ beliebt zu sein, Horrorfilme mit gesellschaftskritischen Themen anzureichern. Man bekam in letzter Zeit nämlich ein paar Werke zu sehen, die sich besonders mit dem Thema Umwelt beschäftigten. Dass der Mensch mit dieser nicht gerade gut umgeht, dürfte kein Geheimnis sein. Zusätzlich ist die Zeit, in der wir seit der Corona-Pandemie leben sicher auch nicht gerade leicht. Solche Stoffe lassen sich wunderbar zu Dramen umformen, aber „Unearth“ will nebenbei auch ein Horrorfilm sein. Eines kann man ruhig schon verraten: Er ist auch ein durchaus effektiver Vertreter seiner Art, aber bis der Zuschauer davon etwas bemerkt, vergeht sehr viel Zeit.
 
 
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Die Dolans und die Lomacks sind zwei benachbarte Farmerfamilien im ländlichen Amerika. Das Geschäft läuft schon lange nicht mehr gut und stets sitzt die Angst im Nacken, dass man seinen Hof verlieren könnte. Deshalb geht George Lomack einen Deal mit einem Öl- und Gaskonzern ein. Dieser möchte gerne Erdgas per „Fracking“ gewinnen und George hofft, dass er mit dem Geld seinen Hof retten kann. Dadurch beginnt er nicht nur Streit mit den Dolans, sondern auch mit der Umwelt. Diese ist nämlich erbost über die Methode Erdgas zu gewinnen und setzt einen Stoff frei, der das Leben aller Beteiligten schon bald drastisch verändern soll. Bei Fracking wird Erdgas und Erdöl gewonnen, indem man Wasser mit Zusatzstoffen in die Erde pumpt. Dieses Verfahren ist höchst umstritten und hat große Konsequenzen. Da sich damit aber Geld verdienen lässt, wird es natürlich trotzdem praktiziert. Das Thema alleine hätte schon ausgereicht für einen Film, aber zusätzlich sieht das Drehbuch einen übernatürlichen Anteil vor. Das sorgt natürlich für Abwechslung und wirkt im Endeffekt auch ganz ordentlich überdacht. Sowieso hat man sich mit dem Thema ausführlich auseinandergesetzt und bietet so eine Handlung, die in ihrer Message wertvoll ist.
 
 
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Da „Unearth“ einem als Horrorfilm verkauft wird, werden Enttäuschungen allerdings nicht ausbleiben können, denn die gesamte, erste Stunde bedient lediglich das Drama. Hier konzentriert man sich auf die Charaktere und ihre Probleme. Das wirkt durchaus authentisch und sorgt für eine gewisse Tiefe, lässt aber nebenbei leider auch so manch eine Länge aufkommen. Dass man sich so umfangreich um diesen Punkt kümmert, ist eigentlich eine lobenswerte Sache, aber ein bisschen weniger hätte es dann auch getan. Sobald der eigentliche Horror dann nämlich startet, besitzt der Film nur noch wenig Laufzeit und wenn der Abspann erscheint, fühlt man sich fast so, als wäre das Ergebnis gar nicht fertig gewesen. Die Mischung ist also leider nicht ausgewogen und das kostet „Unearth“ einiges an Unterhaltungswert.
 
 
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Dabei macht das Regie-Ehepaar John C. Lyons und Dorota Swies auf handwerklicher Ebene ziemlich viel richtig. Dass nicht besonders viel Budget zur Verfügung stand, kann man zwar erkennen, aber dieser Umstand wird trotzdem gut kaschiert. In der ersten Stunde gibt es sehr schöne Aufnahmen der Landschaften zu sehen. Das Bild wirkt sehr unterkühlt und lässt jegliche Farben vermissen, was gut zur trostlosen Atmosphäre passt. Das Drama macht von vornherein klar, dass hier niemand gewinnen kann. Die Ausgangssituation ist trist. Sobald der Horror-Anteil an Fahrt aufnimmt, wechselt man in die Dunkelheit, was sicherlich eine gute Entscheidung war, weil man so verschleiern kann, dass die Effekte nicht optimal geraten sind. Das bemerkt der Zuschauer nämlich kaum, weil man alles immer nur recht kurz sieht. Trotzdem zieht „Unearth“ hier alle Register und der plötzliche Wechsel ins Body-Horror-Gefilde kann einen schon hart treffen. Da gibt es ein paar wunderbare Ekel-Effekte und alleine für dieses Finale lohnt es sich, den langatmigen Anfang durchzustehen. Begleitet wird das Treiben übrigens von einem stimmungsvollen Score, der meist aus dichten, düsteren Sounds besteht.
 
 
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Auch über die Darsteller lässt sich nichts Negatives berichten. Mit Adrienne Barbeau ist sogar eine richtige Größe mit dabei, die der ein oder andere eventuell noch aus „The Fog“ kennen könnte. Sie dient allerdings nicht nur als Lockmittel, sondern spielt eine größere Nebenrolle und macht das sogar erstaunlich engagiert. Marc Blucas ist ebenfalls kein No-Name und spielt solide. Der Rest des überschaubaren Casts liefert zweckdienlich ab. Das sind keine besonders auffallenden, aber durchaus authentische und brauchbare Leistungen. Dies passt dann auch ganz gut zur Figurenzeichnung, an der man schon recht viel gearbeitet hat. Jeder bekommt seine nachvollziehbaren Probleme. Das wirkt alles recht lebensnah und kommt ohne Übertreibungen aus. Allerdings wirkt es zeitgleich auch nicht besonders markant und nicht jede Figur hätte so viel Aufmerksamkeit gebraucht. Hier hätte man ruhig auch etwas kürzen dürfen, damit man sich hinterher länger um den Horror-Aspekt kümmern kann. Trotzdem ist es mal schön, dass sich ein Horrorfilm bei seinen Charakteren Mühe gibt!

 
 


 
 
 

UNEARTH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Unearth“ ist der nächste Umwelt-Horror, der ein gesellschaftskritisches Thema anspricht, welches perfekt in die heutige Zeit passt. Leider vergisst der Film lange Zeit, dass er ja eigentlich Horror bedienen möchte. Zwei Drittel der Laufzeit sind ein lupenreines, ruhiges Drama. Das ist zwar nicht verkehrt, lässt jedoch Längen aufkommen. Besonders schade ist es, weil der abschließende Body-Horror-Anteil echt gut gelungen ist. Davon hätte man gerne noch etwas mehr gesehen, denn das Ende hinterlässt einen nur bedingt befriedigt zurück. Abgesehen von einem etwas mauen Unterhaltungswert, bekommt man aber eine ordentliche Inszenierung, eine hochwertige, handwerkliche Arbeit, gute Schauspieler und sogar ziemlich starke Effekte zu betrachten. Das hätte im Endeffekt sicher noch besser werden können, aber wer Sitzfleisch mitbringt und sich darüber bewusst ist, dass in der ersten Stunde nichts horrormäßiges geschieht, der dürfte im Endeffekt trotzdem kaum enttäuscht sein!
 
 


 
 
 

UNEARTH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Unearth“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

UNEARTH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Unearth; USA 2020

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Interviews, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 08.10.2021

 

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UNEARTH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
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Long Weekend (1978)
 
Gaia – Grüne Hölle (2021)
 
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