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Filmkritik: „The Darkness“ (2016)

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THE DARKNESS

(6 MIRANDA DRIVE)

Story

 
 
 

Eine Familie bringt aus dem Urlaub am Grand Canyon ein ganz merkwürdiges Souvenir mit nach Hause. Dort passieren bald seltsame Dinge.

 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Kritik

 
 
 
KEVIN BACON und RADHA MITCHELL (SILENT HILL und dessen Fortsetzung) in einem Horrorfilm von der Stange im Kaufhaus. Was die beiden Schauspieler geritten hat, in THE DARKNESS mitzuspielen, dürfte wohl auf ewig ein großes Rätsel bleiben oder sich auf den Bankkonten der beiden abgespielt haben. Mehr als 08/15-Gruselei wird hier nicht geboten. Abermals sagen BLUMHOUSE PRODUCTIONS (EXITUS, SINISTER und das MARTYRS-Remake) Horrorfans mit Hirn den Kampf an. Die Produktionsfirma ist berüchtigt, Genrefilme für den Massenmarkt zu produzieren und sich dabei auf bekannten Horrorpfaden zu bewegen. Auf dass der Kinozuschauer beim Gruseln nicht überfordert werden möge. Immerhin hatte man mit dieser stets gleichen Mixtur aus Schreck und Schauer oft Glück. Viele der hauseigenen Leinwand-Schocker wurden – gerade wegen der überraschungsarmen Gruseltaktik – zu Kassenhits, was vor allem für jene Regisseure bitter gewesen sein dürfte, die an ambitionierten Indie-Projekten tüfteln und den Horrorfans auch mal Unkonventionelles bieten.
 
 
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Von Unkonventionellem oder Unverbrauchtem ist THE DARKNESS weit entfernt. Regisseur GREG MCLEAN gab sich die Blöße und hat kommerzielles Popcorn-Kino inszeniert, in dem eher die Spezialeffekte in Erinnerung bleiben als Geschichte oder Schauspieler. Fernab seiner üblichen Handschrift bekleckert sich Macher GREG MCLEAN nicht mit Ruhm. Zuletzt hatte er wegen derber Gewaltdarstellungen in WOLF CREEK 2 für Furore gesorgt und kam damit beim Publikum gut an. Umso verwunderlicher, warum er der Linie nicht treu geblieben ist. Blutorgien gibt es diesmal nicht zu sehen. Der gewalterprobte Macher versucht sich im Geister-Einmaleins. Das bedeutet: weniger Explizites, dafür mehr subtiler Budenzauber. Ob sich der Australier diese Entscheidung gut überlegt hat?
 
 
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Von nervigen Kindern und nicht sonderlich schlauen Dämonen. THE DARKNESS begleitet eine Familie beim Urlaub am Grand Canyon. Dort entdeckt der autistisch veranlagte Sohnemann fünf seltsame Steine in einer geheimen Höhle und nimmt sie mit nach Hause. Daheim ereignen sich bald schaurige Dinge. Der Junge verhält sich schräg und plaudert mit einer unsichtbaren Freundin. Erst will er Großmutters Katze an den Kragen, später zündet er sein Kinderzimmer an. Die Eltern (BACON und MITCHELL) sind ratlos und recherchieren im Internet. Dort wird man schnell fündig. Bösartige Dämonen! Dunkelheit soll über die Menschen kommen und ihre Zerstörung bewirken. Weil die Schattenwesen versehentlich aus ihrem Gefängnis befreit wurden, haben sie nun leichtes Spiel. Doch natürlich kommt alles anders. Weil THE DARKNESS nun mal ein Hollywood-Film ist, siegen am Ende die Guten über das Böse. Gott sei Dank.
 
 
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Wer schon ein paar Gruselfilme aus der Traumfabrik auf dem Schirm hatte, wird sich hier reichlich unterfordert fühlen. THE DARKNESS erfindet das Rad nicht neu und orientiert sich beim Angstmachen lieber an Altbewährtem. Vergleicht man die Vorgehensweise des Streifens, sind Parallelen zu anderen Filmen aus dem Hause BLUMHOUSE nicht von der Hand zu weisen. Das Produktionsstudio scheint an Geistern, Dämonen und Spuk einen Narren gefressen zu haben und produziert paranormalen Hokuspokus am Fließband. Nach ständig ähnlicher Machart (siehe: DER KULT, INSIDIOUS: CHAPTER 3 und JESSABELLE) – vermutlich solange sich dafür noch Zuschauer begeistern lassen. Leider ist die altbewährte Gruselrezeptur in THE DARKNESS aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit nicht gerade Spannungsgarant. So passieren erst unerklärliche Phänomene, die natürlich ergründet werden müssen. Ist man erst des Rätsels Lösung ein Stück näher gekommen, muss ein Geisterjäger her. Der scheucht im Finale das Böse auf, um es zurück dahin zu weisen, wo es hergekommen ist. Das ist nicht gerade das, wofür man im Kino Geld für ein Kinoticket ausgeben müsste, wenn man doch gleiche Schauergeschichten in jeder drittklassigen Vorabendserie oder günstig gedrehten Videoproduktion zu sehen bekommt. Immerhin werden Besitzer von Heimkinoanlagen kurze Gänsehautmomente bekommen. In den letzten zehn Minuten wird an lauten Spezialeffekten nicht gegeizt. So durften Effekte-Macher und Tontechniker zeigen, was sie können. Besser macht das THE DARKNESS leider keineswegs.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfallsloser dafür aber starbesetzter Gruselfilm, der sich recht unverfroren bei Klassikern wie POLTERGEIST oder THE AMITYVILLE HORROR bedient. Was jedoch dort seinerzeit für Gänsehaut gesorgt hat, ist in THE DARKNESS kalter Kaffee, weil der Film müde die ausgelutschten Etappen gängiger Geister- und Spukfilme abhakt. Das macht den kommerziellen Schnarcher vorhersehbar und verursacht Langeweile. Neue oder gar frische Ideen sind in diesem Gruselstreifen Mangelware. Übrigens stoßen zwei Schauspieler im Film erneut aufeinander. KEVIN BACON und JENNIFER MORRISON trafen sich bereits am Set zum Geisterthriller ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT. Leider scheinen alle Schauspieler im Film – wie das Drehbuch – ebenfalls gelangweilt und unterfordert zu sein. Zudem will man das Gefühl nicht loswerden, als wären KEVIN BACON und RADHA MITCHELL als leidgeplagte Eltern für die Rollen ungeeiget. Die wollen so rein gar nicht harmonieren und dürften die Arbeit an THE DARKNESS nur deshalb angenommen haben, weil es genug Zaster gab. THE DARKNESS ist eine Enttäuschung und mal wieder Beweis dafür, dass selbst bekannte Schauspieler einen Horrorfilm mit miserablem Drehbuch nicht besser machen können.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film nicht zu sehen. Eines der Filmkinder wird von einem Hund gebissen. Am Ende werden einigen Protagonisten am Boden liegende Gegenstände entgegengeschleudert und verletzen die Haut. THE DARKNESS hat in Amerika eine PG13-Freigabe erhalten. Hierzulande wird es eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei: Universal Pictures | Blumhouse Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Poltergeist (1984)
 
The Dead Room (2015)
 

3 Antworten

  1. Lukas

    WOW! Ich stehe Filmkritiken durchaus skeptisch gegenüber – jetzt weiß ich auch warum – darum hier mal meine Ansicht.

    Der Film steckt voller kurzer, aber detail-verliebter Szenen die jeweils nicht länger als 20 Sekunden sind. Der Interpretations-Spielraum bei jeder einzelnen ist groß, und wer gerne analysiert wird Spaß an diesem Film haben. Der Name des Supermarktes, ich glaube “Frank’s Fresh Food“ oder so ähnlich, ist nur ein kleines Beispiel. F ist der 6te Buchstabe im Alphabet, 666 ist die Zahl der Dämonen und Teufel schlechthin. Großartig und so simpel dennoch.
    Die Story, die erzählt wird ist in sich schlüssig, klingt durchaus plausibel und baut sich von Minute zu Minute mehr auf. Neue Informationen, die sich vorher erahnen ließen werden schon wenig später bestätigt; der Wandel innerhalb der Familie kommt leider ein wenig zu kurz, besonders die Beziehung zwischen Eltern und Tochter lässt hier zu wünschen übrig. Aber natürlich ist der Film auch kein FamilienDrama.
    Die Beziehung der Elternteile untereinander erschien mir nun eigentlich passend, fehlende Harmonie ist mir nicht wirklich aufgefallen. Die Auflösung am Ende war mir leider wiederum viel zu vorhersehbar, zwar plausibel, aber eben bereits erwartet. Dadurch hinterlässt der Film leider einen, für die vorangegangen 90 Minuten eher schlechten Eindruck. Ton- und Grafikeffekte sind sehr überzeugend, sorgen am Ende dafür, dass dieses nicht komplett gegen die Wand fährt.
    Die Geisterjägerin überzeugt mich ganz und gar nicht und ist zusätzlich viel zu unnötig für das Ende des ganzen Filmes. Sie hätte auch zuhause auf dem Sofa bleiben können, hätten die Eltern beim YouTube-Video besser aufgepasst oder wenigstens einmal in den verdammten Rucksack des Jungen gesehen. Schließlich war sie letztendlich nichtmal im gleichen Raum, als der Spuk vorbei war und hat gefühlt auch nichts dazu beigetragen.

    Letzlich ist der Film aufgrund von einer interessant und spannend erzählten Handlung, guter Effekte, gutem Cast, Liebe zum Detail und noch ein paar anderen Punkten eher eine 8/10, aber mindestens eine 7. Das enttäuschende Ende war mir leider viel zu durchsichtig und die Dämonen einfach zu lasch im Handeln. Wenn mir angepriesen wird, dass diese Kinder und Frauen haben qualvoll sterben lassen, will ich etwas mehr als nur Kratzer und einen Hundebiss.

    An den Kritiken-Schreiber zu diesem Film:

    BITTE: HÖRT AUF! Horrorfilme zu vergleichen und zu schauen, was habe ich schonmal gesehen – das ist total blödsinnig! Natürlich, an manches Meisterwerk reicht man einfach nicht mehr heran, aber das liegt daran, dass diese auch die ersten ihrer Art waren und zudem noch großartig produziert. Intertextualität lässt sich irgendwann nicht mehr vermeiden und natürlich ähnelt das ein oder andere mal bereits gesehenem Material. Schokolade gibt es ja auch schon ewig, jede Tafel der gleichen Sorte schmeckt auch gleich, oder zumindest ähnlich. Trotzdem sollte jede Tafel ein Genuss sein, dafür ist sie ja gedacht. Und nur weil ich weiß, wie die letzte Tafel schmeckte, genieße ich ja die neue trotzdem.
    Über alles andere lässt sich streiten, denn natürlich ist eine Kritik auch durch persönliches Empfinden inspiriert. Daher kann ich nur sagen, man sollte den Film sehen und sich dann selbst ein eigenständiges Bild machen. Und auch dann mit dem Bild anderer zum Film leben können. Eine Antwort auf diesen Kommentar fände ich übrigens klasse.
    Liebe Grüße.
    Lukas.

    31. August 2016 um 18:08

    • Danke für Deinen Hinweis und Deine Meinung. Aber ich bin ehrlich: Alle Kritiken, die ich auf dem Blog schreibe (es sind mittlerweile über 1000) spiegeln subjektive Wahrnehmungen wieder. Wenn man immer wieder den gleichen Film nur mit anderen Schauspielern zu sehen bekommt (das ist nun mal bei konventionellen Horrorfilme aus Hollywood der Fall) und immer wieder die gleichen Geschichten mit den gleichen Klischees abgespult werden, ist das halt mal so, dass solche auf die schnelle Mark ausgelegten Filme keine guten Kritiken erhalten. Das sahen wohl auch schon viele amerikanische Zuschauer ähnlich, die den Film „unterdurchschnittlich“ in der IMDB bewertet haben. Also liege ich mit meiner Meinung gar nicht mal so falsch. Aber wie gesagt, Kritiken sind immer subjektiv. Es gibt keine schlechten oder falschen Meinungen.

      31. August 2016 um 19:12

      • Lukas

        Klasse Antwort. Natürlich, Subjektivität ist bei jeder Kritik enthalten, logischerweise auch bei meiner. Ich bin ein Freund von Horrorfilmen, schon eigentlich immer. Auch ich habe schon einige “schlechte“ gesehen, die mich überhaupt nicht gereizt haben, aus der Hollywood-Filmfabrik waren viele dabei. Dieser Film hingegen gefiel mir definitiv. Werde jetzt mal deinen Blog weiter durchsuchen, mir ein paar Kritiken zu meinen Favoriten durchlesen. Wollte mit dem Kommentar gerne herausfinden, wie du zu deinen eigenen Kritiken stehst, und ob du offen für etwas andere Einschübe bist – bist du, find ich gut!

        Übrigens:
        Absolutes Thriller-Meisterwerk für mich: Die Vögel. Auch As Above So Below bzw Katakomben (dt. Titel) fand ich sehr interessant und sehe ich gerne wieder. Auf zu den Kritiken…

        3. September 2016 um 12:45

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