Filmkritik: „Blumhouse’s Der Hexenclub“ (2020)

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BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB

(THE CRAFT – LEGACY)

Story

 
 
 
24 Jahre nach „Der Hexenclub“ wird es Zeit, die Geschichte um vier junge Hexen, die ihren eigenen Zirkel betreiben, noch mal neu zu erzählen.

 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Kritik

 
 
Remakes stehen in den letzten zwei Jahrzehnten wohl so hoch im Kurs, wie niemals zuvor. Und auch das Modell, dass man älteren Filmen einfach lange Zeit später eine Art Fortsetzung spendiert, ist momentan sehr beliebt. Wenn man die richtig bekannten Streifen durch hat, muss man irgendwann auf eher unbekanntere Filme zurückgreifen. Nach einem Remake von „Der Hexenclub“ hat sich bestimmt niemand gesehnt und wer nicht gerade mit dem 90er-Jahre-Kino groß geworden ist, kennt das Vorbild vielleicht nicht mal. Nun ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ aber trotzdem da und wäre dem nicht so gewesen, ihn hätte wohl niemand vermisst.
 
 
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Lily zieht mit ihrer Mutter in eine neue Stadt, denn Helen hat einen neuen Mann gefunden und will mit ihm zusammenziehen. An der neuen Schule blamiert sich Lily gleich am ersten Tag, aber sie hat Glück und findet drei neue Freundinnen. Diese sind schon lange auf der Suche nach einem vierten Mitglied für ihren Hexen-Zirkel. Obwohl Lily sich mit so einem Zeug gar nicht auskennt, stellt sie bald fest, dass sie tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Das nutzen die Mädels zu ihrem Vorteil, aber im Verborgenen liegt auch ein Feind, der sich erst spät zu erkennen gibt. Ist das nun eine Fortsetzung oder ein Remake? Eine berechtigte Frage, auf die es keine klare Antwort gibt. Ungefähr zwei Drittel von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ wirken wie ein Remake, in welchem man ungefähr dasselbe Szenario zu sehen bekommt, welches es im Original bereits gab. Erst zum Schluss hin macht man daraus doch eher eine Art Fortsetzung, wobei alles sehr konstruiert und wenig glaubwürdig wirkt. Sowieso ist das Drehbuch sehr vorhersehbar, dient mit keinerlei Überraschungen und wirkt abgedroschen. Schon das Original war keine Bombe in Sachen Originalität, doch was einem hier geboten wird, befindet sich nicht mal auf Serien-Niveau.
 
 
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Hier überhaupt noch von einem Horrorfilm zu sprechen, grenzt an einer Frechheit. Den Teenie-Anteil (der schon im Vorgänger zu hoch war) hat man noch ausgebaut. Nun geht es um Dinge wie Sexualität und Familientragödien. Da fühlt man sich eher wie in einer Teenie-Seifenoper. Das Schlimme daran ist, dass „Blumhouse’s Der Hexenclub“ diese Schiene konsequent durchzieht und erst in den letzten zehn Minuten versucht Spannungs-Elemente mit einzubauen. Von Horror ist auch hier keine Spur; eher fühlt man sich wie in billiger Fantasy. Wenn der böse Antagonist dann mal schnell von vier Mädels platt gemacht wird, die ihre Kräfte erst seit kurzem besitzen, ist das nicht nur unglaubwürdig, sondern so plump, dass es ärgerlich wird. Ansonsten werden ein paar harmlose Zaubereien betrieben, die mit reichlich Glitzer daherkommen. Das fühlt sich eher so an, als wäre der Film für ein weibliches Publikum zwischen zehn und 14 Jahren gemacht worden. Der Erwachsene schaut völlig in die Röhre. Es gibt keinen guten Humor, so gut wie keine Action, keine Spannung, keine Bedrohung, keinen Horror. Nur Teenie-Geplänkel auf unterem Niveau. Dass die handwerkliche Arbeit halbwegs in Ordnung ist, bringt dem Werk da auch nichts mehr.
 
 
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Es herrscht einfach durchgehende Langeweile und man kann froh sein, dass nach 85 Minuten der Abspann erscheint. Obwohl „Blumhouse’s Der Hexenclub“ mit ein paar prominenten Namen wie Michelle Monaghan und David Duchovny aufwarten kann, wird er dadurch nicht positiver, weil beide sich absolut anpassen und gelangweilt agieren. Die neue Hauptrolle wird von Cailee Spaeny noch ganz passabel gespielt, aber alle anderen Darsteller verpuffen im Nichts, sind kein Stück markant und bleiben keine Minute nach Filmende in Erinnerung. Der kleine Cameo-Auftritt von Fairuza Balk am Ende ist zwar nett gemeint, bringt jedoch ebenfalls nichts. Ein weiteres Problem ist die durchgehend uninteressante Figurenzeichnung, die keinerlei Sympathien aufkommen lässt. Hier ist einfach alles belanglos. Selbst der Soundtrack, der nun natürlich gefüllt ist mit modernem Pop.
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Wem „Der Hexenclub“ von 1996 schon zu weichgespült war, der lässt von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ am besten die Finger, denn hier gibt es einen reinen Teenie-Film mit vereinzelten Fantasy-Momenten, aber auf gar keinen Fall Horror! Überwiegend gibt es eine noch viel harmlosere Variante des Originals zu sehen und am Ende versucht man sich als Fortsetzung darzustellen, was jedoch völlig unglaubwürdig und konstruiert wirkt. Die handwerkliche Arbeit geht noch als okay durch, wobei der Film nicht gerade aufwendig gestaltet wurde und die Darsteller liefern keine Totalkatastrophen ab, wirken aber allesamt austauschbar und gelangweilt. Das ist von vorne bis hinten enorm fad, niemals unterhaltsam und dass man erst in den allerletzten zehn Minuten daran denkt, vielleicht noch etwas Spannung zu kreieren, sagt eigentlich schon alles. Als Kinderfilm vielleicht noch halbwegs brauchbar, als Horrorfilm eine Nullnummer!
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ ist ungeschnitten und – anders als sein Vorgänger – bereits für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet. Das verwundert wenig, ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ doch eher ein Teenie-Film und hat wegen der seichten Inszenierung kaum Gewalt zu bieten.
 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blumhouse-der-hexenclub-2020-bluray

(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Craft: Legacy ; Kanada | USA 2020

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1, Russisch (Voice-Over) DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Ukrainisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette: Blumhouse-Franchise & Starke Geschichte, Featurette: Magische Regisseurin, 4 alternative Szenen (mit Einleitung von Regisseurin Zoe Lister-Jones)

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

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BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenclub (1996)
 
Teen Witch (1989)
 
Der Pakt (2006)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 

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