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Filmkritik: „Tanz der Totenköpfe“ (1973)

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TANZ DER TOTENKÖPFE

Story

 
 
 
Ein gelangweilter Millionär beauftragt den Wissenschaftler Dr. Barrett, ich um die Erforschung des Belasco-Anwesens zu kümmern. In diesem englischen Landhaus hat vor bald dreißig Jahren der Riese Belasco (Michael Gough, der Hammer-Films-Veteran taucht in den Credits aber nicht auf) eine größere Partygesellschaft in Stücke gehackt und ist dann verschwunden. Jetzt gehen Gerüchte über elektromagnetische Störungen und Geistererscheinungen im Gemäuer um. Barrett nimmt ein paar Assistenten mit in die Villa. Darunter übersinnlich begabte Menschen wie der Hellseher Fischer, gespielt vom gewohnt hibbeligen Roddy McDowall, der schon einmal an einer Erforschung des Hauses beteiligt war, die mit dem Tod der restlichen Forscher endete. Auch Doc Barretts Mannschaft muss um ihr Leben bangen, fühlt sich eine wissenschaftlich nicht festzunagelnde Präsenz in den Wänden des Belasco-House doch in ihrer ewigen Ruhe gestört.
 
 
 


 
 
 

TANZ DER TOTENKÖPFE – Kritik

 
 
 
Nachdem die legendäre Exploitation-Schmiede American International Pictures (AIP) zerbrochen war, suchte Firmenchef Samuel Z. Arkoff neue Betätigungsfelder. Ein Gespräch mit einem alten Drehbuch-Bekannten führte zur Idee, in England den Haunted-House-Schocker TANZ DER TOTENKÖPFE in den Kasten zu bringen: Autor der Buchvorlage war nämlich Richard Matheson (1926 – 2013), der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz heimlich still und leise zu einem der meistverfilmten noch lebenden Verfasser fantastischer und Genreliteratur mausern sollte. Weitere seiner zu kleinen und großen Meilensteinen gewordenen Geschichten waren zum Beispiel die Bücher zu DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C (1957), Hammers THE DEVIL RIDES OUT (1968) und einem ganzen Schwung von Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Adaptionen – für eben Arkoffs AIP. Mathesons bekannteste Short Story dürfte I AM LEGEND sein, die viermal verfilmt wurde, zuletzt mit großen Budget und Will Smith in der Hauptrolle.
 
 
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Zu TANZ DER TOTENKÖPFE dürfte dem Amerikaner auch ein wenig Robert Wises großartiger Spukhausfilm …BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) als Inspiration gedient haben, der sich ebenfalls mit dem Konflikt von Wissenschaft und Übersinnlichkeit bei der Erkundung eines parapsychologisch betroffenen Landhauses an der US-Ostküste beschäftigt. Der Film hat das Belasco House allerdings aus Produktionsgründen nach England umziehen lassen. Verzeihlich. Etwas weniger verzeihlich ist die Produzentenentscheidung, ein paar der ruppigeren Elemente der Vorlage und auch ihre entschieden sexuell ausgerichteten Stimmungen herauszustreichen. Man darf davon ausgehen, dass dieser „Zähmungsvorgang“ dem Film den einen oder anderen Zahn gezogen hat. In den drögeren Momenten der 95 Spielminuten kommt dieser Gedanke das eine oder andere Mal zu Kaffee vorbei. Zarkoff und Matheson waren nun mal Amerikaner und hatten logischerweise eine gänzlich andere Auffassung vom Modell des Horrorfilms als die, welche seit den 1950ern in Großbritannien unter Hammer, Amicus, etc., perfektioniert worden war. So leidet TANZ DER TOTENKÖPFE gelegentlich unter der Schizophrenie, ob er nun die Stimmung eines britischen oder amerikanischen Horrorfilmchens verbreiten möchte. Das wirkt leider gar nicht homogen und hindert den Film merklich daran, seine ganze mühevoll orchestrierte Spukhaus-Gruselwirkung zur Entfaltung zu bringen.
 
 
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Die Musik zu TANZ DER TOTENKÖPFE ist eine gesonderte Erwähnung wert, stecken doch zwei der Köpfe des legendären Radiophonic Workshop des britischen Staatsfernsehens BBC dahinter. Delia Derbyshire und Brian Hodgson waren Soundtüftler in Laborkitteln, die sich mit dem Möglichkeiten elektronischer Klangwelten beschäftigten und ein paar wahnsinnig gute Platten hinterließen. Der Soundtrack zum Film hier, atmosphärische und gruselige Elektro-Stimmungen, wartet noch auf seine Veröffentlichung, die aber im aktuellen akribischen auf den Markt werfen schöner obskurer Filmmusiken nur noch eine Frage der Zeit ist.
 
 
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TANZ DER TOTENKÖPFE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein wenig untergegangener Eintrag in den Kanon britischen Horrors. TANZ DER TOTENKÖPFE fühlt sich für den Zuschauer definitiv amerikanischer an als viele der heimischen Zeitgenossen aus GB, leidet daher hier und da unter einer leichten Unentschlossenheit und Unausgegorenheit. Nichtsdestotrotz ein stimmungsvoller Horrorfilm vom alten Schlag, der ein Wiedersehen auf BluRay oder eine Neuentdeckung wert ist.
 
 


 
 
 

TANZ DER TOTENKÖPFE – Zensur

 
 
 
TANZ DER TOTENKÖPFE ist ein relativ harmloser Vertreter des Spukhaus-Genres. Die erhältliche Fassung ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

TANZ DER TOTENKÖPFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Spirit Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Legend of Hell House; Großbritannien 1973

Genre: Klassiker, Horror, Grusel

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1). Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release-Termin: Erstauflage: 23.03.2012 | Zweitauflage: 04.08.2015

 

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TANZ DER TOTENKÖPFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Spirit Media.

 
 
 
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