Filmkritik: „Der Wolf – Theater des Todes“ (2021)

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DER WOLF – THEATER DES TODES

(DER WOLF UND DIE 7 GEISSLEIN – THEATER DES TODES)

Story

 
 
 
In „Der Wolf – Theater des Todes“ macht ein als Wolf maskierter Killer ein paar freiwilligen Helfern im Theater das Leben zur Hölle. Er sieht sie nämlich als die sieben Geißlein an und das bedeutet, dass sie sterben müssen.

 
 
 


 
 
 

DER WOLF – Kritik

 
 
Wenn der nächste Horrorfilm aus Deutschland das Licht der Welt erblickt, werden sicherlich nur wenige Genrefans begeistert jubeln. Wenn es sich dann zusätzlich auch noch um einen Slasher handelt, sinkt die Erwartungshaltung zwangsläufig Richtung Keller. Wirft man jedoch einen Blick auf den Regisseur, darf man beruhigt sein. David Brückner hat nämlich 2020 mit „Rapunzels Fluch“ einen immerhin soliden Vertreter realisiert. Dass der Mann sein Fach echt gut beherrscht, kann er mit „Der Wolf – Theater des Todes“ beweisen, denn gerade optisch ist das schon sehr hochwertig geraten. Da auch der Rest ordentlich funktioniert, kann man hier schon fast von einem Highlight des deutschen Horrors sprechen.
 
 
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Im Alptheater soll am nächsten Tag die Premiere von „Der Wolf und die sieben Geißlein“ stattfinden. Deshalb muss am vorherigen Abend noch viel erledigt werden. Ein paar Service-Kräfte helfen mehr oder weniger freiwillig aus. Darunter befindet sich auch Emma, für die dies der letzte Tag im Alptheater darstellen soll, weil sie sich auf ihre Schauspielkarriere konzentrieren möchte. Doch als plötzlich ein als Wolf maskierter Killer das Theater unsicher macht, sind die Arbeiten schnell vergessen. Eingeschlossen und ohne Kontakt zur Außenwelt müssen sich die Protagonisten dem irren Killer stellen. Schon in „Rapunzels Fluch“ bediente sich David Brückner an einem Märchen von den Gebrüdern Grimm, doch wirklich etwas mit der Vorlage hatte die Geschichte dort nicht zu tun. Bei „Der Wolf – Theater des Todes“ sieht das schon etwas anders aus, denn hier wird das Märchen ab und zu zitiert und auch ganz stimmig in die gesamte Story mit eingebaut. Lediglich die Tatsache, dass dort eigentlich nur sechs Mitarbeiter als Opfer dienen, aber immer vom siebten Geißlein gesprochen wird, wirkt undurchdacht. Trotzdem ist das Drehbuch ganz gut gelungen. Die finale Wendung lässt sich zwar als geübter Zuschauer durchaus vorhersehen, jedoch ist das Motiv astrein und gänzlich plausibel. Hier hat man sich schon Mühe gegeben und sich Gedanken gemacht.
 
 
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Außerdem ist David Brückner, für den „Der Wolf – Theater des Todes“ sein fünfter Langfilm darstellt, ein echt guter Regisseur. Dass der Film nur 25.000 € Budget hatte, sieht man überhaupt nicht, denn alleine die Optik kommt an Kino-Qualitäten heran. Das Spiel mit farbigen Lichtern ist sicher nichts Neues, funktioniert aber immer wieder ordentlich, wenn es gekonnt gestaltet ist. So sehen die Szenen in rot einfach wunderbar aus. Die Inszenierung macht nahezu alles richtig, die Kamera begleitet das Ganze dynamisch genug und so gibt es aus handwerklicher Sicht einfach nichts zu meckern. Die Atmosphäre ist dabei genau so geraten, wie man das von einem Slasher erwartet und „Der Wolf – Theater des Todes“ folgt auch allen Regeln von diesem Subgenre. So gibt es das Final-Girl und Handyempfang hat man natürlich nicht. Dafür findet man hier aber sogar einen durchaus plausiblen Grund. Wenn der Killer zuschlägt, entsteht schon eine Bedrohung, aber trotzdem mangelt es der Stimmung etwas an Horror. Das war schon bei „Rapunzels Fluch“ der Fall.
 
 
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In erster Linie liegt das daran, dass sich der Horror in der ersten Hälfte einfach zu selten blicken lässt. Die Szenen, in denen sich das Personal neckt, sind zwar überhaupt nicht langweilig, aber irgendwann reicht es damit eben auch. Außerdem wurden ein paar Szenen etwas zu sehr in die Länge gezogen. Der größte Unterhaltungswert bleibt somit aus, aber so tragisch ist das im Endeffekt nicht, weil „Der Wolf – Theater des Todes“ trotzdem kurzweilig genug ist. Mit seinen 84 Minuten besitzt das eine passende Laufzeit und selbst wenn Spannung sich eher selten blicken lässt, wird dem Auge und dem Ohr genug geboten. Dem Auge in Form von Splatter. Der Bodycount ist zwar gering und viele Splatter-Szenen gibt es nicht, die vorhandenen haben es aber durchaus in sich. Die handgemachten Effekte sehen großartig aus! Dem Ohr in Form vom Score. Hier dominieren reichlich Synthie-Klänge, die der immer noch beliebten Retro-Welle perfekt stehen und sich echt gut anhören.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller, von denen man sicher nicht zu viel erwarten sollte, die ihre Sache aber dennoch erfreulich passabel machen. Kiana Klysch ist als Hauptfigur unscheinbar, aber passend und solide. Während Sabine Heinen ihre Sache doch etwas zu künstlich macht, überzeugen Robin Czerny, Wolfgang Riehm und Robin Leo Hoffmann bis auf wenige Ausnahmen komplett. Minicuta ist ebenfalls nicht schlecht, Davis Schulz kennt man schon aus „Rapunzels Fluch“ und David Brückner ist in einer kleinen Rolle ebenfalls wieder zu sehen. Gerade im deutschen Indie-Bereich haben die Dialoge oftmals das Problem, dass sie sehr künstlich und hölzern klingen, eben wie in einem Schultheater-Stück. Das ist bei „Der Wolf – Theater des Todes“ in ganz wenigen Fällen auch mal der Fall, doch größtenteils kann man sich die Dialoge wirklich gut anhören. Da ist auch eine Prise Wortwitz mit im Spiel. Wenn sich da unterhalten wird, ob ein Dämon oder ein Werwolf mächtiger ist, wird es schon relativ amüsant. Erfreulich ist auch die Figurenzeichnung, denn selbst wenn sie flach bleibt, wirkt es niemals so, als würden die Charaktere lediglich als Kanonenfutter dienen.
 
 


 
 
 

DER WOLF – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Der Wolf – Theater des Todes“ ist nicht perfekt, das muss er aber auch gar nicht sein. Für einen Slasher ist er schon mal ganz ordentlich geraten, für einen deutschen Slasher ist er fast meisterhaft. Das Drehbuch besitzt kleine Fehler, wirkt im Endeffekt aber durchaus durchdacht und stimmig. Die Regeln des Slashers werden gut befolgt und dennoch wirkt der Film nicht wie schon etliche Male gesehen. Gerade die handwerklich Arbeit weiß sehr zu gefallen und die Effekte sehen ebenfalls genial aus. Es hätte insgesamt etwas mehr Horror geben dürfen und Spannung will leider selten richtig aufkommen, so dass manch eine Filmminute etwas belanglos wirkt. Die gelungene Atmosphäre, solide Darstellerleistungen und ein wirklich guter Score entschädigen dafür allerdings. Es wird spannend zu sehen sein, was Herr Brückner in Zukunft noch so bringt, denn „Der Wolf – Theater des Todes“ ist ihm wirklich gut gelungen. Für Slasher-Fans gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung!
 
 


 
 
 

DER WOLF – Zensur

 
 
 
„Der Wolf – Theater des Todes“ ist ein deutscher Slasher und wurde in Sachsen gedreht. Der Streifen wurden in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren veröffentlicht. Wegen von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial, ist auf der Heimkinoscheibe aber ein roter FSK-Flatschen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DER WOLF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Der Wolf; Deutschland 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial ist BD aber ab 18

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.02.2022

 

Der Wolf – Theater des Todes [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER WOLF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Daredo | White Pearl Moviess)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aquarius – Theater des Todes (1987)
 
Cut (2000)
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
 
Freitag der 13. (1980)
 

2 Kommentare zu „Filmkritik: „Der Wolf – Theater des Todes“ (2021)

  1. Kein empfehlenswerter Film, fanden ihn alle sehr schlecht. Gott sei dank hatten wir nicht noch Freunde eingeladen, sind alle Horrorfans. Bitte nicht mehr davon.
    Leider gekauft,wird gleich entsorgt.
    Sorry,aber nicht der erste aus unserem Land der nicht Punkten kann!!!!!
    Schade,trotzdem liebe Grüße.

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