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Filmkritik: „Knock Knock“ (2015)

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KNOCK KNOCK

Story

 
 
 
Unangemeldete Besucher, sollten lieber draußen bleiben: Familienvater wird im gemütlichen Eigenheim von zwei durchgeknallten Schönheiten bedroht, die eine Leidenschaft für perverse Machtspielchen besitzen.
 
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Kritik

 
 
 
Willkommen zum neuesten Streich eines gewissen ELI ROTH, indem nicht drinsteckt, was man eigentlich von Filmen aus der Mache des polarisierenden Regisseurs erwarten würde. Nach HOSTEL (Regie), CABIN FEVER (Regie) und AFTERSHOCK (hier angeblich nur als Produzent) ist man vom Experten für heftigen Torture Porn deftige Hausmannskost gewohnt, in der nicht immer zimperlich mit den Protagonisten umgegangen wird. ROTH wechselt diesmal die Fronten und versucht sich zur Abwechslung in subtiler Angstmacherei. Entstanden ist glattgebügeltes Home-Invasion-Grauen dessen Geschichte lose auf den Thriller DEATH GAME – TÖDLICHE SPIELE basiert, der bereits Ende der 1970er in die Kinos gebracht wurde. KNOCK KNOCK heißt die Neuauflage des einst brisanten Stoffes, der von den damaligen Hauptdarstellerinnen gleich mitproduziert wurde. Die dürften vermutlich auch der Grund gewesen sein, weshalb KNOCK KNOCK eine gänzlich andere Richtung einschlägt und eingeschworene Roth-Anhänger verzweifeln lässt, schließlich ist das neue Werk des Filmemachers ungewöhnlich blutleer und ausgesprochen lahm dazu.
 
 
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Kaum ist die Familie aus dem Haus gehen KEANU REEVES die Hormone durch. Der für Action-Filme bekannte Schauspieler muss diesmal ohne laute Explosionen und umfangreichen Waffenfundus auskommen. Stattdessen gehen ihm zwei Psychopathinnen auf die Nerven, die ihn an die Grenzen des psychisch Belastbaren treiben. Reeves spielt im Film den glücklichen Architekten Evan Webber, der Kinder und Ehegattin an den See fahren lässt, damit er zu Hause in Ruhe arbeiten kann. Leider ist er nicht lang allein, denn die angeblichen Flugbegleiterinnen Genesis (LORENZA IZZO aus THE STRANGER) und Bel (ANA DE ARMAS) klingeln an der Tür und benötigen Hilfe. Weil es in Strömen regnet, bittet Reeves herein, merkt aber erst spät, dass er sich damit zwei lästige Terrorbräute ins Haus geholt hat. Die versuchen nach einem gemeinsamen Schäferstündchen das Leben des Familienvaters auf den Kopf zu stellen und machen selbst vor Erpressung und Demütigungen nicht Halt. Was folgt ist für Familienoberhaupt Evan Webber ein nicht endender Albtraum, der aber auch vom Zuschauer einiges abverlangt. Dieser bekommt hier wohl die verhaltensauffälligsten Filmbösewichte der letzten Jahre zu sehen, die offensichtlich vergessen haben ihre tägliche Dosis Ritalin zu schlucken.
 
 
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Wenig schockierender Zu-Hause-Horror, der den Kampf der Geschlechter immerhin aus einer anderen Sicht betrachtet. KNOCK KNOCK dreht den Spieß nämlich um. So werden die Opferrollen neu verteilt und das starke Geschlecht muss sich diesmal perversen Machtspielchen zweier ausgefuchster Feministinnen unterwerfen. Leider sind die guten Ansätze rasch verbraucht, denn die vielen Psychospielchen werden in KNOCK KNOCK relativ schnell ins Absurdum getrieben, was den Film nicht nur unglaubhaft, sondern auch zu einer äußerst anstrengenden Angelegenheit macht. Reeves handelt als machtloses Opfer unentschlossen und versäumt konsequentes Handeln. Für den Zuschauer ein Geduldsspiel, weil der nicht nachvollziehen kann, warum sich die Filmheld nicht zu wehren weiß. Der ist selbst in größter Rage noch Gentleman und lässt sich von skrupellosen Frauen auf der Nase herumtanzen, die mit hyperaktiven Geschnattere so ziemlich schnell zu nerven beginnen.
 
 
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Was vermeintlich als ernster Psychothriller geplant war, gleicht ab Filmmitte dank weiblichem Overacting einer bitterbösen Satire, die die Machtkämpfe zwischen Mann und Frau auf die Schippe zu nehmen scheint. Ob das so bewusste geplant war, darf bezweifelt werden, denn sonderlich klug durchdachte Doppelbödigkeit ist nicht gerade das Spezialgebiet des ELI ROTH. Der selbsternannte Horrorfan hat mit KNOCK KNOCK ein löchriges Drehbuch verfilmt, das aufgrund absurder Handlungsverläufe und Logikfehlern dann doch mehr Unterhaltungsfilm ist, als gesellschaftskritisches Emanzipationskino. Wer kein Fan des Filmemachers ist, wird sich natürlich auch hier wieder die Hände reiben und gehässig über den Genre-Regisseur schmunzeln können, weil es Roth trotz neuer Herangehensweise wieder mal verbockt hat einen guten Film zu inszenieren.
 
 
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KNOCK KNOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFAIRE trifft auf FUNNY GAMES. Fieser Psychothriller mit den heimtückischsten Psychopathinnen der Filmgeschichte. ELI ROTH probiert was Neues aus und scheitert wie eh und je. Die löchrige Neuinterpretation eines Thrillers aus dem Jahre 1977 hat viel nackte Haut und zwei schöne Hauptdarstellerinnen zu bieten. Deren Auftreten wirkt jedoch so schrill und naiv, dass der Überlebenstrip namens KNOCK KNOCK ganz schön schnell auf den Zeiger geht. KEANUE REEVES als hilfloses Terroropfer verblasst im lauten Geschnatter seiner Gegenspielerinnen. Die sorgen des Öfteren dafür, dass man daran zweifelt, ob der Home-Invasion-Ausflug überhaupt ernst gemeint sein soll. Leider mangelt es KNOCK KNOCK an Glaubwürdigkeit. Zudem bleibt bis kurz vor dem Abspann ungeklärt, warum hier gedemütigt und schikaniert wird. Die letztendlich Auflösung ist ein schlechter Scherz. Allen Fans des kontroversen Regisseurs sei demnach geraten: Erwartungen herunterschrauben, denn KNOCK KNOCK ist nicht das, was man eigentlich von ELI ROTH erwartet hätte.
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Zensur

 
 
 
Enttäuschte Gesichter bei allen Fans von ELI ROTH. Dessen neuer Film hat keine Gewalt zu bieten. Es fällt nur ein Mann nach einem Asthmaanfall mit dem Kopf auf einen Stein – das war’s. Hierzulande hat der Film daher eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Knock Knock; Chile | USA 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar von Eli Roth, Nicolás López, Lorenza Izzo und Colleen Camp, Entfallene Szene: Zerstörung (3:13 Min.), Alternatives Ende (1:33 Min.), Making-of: Die Kunst der Zerstörung (14:41 Min.), Deutscher Trailer (2:00 Min.), Trailershow

Release-Termin: 29.04.2016

 

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KNOCK KNOCK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM)

 
 
 
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Death Dame – Tödliche Spiele (1977)
 
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2 Antworten

  1. Pingback: Knock Knock | Marks Filmblog

  2. Alex

    Trailer ist traurigerweise weitaus spannender als der ganze Film zusammen. Eli Roth hätte sich auf ein Genre spezalisieren müssen.Komödie oder Thriller :[]

    12. Dezember 2015 um 16:37

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